Schlagwort: Gasversorgung

  • Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Die Umstellung der Schweizer Energieversorgung auf erneuerbare Quellen kommt nur langsam voran. Das zeigt die siebte Benchmarkstudie des Bundesamtes für Energie (BfE), an der diesmal 111 Energieversorger aus der ganzen Schweiz teilgenommen haben.

    Danach stagniert der Anteil der Erneuerbaren im Vergleich zur sechsten Studie 2021/22 bei den teilnehmenden Versorgern beim Strom bei etwas über 80 Prozent, bei der Wärme leicht darunter, beim Gas bei knapp 10 Prozent. Vier Versorger haben die Ziele beim Strom bereits mit über 90 Prozent erfüllt, darunter Energie Wasser Bern (ewb) und die Services Industriels de Genève mit 95 Prozent und Eniwa in Aarau und EWZ in Zürich mit 94 Prozent. Bei der Wärme liegen EWZ mit 95 Prozent und Energie Uster und Eniwa mit je 92 Prozent Zielerfüllung vorn. Bei der Gasversorgung liegen nur ewb mit 88 Prozent und Technische Betriebe Glarus mit 84 Prozent über 80 Prozent Zielerfüllung.

    Die Digitalisierung bildet namentlich für kleine Versorger eine grosse Herausforderung. Ein Viertel von ihnen hat dafür nicht mal eine Strategie. Die knappe Hälfte hat eine Strategie, aber keine konkreten Ziele.

    Auch bei Massnahmen zur Energieeffizienz harzt es. Erst 45 Prozent der teilnehmenden Stromversorger haben bereits eine Strategie mit quantifizierten Zielen.

    Das Benchmarking selbst hat laut einer Mitteilung des BfE zur Studie mit Webinars, Veranstaltungen und Informationsmaterial einen Beitrag zum Wissenstransfer in der Branche geleistet.

  • Neue Projekte für Dekarbonisierung der Gasbranche starten 2025

    Neue Projekte für Dekarbonisierung der Gasbranche starten 2025

    Die EPFL und der Westschweizer Gasversorger Gaznat haben laut einer Mitteilung eine Rahmenvereinbarung über den Ausbau ihrer Zusammenarbeit unterzeichnet. Diese sieht drei Ausschreibungen für Projekte der Forschung und Entwicklung vor, die einen erheblichen Beitrag zu einer sauberen Gasversorgung leisten können. Die erste Ausschreibung ist für Anfang 2025 vorgesehen.

    Die Siegerprojekte werden von einem wissenschaftlichen Beirat ausgewählt, dem jeweils vier Vertreter beider Seiten angehören.  Dazu gehören der Gaznat-CEO Gilles Verdan, Wendy Lee Queen und Yasmine Calisesi vom EPFL Energy Center sowie EPFL-Vizepräsident Edouard Bugnion. Ein Programmmanager wird die Ausschreibungen koordinieren und die ausgewählten Projekte begleiten.

    Die EPFL und Gaznat haben im Rahmen von drei Ausschreibungen bereits 17 Projekte gemeinsam finanziert. Gaznat eröffnete 2023 sein Innovationslabor in Aigle.

    Gaznat mit Sitz in Lausanne beschafft und transportiert Gas für Partnerunternehmen in der Westschweiz. Das Unternehmen will sein Angebot bis 2050 klimaneutral gemacht haben. „Dank unserer Forschungs- und Entwicklungszusammenarbeit mit der EPFL kommen wir unserem Ziel der Klimaneutralität näher und können unsere Branche dekarbonisieren“, werden Gaznat-Verwaltungsratspräsident René Bautz und CEO Gilles Verdan in der Mitteilung zitiert.

  • Produktion von Biogas stösst im Laufental-Thierstein auf Interesse

    Produktion von Biogas stösst im Laufental-Thierstein auf Interesse

    Die Erdgas AG Laufenstein-Thierstein (GASAG) mit Sitz in Münchenstein klärt ab, wo in der Region eine Biogasanlage gebaut und wie sie finanziert werden kann. Die Anlage müsste in der Nähe einer Gasleitung liegen, etwa in bei der Gasstation Müsch in Laufen, schreibt sie in einem Brief an Landwirte in der Region. Aus baurechtlichen Gründen müssten Landwirte Eigentümer der Biogas- und der Aufbereitungsanlage sein. GASAG würde die Abnahme des Biogases garantieren.

    Der regionale Gasversorger mit Sitz in Münchenstein hat in den vergangenen Monaten eine Potenzialerhebung vornehmen lassen. Die von ihr beauftragte BOHA AG befragte laut einer Mitteilung 38 Landwirte in der Region, ob sie zur Abgabe von Gülle und Mist und zur Entgegennahme der Reststoffe bereit seien. 23 Landwirte mit insgesamt maximal 2000 Grossvieheinheiten erklärten sich zur Teilnahme bereit. Das entspricht einem Potenzial von 7 bis 8 Gigawattstunden. Damit könnten 20 Prozent des GASAG-Verbrauchs gedeckt werden.

    Die 1993 gegründete GASAG gehört der Primeo Wärmeholding AG, den Einwohnergemeinden Breitenbach, Büsserach, Dittingen, Meltingen und Zwingen sowie der Stadt Laufen. Die Geschäfte werden von Primeo Energie geführt.

  • Stilllegung der Gasleitungen in Zürich Seebach

    Stilllegung der Gasleitungen in Zürich Seebach

    Gemäss Stadtratsbeschluss vom Oktober 2012 legt Energie 360° etappenweise die Gasleitungen in Zürich Nord still. Ab Juni 2021 ist die Gasleitungen in Zürich Seebach an der Reihe. Nach Schwamendingen soll bis 2024 auch in den Fernwärmegebieten Seebach, Oerlikon, Neuaffoltern und Unterstrass-Nord kein Gas zum Heizen oder Kochen mehr verwendet werden, wie Energie 360° in einer Mitteilung schreibt.

    Von der Stilllegung der Gasversorgung sind im gesamten Fernwärmegebiet Zürich Nord derzeit noch rund 550 Liegenschaften betroffen. Etwa 200 davon werden mit Gas beheizt; in weiteren 350 Liegenschaften befinden sich Gaskochherde, Wassererwärmer oder andere ans Gasnetz angeschlossene Apparate. Seit 2016 unterstützen Energie-Coaches die Liegenschaftsbesitzerinnen und -besitzer beim Ersatz ihrer Gasheizung. Für Gasgeräte, die zwischen 2002 und 2011 installiert und bis zur Stilllegung nicht vollständig amortisiert sind, entrichtet Energie 360° zudem eine Restwertentschädigung.

    Neue Projekte für die Wärmeversorgung

    Das Unternehmen verfolgt gleichzeitig Projekte zur Transformation von Zürichs Wärmeversorgung. In den neuen Fernwärmegebieten Oberstrass, Unterstrass, Wipkingen, Industrie und Aussersihl realisiert Energie 360° Gemeinschaftsanschlüsse ans Fernwärmenetz von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. In Planung sind darüber hinaus Energieverbünde, um den heutigen Gaskundinnen klimafreundlichere Wärme anzubieten. Weil zukünftig weniger Gas benötigt wird, geht Energie 360° davon aus, dass sie bis 2050 etwa einen Drittel ihres Gasnetzes auf Stadtgebiet ausser Betrieb nehmen wird. Dort, wo Gas unverändert zum Einsatz kommt wird der Anteil an erneuerbarem Gas schrittweise erhöht.