Schlagwort: Fachkräftemangel

  • Schweizer Unternehmen starten optimistischer ins Jahr

    Schweizer Unternehmen starten optimistischer ins Jahr

    Der KOF Geschäftslageindikator steigt im Januar bereits den zweiten Monat in Folge und signalisiert eine deutlich günstigere Ausgangslage als vor einem Jahr. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Geschäftslage markant aufgehellt, was auf eine Belebung von Nachfrage und Auslastung hinweist.

    ​Auch Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, Grosshandel, Gastgewerbe und Baugewerbe verzeichnen steigende Geschäftslageindikatoren, während der Detailhandel zumindest leicht zulegt. In den übrigen Dienstleistungen bleibt die Lage weitgehend stabil, einzig der Projektierungsbereich meldet eine leichte Abkühlung. Insgesamt zeigt sich damit eine breit abgestützte Verbesserung quer durch die Schweizer Wirtschaft.

    Gewerbe als Stimmungsanker
    Mit Blick auf die nächsten sechs Monate überwiegt in vielen Branchen der Optimismus. Besonders das Verarbeitende Gewerbe rechnet mit einer weiteren Verbesserung der Geschäftstätigkeit und bestätigt damit seine Rolle als Stimmungsanker zu Jahresbeginn.

    ​Zudem haben sich die Erwartungen im Detailhandel, im Baugewerbe, in den Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie im Projektierungsbereich aufgehellt. Etwas zurückhaltender beurteilen hingegen Gastgewerbe, Grosshandel und die übrigen Dienstleistungen die kommenden Monate, bleiben aber mehrheitlich in einem moderat positiven Erwartungsrahmen.

    Mehr Rekrutierungen
    Viele Unternehmen planen, zusätzliches Personal einzustellen. Besonders sichtbar ist dies im Gastgewerbe, das seine Belegschaften ausbauen möchte, aber zunehmend Schwierigkeiten hat, geeignete Mitarbeitende zu finden.

    ​Am häufigsten berichten das Baugewerbe und der Projektierungsbereich über Fachkräftemangel, was bestehende Kapazitätsengpässe verstärkt in den Fokus rückt. Für Kader und HR-Verantwortliche bedeutet dies, dass der Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte in mehreren Schlüsselbranchen weiter zunimmt.

    Moderate Dynamik ohne neue Inflationssignale
    Trotz der konjunkturellen Aufhellung bleiben die Lohnerwartungen stabil. Wie bereits in der Oktoberumfrage rechnen die Unternehmen für die nächsten zwölf Monate durchschnittlich mit einem Anstieg der Bruttolöhne um 1.3%, mit überdurchschnittlichen Zuwächsen im Gastgewerbe, im Projektierungsbereich und im Baugewerbe.

    ​Auch bei den Konsumentenpreisen erwarten die Firmen keine Trendwende. Die erwartete Inflationsrate liegt nun bei 0.9% und damit praktisch auf dem Niveau der Oktoberumfrage (1.0%). Für die Geld- und Lohnpolitik ergibt sich damit ein Bild moderater, gut verankerter Preis- und Lohnentwicklung.

    Breite Basis in der Realwirtschaft
    Die Umfrage stützt sich auf rund 4’500 Unternehmen aus Verarbeitendem Gewerbe, Bau und zentralen Dienstleistungssektoren, was einer Rücklaufquote von etwa 56% entspricht.

    ​Für Führungskräfte liefert der KOF Geschäftslageindikator damit ein robustes Stimmungsbild. Die Schweizer Privatwirtschaft startet breit abgestützt, vorsichtig zuversichtlich und ohne erkennbare Inflationsdynamik ins Jahr 2026. Bei gleichzeitig zunehmendem Druck auf den Arbeitsmarkt in wichtigen Bau- und Dienstleistungsbereichen.

  • KMU kämpfen um Fachkräfte und setzen auf Flexibilität

    KMU kämpfen um Fachkräfte und setzen auf Flexibilität

    Trotz steigender Arbeitslosenzahlen bleibt der Arbeitskräftemangel die dominierende Sorge der KMU. Laut der aktuellen AXA-Arbeitsmarktstudie hatten 44 Prozent der Unternehmen grosse Mühe, offene Stellen zu besetzen, weitere 40 Prozent kämpften zumindest teilweise mit Rekrutierungsproblemen. Besonders gefragt und schwer zu finden sind hochspezialisierte Fachkräfte und Führungspersonen. Gleichzeitig führen zunehmende Personalausfälle zu weiteren Belastungen.

    Konkurrenz durch Staat und Konzerne
    Zwei Drittel der KMU sehen sich im Wettbewerb um Talente von Grossunternehmen unter Druck gesetzt, sowie von staatlichen Institutionen. Während KMU mit Werten wie Teamgeist, Nähe und Wertschätzung punkten, bleiben sie bei Löhnen, Karrieremöglichkeiten und Vorsorge im Nachteil.

    Teamfähigkeit schlägt Fachwissen
    Unzureichende Fachkenntnisse gelten als häufigstes Rekrutierungsproblem. Dennoch zeigt die Studie, dass weiche Faktoren oft entscheidend sind. Fast drei Viertel der Unternehmen bevorzugen Bewerbende mit besserer Teamfähigkeit gegenüber fachlich stärkeren, aber weniger kompatiblen Kandidaten. Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit gehören zu den meistgefragten Eigenschaften.

    Vielfalt als Ziel ohne klare Umsetzung
    Mehr als die Hälfte der KMU gibt an, Vielfalt wichtig zu finden. Konkrete Massnahmen bleiben jedoch die Ausnahme, nur 45 Prozent haben entsprechende Programme eingeführt. Besonders im Bereich der Rekrutierung bleibt Vielfalt oft ein unverbindliches Ziel, ohne strategische Verankerung.

    Arbeitnehmende mit mehr Macht
    Die Studie zeigt eine deutliche Verschiebung der Verhandlungsmacht zugunsten der Arbeitnehmenden. Zwei Drittel der KMU sehen ihre Beschäftigten in einer stärkeren Position. Höhere Lohnforderungen, Ansprüche an flexible Arbeitszeiten und verändertes Verhalten prägen die Situation. Besonders grössere KMU beobachten diese Entwicklung deutlich.

    Flexibilität als Antwort
    Über die Hälfte der befragten Unternehmen reagiert mit flexiblen Arbeitszeitmodellen und Teilzeitoptionen. Individuelle Lösungen beim Pensum, zusätzliche Benefits und Sozialleistungen ergänzen die Strategien. Lohnerhöhungen spielen zwar eine Rolle, bleiben aber zweitrangig gegenüber der Flexibilisierung.

    Ausblick und Nachfolgeproblematik
    Trotz der Herausforderungen blicken 91 Prozent der KMU optimistisch in die Zukunft. Sorgen bereiten wirtschaftliche Unsicherheiten, veränderte Kundenbedürfnisse und der Nachwuchsmangel. Besonders die Nachfolgeregelung bleibt kritisch. 44 Prozent der Unternehmen stufen die Suche nach geeigneten Lösungen als schwierig ein.

  • Wirtschaftsstandort Zürich – Fit für die Zukunft?

    Wirtschaftsstandort Zürich – Fit für die Zukunft?

    Sie leiten das Amt für Wirtschaft des Kantons Zürich. Welche Aufgaben übernehmen Sie in dieser Funktion und wie können Sie die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen?
    Der Kanton Zürich ist ein führender Wirtschaftsstandort mit internationaler Strahlkraft. Als Amt für Wirtschaft tragen wir dazu bei, dass er auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleibt, Innovationen fördert und nachhaltige Wertschöpfung generiert. 

    Dank eines starken Teams mit breit gefächerter Expertise in verschiedenen Bereichen und fundierter Fachkenntnis stärken wir den Wirtschaftsstandort und begleiten Unternehmen in verschiedenen Phasen. Unser Wissen und unsere Erfahrung setzen wir gezielt ein, um die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu analysieren, weiterzuentwickeln und auf neue Herausforderungen zu reagieren. Im engen Austausch mit der Wirtschaft und Wissenschaft analysieren wir die Standortfaktoren und setzen Impulse, um Zürich als attraktiven Standort für Unternehmen zu positionieren. Gleichzeitig übernehmen wir zentrale Vollzugsaufgaben: Wir sorgen für reibungslose Bewilligungsverfahren und schaffen so Planungssicherheit für Unternehmen und Arbeitskräfte. Indem wir die Einhaltung von Arbeitsbedingungen und gesetzlichen Vorgaben sicherstellen, tragen wir zu einem attraktiven und verantwortungsvollen Arbeitsmarkt bei. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Förderung von bezahlbarem Wohnraum – ein entscheidender Faktor für die Standortattraktivität. Damit verfügen wir über zahlreiche wirkungsvolle Hebel, um Veränderungen aktiv zu gestalten. 

    Dabei ist mir eine ausgeprägte Dienstleistungsorientierung besonders wichtig. Ein gutes Verständnis für unsere Anspruchsgruppen und ihre Bedürfnisse bildet die Grundlage unserer Arbeit. Denn nur wenn wir die Herausforderungen und Anliegen der Unternehmen kennen, können wir gezielt unterstützen und den Wirtschaftsstandort Zürich nachhaltig stärken. 

    Kurz gesagt: Wir schaffen attraktive Rahmenbedingungen für ein wirtschaftliches Umfeld, das Unternehmen und Bevölkerung gleichermassen zugutekommt. 

    Wie beurteilen Sie die wirtschaftliche Situation im Kanton Zürich? 
    Der Kanton Zürich steht wirtschaftlich insgesamt sehr solide da und zählt zu den innovativsten Wirtschaftsregionen Europas. Für das laufende Jahr wird ein moderates Wirtschaftswachstum von 1,1% prognostiziert. Eine hohe Innovationskraft, erstklassige Hochschulen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft machen den Standort besonders attraktiv. Die Unternehmen profitieren von gut ausgebildeten Fachkräften, einer ausgezeichneten Infrastruktur und einer starken internationalen Vernetzung.  

    Gleichzeitig stehen wir vor wichtigen Herausforderungen: Kurz- und mittelfristig könnten sich die jüngsten geopolitischen Spannungen auf den Standort Zürich auswirken. Eng damit verknüpft ist die Frage, wie wir uns strategisch gegenüber unseren europäischen Nachbarn positionieren, insbesondere mit Blick auf das Verhältnis zur EU. 

    Langfristig wird der demografische Wandel eine zentrale Rolle spielen. Die Alterung der Gesellschaft, steigende Pensionierungszahlen und die Verfügbarkeit von Fachkräften werden entscheidend dafür sein, wie wettbewerbsfähig der Wirtschaftsstandort bleibt. Hier gilt es, rechtzeitig Massnahmen zu ergreifen, um den Fachkräftepool zu sichern. 

    Der Kanton Zürich ist jedoch dank seiner wirtschaftlichen Stabilität, Innovationskraft und Lebensqualität aus meiner Sicht gut aufgestellt, um auch langfristig erfolgreich zu bleiben. 

    In welchen Bereichen hat der Kanton Zürich noch ungenutztes wirtschaftliches Potenzial? 
    Der Kanton Zürich verfügt über eine starke Innovationskraft. Dennoch gibt es Bereiche mit noch ungenutztem Potenzial: Im Bereich der Künstlichen Intelligenz hat der Kanton Zürich mit der «Innovation Sandbox für Künstliche Intelligenz» einen wichtigen Schritt unternommen, um das dynamische KI-Ökosystem zu stärken. Doch gesamtwirtschaftlich betrachtet gibt es weiterhin grosse Chancen, KI noch breiter in verschiedenen Branchen zu verankern. Insbesondere KMU könnten durch den gezielten Einsatz von KI ihre Produktivität steigern und neue Geschäftsfelder erschliessen. Hier braucht es praxisnahe Unterstützung, um KMU den Zugang und das Wissen zu KI-Technologie an die Hand zu geben.  

    Ein weiteres wirtschaftliches Potenzial liegt in der Skalierung von Start-ups. Zürich bietet ein exzellentes Umfeld für Unternehmensgründungen. Doch viele Start-ups stehen vor der Herausforderung, ihr Geschäft über die Anfangsphase hinaus zu erweitern. Es besteht Bedarf an zusätzlichen Finanzierungsmöglichkeiten und gezielte Unterstützungsstrukturen, um Start-ups bei ihrem Wachstum zu unterstützen und auf ihrem Weg in den internationalen Markt zu begleiten. 

    Auch im Bereich der Digitalen Gesundheit schöpfen wir das vorhandene Potenzial noch nicht aus. Der steigende Kostendruck im Gesundheitssystem, die immer älter werdende Gesellschaft und der zunehmende Fachkräftemangel machen eine Transformation dringlicher denn je. Dabei hat der Wirtschaftsstandort Zürich alle Zutaten, um hier erfolgreich zu sein: führende Hochschulen, starke Akteure im Gesundheitswesen und innovative Unternehmen. Mit dem «digital health center Bülach» haben wir einen Innovations-Hub geschaffen, der einen wichtigen Beitrag leistet, indem es Innovationen fördert und Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlägt.  

    Welche wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen sind entscheidend für den Erfolg des Wirtschaftsstandorts Greater Zurich Area aus Sicht des Kantons Zürich?  
    Ein zentraler Erfolgsfaktor ist der Zugang zu hochqualifizierten Fachkräften. Der Kanton Zürich verfügt über exzellente Hochschulen und Forschungsinstitute, die Talente aus der ganzen Welt anziehen. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen die Hochschulen auch für ausländische Studierende attraktiv bleiben – sowohl durch erstklassige Ausbildungsbedingungen als auch durch einen erleichterten Zugang zum Arbeitsmarkt nach dem Studium. 

    Auch steuerliche Rahmenbedingungen spielen eine entscheidende Rolle. Ein wettbewerbsfähiges Steuerumfeld ist essenziell, damit der Kanton Zürich attraktiv bleiben. Aktuell wird das Steuerumfeld jedoch von Unternehmen zunehmend als negativer Standortfaktor wahrgenommen. Im kantonalen Vergleich liegt der Kanton Zürich bei der Steuerbelastung von Unternehmen auf dem zweitletzten Platz – ein Risiko für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit. 

    Unsere Beziehung zu Europa ist ein weiterer Schlüsselfaktor für den wirtschaftlichen Erfolg. Der Zugang zum europäischen Markt ist für viele Unternehmen entscheidend, insbesondere für exportorientierte Branchen. Gleichzeitig profitieren Unternehmen am Wirtschaftsstandort Zürich von den schlanken und pragmatischen Regulierungen der Schweiz.  

    Wie attraktiv ist des Wirtschaftsraums Greater Zurich Area für Investoren im internationalen Vergleich mit anderen europäischen Metropolitanregionen? 
    Die Greater Zurich Area zählt zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Europas und behauptet sich international als führender Standort für Unternehmen und Investoren. Sie überzeugt durch eine einzigartige Kombination aus wirtschaftlichem Potenzial, Innovationskraft und unternehmensfreundlichen Rahmenbedingungen. Gleichzeitig bietet die Region ein stabiles, transparentes und verlässliches wirtschaftliches Umfeld mit attraktiven steuerlichen und regulatorischen Bedingungen.  

    Unternehmen profitieren von einem erstklassigen Umfeld für Forschung und Entwicklung – geprägt von der engen Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Start-ups und global agierenden Unternehmen.  

    Ein weiterer zentraler Vorteil für Investoren ist der Branchenmix in der Region. Zürich ist längst nicht mehr nur der bedeutendste Finanzplatz der Schweiz, sondern ein dynamischer und vielfältiger Innovationsstandort. Die starke Präsenz von ICT, Hightech, Space und Robotics, Life Sciences, Food und Cleantech sorgt für eine hohe Innovationsdichte und minimiert das Risiko von Abhängigkeiten. Für Investoren bedeutet dies nicht nur Stabilität, sondern auch attraktive Diversifikationsmöglichkeiten. 

    Die Schweiz ist weder EU-Mitglied noch ein kostengünstiger Standort. Warum sollte sich ein internationales Unternehmen trotzdem für den Wirtschaftsraum Greater Zurich Area entscheiden? 
    Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area bietet Unternehmen ein einzigartiges Gesamtpaket, das weit über Kostenfaktoren hinausgeht. Sie kombiniert ein wirtschaftsfreundliches und politisch stabiles Umfeld mit erstklassigen Talenten, führender Forschung und einer hohen Lebensqualität – Faktoren, die für nachhaltigen Unternehmenserfolg entscheidend sind. 

    Die Schweiz rangiert weltweit auf Platz 1, wenn es um die Innovationskraft wie auch um die Anziehung und Bindung von Talenten geht. Dank eines exzellenten Bildungssystems, international anerkannten Universitäten und hoher Lebensqualität gelingt es, Fachkräfte aus der ganzen Welt für den Standort zu gewinnen. Unternehmen profitieren von einem hochqualifizierten Arbeitsmarkt, der entscheidend zur Wettbewerbsfähigkeit beiträgt. 

    In einem Bereich gibt es jedoch noch ungenutztes Potenzial: Die Verfügbarkeit attraktiver und zukunftsfähiger Flächen für Unternehmen, damit Ansiedlungen und Expansionen erfolgreich sichergestellt werden können.  

    Welche strategischen Vorteile bietet die Schweiz als Drehscheibe für europäische oder globale Geschäftsaktivitäten? 
    Die Schweiz bietet als Wirtschaftsstandort eine einzigartige Kombination aus Stabilität, Innovationskraft und internationaler Vernetzung. Dank ihrer zentralen Lage im Herzen Europas ist sie ein idealer Ausgangspunkt für Unternehmen mit globaler oder europäischer Ausrichtung. 

    Ein entscheidender Vorteil ist die hervorragende Erreichbarkeit: Der Flughafen Zürich bietet direkte Verbindungen zu wichtigen Wirtschaftsmetropolen weltweit und macht den Wirtschaftsraum Greater Zurich Area zu einem strategischen Knotenpunkt für internationale Geschäftsaktivitäten. 

    Dass der Kanton Zürich bereits ein gefragter Standort für global agierende Unternehmen ist, zeigen die jüngsten Ansiedlungen. Internationale Tech-Unternehmen wie «OpenAI», «Anthropic» oder «Boston Dynamics» haben Standorte in Zürich eröffnet – ein Beweis für die Attraktivität des Standorts und sein Potenzial als Hub für zukunftsweisende Branchen. Die hohe Dichte an führenden Unternehmen schafft ein dynamisches Ökosystem, das auch lokalen KMU neue Chancen eröffnet. 

    Welche Bedeutung nehmen moderne Infrastruktur und digitale Vernetzung für international tätige Unternehmen ein? 
    Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area bietet international tätigen Unternehmen eine erstklassige Infrastruktur und nahtlose digitale Vernetzung – zentrale Faktoren für Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiges Wachstum.  

    Dank des international ausgezeichneten Flughafens Zürich, eines hochmodernen Bahn- und Strassennetzes sowie direkter Verbindungen zu den wichtigsten Wirtschaftszentren Europas profitieren Unternehmen von maximaler Mobilität und Erreichbarkeit. Die Schweiz belegt im aktuellen IMD-Ranking Platz 1 für ihre Infrastruktur, was die hohe Qualität und Verlässlichkeit der Standortbedingungen unterstreicht. 

    Zudem überzeugt die Region auch mit einer fortschrittlichen digitalen Infrastruktur. Leistungsfähige Netzwerke und modernste Technologien schaffen optimale Voraussetzungen für Innovation, datengetriebene Geschäftsmodelle und den Einsatz zukunftsweisender Technologien wie Künstlicher Intelligenz oder Cloud Computing. 

    Mit dieser Kombination aus physischer und digitaler Exzellenz bietet der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area Unternehmen die idealen Rahmenbedingungen, um sich global erfolgreich zu positionieren.

  • Digitalisierung und KI als Antwort auf Fachkräftemangel und Klimaziele

    Digitalisierung und KI als Antwort auf Fachkräftemangel und Klimaziele

    Das Baugewerbe braucht als Reaktion auf die zunehmende Komplexität und Datendichte sowohl Digitalisierung als auch KI. Wie es in einer Mitteilung der HSLU zum Seminar ihres Instituts für Gebäudetechnik und Energie (IGE) weiter heisst, benötige man beides jedoch auch zugunsten einer Steigerung der Effizienz in Zeiten des Fachkräftemangels, abnehmender Produktivität und einer dringend nötigen Senkung der Treibhausgase bei Gebäuden.

    Diese alljährliche IGE-Veranstaltung richtet sich an Fachleute für Energie, Gebäude- und Bautechnik sowie Architektur. In diesem Jahr zählte sie 110 Teilnehmende.

    Mehrere Referierende beleuchteten die neuesten Entwicklungen der KI für die Baubranche. So sprach Bruno Michel von IBM Research über «Künstliche Dummheit», wenn generative KI mit schlechten Trainingsdaten aus dem Internet falsche Informationen generiere. Dass fehlende Trainingsdaten für die Baubranche ein grosses Problem darstellen, hielt auch Jörn Plönnings von der Universität Rostock fest. Doch sei KI weder Fluch noch Segen, sondern angesichts der zunehmenden Komplexität und Datenflut schlicht eine Notwendigkeit.

    Über Intelligente Mobilität, die etwa verdichtetes Bauen oder weniger Parkplätze im Quartier ermöglicht, referierten Marcel Imfeld von Schindler Aufzüge und Roman Steffen von Trafiko. Auch das automatisierte Monitoring von Gebäuden wurde in diversen Referaten behandelt.

    Die HSLU stellte ihr Projekt Lightscore vor, das eine evidenzbasierte integrative Lichtbewertung auf den Weg bringen will. Ausserdem arbeitet sie an einer neuen SIA-Norm für die Energieeffizienz von Rechenzentren. Und schliesslich berichtete Roger Buser von der HSLU mit Bildern über seine Reise mit dem emissionsfreien Solarfahrzeug Solar Butterfly aus Ozean-PET durch Indien, wo er zahlreichen innovativen Lösungen gegen den Klimawandel begegnete.

  • Erkenntnisse vom «Fokus Standort» des Kantons Zürich

    Erkenntnisse vom «Fokus Standort» des Kantons Zürich

    Um den Kanton Zürich langfristig als attraktiven Wirtschaftsstandort zu positionieren, setzt die Volkswirtschaftsdirektion auf Dialog und Zusammenarbeit. Beim «Fokus Standort» wurden aktuelle Trends und Herausforderungen analysiert, darunter Digitalisierung, Fachkräftemangel und regulatorische Entwicklungen.

    Die Diskussion basierte auf der «Trendanalyse Standort Kanton Zürich», die vier zentrale Einflussfaktoren identifizierte: Künstliche Intelligenz und Automatisierung, demografischer Wandel, zunehmende Regulierungsdichte sowie die wirtschaftliche Unsicherheit im Verhältnis zur EU.

    Workshops zu zentralen Standortthemen
    In vier themenspezifischen Workshops wurden Herausforderungen und Lösungsansätze vertieft behandelt.

    Fachkräfte: Wie kann die Arbeitsmarktsituation durch bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, technologische Innovationen und längere Lebensarbeitszeiten stabilisiert werden?

    Technologie: Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in Unternehmen und Bildungseinrichtungen, und wie können digitale Kompetenzen gezielt gefördert werden?

    Regulierung: Wie lassen sich Unternehmen trotz steigender administrativer Anforderungen entlasten, um Wettbewerbsfähigkeit zu sichern?

    Mobilität: Welche Konzepte können Wegdistanzen reduzieren und nachhaltige Verkehrslösungen fördern?

    Die erarbeiteten Massnahmen sollen nun in Arbeitsgruppen weiterentwickelt und in konkrete Handlungsempfehlungen überführt werden.

    Demografischer Wandel und Arbeitskräftemangel
    Regierungsrätin Carmen Walker Späh eröffnete die Diskussion zur demografischen Entwicklung. Sie betonte, dass der steigende Renteneintritt und die geringe Zahl an Nachwuchskräften eine grosse Herausforderung für den Arbeitsmarkt darstellen. Neben einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie seien technologische Effizienzsteigerungen sowie eine längere Lebensarbeitszeit zentrale Lösungsansätze.

    In der abschliessenden Paneldiskussion mit führenden Wirtschafts- und Branchenvertreter wurden weitere Strategien gegen den Arbeitskräftemangel erörtert. Der Kanton Zürich setzt damit gezielt auf einen konstruktiven Austausch, um den Wirtschaftsstandort zukunftssicher zu gestalten.

  • Gemeinsam für eine attraktive Bewirtschaftung

    Gemeinsam für eine attraktive Bewirtschaftung

    Böse Zungen (und langjährige Marktbeobachter) behaupten, dass das Immobilienbusiness in der Schweiz läuft, in guten wie in schlechten Zeiten und ohne viel Zutun der Immobilienbrache. Das Beispiel Bewirtschaftung zeigt allerdings, dass nicht immer alles gut läuft. Der beliebte Sündenbock von Mietern und Medien muss den Kopf hinhalten, wenn der Referenzzins steigt und zinsbedingte Mietpreisreduktionen rückgängig gemacht werden. Oder wenn Nebenkosten steigen, weil Energiekosten explodieren. Oder wenn Zoff unter Nachbarn eskaliert, weil die Grillsaison anfängt. Oder wenn Mieten steigen, weil das Angebot nicht mit der Nachfrage mithält.

    Bewirtschafter – genauer bzw. mehrheitlich: Bewirtschafterinnen – haben eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe: sie müssen zwei sehr unterschiedliche Kategorien von Kunden zufriedenstellen: ihre Auftraggeber, in der Regel Privateigentümer und Vermögensverwalter, für die sie Liegenschaftsbestände unterhalten und Liegenschaftserträge optimieren sollen, und ihre Mieter, die erwarten, dass ihre Anliegen unbürokratisch erfüllt, Mängel und Schäden rasch behoben, nervige Nachbarn erzogen und Nebenkosten minimiert werden.

    Die anspruchsvolle Aufgabe wird zur Belastung, wenn Auftraggeber immer mehr Leistungen für immer weniger Geld fordern, um ihre Renditen zu stützen, und wenn Mieter immer höhere Ansprüche stellen, weil sie davon ausgehen, dass steigende Wohnkosten mit einem höheren Service-Level einhergehen und «nein» keine Antwort ist.

    Die Belastung hat Konsequenzen. Wir haben im Auftrag des SVIT Zürich zwischen Oktober 2023 und Januar 2024 eine Online-Befragung unter aktiven und ehemaligen Bewirtschaftern durchgeführt, um herauszufinden, wie Aktive den Beruf einschätzen, wohin es die Ehemaligen verschlagen hat und unter welchen Bedingungen sie in die Bewirtschaftung zurückkehren würden.

    Die Antworten sind ernüchternd. Obwohl sich 80% der aktiven Bewirtschafterinnen mit ihrer Arbeit identifizieren, spielt eine Mehrheit mit dem Gedanken, den Job zu wechseln (Bild 1). Besonders bedenklich ist dabei, dass sich zwei Drittel der «Seniors» überlegen, ob sie der Bewirtschaftung den Rücken kehren sollen, und dass sich jede neunte Teamleiterin im vergangenen halben Jahr auf eine Stelle ausserhalb der Bewirtschaftung beworben hat. Die Branche riskiert, ihre erfahrensten Leistungsträgerinnen zu verlieren.

    Wir glauben nicht, dass sich die Immobilienwirtschaft den Verlust von erfahrenen Bewirtschafterinnen leisten kann. Eigentümer und Vermögensverwalter beklagen sich schon heute, dass mit jeder Fluktuation Wissen verloren geht und Aufgaben liegenbleiben. Der Versuch, die Kontinuität in der Bewirtschaftung mit Asset Managern sicherzustellen, die früher selbst in der Bewirtschaftung gearbeitet haben, ist nachvollziehbar – aber kontraproduktiv. Unscharfe Rollen- und Aufgabenteilungen führen fast immer zu Friktionen, das Mikromanagement trägt dazu bei, dass Bewirtschafterinnen sich andere Aufgabenbereiche suchen.

    Auch Mieter haben viel zu verlieren. Schon heute wird moniert, dass es immer schwieriger wird, hinter Apps und Webformularen persönliche Ansprechpartner zu finden, und dass personelle Wechsel dazu führen, dass Anliegen versanden. Selbst der Mieterverband, der Bewirtschafterinnen gerne als «Abzocker» portraitiert und Mieter dazu auffordert, Mietzinserhöhungen und Nebenkostenabrechnungen «lieber einmal zu viel» anzufechten, sollte eigentlich wissen, dass das Mieterland Schweiz ohne sachkundige Bewirtschafterinnen nicht funktioniert.

    So schwierig es manchmal scheinen mag: es ist möglich, die Bewirtschaftung wieder attraktiver zu machen. Wir glauben, dass Liegenschaftsverwaltungen, Auftraggeber und Branchenverbände mit einem konzertierten Effort viel bewegen können.

    Liegenschaftsverwaltungen können mehr machen, um Bewirtschafterinnen im Tagesgeschäft und im Umgang mit grossen Portfolios zu entlasten. In vielen Verwaltungen könnten Arbeitsprozesse formalisiert, vereinfacht, standardisiert und sauber digitalisiert werden. Digitalisierungszombies könnten schneller entsorgt und Führungsdefizite aktiver adressiert werden. Offerierte Leistungen könnten oft klarer definiert werden, um Erwartungen zu managen und Konflikte zu vermeiden; wenn Konflikte eskalieren, könnten Bewirtschafterinnen oft besser vor Anfeindungen geschützt werden.

    Auftraggeber könnten sich vermehrt darauf besinnen, dass Qualität einen Preis hat, und dass auch Liegenschaftsverwaltungen keine Patentrezepte haben, um mit den oft schwer greifbaren – und manchmal trügerischen – Digitalisierungsdividenden Betriebskosten zu senken. Tatsache ist, dass die Bewirtschaftung anspruchsvoller und aufwändiger geworden ist, und dass der Erhalt und die Erneuerung des Gebäudeparks mehr Köpfe und Kompetenzen brauchen. Kontrolle ist in diesem Kontext zweifellos nötig, aber es braucht auch eine konstruktive Kooperation. Investitionen in Asset Mikromanager bringen wenig, wenn der Bewirtschaftung dadurch zusätzliche Aufwände entstehen und nötige Ressourcen entzogen werden.

    Schliesslich können Dienstleister und Branchenverbände das Aus- und Weiterbildungsangebot ausbauen, um Bewirtschafterinnen besser auf veränderte Aufgaben und Arbeitsweisen vorzubereiten.

    Der klassische Ausbildungsweg vom Sachbearbeiter zum Bewirtschafter geht davon aus, dass Bewirtschafterinnen alles können, was zum Werterhalt und der Ertragsoptimierung des Gebäudebestands beitragen könnte, von der Übergabe von Mietobjekten über die Liegenschaftsbuchhaltung zur Ausarbeitung von Unterhaltsstrategien und der Begleitung von Mieterausbauten und Sanierungen, und dass drei Jahre Berufserfahrung und ein Fachausweis reichen, um ein Bewirtschaftungsteam zu führen.

    Die Immobilienwirtschaft braucht neben klassischen Allroundern auch Spezialisten, die wissen, wie die Energie- und Emissionsintensität von Bestandsliegenschaften mit vertretbarem Aufwand reduziert werden kann, wie Nachverdichtungsprojekte ohne viel Nebengeräusche umgesetzt werden können oder wie Shopping-Center belebt werden können. Dazu braucht es Aus- und Weiterbildungspfade, die Quer- und Wiedereinsteigern die Möglichkeit geben, ihre Stärken auszuspielen, ohne dass sie das gesamte Bewirtschaftungswissen internalisieren müssen. Und es braucht das Bewusstsein, dass die Wertschöpfung im Bestand immer öfter einen Team-Effort erfordert, an dem neben klassischen Bewirtschafterinnen auch andere Fachexperten einen wesentlichen Beitrag leisten.

    Die Akteure der Immobilienwirtschaft haben es in der Hand, diesen Beitrag angemessen zu honorieren.

  • 102. immoTable Schaffhausen auf dem Weg in die Zukunft

    102. immoTable Schaffhausen auf dem Weg in die Zukunft

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    Stadtrat Daniel Preisig gab einen Überblick über die wirtschaftliche Entwicklung von Schaffhausen in den letzten Jahrzehnten. Nach der Industriekrise und Stagnation in den 1990er Jahren hat sich Schaffhausen dank gezielter Wirtschaftsförderung wieder erholt. 2023 wurde der Bevölkerungsrekord von 1969 erstmals wieder erreicht. Preisig hob hervor, wie Projekte wie die Umnutzung der alten Stahlgiesserei und die Verlegung von Straßen zur Schaffung verkehrsfreier Rheinuferpromenaden zur Attraktivität der Stadt beitrugen. Schaffhausen investiert kontinuierlich in smarte, zukunftsgerichtete Stadtentwicklung und digitale Verwaltung.

    Dino Tamagni zeigte die beeindruckende wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Schaffhausen auf. Mit dem Bau des Moserdamms im 19. Jahrhundert begann die industrielle Erfolgsgeschichte der Region. Das Wasserkraftwerk, einst das größte seiner Art in der Schweiz, legte den Grundstein für die Ansiedlung bedeutender Industriepioniere wie Georg Fischer, SIG und IWC, die Schaffhausen zu einem zentralen Industriestandort machten.
    In den 1990er Jahren führte die Globalisierung zu Betriebsschließungen, Arbeitsplatzverlusten und Abwanderung, wodurch 11 % der Arbeitsplätze verloren gingen. Doch durch gezielte wirtschaftliche Maßnahmen, wie die Schaffung einer Wirtschaftsförderungsstelle, gelang es Schaffhausen, die Herausforderungen zu meistern und seine Wettbewerbsfähigkeit zurückzugewinnen.
    Heute zählt der Kanton zu den wirtschaftlich stärksten der Schweiz, mit dem höchsten BIP pro Kopf. Dank der Förderung von Innovationsprojekten und dem kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur, bleibt Schaffhausen ein attraktiver und zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort.

    Andreas Campi, Geschäftsleiter Entwicklung, Halter AG stellte das Wohnprojekt „Im Pantli“ im Waldquartier Schaffhausen vor. Auf dem Gelände, das einst als Arbeiterbauernsiedlung von der Georg Fischer AG genutzt wurde, entsteht ein modernes Wohnquartier. Die Gebäude sind um ein Quartierzentrum angeordnet, um urbane Gassen und Begegnungsräume zu schaffen. Die autofreie Überbauung bietet großzügige, familienfreundliche Wohnungen mit privaten Außenbereichen. Ein Kinderbetreuungsangebot und eine eigene Bushaltestelle erhöhen die Standortqualität. Das Projekt fördert nicht nur modernes Wohnen, sondern auch ein lebendiges Gemeinschaftsleben.

    Pascal Stutz, CEO SVIT Zürich, Joëlle Zimmerli, Geschäftsführerin Zimraum GmbH und Christian Brütsch, Inhaber und Geschäftsführer Stratcraft GmbH zeigten Lösungen für den Fachkräftemangel auf. Eine zentrale Herausforderung der Immobilienbranche thematisiert den Fachkräftemangel und die Unzufriedenheit unter den erfahrenen Fachkräften. Rund 60 % der befragten Senior-Profis empfinden ihre Arbeitsbelastung als zu hoch, und über 50 % sehen große Portfolios als problematisch an. Die vorgestellte Studie verdeutlichte den Handlungsbedarf und schlug Lösungen wie die Standardisierung von Prozessen, intelligente Digitalisierung sowie die Förderung von Führungskompetenzen vor, um die Herausforderungen besser zu bewältigen.

    Tindaro Milone präsentierte beim immoTable einen Vergleich der Energiequellen für Wärmepumpen. EKZ betreibt schweizweit über 1200 Energiesysteme und setzt auf nachhaltige Lösungen. Luft ist kostengünstig, aber weniger leistungsstark. Erdwärme bietet stabile Energie, ist jedoch teuer und standortabhängig. Grundwasser ist effizient, erfordert aber strenge Bewilligungen. Abwasser liefert viel Energie, ist jedoch unregelmäßig verfügbar. Seewasser ist besonders effizient, aber teuer und an Gewässer gebunden. Die Wahl der Energiequelle hängt von den Projektanforderungen ab, wobei EKZ maßgeschneiderte Lösungen bietet. Wir freuen uns, Sie beim nächsten immoTable in Zug begrüßen zu dürfen, wo erneut spannende Themen und wegweisende Entwicklungen der Immobilienbranche im Mittelpunkt stehen werden. Seien Sie dabei, wenn Experten über die Zukunft des Standortes Zug und die neuesten Innovationen in der Branche diskutieren.

    Weitere Informationen zur Veranstaltung und künftigen Terminen finden Sie www.immotable.ch

  • Zürcher Stromerzeuger bilden Netzelektriker gemeinsam aus  

    Zürcher Stromerzeuger bilden Netzelektriker gemeinsam aus  

    Die beiden Stromversorgunger Zürichs lancieren laut Medienmitteilung eine gemeinsame Ausbildungs- und Kommunikationskampagne. Sie wollen gemeinsam sie mehr Netzelektrikerinnen und -elektriker ausbilden. Dabei liege ein Fokus auf Quereinsteigenden, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung von EKZ und ewz.

    Statt sich die Fachkräfte gegenseitig abzuwerben, erarbeiteten die Stromversorger nun ein gemeinsames Ausbildungskonzept, das speziell auf Quereinsteigende zugeschnitten ist. Angesprochen werden Berufsleute, die bereits über eine abgeschlossene Ausbildung in Elektrotechnik oder einem anderen Handwerk verfügen. Am 13. November organisieren die beiden Energieunternehmen zu diesem Thema einen Infoabend.

    Das Programm wird von beiden Unternehmen gemeinsam getragen. Während der internen Ausbildungszeit erhalten die Mitarbeitenden bereits ein volles Gehalt. Sie sind entweder bei EKZ oder ewz angestellt und erhalten ihre praktische Ausbildung in der praktischen Tätigkeit, ergänzt durch Kurse im ewz-Ausbildungszentrum in Zürich-Schwamendingen. Nach rund einem Jahr Weiterbildungszeit erhalten die Absolvierenden dann ein internes Ausbildungszertifikat.

    Um Kandidaten für das Quereinsteigerprogramm zu erreichen, lancieren die Stromversorger die Kampagne Komm ins Team Power. Sie wendet sich mit Kurzvideos auf diversen Online-Kanälen an die Zielgruppe und führt sie auf ein spezielle Internetseite. Geplant sind auch Werbeaktionen an Sportveranstaltungen, die Aktivierung über Mitarbeitende der beiden Energieunternehmen und die Zusammenarbeit mit dem Verein netzelektriker-forum.

  • Fachkräftemangel – eine Branchenanalyse von SVIT Zürich

    Fachkräftemangel – eine Branchenanalyse von SVIT Zürich

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    Die Untersuchung der Rollenverteilung in der Bewirtschaftung und die Entwicklung spezialisierter Profile könnten den Frust bei der Verwaltung grosser Portfolios mindern. Insgesamt fordert der Fachkräftemangel im Immobiliensektor tiefgehende strukturelle Anpassungen, um die Arbeitsbedingungen und die Zufriedenheit der Fachkräfte zu verbessern. Ob die Branche diese Strategien erfolgreich umsetzen wird, bleibt abzuwarten.

    Strukturprobleme und Lösungsvorschläge
    Experten sind sich einig, dass es strukturelle Herausforderungen gibt, die schwer zu ändern sind. Dennoch gibt es zahlreiche Verbesserungsmöglichkeiten, wie etwa die Vereinfachung und Standardisierung von Prozessen, effiziente Systeme und intelligente Digitalisierungen. Darüber hinaus könnte die Förderung von Führungskompetenzen organisatorische Herausforderungen besser bewältigen. Ein verbessertes Konfliktmanagement und die proaktive Förderung von Talenten und Quereinsteigern sind weitere mögliche Schritte zur Bewältigung des Fachkräftemangels.

    Die Rollenverteilung in der Bewirtschaftung beleuchten
    Die Aufgabenbereiche der «Bewis» (Bewirtschafter) umfassen Tätigkeiten, die spezifische Fähigkeiten und Kompetenzen erfordern. Die Zuweisung dieser Aufgaben innerhalb eines Unternehmens wird massgeblich durch das Geschäftsmodell für die Bewirtschaftung bestimmt. Um den Frust im Umgang mit grossen Portfolios zu reduzieren, wurden vier unterschiedliche «Bewi»-Profile identifiziert und entsprechende Lösungsansätze entwickelt. Allrounder werden dabei von Juniors und Sachbearbeitern unterstützt. Ein effizienteres Unterstützungssystem könnte dazu beitragen, den Frust bei der Verwaltung grosser Portfolios zu verringern.

    Die digitale Bewirtschaftung fördert klare Prozesse, integrierte Systeme und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Eine fortschrittliche IT-Infrastruktur ist hierbei essenziell. Spezialisten und integrierte «Bewis» arbeiten in Teams mit anderen spezialisierten Fachleuten. Attraktive Karrierewege und komplementäre Kompetenzen sind hier wesentliche Erfolgsfaktoren. Ein eng definierter Aufgabenbereich könnte zudem dazu beitragen, den Arbeitsfrust zu mindern.

    Schlüssel zur Lösung des Fachkräftemangels
    Der Fachkräftemangel im Immobiliensektor ist ein vielfältiges und komplexes Problem, das tiefgehende strukturelle und organisatorische Anpassungen erfordert. Durch kluges Konfliktmanagement, gezielte Förderung von Talenten und die Anpassung von Rollen innerhalb der Bewirtschaftung können einige der bestehenden Herausforderungen angegangen werden.

    Es bleibt abzuwarten, wie die Branche diese Strategievorschläge umsetzt, um die Arbeitsbedingungen und Zufriedenheit ihrer Fachkräfte zu verbessern.

  • Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Im Rahmen des 100. immoTable im Ambassador House, einer der Top-Veranstaltungen für die Immobilienbranche, wurden nicht nur Fortschritte gefeiert, sondern auch Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung und Fachkräftemangel angesprochen. Sabine Billeter fasste die Entwicklungen der letzten fünf Jahre kurz zusammen. Danach stellte Arun Banovi die neue branchenspezifische Jobplattform vor, die eine wichtige Ressource für Fachkräfte darstellt. Die immoMedia verantwortet mehrere Mediengefässe, wie den immoNewsletter auf immo-invest.ch, immobilienJobs.ch, immoTermine.ch, das Magazin immo!nvest eine Plattform für Standorte und Immobilien.

    Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Diskussion über die Entwicklungsstrategien von Zürich, die Fabian Streiff, Leiter der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, vorstellte. Er betonte die starke Position Zürichs im Vergleich zu anderen europäischen Städten und skizzierte innovative Projekte wie die Forschung der Hochschulen, Unis und ETH zu Themen wie Drohneninfrastruktur, Regulierung der letzten Meile und Verbindung mit Co-Working und Begegnungszonen für Fussgänger und Radfahrer sowie dem ÖV-Netz. Auch der zunehmende Fachkräftemangel und die demografischen Herausforderungen standen im Fokus der Diskussion.

    Martin Schneider, stellvertretender Direktor des Amtes für Städtebau der Stadt Zürich, beleuchtete die Notwendigkeit, Wohnraum für das prognostizierte Wachstum der Stadt zu schaffen. Er verwies auf die Bedeutung flexibler Wohnkonzepte und die Notwendigkeit, Flächenumnutzungen dem Lärmschutz und Klimazielen anzupassen. Er sprach auch über Stadterweiterung und Verdichtung im Rahmen des ISOS, was die Komplexität der Stadtentwicklung verdeutlicht.

    Auch das nachhaltige Bauen wurde diskutiert, vertreten durch die Jura Cement-Fabriken AG, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 nachhaltig mit Beton zu bauen. Die Reduktion des CO2-Ausstosses durch veränderte Materialzusammensetzungen wurde als wichtiger Faktor in der zukünftigen Baupraxis hervorgehoben. Auch die EWZ hat sich zum Ziel gesetzt, 100% klimaneutral zu heizen und zu kühlen. Die Vorgehensweise wurde den Teilnehmern anhand der Projekte Guggach und Greencity veranschaulicht.

    Abschliessend betonte Stefan Fahrländer, Inhaber von Fahrländer Partner Raumentwicklung, die Notwendigkeit politischer Massnahmen, um den Bauprozess zu beschleunigen und damit die Reaktionsfähigkeit auf die Marktbedürfnisse zu verbessern. Seine Ausführungen unterstrichen die Notwendigkeit einer schnelleren und effizienteren Umsetzung von Bauprojekten in der Schweiz.

    Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Auftritt des Rappers und Beatboxers Knackeboul, der die Inhalte der Veranstaltung in einem dynamischen Rap zusammenfasste. Auf diese Weise wurde die Verbindung von Fachwissen und kultureller Integration auf unterhaltsame Weise veranschaulicht.

  • Zürich als Wirtschaftsmagnet

    Zürich als Wirtschaftsmagnet

    Eine kürzlich vom kantonalen Amt für Wirtschaft (AWI) veröffentlichte Studie zur Standortattraktivität Zürichs verglich den Kanton mit internationalen Wirtschaftszentren wie München und London. Der «Tag des Standorts» bot eine Plattform, um diese Ergebnisse zu diskutieren und weiterführende Strategien zu entwickeln. Laut AWI-Direktor Fabian Streiff steht Zürich zwar gut da, sieht sich aber mit Herausforderungen im Kostenumfeld und Fachkräftemangel konfrontiert.

    Ein internationaler Vergleich zeigte, dass Zürich bei der Fachkräfterekrutierung besser abschneidet als München, obwohl auch hier der Fachkräftemangel spürbar ist. Diskussionen ergaben, dass eine effizientere Bearbeitung von Arbeitsbewilligungen und eine bessere Ausschöpfung des inländischen Potenzials erforderlich sind, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten.

    Ein weiteres Thema war die Unterstützung von Start-ups. Während einige die Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung erhoben, warnten andere vor den Folgen zu starker Regulierung durch staatlichen Eingriff.

    Die Digitalisierung des Gesundheitssystems und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wurden als Schlüsselbereiche für die Zukunft identifiziert. Ein effizienterer Datenaustausch und die Implementierung digitaler Prozesse könnten nicht nur die Arbeitsbelastung des medizinischen Personals verringern, sondern auch die Attraktivität des Standorts für Fachkräfte aus dem Ausland steigern.

    In Workshops wurden Technologie, Fachkräfte, Unternehmertum sowie Mobilität und Nachhaltigkeit als zentrale Themen behandelt. Die Diskussionen zeigten, dass Zürich grosses Potenzial hat, welches es zu nutzen gilt, insbesondere in den Bereichen Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

    Der «Tag des Standorts» endete mit dem Appell von Regierungsrätin Carmen Walker Späh, das vorhandene Potenzial voll auszuschöpfen und die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Die Ergebnisse des Tages sollen als Grundlage für konkrete Massnahmen dienen, um Zürich als attraktiven Wirtschaftsstandort weiter zu stärken.

  • Frischknecht Holzbau-Team AG siegt beim Innovationspreis Zürcher Unterland 2023

    Frischknecht Holzbau-Team AG siegt beim Innovationspreis Zürcher Unterland 2023

    Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus. 

    Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf  ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden. 

    Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September  im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten.

    Der diesjährige Innovationspreis Zürcher Unterland ist an die Frischknecht Holzbau-Team AG gegangen. Das Unternehmen aus Kloten habe „mit der Einführung einer Viertagewoche zur Bekämpfung des Fachkräftemangels viel Mut bewiesen und für die Baubranche neue und wertvolle Erfahrungen gesammelt“, schreibt der Verein Standort Zürcher Unterland in einer Mitteilung. Er richtet den Wettbewerb zur Würdigung von Innovationen aus dem Unterland jährlich seit 2021 aus. 

    Die Comtag AG aus Wil ZH schaffte es mit ihrem neuartigen Reinigungsverfahren für Kaffeemühlen auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte die Green Datacenter AG aus Lupfig AG. Sie wurde für ihren Metro-Campus Dielsdorf  ausgezeichnet. Die Abwärme des Unterländer Datenzentrums kann von Haushalten und Unternehmen in der Umgebung genutzt werden. 

    Die Preisgelder in Höhe von 5000 Franken für das erst- und jeweils 2500 Franken für das zweit- und drittplatzierte Unternehmen wurden von den Sponsoren Zürcher Kantonalbank und Vetropack gestiftet. Die Preisverleihung fand am 14. September  im Rahmen des Innovationsanlasses bei Vivi Kola in den Räumlichkeiten der ehemaligen Mineralquellen in Eglisau statt. Hier wurde den rund 50 Teilnehmenden zudem ein Programm aus Referaten und Seminaren sowie eine Besichtigung der Werksanlagen von Vivi Kola geboten. 

  • Schweizer Konjunktur harzt – Verarbeitendes Gewerbe im Abschwung

    Schweizer Konjunktur harzt – Verarbeitendes Gewerbe im Abschwung

    In der Mehrzahl der befragten Wirtschaftsbereiche trübt sich die Geschäftslage im Juli ein – im Verarbeitenden Gewerbe bereits den sechsten Monat nacheinander. Dieser Wirtschaftsbereich befindet sich im Abschwung. Zum ersten Mal seit Januar 2021 kommt der Indikator für die Geschäftslage dieser Branche wieder im negativen Bereich zu liegen. Besonders deutlich ist die Abwärtstendenz bei den exportorientierten Firmen.

    Einen Dämpfer erhält auch der Dienstleistungssektor. Überdies geht der Geschäftslageindikator in den Branchen Finanz-​ und Versicherungsdienstleistungen, Baugewerbe und Projektierung etwas zurück. Eine positive Entwicklung nehmen im Juli dagegen die Konsumbereiche Detailhandel und Gastgewerbe.

    Inflationserwartungen geben nach – Bauhauptgewerbe rechnet mit sinkenden Preisen
    Der Preisauftrieb nimmt in nahezu allen Wirtschaftsbereichen weiter ab. Vergleichsweise häufig sind Preisanhebungen im Gastgewerbe und bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen geplant. In den anderen Wirtschaftsbereichen dürfte die Dynamik bei den Preisen in der nächsten Zeit gering sein. Das Bauhauptgewerbe rechnet sogar mit eher sinkenden Preisen für seine Leistungen. Die Erwartungen der Unternehmen über die eigene Preissetzung hinaus für die Entwicklung des Konsumentenpreisindex sind geringfügig weniger hoch als bisher. Die Unternehmen erwarten nun einen Anstieg der Konsumentenpreise in den nächsten zwölf Monaten um 2.5%. Im April gingen sie von 2.6% aus. Für die Inflation in fünf Jahren liegen die Erwartungen momentan bei 2.3% nach 2.5% im April.

    Arbeitskräftemangel bleibt ein Problem, verliert aber an Schärfe
    Die Unternehmen in der Schweiz suchen zwar insgesamt weiterhin zusätzliches Personal, allerdings sind die Einstellungspläne nicht mehr ganz so expansiv wie bislang. Dementsprechend ist der Arbeitskräftemangel in den Augen der Unternehmen weiterhin ein sehr dringendes Problem, es verliert aber im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe und im Grosshandel im Vergleich zu bisher an Schärfe. Im Verarbeitenden Gewerbe und im Grosshandel sind die Sorgen über eine schwache Nachfrage derzeit drängender als die über fehlendes Personal.

  • Baumeister wollen auf  Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    Baumeister wollen auf Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    «Unserer Branche geht es nach drei Jahren Dauerkrise gut», begrüsste Zentralpräsident Gian-​Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft im Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura die über 550 Gäste. «Die Baumeister haben gelernt, mit den Auswirkungen des Ukraine-​Krieges umzugehen, ebenso wie sie es zuvor mit den Preissteigerungen und Lieferengpässen in Folge der Corona-​Pandemie getan haben.» Und die Zukunftsaussichten sind gemäss Lardi mittel-​ bis langfristig ebenfalls recht positiv. Die Bautätigkeit dürfte weiter wachsen, «wenn auch etwas langsamer». Während für den Wohnungsbau bis 2040 ein starkes Wachstum prognostiziert wird, sind im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau sowie im öffentlichen Tiefbau ein mildes Wachstum bis hin zu einer Stagnation zu erwarten. Gleichzeitig dürfen sich die Baumeister darauf freuen, dass die Preise für Baumaterial allmählich wieder sinken.

    SBV-​Studie zeigt: Fachkräftemangel gefährdet Arbeitsplätze
    Der Fokus des diesjährigen Netzwerk-​Events lag auf dem Fachkräftemangel und mit welchem Massnahmenmix dieser bekämpft werden kann. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden auf allen Ebenen stellt heute viele Gewerbetreibende vor grosse Herausforderungen, auch die Baumeister. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Mit weitreichenden Konsequenzen. «Ohne genügend qualifizierte Handwerker können wichtige Bauprojekte in unserem Land nicht mehr realisiert werden», erklärte Lardi. Um ein solches Szenario zu verhindern, erteilte der Schweizerische Baumeisterverband dem Kompetenzzentrum Demografik den Auftrag für eine «Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe». Nun sind die Studienergebnisse öffentlich: Während der Bedarf an Fachleuten im Bauhauptgewerbe weiter ansteigt, sinkt das Angebot. Bis 2040 dürfte der Fachkräftemangel in den wichtigsten Berufen im Bauhauptgewerbe – gemessen am Bauvolumen – 16 Prozent erreichen. Ohne Gegenmassnahmen würden allein bei den Maurern und Maurerinnen rund 30 Prozent der benötigten Mitarbeitenden, also etwa 2500 Fachkräfte, fehlen. Das wirkt sich auf den Umsatz aus: Sollten keine Massnahmen ergriffen werden, würden dem Bauhauptgewerbe durch die fehlenden Fachkräfte jährlich bis zu 800 Millionen Franken entgehen, über die nächsten 20 Jahre. gesamthaft und preisbereinigt 13 Milliarden Franken.

    Digitalisierung und Personalrekrutierung als Hoffnungsträger
    Die Studie zeigt mehrere Lösungen gegen den Fachkräftemangel auf. «Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0.5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen», beruhigte Gian-​Luca Lardi aber. Diese Produktivitätssteigerung soll hauptsächlich mit Hilfe der Digitalisierung und durch Innovationen erfolgen. Zugleich müsse die Branche alles daran setzen, «mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren». Auf diese Weise könnte die andere Hälfte der Fachkräftelücke geschlossen werden. Die Studie zeigt hier mehrere Stellschrauben auf. Bei Bauführern und Bauführerinnen, bei denen sich der Mangel weniger prekär entwickeln wird als in anderen Bauberufen, spielen Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen schon heute eine wichtige Rolle. Mit gezielter Karriere-​ und Nachwuchsplanung und -​begleitung kann der Bestand auf den Kaderfunktionen gesteigert werden. Bei der Lehrlingsausbildung ist es sehr wichtig, die jungen Leute zu motivieren, ihre Maurerlehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen und auch langfristig im Bauhauptgewerbe zu bleiben. Entscheidend sei nicht nur die Führung und Betriebskultur, sondern vor allem auch die vielen tollen, «coolen» Bauprojekte, welche die jungen Menschen aktiv mitgestalten können. Dann sehen sie, dass ihre Arbeit Sinn bietet und nachhaltige Werte schafft.

    Lardi beendete sein Votum mit einem Appell an alle Projektbeteiligten, also Bauherren, Planer, Spezialisten, Bauunternehmen und politische Entscheidungsträger gleichermassen: «Wir werden unseren zukünftigen Gebäudepark und unsere Infrastrukturen nur dann realisieren können, wenn wir in echter Partnerschaft und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.»

    Quelle: https://baumeister.swiss/

  • Baumeisterverband begegnet Fachkräftemangel

    Baumeisterverband begegnet Fachkräftemangel

    Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) geht von einem steigenden Fachkräftemangel in der Bauwirtschaft aus. Er hat daher vom Kompetenzzentrum Demografik eine „Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe“ anfertigen lassen, informiert der Verband in einer Mitteilung. Der Ende Juni am Tag der Bauwirtschaft in Lugano vorgestellten Studie zufolge könnte der am Bauvolumen gemessene Fachkräftemangel bis 2040 etwa 16 Prozent erreichen. Dies würde jährlich Umsatzeinbussen von bis zu 800 Millionen Franken verursachen und damit Arbeitsplätze in der Bauwirtschaft gefährden.

    In Lugano zeigte SBV-Zentralpräsident Gian-Luca Lardi aber auch Lösungsansätze auf. „Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0,5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen“, wird Lardi in der Mitteilung aus seiner Ansprache an der traditionellen Netzwerk-Veranstaltung der Branche zitiert. Diese Produktivitätssteigerung soll nach Ansicht des Verbands hauptsächlich über Digitalisierung und Innovation erfolgen. Gleichzeitig schlug Lardi vor, „mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren“. Damit könne die andere Hälfte der Lücke geschlossen werden, so der Zentralpräsident.

  • Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Zwei neue Ausbildungsberufe für die Solarbranche starten 2024

    Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hat gemäss einer Medienmitteilung des Fachverbands Swissolar den Weg für zwei neue Berufsbilder geebnet. Die zweijährige Lehre Solarmonteur:in EBA und die dreijährige Ausbildung Solarinstallateur:in EFZ bereiten laut dem Fachverband für Sonnenenergie auf eine berufliche Karriere in der Photovoltaiktechnik und Solarbranche vor.

    Die Bildungspläne wurden von Swissolar, dem Bildungszentrum Polybau sowie Vertreterinnen und Vertretern der Branche entwickelt, mit pädagogischer Unterstützung der Eidgenössischen Hochschule für Berufsbildung. Die neuen Berufe seien „ein wichtiger und dringlicher Schritt, um dem Fachkräftebedarf in der rasch wachsenden Schweizer Solarwirtschaft zu begegnen und um die Branche weiter zu professionalisieren“, wird Rita Hidalgo, Leiterin Bildung und Wissensmanagement bei Swissolar, zitiert. Aktuell zähle die Solarwirtschaft 10’000 Vollzeitstellen, die sich bis 2050 verdoppeln können, so der Verband.

    Für Betriebe bietet Swissolar ab Frühjahr 2023 Vorbereitungsseminare an. Berufsinteressentinnen und -interessenten können bei Informationsveranstaltungen ab Herbst 2023 erfahren, welche Herausforderungen und Betätigungsfelder im Bereich der regenerativen Energien auf sie warten. Mit Beginn des Schuljahres 2024/2025 sollen die ersten Auszubildenden starten können. Als Schulungsstandorte sind die Polybau-Bildungszentren in Uzwil SG und Les Paccots FR vorgesehen.

  • Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Weltweite Ressourcenknappheit 
    Aktuell schnellen die Preise für viele Baumaterialien in die Höhe. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern – Dämmstoffe, Stahl, alles wird teurer und knapper. Entsprechend steigen auch die Baupreise und drohen, viele Projekt unrentabel werden zu lassen. Zusätzlich fragen gerade die Schwellenländer derzeit viel Material nach und kaufen den Markt leer. Die Situation wird sich also weiter verschärfen. Langfristig kann nur eine verbesserte Projektplanung mit mehr Fokus auf Wiederverwertbarkeit helfen, denn Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen bereits in der Planungsphase. Wenn ganze Gebäude, Gebäudeteile und Baumaterialien recycelbar sind oder eine Anschlussverwendung finden, senkt das nicht nur den Materialbedarf, sondern trägt gleichzeitig auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Es gilt, Cradle to Cradle in Zukunft groß zu denken.

    Nachhaltigkeit nicht nur durch Energieeinsparung in der Nutzungsphase
    Gerade die deutsche Baubranche hat dringenden Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. In den Niederlanden gibt es bereits eine CO2-Deckelung pro Quadratmeter Neubau. Mit der neuen Regierung unter grüner Beteiligung ist es durchaus vorstellbar, dass eine solche Deckelung auch in Deutschland zur neuen Richtlinie wird. Zudem werden die Entsorgungskosten ein großes Thema bleiben und anteilig in die Höhe schnellen. Aufgrund der noch unausgereiften Rahmenbedingungen für Recyclingverfahren und der geringen Deponiekapazitäten werden Abfälle zu weiteren Baukostentreibern. Hier zeigt sich, wie wichtig es in Zukunft sein wird, Baumaterialien und Gebäudeteile lange zu nutzen und später wiederzuverwenden – wie es bereits im Modulbau durch das Refurbishen nachgenutzter Module möglich ist. Die Kreislaufwirtschaft sollte daher schon früh in der Planung im Fokus des Projekts stehen. 

    Digitalisierung und KI auch beim Bauen
    Um die Nachhaltigkeit über die gesamte Branche hinweg zu steigern und der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken, braucht es sowohl eine Optimierung der Planung als auch der Fertigung. Beides muss insgesamt intelligenter werden und sich vernetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ optimal. Sie unterstützt Bauprojekte beispielsweise durch generatives Design, vorausschauende Problemerkennung sowie bei der Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Sie muss aber eben auch in der Produktion ihren Einsatz finden. Ein Beispiel: Die Digitalisierung des Zuschnittes führt zu weniger Verschnitt und Abfall. Dank guter Vorausplanung und des Einsatzes einer KI lässt sich das Restmaterial aus einem Zuschnitt für den weiteren Einsatz bei anderen zukünftigen Projekten verwenden. Das spart nicht nur Material, sondern auch zusätzliche Arbeitsschritte und erhöht so die Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Denn auch Restmaterialien sind Ressourcen.

    Industrialisierte Fertigung wie in der Automobilindustrie
    Das Voranschreiten der Digitalisierung innerhalb der Baubranche ermöglicht zudem den Einsatz von halb- oder vollautomatisierten Prozessen. Sie reduzieren Fehlerquellen und machen die Fertigung effizienter. Denn bezahlbarer Wohnraum lässt sich mit robotergestützten Bauverfahren, in Verbindung mit einem erforderlichen digitalen Management der Baudaten – von der Planung bis zur Baustelle – optimal verwirklichen. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel, der auch in den nächsten Jahren nicht zu lösen sein wird, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz. Auch Daiwa House Modular Europe wird in der bereits geplanten deutschen Gigafactory auf automatisierte Prozesse setzen.

    Diese vier Trends sollten die Baubranche zum Umdenken animieren. Dazu kommen eine Reihe weitere Veränderungen wie ein Generationenwechsel in den Reihen der Führungskräfte sowie der politische und gesellschaftliche Wandel. Bauherren sind mittlerweile offen für standardisierte Gebäudelösungen. Modular geplante und gebaute Gebäude bieten eine kurze Bauzeit sowie hohe Qualität durch eine Vorfertigung von ungefähr 90 Prozent im Werk. Gerade in den Segmenten Wohnen, Pflege, Hotels und Bildung sind trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Bedürfnisse gegeben – daher muss nicht jedes Gebäude ein Prototyp sein.