Schlagwort: Herausforderung

  • Neue Kraft in der Schweizer Equans Switzerland

    Neue Kraft in der Schweizer Equans Switzerland

    Der Rebranding-Prozess ist in vollem Gange und wird sich über die kommenden Monate erstrecken. Ab dem 1. Juli 2024 werden die «Bouygues E&S InTec Schweiz AG» in «Equans Switzerland AG» und die «Bouygues E&S Prozessautomation AG» in «Equans Switzerland Process Automation AG» umbenannt. Diese Änderungen betreffen jedoch nicht die bestehenden Geschäftsbeziehungen.

    Auch die Tochtergesellschaften erfahren Anpassungen unter der neuen Dachmarke. Bereits im Januar 2024 wurde der Facility Management-Bereich in «Equans Switzerland Facility Management AG» umbenannt. MIBAG Property Managers und Kummler+Matter EVT AG haben neue Logos erhalten. Die Bouygues E&S EnerTrans AG wird als EnerTrans Switzerland AG eigenständig und erhält ebenfalls ein neues Logo.

    Erweiterung des Dienstleistungsportfolios
    Die strategische Zusammenlegung ermöglicht es Equans Switzerland, ihr Dienstleistungsportfolio zu erweitern und noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Gebäudetechnik, Energieversorgung und -effizienz, Facility Management, Smart City, Verkehrsinfrastruktur und digitale Transformation. Ziel ist es, die führende Position in diesen Bereichen weiter auszubauen.

    Chancen und Herausforderungen
    Claudio Picech betont die Bedeutung dieses Zusammenschlusses: «Die Zusammenführung von Bouygues E&S und Equans ist ein anspruchsvolles Projekt, das grosse Chancen birgt. Das Schweizer Unternehmen darf auf über 180 Jahre Tradition und Geschichte zurückblicken, was uns alle sehr stolz macht. Die kommenden Monate werden herausfordernd, aber auch vielversprechend sein. Dabei spielt die Beteiligung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine zentrale Rolle. Auch der persönliche Kontakt mit allen Angestellten liegt mir sehr am Herzen. Gemeinsam wollen wir diesen Wandel nutzen, um unsere Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern.» Ganz nach dem Motto: Gemeinsam Zukunft gestalten.

    Mit diesen strukturellen und strategischen Änderungen positioniert sich Equans Switzerland als zukunftsorientiertes Unternehmen, das bereit ist, die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern und die Branche nachhaltig zu prägen.

  • Silas Schneider übernimmt operative Leitung

    Silas Schneider übernimmt operative Leitung

    Silas Schneider tritt seine neue Position am 1. Januar 2025 an, es stösst am 1. Oktober 2024 zur ABS. Schneider bringt umfassende Erfahrung aus seiner vorherigen Tätigkeit als CEO von abonax mit, wo er über sechs Jahre hinweg massgeblich am Aufbau und der erfolgreichen Entwicklung des Unternehmens beteiligt war.

    „Wir sind überzeugt, dass Silas Schneider mit seiner Erfahrung und seinem Fachwissen die Firma in eine weiterhin erfolgreiche Zukunft führen wird und freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit“, kommentiert Daniel Senn, Verwaltungsratspräsident der Abacus.

    Mit dem Wechsel in der Führungsspitze setzt die Abacus Business Solutions AG ein starkes Zeichen für Kontinuität und Wachstum. Der Übergang wird sorgfältig geplant und ausgeführt, um eine reibungslose Weiterführung der Unternehmensgeschäfte zu gewährleisten und die zukünftigen Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

  • Meilenstein am Basler Bahnhof

    Meilenstein am Basler Bahnhof

    Der Bahnhof Basel SBB steht vor einem Problem. Er stösst an seine Kapazitätsgrenzen. Die steigende Anzahl von Zügen und Reisenden, insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten, erfordert dringende Massnahmen, um Engpässe zu vermeiden.

    Ab Dezember 2025 ist geplant, dass die S-Bahn-Züge zwischen Basel und Liestal im Viertelstundentakt verkehren. Dieses ehrgeizige Ziel erfordert erhebliche Investitionen in die Bahnanlagen zwischen Basel und Liestal, die der Bund mit rund einer Milliarde Franken finanziert. Die SBB übernimmt die Umsetzung dieser Projekte im Auftrag des Bundes, während Bund und Kantone gemeinsam die zusätzlichen S-Bahn-Verbindungen bestellen und finanzieren.

    Die Investitionen sind grösstenteils im Ausbauschritt 2025 enthalten, der Teil der Vorlage «Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur» (FABI) ist, die von der Schweizer Stimmbevölkerung im Februar 2014 angenommen wurde. Diese Ausbauten ermöglichen nicht nur den S-Bahn-Viertelstundentakt zwischen Basel und Liestal, sondern legen auch den Grundstein für weitere Verbesserungen im Personen- und Güterverkehr.

    Um die Kapazitäten für den geplanten Viertelstundentakt und das erweiterte Fahrplanangebot zu schaffen, sind zwei Hauptmassnahmen erforderlich.

    Zusätzliche Haltemöglichkeiten für die Züge: Mit dem geplanten Viertelstundentakt steigt die Anzahl der Züge am Bahnhof Basel SBB. Daher sind zusätzliche Halteorte und Perronkanten erforderlich, um den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Dies ist das Hauptziel des Projekts «Leistungssteigerung Basel SBB».

    Zusätzliche Querungsmöglichkeiten für die Reisenden: Die steigende Anzahl von Zügen führt zu mehr Reisenden und damit zu einer höheren Auslastung der Passerelle im Bahnhof Basel SBB. Um diesem Anstieg gerecht zu werden, ist die Schaffung zusätzlicher Querungsmöglichkeiten dringend erforderlich. Das Projekt «Provisorische Passerelle» zielt darauf ab, diese Kapazitätserweiterung schnell umzusetzen, bis weitere Querungen, wie der Perronzugang Margarethen, erstellt werden können.

    Die provisorische Passerelle ist eine temporäre Lösung, bis langfristige Massnahmen umgesetzt werden können. Die Planung und der Bau weiterer Querungen sind im Ausbauschritt 2035 vorgesehen und werden ebenfalls vom Bund finanziert.

  • Ein Pionier in der Nanotechnologie zur Energiegewinnung

    Ein Pionier in der Nanotechnologie zur Energiegewinnung

    Im Zentrum dieser bahnbrechenden Forschung steht die Verbindung von Thermodynamik und Quantenmechanik, um durch Nanotechnologie effiziente Energiesysteme zu entwickeln. Der Wissenschaftler, der sich dieser Herausforderung stellt, ist bereits seit zwölf Jahren im Bereich der Quantenelektronik tätig und hat seinen Fokus auf die Umwandlung von Abwärme in elektrische Energie gerichtet. Seine Arbeit mit Graphen-Nanobändern, einem Material aus einer einzelnen Schicht von Kohlenstoffatomen, verspricht neue Wege in der Energiegewinnung.

    Die Qualität seiner Forschung wurde bereits mit prestigeträchtigen Auszeichnungen wie dem ERC Starting Grant und einem Eccellenza-Professorenstipendium des Schweizerischen Nationalfonds gewürdigt. Der Forscher, der sowohl eine Forschungsgruppe an der Empa leitet als auch Assistenzprofessor für Quantenelektronik an der ETH Zürich ist, hat seine akademische Laufbahn an der TU Delft begonnen und sich stets für konkrete Anwendungen der Physik interessiert.

    In seinem Labor an der Empa erforscht er die Anwendung von Graphen-Nanobändern, die an der Empa unter der Leitung von Roman Fasel hergestellt werden. Die spezifischen physikalischen Eigenschaften dieser Bänder sind entscheidend für ihre Nutzbarkeit in einer Reihe von Quantentechnologien. Eine bedeutende Entdeckung seiner Gruppe war, dass die Quanteneffekte dieser Bänder auch bei -23°C noch weitgehend erhalten bleiben, was die Möglichkeit ihrer nwendung bei Raumtemperatur in Aussicht stellt.

    Die Technologie, an der der Wissenschaftler arbeitet, befindet sich noch in der Entwicklungsphase, und die Herausforderungen in der Nanofabrikation sind gewaltig. Trotzdem ist sein Ziel, die fundamentalen Grundlagen für die Anwendung dieser fortschrittlichen Technologie zu schaffen und damit ihren praktischen Einsatz in der Zukunft zu ermöglichen. Seine Forschung könnte letztendlich dazu beitragen, den Stromverbrauch elektronischer Geräte zu reduzieren und einen wesentlichen Beitrag zur Energieeffizienz zu leisten.

  • Scheitern der Fusionsbestrebungen zwischen Limmatstadt AG und Regionale 2025

    Scheitern der Fusionsbestrebungen zwischen Limmatstadt AG und Regionale 2025

    Die Pläne zur Bündelung der Kräfte im Limmattal durch eine Fusion der privatwirtschaftlichen Limmatstadt AG und des öffentlich finanzierten Vereins Regionale 2025 sind gescheitert. Die beiden Organisationen, die sich bisher parallel für die Entwicklung des Gesamtraums Limmattal engagierten, konnten sich nicht auf eine gemeinsame Struktur und Finanzierung für eine zukünftige öffentlich-private Partnerschaft einigen. Diese Entwicklung wirft nun Fragen über die Fortsetzung der Standortförderungsaktivitäten in der Region auf.

    Seit einem Jahrzehnt existieren beide Organisationen nebeneinander mit ähnlichen Zielen, aber unterschiedlichen Ansätzen und Finanzierungsmodellen. Während der Verein Regionale Projektschau Limmattal sich auf die Realisierung einer Ausstellung mit regionalen Projekten konzentriert, fokussiert die Limmatstadt AG auf regionale Standortförderung.

    Im letzten Jahr initiierte die Limmatstadt AG ein Strategieprojekt, um mit Stakeholdern aus verschiedenen Bereichen eine zukunftsfähige Struktur für die Regionalentwicklung zu erarbeiten. Das Strategiepapier «Gemeinsam fürs Limmattal» zielte auf die Fusion der beiden Organisationen ab 2026, um die regionalen Herausforderungen effizienter anzugehen.

    Jedoch wurden diese Pläne von den Vorstandsmitgliedern des Vereins Regionale Projektschau Limmattal abgelehnt, was die Fortführung des Projekts in Frage stellt. Als Reaktion auf diese Entwicklung hat der Verwaltungsratspräsident der Limmatstadt AG, Balz Halter, seinen Rückzug angekündigt und wird sich von der Organisation zurückziehen.

    Die Limmatstadt AG hat in den letzten zehn Jahren intensiv daran gearbeitet, das Limmattal als eine Region zu etablieren und dessen Interessen zu vertreten. Angesichts der aktuellen Situation wird nun diskutiert, ob und wie die Standortförderung im Limmattal fortgesetzt werden sollte.

    Die vorgezogene öffentliche Generalversammlung am 12. März 2024 soll den Rahmen für eine umfassende Diskussion über die Zukunft der Limmatstadt AG und die Standortförderung im Limmattal bieten.

  • Immobilienbranche in der Schweiz: Herausforderungen und Chancen im Zeitalter der 10-Millionen-Bevölkerung

    Immobilienbranche in der Schweiz: Herausforderungen und Chancen im Zeitalter der 10-Millionen-Bevölkerung

    Die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz wird voraussichtlich die 9-Millionen-Grenze in der ersten Jahreshälfte 2024 überschreiten und könnte bis Mitte der 2030er-Jahre die magische 10-Millionen-Marke erreichen. Dieser rapide Anstieg ist historisch beispiellos und wird hauptsächlich durch internationale Migration angetrieben, während die Bautätigkeit nicht Schritt halten kann.

    Seit dem Aufstieg von der 5-Millionen-Schweiz im Jahr 1955 wurde mehr Wohnraum geschaffen, und die Verkehrsinfrastruktur wurde massiv ausgebaut, was dazu beitrug, dass die Mieten im Verhältnis zu den Löhnen nur moderat stiegen. Diese Ära des sinkenden Wohnkosten, grösserem Flächenkonsum pro Person und mehr Wohnkomfort scheint jedoch vorbei zu sein. Aufgrund des Bautätigkeitsrückgangs könnten bis 2034 mindestens 150.000 Wohnungen fehlen, um den Flächenkonsum stabil zu halten.

    Dies wird voraussichtlich dazu führen, dass die Mieten schneller steigen als die Einkommen. Die Angebotsmieten könnten bis Mitte der 2030er-Jahre insgesamt um 25 bis 30 Prozent real ansteigen, ähnlich wie zwischen 2002 und 2012. Insbesondere in Zentrumslagen wird die Mietpreisentwicklung aufgrund hoher Einwanderung noch stärker ausfallen als in der Peripherie.

    Auch die Wohnimmobilienpreise, sei es für Eigenheime oder Mehrfamilienhäuser, werden voraussichtlich bei moderaten Zinsen stärker steigen als die Einkommen. Toplagen werden aufgrund des Wachstums weiterhin stark nachgefragt sein, und die Agglomerationen rund um die Grosszentren werden ebenfalls an Bedeutung gewinnen, was die Zahlungsbereitschaft in diesen Gebieten erhöht. Wohnimmobilien könnten somit an vergangene Wertsteigerungen anknüpfen oder diese sogar übertreffen.

    Allerdings gibt es auch Risiken. Wenn sich die Wohnsituation für viele Haushalte verschlechtert, könnte die Politik zusätzliche Regulierungen einführen, was die Situation verschärfen würde. In einem solchen Szenario könnte die Bautätigkeit weiter zurückgehen, und die Bausubstanz sowie die Nachhaltigkeit könnten leiden, da Anreize für umfassende und energetische Sanierungen fehlen. Die Zukunft der Immobilienbranche in der Schweiz hängt daher von einer ausgewogenen politischen und wirtschaftlichen Entwicklung ab.

  • Die Industrielle Revolution im Digitalen Zeitalter

    Die Industrielle Revolution im Digitalen Zeitalter

    Die Vision von digitalen Paralleluniversen, bekannt als das Metaverse, wird zunehmend zu einer realen Möglichkeit für Industrieunternehmen. Das von Neal Stephenson geprägte Konzept ist nicht mehr nur ein Science-Fiction-Szenario, sondern nimmt Gestalt an in Initiativen wie dem iguversum von igus, welches eine Brücke zu einer neuen Art des Vertriebs und Engineerings schlägt. Diese fortschrittliche Technologie, unterstützt von Künstlicher Intelligenz und Big Data, könnte bis 2030 einen Marktwert von mehreren Billionen Dollar erreichen.

    Das Industrial Metaverse ermöglicht es Unternehmen, physische Technologien in 3D-Modelle zu übertragen und internationale Teams in virtuellen Räumen zusammenzubringen. So können sie Anlagen und Maschinen effizienter als jemals zuvor planen und simulieren. Siemens’ Digital Native Factory in Nanjing ist ein Vorreiter mit ihrem Digital-Twin-Ansatz, der die Genauigkeit der Planung und Produktivität der Fabrik erheblich verbessert hat. Ebenso nutzt igus das iguversum, um Kunden und Vertriebsmitarbeiter durch virtuelle Welten zu führen, in denen Produkte und Lösungen interaktiv erlebbar gemacht werden.

    Die Zukunft des Industrial Metaverse verspricht eine Zusammenarbeit ohne geografische Grenzen, wo globale Teams als Avatare ganze Projekte in der digitalen Welt durchführen und somit den Aufwand physischer Treffen und traditioneller Kommunikationsmittel eliminieren. Dies führt nicht nur zu einer anschaulicheren Darstellung von Projekten, sondern auch zu einer beschleunigten und effizienteren Projektumsetzung.

    Neben der Optimierung der Entwicklungsprozesse von Produkten, ermöglicht das Metaverse auch innovative After-Sales-Servicekonzepte. Technische Schulungen könnten in einer immersiven Umgebung stattfinden, die ein lebensechtes Lernen und Interagieren mit digitalen Zwillingen realer Objekte erlaubt.

    Augmented Reality, bekannt durch Spiele wie Pokémon Go, stellt die nächste Stufe der Entwicklung dar. Diese Technologie erlaubt es Ingenieuren, 3D-Modelle aus dem Metaverse in ihre reale Umgebung zu projizieren und so die Kompatibilität von geplanten Maschinen mit ihrer Umgebung zu beurteilen.

    Die Herausforderung bleibt jedoch, das Bewusstsein und Verständnis für das Industrial Metaverse zu steigern. Eine Umfrage von TeamViewer zeigt, dass viele Menschen noch nicht über die Technologie informiert sind. Es bedarf daher weiterer Aufklärung, um das volle Potenzial dieser revolutionären digitalen Transformation zu entfalten.

  • Zukunft der Immobilienbranche: Resilienz und Klimaneutralität bis 2050

    Zukunft der Immobilienbranche: Resilienz und Klimaneutralität bis 2050

    Die Schweiz hat sich das Ziel gesetzt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Dies erfordert eine erhebliche Reduzierung der CO₂-Emissionen durch den Einsatz erneuerbarer Energien und verbesserte Energieeffizienz. Obwohl die Immobilienbranche bereits Fortschritte gemacht hat – mit einer Reduktion des Endenergieverbrauchs für Raumwärme um 10% und der Treibhausgasemissionen um 40% seit 2000 – bleiben noch viele Herausforderungen. Bis 2021 waren Gebäude immer noch für 26% der gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz verantwortlich.

    Ein Schlüsselelement für Nachhaltigkeit
    Der Verkehr, der etwa ein Drittel der CO₂-Emissionen verursacht, ist ein weiterer Bereich, in dem die Immobilienbranche zur Nachhaltigkeit beitragen kann. Mit einer erwarteten Zunahme des Verkehrs in der Schweiz um 17% bis 2050, müssen entsprechende Anpassungen erfolgen.

    Massnahmen zur Erreichung der Klimaziele 2050
    Zur Erreichung der Klimaziele bis 2050 sind umfangreiche Anstrengungen erforderlich, insbesondere in den Bereichen Raumwärme und Mobilität. Dazu gehören die Verdoppelung der Fernwärme, der Anstieg der Wärmepumpen auf 1,5 Millionen, 3,6 Millionen Elektroautos, verbesserte Gebäudedämmung und ein Anstieg der Stromgewinnung aus Photovoltaik.

    Umbau der Wärmeversorgung für Effizienz
    Eine zentrale Herausforderung ist die energetische Sanierung bestehender Gebäude, da viele nicht den aktuellen Standards entsprechen. Bis 2050 wird der Wärmebedarf des Schweizer Gebäudeparks durch effizientere Gebäude stark sinken. Der Einsatz von Öl- und Gasheizungen wird durch Wärmepumpen und Fernwärme ersetzt.

    Strategie für resiliente Immobilienportfolios
    Die Branche steht vor der Aufgabe, Immobilienportfolios resilient und klimafreundlich zu gestalten. Dies umfasst die Sanierung für mehr Energieeffizienz, die Integration erneuerbarer Energien und die Förderung nachhaltiger Mobilität. Diese Schritte sind nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch sinnvoll.

    CO₂-Absenkpfad als Instrument für strategische Entscheidungen
    Der „CO₂-Absenkpfad“ ist ein wertvolles Instrument für die strategische Planung, um ökonomische und ökologische Ziele in Einklang zu bringen. Er basiert auf einer umfassenden Analyse aller Bestandsobjekte und priorisiert Massnahmen für eine effiziente Energienutzung.

    Nachhaltige Immobilien als langfristige Investition
    Nachhaltige Immobilien stellen eine robuste und langfristige Investition dar, die sich auch in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit bewährt. Durch die strategische Planung und Umsetzung nachhaltiger Massnahmen kann die Immobilienbranche sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch profitieren.

  • «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt, dem auch die kantonale Raumordnung sowie Landwirtschaftspolitik des Kantons Graubünden angegliedert ist?
    Mir gefällt die Vielfalt der Themen und Aufgaben. Als Regierungsrat bekommte ich Einblick in viele Bereiche des Kantons. Jeden Tag etwas Neues zu erleben und die Vielfalt des Kantons zu sehen, macht die Faszination des Amtes aus.

    Wie beschreiben Sie den Wirtschafts- und Lebensraum Graubünden?
    Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren. Graubünden bietet vielfältige Möglichkeiten, sei es im Tourismus oder in anderen Wirtschaftszweigen. Die faszinierende Outdoor-Arena Graubünden bietet einen kaum zu übertreffenden Ausgleich für alle die hier wohnen und arbeiten.

    Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sich der Kanton Graubünden als Wirtschaftsstandort erfolgreich entwickeln kann und ein angemessenes Arbeitsplatzangebot im Kanton zur Verfügung steht?
    Ein grosser Pluspunkt sind die Industrieflächen, die wir für die Standortentwicklung zur Verfügung haben. Entlang der A13 auf der Nord-Süd-Achse steht viel Raum für unternehmerische Aktivitäten bereit. Zudem sind hohe Investitionen für die Fachhochschule Graubünden geplant, um die heutigen Ausbildungs-
    und Forschungsmöglichkeiten umfassend auszubauen. Unser hervorragendes Angebot an Freizeitmöglichkeiten dient nicht nur unseren Gästen, sondern allen, die hier leben und arbeiten. Zusammen mit den attraktiven Arbeitsplätzen resultiert die einzigartige Lebensqualität in Graubünden.

    Wo sehen Sie derzeit die
    grössten Herausforderungen?

    Eine der grössten Herausforderungen für den Kanton ist die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen in der Altersvorsorge. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik schreitet die Alterung der Gesellschaft bei uns schneller voran als in anderen Kantonen. Die zweite Herausforderung ist der Mangel an Arbeitskräften, ich spreche bewusst nicht von Fachkräften. Auch in Graubünden haben viele Bereiche Schwierigkeiten, Personal zu finden. Ein drittes Beispiel: In der Raumplanung sind Kanton und Gemeinden mit der Umsetzung der Raumplanungsgesetzesrevision – insbesondere mit der Verdichtung der Bauzonen – gefordert. Das enge raumplanerische Korsett bremst ein Stück weit unser Wachstum.

    Wie abhängig ist der
    Kanton vom Tourismussektor?

    Der Tourismus ist nach wie vor die tragende Säule der Bündner Wirtschaft. Rund ein Drittel des BIP wird im Tourismus erwirtschaftet, 70% davon im Wintertourismus. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Wirtschaft stark zu diversifizieren. Gerade im Bündner Rheintal entsteht ein Cluster mit Hightech-Unternehmen im Medizinalbereich wie Hamilton und Integra Biosciences und weiteren Industriebereichen. Mittlerweile haben wir rund 6000 Mitarbeitende in Hightech-Unternehmen in dieser Region.

    Was macht den Kanton Graubünden
    für Unternehmen attraktiv?

    Wir haben die Innovationsstrategie entwickelt, um Forschung, Entwicklung und Innovation näher an die Unternehmen zu bringen und die Gründung oder Ansiedlung von Start-ups in Graubünden zu fördern. Der Technopark Graubünden in Landquart bietet seit 2020 Raum und Dienstleistung damit sich Start-ups niederlassen, entwickeln und vernetzen können. Unser Trumpf sind, wie gesagt, die Industrieflächen. Auf dem Areal des «Industriepark Vial» in Domat/Ems konnten bestehende Firmen expandieren und neue Firmen angesiedelt werden und damit knapp 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Kanton besitzt auf dem Areal weitere 150’000 Quadratmeter sofort verfügbare Industriefläche. In San Vittore, im südlichen Teil von Graubünden angrenzend an den Wirtschaftsraum Bellinzona, gibt es weitere Flächen, die sich für Ansiedlungen eignen.

    Die Förderung von Start-ups ist ein wichtiges Anliegen der Politik. Wie gehen Sie diese Aufgabe an und welche Branchen oder Themen forciert der Kanton?
    Der Kanton hat mit dem Technopark Graubünden ein Angebot geschaffen, um Jungunternehmen im Technologiebereich zu fördern. Ein Raum, der ein Netzwerk und Know-how zur Verfügung stellt. Attraktive Angebote bestehen auch im Engadin und in der Surselva und weitere Projekte sind in Arbeit. Zur weiteren Unterstützung sind wir in das Ostschweizer Netzwerk INOS eingebunden und auch mit dem Innovationsökosystem Tessin aktiv vernetzt.
    Am Standort Davos entstehen in Zusammenarbeit mit den Zürcher Hochschulen zwei Forschungszentren mit Leuchtturmcharakter. Einerseits das bereits geschaffene Forschungszentrum zur Untersuchung von Klimawandel, Extremereignissen und Naturgefahren im alpinen Raum CERC sowie ein Forschungszentrum im Bereich Gesund und LifeSciences. Beide Institute sollen translationale Forschung betreiben und deren Erkenntnisse damit insbesondere auch durch Start-ups in anwendbare Massnahmen oder Therapien übersetzt werden können.

    Welches sind aus Ihrer Sicht die bedeutendsten Bauprojekte und Arealentwicklungen, die im Kanton Graubünden anstehen?
    Die Fachhochschule Graubünden in Chur wird von fünf auf einen Standort konzentriert. Damit entsteht für 151 Millionen Franken ein attraktiver Campus für Bildung, Forschung und Innovation.
    Aus meiner Sicht sind Arealentwicklungen im Kanton für die Ansiedlung von Industrieunternehmen von grosser Bedeutung. Deshalb unterstützen wir aktiv die Arealentwicklungen in Domat/Ems und hoffentlich bald auch im Misox, in San Vittore um dort in Zukunft auch mehrere hunderttausend Quadratmeter Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung stellen zu können.

    Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit, sprich Kreislaufwirtschaft ein und wie wird
    sie investitionsmässig gefördert?

    Für Graubünden ist die Kreislauf-wirtschaft ein wichtiges Thema. Die Rückgewinnung von Materialien aus bestehenden Produkten ist eine Chance für die Wirtschaft. Natürlich sind auch klimaneutrales Bauen, Biodiversität und aus meiner Sicht auch klimaneutrale Landwirtschaft wichtige Themen. Mit dem «Aktionsplan Green Deal» verfügt der Kanton Graubünden über ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und -anpassung – mit dem Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden. Jetzt starten wir in die zweite Phase, in der konkrete Maßnahmen definiert und hoffentlich auch mit finanziellen Mittel
    vom Grossen Rat bewilligt werden, damit wir ab 2025 in die Umsetzung gehen können.

    Wie steht es um die Zersiedlung
    im Kanton Graubünden und was wird dagegen unternommen?

    Die Zersiedelung und der damit verbundene Siedlungsbrei ist meines Erachtens nicht das Hauptproblem des Kantons Graubünden. Wir haben noch eine intakte Siedlungsstruktur und ein klar abgegrenztes Siedlungsgebiet. Die Herausforderung ist, dass für die ganze Schweiz das gleiche Raumplanungsgesetz gilt, obwohl die Herausforderungen völlig unterschiedlich sind. Hier wünsche ich mir, dass die nationale Politik den Kantonen und Gemeinden flexiblere Instrumente in die Hand gibt.

    Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
    Wir fahren auf zwei Schienen. Um der Digitalisierung den nötigen Schub zu verleihen, hat der Kanton einerseits einen Verpflichtungskredit von 40 Millionen zur Verfügung gestellt, um innovative Digitalisierungsprojekte zu unterstützen. Die Projekte müssen einen Beitrag zur Digitalisierung leisten, von Projektträgern aus der Wirtschaft kommen, innovativ sein und zur Wertschöpfung des Kantons beitragen.
    Andererseits muss der Kanton selber die Digitalisierung vorantreiben, um Leistungen für die Bevölkerung und Unternehmen vermehrt digital anbieten zu können. Denn wir sind uns bewusst, dass wir bei der Verwaltung Nachholbedarf haben.

    Ist das Thema Wohnungsnot im Bündnerland gegenwärtig? Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
    Die Regionen sind unterschiedlich betroffen. Das Thema ist sehr präsent und politisch aktuell. In den Tourismusregionen ist die Wohnungsknappheit sehr akut. Beispielsweise finden Unternehmen keine bezahlbaren Wohnungen für ihre Mitarbeitende in zumutbarer Entfernung. Das Raumplanungsgesetz und das Zweitwohnungsgesetz tragen meines Erachtens nicht zur Lösung des Problems bei. Sie verschärfen das Problem noch.
    Die Erhöhung der Zinsen fördert die Investition in Wohneigentum nicht. Zudem haben wir die Situation, dass Investitionen in Immobilien in vielen peripheren Gemeinden für institutionelle Anleger wirtschaftlich uninteressant sind. Der Grosse Rat hat mein Departement beauftragt, eine Art Fonds de Roulement einzurichten, um preisgünstigen Wohnraum zu fördern. Der Kanton baut nicht selber. Wir unterstützen die Gemeinden mit verschiedenen Instrumenten und zeigen auf, was sie tun könnten.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel, wie ist die Situation in Graubünden?
    Ich spreche nicht nur vom Fachkräftemangel, sondern vom Arbeitskräftemangel. Viele Handwerksbetriebe sagen mir: «Ich könnte noch viel mehr Arbeit annehmen, aber ich habe einfach nicht die Arbeitskräfte dazu.» Wir wissen, dass Hotels teilweise ihre Zimmer nicht öffnen, dass der Küchenbetrieb eingeschränkt wird, weil das Personal fehlt. Auch bei der kantonalen Verwaltung finden wir in gewissen Bereichen kein Personal.

    Welche Stärken haben die Regionen im Kanton?
    Die elf Regionen sind sehr unterschiedlich. Im Bündner Rheintal von Maienfeld bis Bonaduz boomen Hightech-Unternehmen. Diese haben in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Franken in dieser Region entlang der A13 investiert.
    Eine Stärke von Graubünden sind auch die touristischen Hotspots, sei es das Oberengadin, Davos-Klosters, Arosa-Lenzerheide oder Laax. In Davos ist auch die Forschung mit fast 400 Mitarbeitenden stark präsent und wird weiter gestärkt.
    Graubünden hat aber auch periphere Regionen, wo die Abwanderung überwiegt und es schwierig ist die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

    Welche Vorhaben und Geschäfte würden Sie in Ihrer bisherigen Laufbahn als Regierungsrat, als Ihre persönlichen Meilensteine bezeichnen?
    Mir ist wichtig, dass der Ausbau des Ultrahochbreitbands für Graubünden flächendeckend erfolgt. Wie vor 100 Jahren beim Bau der Kantonsstrassen, die abschnittsweise auch für 15 Einwohner gebaut wurden. Wohl wissend, dass das nie refinanziert werden kann. Die UHB-Erschliessung hat für mich die gleiche Bedeutung.
    Wenn wir von Arbeitskräftemangel sprechen, dann ist es wichtig, dass wir die vorhandenen Arbeitskräfte mobilisieren können, unter anderem auch mit dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Das Bündner Kantonsparlament hat im Dezember 2022 ein Gesetz verabschiedet, das uns in der Schweiz ins vordere Drittel bezüglich der Bezahlbarkeit der familienergänzenden Kinderbetreuung katapultiert hat.
    Am Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» beteiligen sich 50 Bauernbetriebe in einem Pilotprojekt um Massnahmen zu testen, welche den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Ab 2025 sollen gewisse Massnahmen auf alle Bündner Landwirtschaftsbetriebe ausgedehnt werden. Graubünden ist bereits Vorreiter in Sachen Biolandwirtschaft: Zwei Drittel der Betriebe sind Biobetriebe – in Zukunft wird die Bündner Landwirtschaft klimaneutral sein.

  • BlackRock’s Investment und die Schweiz als aufstrebender Blockchain Hub

    BlackRock’s Investment und die Schweiz als aufstrebender Blockchain Hub

    Auch die Schweiz, die bereits als führender Blockchain Hub und Heimat für bedeutende Akteure im Bereich Blockchain und Kryptowährungen bekannt ist, erkennt das Potenzial, das diese Technologien bieten. Die Schweiz verfügt über eine offene Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten und der Blockchain-Technologie im Allgemeinen. Dies könnte dazu beitragen, das Land als bevorzugtes Ziel für Unternehmen zu etablieren, die nach neuen Standorten suchen, um von der aufstrebenden Branche zu profitieren.

    Angesichts der jüngsten Herausforderungen im Kryptobereich, wie dem Zusammenbruch der Kryptobörse FTX in den USA, erwägen viele Unternehmen alternative Standorte. Hier bietet die Schweiz eine vielversprechende Gelegenheit, indem sie sich als sicherer und attraktiver Standort für die Kryptobranche positioniert. Allerdings sind andere Länder, allen voran Frankreich, bereits aktiv dabei, Krypto-Firmen anzuziehen und regulatorische Lösungen zu erarbeiten, um diesen Unternehmen ein optimales Umfeld zu bieten.

    Die Schweiz, als angesehener Blockchain Hub, darf den Wettbewerb in diesem dynamischen Sektor nicht unterschätzen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Schweiz ihre Vorreiterrolle weiter ausbaut, um sich auch in Zukunft optimal für digitale Finanzprodukte und die Blockchain-Technologie zu positionieren. Die Swiss Blockchain Federation wird sich in den kommenden Monaten weiterhin dafür einsetzen, die Politik, Regulierung, Medien und andere wichtige Akteure auf diese Entwicklungen aufmerksam zu machen.

  • Gründerszene im Knonauer Amt erhält Unterstützung

    Gründerszene im Knonauer Amt erhält Unterstützung

    Die Standortförderung Knonauer Amt unterstützt angehende Unternehmensgründerinnen und -gründer aus der Region. Zusammen mit dem Coworking Space Coachingplus in Affoltern und der Genossenschaft Startzentrum Zürich entwickelte sie die Idee, entsprechende Workshops anzubieten. Der erste hat bereits stattgefunden, Folgetermine sind geplant.

    Der erste Workshop traf auf grosses Interesse. Insgesamt 40 Teilnehmende, zwei Drittel davon Frauen, befassten sich unter Anleitung von Referent Nicolas Goetsch, dem Geschäftsführer des Startzentrums Zürich, mit dem Weg von der Idee zum Geschäftsmodell. Laut einem Artikel im „Affolter Anzeiger“ animierte Goetsch die Anwesenden, sich mithilfe eines visuellen Planungsmodells konkret mit ihren eigenen Geschäftsideen auseinanderzusetzen, mit Kundenprofilen, Kundennutzen, Angebotsskizzen und Ertragsmodellen. Die Folien des Referenten können online eingesehen werden.

    Für den Folgetermin am 29. Juni sind Austauschgespräche zum Thema Herausforderungen bei der Unternehmensgründung geplant. Anmeldungen werden bis 22. Juni erbeten. Darüber hinaus bietet der Standortförderer über das Startzentrum persönliche Beratung und die Startbox Zürich, einen digitalen Gründungsleitfaden zur Unternehmensgründung im Kanton Zürich.

  • «Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter»

    «Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter»

    Mit welchen Themen befassen Sie sich als Vorsteher der Baudirektion des Kantons Zürich?
    Martin Neukom: Als Regierungsrat habe ich viele unterschiedliche Aufgaben. Einerseits führe ich die Baudirektion mit ihren rund 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Andererseits bin ich Mitglied der siebenköpfigen Regierung, welche sich mit den wichtigen politischen Geschäften aus allen Direktionen befasst. Als Baudirektor bin ich mit sehr unterschiedlichen Themen beschäftigt, vom Lärmschutz über die Landwirtschaft bis hin zum Abfallwesen. Es ist unter anderem diese Vielfalt an Themen, die meine Arbeit spannend macht.

    Wie viele Bauprojekte bearbeiten Sie zurzeit?
    Das sind rund 700 Bauprojekte – von der Dachsanierung eines Schulhauses bis zum Polizei- und Justizzentrum PJZ, das aktuell eine der grössten Baustellen der Schweiz ist. Wir machen Naturschutz- und Gewässerschutzprojekte genauso wie den Unterhalt der 1500 Kilometer Staatsstrassen im Kanton. Über die Raumplanung beeinflussen wir die Entwicklung, schützen das Kulturland und prägen das Aussehen des Kantons.

    Inwiefern profitieren Sie von Ihrem Ingenieurstudium sowie Ihrem Masterabschluss in solaren Energiesystemen für Ihre Tätigkeit als Vorsteher der Baudirektion des Kantons?
    Der Austausch mit den Fachleuten in der Baudirektion ist spannend und bereichernd. Mein naturwissenschaftlicher Hintergrund hilft mir beim Verständnis zahlreicher Themen und Projekte, beispielsweise im Energie- oder Umweltschutzbereich, aber auch im Baubereich.

    Welches sind die bedeutendsten Bauprojekte, die derzeit kantonal laufen oder in naher Zukunft anlaufen werden?
    Dazu gehören etwa das Polizei- und Justizzentrum sowie das Hochschulgebiet Zürich Zentrum mit seinen Neubauten für die Universität und der Aufwertung des öffentlichen Raums. Für die Bezirksanlage Winterthur ist die Grundsteinlegung in diesem November geplant.

    Bei der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) laufen gleich mehrere Bauprojekte. Wo sehen Sie hier die grössten Herausforderungen und Fortschritte?
    Hier ist das Bauen im Bestand eine grosse Herausforderung. Zudem muss die Fläche im dicht überbauten Winterthur optimal genutzt werden. Diverse Projekte sind bereits erfolgreich abgeschlossen, so zum Beispiel die Hochschulbibliothek.

    Laut einer Umfrage hat sich weniger als die Hälfte der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beim Heizungsersatz mit Alternativen zu Öl und Gas befasst
    Das Thema Energie liegt Ihnen sehr am Herzen. Das CO2-Gesetz ist bei der letzten Abstimmung an der Urne gescheitert. Im Herbst stimmt der Kanton Zürich über das Energiegesetz ab. Welche Ziele wollen Sie mit diesem neuen Gesetz erreichen? Was sind die Kernpunkte für Besitzer von Wohn- und Geschäftsliegenschaften?
    Mit der Änderung des Energiegesetzes schafft der Kanton Zürich eine wichtige Grundlage für wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich. Öl- und Gasheizungen müssen künftig am Ende ihrer Lebensdauer durch klimaneutrale Heizungen ersetzt werden. Um hohe Kosten und Härtefälle zu vermeiden, gibt es Ausnahmeregelungen. Die finanziellen Beiträge des Kantons an klimaneutrale Heizungen werden erhöht, um den Umstieg zu erleichtern.

    Der Hauseigentümerverband des Kantons Zürich hat das Referendum ergriffen. Der HEV plädiert für Freiwilligkeit und Eigenverantwortung statt für Zwang und Vorschriften. Zudem sagt der HEV, dass die Hausbesitzerinnen und -besitzer ihre Verantwortung längst wahrnehmen würden. Wie reagieren Sie auf diese Argumente?
    Heute wird immer noch mehr als jede zweite Öl- oder Gasheizung am Ende ihrer Lebensdauer durch eine neue Öl- oder Gasheizung ersetzt. Damit erreicht der Kanton seine Klimaziele nicht. Laut einer Umfrage in der Stadt Zürich hat sich weniger als die Hälfte der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beim Heizungsersatz mit Alternativen zu Öl und Gas befasst. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es daher verbindliche Regeln für den Ersatz von Heizungen. Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter.

    Wie zuversichtlich sind Sie, dass es dieses Mal ein JA gibt?
    Soeben hat die Bevölkerung im Kanton Glarus ein noch ambitionierteres Energiegesetz gutgeheissen, als wir es im Kanton Zürich zur Abstimmung bringen. Zudem hat der Kanton Zürich dem CO2-Gesetz mit über 55 Prozent zugestimmt. Ich bin zuversichtlich. Aber es wird auf keinen Fall ein Spaziergang, ganz im Gegenteil.

    Die Stadt Zürich scheint klimatechnisch auf Kurs zu sein. Kantonal zeigt sich ein anderes Bild. Wie sensibilisieren Sie den restlichen Kanton Zürich auf das Energiethema?
    Es geht mittlerweile mehr ums Handeln als ums Sensibilisieren. Hier würde uns das Energiegesetz enorm weiterbringen.

    Bei der finanziellen Förderung von Solaranlagen schneidet der Kanton Zürich im schweizerischen Vergleich schlecht ab. Wann und wie gedenken Sie das zu ändern?
    Hier besteht tatsächlich Handlungsbedarf, und wir arbeiten intensiv daran. Zudem hat der Kantonsrat den Regierungsrat beauftragt, bis 2022 eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten.

    Wie sieht Ihre Lösung im Mobilitätsbereich aus?
    Auch hier muss Netto Null das Ziel sein. Das heisst, es dürfen keine umweltschädlichen Emissionen entstehen. Die Zeit der fossilen Verbrennungsmotoren ist abgelaufen. Je schneller sie ersetzt werden, desto besser für das Klima und somit für uns und die nachkommenden Generationen. Hier ist für mich auch eine gute Zusammenarbeit mit der Volkswirtschaftsdirektion wichtig, die in der Mobilität im Lead ist.

    Die meisten Kantone setzen bei den Kantonsbaumeistern auf Architekten. Sie haben Beat Pahud per 1. August 2021 zum neuen Kantonsbaumeister ernannt. Kritiker monieren, dass er kein Architekturstudium absolviert hat. Was entgegnen Sie diesen?
    Die Leitung des Hochbauamts mit seinen über 150 Mitarbeitenden setzt kein Architekturstudium voraus. Was es dafür braucht: eine starke Führungspersönlichkeit mit viel Know-how im Baubereich. Beat Pahud ist dafür die ideale Besetzung.

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    «Die elektronische Eingabe von Baugesuchen lancieren wir noch dieses Jahr»

    Sie sind Vorsteher des Bau- und Justizdepartements. Was ist der Reiz dieses Amtes?
    Ich bin schon seit über 40 Jahren für das Gemeindewohl unterwegs. Davon war ich 14 Jahre lang Gemeindepräsident der Einwohnergemeinde Gunzgen, danach 8 Jahre lang Kantonsrat und seitdem nochmals so lange Regierungsrat. Mich reizen die aktive Mitarbeit und Mitgestaltung der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Themen wie auch das Suchen und Finden von Lösungen. Ich möchte den Kanton nicht nur verwalten, sondern auch weiterbringen. An meinem Departement gefällt mir ganz allgemein die thematische Breite sowie die Vielfältigkeit der Mitarbeitenden in Sachen Knowhow und Charakter.

    Wo sehen Sie die spezifischen Herausforderungen, die das Amt mit sich bringt?
    Wichtige Themen sind und bleiben die Raumplanung und die Mobilität. Aber auch beim Klima, der Digitalisierung und der Gesellschaft kommt es zu Veränderungen, denen Rechnung getragen werden muss.

    Wie weit ist Ihr Departement konkret beim Thema Digitalisierung?
    Wir stehen im Departement wie auch allgemein in der Verwaltung noch relativ am Anfang. Mich überrascht es, dass man in der öffentlichen Hand im Jahr 2021 noch nicht massgeblich weitergekommen ist. Wir versuchen seit längerem die Digitalisierung im Departement voranzutreiben – begleitende Workshops sollen dies unterstützen. Ich sehe die Digitalisierung als Schlüsselthema, das unbedingt und rasch umgesetzt werden muss. Nach wie vor gibt es aber noch Hindernisse, angefangen bei datenschutzrechtlichen Aspekten bis hin zu fehlenden Ressourcen finanzieller oder personeller Natur.

    Der Kanton Aargau zum Beispiel hat mit eBau das digitale Einreichen von Baugesuchen eingeführt. Ist das im Kanton Solothurn auch ein Thema?
    Es ist nicht nur ein Thema. Das Projekt ist sogar schon weit fortgeschritten: Wir arbeiten verwaltungsintern bereits mit einem Pilotprojekt. Dieses funktioniert gut; wir sind bald soweit, diese Dienstleistung im ganzen Kanton anbieten zu können. Ziel ist, dass noch dieses Jahr alle interessierten Gemeinden das digitale Einreichen von Baugesuchen realisieren können. Zudem arbeiten wir gerade an der Einführung einer Dokumenten-Management-Software (DMS). Im Hochbauamt läuft derzeit ein Pilotprojekt, das ein digitales Archiv vorsieht.

    Der Kanton Solothurn befindet sich gefühlt in einem regelrechten Bauboom. Trügt diese Wahrnehmung?
    Nein, das ist wirklich so. Zu den grössten Projekten gehören mit 450 Millionen Franken Investitionsvolumen die neue Anlage der Kebag Enova, beim neuen Bürgerspital werden 340 Millionen verbaut, und für die Gesamtsanierung der Kantonsschule Olten sind 86 Millionen Franken budgetiert. Aber auch auf den Arealen Attisholz Nord und Süd ist Grosses im Gange. Ein wichtiges Projekt ist die biopharmazeutische Produktionsanlage in Luterbach von Biogen: Die erste Etappe war 1,6 Milliarden Franken teuer. Weitere Etappen folgen hoffentlich. Aber wir haben in und um die Stadt Solothurn auch rund 2000 Wohneinheiten, die projektiert oder bereits im Bau sind.

    Wie steht es um die eigenen Projekte?
    Wir prüfen derzeit den Bau eines neuen Bildungscampus wie auch denjenigen eines neuen Verwaltungsgebäudes, wo verschiedene Standorte konzentriert werden könnten. Auch die Optimierung der Sportinfrastrukturen in der Stadt Solothurn ist ein Thema.

    Gibt es kantonal gesehen noch ausreichend Baulandreserven, um all diese Projekte umzusetzen?
    Wir sind aktuell mit der raumplanerischen Entwicklung beschäftigt. Hierbei stellen wir fest, dass die Baulandreserven für die nächsten 15 Jahre reichen sollten. Das bedeutet aber auch, dass in diesem Zeitraum kein neues Land eingezont wird. Im Gegenzug muss keins ausgezont werden. Wir haben zudem viele Industriebrachen oder anderweitig brachliegendes Land, welches wir umnutzen können.

    «Das Hochbauamt steht für Lösungen – nicht für das Bewirtschaften von Problemen»

    Was macht den Kanton Solothurn für neue Bauvorhaben so attraktiv?
    Auf der einen Seite liegen wir sehr zentral und bieten zudem viel Wohnqualität und Ruhe. Die Solothurner und Solothurnerinnen schätzen insbesondere die Juralandschaft sowie das vielfältige kulturelle Angebot. Solothurn gilt ja auch als die schönste Schweizer Barockstadt. Wir sind ausserdem gut an die öffentlichen Verkehrsmittel und an den motorisierten Individualverkehr angebunden. Und unsere Bodenpreise sind noch bezahlbar. Wirtschaftlich gesehen haben wir viele innovative Unternehmungen und Nischenplayer, die weltweit auf sich aufmerksam machen, wie zu Ypsomed (Insulinpumpensystem) oder Jura Elekt-roapparate (Premium Kaffeemaschinen).

    Welche Bauprojekte haben Sie während Ihrer bisherigen Amtszeit mitgeprägt?
    Als Regierungsrat arbeite ich natürlich nicht selbst an Projekten mit – aber ich ebne den politischen Weg und ermögliche so den Start. Am aktivsten habe ich die Arealentwicklung Attisholz Süd begleitet: Als ehemaliger Direktor der Handelskammer Solothurn war ich schon bei der Testplanung involviert. Ein Highlight ist die Transformation des ehemaligen Gefängnisses Schöngrün zur Wohnüberbauung. Aber auch die Sanierung des Museums Altes Zeughaus oder des Hallenbads der Kantonsschule Olten, wo ich übrigens selbst zur Schule gegangen bin, bleiben mir in guter Erinnerung. Intensiv begleitet habe ich zudem das Projekt für die Sanierung und den Umbau der Liegenschaft Rosengarten – mit diesem Projekt mussten wir bis vors Bundesgericht.

    Das Kapuzinerkloster Solothurn, die psychiatrische Klinik Fridau und die Höhenklinik Allerheiligenberg gelten als Sorgenkinder. Wo genau liegen die Probleme bei diesen Objekten?
    Diese drei Projekte sind wohl einfach keine Selbstläufer. Sie liegen in Zonen, die nicht jede Nutzung zulassen. Der Allerheiligenberg beispielsweise befindet sich in der Landwirtschaftszone. Hier gibt es zusätzlich Nutzungseinschränkungen: Die umliegenden Spitäler dürfen nicht konkurrenziert werden. Hinzu kommt der finanzielle Aufwand, der für solche grossen Projekte immens ist. Das Kapuzinerkloster zum Beispiel steht unter Denkmalschutz. Die Klinik Fridau liegt gemeinsam mit dem Allerheiligenberg in der Juraschutzzone. Die genannten Schwierigkeiten erfordern von den Investoren und Eigentümern einen langen Atem.

    Kantonal findet derzeit eine Inventaraufnahme in Sachen Raumplanung statt. Wie sieht der detaillierte Plan aus?
    Bei der Raumplanung ist die ganze Schweiz gefordert. Die Revision des Raumplanungsgesetzes aus dem Jahr 2014 erfordert von allen Kantonen die Überarbeitung der Richtpläne. Dies haben wir bereits gemacht. Nun müssen sämtliche Gemeinden ihre Ortsplanungen revidieren. Wir zählen im Kanton Solothurn 107 Gemeinden – da dauert es seine Zeit, bis sich alle Gedanken zur Weiterentwicklung im Rahmen der kantonalen Vorgaben gemacht haben. Die Siedlungsentwicklung nach innen stellt die Gemeinde vor grosse Herausforderungen. Die Solothurner Gemeinden werden diesen Prozess in den nächsten fünf Jahren abgeschlossen haben.

    Wie steht es um die Zersiedelung im Kanton Solothurn?
    Man hat in der Vergangenheit sicher zu wenig darauf geachtet – aber das dürfte für die ganze Schweiz gelten. Die Gemeinden haben das neue Raumplanungsgesetz im Vorfeld der Abstimmung mehrheitlich unterstützt. Was ein Gesetz wirklich bedeutet, sieht man oft erst bei der Umsetzung. So auch hier – da kommt doch einmal der Vorwurf auf, dass der Kanton oder der Bund eine Gemeinde an der Entwicklung hindern würde. Im Kanton Solothurn sind wir aber auf einem guten Weg. Die Notwendigkeit der Verdichtung nach innen ist heute fest in den Köpfen der Gemeindeverantwortlichen verankert. Die Mehrheit setzt sich sehr gut mit den neuen Herausforderungen und Rahmenbedingungen auseinander.

    Die Gemeinden geniessen im Kanton Solothurn eine grosse Autonomie. Empfinden Sie diese bei der Ausübung Ihres Amtes als Vor- oder Nachteil?
    Ich kenne beide Seiten. Als Gemeindepräsident ist es ein Vorteil – als Regierungsrat ein Nachteil (lacht). Nein, im Ernst: Die Autonomie ist das eine, das andere ist die hohe Anzahl der Gemeinden: Wir haben 107. Wir pflegen aber einen guten Austausch mit dem Einwohnergemeindeverband, so finden wir immer Lösungen.
    Sie treten im Sommer aus gesundheitlichen Gründen zurück. Haben Sie schon Pläne für die Zeit danach?
    Ich werde bestimmt weiterhin aktiv sein. Ich habe bereits für verschiedene Veraltungsratsmandate zugesagt und habe noch weitere offene Anfragen. Zuerst kümmere ich mich jetzt aber um meine alten Sportverletzungen und schaue dann, wie es weitergeht.

    Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Hochbauamts?
    Das Hochbauamt steht für Termintreue, das Einhalten von Budgets, speditives Arbeiten und für hohe Qualität. Das soll auch nach meinem Rückzug so bleiben. Natürlich möchte ich nicht nur die Projekte in die neuen Hände übergeben, sondern auch, dass das Herzblut weiterhin mit einfliesst. Unser Credo lautet: Das Hochbauamt steht für Lösungen und nicht für das Bewirtschaften von Problemen.