Schlagwort: Forschungsinstitut

  • Arbeiten am UrbanTwin-Projekt haben begonnen

    Arbeiten am UrbanTwin-Projekt haben begonnen

    Ein Schweizer Forschungskonsortium hat die Arbeiten an UrbanTwin aufgenommen. Dieses Projekt hat zum Ziel, einen digitalen Zwilling von Aigle zu erstellen. Laut einem Bericht der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) soll er möglichst auch Entscheidungsträgerinnen und -trägern anderer Städte ein Instrument an die Hand geben, das sie bei der Erreichung von Umweltzielen und der Vision klimaangepasster Schwammstädte unterstützt. Schwammstädte nehmen Regenwasser lokal auf und speichern es, statt es zu kanalisieren und abzuleiten. Dadurch sollen bei Starkregen Überflutungen vermieden werden.

    Das Instrument wird auf einem detaillierten Modell kritischer städtischer Infrastrukturen wie Energie, Wasser, Gebäude und Mobilität beruhen. UrbanTwin will die Entwicklung dieser miteinander verknüpften Infrastrukturen unter verschiedenen Klimaszenarien exakt simulieren und die Wirksamkeit von Massnahmen im Zusammenhang mit dem Klimawandel bewerten.

     „Wir werden hochmoderne Sensoren, Klimawissenschaft und algorithmische Berechnungen in einem Toolset – einem digitalen Zwilling – vereinen“, wird Jan Kerschgens, Geschäftsführer des EPFL-Center for Intelligent Systems, zitiert. Als „wegweisendes Beispiel“ dafür, was Künstliche Intelligenz in der heutigen Zeit leisten kann, wird UrbanTwin laut EPFL „ein lebendes Modell sein, das aus seinen eigenen Leistungen lernt und mit der Zeit wächst“.

    Das Projekt führt Forschungsarbeiten von fünf Institutionen des ETH-Bereichs zusammen: Die Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich und Lausanne, die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs (EAWAG). Kommunikation und wissenschaftliches Projektmanagement werden durch vier EPFL-Zentren sichergestellt.

  • Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Blick in die Zukunft der Bau-Technologie

    Von der Idee bis zur marktfähigen Innovation ist es ein weiter Weg – insbesondere im Bauwesen. Zwischen Technologien, die im Labor funktionieren, und dem Markt, der ausgereifte und zuverlässige Produkte verlangt, klafft eine Lücke. Diese Lücke will das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Schweizer Forschungsinstitute Empa und Eawag schliessen.

    Das NEST (Next Evolution in Sustainable Building Technologies) wurde 2016 eröffnet und steht auf dem Empa-Campus in Dübendorf. Das Gebäude besteht aus einem Gebäudekern mit drei auskragenden Plattformen. Darauf lassen sich temporäre, thematisch unterschiedliche Gebäudemodule, sogenannte Units, installieren. Auf diese Weise können im NEST Forscherteams, Architekturbüros und Unternehmen aus der Baubranche zusammen Materialien, Technologien, Produkte, Energiekonzepte und Nutzungskonzepte testen und weiterentwickeln. Im Sinne eines «Living Lab» sind die installierten Units real genutzte Wohn- und Arbeitsumgebungen.

    Auf der obersten Plattform des NEST befindet sich zurzeit die Unit «HiLo» im Bau. Der Baustart erfolgte im Sommer 2019. Die Unit soll die Möglichkeiten im Leichtbau demonstrieren. Neben einer innovativen Dachkonstruktion kommen materialsparende Leichtbau-Böden sowie eine adaptive Solarfassade zum Einsatz. Während des Betriebs soll die Gebäudetechnik mithilfe von Machine-Learning laufend optimiert werden. Am 6. Oktober 2021 wird die Unit offiziell eröffnet.

    In Planung ist zudem die zweistöckige Unit «STEP2». Wirtschafts- und Forschungspartner realisieren sie gemeinsam in einem Open-Innovation-Ansatz. Nach ihrer Fertigstellung, die auf Sommer 2022 geplant ist, soll sie als interdisziplinäre Innovationswerkstatt und Büroumgebung dienen. Zu den zentralen Projekten der Unit gehören etwa eine Wendeltreppe in Form einer menschlichen Wirbelsäule, eine Gebäudehülle, die sich den äusseren Bedingungen anpasst sowie eine mit 3D-Druck hergestellte Geschossdecke.