Schlagwort: Freiräume

  • Auf dem ehemaligen Comadur-Areal wird ein neues Kapitel aufgeschlagen

    Auf dem ehemaligen Comadur-Areal wird ein neues Kapitel aufgeschlagen

    Qualitätsvolle und identitätsstiftende Entwicklung
    Die Projektvision für die Entwicklung /
    Neunutzung des ehemaligen Comadur-Areals besteht darin, kurz- bis mittelfristig einen urbanen, gemischtgenutzten, identitätsstiftenden Quartierbaustein mit einer hohen Qualität der Bauten und Freiräume- zu entwickeln. Entsprechend führten die Stadt Thun und die Bauherrschaft (Pensionskasse des Schweizerischen Anwaltsverbands (PKSAV)) einen mehrstufigen Planungsprozess durch. Ziel war es, die Potenziale des Areals im Entwurfsvariantenstudium auszuloten, die städtebaulichen Qualitäten im Rahmen eines Projektwettbewerbs nach SIA-Ordnung 142 zu sichern und diese planungsrechtlich in einer Zone mit Planungspflicht (ZPP) festzulegen.

    Das Siegerprojekt «Capybara»
    Die Grundlage für die Entwicklung des Comadur- Areals an der Bernstrasse 11 bildet das Siegerprojekt «Capybara». Es setzt mit innovativen städtebaulichen und architektonischen Massnahmen neue Akzente in einem heterogenen Umfeld. Die drei charakterstarken Baukörper – das «Stadthaus», das «Gartenhaus» und der «Anbau» – verschmelzen auf kreative Weise mit der bestehenden Struktur des Quartiers. Sie bilden ein zusammenhängendes Ensemble, das durch seine Dichte, Vielfalt und klare Identitäten besticht. Ein zentrales Element des Entwurfs ist der verbindende Innenhof. Er schafft nicht nur eine nahtlose Integration der neuen Baukörper, sondern fördert auch den Dialog mit dem umgebenden Quartier. Durch die gekonnte Kombination von Materialien, Farben und Texturen entsteht ein Spiel zwischen der Historie der Comadur und den zeitgenössischen Elementen des Projekts.

    Nachhaltige Gestaltung
    Das Projekt weist in verschiedenen Aspekten eine sehr hohe Qualität auf. Neben der sichtbaren und ansprechenden Gestaltung spielen Überlegungen zur Nachhaltigkeit und die Berücksichtigung der grauen Energie sowie ein bewusster und sorgfältiger Umgang mit Materialien eine bedeutende Rolle. Das Projekt bietet eine ausgewogene Mischung aus Ästhetik, Nachhaltigkeit und Integration ins bestehende Quartier.

    Vielfältiges und lebendiges «Quartiersstück»
    Der Schwerpunkt der Arealentwicklung liegt auf der Realisierung zeitgemässer Wohnformen. Es sind rund 60 neue Wohnungen geplant. Die Wohneinheiten sind divers und gezielt gestaltet, um den vielfältigen Bedürfnissen der potenziellen Bewohnenden gerecht zu werden. Diese Wohnnutzung wird durch ortsangepasste und auf das Publikum ausgerichtete Zusatznutzungen erweitert. Auf diese Weise entsteht ein lebendiger und identitätsstiftender Quartiersbaustein.

    Fazit
    Die Arealentwicklung an der Bernstrasse 11 präsentiert sich als ein visionäres Vorhaben, das die Vergangenheit ehrt und zugleich zukunftsweisende Impulse setzt. Das Siegerprojekt «Capybara» zeigt, wie man in einem dicht besiedelten Raum Geschichte und Gegenwart verknüpfen kann, wobei der Fokus stets auf Qualität und Sorgfalt liegt.

  • Partizipative Planung als Basis für nachhaltige Entwicklung

    Partizipative Planung als Basis für nachhaltige Entwicklung

    Das Schlüsselgebiet für die städtische Entwicklung, das Stadtquartier Bahnhof Thun, steht an einem wichtigen Wendepunkt. Die Vision einer dynamischen Mobilitätsdrehscheibe und eines lebendigen urbanen Quartiers schreitet mit den nun vorliegenden Erkenntnissen aus dem partizipativen Charrette-Verfahren voran. Stadtpräsident Raphael Lanz betont die Bedeutung des ergebnisoffenen und partizipativen Verfahrens, welches eine solide Basis für künftige Planungsschritte schafft.

    Das Charrette-Verfahren, in welchem von drei interdisziplinäre Teams Visionen und tragfähige Lösungen erarbeitet wurden, zeigt die Bedeutung der Beteiligung verschiedener Interessengruppen im Planungsprozess. Die breite Beteiligung ermöglichte einen umfassenden Dialog und die Entwicklung gemeinsamer Visionen für das Stadtquartier Bahnhof Thun.

    Eine der zentralen Erkenntnisse ist die Notwendigkeit, räumliche und betriebliche Optimierungen vorzunehmen, um eine behindertengerechte und zukunftsgerichtete Mobilitätsdrehscheibe zu realisieren. Dies beinhaltet auch die Entlastung der Seestrasse und des Maulbeerkreisels vom motorisierten Individualverkehr sowie den Einbezug der Bahnhofssüdseite für eine neue Buslösung. Um das Gebiet zeitnah und nachhaltig zu entwickeln, sollen grössere Vorinvestitionen und gegenseitige Abhängigkeiten möglichst vermieden werden.

    Darüber hinaus soll die Entwicklung die bestehenden Identitäten und Strukturen berücksichtigen und auf optimierten Erschliessungen und Freiräumen aufbauen. Die Förderung eines standortgerechten und ausgewogen gemischt genutzten Stadtquartiers mit hoher Flexibilität sowie die Stärkung des öffentlichen Raums sind weitere zentrale Ziele. So sollen der Bahnhofplatz, die Schifflände und die Uferpromenade als wichtige öffentliche Räume aufgewertet und weiterentwickelt werden. Eine verbesserte Fuss- und Veloerschliessung, inklusive neuer Vernetzungen wie eine Aare querende «Panoramabrücke» und eine Gleisüberführung, sind ebenfalls im Gespräch. Die Seestrasse soll zu einem attraktiven Rückgrat für das angrenzende bauliche Entwicklungsgebiet werden. Dieses erstreckt sich zwischen Bahngleisen und Schifffahrtskanal sowie der Aare. Das gesamte Quartier soll sich in den nächsten Jahren zu einem lagegerecht, gut und ausgewogen durchmischten Gebiet mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Raum für innovative Nutzungen im Wohnen und Arbeiten entwickeln.

    Parallel zur weiteren Planung nimmt die Stadt erste Massnahmen in Angriff, um das Gebiet attraktiver zu gestalten. Ein Beispiel dafür ist die bereits abgeschlossene temporäre Begrünung des Aarefeldplatzes mit «Klimabäumen», die über die Sommermonate nicht nur zur Verbesserung der Lebensqualität beitrug, sondern auch auf die Bedeutung von Grünflächen in urbanen Gebieten hingewiesen hat. Mit dem vorliegenden «LeiStbild» und dem Schlussbericht aus dem Charrette-Verfahren hat die Stadt Thun eine klare Vorstellung davon, wie das Gebiet in den kommenden Jahren entwickelt werden soll. Die Synthese dieser Erkenntnisse wird aktuell in einen Masterplan eingearbeitet und voraussichtlich bis Ende 2023 abgeschlossen. Der Masterplan wird als weiterer Leitfaden für die Umsetzung des Projekts dienen. Durch diese koordinierten Bemühungen ist die Stadt Thun auf einem guten Weg, die Vision eines lebenswerten und mobilitätsfreundlichen Stadtquartiers Bahnhof Thun zu realisieren.

  • Koordinierte Entwicklung bringt viele Vorteile

    Koordinierte Entwicklung bringt viele Vorteile

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) gehört zu den führenden Hochschulen der Schweiz. Mit dem Bevölkerungswachstum im Kanton Zürich sind auch die Studierendenzahlen stark angestiegen. Bis 2035 werden diese weiter jährlich um 0,8 bis 2 Prozent zunehmen. Die ZHAW benötigt deshalb in Winterthur zusätzliche und zeitgemässe Flächen, um ihren Studierenden und Lehrenden auch in Zukunft attraktive Bildungs- und Forschungsinfrastrukturen zur Verfügung stellen zu können. Zudem gibt es erhöhten Koordinationsbedarf mit städtischen lanungen und Infrastrukturbedürfnissen, weil die Stadt Winterthur ein Stadtentwicklungskonzept («Winterthur 2040») erarbeitet hat.

    Weiterentwicklung in Zentrumsnähe

    Die Weiterentwicklung der Hochschule soll abgestimmt auf die Planungen der Stadt erfolgen. Die ZHAW strebt an, Quartier und städtische Interessen in ihre Entwicklung einzubeziehen und – sofern mit den Schulinteressen vereinbar – der Öffentlichkeit sowie Forschungs- und Wirtschaftspartnern im Sinne von Open Science gemeinsam nutzbare Räume zugänglich zu machen. Der Kanton Zürich, die Stadt Winterthur und die ZHAW unterzeichneten zu diesem Zweck eine gemeinsame Absichtserklärung, die eine verbindliche Grundlage für die künftigen Entwicklungsschritte der ZHAW bildet. Wie bisher soll die Entwicklung im näheren Umfeld des Winterthurer Hauptbahnhofs an den drei ZHAW-Standorten Sulzer-Areal, Technikum und St. Georgen stattfinden. Die Hochschule soll gut in das Stadtgefüge integriert und mit städtischen Freiräumen sowie den angrenzenden Quartieren

    verbunden sein.

    Während die Nutzungen auf dem Sulzer-Areal auf der bestehenden Fläche weiterentwickelt werden, wird im Gebiet zwischen dem Technikum und den Zeughäusern eine schrittweise Erweiterung angestrebt. In einer ersten Etappe sollen ein Ausbau des Areals an der Technikumstrasse («Campus T») sowie eine Erweiterung der ZHAW auf dem Teuchelweiherplatz erfolgen. Dieser Standort wird gemeinsam mit der Stadt Winterthur schrittweise zum «Wissensquartier» entwickelt. Die heutigen Nutzungen auf dem Teuchelweiherplatz durch Dritte werden auf das Areal der armasuisse und Teile der Zeughauswiesen verlagert. Am Standort St. Georgen wird eine Erweiterung über die Gleise auf das SBB-eigene Lindareal geprüft. Dort reduziert sich der bahnbetriebliche Platzbedarf der SBB, womit an zentraler Lage eine Fläche von rund 18’000 Quadratmetern städtebaulich entwickelt werden kann. Die SBB plant auf dem Lindareal ein breites Angebot an Wohn- und Arbeitsräumen, öffentliche Erdgeschosse mit diversen Nutzungen, für alle zugängliche Grün- und Freiräume und eine Umnutzung der denkmalgeschützten Bestandsbauten. Diese Vielfalt leistet einen wichtigen Beitrag an ein attraktives zukünftiges Quartier. Aufgrund seiner Nähe zum Standort St. Georgen eignet sich das Lindareal als möglicher neuer Standort für die ZHAW. Die Stadt Winterthur plant, mit einer neuen Fussgängerbrücke das Lindareal und das Kantonsspital Winterthur mit dem Bahnfussweg zum Hauptbahnhof und mit dem SISKA-Areal («Banane») zu verbinden.

    Gebietsmanagement gewährleistet Gesamtsicht

    Um in den kommenden Jahren die planungs- und baurechtlichen Grundlagen zu schaffen und die geplante Weiterentwicklung zu realisieren, setzen die Baudirektion, die Bildungsdirektion, die ZHAW und die Stadt Winterthur gemeinsam ein so genanntes «Gebietsmanagement» ein. Dadurch wird gewährleistet, dass die komplexen Arbeiten langfristig aus einer Gesamtsicht und koordiniert erfolgen.

    Die aufeinander abgestimmte Entwicklung bringt diverse Vorteile mit sich. Die Investitionen

    stärken den Kanton Zürich als Bildungs- und Wirtschaftsstandort – dies ist insbesondere vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels von Bedeutung. Den Studierenden und Lehrenden der ZHAW stehen mittel- und langfristig neue Gebäude mit moderner Infrastruktur zur Verfügung. Durch die räumliche Konzentration kann die Hochschule zudem Synergien besser nutzen, dies vereinfacht den Studien- sowie den Forschungsbetrieb. Die Winterthurer Bevölkerung wiederum profitiert von Quartieren, die über attraktive Aussenanlagen und Freiräume sowie verkehrsberuhigte Zonen verfügen und gut in die Stadt eingebettet sind. Vielfältige Nutzungen beleben die Gebiete auch ausserhalb der Unterrichts- und Lernzeiten. Zudem schafft die ZHAW Arbeitsplätze, bildet wertvolle Fachkräfte aus, unterstützt die Gründung von Start-ups und kooperiert mit lokalen Unternehmen.