Schlagwort: Fachtagung

  • Kreislaufwirtschaft im Bau gewinnt an Boden

    Kreislaufwirtschaft im Bau gewinnt an Boden

    Etwa 120 Fachpersonen aus Bauwirtschaft, Planung und Bauherrschaften haben sich im Juni an der zweiten Fachtagung Kreislaufwirtschaft Bau der Kästli Bau AG ausgetauscht. Die Tagung habe bei Unternehmen, Planenden und Bauherrschaften einen grossen Willen aufeinander zuzugehen gezeigt, schreibt die Kästli Bau AG in einer entsprechenden Mitteilung. „Die Transformation ist im Gang“, wird Ronald Flühmann, Projektleiter Technik bei der Kästli Bau AG, dort aus seinem Beitrag an einer Podiumsdiskussion auf der Tagung zitiert. „Was es jetzt braucht, ist das Ende des Silodenkens, damit wir gemeinsam vorwärtskommen.“

    Für das Ende dieses Silodenkens konnten an der Fachtagung viele Beispiele gefunden werden. „Beharren alle Seiten auf ihrem Standpunkt, gibt es kein Vorwärtskommen“, wird Referent und Podiumsgast Urs Neuenschwander, Leiter Marketing und Vertrieb bei der Energie Thun AG, aus seinem Beitrag zitiert. Podiumsgast Michael Beyeler, Vizepräsident der suisse.ing Regionalgruppe Bern und Mitinhaber BSB+Partner Ingenieure und Planer AG, zeigte sich überzeugt, dass über gute Kommunikation und frühzeitiges Einbringen von Fachwissen das gemeinsame Optimum realisierbar ist.

    Noch während der Diskussionsrunde habe zudem Sarah Weber als Vertreterin der SBB, einer der grössten Auftraggeberinnen der Schweizer Baubranche, die Bereitschaft zum Dialog signalisiert, schreibt die Kästli Bau AG. Das praxisorientierte Fachwissen der Planungs- und Baufachleute „ist für uns wertvoll“, wird die Stellvertretende Leiterin Umwelt/Nachhaltigkeit SBB Infrastruktur zitiert. „Den Weg zu nachhaltigeren Projekten wollen wir gemeinsam mit unseren Lieferanten gehen.“

  • Fachtagung untersucht Vegetationssysteme zu Hitzeminderung

    Fachtagung untersucht Vegetationssysteme zu Hitzeminderung

    Am 7. September lädt die Forschungsgruppe Pflanzenverwendung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zur nächsten Fachtagung Pflanzensysteme auf den Campus Grüental in Wädenswil ein. Hier wird es um Massnahmen der Schwammstadt zur Hitzeminderung gehen, informiert die ZHAW in der Veranstaltungsankündigung. Als Beispiel für derartige Massnahmen werden dort Wurzelerweiterungen unter Strassen, Bepflanzungen von Regenwasserspeichern oder Pflanzenbeete als Sickerbecken genannt.

    Auf der Fachtagung geht es dabei vor allem um die Auswahl der richtigen Pflanzen. Hier treffen viele Anforderungen meist auf eine geringe Auswahl, schreibt die ZHAW. Ihre Fachleute wollen Praxisbeispiele dafür geben, „wie mit Vegetationssystemen die Herausforderungen des Klimawandels angegangen werden können“.

    Daneben geht es um Fragen, etwa ob und wie entsprechende Systeme in die Praxis umgesetzt werden können oder ob naturbasierte Lösungen technischen Massnahmen überlegen sind. Darüber hinaus soll eruiert werden, ob neben Vegetationssystemen für wechselfeuchte Standorte zukünftig auch Trockenstandorte in Betracht gezogen werden müssen.

    „Die Tagungsreihe richtet sich an Landschaftsarchitekt:innen, an Stadt-, Freiraum-, Verkehrs- und Infrastrukturplaner:innen, Umweltingenieurinnen und Umweltingenieure, Baum- und Naturschutzverantwortliche in Städten, Gemeinden wie auch Verbänden, an Baumpfleger:innen, sowie an Forschungs- und Lehreinrichtungen“, erläutert die Hochschule. Aufgrund der beschränkten Platzzahl der Fachtagung wird um eine Anmeldung bis spätestens 27. August gebeten.

  • Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Nach der pandemiebedingten Online-Veranstaltung vor zwei Jahren konnten im Bieler Kongresshaus wieder Hände geschüttelt werden. Die Möglichkeit zum Pflegen des Netzwerkes nahmen weit über 300 Fachleute wahr. Im Zentrum der windays standen die Fachausstellung und vor allem die spannenden Referate.

    Energie, Lüftung, Behaglichkeit
    Im ersten Referat ging Nationalrätin Priska Wismer darauf ein, wie die Politik den Schweizer Gebäudepark nachhaltiger betreiben will. Er soll bis 2050 nur noch halb so viel Energie verbrauchen wie heute. Dies wird nur mit einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz möglich sein, wie die Mitte-Politikerin ausführte.

    Welch grosse Bedeutung Fenster für die energetische Sanierung haben, präsentierte Kristina Orehounig von der Empa. Ihre Forschung zeigt deutlich, dass Gebäudehüllen nicht nur im Winter wichtig sind für die Energieeffizienz. Aufgrund des Klimawandels spielt der Hitzeschutz im Sommer eine immer wichtigere Rolle. Dieses Thema nahm auch Julia Bachinger von der Holzforschung Austria auf. Sie präsentierte 10 goldene Regeln, mit denen «coole Räume durch coole Fenster» möglich werden. Ein zentraler Punkt ist dabei korrektes Lüften, das aber auch für viele andere Bereiche wichtig ist, wie Julian Wenzel (Maco) und Beat Frei vom Ingenieurbüro Frei Wüst Expert in ihren Referaten aufzeigten. Laut SIA 180 ist heute ein Lüftungskonzept zwingend erforderlich. Auf die Frage, wer bei Sanierungen dafür zuständig sei, antwortete Beat Frei: «Der Fensterbauer, nur weiss er es oft nicht.»

    Fenstermontage
    Im Themenblock Montage zeigte Michael Lerch von 4B auf, dass die Fenster immer grösser, schwerer und komplexer werden. Oft ist auf den Baustellen schon das Einbringen der Elemente eine aufwändige Herausforderung. Den meisten Beteiligten ist zwar bewusst, dass Montagen ohne einwandfreie Planung nicht funktionieren. Mindestens so wichtig ist aber die Umsetzung, die stark vom eingesetzten Personal abhängt. Dominik Sieber (SFS) betonte in seinem Referat, dass zwei Drittel der Reklamationen direkt oder indirekt mit der Montage zusammenhängen.

    Eine Idee zum Vereinfachen der Fenstermontage ist das elastische Verkleben mit der Wand. Peter Schober berichtete über die Untersuchungen von Holzforschung Austria zu diesem Thema. Mit Verkleben kann man Befestigen, Dämmen sowie die Anschlüsse aussen und innen in einem Arbeitsgang zusammenfassen. Es braucht aber speziell modifizierte Klebesysteme und die entsprechenden Applikationshilfen. Peter Schober schätzt, dass in zwei bis fünf Jahren solche Systeme auf den Markt kommen können.

    Herausforderung Fachkräftemangel
    Seit der Pandemie hat sich im Baugewerbe der Mangel an Fachkräften noch einmal verstärkt. Tom Sahli, Experte für Personalgewinnung, zeigte in seinem Referat auf, dass für viele Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens deutlich wichtiger sind als die fachlichen Themen des Jobs. Auch in verschiedenen anderen Bereichen haben sich die Vorstellungen der jüngeren Generation massgeblich verändert. Grundsätzlich gilt: Die Unternehmen bewerben sich heute bei potenziellen Mitarbeitenden, nicht mehr umgekehrt.

    Eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema brachte einige spannende Ansätze hervor. So schilderte Nicole Wenger, dass ihre Wenger Fenster AG inzwischen in allen Bereichen Teilzeitarbeit ermöglicht, also auch auf der Montage. Das Unternehmen beschäftigt auch Mitarbeitende mit Handicap.

    Wie Markus Stebler erzählte, führen bei seiner Stebler Glashaus AG Gleichaltrige aus dem zukünftigen Team die Bewerbungsgespräche. Die HR-Verantwortlichen stossen erst später dazu.

    Heinrich Hochuli setzt in seinem Kleinbetrieb in Reitnau AG darauf, die eigenen Schreinerlernenden nach Lehrabschluss weiter zu beschäftigen. Als Vertreter des Schreinermeisterverbandes wies er auch auf die Projekte hin, welche der VSSM lanciert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

    Personalexperte Tom Sahli empfahl den Unternehmen, ihre bestehenden Mitarbeitenden weiterzuentwickeln. Wegen den vollen Auftragsbüchern und den fehlenden Ressourcen sei das zwar schwierig, lohne sich aber in jedem Fall.

    Nachhaltigkeit
    Zur Ökobilanzierung von Fenstern sprach Hansueli Schmid von der Lignum. Bisher war der Bedarf nach genauen Werten im Fensterbau kaum vorhanden. Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern, wenn ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe relevant werden. BIM könnte dabei als Lösungsbringer wirken.

    Um Wege zu mehr Nachhaltigkeit ging es auch im Referat von Gerald Feigenbutz, von der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme. Seine Organisation ist bestrebt, den Rezyklatanteil in Kunststofffenstern weiter zu steigern. Im Moment liegt er bei 25%. Entscheidend für die Kreislauffähigkeit der Produkte ist, dass sie sich nach ihrer Lebensdauer gut in die verwendeten Werkstoffe auftrennen lassen. Dieser Prozess muss schon bei der Entwicklung berücksichtigt werden.

    Digitalisierung
    Wie viel Potenzial der Einsatz von Simulationen bietet, zeigten gleich zwei Beispiele. Karim Ghazi Wakili von der Berner Fachhochschule BFH präsentierte hygrothermische Simulationen von Terrassenanschlüssen. Und das Frauen-Duo Vasiliki Gkesouli/Julia Hauth stellte das Projekt «Glasfalzverklebung bei Kunststofffenstern» vor. Sie setzten für ihre Entwicklung FEM-Modelle und DIC-Technik ein. Dadurch gewannen sie nicht nur viel Zeit und Geld, sie konnten auch von der hohen Zuverlässigkeit der modernen Technik profitieren.

    Mit einem spannenden Praxisbeispiel wartete Nikita Aigner auf. Mit einem Team der BFH hat er die Renovation von Fenstern architektonisch wertvoller Bauten digitalisiert und automatisiert. Der Prozess beginnt bei der Massaufnahme auf der Baustelle. Basierend auf den dort erfassten Daten kann ein Roboter die mühsame Handarbeit beim Ausglasen und Fräsen übernehmen.

    Ausblick
    Die windays werden im Zweijahresturnus durchgeführt. Das nächste Mal finden sie am Donnerstag, 3. April und Freitag, 4. April 2025 statt.

  • Gelungene Fachtagung zur Wirtschaftsförderung

    Gelungene Fachtagung zur Wirtschaftsförderung

    Der erste SVSM Dialog Wirtschaftsförderung fand coronabedingt nicht wie geplant als hybride, sondern als rein virtuelle Veranstaltung statt. Der Anlass vermittelte Fachwissen und vernetzte Standortmanagerinnen, Wirtschaftsfördererinnen, Immobilien-Fachleute, Raumplaner*innen und weitere Interessierte. Die Referenten stellten eindrückliche Praxisbeispiele aus den unterschiedlichsten Regionen – von Montreux über Uri bis St. Gallen – vor und berichteten dabei im Sinne von Best Practice auch über Herausforderungen, organisatorische Belange und Erfahrungen. Die Teilnehmenden erhielten so wertvolle Inputs für ihre tägliche Arbeit. Dank engagierten Fragerunden und einer Podiumsdiskussion, professionell moderiert von SVSM-Vorstandsmitglied Markus Müller, kamen auch der fachliche Erfahrungsaustausch und die Vernetzung nicht zu kurz.

    Zusammenspiel zwischen Wirtschaft und Tourismus
    Stefan Büeler, Vorsteher des Amts für Wirtschaft und öffentlichen Verkehr Kanton Uri, zeigte anhand von aktuellen Projekten, wie der Tourismusentwicklung Andermatt, dem Gotthard-Basistunnel oder Bildungs- und Forschungsinstituten, die Ansätze der Wirtschaftsförderung Uri auf. Er ging auch darauf ein, welches Vorgehen und welche Organisationsformen sich in der Praxis bewährt haben und welche Herausforderungen es im Alltag zu meistern gilt. Samuel Zuberbühler, Leiter Standortförderung Stadt St. Gallen, gab Einblick in die Kampagne «Sankt ohne Senf», mit der sich die Ostschweizer Stadt vermarktet und Bewohnende, Heimweh-St. GallerInnen und «NewcomerInnen» zielgruppengerecht anspricht. Er zeigte damit eindrücklich auf, wie eng Wirtschafts-, Standortförderung und Tourismus zusammenhängen. Dies bestätigte auch Bernard Schmid, Geschäftsführer von Promove. Schmid ermöglichte einen Blick auf die Arbeitsweise, Struktur und aktuelle Themen einer Wirtschaftsförderungsorganisation in der Westschweiz: Der Verein Promove hat die Förderung der Wirtschaft in der Region Riviera-Lavaux am Schweizer Ufer des Genfersees zum Ziel und verbindet dazu Behörden, Wirtschaft und Tourismus. Entsprechend eng ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche, die teilweise auch organisatorisch verknüpft sind. Wie das in der Praxis funktioniert, zeigte Schmid anhand des Projektes «Dolce Riviera», das 2020 lanciert wurde und die lntegration der gesamten touristischen Wertschöpfungskette in der Destination Montreux Riviera zum Ziel hat.

    Der Start der neuen Veranstaltungsreihe ist gelungen: Das durchgehend positive Feedback der Teilnehmenden zu den Referaten zeigt, dass die SVSM mit dem neuen Veranstaltungsformat auf dem richtigen Weg ist. Der nächste SVSM Dialog ist bereits in Planung, dieses Mal mit dem Fokus Standortmanagement. Merken Sie sich das Datum bereits vor – weitere Informationen folgen:
    SVSM Dialog Standortmanagement: Donnerstag, 31. März 2022, 15 bis 19 Uhr

    Weitere Informationen:
    Schweizerische Vereinigung
    für Standortmanagement SVSM
    Geschäftsstelle
    Ricketwilerstrasse 135
    8352 Ricketwil (Winterthur)

    Telefon 058 255 08 88
    info@svsm-standortmanagement.ch www.svsm-standortmanagement.ch