Schlagwort: Gemeindeentwicklung

  • Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg kämpft ums Überleben

    Regensberg zählt per Ende 2024 genau 477 Einwohner. Trotz zwei Steuererhöhungen in den letzten Jahren reichen die Einnahmen nicht, um die Gemeindeaufgaben zu finanzieren. Das strukturelle Defizit bedroht die Eigenständigkeit des mittelalterlichen Landstädtchens auf dem Felssporn über Dielsdorf. Eine Fusion mit einer Nachbargemeinde steht im Raum, ein Szenario, das viele Regensberger vermeiden wollen.

    Eine Wiese als Wendepunkt
    Der Anstoss kam im April 2024 an einem Zukunftstag, an dem die Bevölkerung erstmals offen über das Schicksal ihrer Gemeinde diskutierte. Auf der Agenda war die Wiese Pünt, das letzte grössere Bauland im Dorf. Aus dieser Diskussion entstand die Idee einer Genossenschaft. Im Juli 2025 wurde die Baugenossenschaft Pünt Regensberg offiziell ins Handelsregister eingetragen.

    40 Wohnungen, 80 neue Menschen
    Das Projekt, ein vierstöckiger Bau mit 41 Wohnungen soll auf der Pünt entstehen, rund drei Viertel davon grosse Familienwohnungen mit 4,5 bis 5,5 Zimmern, der Rest kleinere Einheiten mit 2,5 bis 3,5 Zimmern. Die Genossenschaft rechnet mit 60 bis 80 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern. Für eine Gemeinde der Grösse Regensberg entspricht das einem Bevölkerungszuwachs von rund 15 Prozent. Ein Wettbewerb zur Findung des Projektteams wurde bereits im Jahr 2025 durchgeführt.

    Mehr als Steuern
    Das Ziel ist nicht nur fiskalisch. Regensberg weist das vierthöchste Durchschnittsalter aller Zürcher Gemeinden auf. Jüngere Familien sollen kommen und damit auch die Primarschule sichern, denn ohne Schule keine Familien, ohne Familien kein Dorfleben. Das flexible Nutzungskonzept erlaubt zudem, dass ältere Personen aus ihrem Einfamilienhaus in eine passende kleinere Wohnung wechseln können, ohne den Ort verlassen zu müssen.

    Gemeinnützig statt spekulativ
    Wäre das Projekt in privaten Händen gelandet, wären die Wohnungen auf der attraktiven Lage primär Anlageobjekte geworden. Die Genossenschaft vermietet dagegen auf Basis der Kostenmiete, also ohne Gewinnabsicht. Finanziert wird das Vorhaben über Anteilscheine, Mitgliederdarlehen, staatliche Förderung und Bankenhypotheken, mit einer angestrebten Eigenkapitalquote von 35 bis 40 Prozent.

    2028 steigen die Kräne
    Weil Regensberg im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder eingetragen ist, gelten beim Bauen besonders strenge Auflagen. Die Baubewilligung soll 2027 vorliegen, der Baubeginn ist für 2028 geplant. Ein oder zwei Jahre später könnten die ersten Wohnungen bezogen werden. Ob die Genossenschaft das strukturelle Defizit allein löst, bleibt offen. Doch sie beweist, manchmal rettet ein Dorf sich selbst.

  • Neues Wohnquartier bringt Dynamik nach Spreitenbach

    Neues Wohnquartier bringt Dynamik nach Spreitenbach

    Das Quartier Tivoli Garten belebt die Gemeinde Spreitenbach, heisst es in einer Mitteilung. Seit Mitte Juli können dort Menschen einziehen und bis Mitte September hätten bereits mehr als 500 Einwohnerinnen und Einwohner davon Gebrauch gemacht, so die Gemeinde unter Berufung auf die Zahlen von Einwohnerdiensten.

    Die grösste Gruppe stellen dabei die 226 Personen (45 Prozent), die aus dem Kanton Zürich in den Tivoli Garten gezogen sind. Es folgen 121 Personen (24 Prozent) aus dem Kanton Aargau, 89 Personen (18 Prozent), die innerhalb von Spreitenbach umgezogen sind, 49 Personen (10 Prozent) aus anderen Kantonen sowie 22 Personen (4 Prozent), die aus dem Ausland in den Tivoli Garten gezügelt sind.

    Der Tivoli Garten bietet auf einer Fläche von 15’000 Quadratmetern insgesamt 445 Mietwohnungen (1,5 bis 5,5 Zimmer) und kleine Gewerbeflächen. Ein Gemeinschaftsgarten mit Spielplatz dient als Begegnungsfläche für die Bewohnenden.

  • Bebauungspläne werden in Hünenberg überarbeitet und erweitert

    Bebauungspläne werden in Hünenberg überarbeitet und erweitert

    Die OSRI AG aus Luzern unterstützt die Zuger Gemeinde Hünenberg bei der Umsetzung zweier Bebauungspläne. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, soll das Unternehmen für Städteplanung und Raumentwicklung die Gemeinde bei der Überführung bestehender Bebauungspläne Hilfe leisten, Planungsgrundlagen bereinigen und mit kantonalen Behörden abstimmen. Dabei soll eine konsistente, rechtskonforme Basis geschaffen werden.

    Parallel zu diesen Arbeiten soll OSRI einen Bebauungsplan für die Ortsschutzzone Langrüti erarbeiten. Hier sollen sowohl die bauliche Struktur, die Freiraumplanung sowie die ortsbauliche Anbindung integriert werden.

    Mit dem gemeinsamen Projekt will Hünenberg eine nachhaltige Gemeindeentwicklung vorantreiben, in der der Bestand mit zukünftigen Entwicklungen vereinbart wird.

  • Bergdietikon erteilt Baubewilligung für Alters- und Pflegezentrum  

    Bergdietikon erteilt Baubewilligung für Alters- und Pflegezentrum  

    Der Gemeinderat Bergdietikon gibt laut einer Mitteilung der Oase Gruppe grünes Licht für den Bau eines Alters- und Pflegezentrums im Gebiet Hintermatt. Dort sollen Alterswohnungen und Pflegeplätze entstehen. Die Baubewilligung tritt voraussichtlich Ende Mai in Rechtskraft, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde.

    Die Planung für das Alters- und Pflegezentrum Hintermatt im Bergdietiker Ortsteil Kindhausen dauere bereits rund zwölf Jahre, heisst es in der Mitteilung. Sie startete mit einer Gemeindeversammlung und dem Verkauf des Landes in der Hintermatt an die Oase Holding AG in Baar ZG. Im November 2023 reichte Oase das Baugesuch ein.

    Die Oase Gruppe mit Sitz in Dübendorf ZH betreibt schweizweit an derzeit acht Standorten verschiedenste Wohnkonzepte im Bereich Wohnen im Alter, betreutes Wohnen, Pflege von betreuungsbedürftigen Personen sowie in der Langzeit- und Palliativpflege, heisst es vom Unternehmen. Weitere sieben Projekte, darunter Bergdietikon, sind in Planung.

    Gemäss dem Richtprojekt, welches dem Gestaltungsplan zugrundegelegt wurde, wird Oase ein Zentrum mit rund 64 Alterswohnungen und 45 Pflegeplätzen erstellen. Gegen das Baugesuch hatten sieben Parteien Einwendung erhoben. Nachdem die öffentliche Auflage im Sommer 2024 abgeschlossen wurde, fanden mehrere Einwendungsverhandlungen zwischen der Bauherrschaft und den Einwendenden statt. Die Verhandlungen konnten vor Ostern beendet werden und der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 22. April die Baubewilligung erteilt, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde.

    Nach der Planung der Gemeinde und der Oase Gruppe soll das neue Alters- und Pflegeheim ab dem 4. Quartal 2027 in Betrieb gehen.