Schlagwort: Heizkessel

  • Zukunftsorientierte Wärmeversorgung in Zürichs innerstädtischen Quartieren

    Zukunftsorientierte Wärmeversorgung in Zürichs innerstädtischen Quartieren

    In einem strategischen Vorstoss zur Dekarbonisierung der Energieversorgung identifiziert die Stadt Zürich Schlüsselquartiere, in denen die herkömmliche Wärmeversorgung durch nachhaltige Alternativen ersetzt werden soll. Trotz der Herausforderung, dass lokal verfügbare, erneuerbare Energiequellen wie Wärmepumpen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken, zeigt eine umfassende Studie Lösungswege auf.

    Konzept für dicht bebaute Stadtgebiete
    Insbesondere die Quartiere Hard, Wiedikon und Sihlfeld-Werd stehen im Fokus der Energieplanung. Diese Gebiete, die etwa sieben Prozent der Siedlungsfläche der Stadt umfassen, erfordern aufgrund ihrer dichten Blockrandbebauung eine innovative Herangehensweise. Das entwickelte Versorgungskonzept sieht den Aufbau thermischer Netze vor, die bis 2040 etwa ein Viertel der städtischen Neuinstallationen ausmachen werden.

    Neue Heizkraftwerke nötig
    Für die Deckung des ermittelten Wärmebedarfs von 282 GWh/Jahr sind leistungsfähige Heizwerke erforderlich, vergleichbar mit der Kapazität der bestehenden Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz. Zusätzliche Heizkessel werden zur Abdeckung der Spitzenlast eingesetzt, die insbesondere an extrem kalten Tagen erforderlich ist.

    Modularer Ausbau und innovative Wärmequellen
    Das Konzept beinhaltet die Nutzung diversifizierter Energiequellen wie Abwasserwärme, Flusswasser, Holzbiomasse und Abwärme von Rechenzentren, die ausserhalb des Versorgungsgebietes gewonnen und durch ein neu zu errichtendes Hauptnetz in die Quartiere geleitet werden. Die Implementierung erfolgt in modularen Schritten, wobei unabhängige Verteilzentralen zeitnah realisiert werden, um eine rasche Anbindung der Endverbraucher zu gewährleisten.

    Die Planung und Umsetzung dieses zukunftsweisenden Projekts ist nun gefordert, um frühzeitig in den 2030er Jahren die ersten Liegenschaften ans Netz zu bringen. Der Ersatz von derzeit 1’500 fossilen Heizungen in diesen Gebieten leistet einen entscheidenden Beitrag zur Erreichung der Klimaziele Zürichs.

  • Wärmeverbund in Villmergen nutzt lokales Altholz

    Wärmeverbund in Villmergen nutzt lokales Altholz

    Die AEW Energie AG hat am 16. November den Baubeginn für die Wärmezentrale im Villmerger Industriegebiet mit einem ersten Spatenstich begangen. Die Wärmezentrale wird auf dem Gelände der Cellpack Power Systems errichtet. Sie soll laut einer Mitteilung in einer ersten Phase mit einem Heizkessel für Altholz mit einer Nennleistung von 2000 Kilowatt und einem Ölkessel für die Spitzenlast mit einer Nennleistung von 4000 Kilowatt ausgestattet werden.

    Die Anlage liefert Ende 2024 erstmals Wärme. Sie soll rund 710‘000 Kubikmeter Erdgas ersetzen und damit den Ausstoss von 1500 Tonnen CO2 vermeiden. Im Endausbau soll ein weiterer Altholzkessel von 4000 Kilowatt Nennleistung hinzukommen. Damit sollen auch weitere Unternehmen im Industriegebiet versorgt werden können. Die Erweiterung des Wärmeverbunds auf angrenzende Gebiete ist angedacht.

    Das Altholz soll mehrheitlich aus unbehandelten Holzabfällen des Industriegebiets stammen und nach Bedarf mit Holz aus der Region ergänzt werden. Der Ölanteil für die Spitzenlast soll höchstens 10 Prozent betragen. Auf dem Dach und an zwei Seiten der Wärmezentrale wird eine Photovoltaikanlage errichtet. Diese erreicht eine Spitzenleistung von 260 Kilowatt.