Schlagwort: Forschung und Entwicklung

  • Sechs Innovation Awards für Bau- und Werkzeuglösungen

    Sechs Innovation Awards für Bau- und Werkzeuglösungen

    Hilti hat laut einer Mitteilung bei den Pro Tool Innovation Awards (PTIA) 2025 in den USA sechs Auszeichnungen für kürzlich eingeführte Produkte erhalten. Die international tätige Herstellerin und Zulieferin im Bau- und Werkzeugbereich hat ihren Hauptsitz in Schaan, Liechtenstein, und ist in über 120 Ländern aktiv. Am jährlich stattfindenden PTIA-Wettbewerb beteiligte sich Hilti durch seine nordamerikanische Zentrale im texanischen Plano. Insgesamt seien mehr als 400 Produktlösungen von über hundert Herstellern eingereicht worden, heisst es. Eine Jury aus Fachleuten bewertete unter anderem den Innovationsgrad, die Leistung sowie sicherheitsrelevante und ergonomische Aspekte. „Wir freuen uns über das hohe Innovationsniveau in diesem Jahr“, wird Clint DeBoer, General Manager der PTIA, in der Mitteilung zitiert.

    Hilti wurde für Produkte in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet. Bei den Beton- und Mauerkernbohrern setzte sich das neue Diamantbohrgerät DD 150-U-22 durch. Es funktioniert kabellos und ist ausgestattet mit einer Oszillierfunktion, mit deren Hilfe ein Bohrkern aus der Bohrkrone leicht zu entfernen ist. Durchgesetzt haben sich in weiteren Kategorien der Baustaubsauger VC 5, der Rotationslaser PR 400-22, der Benzintrennschleifer DSH 700-X, das neue Anker-System KCCM Kwik Cast Connect und ein Filtersystem für Sauger (VC-CB 20/40/150-X).

    An der Schweizer Innovationskonferenz Open-i im November spricht der CEO der Hilti Gruppe, Jahangir Doongaji, wie in seinem Unternehmen Forschung & Entwicklung (F&E) gewichtet und eingebettet wird. „Bei Hilti treiben wir Innovationen gezielt voran, damit unsere Kunden produktiver, sicherer und nachhaltiger bauen können“, so Doongaji im Vorfeld der Konferenz. In F&E- sowie Testzentren von Hilti arbeiten Fachleute an Lösungen für ausgewählte Bereiche wie Arbeitssicherheit, Produktivität und Technologieintegration.

    Open-i versteht sich als Schweizer Innovationsgemeinschaft und Dialogplattform für Wirtschaft und Wissenschaft. Sie bringt akademische und ökonomische Fachleute zusammen und will den Weg ebnen für Kooperationen, die die führende Rolle der Schweiz als innovativen und erfolgreichen Markt sichern. Veranstaltet wird Open-i von NZZConnect, einer Zweigniederlassung der NZZ mit Sitz in Bern. Die Konferenz findet am 27. November statt, Tickets sind ab sofort erhältlich.

  • Innovationsstandort der Zukunft gestalten

    Innovationsstandort der Zukunft gestalten

    Die Schweizer Regierung schafft durch gezielte Förderprogramme, Steuererleichterungen und Investitionen in der Forschung ein Umfeld, das Innovationen begünstigt. Initiativen wie das Innovationsförderungsprogramm unterstützen Unternehmen bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten, während Start-ups durch Beratungen und Finanzierungen wachsen können. 

    Auch die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie spielt eine entscheidende Rolle. Hochschulen wie die ETH Zürich, die Universität Zürich und das Paul Scherrer Institut arbeiten eng mit Unternehmen zusammen, um technologische Fortschritte in marktfähige Produkte zu überführen. Diese Synergien sind ein Schlüssel zum Erfolg. 

    Unternehmenskultur und Start-up-Ökosystem 
    Die Schweiz fördert eine kreative und unternehmerische Kultur, in der Risikobereitschaft belohnt und Misserfolge als Lernprozess angesehen werden. Diese Denkweise hat zu einer Vielzahl erfolgreicher Start-ups geführt. MindMaze revolutioniert die Rehabilitation durch Neurotechnologie, während Ava mit innovativen Fertilitäts-Trackern die Medizinbranche prägt. 

    Technologiezentren wie der Technopark Zürich bieten jungen Unternehmen optimale Bedingungen, um Innovationen voranzutreiben. Das Unternehmen Google betreibt hier eines seiner grössten Forschungszentren ausserhalb der USA. Ein Beweis für das attraktive Umfeld der Region. 

    Infrastruktur und globale Vernetzung 
    Die Schweiz investiert kontinuierlich in ihre Infrastruktur und Forschungslandschaft. Moderne High-Tech-Labors, Technologieparks und spezialisierte Innovationszentren ermöglichen Forschern und Unternehmern, neue Ideen schnell umzusetzen. 

    Zudem setzt die Schweiz auf internationale Zusammenarbeit. Programme wie Horizon Europe und die Beteiligung am European Research Area stärken die Verbindungen zu internationalen Partnern und sichern den Wissenstransfer. Die Multilingualität der Schweizer Bevölkerung begünstigt den globalen Austausch. 

    Zwischen Klimazielen und wirtschaftlichem Wachstum 
    Die Schweiz sieht sich als Vorreiter für nachhaltige Technologien. Investitionen in erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und CO²-Reduktion sollen langfristig eine umweltfreundliche Wirtschaft sichern. 

    Innovationsmotor mit Warnsignalen 
    Der Wirtschaftsraum Greater Zurich Area hat sich als führender Technologie-Hub Europas etabliert. Laut Experten hat die Region zwischen 2009 und 2021 über 1’280 Unternehmen angesiedelt, die 9’400 Arbeitsplätze geschaffen und 647 Millionen Franken an Steuereinnahmen generiert haben. Balz Hösly, Präsident von Greater Zurich Area: «Wir sind wohl der einzige Standort, der seine attraktivsten Rahmenbedingungen ohne Not immer wieder selbst infrage stellt.» 

    Obwohl die Schweiz seit Jahren an der Spitze des Global Innovation Index steht, sind Entwicklungen wie verschärfte Regulierungen oder steigende Unternehmenssteuern ein Risiko für den Standort. Die wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen, die massgeblich zum Erfolg beigetragen haben, dürfen nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden. 

    Innovationskraft bewahren, aber wie? 
    Die Schweiz steht an einem Scheideweg. Bleibt sie ein globaler Innovationsführer oder gefährdet sie durch Überregulierung ihre eigene Attraktivität? 

    Mit hervorragenden Bildungs- und Forschungsinstituten, einer unternehmerfreundliche Kultur, weltweiter Vernetzung und eines leistungsstarken Start-up-Ökosystem sind die Erfolge unbestritten. Doch regulatorische Eingriffe, steigende Kosten und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen könnten den Fortschritt ausbremsen.

  • Hören Sie, wie Quantenatome miteinander sprechen

    Hören Sie, wie Quantenatome miteinander sprechen

    In den Laboren der EPFL in Lausanne entsteht derzeit ein wissenschaftlicher Meilenstein. Ein akustisches System, das es erlaubt, Quantenphänomene auf einer hörbaren, makroskopischen Ebene zu simulieren. Entwickelt wurde es vom Doktoranden Mathieu Padlewski gemeinsam mit den Forschern Hervé Lissek und Romain Fleury. Ziel ist es, die hochkomplexen Zustände kondensierter Materie zugänglich zu machen, nicht über Elektronen, sondern über Schallwellen.

    Metamaterial als Forschungsplattform
    Das System basiert auf einem sogenannten akustischen Metamaterial, einer künstlichen Struktur, die sich aus 16 miteinander verbundenen Würfeln zusammensetzt. Über integrierte Lautsprecher und Mikrofone erzeugen und messen die Forschenden gezielt Schallwellen. Diese «akustischen Atome» lassen sich flexibel konfigurieren, um verschiedenste physikalische Phänomene zu modellieren, auch solche, die jenseits der klassischen Festkörperphysik liegen.

    Schrödingers Katze wird hörbar
    Im Gegensatz zu realen Quantenwellen, die durch jede Messung zerstört werden, können akustische Wellen direkt beobachtet und analysiert werden. Dadurch wird das Quantenkonzept der Überlagerung, symbolisiert durch Schrödingers Katze, im Klang erfahrbar. So wie eine Stimme gleichzeitig aus Grundfrequenz und Oberschwingungen besteht, kann das EPFL-System viele «akustische Zustände» gleichzeitig hör- und messbar machen.

    Von der Physik zur Anwendung
    Die potenziellen Anwendungsfelder reichen von der Entwicklung neuartiger Energieleitsysteme bis zur medizinischen Diagnostik. Das Metamaterial könnte, ähnlich dem menschlichen Innenohr, auf bestimmte Frequenzen abgestimmt werden. Ein möglicher Weg zur Erforschung von Hörstörungen wie Tinnitus. Noch ambitionierter ist das Fernziel eines «akustischen Analogcomputers», der inspiriert vom Quantencomputing , Informationen in überlagerten Zuständen verarbeiten könnte, ohne deren Zerfall zu riskieren.

    Standort Schweiz als Innovationsmotor
    Diese Forschung verdeutlicht die Rolle der Schweiz als führender Standort für disruptive Wissenschaft. Die Verbindung von Grundlagenphysik, Technik und Anwendungsvisionen zeigt eindrücklich, welches Potenzial in interdisziplinärer Forschung steckt. Für Investorinnen, Entwickler und Innovationsförderer ergeben sich neue Möglichkeiten, akustische Technologien als skalierbare Alternativen im Bereich Computing, Sensorik und Materialtechnik zu etablieren.

  • Kolbenmaschine soll mehr Strom aus Abwärme generieren

    Kolbenmaschine soll mehr Strom aus Abwärme generieren

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat ihrem ehemaligen Doktoranden Andyn Omanovic ein Entrepreneur Fellowship zugeprochen. Es soll zur Entwicklung einer neuartigen Kolbenmaschine beitragen, mit der die Gewinnung von Strom aus Abwärme gesteigert werden kann, erläutert die Empa in einer Mitteilung. Die Realisierung des Projekts wird die von Omanovic und dem Hydraulikexperten Wolfgang Schneider als Ausgründung der Empa und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) entstandene etavalve GmbH aus Zürich übernehmen.

    Derzeit findet die Umwandlung von Abwärme in Strom mehrheitlich mit Turbinen statt. Turbinen seien jedoch „vor allem für hohe Temperaturen und bei Leistungsanforderungen von mehreren hundert Megawatt effektiv“, erläutert Omanovic in der Mitteilung. „Aber für Temperaturbereiche von etwa 500 bis 900 Grad, bei denen die Abwärme unregelmässig anfällt, und bis zum Leistungsbereich von einigen Megawatt ist unsere Kolbenmaschine besser geeignet.“

    Mit der Energieversorgerin IWB in Basel hat das Jungunternehmen bereits eine Partnerin für einen ersten Praxistest gefunden. Bis Anfang 2025 will etavalve eine Pilotmaschine entwickelt haben, die IWB im Prozess der Umwandlung von Biomasse in Pflanzenkohle einsetzen wird. Das bei der sogenannten Pyrolyse anfallende Schwachgas enthält Methan und gasförmige Schadstoffe und muss gesetzlich vorgeschrieben verbrannt werden. Wenig später soll eine erste Kleinserie von Kolbenmaschinen für die Verbrennung von Schwachgasen folgen.