Schlagwort: Gesellschaft

  • Aargau gestaltet Zukunft mit Entwicklungsleitbild

    Aargau gestaltet Zukunft mit Entwicklungsleitbild

    Der Kanton Aargau ist ein dynamischer Raum mit hoher Lebensqualität und wirtschaftlicher Attraktivität. Um diese Stärke langfristig zu sichern, hat der Regierungsrat das Entwicklungsleitbild (ELB) 2025–2034 verabschiedet. Dieses formuliert klare Ziele und Handlungslinien, die auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit antworten, Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel.

    Im Zentrum steht der Anspruch, die Weiterentwicklung des Kantons aktiv zu gestalten und dies in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Bevölkerung. Der Leitgedanke «Gemeinsam für den Aargau» bringt diesen kollaborativen Ansatz auf den Punkt. Nur im Verbund lassen sich die Ambitionen in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Verwaltung erfolgreich umsetzen.

    Drei strategische Schwerpunkte für eine starke Region
    Wirtschaftsförderung ganzheitlich denken und intensivieren
     Der Aargau will sich weiterhin als attraktiver Standort für Unternehmen, Forschung und Innovation positionieren. Dazu werden gezielte Rahmenbedingungen geschaffen, um Wertschöpfung und Beschäftigung im Kanton zu halten und auszubauen.

    Raum gestalten, Grundlagen sichern
     Im Spannungsfeld zwischen Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Natur ist eine kluge Raumplanung essenziell. Ziel ist eine vorausschauende Steuerung von Nutzungskonflikten sowie der Schutz natürlicher Ressourcen.

    Leistungsfähige Gemeindestrukturen stärken
    Die öffentliche Hand soll effizient, kooperativ und bürgernah agieren. Gemeindefusionen, interkommunale Zusammenarbeit und digital gestützte Dienstleistungen bilden dafür die Grundlage.

    Diese Schwerpunkte sind mit 30 konkreten Stossrichtungen unterlegt, die im Aufgaben- und Finanzplan integriert sind und jährlich überprüft werden.

    Nachhaltigkeit braucht Handlungsspielraum
    Der finanzielle Rahmen für die Umsetzung der Strategie ist gesichert. Auch wenn ab 2026 strukturelle Defizite erwartet werden, erlaubt die gut gefüllte Ausgleichsreserve die Fortführung aller geplanten Massnahmen bis 2034. Steuerliche Entlastungen werden situationsabhängig und mit Blick auf die finanzielle Gesamtlage geprüft. So bleibt der Handlungsspielraum des Kantons auch langfristig gewahrt.

    Von der Vision zur Umsetzung
    Die Umsetzung des ELB erfolgt stufenweise und ist eng mit der Mittelfristplanung verknüpft. Bereits laufen zahlreiche Projekte im Rahmen der bestehenden Entwicklungsagenda, von energieeffizientem Bauen über Innovationsförderung bis zu integrativen Wohnraummodellen. Neue Vorhaben werden künftig gezielt initiiert, priorisiert und mit geeigneten Ressourcen ausgestattet.

    Die Fortschritte werden jährlich transparent ausgewiesen. Ein wichtiger Schritt für eine faktenbasierte und vertrauensvolle Standortpolitik. Der Regierungsrat bekennt sich damit zu einer agilen, dialogorientierten Steuerung der kantonalen Entwicklung, in enger Abstimmung mit allen relevanten Akteuren.

    Das Entwicklungsleitbild 2025–2034 ist weit mehr als ein politisches Planungsinstrument. Es ist ein kraftvolles Versprechen, an eine Bevölkerung, die auf Lebensqualität setzt. An Unternehmen, die Verlässlichkeit und Innovation suchen und an Gemeinden, die ihre Zukunft selbstbewusst mitgestalten wollen. Der Aargau positioniert sich damit als moderner Kanton mit klarem Kompass. Wirtschaftlich stark, ökologisch verantwortungsvoll und gesellschaftlich verankert.

  • Schweizer Datenökosystem

    Schweizer Datenökosystem

    Daten sind eine zentrale Ressource für wirtschaftliche Entwicklung, Forschung und gesellschaftlichen Fortschritt. Um zu verhindern, dass Daten in isolierten Silos verbleiben, setzt der Bund auf ein nationales Datenökosystem. Dieses umfasst themenspezifische Datenräume, in denen Unternehmen, Hochschulen, Behörden und Organisationen sicher und kontrolliert Daten austauschen können.

    Der Bundesrat hat die Bundeskanzlei beauftragt, eine zentrale Anlaufstelle zur Koordination dieser Datenräume zu schaffen. Die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz, die am 15. Januar 2025 ihren Betrieb aufgenommen hat, wird von der Bundeskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation, dem Bundesamt für Statistik und der Direktion für Völkerrecht betrieben.

    Koordination, Beratung und internationale Vernetzung
    Die Hauptaufgabe der Anlaufstelle besteht darin, Grundlagen für ein interoperables Datenökosystem zu schaffen. Dazu gehören Regelwerke, technische Standards und organisatorische Strukturen. Gleichzeitig unterstützt sie laufende Datenraumprojekte mit konzeptioneller, organisatorischer und rechtlicher Beratung.

    Ein zentrales Element ist die Vernetzung der relevanten Akteure. In sogenannten Communities of Practice können Fachleute Wissen und Erfahrungen austauschen, um die Entwicklung gemeinsamer Datenlösungen zu beschleunigen. Darüber hinaus arbeitet die Anlaufstelle mit internationalen Partnern wie dem Fraunhofer-Institut zusammen, um die Kompatibilität schweizerischer Datenräume mit europäischen und globalen Initiativen sicherzustellen.

    Daten für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft nutzbar machen
    Mehrere Datenraumprojekte befinden sich bereits im Aufbau, etwa in den Bereichen Gesundheit («DigiSanté»), Tourismus («Nationale Dateninfrastruktur für den Tourismus») und Landwirtschaft («agridata.ch»). Ein weiteres Beispiel ist der geplante Mobilitätsdatenraum, in dem Akteure des öffentlichen Verkehrs, der Logistik und der Behörden Mobilitätsdaten austauschen. Dies ermöglicht effizientere Verkehrssteuerung, optimierte Routenplanung für Spediteure und schnellere Reaktionszeiten für Blaulichtorganisationen.

    Mit der neuen Anlaufstelle setzt die Schweiz einen wichtigen Schritt, um das Potenzial von Daten nachhaltig zu nutzen und digitale Innovationen über Branchen- und Verwaltungsgrenzen hinweg zu fördern.

  • Zwei Schweizer Immobilienriesen vor Fusion

    Zwei Schweizer Immobilienriesen vor Fusion

    Die Cham Group und Ina Invest, eine an der SIX Swiss Exchange notierte Immobiliengesellschaft, haben eine Absichtserklärung für eine Fusion unterzeichnet. Diese soll als „Merger of Equals“ bis 2025 vollzogen werden. Die Fusion würde eine neue, starke Kraft im Immobiliensektor schaffen, die zu den Spitzenreitern der Branche zählt.

    Ein erstklassiges Portfolio an Schlüsselstandorten
    Das kombinierte Portfolio der beiden Unternehmen umfasst hochwertige Liegenschaften und Entwicklungsprojekte in den wirtschaftlich stärksten Regionen der Schweiz, darunter Basel, Cham, Genf, Lausanne, Winterthur und Zürich. Besonders beeindruckend: Der Wohnanteil wird nach Fertigstellung über 50 % betragen, was den Fokus auf nachhaltiges und zukunftsweisendes Wohnen in urbanen Ballungsräumen unterstreicht.

    Nachhaltigkeit und Synergien als Erfolgsfaktoren
    Beide Gesellschaften legen höchsten Wert auf Nachhaltigkeit und planen, diese Standards bei der Entwicklung und Bewirtschaftung der Liegenschaften konsequent umzusetzen. Der Zusammenschluss bringt nicht nur ein grösseres Portfolio, sondern auch klare Vorteile: Skaleneffekte, mehr Flexibilität in der Projektrealisierung und verbesserte Finanzierungsmöglichkeiten.

    Aktuell befinden sich die Gespräche noch in einem frühen Stadium. Sollten die Verhandlungen erfolgreich verlaufen, wird im Frühjahr 2025 auf den Generalversammlungen der beiden Unternehmen über die Fusion abgestimmt. Ein Zusammenschluss würde die Kräfte im Schweizer Immobilienmarkt neu ordnen und Chancen für eine nachhaltige Zukunft schaffen.

  • Die CO2-neutrale Zukunft als gemeinsames Ziel

    Die CO2-neutrale Zukunft als gemeinsames Ziel

    Die Zusammenarbeit zwischen Zimmermann und Ackermann zielt darauf ab, innovative Wege zur Nutzung der Atmosphäre als Ressource zu erforschen. Die Empa und die Eawag arbeiten gemeinsam daran, Technologien zu entwickeln, die CO2 effektiv binden und somit zur Dekarbonisierung beitragen. Trotz der hohen Erwartungen und des Drucks, Lösungen zu liefern, sehen beide eine dringende Notwendigkeit zum Handeln und sind optimistisch, einen bedeutenden Beitrag leisten zu können.

    Forschung und Kooperation als Schlüssel zum Erfolg
    Die Forschungseinrichtungen setzen nicht nur auf ihre interne Expertise, sondern auch auf die Kooperation innerhalb des gesamten ETH-Bereichs und mit internationalen Partnern. Ziel ist es, durch die Bündelung von Wissen und Ressourcen praktikable Lösungen für die Klimakrise zu entwickeln. Die Eawag, spezialisiert auf Wasserforschung, und die Empa, fokussiert auf Materialwissenschaften, ergänzen sich perfekt in ihrem Bestreben, sowohl die Klimaanpassung als auch den Klimaschutz voranzutreiben.

    Zukunftsorientierte Projekte und Technologien
    Von der Entwicklung negativer Emissions-Technologien bis hin zur Erschliessung neuer Energieträger aus CO2 arbeiten die Forschenden an Projekten, die einen langfristigen Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft ermöglichen sollen. Die Initiativen umfassen sowohl die Verbesserung bestehender Technologien als auch die Erforschung innovativer Ansätze zur CO2-Reduktion aus der Atmosphäre.

    Zurzeit werden die verschiedenen «Säulen» des Konzepts erarbeitet, wie das Gewinnen des CO2, dessen chemische Umwandlung und schliesslich Technologien, um daraus wertschöpfende Materialien herstellen zu können, in denen der Kohlenstoff langfristig gebunden wird. Es sind bereits erste Projekte für Negativemissionstechnologien an der Empa in Entwicklung, etwa Isolationsmaterialien aus Biokohle und Zementarten, die CO2 im Abbindeprozess aufnehmen statt freizusetzen. Nächstes Jahr sollen weitere Initiativen starten.  Frau Zimmermann selbst möchte, aufgrund ihres Forschungsbackgrounds, ein Holzthema lancieren. Erste Gespräche zwischen verschiedenen Akteuren sind gestartet.

    Finanzierung und Unterstützung der Forschungsinitiativen
    Die Finanzierung der ambitionierten Projekte wird durch verschiedene Quellen sichergestellt, darunter Fördermittel und Beiträge der beteiligten Institutionen. Ziel ist es, durch die Forschungsarbeit nicht nur die Schweiz, sondern auch die globale Gemeinschaft im Kampf gegen den Klimawandel zu unterstützen.

    Die Schweiz als Vorreiter im Klimaschutz
    Auf Grund der guten Rahmenbedingungen ist die Schweiz international nach wie vor. Die Positionierung ist optimal, um Technologien und Konzepte zu entwickeln und diese international anzuwenden und zu vermarkten. Dadurch steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie und leistet einen wertvollen Beitrag zum globalen Klimaschutz.

    Unter diesem Link finden Sie das ganze Interview. https://www.empa.ch/web/s604/mining-the-atmosphere-interview-tanja-zimmermann-martin-ackermann

  • Ina Invest Holding AG und Ina Invest AG verschmelzen zu einer Gesellschaft

    Ina Invest Holding AG und Ina Invest AG verschmelzen zu einer Gesellschaft

    Die Ina Invest Holding AG, die im Juni 2020 aus der Abspaltung des Immobilienportfolios der Implenia AG hervorgegangen ist, plant eine Fusion mit ihrer Tochtergesellschaft Ina Invest AG. Die Tochtergesellschaft ist bisher für die Entwicklung, Realisierung und Bewirtschaftung der Immobilienprojekte der Ina Invest zuständig. Durch die Fusion (Up-Stream Merger) wird aus den beiden Gesellschaften eine einzige börsenkotierte Gesellschaft, die sämtliche Anteile an den Immobilienprojekten direkt hält. Die Beteiligungsverhältnisse bleiben unverändert. Die Implenia AG, die bisher eine Minderheitsbeteiligung von 42,5% an ihrer Tochtergesellschaft Ina Invest AG hielt, wird künftig rund 40% an der Ina Invest Holding AG halten. Die Publikumsaktionäre werden sich ebenfalls direkt an der Ina Invest Holding AG beteiligen.

    Der Verwaltungsrat der Ina Invest Holding AG wird der Generalversammlung vom 3. April 2024 den Fusionsvorschlag unterbreiten. Mit der Fusion soll die Gesellschaftsstruktur der Ina Invest vereinfacht werden, was zu Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen führen wird. Das Geschäftsmodell von Ina Invest, das auf die Entwicklung nachhaltiger und innovativer Immobilienlösungen ausgerichtet ist, bleibt unverändert. Ina Invest verfügt über ein attraktives Portfolio von 18 Projekten mit einem Marktwert von rund CHF 1.4 Mrd. in den Segmenten Wohnen, Büro und Gewerbe.

    Die Implenia AG wird weiterhin eine strategische Beteiligung an der Ina Invest halten, eng mit Ina Invest zusammenarbeiten und den Ausbau des Immobilienportfolios vorantreiben. Aus der Beteiligung von rund 40% ergibt sich für Implenia keine Pflicht, den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Die Statuten der Ina Invest Holding AG werden entsprechend angepasst. Die Fusion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung und der Erfüllung der üblichen Vollzugsbedingungen. Der Vollzug der Fusion wird im zweiten Quartal 2024 erwartet.

  • Admicasa gründet Fondsleitung und legt eigenen Immobilienfonds auf

    Admicasa gründet Fondsleitung und legt eigenen Immobilienfonds auf

    Bis Anfang 2024 will das Management einen weiteren Immobilienfonds auflegen. Dieser richtet sich an Kommunen, die sich mit dem Bau öffentlicher Einrichtungen wie Schulen, Spitälern und Heimen beschäftigen und die Erstellung von günstigem Wohnbau anstreben.

    Mit diesem Schritt erweitert die Admicasa Gruppe ihren Horizont: Admicasa entwickelt, realisiert und managt Immobilien, wobei das Segment Management insbesondere institutionelle Investoren anspricht. Mit der Fondsleitung richtet sich Admicasa nun auch an einen erweiterten Kreis von Anlegern.

    Das Verwaltungsratspräsidium der Admicasa Fondsleitung AG übernimmt Beat Langenbach. Der versierte Unternehmer ist Gründer einer erfolgreichen Brokergesellschaft und ehemaliger Präsident der Admicasa Gruppe.

    Beat Langenbach stehen drei hochkarätige Verwaltungsräte zur Seite: Professor Michael Trübestein ist Studiengangsleiter für Immobilienmanagement an der Universität Luzern und Träger verschiedener Verwaltungsratsmandate in der Immobilienwirtschaft. Thomas Bergmann ist als langjähriger Unternehmer in der

    Immobilienbranche breit verankert. Und Walter Keller bringt zwei Jahrzehnte Erfahrung in der Fondsindustrie mit, unter anderem als Head of Depotbank bei BNP Paribas.

    Mit Peter Csoport konnte Admicasa einen erprobten Investment- und Immobilienspezialisten gewinnen, der als CEO das operative Geschäft der Fondsleitung führen wird.

    Damit zählt der Schweizer Finanzplatz 53 bewilligte Fondsleitungen. Eine Mehrheit davon entfällt auf grosse Banken und Versicherungen. Die neue Admicasa Fondsleitung AG gehört zur exklusiven Gruppe der mittleren und unabhängigen Fondsleitungen. «Jetzt kann ein breiter Investorenkreis am Mehrwert teilhaben, den wir in der Immobilienbranche mit kreativen Lösungen schaffen», sagt Serge Aerne, Verwaltungsratspräsident der Admicasa Gruppe. «Wir wollen den Markt aufmischen.»

  • «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt, dem auch die kantonale Raumordnung sowie Landwirtschaftspolitik des Kantons Graubünden angegliedert ist?
    Mir gefällt die Vielfalt der Themen und Aufgaben. Als Regierungsrat bekommte ich Einblick in viele Bereiche des Kantons. Jeden Tag etwas Neues zu erleben und die Vielfalt des Kantons zu sehen, macht die Faszination des Amtes aus.

    Wie beschreiben Sie den Wirtschafts- und Lebensraum Graubünden?
    Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren. Graubünden bietet vielfältige Möglichkeiten, sei es im Tourismus oder in anderen Wirtschaftszweigen. Die faszinierende Outdoor-Arena Graubünden bietet einen kaum zu übertreffenden Ausgleich für alle die hier wohnen und arbeiten.

    Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sich der Kanton Graubünden als Wirtschaftsstandort erfolgreich entwickeln kann und ein angemessenes Arbeitsplatzangebot im Kanton zur Verfügung steht?
    Ein grosser Pluspunkt sind die Industrieflächen, die wir für die Standortentwicklung zur Verfügung haben. Entlang der A13 auf der Nord-Süd-Achse steht viel Raum für unternehmerische Aktivitäten bereit. Zudem sind hohe Investitionen für die Fachhochschule Graubünden geplant, um die heutigen Ausbildungs-
    und Forschungsmöglichkeiten umfassend auszubauen. Unser hervorragendes Angebot an Freizeitmöglichkeiten dient nicht nur unseren Gästen, sondern allen, die hier leben und arbeiten. Zusammen mit den attraktiven Arbeitsplätzen resultiert die einzigartige Lebensqualität in Graubünden.

    Wo sehen Sie derzeit die
    grössten Herausforderungen?

    Eine der grössten Herausforderungen für den Kanton ist die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen in der Altersvorsorge. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik schreitet die Alterung der Gesellschaft bei uns schneller voran als in anderen Kantonen. Die zweite Herausforderung ist der Mangel an Arbeitskräften, ich spreche bewusst nicht von Fachkräften. Auch in Graubünden haben viele Bereiche Schwierigkeiten, Personal zu finden. Ein drittes Beispiel: In der Raumplanung sind Kanton und Gemeinden mit der Umsetzung der Raumplanungsgesetzesrevision – insbesondere mit der Verdichtung der Bauzonen – gefordert. Das enge raumplanerische Korsett bremst ein Stück weit unser Wachstum.

    Wie abhängig ist der
    Kanton vom Tourismussektor?

    Der Tourismus ist nach wie vor die tragende Säule der Bündner Wirtschaft. Rund ein Drittel des BIP wird im Tourismus erwirtschaftet, 70% davon im Wintertourismus. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Wirtschaft stark zu diversifizieren. Gerade im Bündner Rheintal entsteht ein Cluster mit Hightech-Unternehmen im Medizinalbereich wie Hamilton und Integra Biosciences und weiteren Industriebereichen. Mittlerweile haben wir rund 6000 Mitarbeitende in Hightech-Unternehmen in dieser Region.

    Was macht den Kanton Graubünden
    für Unternehmen attraktiv?

    Wir haben die Innovationsstrategie entwickelt, um Forschung, Entwicklung und Innovation näher an die Unternehmen zu bringen und die Gründung oder Ansiedlung von Start-ups in Graubünden zu fördern. Der Technopark Graubünden in Landquart bietet seit 2020 Raum und Dienstleistung damit sich Start-ups niederlassen, entwickeln und vernetzen können. Unser Trumpf sind, wie gesagt, die Industrieflächen. Auf dem Areal des «Industriepark Vial» in Domat/Ems konnten bestehende Firmen expandieren und neue Firmen angesiedelt werden und damit knapp 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Kanton besitzt auf dem Areal weitere 150’000 Quadratmeter sofort verfügbare Industriefläche. In San Vittore, im südlichen Teil von Graubünden angrenzend an den Wirtschaftsraum Bellinzona, gibt es weitere Flächen, die sich für Ansiedlungen eignen.

    Die Förderung von Start-ups ist ein wichtiges Anliegen der Politik. Wie gehen Sie diese Aufgabe an und welche Branchen oder Themen forciert der Kanton?
    Der Kanton hat mit dem Technopark Graubünden ein Angebot geschaffen, um Jungunternehmen im Technologiebereich zu fördern. Ein Raum, der ein Netzwerk und Know-how zur Verfügung stellt. Attraktive Angebote bestehen auch im Engadin und in der Surselva und weitere Projekte sind in Arbeit. Zur weiteren Unterstützung sind wir in das Ostschweizer Netzwerk INOS eingebunden und auch mit dem Innovationsökosystem Tessin aktiv vernetzt.
    Am Standort Davos entstehen in Zusammenarbeit mit den Zürcher Hochschulen zwei Forschungszentren mit Leuchtturmcharakter. Einerseits das bereits geschaffene Forschungszentrum zur Untersuchung von Klimawandel, Extremereignissen und Naturgefahren im alpinen Raum CERC sowie ein Forschungszentrum im Bereich Gesund und LifeSciences. Beide Institute sollen translationale Forschung betreiben und deren Erkenntnisse damit insbesondere auch durch Start-ups in anwendbare Massnahmen oder Therapien übersetzt werden können.

    Welches sind aus Ihrer Sicht die bedeutendsten Bauprojekte und Arealentwicklungen, die im Kanton Graubünden anstehen?
    Die Fachhochschule Graubünden in Chur wird von fünf auf einen Standort konzentriert. Damit entsteht für 151 Millionen Franken ein attraktiver Campus für Bildung, Forschung und Innovation.
    Aus meiner Sicht sind Arealentwicklungen im Kanton für die Ansiedlung von Industrieunternehmen von grosser Bedeutung. Deshalb unterstützen wir aktiv die Arealentwicklungen in Domat/Ems und hoffentlich bald auch im Misox, in San Vittore um dort in Zukunft auch mehrere hunderttausend Quadratmeter Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung stellen zu können.

    Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit, sprich Kreislaufwirtschaft ein und wie wird
    sie investitionsmässig gefördert?

    Für Graubünden ist die Kreislauf-wirtschaft ein wichtiges Thema. Die Rückgewinnung von Materialien aus bestehenden Produkten ist eine Chance für die Wirtschaft. Natürlich sind auch klimaneutrales Bauen, Biodiversität und aus meiner Sicht auch klimaneutrale Landwirtschaft wichtige Themen. Mit dem «Aktionsplan Green Deal» verfügt der Kanton Graubünden über ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und -anpassung – mit dem Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden. Jetzt starten wir in die zweite Phase, in der konkrete Maßnahmen definiert und hoffentlich auch mit finanziellen Mittel
    vom Grossen Rat bewilligt werden, damit wir ab 2025 in die Umsetzung gehen können.

    Wie steht es um die Zersiedlung
    im Kanton Graubünden und was wird dagegen unternommen?

    Die Zersiedelung und der damit verbundene Siedlungsbrei ist meines Erachtens nicht das Hauptproblem des Kantons Graubünden. Wir haben noch eine intakte Siedlungsstruktur und ein klar abgegrenztes Siedlungsgebiet. Die Herausforderung ist, dass für die ganze Schweiz das gleiche Raumplanungsgesetz gilt, obwohl die Herausforderungen völlig unterschiedlich sind. Hier wünsche ich mir, dass die nationale Politik den Kantonen und Gemeinden flexiblere Instrumente in die Hand gibt.

    Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
    Wir fahren auf zwei Schienen. Um der Digitalisierung den nötigen Schub zu verleihen, hat der Kanton einerseits einen Verpflichtungskredit von 40 Millionen zur Verfügung gestellt, um innovative Digitalisierungsprojekte zu unterstützen. Die Projekte müssen einen Beitrag zur Digitalisierung leisten, von Projektträgern aus der Wirtschaft kommen, innovativ sein und zur Wertschöpfung des Kantons beitragen.
    Andererseits muss der Kanton selber die Digitalisierung vorantreiben, um Leistungen für die Bevölkerung und Unternehmen vermehrt digital anbieten zu können. Denn wir sind uns bewusst, dass wir bei der Verwaltung Nachholbedarf haben.

    Ist das Thema Wohnungsnot im Bündnerland gegenwärtig? Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
    Die Regionen sind unterschiedlich betroffen. Das Thema ist sehr präsent und politisch aktuell. In den Tourismusregionen ist die Wohnungsknappheit sehr akut. Beispielsweise finden Unternehmen keine bezahlbaren Wohnungen für ihre Mitarbeitende in zumutbarer Entfernung. Das Raumplanungsgesetz und das Zweitwohnungsgesetz tragen meines Erachtens nicht zur Lösung des Problems bei. Sie verschärfen das Problem noch.
    Die Erhöhung der Zinsen fördert die Investition in Wohneigentum nicht. Zudem haben wir die Situation, dass Investitionen in Immobilien in vielen peripheren Gemeinden für institutionelle Anleger wirtschaftlich uninteressant sind. Der Grosse Rat hat mein Departement beauftragt, eine Art Fonds de Roulement einzurichten, um preisgünstigen Wohnraum zu fördern. Der Kanton baut nicht selber. Wir unterstützen die Gemeinden mit verschiedenen Instrumenten und zeigen auf, was sie tun könnten.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel, wie ist die Situation in Graubünden?
    Ich spreche nicht nur vom Fachkräftemangel, sondern vom Arbeitskräftemangel. Viele Handwerksbetriebe sagen mir: «Ich könnte noch viel mehr Arbeit annehmen, aber ich habe einfach nicht die Arbeitskräfte dazu.» Wir wissen, dass Hotels teilweise ihre Zimmer nicht öffnen, dass der Küchenbetrieb eingeschränkt wird, weil das Personal fehlt. Auch bei der kantonalen Verwaltung finden wir in gewissen Bereichen kein Personal.

    Welche Stärken haben die Regionen im Kanton?
    Die elf Regionen sind sehr unterschiedlich. Im Bündner Rheintal von Maienfeld bis Bonaduz boomen Hightech-Unternehmen. Diese haben in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Franken in dieser Region entlang der A13 investiert.
    Eine Stärke von Graubünden sind auch die touristischen Hotspots, sei es das Oberengadin, Davos-Klosters, Arosa-Lenzerheide oder Laax. In Davos ist auch die Forschung mit fast 400 Mitarbeitenden stark präsent und wird weiter gestärkt.
    Graubünden hat aber auch periphere Regionen, wo die Abwanderung überwiegt und es schwierig ist die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

    Welche Vorhaben und Geschäfte würden Sie in Ihrer bisherigen Laufbahn als Regierungsrat, als Ihre persönlichen Meilensteine bezeichnen?
    Mir ist wichtig, dass der Ausbau des Ultrahochbreitbands für Graubünden flächendeckend erfolgt. Wie vor 100 Jahren beim Bau der Kantonsstrassen, die abschnittsweise auch für 15 Einwohner gebaut wurden. Wohl wissend, dass das nie refinanziert werden kann. Die UHB-Erschliessung hat für mich die gleiche Bedeutung.
    Wenn wir von Arbeitskräftemangel sprechen, dann ist es wichtig, dass wir die vorhandenen Arbeitskräfte mobilisieren können, unter anderem auch mit dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Das Bündner Kantonsparlament hat im Dezember 2022 ein Gesetz verabschiedet, das uns in der Schweiz ins vordere Drittel bezüglich der Bezahlbarkeit der familienergänzenden Kinderbetreuung katapultiert hat.
    Am Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» beteiligen sich 50 Bauernbetriebe in einem Pilotprojekt um Massnahmen zu testen, welche den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Ab 2025 sollen gewisse Massnahmen auf alle Bündner Landwirtschaftsbetriebe ausgedehnt werden. Graubünden ist bereits Vorreiter in Sachen Biolandwirtschaft: Zwei Drittel der Betriebe sind Biobetriebe – in Zukunft wird die Bündner Landwirtschaft klimaneutral sein.

  • Wie entwickelt man klimaneutrale Immobilien?

    Wie entwickelt man klimaneutrale Immobilien?

    Die Division Implenia Real Estate hat 36 eigene Entwicklungsprojekte in der Schweiz untersucht, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie klimaneutrale Gebäude realisiert werden können. Aus dieser Studie lassen sich die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus ableiten, hinsichtlich der Emissionen während der Erstellung sowie im Betrieb. Diese Einflussfaktoren sind in ein White Paper eingeflossen.

    Die Immobilienbranche ist für rund 36 % des Primärenergieverbrauchs und 37 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um das im Pariser Abkommen festgelegte 1,5-Grad-Ziel bis 2050 zu erreichen und die globalen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, muss Dekarbonisierung bei der Entwicklung wie beim Bau von Immobilien gleichermassen in den Mittelpunkt rücken.

    Die Analyse der Immobilien-Entwicklungsprojekte hat gezeigt, dass die wirksamsten Hebel zur Dekarbonisierung in der frühen Planungsphase zu finden sind, beginnend mit der Standortwahl. Wenn die Standortbedingungen aus Sicht der erneuerbaren Energien ungünstig sind, ist es viel schwieriger, eine Netto-Nullnutzung zu erreichen. Frühzeitig festgelegte Gebäudeparameter wie Form, Kompaktheit, Ausrichtung, Unterkellerung und Tragstruktur haben ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Emissionsziele.

    «Mit der richtigen Kombination aus Standort, Design, dem Einsatz erneuerbarer Energien, intelligenten Systemen und ökologischen Materialien entwickeln wir Gebäude, in denen künftige Generationen nachhaltig wohnen und arbeiten können», sagt Marc Lyon, Head Real Estate Development Schweiz bei Implenia.

    Weitere Infos unter implenia.com/net-zero/

  • Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Das Wohnlabor SimDeC (Akronym für Simulation im Bereich Dementia Care) der OST – Ostschweizer Fachhochschule will den Wunsch vieler Schweizerinnen und Schweizer erfüllen: möglichst lang selbstbestimmt daheim wohnen bleiben. Wie lang das ist, entscheide sich schleichend im Alltag, so Josef Huber in einem Blog-Beitrag und einer aktuellen Medienmitteilung der OST. Er ist Leiter des SimDeC und Dozent im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege an der OST. „Flaschen gehen zu schwer auf, die Pfeffermühle bereitet Schmerzen beim Berühren oder Produkte und Lebensmittel sind herausfordernd verpackt.“ Dabei gebe es eine „unfassbare Vielfalt und Vielzahl technischer Lösungen“. Doch werde das Wissen über Technik mit Betroffenen in der Gesellschaft eher nicht geteilt. Zudem fehle ihnen und den Angehörigen oft die Kraft für eigene Recherchen.

    Als Innovationszentrum zum Mitmachen und Anfassen schafft das Wohnlabor genau hierbei Abhilfe, für Privatpersonen ebenso wie für Gemeinden, Städte und Spitäler. „Wenn ein Problem an uns herangetragen wird, machen wir eine aktuelle Marktübersicht und entwickeln gemeinsam eine fachlich und ethisch reflektierte, kriterienorientiert begründete Entscheidung.“ Wie Huber betont, sei es wichtig, massgeschneiderte Lösungen für einzelne Fälle zu finden. „Als Forscherinnen und Forscher lernen wir wiederum aus den Rückfragen.“

    Um Menschen mit Demenz, ihr Lebensumfeld und ihre Betreuungsteams geht es auch im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege der OST. Der neunmonatige Kurs vermittelt die Kompetenz, die Situation von Personen mit Demenz professionell einzuschätzen und geeignete Interventionen anzubieten. Nächster Start ist am 23. Oktober.

  • Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Frau Zimmerli, Sie entwickeln Kriterien zur Beurteilung der sozialen Nachhaltigkeit von institutionellen Immobilienportfolios. Was sind Ihre Beweggründe?
    Viele Institutionelle Eigentümer haben sich in den letzten Jahren im Rahmen ihrer ESG-Strategien Klimaziele gesetzt, die über die gesetzlichen Vorlagen hinausgehen. Nach dem «E» rückt nun langsam das «S» ins Blickfeld. Das Problem ist, dass niemand so richtig weiss, was soziale Nachhaltigkeit ausmacht. Wir beobachten, dass viel in das «S» projiziert wird, und die grossen gesellschaftlichen Zusammenhänge dabei oft in den Hintergrund rücken. Wir haben deshalb beschlossen, mit Partnern aus der Wissenschaft, Immobilienverbänden und institutionellen Investoren anhand diverser Portfolios zu testen, wie eine Operationalisierung der sozialen Nachhaltigkeit aussehen könnte. Unser Ziel ist es, wenige klare, einfach interpretierbare und vergleichbare Kennzahlen für die Social Performance zu definieren, ergänzend dazu kurze Checklisten zu erstellen und damit dem Wettbewerb um gute Ideen mehr Raum zu geben.

    Viele Portfolio- und Asset Manager sind aktuell damit beschäftigt, belastbare Energie- und Emissionsdaten aufzubereiten. Was veranlasst Sie, gerade jetzt Kennzahlen für die soziale Nachhaltigkeit zu entwickeln?
    Es ist richtig, dass der Fokus der Immobilienwirtschaft im Moment noch auf der Erhebung von Klima-Kennzahlen liegt. Dank dem REIDA CO2-Benchmark und den umweltrelevanten Kennzahlen der AMAS gibt es mittlerweile einen klaren Orientierungsrahmen und gute Instrumente. Wir wollen sowohl den Schwung als auch den Fokus aufs Wesentliche dieser Instrumente mitnehmen, weil wir überzeugt sind, dass es sich die Immobilienwirtschaft schlicht und einfach nicht leisten kann, Nachhaltigkeit auf Umweltfragen zu reduzieren. Die hitzigen Debatten zum Referenzzinssatz, zum Wohnschutz und zu grösseren Entwicklungsprojekten zeigen, dass die Öffentlichkeit und die Politik von nachhaltigen Immobilienportfolios auch Antworten auf gesellschaftliche Fragen erwarten.

    In der Branche besteht aktuell noch kein Konsens darüber, was unter dem «S» zu verstehen ist oder wie gesellschaftlich-soziale Nachhaltigkeit gemessen werden soll. Wie sehen Sie das?
    Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen ist das «S» nicht kompliziert: Auf der gesellschaftlichen Ebene geht es um die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Wohnraum, um sozial gemischte Wohnumfelder und um gut funktionierende Nachbarschaften und Quartiere. Für institutionelle Eigentümer geht es um die Frage, wie Immobilienportfolios strukturiert sind und wie der verfügbare Wohnraum verteilt wird. Bei Neubau- und Erneuerungsprojekten stellt sich die Frage, was mit bisherigen Mietern passiert, für welche Zielgruppen zusätzlicher Wohnraum entsteht und wie Nachbarschaften und Quartiere gestärkt werden können. Natürlich gibt es daneben unzählige weitere Bedürfnisse. Wir glauben aber, dass sich Kennzahlen auf die grossen gesellschaftlichen Hebel beziehen sollen, und dass bei den individuellen Bedürfnissen der Markt spielen soll.

    Wie kann und soll die «Social Performance» eines Immobilienportfolios effektiv gemessen bzw. beurteilt werden?
    Wir orientieren uns an der Philosophie der umweltrelevanten Kennzahlen von AMAS und REIDA: «Keep it simple». Die Social Performance kann im Kern einfach mit hart prüfbaren Kennzahlen gemessen werden: Wir testen gerade, wie Daten zur Portfoliostruktur und zu Erst- und Wiedervermietungen möglichst einfach erhoben und ausgewertet werden können. Daneben entwickeln wir Fragebatterien, mit denen Eigentümer in ihren Mieterbefragungen belastbare Erkenntnisse zur Zufriedenheit mit der Nachbarschaft, Wohnung oder Liegenschaftsverwaltung erhalten. Schliesslich nutzen wir klassische Kennzahlen zu Fluktuationen und Leerstand, die in der Regel bereits erhoben und ausgewertet werden.

    Die Optimierung der ökologischen Kriterien erfordert oft hohe Investitionen. Das schafft Anreize, Liegenschaften mit einer schlechten Öko-Bilanz abzustossen. Droht Liegenschaften mit schlechten sozialen Bewertungen dasselbe Schicksal?

    Nein, aus unserer Sicht gibt es in Bezug auf die soziale Nachhaltigkeit keine Gefahr von «stranded assets». Wir sind überzeugt, dass grundsätzlich jede Liegenschaft mit vertretbarem Aufwand sozial nachhaltig transformiert werden kann. Die wichtigsten Hebel sind dabei die Erneuerungsplanung und die Bewirtschaftung. Mit der Erneuerungsplanung wird festgelegt, wann welche Liegenschaften an die heutigen Bedürfnisse und Marktpreise angepasst werden. In der Bewirtschaftung wird entschieden, wer preisgünstigen oder barrierefreien Wohnraum erhält. Wir haben Kennzahlen ausgewählt, die von Portfolio- und Asset Managern direkt beeinflusst werden können. Wir verstehen soziale Nachhaltigkeit als Resultat eines weitsichtigen Portfolio- und Asset Managements und einer konsequenten Vermarktung und Bewirtschaftung, und nicht als Liegenschafts- oder Lageattribut. Wir sind auch überzeugt, dass Liegenschaften mit starken sozialen Qualitäten ökologische Schwächen kompensieren können.

    Viele Eigentümer tun sich schwer damit, dass innovative Ideen und Ansätze, mit denen sie sich von Konkurrenten abheben möchten, in umfangreichen Checklisten und Indikatorensets der Nachhaltigkeits-Labels verschwinden. Wie kann das verhindert werden?
    Indem wir Pflicht und Kür voneinander trennen. Wir verfolgen mit der sozialen Nachhaltigkeit dasselbe Ziel wie REIDA mit ökologischen Aspekten: Wenige einheitliche Kennzahlen sollen sichtbar und vergleichbar machen, wie gut ein Portfolio das Pflichtprogramm erfüllt. Daneben gibt es Themen, zu denen es keine standardisierten Vorgaben gibt. Fondsleitungen und Asset Manager sollen frei entscheiden und kommunizieren, wie sie z.B. für eine gute Quartierversorgung, ein gutes Zusammenleben oder ein gutes Mietermanagement sorgen wollen. Wir verstehen das «Wie» als Kür, hier sollen der Wettbewerb, die Kreativität und Innovation spielen. Anders gesagt: wir wollen mehr Zielorientierung und weniger Mikromanagement. ESG sollte in einer stark regulierten Welt kein engeres Korsett, sondern ein Sprungbrett sein, mit dem die Immobilienwirtschaft beweisen kann, was sie mit renditeorientierten Portfolios leisten kann.

    Wo stehen Sie mit dem Kennzahlenset?
    Wir arbeiten aktuell daran, unseren Ansatz anhand von vier Fonds unserer Partner zu konkretisieren und zu validieren. Wir werden die Erkenntnisse und einen ersten konsolidierten Entwurf am 28. September 2023 an der Fachtagung «Soziale Nachhaltigkeit im ESG messen – worum geht es?» vorstellen und mit Eigentümern, Bewirtschaftern und Experten diskutieren. Interessierte Leser und Leserinnen können sich hier anmelden. Es würde mich freuen, wenn wir Sie an der HWZ in Zürich begrüssen dürfen.

    Quelle: ssrei.ch

  • Metropolitankonferenz Zürich geht demografischen Wandel an

    Metropolitankonferenz Zürich geht demografischen Wandel an

    Die Metropolitankonferenz Zürich hat in ihrem dritten Kooperationsprogramm unter über 35 Einreichungen vier Projekte ausgewählt, „die innovativ und praxistauglich dazu beitragen, den demografischen Wandel zu verstehen, einzuordnen und zu bewältigen“, informiert die Konferenz in einer Mitteilung. Die bewilligten Projekte zeigten auf, „welche Chancen mit dem Wandel verbunden sind und wie sie im Metropolitanraum in Wert gesetzt werden können“, wird Walter Schenkel, Geschäftsführer Metropolitankonferenz Zürich, dort zitiert.

    Im Projekt Care Resco – Pflege-Community Projekt bauen das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie und das Instituts für Pflege an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften mit der Careanesth AG eine Vermittlungsplattform zur Reaktivierung von Pflegenden auf. Das Projekt Silber Bridge – Standortbestimmungs- und Vermittlungsplattform für die Silver Society von der HR ConScience GmbH wil kurz vor oder bereits nach der Pensionierung stehenden Personen Arbeitsmodelle und Perspektiven für eine Weiterbeschäftigung an die Hand geben.

    QuartierLeben – Räume für intergeneratives Zusammenleben von Pro Senectute Schweiz und Pro Senectute Kanton Luzern erarbeitet für Gemeinden, Investoren und Immobilienentwickler Werkzeuge für die Entwicklung nachhaltiger, intergenerativer Quartiere. Das Projekt Zukunft EFH – Einfamilienhausquartiere revitalisieren von Ernst Basler & Partner AG und dem Planungsdachverband Region Zürich und Umgebung dient der Unterstützung von Gemeinden bei der Verdichtung von Einfamilienhausquartieren und unterstützt ältere Hauseigentümer im Umgang mit ihrem Wohneigentum.

  • Eishockey mit CO2-neutralem Energiekonzept

    Eishockey mit CO2-neutralem Energiekonzept

    [smartslider3 slider=“13″]

    Die neue Swiss Life Arena kann 12 000 Besucherinnen und Besucher beherbergen. In der Arena werden nicht nur Eishockeyspiele ausgetragen. Mit ihrer hochmodernen Infrastruktur als multifunktionale Sport- und Eventarena beherbergt sie auch kulturelle Veranstaltungen und Events aller Art.

    Ausgehend von den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft, denen die Stadtzürcher Stimmberechtigten bereits 2008 an der Urne zugestimmt haben, wurde auch das Energiekonzept für die Swiss Life Arena entwickelt. Die integrierte Energielösung von ewz vereint Ökologie mit Wirtschaftlichkeit durch ein geschicktes Zusammenspiel von Kälteproduktion und der daraus entstehenden Abwärme.

    Eisfelder als Herzstück

    Das Herz der Arena sind die beiden zentral angeordneten Eisfelder. Das Trainingsfeld und das Hauptspielfeld bilden auch den Kern des Energiekonzepts. Schaltstelle für die Kälte- und Wärmeproduktion ist die Energiezentrale. Hier wird die Klimakälte für das Eis produziert.

    Kälte wird noch für weitere Zwecke benötigt, und zwar für die Entfeuchtung der Räume und die Raumklimatisierung. In Eishallen ist Feuchtigkeit immer ein Problem, da sich bei einem Spiel das Stadion innert kurzer Zeit mit Zuschauerinnen und Zuschauern füllt, die viel Wärme abgeben. Mit Kälte wird die feuchte Luft bis zum Taupunkt gekühlt, die Feuchtigkeit gesammelt und abgeführt und anschliessend die trockene Luft wieder erwärmt. Dieser Prozess erfolgt bedarfsorientiert und wird über Sensoren gesteuert. Um die Nebenräume wie Restaurant, Konferenzräume oder Physio zu klimatisieren, ist eine thermische Bauteilaktivierung vorgesehen. Ein in die Wände und Decken eingelassenes Rohrleitungssystem aktiviert die Gebäudemasse und kann so Räume auf sanfte und zugfreie Art und Weise temperieren.

    In der Energiezentrale wird aber nicht nur Kälte für die Bedürfnisse des Stadions erzeugt. Auch umliegende Bürogebäude erhalten die umweltfreundliche Kälte aus der Arena. Dieser «Kälte-Hub» für Dritte ist angesichts des wachsenden Kältebedarfs als Folge der seit Jahren steigenden Sommertemperaturen eine äusserst sinnvolle Lösung.

    Wertvolle Synergien

    Wo Kälte produziert wird, entsteht auch Wärme – ein willkommener Nebeneffekt. In der Arena wird die Abwärme aus der Eisproduktion nämlich für die Heizung verwendet und mittels einer Wärmepumpe das Warmwasser aufbereitet. Ein Niedertemperaturnetz bringt Wärme in die Bodenheizung, während über das Hochtemperaturnetz das Brauchwarmwasser und das Wasser zur Eisaufbereitung bereitgestellt werden.

    Der Anschluss der Arena an das Anergienetz des Energieverbunds Altstetten ermöglicht ein verlustfreies Energiemanagement. Entsteht überschüssige Wärme aus der Kälteproduktion, wird diese ins Anergienetz eingespeist, was die Temperatur leicht erhöht. Mit dieser durchdachten Lösung lässt sich verhindern, dass die Abwärme einfach ungenutzt übers Dach abgeführt wird. Mittels Anergienetz gelangt Wärme in die lokalen Wärmezentralen innerhalb des Energieverbunds Altstetten, wo sie mithilfe von Wärmepumpen auf das erforderliche Temperaturniveau angehoben wird.

    Im Endausbau im Jahr 2035 sollen rund 30 000 Haushalte in den Quartieren Altstetten und Höngg auf diese Art und Weise mit Wärme versorgt werden. Als Wärmequellen für den Energieverbund dienen das gereinigte Abwasser sowie die Abwärme der Klärschlammverbrennungsanlage des Klärwerks Werdhölzli. Die neue Arena ist Teil des Energieverbunds sein und dank dem Kälte-Hub die Abnehmer im Versorgungsgebiet mit ökologischer Kälte beliefern. Diese lokale Energiequelle leistet einen wertvollen Beitrag an die regionale Wertschöpfung und senkt die Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland.

    CO2-freie Stromversorgung und effiziente Gebäudetechnik

    Neben der CO2-neutralen Wärme- und Kälteversorgung der Arena ist auch der ewz-Strom, der in der Swiss Life Arena verbraucht wird, zu 100 Prozent CO2-frei. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 400 kWp installiert. Der hier produzierte Strom von 400 MWh wird direkt in der Arena verbraucht. Zusammen mit dem ausgeklügelten Gebäudetechniksystem erreicht die Swiss Life Arena den Minergie-Standard für Eisstadien.

    Mehr Informationen zum Projekt: www.ewz.ch/swisslifearena

  • Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Umwelt- und Klimaschutzbemühungen müssen eine ganzheitliche Sichtweise verfolgen. Es sollte nicht sein, dass Ziele gesetzt werden, wie beispielsweise irgendeinen Kreislauf zu 80% statt zu 75% zu schliessen, ausschliesslich CO2-Emissionen zu reduzieren oder isoliert betrachtet mit Massnahmen zugunsten der Biodiversität den Nährstoffwert der Böden zu fördern. Das alles sind zwar wichtige Massnahmen, aber viel entscheidender ist es, möglichst alle Kreisläufe auf der technischen und der biologischen Seite im Auge zu behalten und ein gesamthaftes Schliessen sämtlicher Kreisläufe anzuvisieren. Dabei ist es wichtig, den Energiebedarf mit den daraus resultierenden Klimaeffekten mitzuberücksichtigen und Aktivitäten daran auszurichten, dass sich das Ökosystem auch in Zukunft im Gesamtgleichgewicht befindet.

    Recycling hat in der Bauwirtschaft Tradition
    Das Wiederverwenden und Schliessen der stofflichen Kreisläufe hat in der Bauwirtschaft eine grosse Tradition. Im Mittelalter benutzte man beispielsweise antike Amphitheater als Steinbrüche. Bereits in den 90er-Jahren begann die Branche, hohe Summen in den Bau von industriellen Recyclinganlagen zu investieren. Schon im Jahr 2008 stellte der BAFU-Abfallbericht fest, dass über 80% der Bauabfälle im Stoffkreislauf gehalten werden. Dieser Anteil hat sich inzwischen weiter erhöht. Zum Vergleich: Der oft genannte Recyclingweltmeister PET liegt mit einer Verwertungsquote von 81% auf Augenhöhe. Bei Holz, Kunststoffen und Keramik hingegen liegen die entsprechenden Anteile sogar weit tiefer, bei unter 30%. Sie werden nach Gebrauch vor allem verbrannt und landen auf der Deponie. Bei den Materialien Beton, Kies, Schotter, Mischgut und Beton könnten sogar noch mehr Mengen von Schweizer Bauwerken rezykliert werden. Allerdings werfen diese bei einem Jahresbedarf von über 30 Mio. Tonnen aufgrund der langlebigen Bausubstanz jährlich nur ca. 12 Mio. Tonnen Rückbaumaterial ab. Die Rückbaumengen sind deswegen begrenzt. Weil die Recyclingquote sich auch im internationalen Vergleich bereits auf rekordverdächtiger Höhe befindet, wird die Schweiz auch in Zukunft auf Materialreserven in den Talsohlen angewiesen sein, um die Rohstoffversorgung zu gewährleisten.

    Um den Fussabdruck wirksam zu begrenzen, ist es wichtig, dass das Baumaterial lokal abgebaut werden kann und es für möglichst langlebige Bauwerke verwendet wird. Auch gilt es, den Anteil der eingesetzten grauen Energie gering zu halten, indem Bauteile möglichst oft wiederverwendet werden. Die Anzahl und die Länge der Transportwege sind ein besonders grosser Hebel, da es sich bei Steinen und Erden um schwergewichtige Massenprodukte handelt. Erhöht sich die durchschnittliche Transportdistanz zur Baustelle um nur einen Kilometer, werden zusätzliche CO2-Emissionen von insgesamt ca. 4000 Tonnen ausgestossen. Das entspricht so viel CO2 , wie 400 Personen insgesamt im Jahr über ihren Konsum verantworten.

    Vorschläge von Greenbuilding zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

    1. Umweltproduktedeklaration – Zuschlagskriterium in Ausschreibungen
    Mit der EN 15804 gibt es ein europaweit anerkanntes und praxiserprobtes Messystem für die Kreislauffähigkeit von Bauwerken, das in skandinavischen Ländern in Ausschreibungen bereits beigezogen wird. Der Bundesrat wäre heute in der Lage, dieses einzuführen, es in Ausschreibungen vorzugeben und so die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

    2. Stofflich – energetische Verwertung
    Mit einem Vorziehen der stofflichen – energetischen Verwertung gegenüber der rein energetischen Verwertung lassen sich Emissionen einsparen.

    3. Trennbare Baustoffe
    Diese fördern das werterhaltende und dauerhafte Schliessen der Kreisläufe. Entsprechende Plattformen sind in Betrieb.

    4. Eigenschaftsspezifische Ausschreibunge
    Dank eigenschafts- statt sortenspezifischen Ausschreibungen lassen sich die Materialzusammensetzungen auf das Bauwerk kreislaufmässig massschneidern. Zusätzliche Kreislaufpotentiale lassen sich so ausnutzen.

    5. 5. Planung: Die grösste Hebelwirkung liegt bei der Planung des Bauwerks. Dieses Erfolgspotential lässt sich ausschöpfen, wenn es uns gelingt, dass schon bei der Planung des Bauwerks die Kreislauffähigkeit der Materialien angemessen mitberücksichtig wird.

    In der Praxis haben sich hinsichtlich des Begrenzens des ökologischen Fussabdrucks die folgenden Handlungsprinzipien durchgesetzt, die in Zukunft noch bedeutungsvoller werden:

    1. Kreislaufwirtschaft: Auch in Zukunft rezykliert die Kies- und Betonindustrie möglichst alle zurückgebauten mineralischen Rohstoffe, sofern dadurch keine übermässigen Energieaufwände resultieren, die Verwertung im Rahmen der Nachhaltigkeit erfolgt und sie dauerhaft zur Sicherung des ökologischen Gesamtgewichts beiträgt.

    2. Langlebigkeit: Die Kies- und Betonindustrie engagiert sich weiterhin zugunsten der Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke und -materialien.

    3. Dialog: Die Kies- und Betonindustrie trägt zu einem umfassenden Fussabdruckdialog innerhalb der Bauwirtschaft bei.

    4. Innovation: Die Kies- und Betonindustrie will Handlungsspielraum, um neue und innovative Produkte entwickeln zu können.

    5. Bodenverträgliche Baustoffe: Jeder Baustoff soll jederzeit bodenverträglich deponiert werden können.

    Cradle-to-Cradle-Prinzip auch im Bau
    Das stoffliche Recycling von mineralischen Ausgangsmaterialien macht aus ökologischer Sicht erst Sinn, wenn die aus der Aufbereitung und der dauerhaften Ablagerung resultierenden Umweltemissionen sowie die damit verbundenen Risiken, hinsichtlich der Qualität der Gewässer und Böden, mitberücksichtigt werden. Im Zusammenhang mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belasteten Strassenbelägen ergeben sich beispielsweise momentan in verschiedenen Regionen entsprechende Produkte, bei denen die Nachfrage fehlt und die aufgrund ihres Schadstoffgehalts von den Deponien abgelehnt werden müssen. Es ist deswegen wichtig, zu verhindern, dass durch das Schliessen eines spezifischen stofflichen Kreislaufs an anderen Orten übermässige Emissionen entstehen. Oder auch, dass Gebäude mit Baustoffen erstellt werden, die nach dem Ablaufdatum der Bauten nicht mehr nachgefragt werden, sich nicht mehr stofflich wiederverwerten lassen und so auf der biologischen Seite zu Altlasten und grossen Umweltrisiken führen können. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang vom Cradle-to-Cradle-Ansatz: Alle Kreisläufe auf der stofflichen und der biologischen Seite sollen unter Berücksichtigung der entstehenden Umweltemissionen sowie der Anliegen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt umfassend geschlossen werden. Zudem sollen immer alle Materialien auch von der stofflichen auf die biologische Seite überführt und dort problemlos abgelagert werden können.

    Ein guter technischer Kreislauf stellt Bauprodukte zur Verfügung, welche die Qualitätsanforderungen des Bauwerks im Einzelfall erfüllen, und ein Downcycling, das heisst das Zurverfügungstellen von Materialien, die nach der Aufbereitung eine schlechtere Qualität aufweisen als das ursprüngliche Material, verhindern. Zudem sollen sie zu einer Qualitäts- und Energieoptimierung beitragen, für Mensch und Umwelt verträglich wirken und last, but not least wirtschaftlich produziert werden können. Um das brachliegende ökologische Optimierungspotenzial wirksam auszunutzen, sind alle Baupartner aufgefordert, zu kooperieren. Viele lukrative Ökologiepotenziale befinden sich in den frühen Planungsphasen zu Beginn des Bauprozesses. Kreislaufwirtschaft und Kooperation gehören deswegen zusammen.

    Heute gilt es, mit unternehmerischen und innovativen Aktivitäten den ökologischen Fussabdruck von Bauwerken, bezogen auf ihre gesamten Lebenszyklen, zu reduzieren. Ein Beispiel eines technischen Kreislaufs mit einer gesamthaft besonders ökologisch positiven Wirkung stellt ein kürzlich lanciertes Verfahren dar, welches es ermöglicht, aus der Atmosphäre entferntes CO2 dauerhaft in recyceltem Betongranulat zu speichern und damit die CO2-Bilanz des Betons zu verbessern. Zudem geht es im Sinne des Cradle-to-Cradle-Ansatzes darum, bei der Produktentwicklung neben den technischen Eigenschaften auch die biologische Seite mitzuberücksichtigen. So werden beispielsweise ca. 75% des auf Baustellen anfallenden sauberen Aushubs in Kiesgruben verwertet und dies trägt dazu bei, dass im Rahmen der Rekultivierung die Fruchtbarkeit der Böden gefördert wird.

    Auch das nationale Parlament sieht im Thema Potenzial und hat sich diesem mit der Lancierung der parlamentarischen Initiative „Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken“ im vergangenen Jahr angenommen. Der Vorstoss der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats verlangt verschiedene Anpassungen im Umweltschutzgesetz. Greenbuilding unterstützt insgesamt diesen Vorstoss, der aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Nicht alle aber einige der vorgeschlagenen und zum Teil auch von Greenbuidling eingebrachten Lösungen sind erfolgsversprechend.

  • Südschwedens innovative Stadtkonzepte zum Megatrend Urbanisierung

    Südschwedens innovative Stadtkonzepte zum Megatrend Urbanisierung

    Die Stadt Malmö und die Malmöer Bau- und Immobilienindustrie verfolgen große Ziele. Eins davon ist klimaneutrales Bauen. Bis 2030 soll die Initiative LFM30 umgesetzt und damit der Status als nachhaltige und klimafreundliche Stadt erreicht werden. Maßnahmen zur Realisierung der Vision sind schrittweise Steigerungen der Klimaeffizienz in den Bereichen Beschaffung, Planung und Bau – das bedeutet: Reduktion von Treibhausgasemissionen bei Bautätigkeiten, die eine wesentliche Auswirkung auf das Klima haben.

    Weitere intelligente, grüne Lösungen verfolgt Malmö im Rahmen des Projekts „Clever Cities“. „Clever Cities“ steht dafür, die Entwicklung und den Ausbau der stetig wachsenden Metropole am Öresund sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig zu gestalten. Das Vorgehen soll die Stadt in einen grünen, gegen den Klimawandel widerstandsfähigen und gleichberechtigten Lebensraum verwandeln. Dazu gibt es verschiedene Ansätze, beispielsweise naturbasierte Lösungen, die biologische Vielfalt begünstigen und positive Effekte auf die Gesellschaft und das Miteinander haben. Ein Initiative führt ins Viertel Lindängen: Hier basiert die Vision eines spielerischen, grünen Pfads mit essbaren Elementen unmittelbar auf den Bedürfnissen und Ideen von Bewohnern und Unternehmen. Entlang dieses Wegs sollen Biodiversität, Sicherheit und Attraktivität des Gebiets gesteigert werden – unter anderem auch durch die Einbindung des Baumpflanzungsamts der Stadt Malmö.

    Auch das ehemalige Werftgelände „Västra Hamnen“ (Westhafen) ist zu einem internationalen Vorbild für nachhaltige Stadtentwicklung geworden. Das gesamte Viertel ist klimaneutral. Die Energieversorgung des Stadtteils basiert zu 100 Prozent auf Wind- und Sonnenenergie sowie Biogas, das die Bewohner mit ihrem Abfall selbst erzeugen. Ebenfalls im Westhafen beheimatet und Paradebeispiel für modernes und nachhaltiges Wohnen ist das Ohboy Bicycle House, das sowohl als Hotel als auch Apartmenthaus fungiert. Die Einrichtung der Hotelzimmer wird aus Südschweden bezogen und das Transportmittel Fahrrad avanciert hier in vielfacher Hinsicht zum Symbol visionären Denkens. In einem Aufzug können Gäste ihr Bike direkt ins Zimmer befördern und anstelle von Autoabstellplätzen gibt es Parkplätze für Fahrräder. Alle Flächen des Gebäudes werden zur Begrünung genutzt und an der Vorderseite befindet sich eine üppig begrünte Wand aus Bäumen und Kletterpflanzen.

    Dass Innovation nicht unbedingt die Präsenz großer Unternehmen oder Ämter benötigt, beweisen Ellinor Lindblom und Erik Andersson in ihrem Restaurant „Spill“, das übersetzt „Abfall“ bedeutet. Ihr Konzept: nachhaltige Gerichte aus 70 Prozent Gemüse zuzubereiten und Lebensmittel zu verwenden, von denen rund 95 Prozent im Großhandel weggeworfen worden wären. Ab 2023 werden sie diesen Ansatz auch in ihrem neuen Restaurant verfolgen. Es eröffnet in einem dreifach zertifizierten Gebäudekomplex in Hyllie– dem neuen, grünen und nachhaltigen Stadtviertel im Süden von Malmö. Hier wird u. a. mit Solar- und Photovoltaik-Anlagen stark auf dezentrale Stromversorgung gesetzt.

    Helsingborg: Die Lösung liegt zum Greifen nah
    Helsingborg gilt als eine der innovativsten Städte Europas. Im Rahmen der sogenannten H22-Struktur, die für Investment in Innovation und nachhaltige Entwicklung steht, werden 15 differenzierte Herausforderungen definiert. Auf einer Trend- und Umweltanalyse basierend, umfasst der Aufgabenkatalog unter anderem die Themen Digitalisierung und Technologie, Sicherheit, Demokratie, Klima und Umwelt, Unterkünfte, Integration und Gesundheit. Eine wesentliche Rolle bei letzterer spielen zum Beispiel Fragestellungen wie: „Wie fühlen sich Menschen weniger allein?”, „Wie wird man den neuen und wachsenden Erwartungen der Älteren gerecht?“ und „Wie kann die Bedeutung von mentaler und physischer Gesundheit bei der jungen Generation platziert werden?“. Die Vorbildfunktion Helsingborgs ergibt sich auch aus der Tatsache, dass hier die Bevölkerung zur Lösung der Herausforderungen stark eingebunden wird.

    Die Tüftler von Kristianstad
    Der Krinova Incubator & Science Park ist als Zentrum für innovative Ideen im Lebensmittelsektor bekannt und einer von insgesamt 70 schwedischen Incubator & Science Parks. Vor über 20 Jahren gegründet, entscheiden hier 25 Experten, vom Sommelier über Wissenschaftler bis zum Equity Manager, über die Realisierung kreativer Kulinarik-Konzepte ambitionierter Start-Ups. Überzeugende Projekte werden von Krinova, der Region und der Universität Kristianstad finanziert. Zu den mehr als 500 Unternehmen, die hier ihre Geburtsstätte haben, zählt auch Gårdsfisk. Die Idee vom Farm-Fisch hat die „Fischzucht auf dem Land“ (in diesem Fall in einer Scheune) revolutioniert und leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, den Import von Meerestieren zu reduzieren. Eine Erfolgsgeschichte schreibt gerade das Projekt Bondens Skafferi:  Chefköche kaufen für Profis und Endverbraucher Lebensmittel ein und zahlen den Erzeugern unabhängig von Saison, Verfügbarkeit und Weltgeschehen einen gleichbleibenden Preis.

  • Zürich lanciert Plattform MeinQuartier.Zuerich für mehr Mitsprache

    Zürich lanciert Plattform MeinQuartier.Zuerich für mehr Mitsprache

    Die Stadt Zürich lanciert eine Online-Plattform zur stärkeren Vernetzung und Einbindung der Menschen in ihren Quartieren. Auf MeinQuartier.Zuerich sollen die Bewohner Informationen aus und über ihre Stadtteile erhalten und mit Vereinen und Gemeinschaftszentren sowie Nachbarn in Kontakt treten können, heisst es in einer Medienmitteilung.

    MeinQuartier.Zuerich basiert auf der quelloffenen Software Decidim, die bereits verschiedene Städte weltweit einsetzen. Hierzulande verwenden Genf, Lausanne und Luzern die Open Source Software. Die Kosten für Aufbau und Betrieb von MeinQuartier.Zuerich belaufen sich für die Stadt Zürich auf rund 175’000 Franken bis zum Ende der Pilotphase Ende 2023.

    Die Quartierplattform ist das Ergebnis eines Mitwirkungsprozesses zwischen der Stadtentwicklung und den Stadtteilen aus dem Jahr 2019. Daraus ging eine digitale Plattform für die Quartiere „als ein wichtiges Anliegen aus diesem Prozess hervor“, heisst es in der Medienmitteilung. Sie umfasst unter anderem Funktionen wie das Publizieren von Informationen, Veranstaltungen und Blogeinträgen sowie das Durchführen von Umfragen.

    Eingebunden in den Entstehungsprozess waren vier Quartiervereine, die Zürcher Gemeinschaftszentren sowie weitere Organisationen. „Der Kontakt zur Bevölkerung ist für uns sehr wichtig. Wir erhoffen uns, dass wir unsere Arbeit mit digitalen Umfragen und Ideensammlungen noch besser und vor allem breiter im Quartier abstützen können“, wird Balz Bürgisser, Präsident des Quartiervereins Witikon in der Medienmitteilung zitiert.

    Vereine und Organisationen können sich über ein Formular auf der Internetseite anmelden und an einer Infoveranstaltung am 29. März teilnehmen.

  • Spatenstich für neues Gemeindehaus in Spreitenbach ist erfolgt

    Spatenstich für neues Gemeindehaus in Spreitenbach ist erfolgt

    Mit dem ersten Spatenstich hat der Bau des neuen Gemeindehauses in Spreitenbach begonnen. Das neue Verwaltungsgebäude ist laut einer Medienmitteilung der fsp Architekten aus Spreitenbach für eine Bevölkerungszahl von 15‘000 ausgelegt. Beim Bau des alten Gemeindehauses 1964 hatte Spreitenbach noch rund 9000 Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es laut der Internetseite der Gemeinde 12’079, davon 5986 Schweizer und 6093 Ausländer.

    Die Planung für das neue Gemeindehaus begann 2016. Ein erster Entwurf mit einem geplanten Kostenaufwand von mehr als 18 Millionen Franken wurde abgelehnt. Der neue Kostenplan sieht Ausgaben von 13 Millionen Franken vor und wurde Anfang 2020 genehmigt.

    Bei Baubeginn waren laut einem Artikel der „Aargauer Zeitung“ neben Architekten, Unternehmern und Mitgliedern der Baukommission auch Gemeindepräsident Markus Mötteli (Mitte) sowie Gemeinderat Roger Mohr (SVP) anwesend. „Für die Baukommission und die beteiligten Planer ist das ein grosser Moment und der Schritt von der Theorie in die Praxis“, wird Architekt und Gesamtprojektleiter Markus Schärer von fsp Architekten zitiert. Die Bevölkerung erhalte mit dem neuen Gemeindehaus an zentraler Stelle zwischen Dorf und Gewerbezone einen Zentrums- und Identifikationspunkt, heisst es in der Mitteilung der fsp Architekten.

    Das neue Gemeindehaus soll laut Planung im Juni 2023 fertig sein. Es wird auch über eine Tiefgarage sowie einen Parkplatz verfügen. Zur Energieversorgung wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. Das alte Gemeindehaus dürfe später zu einem Schulgebäude umgebaut werden.

  • Wohnlagen im Grünen werden attraktiver

    Wohnlagen im Grünen werden attraktiver

    Schweizerinnen und Schweizer ziehen eher selten um. Und wenn, dann liegt bei der Hälfte aller Umzüge der neue Wohnort nur fünf Kilometer vom alten entfernt. Die durchschnittliche Entfernung liegt bei 13 Kilometern. Das zeigt eine repräsentative Befragung zur Haus- und Wohnsituation in der Schweiz von Swiss Life.

    Wie der Lebensversicherungskonzern in einer Medienmitteilung ausführt, leben knapp 60 Prozent der Wohneigentümerinnen- und -eigentümer und 25 Prozent der Mietenden bereits seit zehn Jahren oder länger in ihrem derzeitigen Zuhause. Gleichzeitig hat jedoch für rund 30 Prozent der Befragten der Wunsch nach Wohnen im Grünen oder wenigstens mit Terrasse während der Pandemie zugenommen.

    Rund zwei Drittel der Wohneigentümerinnen und -eigentümer verspüren seit dem Erwerb eines Eigenheims mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung. 37 Prozent gaben an, mit ihrer aktuellen Wohnsituation vollkommen zufrieden zu sein, vor allem jene mit Wohneigentum. 15 Prozent sind mässig bis gar nicht zufrieden. Ihnen fehlt mehrheitlich Platz oder ein Garten, oder sie stören sich an Lärm- und Umweltbelastung.

    Über 60 Prozent jener, die sich den Erwerb von Wohneigentum in den nächsten fünf Jahre vorstellen können, erwarten, dass sich ihre Lebensqualität damit verbessern würde. Doch nur 21 Prozent von ihnen suchen aktiv nach einem eigenen Zuhause.

    Anforderungen an den idealen Wohnort bezüglich Kosten, Ausstattung und Sicherheit variieren je nach Sprachregion. Zudem ist auf dem Land ein Garten zentral, in der Stadt die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Wird diese als gut wahrgenommen, sinkt die Bereitschaft von Pendlern umzuziehen.

  • Schweiz hat das beste Energiesystem

    Schweiz hat das beste Energiesystem

    Unter Berücksichtigung der drei Kriterien Energiesicherheit, Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit hat die Schweiz das vorbildlichste Energiesystem der Welt. Damit erreichte sie wie im Vorjahr den Spitzenplatz. Das geht aus dem Weltenergie-Trilemma-Index 2020 des Weltenergierats hervor. Diesen erstellte er gemeinsam mit dem global agierenden Strategieberatungsunternehmen Oliver Wyman.

    Wie der Weltenergierat in einer Medienmitteilung schreibt, analysiert dieser Index historische Trends. Sie sollen es energiepolitischen Entscheidungsträgern und Interessenvertretern ermöglichen, ihre Leistung über die Zeit nachzuverfolgen und mit anderen zu vergleichen.

    Vor allem ihr hoher Anteil an Wasserkraft beschert der Schweiz in dieser Rangliste von insgesamt 130 Ländern den Spitzenplatz. Auch bei der Bezahlbarkeit steht sie in den Top 10. Dies ist dem insgesamt hohen Wohlstand gedankt. Einzig bei der Versorgungssicherheit taucht das Land nicht unter den zehn Besten auf. Dafür ist der Schweizer Energiemix nicht diversifiziert genug. Diesen Spitzenplatz hat Kanada inne, gefolgt von Finnland und Rumänien. Alle drei Länder verfügen über grosse Wasserkraftressourcen und investieren stark in Sonnen- und Windenergie.

    Die drei Länder mit dem grössten Sprung nach oben sind in der Gesamtbewertung Kambodscha, Myanmar und Kenia. In erster Linie ist das auf ihre Leistungen beim allgemeinen Zugang zu Energie zurückzuführen. Dieses Kriterium, das der Weltenergierat als Energiegerechtigkeit bezeichnet, hat seit dem Jahr 2000 die deutlichsten Verbesserungen erfahren, vor allem in Entwicklungsländern.

    Instrumente wie der Weltenergie-Trilemma-Index seien wichtiger denn je, so die Generalsekretärin des Weltenergierats, Dr. Angela Wilkinson: „Der Index ermöglicht es den einzelnen Ländern, voneinander zu lernen, was beim Verbinden der Punkte zwischen Mensch, Planet und Wohlstand funktioniert und was nicht.“

    Eines sei sicher, meint François Austin, Partner und Global Head of Energy bei Oliver Wyman: „Die leistungsstärksten Nationen erreichen ihre Energieziele, indem sie Politik, unternehmerisches Handeln, nationale Ressourcennutzung und Änderung des individuellen Verhaltens mit Umweltfragen in Einklang bringen.“ Dies könne „politischen Entscheidungsträgern und Wirtschaftsführern die Richtung für die Gestaltung der Energiezukunft vorgeben“.

  • Alten-Wohnungen in Bergdietikon sollen modernisiert werden

    Alten-Wohnungen in Bergdietikon sollen modernisiert werden

    Die Stiftung altersgerechtes Wohnen in Bergdietikon (AGW) hat die Anlage im Schlittental vor 25 Jahren nach dem damals modernen Stand an Ausstattung und Technik gebaut. Die Gemeinde Bergdietikon hatte damals das Areal zur Verfügung gestellt. Heute haben sich Ansprüche und Bedürfnisse weiterentwickelt. Deshalb will der Stiftungsrat die Situation analysieren, indem er neben dem Wohnungsmix und dem Ausbaustandard auch die Frage der Preisgestaltung und nicht zuletzt auch die einzelnen besonders behindertengerechten Wohnformen prüft, wie es in einer Mitteilung heisst. Bis Ende Jahr soll ein Vorschlag für die Sanierung des Gebäudes zur Erfüllung der zeitgemässen Bedürfnisse vorliegen.

    Die Mietwohnungen, die anders als in Altenwohnheimen ohne Dienstleistungen angeboten werden, seien „ein wenig in die Jahre“ gekommen und entsprächen nicht mehr dem heutigen Standard. Einige der insgesamt 18 Wohnungen habe man deshalb trotz insgesamt deutlicher Nachfrage nicht mehr vermieten können.

    Um die echten Bedürfnisse zu ermitteln, sollen Bewohnerinnen und Bewohner und auch Interessenten nach ihren Vorstellungen befragt werden. Eines aber steht schon fest: Serviceleistungen, wie sie in Altersheimen oder grösseren Institutionen angeboten werden, sind wirtschaftlich nicht tragbar.

    Das Wohnhaus für altersgerechtes Wohnen liegt unmittelbar beim Ortskern von Bergdietikon. In wenigen Gehminuten sind die Post, das Zentrum, der Volg-Laden, der Friedhof sowie die Bushaltestelle zu erreichen, beschreibt die Stiftung das Objekt. Und fügt hinzu: Mit Fernsicht ins Limmattal und Ausblick auf die bergseitige Hügellandschaft.