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  • ewz beteiligt Bürger an weiteren Solaranlagen

    ewz beteiligt Bürger an weiteren Solaranlagen

    ewz bietet Personen, die sich aktiv an der Energiewende beteiligen möchten, die Möglichkeit, Beteiligungen an Photovoltaikanlagen zu erwerben. Diese Art der Schwarmfinanzierung ermöglicht den Bau neuer Anlagen, etwa auf Schuldächern. Dafür bietet ewz einer Medienmitteilung zufolge insgesamt 4000 Quadratmeter neuer Fläche an.

    Davon stehen 1100 Quadratmeter Photovoltaikfläche ab sofort auf dem städtischen Schulhaus Falletsche in Leimbach zur Verfügung. Die Schulhäuser Rebhügel in Wiedikon, Kolbenacker in Seebach und Mattenhof in Schwamendingen werden im Laufe des Jahres ans Netz gehen. Pro Haushalt können maximal zehn Quadratmeter Beteiligung à 250 Franken im Internet erworben werden. Im Gegenzug erhalten Kundinnen und Kunden pro Quadratmeter Beteiligung 80 Kilowattstunden nachhaltig produzierten Sonnenstrom aus Zürich auf ihrer Stromrechnung gutgeschrieben.

    Auch an der bereits fertiggestellten ersten hochalpinen Solargrossanlage der Schweiz an der ewz-Staumauer im Bündner Bergell seien noch die letzten Quadratmeter Beteiligung erhältlich. Weil in der Höhe der Ertrag mehr als doppelt so hoch ist wie im Unterland, liegen dort sowohl der Beteiligungspreis als auch die Gutschrift höher.

  • ETH-Modell ebnet Weg zur Energiewende

    ETH-Modell ebnet Weg zur Energiewende

    Am Energy Science Center (ESC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeitet eine interdisziplinäre Forschungsgruppe an der Plattform Nexus-e. Sie soll helfen, die grundlegenden Fragen zu beantworten, die die beschlossene Energiewende jetzt und in den kommenden Jahren für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft aufwirft. Das Projekt wird vom Bundesamt für Energie unterstützt.

    Wie ein Video der ETH veranschaulicht, soll Nexus-e das ganze komplexe Schweizer Stromsystem abbilden. „Um Lösungen für die Zukunft zu finden, braucht es mehr Flexibilität“, wird Projektmanager Marius Schwarz in einem Artikel der ETH zitiert. „Mit Nexus-e wollen wir eine Plattform bereitstellen, mit welcher wir verschiedene Szenarien modellieren und so die Transformation des Energiesektors in den nächsten Jahrzehnten erleichtern können.“

    Dabei soll diese transparente Plattform eine Art Werkzeugkasten sein. Ihre flexibel einsetzbaren Module sollen die Schweizer Gesamtwirtschaft und den Strommarkt ebenso repräsentieren wie den Strommarkt, Investitionen in dezentrale und zentrale Energieanlagen, die Netzsicherheit und den Netzausbau.

    Sie diene auch als Modellierungsinfrastruktur, die kontinuierlich in Forschung und Lehre zum Einsatz kommt. Damit werde sie zur Modellierungsplattform für die fachübergreifende Forschung innerhalb der Hochschule. Doch auch ausserhalb soll sie als Testumgebung genutzt und weiterentwickelt werden. „Wir sind daher offen für neue Kooperationen im akademischen Bereich, aber auch mit politischen Entscheidungsträgerinnen oder Vertretern der Industrie“, so ESC-Leiter Christian Schaffner.

  • Schweiz muss Energiewende beschleunigen

    Schweiz muss Energiewende beschleunigen

    Die Schweiz hat sich für die Energiewende bis 2020 wenig ehrgeizige Ziele gesetzt und dürfte diese auch erreichen. Das zeigt der dritte Monitoringbericht des Bundesamtes für Energie (BFE). Danach erreichten die neuen erneuerbaren Energien 2019 eine Stromproduktion von 4186 Gigawattstunden. Das Ziel von 4400 Gigawattstunden 2020 liege in Reichweite, schreibt das BFE in einer Mitteilung. Wenn aber der Richtwert von 11‘400 Gigawattstunden im Jahr 2035 erreicht werden soll, dann muss der Zubau pro Jahr durchschnittlich 451 Gigawattstunden betragen, anderthalb Mal so viel wie im abgelaufenen Jahrzehnt.

    Ähnlich der Endenergieverbrauch pro Kopf: Das Reduktionsziel von minus 16 Prozent bis 2020 im Vergleich zu 2000 wurde bereits 2016 erreicht. Bis 2019 wurden minus 19,1 Prozent erreicht. Wenn aber der Richtwert für 2035 von minus 43 Prozent erreicht werden soll, dann müsste der durchschnittliche Rückgang pro Jahr bei minus 2,2 Prozent liegen. Im abgelaufenen Jahrzehnt erreichte er nur minus 1,4 Prozent.

    Die gleichzeitig vom BFE herausgegebenen Energieperspektiven 2050+ kamen denn auch zum Schluss, dass die Schweiz mit einer Fortsetzung der bestehenden Praxis ihr Klimaziel langfristig weit verfehlen wird. Die Schweiz hat sich verpflichtet, bis 2050 ihren CO2-Ausstoss auf netto Null zu reduzieren. Doch mit einem „weiter so“ kommt sie gerade mal auf einen Rückgang des CO2-Ausstosses von 30 Prozent im Vergleich zu 2020.

    Die Energieperspektiven 2050+ gehen aber davon aus, dass die Schweiz mit den bereits verfügbaren oder derzeit entwickelten Technologien ihr Klimaziel erreichen könne. Der Investitionsbedarf läge dabei nur um 8 Prozent über dem einer Fortsetzung der bisherigen Praxis, heisst es in einer BFE-Mitteilung. Wenn die bisherige Praxis beibehalten würde, müssten bis 2050 insgesamt 1400 Milliarden Franken in die Energieinfrastruktur, Anlage, Geräte und Fahrzeuge investiert werden. Wenn das Klimaziel von netto Null erreicht werden soll, wären es gut 1500 Milliarden Franken.

  • Film über Energieregion Knonauer Amt feiert Premiere

    Film über Energieregion Knonauer Amt feiert Premiere

    Das Knonauer Amt ist seiner Zeit „zehn Jahre voraus“, sagte Regierungsrat Dr. Martin Neukom im August anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Energieregion Knonauer Amt. „Ein Zugpferd für die Energiewende“, formulierte das Mitglied des New Yorker Nachhaltigkeitsbeirats, Andrew Darrell. Er fand, dass die Welt von diesem Pilotprojekt erfahren sollte, schreibt der „Affolter Anzeiger“. Gemeinsam mit der Schweizer Stiftung Pro Evolution und dem WWF Schweiz gab er den Anstoss für einen Film über die vorbildliche Arbeit der Energieregion Knonauer Amt. Er hatte am Donnerstag Premiere. Sein Titel: „Voller Energie in die Zukunft – eine Region setzt auf Erneuerbare“.

    Der Film berichtet über die Initiativen, welche die 14 Gemeinden dieser Region im Kanton Zürich gemeinsam unternommen haben und unternehmen, um den Klimawandel zu bremsen: das Energiesparhauses in Stallikon, wo Kinder Energie auf spielerische Weise erleben können, das geplante Solarkraftwerk über der A4, die Kreislaufwirtschaft der Biogasanlage in Rickenbach, die überdurchschnittlich hohe Zahl CO2-neutraler Holz-Fernheizwerke. Im Jahr 2010 integrierten die Gemeinden das Schwerpunktprojekt Energieregion Knonauer Amt in die Standortförderung. Ihr Ziel ist, 80 Prozent ihres Energiebedarfs bis 2050 selbst und mit erneuerbaren Energien zu produzieren.

    Zahlreiche Expertinnen und Experten kommen in dem Film zu Wort, darunter Andreas Fischlin, Mitglied des Weltklimarats (IPCC) und Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). „Wir haben dieselbe CO2-Konzentration wie vor 3,5 Millionen Jahren“, warnt er. Damals habe in der Schweiz eine tropische Tier- und Pflanzenwelt geherrscht. ETH-Professor Anton Gunzinger plädiert für eine stärkere Nutzung einheimischer Energien. Das sorge für mehr Unabhängigkeit und dafür, dass mehr Geld im regionalen Kreislauf bleibe: „Wir brauchen mehr Säuliämter in der Schweiz!“

  • COVID-19 bringt die Energiewende in Gefahr

    COVID-19 bringt die Energiewende in Gefahr

    Gemäss einem Bericht des Weltwirtschaftsforum (WEF) gefährdet die aktuelle Pandemie und deren ökonomischen Auswirkungen und Ausgleichszahlungen die kurzfristigen Energieziele. In der Studie «Fostering Effective Energy Transition 2020» bewertet der darin angelegte Energiewende-Index 2020 die aktuelle Leistung der Energiesysteme eines Landes. Von 115 bewerteten Ländern machen 94 seit dem Jahr 2015 Fortschritte. Die Schweiz wird bei den erreichten Fortschritten vom WEF nach Schweden als das zweiterfolgreichstes Land eingeordnet. Unter den ersten 10 sind Finnland, Frankreich und Grossbritannien daneben die einzigen G20-Länder.

    Die politischen Massnahmen, Fahrpläne und staatliche Rahmenbedingungen müssen jedoch gegenüber externen Schocks robuster gemacht werden. Denn die ökologische Nachhaltigkeit weist nach wie vor Schwächen auf. Das jüngste Beispiel dafür ist COVID-19. Unternehmen in allen Branchen wurden gezwungen, sich der Situation mit zeitweise Betriebsstilllegungen, Veränderungen der Nachfrage und neue Arbeitsweisen anzupassen. Von der Regierung wurden deshalb sogenannte Konjunkturpakete aufgelegt, um die Auswirkungen abzumildern. Wenn sie unter Berücksichtigung langfristiger Klimaziele umgesetzt würden, könnten sie den Übergang zu sauberer Energie vorantreiben.

    Die Diskrepanz zwischen dem wozu man sich verpflichtet hat und den tatsächlichen Ergebnissen, ist nach wie vor gross. Doch biete die Pandemie „eine Möglichkeit, unorthodoxe Eingriffe in die Energiemärkte und eine globale Zusammenarbeit in Betracht zu ziehen. Das könnte eine Erholung unterstützen und den Energiewandel beschleunigen, sobald die akute Krise abklingt“, sagt Roberto Bocca, Leiter Energie und Materialien beim WEF.

    Letztlich seien grössere Anstrengungen erforderlich, um sicherzustellen, dass die jüngste Dynamik nicht nur erhalten bleibe, sondern beschleunigt werde, heisst es in der Medienmitteilung weiter.