Schlagwort: EPFL

  • EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    EPFL-Forschende verbessern mit Rubidium Effizienz von Solarzellen

    Forschende der EPFL haben laut einer Mitteilung eine Methode zur Reduzierung des Energieverlustes von Perowskit-Solarzellen entdeckt. Perowskit-Solarzellen basieren auf Halbleitern mit breitem Bandabstand, die jedoch häufig unter Phasentrennung leiden, welches mit der Zeit einen Leistungsabfall verursacht. Die Integration von Rubidium (Rb) soll das Material der Halbleiter stabilisieren und gleichzeitig die Energieeffizienz der Solarzelle verbessern. Durch das Ausnutzen der Gitterspannung des Perowskit-Films konnten die Forschenden zudem sicherstellen, dass die Rb-Ionen an richtiger Stelle fixiert sind.

    Die Forschenden um Lukas Pfeifer und Likai Zheng der Gruppe von Michael Grätzel an der EPFL nutzten zudem die Methode der Röntgenbeugung, um diesen Effekt zu verifizieren und zu analysieren. Dabei fanden sie heraus, dass neben der Gitterspannung die Einführung von Chloridionen ebenfalls entscheidend zur Stabilisierung des Materials beiträgt. Die Chloridionen gleichen die Grössenunterschiede zwischen den eingebauten Elementen aus und gewährleisten dadurch eine gleichmässigere Ionenverteilung. Das Ergebnis sei ein gleichmässigeres Material mit weniger Defekten und einer stabileren elektronischen Struktur.

    Die neue Perowskit-Zusammensetzung erreichte mit einer Leerlaufspannung von 1,30 Volt 93,5 Prozent ihres theoretischen Grenzwerts. Dies sei einer der niedrigsten Energieverluste, die jemals bei Perowskit-Halbleitern gemessen wurde. Eine verbesserte Photolumineszenzquantenausbeute weist darüber hinaus auf eine effizientere Umwandlung von Sonnenlicht in Strom hin.

    Die Steigerung der Effizienz von Perowskit-Solarzellen könnte zu effizienteren und kostengünstigeren Solarmodulen führen und damit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren. Perowskite könnten ausserdem für LEDs, Sensoren und andere optoelektronische Anwendungen genutzt werden. Die Ergebnisse der EPFL könnten daher auch die Kommerzialisierung dieser Technologien beschleunigen.

  • EPFL entwickelt Konzept für Stadt-Fluss-Balance an der Rhône

    EPFL entwickelt Konzept für Stadt-Fluss-Balance an der Rhône

    Die Neugestaltung von Industriebrachen entlang der Rhône sollte die Bedürfnisse und Beschränkungen einer Stadt und ihres Flusses ausbalancieren. Ausgehend von dieser Massgabe hat eine Gruppe von Architektinnen und Architekten des Labors für Architektur und nachhaltige Technologien an der EPFL eine entsprechende Handreichung für die politisch Verantwortlichen erarbeitet.

    Für ihre Studie wählte die Gruppe laut einer Mitteilung mit Sitten VS und Genf zwei Standorte in der Schweiz und mit Givors und Avignon zwei in Frankreich aus. Für jedes Quartier entwickelte sie je drei massgeschneiderte und architektonisch unterschiedliche Visionen. Insgesamt hat das Team entlang der Rhône mehr als 1400 Quartiere im Wandel ausgemacht. Darin sieht es ein enormes Potenzial für die Entwicklung von brachliegenden Flächen, die etwa von Unternehmen verlassen wurden, als sie die Wasserwege aufgaben.

    Die Studie nahm nicht wie sonst meist üblich städtische Gebiete als Ganzes in den Blick. „Unser Ansatz ist anders, da wir Stadtentwicklungs- und Planungsfragen in einem kleineren Massstab angehen und uns auf einzelne Flussviertel konzentrieren“, wird Labor- und Studienleiter Emmanuel Rey zitiert. „Unser Werkzeug liefert ein detaillierteres, ganz und gar lokales Bild davon, welche Möglichkeiten der Fluss bietet und wie er mit der Stadt interagiert“, so Rey. „In diesem Sinne ist es ein Argument gegen eine herkömmliche, allgemeine Planung.“

    Diese neue Bewertungsmethode mit ihren 18 Indikatoren wurde exemplarisch auf eine der Fallstudien, das Genfer Quartier La Jonction, angewendet. So zeigt etwa der Indikator für die Energiewende, ob eine bestimmte Vision mit der Gesamtstrategie des Kantons übereinstimmt. Auf Stadtebene kann sie zur Bewertung von Plänen für Shuttles, Fussgängerbrücken oder andere Aspekte des Flussverkehrs herangezogen werden. Und auf Quartiersebene gibt sie beispielsweise Aufschluss darüber, ob Flusswasser zum Heizen oder Kühlen von Gebäuden verwendet werden könnte.

  • Virtuelle Realität von Uzufly vereinfacht die Stadtentwicklung

    Virtuelle Realität von Uzufly vereinfacht die Stadtentwicklung

    Uzufly, eine Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), hat eine Technologie der Virtuellen Realität entwickelt, die es Stadtplanern ermöglicht, ihre Entwicklungsprojekte präzise zu gestalten. Das System verwendet Drohnen, um Tausende von Luftaufnahmen zu machen. Wie es in einer Mitteilung der Hochschule heisst, werden daraus digitale Zwillinge oder Nachbildungen von realen Objekten wie Gebäuden erstellt, aus denen 3D-Modelle werden. Damit lässt sich jede Art von architektonischem Design in echtem Massstab abbilden. Auch die geografische Lage der Objekte, die sogenannte Georeferenzierung, kann zentimetergenau bestimmt werden.

    Théo Benazzi, Mitbegründer und CTO von Uzufly, vergleicht diese neue Technologie mit der von Google Earth. „Während Google jedoch Flugzeuge einsetzt, um eine riesige Menge an Bilder in grosser Höhe aufzunehmen, verwenden wir Drohnen, die mit kleineren Kameras Bilder viel näher am Boden aufnehmen. Auf diese Weise können wir 3D-Modelle von Stadtvierteln oder einer ganzen Stadt generieren.“

    Die digitalen Zwillinge von Uzufly können mit jeder Art von georeferenzierten Daten erweitert werden, etwa mit Grundstücken, Bebauungsgebieten, Bestandteilen der Stadtentwicklung und unterirdischer Infrastruktur wie Rohrleitungen. Auch Daten des Bundesamtes für Landestopografie können hinzugefügt werden und Informationen über die Kapazität der Solarstromerzeugung auf einzelnen Dächern anzeigen. Und Architekturbüros ist es möglich, das Gebiet, in dem es mit der Planung eines Gebäudes beauftragt wurde, herunterzuladen. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Grundstücke zu vermessen.

    Uzufly befindet sich in Le Garage, einem Gründerzentrum im EPFL Innovation Park. Auch Entwicklerinnen und Entwickler von Videospielen haben bereits ihr Interesse an Uzuflys Technologie angemeldet.

  • EPFL-Studentin macht aus Plastikabfall Steine für das Bauen

    EPFL-Studentin macht aus Plastikabfall Steine für das Bauen

    Für ihre Masterarbeit im Bauingenieurwesen hat Selina Heiniger eine Methode zur nachhaltigeren Herstellung von Baumaterial entwickelt. Dazu benutzt sie laut Medienmitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) Plastikabfälle, schon einmal verwendeten Beton und klein gemachte Terrakotta-Ziegel.

    In ihrer Masterarbeit wollte Heiniger laut der Mitteilung der EPFL zwei miteinander verbundene Herausforderungen angehen: die Verringerung der Umweltverschmutzung durch Plastikabfälle und die Entwicklung von Bauweisen, die weniger Rohstoffe verbrauchen.

    Sie entwickelte Ziegel aus wiederverwertetem Kunststoff – Polypropylen (PP), Polyvinylchlorid (PVC) und Polyethylen hoher Dichte (HDPE) – sowie aus zerkleinerten Terrakotta-Ziegeln und wiederverwertetem Beton. Ihre Ziegel seien so konzipiert, dass sie ineinander greifen, so dass kein Mörtel erforderlich ist, heisst es weiter. Erste Tests seien ermutigend, aber die Erfindung befinde sich noch im Prototypenstadium. Bei Erfolg könne Heinigers Arbeit einen erheblichen Beitrag zur Verringerung des CO2-Fussabdrucks der Bauindustrie leisten.

    Heiniger hat im Kanton Bern die Matura gemacht und sich anschliessend an der EPFL für das Studium des Bauingenieurwesens eingeschrieben. Sie studierte zunächst nur in Teilzeit, da sie zusätzlich in einem Lausanner Tiefbauunternehmen arbeitete.

    Die Masterarbeit von Selina Heiniger wurde gemeinsam von Corentin Fivet, dem Leiter des EPFL-Labors für Strukturexploration in der Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen, und Yves Leterrier, einem leitenden Wissenschaftler des EPFL-Labors für die Verarbeitung fortgeschrittener Verbundwerkstoffe in der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, betreut.

  • Individuell klimatisierte Büros steigern Wohlbefinden

    Individuell klimatisierte Büros steigern Wohlbefinden

    Menschen fühlen sich unter denselben Temperaturbedingungen unterschiedlich wohl. Das haben nun auch Messungen von Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) in einer üblichen Büroumgebung belegt. Sie sammelten thermophysiologische Daten von Testpersonen. Laut einer Mitteilung der EPFL zeigen sie, dass etwa Alter und Geschlecht den Stoffwechsel beeinflussen. Und dieser wiederum kann je nach Ernährung, Jahreszeit und Tagesrhythmus schwanken.

    Klimaanlagen seien derzeit auf den Raum und nicht auf den Menschen ausgerichtet, erklärt Dolaana Khovalyg, Assistenzprofessorin an der Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen der EPFL und Leiterin des Labors für integriertes Komfort-Engineering. 80 Prozent der Mitarbeitenden fühlen sich bei einer durchschnittliche Bürotemperatur im Winter von 21 Grad behaglich, aber 20 Prozent nicht. „Unser Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass sich alle gut fühlen, ohne Ausnahme.“

    Die Möglichkeit, den Energieverbrauch eines Menschen genau zu messen, ebne den Weg für eine neue Art von Technologien, bei der die gesammelten Daten in zentrale Heiz- und Kühlsysteme eingespeist werden. Diese wiederum können die Temperatur in einem bestimmten Bereich, etwa an einem Schreibtisch, in Echtzeit anpassen und so den Energieverbrauch in Gebäuden optimieren.

    Nun sucht das Forschungsteam nach weniger invasiven Messmethoden als die Silikongesichtsmasken und Körpersensoren, die die Probanden tragen mussten. Aktuell arbeitet es mit Infrarotkameras. Auch Fragen des Datenschutzes seien noch zu klären. Ihre Studie wurde unlängst im Fachblatt „Obesity Journal“ veröffentlicht.

  • Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben gemeinsam neue Rail Pads entwickelt. Diese Bauteile bestehen zumeist aus elastischem Kunststoff und stecken zwischen Schienen und Betonschwellen, wie die Empa in einer Mitteilung erklärt. Sie werden zur Schonung von Schienen eingesetzt.

    Bestehende Rail Pads haben allerdings Grenzen. Insbesondere wenn der Schutz der Schienen stark erhöht wird, führt dies gleichzeitig zu mehr Lärmbelastung. Diese Herausforderung wollen die Forschenden nun lösen. Nach mehreren Tests im Labor erwies sich ein Bauteil mit einem Polyisobutylen (PIB)-Anteil von über 50 Prozent, eingelegt in eine Schale aus einem härteren Ethylenvinylacetat (EVA)-Kunststoff, als die wirkungsvollste Option. Es kann gleichzeitig den Bahnlärm senken und die Schienen schonen.

    In einem nächsten Schritt sollen die neuen Rail Pads im März auf einer Bahnstrecke in Nottwil getestet werden. „Diese Rail Pads lassen sich leicht herstellen. Auf der 100 Meter langen Strecke werden wir fast 400 Stück brauchen“, erklärt Bart van Damme von der Empa-Abteilung Akustik und Lärmminderung. Deshalb sei bereits ein Unternehmen an Bord, das die Herstellung der bereits patentierten Bauteile übernimmt.

  • EPFL stellt in Seoul Design-Gehirn aus

    EPFL stellt in Seoul Design-Gehirn aus

    Das Media x Design-Laboratorium der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) stellt in der südkoreanischen Hauptstadt derzeit ein überlebensgrosses Design-Gehirn aus. Das Artificial Swissness genannte Exponat ist noch bis zum 31. Oktober auf der Seoul Biennale für Architektur und Urbanismus zu sehen.

    Artificial Swissness zielt laut einer Mitteilung der EPFL darauf ab, die Erkenntnistheorie der Computerwissenschaften auf den kulturellen Bereich auszudehnen. „Unser Design-Brain ist ein Experiment zur Frage, ob Maschinen Strukturen entwerfen können“, wird Laborleiter Professor Jeffrey Huang zitiert. „Das heisst, ob sie nicht nur Musik empfehlen oder Autos fahren können, sondern auch sinnvolle kulturelle Artefakte schaffen, wie zum Beispiel Architektur mit ausgeprägten Schweizer Eigenschaften.“

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, solle das Exponat eine sich ständig verändernde räumliche Schnittstelle sein, welche die inneren Gedanken einer Künstlichen Intelligenz-Maschine darstelle, die auf 10’000 Bilder von Schweizer Chalets und Alpinarchitektur trainiert wurde. „Wir machen die visuellen Interferenzen in diesen Schichten des neuronalen Netzwerks sichtbar“, so die beiden EPFL-Studenten Frederick Kim und Mikhael Johanes. „So erhalten wir Einblick in das Innenleben unseres generativen künstlichen Netzes, das Architekturbilder erzeugt.“ Die beiden haben die Installation in Seoul nach 14-tägiger Quarantäne aufgebaut.

    Die digitalen Bildschirme der Installation zeigen die maschinell erzeugten Bilder typischer Schweizer Architektur. Gleichzeitig offenbart eine LED-Projektion den sich ständig weiterentwickelnden Lernprozess, den die Maschinen durchlaufen, während sie Tausende von Bildern alpiner Architektur durchforsten, um die Essenz der „Swissness“ zu destillieren.

  • Schweiz hat hohes Potenzial an geothermischer Energie

    Schweiz hat hohes Potenzial an geothermischer Energie

    Bei der Nutzung alternativer Energiequellen wie der geothermischer Energie und bei der unterirdischen Speicherung von CO2 hat die Schweiz beträchtliches Potenzial. Das geht aus einer Medienmitteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) hervor. Professor Lyesse Laloui von der Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwesen (ENAC) an der EPFL war Leiter der Forschungsgruppe zur Geoenergie im Rahmen des von 2013 bis 2020 laufenden Förderprogramms Energie der Innosuisse. Es wurden acht Kompetenzzentren eingerichtet. Die EPFL war federführend im Bereich der Geoenergie. Laloui ist Autor des Kapitels dazu im Schlussbericht der Innosuisse.

    Lyesse Laloui sieht ein grosses Potenzial für die Nutzung von geothermischer Energie. Die Schweizer Regierung hat für 2035 das Ziel ausgegeben, 11 Prozent der für die Heizung und Kühlung von Gebäuden verwendeten Energie aus geothermischer Energie zu gewinnen. Laloui geht von über 20 Prozent aus. „Die Projektergebnisse zeigen, dass dieser Anteil leicht verdoppelt werden könnte“, wird er in der Mitteilung zitiert. Untersucht wurden auch die Möglichkeiten der Nutzung geothermischer Energie zur Stromerzeugung. Laloui weist dazu auf Probleme etwa bei der Tiefenbohrung ohne Auslösen seismischer Bewegungen hin. „Eines Tages werden wir es sicher schaffen, aber wir sind noch nicht so weit.“

    Gute Möglichkeiten ergeben sich laut dem Bericht Lalouis bei der unterirdischen Speicherung von CO2-Emissionen in der Schweiz, vor allem im Mittelland von Freiburg bis Zürich. Von den rund 40 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent, die in der Schweiz jährlich emittiert werden, könnten etwa 12 Millionen unterirdisch gelagert werden, wird Professor Laloui zitiert.

  • Enerdrape gewinnt mit Klimapaneelen für Gebäude

    Enerdrape gewinnt mit Klimapaneelen für Gebäude

    Enerdrape hat 150000 Franken im Rahmen des Förderprogramms von Venture Kick gewonnen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt eine nachhaltige Lösung zur Klimatisierung von Gebäuden. Das System des Start-ups besteht aus modular aufgebauten Paneelen, die in Innenräumen installiert werden. Diese nutzen die vorhandene thermische Energie und Abwärme, um das Gebäude zu heizen und zu kühlen.

    Alleine das Heizen und Kühlen von Gebäuden ist den Angaben von Enerdrape zufolge in Europa für rund 40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwortlich. Laut dem Start-up erfordern nachhaltige Alternativen oft einen komplexen Installationsprozess und sind zudem teuer. Dagegen sei die Lösung von Enerdrape günstig und einfach umsetzbar. Die Paneele der Firma sind insbesondere für die Installation in Tiefgaragen sowie in Geschäftsgebäuden vorgesehen. In Europa sieht Enerdrape hier einen potenziellen Markt von 40 Millionen Franken.

    Die Förderinitiative Venture Kick unterstützt Jungunternehmen von der Idee bis zur Firmengründung. Die Venture Kick Stiftung hat das Institut für Jungunternehmen, das in Schlieren ZH, St.Gallen und Lausanne vertreten ist, mit der Durchführung der Initiative mandatiert.

  • Künstliche Intelligenz erkennt Art der Landnutzung

    Künstliche Intelligenz erkennt Art der Landnutzung

    Die regelmässig notwendige Klassifizierung von Landnutzung ist dank einer Studentin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) nun wesentlich weniger aufwändig als bisher. Laut einer Medienmitteilung der Hochschule hat sie einen eigenen Algorithmus für Maschinelles Lernen entwickelt und trainiert, der nicht nur Wälder von anderen Landtypen unterscheiden kann. Valérie Zermattens Algorithmus erkennt stattdessen auch Flüsse, Seen, Camping- und Sportplätze, Friedhöfe, Wasseraufbereitungsstationen, öffentliche Parks, Flughäfen und Dämme. Damit ist er dem vom Bundesamt für Statistik (BFS) entwickelten Algorithmus namens Arealstatistik Deep Learning, kurz ADELE, deutlich überlegen.

    Die von ihrem Programm im Rahmen einer Masterarbeit erzeugten Ergebnisse ähneln den vom BFS veröffentlichten offiziellen Daten. Das deute laut der Mitteilung darauf hin, dass es in Zukunft für die Landnutzungsklassifizierung verwendet werden könnte. Der grosse Vorteil liege in der Bearbeitungszeit von Luftbildern, weil deren Klassifizierung in etwa 40 verschiedene Kategorien immer noch grösstenteils von Hand erfolge.

    Die gesamte Schweiz wird alle drei Jahre neu aus der Luft fotografiert. Weil die manuelle Kategorisierung so lang dauert, werden die Ergebnisse nur alle sechs Jahre veröffentlicht. Mit dieser Kartierung kann der Landverbrauch besser verfolgt, die Bodendurchlässigkeit überwacht und Zersiedelung bekämpft werden.

    „Unser Ziel ist es nicht, den Menschen durch Künstliche Intelligenz zu ersetzen“, so Devis Tuia, einer von Zermattens Doktorvätern an der EPFL. „Der Algorithmus von Valérie wird zwar die Menge an mühsamer Arbeit reduzieren, die manuell erledigt werden muss.“ Doch auch dann bleibe für Menschen noch genügend zu tun – etwa zu erkennen, ob es sich um ein Wohnhaus oder eine Schule, ein Fussballfeld oder eine Wiese handele.

  • Sika fördert Einführung von Schweizer Öko-Zement

    Sika fördert Einführung von Schweizer Öko-Zement

    LC3 steht für Limestone Calcined Clay Cement und wurde von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) entwickelt. Es handelt sich um ein nachhaltiges Zementprodukt, das einen um bis zu 50 Prozent niedrigeren Klinkergehalt aufweist als traditioneller Zement. Klinker trägt während der Zementproduktion massgeblich zum CO2-Ausstoss bei. Bei LC3 wird ein grosser Klinkeranteil mit einem neuen Zusatzstoff ersetzt, wodurch insgesamt weniger CO2-Ausstoss bei der Zementproduktion entsteht.

    Der Zuger Bauchemiekonzern Sika will die Markteinführung von LC3 unterstützen, wie er in einer Medienmitteilung schreibt. Er will spezielle Zementadditive und Betonzusatzmittel entwickeln und anbieten, die Kunden helfen, ihre Materialien an die Eigenschaften von LC3 anzupassen. Dies soll ermöglichen, dass Wasserverbrauch, Verarbeitbarkeit, Aushärtung und Dauerhaftigkeit des LC3-Betons gegenüber herkömmlichen Produkten gleich bleiben. Sika ist eigenen Angaben zufolge auch zu „umfassenden Produkttests mit interessierten Kunden“ bereit.

    „Mit diesen neuen LC3-Produkten setzen wir die Ziele unserer Nachhaltigkeitsstrategie konkret in die Praxis um“, lässt sich Frank Höfflin, Technologiechef von Sika, in der Mitteilung zitieren. „Unser Anspruch ist es, als Enabler für Nachhaltigkeit in der Bauindustrie zu wirken und mehr umweltfreundliche und leistungsfähigere Produkte zu entwickeln“, betont er.

  • Bauplaner erhalten Methode zur Ökobilanzierung

    Bauplaner erhalten Methode zur Ökobilanzierung

    Vizcab, eine Ausgründung des Standorts Freiburg der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL Freiburg), konnte laut einer Medienmitteilung Risikokapital in Höhe von 1,6 Millionen Euro einsammeln. Das Start-up mit Sitz im französischen Lyon hat eine neue Methode entwickelt, mit der Ingenieure die Energieeffizienz eines Gebäudes bereits in der Entwurfsphase bewerten können. Mit dieser Kapitalspritze will Vizcab zunächst in Frankreich Fuss fassen. In 18 bis 24 Monaten plant das Jungunternehmen eine Finanzierungsrunde der Serie B, um zu expandieren.

    „Unser Start-up arbeitet an der Schnittstelle zwischen der digitalen und der ökologischen Wende“, erklärt Gründer und Innovationschef Thomas Jusselme. Sein datenbasiertes Modell kann Emissionsziele für Treibhausgase in die frühen Phasen des Entwurfsprozesses integrieren. Bislang war eine Berechnung der Umwelteffekte eines Gebäudes erst möglich, nachdem die Designentscheidungen in Stein gemeisselt waren.

    Architekten und Ingenieure können verschiedene Konstruktionsmöglichkeiten in eine von Vizcab entwickelte Internetanwendung eingeben. Sie führt auf Basis verschiedener Entwurfsparameter wie Heizung, Verglasung und Isolierung Tausende von Simulationen durch.

    Diese Methode wurde von Building 2050 entwickelt, einem Team, das im Smart Living Lab der EPFL Freiburg angesiedelt ist. Der erste Prototyp wurde in Zusammenarbeit mit zwei Laboratorien der EPFL, dem Labor für integrierte Performance im Design (LIPID) und dem Labor für Architektur und nachhaltige Technologien (LAST), entwickelt. Ausserdem waren das Labor EPFL+ECAL und das Human-IST-Institute der Universität Freiburg (UNIFR) beteiligt. „Es ist immer erfreulich zu hören, dass ein Spin-off, das eine Technologie unter Lizenz der EPFL betreibt, die Finanzierung gesichert hat“, so Frédéric Pont, einer der Manager für Technologietransfer der Hochschule. „Und es ist eine besonders willkommene Nachricht inmitten einer globalen Pandemie und wirtschaftlichen Unsicherheit.“