Schlagwort: Gebäudemodernisierung

  • Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Besonders deutlich zeigt sich das bei alternden Aufzügen und Rolltreppen. Weltweit sind davon rund 10 Millionen solcher Anlagen in Betrieb, die meisten in dicht besiedelten Stadtzentren. Sie sind anfälliger für Störungen und Sicherheitsrisiken. Oft schränken alternde Aufzüge auch Menschen mit Behinderungen in ihrer Bewegungsfreiheit ein, zum Beispiel durch umständlich zu öffnende Drehtüren.

    Modernisierung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit oder des Komforts. Sie ist auch eines der wirksamsten Instrumente zur Emissionsreduzierung. Das Bauwesen ist bereits für etwa 40 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – eine Zahl, die sich innerhalb von 25 Jahren verdoppeln könnte, wenn nichts unternommen wird. Die Europäische Kommission schätzt, dass 85 bis 95 % der Gebäude, die im Jahr 2050 existieren werden, bereits heute stehen. Ein Ersatz dieser Gebäude ist keine Option. Der Schlüssel zur CO₂-Reduktion ist daher nicht der Neubau, sondern das Nachrüsten der älteren, aber noch funktionierenden Systeme.

    Für alle, die ihre Gebäude und Städte lebendig erhalten wollen, ist Modernisierung eine notwendige Investition in Resilienz, Nachhaltigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Vernetzte, datengesteuerte Systeme können heute Verschleiss erkennen, Wartungsbedarf vorhersagen und die Lebensdauer von Anlagen verlängern – und machen Städte damit nicht nur sicherer, sondern auch smarter und ökologischer.

    Für viele Gebäudeeigentümer ist die Modernisierung nach wie vor eine Herausforderung. Hohe Investitionskosten, lange Ausfallzeiten und die Unsicherheit darüber, wo man anfangen soll, sind häufige Bedenken. Oft bietet sich eine partielle Modernisierung als vernünftiger Mittelweg an. Sie kombiniert die Vorteile neuer Technologien mit der Weiterverwendung intakter Komponenten und reduziert so Kosten und Betriebsunterbrechungen erheblich – ohne den Aufwand und die Stillstandszeiten einer vollständigen Erneuerung in Kauf nehmen zu müssen. Im Aufzugsbereich lassen sich dadurch bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber einem Komplettaustausch einsparen.

    Unsere Städte lassen sich nicht neu zeichnen, aber sie lassen sich weiterentwickeln. Wenn wir die Mobilitätssysteme modernisieren, die täglich Millionen von Menschen befördern, schaffen wir städtische Umgebungen, die sicherer, integrativer und klimafreundlicher sind – und bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

  • 61 Millionen für klimafreundliche Gebäude

    61 Millionen für klimafreundliche Gebäude

    Gebäude sind im Kanton Zürich für über 40 Prozent des Energieverbrauchs und 30 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Seit September 2022 gilt darum, Öl- und Gasheizungen in bestehenden Gebäuden müssen am Ende ihrer Lebensdauer durch klimafreundliche Alternativen ersetzt werden, wenn dies technisch und finanziell möglich ist. 2025 stehen für diesen Wandel 61 Millionen Franken an Fördergeldern bereit. Diese Mittel fliessen gezielt in Massnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zur Förderung nachhaltiger Heizsysteme.

    Stärkere Förderung für grössere Heizungsersätze
    Das Förderprogramm legt 2025 einen besonderen Schwerpunkt auf den Ersatz grösserer fossiler Heizungen. Während die Sockelbeiträge für kleinere Anlagen leicht gesenkt wurden, profitieren grössere Heizungen ab etwa 30 Kilowatt Leistung von erhöhten, leistungsabhängigen Förderungen. Dies trägt den höheren technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen bei solchen Projekten Rechnung.

    Belohnung für umfassende Gebäudemodernisierungen
    Eine gut gedämmte Gebäudehülle spart Heizenergie, reduziert Heizkosten und verbessert das Wohnklima. Daher wird bei Gesamtmodernisierungen ein zusätzlicher Anreiz gesetzt. Wer mindestens 90 Prozent der Dämmfläche von Dach, Fassaden und Böden modernisiert, erhält einen Zusatzbeitrag. Förderungen für Modernisierungen nach MINERGIE-Standard sind ab 2025 an die Zusatzzertifizierung «ECO» geknüpft, um auch Aspekte wie Kreislauffähigkeit und graue Energie zu berücksichtigen.

    Unterstützung für dezentrale Heizsysteme
    Dezentral installierte Elektro- oder fossile Heizungen stellen eine besondere Herausforderung dar. Ab 2030 sind stromintensive Elektroheizungen im Kanton Zürich verboten. Hauseigentümer, die solche Systeme durch klimafreundliche Alternativen ersetzen, profitieren neu von mindestens 15 000 Franken Zuschuss für die Installation eines Wärmeverteilsystems. Dies soll die aufwändige Umrüstung erleichtern und beschleunigen.