Schlagwort: Historik

  • Historisches Areal wird zu neuem Kultur- und Bildungszentrum

    Historisches Areal wird zu neuem Kultur- und Bildungszentrum

    Die Stadt Schaffhausen verfolgt mit der Sanierung des Kammgarnareals ein ambitioniertes Ziel: Die Transformation des historischen Areals in einen attraktiven Standort für Kultur, Bildung und Begegnung. Bereits im August 2020 hat die Schaffhauser Stimmbevölkerung diesem Vorhaben zugestimmt.
    Die umfassende Neugestaltung schafft nicht nur eine bessere Anbindung an das städtische Gefüge, sondern auch neue Nutzungsmöglichkeiten. Neben den bestehenden Zugängen von der Baumgartenstrasse, der Rheinuferstrasse und der Rheinstrasse wird ein neuer Durchgang entlang der Klosterstrasse realisiert. Dies stärkt die Vernetzung mit der Altstadt und erhöht die Attraktivität des Quartiers. Das Kammgarnareal wird Teil einer «Perlenkette» von Begegnungsorten entlang des Rheinufers, die das Gebiet nachhaltig aufwerten.

    Mehr Aufenthaltsqualität durch neue Freiräume
    Mit der Neugestaltung des Kammgarnhofs wird der bisher als Parkplatz genutzte Innenhof in eine autofreie Zone verwandelt. Grünflächen, Sitzgelegenheiten und ein Wasserspiel erhöhen die Aufenthaltsqualität und machen den Hof zu einem zentralen Begegnungsort. Die Umgestaltung ermöglicht eine vielseitige Nutzung für Veranstaltungen, Kultur und Erholung.

    Ein weiteres Kernelement der Entwicklung ist der Bau einer einstöckigen Tiefgarage mit rund 90 Parkplätzen, die unter dem Hof entsteht. Damit wird der gesamte Bereich oberirdisch autofrei gestaltet und erhält neue Nutzungsmöglichkeiten. Vor dem Westflügel wird eine Pergola errichtet, während vor dem Nordflügel eine grosszügige Terrasse entsteht.

    Moderne Infrastruktur für Kultur und Bildung
    Der Westflügel des Kammgarnareals wird im Zuge der Sanierung für neue Nutzungen vorbereitet. Die Bibliothek und die Ludothek ziehen ins Erdgeschoss und das erste Obergeschoss ein. Verglaste Fassaden bieten Passanten Einblick in die Welt der Bücher und Spiele.
    Die Pädagogische Hochschule Schaffhausen wird das zweite und dritte Obergeschoss beziehen, während das vierte Obergeschoss für weitere Mieter zur Verfügung steht. Die vielfältige Nutzung stärkt die Bedeutung des Areals als Bildungs- und Kulturzentrum.

    Baufortschritt und archäologische Arbeiten
    Der offizielle Baubeginn erfolgte im September 2024 mit dem symbolischen Spatenstich. Im Vorfeld wurden archäologische Rettungsgrabungen durchgeführt, bei denen bedeutende Funde aus den letzten 1000 Jahren entdeckt wurden.

    Aktuell laufen die Arbeiten an der Tiefgarage und der Neugestaltung des Hofs. Gleichzeitig schreitet die Sanierung des Westflügels voran. Neben statischen Massnahmen werden die Fassaden und das Dach saniert sowie der Innenausbau vorbereitet.

    Die erste Bodenplatte für den neuen Hof wurde im Januar 2025 betoniert. Um den wertvollen Baumbestand zu schützen, wird eine Stützwand (Rühlwand) um die grosse Kastanie im Hof errichtet.

    Ein neuer Treffpunkt für Schaffhausen
    Nach der Umgestaltung wird der Kammgarnhof ein attraktiver Aufenthaltsort für die Bevölkerung und Besucher der Stadt. Lesen, Freunde treffen oder Konzerte geniessen – all das wird in der neugestalteten Umgebung möglich sein.

    Der Bau der Tiefgarage wird gemeinsam mit der IWC Schaffhausen, der direkten Nachbarin des Areals, finanziert. Durch diese enge Zusammenarbeit entsteht eine nachhaltige Lösung, die sowohl den Verkehrsfluss als auch die Aufenthaltsqualität verbessert.

    Ein lebendiger Stadtteil mit Zukunft
    Mit der umfassenden Sanierung und Neugestaltung wird das Kammgarnareal zu einem modernen Kultur-, Bildungs- und Begegnungszentrum. Die Verbindung zur Altstadt und zum Rhein wird gestärkt, während neue Nutzungen das Stadtbild von Schaffhausen bereichern. Die Fertigstellung des Projekts ist für Ende 2026 geplant – ein bedeutender Schritt für die langfristige Stadtentwicklung.

  • Neuenburg stattet drei historische Bauten mit 33’300 Solardachziegeln aus

    Neuenburg stattet drei historische Bauten mit 33’300 Solardachziegeln aus

    In der Stadt Neuenburg werden gemäss einer Medienmitteilung künftig Dachflächen auf drei denkmalgeschützten Gebäude für die nachhaltige Energiegewinnung genutzt. Hierfür werden das städtische Collège des Parcs sowie die kantonalen Schul- und Universitätsgebäude Beaux-Arts und A.-L. Breguet mit insgesamt 33’300 Solarziegeln von Freesuns ausgestattet. Unterstützt wird das Renovierungsvorhaben vom Forschungs- und Entwicklungszentrum CSEM. Für Stadt und Kanton bedeute es einen weiteren Schritt zur Energiewende.

    Das Collège kann laut der Mitteilung jährlich 150’000 Kilowattstunden Strom selbst erzeugen, was dem Verbrauch von 50 Schweizer Haushalten entspricht. Auf den Kantonsgebäuden liege die installierte Leistung bei 130 Kilowatt Peak für A.-L. Breguet und 95 Kilowatt Peak für Beaux-Arts.

    Architektonische Gegebenheiten hätten spezielle Lösungen erfordert: Beim Collège des Parcs mussten die Ziegel so montiert werden, dass sie den geschwungenen Linien des Dachs folgen, ohne es zu beschädigen.

    Die Umrüstung historischer Bausubstanz auf Solarenergie könnten ein inspirierendes Vorbild für andere Kantone und Gemeinden liefern. Die Ziegel könnten «das Gleichgewicht zwischen kulturellem Erhalt und nachhaltiger Entwicklung ermöglichen», wird Deborah Learoyd, General Manager bei Freesuns, zitiert.

    Die Renovierungsprojekte zeigen «exemplarisch, wie wir Dachziegel, Photovoltaik, Energiewende und Erhalt des architektonischen Erbes miteinander verbinden können», wird Matthieu Despeisse, Group Leader Solar Modules am CSEM, zitiert.

    Zwischen September und November 2024 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. CSEM und Freesuns denken an eine Weiterführung ihrer Kooperation.

  • Museum lädt zum Tag der leeren Langmatt ein

    Museum lädt zum Tag der leeren Langmatt ein

    Am 1. März beginnt die zweijährige Sanierung des Museums Langmatt in Baden. Das Museum lädt am Sonntag, 25. Februar, zur Besichtigung am Tag der leeren Langmatt ein. Das Publikum kann bei freiem Eintritt frei zirkulieren und sich sämtliche Räumlichkeiten ansehen, darunter auch solche, die bislang nicht öffentlich zugänglich waren, heisst es in einer Medienmitteilung. Der Tag der leeren Langmatt biete spektakuläre Einblicke vom Keller bis zum Estrich, heisst es weiter.

    Direktor Markus Stegmann und Assistenzkuratorin Daniela Minneboo führen jeweils um 14 Uhr, 15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr auf einem rund 40-minütigen Rundgang durch die leere Langmatt. Kinder ab fünf Jahren können um 15 Uhr, 16 Uhr und 17 Uhr mit der Kunst- und Kulturvermittlerin Vera Horat auf eine 15-minütige Entdeckungstour durchs Haus gehen.

    Für die Gesamtsanierung mussten rund 2500 historische Objekte und Bilder sowie unzählige Alltagsgegenstände sorgfältig verpackt und in ein externes Lager transportiert werden, von Renoirs berühmtem «Zopf» bis zum letzten Kaffeelöffel. Sämtliche Räume waren zu leeren, sogar die historischen Bibliotheken, Vorhänge und Kristallleuchter mussten ihre angestammten Plätze verlassen.

    Bereits am Freitag, 1. März, erfolgt der Spatenstich für die Sanierung. Unter der Regie des Zürcher Architekturbüros Ernst Niklaus Fausch Partner AG verwandelt sich die Langmatt inklusive Park in eine Baustelle. Während der zweijährigen Renovation sind gelegentlich öffentliche Baustellenführungen und thematische Workshops für Schulklassen geplant.

    Bevor im Frühjahr 2026 alle Objekte in die neu renovierte Langmatt zurückkehren, wird ein Tag der leeren «neuen» Langmatt dem Publikum Gelegenheit bieten, die Unterschiede gegenüber der «alten» Langmatt vergleichen zu können, heisst es in der Mitteilung des Museums.

  • ETH Zürich startet Bau des digital gedruckten «Weissen Turms» in Mulegns

    ETH Zürich startet Bau des digital gedruckten «Weissen Turms» in Mulegns

    Die ETH Zürich hat die Fertigung der ersten Säulen für den 30 Meter hohen «Weissen Turm» in Mulegns abgeschlossen, ein Vorhaben, das die historische Emigration der Bündner Zuckerbäcker würdigt. Der Turm soll nicht nur ein architektonisches Meisterwerk werden, sondern auch eine bedeutende kulturelle Spielstätte bieten.

    Die Verwendung der revolutionären robotischen Herstellungstechnik ermöglicht eine halbierung des Betonverbrauchs und bietet eine bisher nicht dagewesene Vielfalt an Formen. Diese modulare Bauweise erlaubt es, den Turm mehrmals auf- und abzubauen.

    Der Turm, der die Dorfsilhouette von Mulegns neu definieren wird, ist ein Symbol der Hoffnung für das kleine Dorf an der alten Julierpassroute. Mulegns, das aktuell nur 14 Einwohner zählt und zu Savognin gehört, soll durch dieses Projekt belebt und vor dem Aussterben geschützt werden.

    Die Herstellung der Säulenteile findet an der ETH in Zürich statt, bevor sie in Savognin montiert werden. Der Spatenstich ist für April geplant, und die feierliche Eröffnung durch Bundesrat Guy Parmelin und ETH-Präsident Joël Mesot ist für den 25. Juni angesetzt.

    Das Projekt, dessen Kosten sich auf 4,1 Millionen Franken belaufen, wird durch öffentliche Mittel, Stiftungen und private Förderer finanziert. Mit seiner Vollendung wird der «Weisse Turm» nicht nur ein beeindruckendes Beispiel für fortschrittliche Baukunst, sondern auch ein Impulsgeber für Kultur und Tourismus in der Region.