Schlagwort: Holz

  • Computermaus aus Holz

    Computermaus aus Holz

    Leiterplatten sind das unsichtbare Grundgerüst der Elektronik. Bislang meist auf fossilen Kunststoffen aufgebaut. Ihre konventionelle Herstellung nutzt glasfaserverstärktes Epoxidharz.  Einen erdölbasierten Werkstoff, der am Ende seines Lebenszyklus kaum recycelbar ist und aufwendig entsorgt werden muss. Angesichts wachsender Mengen an Elektronikabfall wird dieses Recyclingproblem immer drängender.

    Am «Cellulose and Wood Materials»-Labor der Empa entstand deshalb ein Trägermaterial auf der Basis von Holz, das sich vollständig biologisch abbauen lässt. Unter der Leitung von Thomas Geiger entwickelte das Team im EU-Projekt HyPELignum eine Technologie, bei der Lignocellulose – ein bislang wenig genutztes Nebenprodukt der Holzverarbeitung – in eine robuste, funktionale Platte verwandelt wird.

    Funktion und Kreislauf schliessen
    Im Kern besteht das neue Material aus einer Mischung von Cellulosefibrillen und Lignin. Durch fein abgestimmte mechanische Prozesse entsteht ein stabiles Geflecht, das in einer «hornifizierten» Platte aushärtet. Die daraus gefertigten Leiterplatten können mit Leiterbahnen bedruckt und mit elektronischen Komponenten bestückt werden.

    Zentrale Herausforderung bleibt die Feuchtigkeitsresistenz. Denn gerade die Offenheit für Wasser macht das Material am Lebensende biologisch abbaubar. Ein Zielkonflikt, den das Empa-Team künftig noch besser auflösen will. Bei ihrem Erstversuch gelang es bereits, eine voll funktionsfähige Computermaus und weitere Geräte zu bauen. Nach Gebrauch könnten diese unter geeigneten Bedingungen kompostiert werden und wertvolle Metalle und Bauteile werden einfach zurückgewonnen.

    Von der Forschung in die Praxis
    Die Entwicklerinnen und Entwickler am Empa-Labor kooperieren eng mit Firmen wie Profactor, um die neuen Platinen in serienreife Produkte zu überführen. Das Potenzial für die Industrie ist gross. Gerade bei kurzlebigen Elektronikartikeln entsteht so eine Lösung, die Ressourcen schont, Entsorgungskosten senkt und den ökologischen Fussabdruck minimiert.

    Das Projekt HyPELignum legt ausserdem Wert auf nachhaltige Gesamtstrategien. Nicht nur Ausgangsmaterialien und Produktion, sondern auch Lebenszyklus-Analysen und Industriepartnerschaften stehen im Fokus. Mit Demonstrationsgeräten und geplanter industrieller Skalierung soll bis 2026 der Sprung von der Laborlösung zum marktreifen Produkt gelingen.

  • Fusion im Holzbau sichert Arbeitsplätze und Expertise

    Fusion im Holzbau sichert Arbeitsplätze und Expertise

    Das in der St.GallenBodenseeArea ansässige Holzbauunternehmen Blumer Lehmann kündigt die Übernahme von Hächler Holzbau an, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Ab 1. April 2025 sollen Hächler-Kunden vom Firmensitz in Gossau aus betreut werden. Alle bestehenden und neuen Aufträge werden in den bisherigen Werkstätten bearbeitet. Diese verbleiben weiterhin am Standort in Neuenhof.

    Durch die Übernahme soll die «erstklassige Holzbaukompetenz» beider Unternehmen «zu einer beeindruckend vielfältigen Leistungspalette für nachhaltige Holzbaulösungen» gebündelt werden, heisst es. Im Vordergrund stehen klassische Holzbaukonstruktionen und vorfabrizierte Bauprojekte aus Holz.

    Mit dem Schritt sei zudem eine erfolgreiche Nachfolgelösung für die Holzbausparte von Hächler gefunden worden, informiert die Hächler-Gruppe aus Wettingen in einer eigenen Mitteilung. Gemeinsam mit Geschäftsführer Günter Ebner sei schon länger an einer Lösung für seine Nachfolge gearbeitet worden. «Im Vordergrund standen die sichere Zukunft unserer Mitarbeitenden und der Erhalt unserer langjährigen Kundenbeziehungen.»

    Blumer Lehmann ist eigenen Angaben zufolge spezialisiert auf Lösungen für die Holzindustrie sowie im Holz- und Silobau. 500 Mitarbeitende erbringen an vier Standorten Handwerksleistungen für unterschiedlichste Kundenprojekte weltweit.

    Die Hächler Holzbau realisiert «kleine Arbeiten und komplexe Bauvorhaben» mit dem Werkstoff Holz. Wie das Unternehmen mitteilt, werden alle Mitarbeitenden übernommen. Auch die Berufsausbildung werde fortgeführt.

  • Neue Erkenntnisse zur Steifigkeit von Holzbauten

    Neue Erkenntnisse zur Steifigkeit von Holzbauten

    Holzbauten erleben in der Schweiz einen Aufschwung. Mit ihrer Nachhaltigkeit und Ästhetik werden sie immer beliebter, auch für mehrgeschossige Gebäude. Doch wie lässt sich sicherstellen, dass diese Bauwerke den Kräften von Wind und Erdbeben standhalten? Diese Frage beschäftigt die Bauforschung, insbesondere bei der Planung von Holzbauten mit bis zu 75 Metern Höhe. Denn damit Holzbauten auch bei extremen Bedingungen stabil bleiben, müssen die richtigen Aussteifungen und Tragwerkskonstruktionen vorhanden sein.

    Die Forschung auf diesem Gebiet hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Ein besonders spannendes Werkzeug dabei ist der Shaker, ein zwei Tonnen schweres Gerät, das im grössten Labor der Empa in Dübendorf zum Einsatz kommt. Der Shaker simuliert Erdbeben und starke Winde, indem er Gebäudemodelle in Schwingung versetzt. So wird das Schwingungsverhalten der Bauten unter realen Bedingungen untersucht und die Modelle zur Berechnung der Steifigkeit verfeinert.

    Der Shaker in Aktion
    Für den Tag der offenen Tür am 14. September 2024 wird der Shaker in der Bauhalle der Empa in Dübendorf vorgeführt. Dabei geht es nicht nur um wissenschaftliche Forschung – Besucher erhalten einen direkten Einblick in die Arbeit der Ingenieure. René Steiger, Pedro Palma und Robert Widmann, Bauingenieure der Empa, demonstrieren eindrucksvoll, wie der Shaker ein Tragwerksmodell in Schwingung versetzt und dabei das Verhalten der Gewichts- und Steifigkeitsverteilung analysiert.

    Diese Forschung ist von grosser Bedeutung, da in der Schweiz immer höhere Holzbauten errichtet werden. Während die meisten Gebäude im 4- bis 5-Geschosser-Bereich bleiben, zeigen Projekte mit mehr als 20 Geschossen das Potenzial des Baustoffs Holz. Doch um die Stabilität solcher Gebäude sicherzustellen, bedarf es präziser Berechnungen und praxisnaher Tests, wie sie mit dem Shaker durchgeführt werden.

    Komplexe Anforderungen an den Holzbau
    Die Herausforderung bei mehrgeschossigen Holzbauten liegt nicht nur in der Tragfähigkeit der Wände, sondern auch in der Balance zwischen Steifigkeit und Flexibilität. Während dickere Bauteile und zusätzliche tragende Wände oft als Lösung gesehen werden, können sie zu erhöhten Kosten führen. Manchmal ist es sogar vorteilhafter, wenn ein Bauwerk bis zu einem gewissen Grad nachgiebig auf Erdbebenstösse reagiert. Diese Nuancen müssen in den Computerberechnungen berücksichtigt werden, und genau hier liefert der Shaker wertvolle Daten aus der Praxis.

    Die Experimente in der Bauhalle und an realen Gebäuden wie in Oberglatt im Kanton Zürich zeigen auf, wie das Tragwerk während verschiedener Bauphasen an Steifigkeit gewinnt. So konnten die Forschenden genau beobachten, wie sich die Tragfähigkeit der Bauten veränderte, als tragende Wände, nicht tragende Wände und Fenster eingebaut wurden.

    Praxisnahe Daten für Planer und Architekten
    Lange Zeit stützten sich Planer auf rechnerische Näherungswerte, um die dynamischen Eigenschaften von Holzbauten zu bestimmen. Diese Werte basierten oft auf Versuchen aus Japan und Nordamerika, die jedoch aufgrund anderer Bauvorschriften und Anforderungen nicht ohne Weiteres auf die Schweiz übertragbar sind. Hier setzt die Arbeit der Empa-Forscher an: Durch den Shaker und die Messungen an realen Gebäuden werden präzise Daten zur Steifigkeit und Dämpfung geliefert, die speziell auf die hiesigen Bauanforderungen abgestimmt sind.

    Bauingenieure und Architekten erhalten damit verlässliche Informationen, um ihre Planungen zu optimieren und das Material Holz effizient und nachhaltig einzusetzen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen, Normen und Richtlinien weiterzuentwickeln und den Holzbau als ettbewerbsfähige Lösung für mehrgeschossige Bauten zu stärken.

    Holz als Baustoff der Zukunft
    Die Forschungsergebnisse der Empa zeigen, dass Holz als Baustoff für mehrgeschossige Bauten enormes Potenzial hat. Mit dem Einsatz des Shakers erhalten Bauingenieure und Architekten praxisnahe Daten, die es ermöglichen, Holzbauten sicherer und effizienter zu gestalten. Durch die Kombination von moderner Technik und wissenschaftlicher Expertise trägt die Empa entscheidend dazu bei, den Holzbau in der Schweiz weiter voranzutreiben und ihn als nachhaltige Alternative im Bauwesen zu etablieren.

  • Die vielseitige Welt des Holzes

    Die vielseitige Welt des Holzes

    Nutzung des Holzes
    Nach einer gewissen Zeit erreicht der Baum sein Wachstumslimit. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um den Baum zu fällen – er ist bereit zur Ernte. Je nach Baumart variiert die Dauer bis zur Erntereifen zwischen 60 und 150 Jahren. Bis dahin hat der Baum genug Zeit gehabt, sich durch Samen in den Lücken des Waldes zu vermehren. Die Pflanzen im Jungwald, die am besten an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst sind, setzen sich durch. Auf diese Weise bleibt der Wald dank natürlicher Selektion gesund. Bei der Durchforstung werden begehrte und gut gewachsene Bäume als Zukunftsbäume stehen gelassen. Durch das hohe Lichtangebot in den Lücken, die durch gefällte Bäume entstehen, können sich am Boden eine Vielzahl von Sträuchern und einjährigen Pflanzen ansiedeln – die Biodiversität in einem so bewirtschafteten Wald nimmt zu.

    Der majestätische Wald der Schweiz
    Etwa ein Drittel der gesamten Landfläche der Schweiz ist von geschütztem Wald bedeckt. Dieser Wald bietet Schutz vor Naturkatastrophen, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Erholung und Freizeit sowie eine Holzquelle. Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Prinzip, das verlangt, dass der Wald all diese Funktionen langfristig erfüllt, ohne mehr Holz zu ernten, als nachwächst. Im Schweizer Wald wächst alle zehn Minuten genug Holz nach, um ein Einfamilienhaus zu bauen. Die Schweizer Wälder bestehen zu etwa 60% aus Nadelbäumen und zu 40% aus Laubbäumen. Ein Grossteil des geschlagenen Holzes wird zu Schnittholz und Hobelware verarbeitet, während 10% für die Papier- und Holzwerkstoffplattenherstellung genutzt werden. Ein Viertel wird direkt als Brennholz verwendet. In der Schweiz wächst jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen nur die Hälfte genutzt wird. Holz ist ein langlebiger Werkstoff, der selbst nachwächst und eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Es ist daher sinnvoll und empfehlenswert, unser eigenes Holz zu nutzen.

    Merkmale von Holz
    Holz ist ein leichtes und zugleich starkes Material, das im Verhältnis zu seinem Gewicht vierzehnmal mehr Gewicht tragen kann als Stahl. Aufgrund seiner natürlichen Zellstruktur sind die statischen Eigenschaften von Holz richtungsabhängig. Längs zur Faser ist Holz am widerstandsfähigsten, da es in dieser Richtung hundertmal höhere Zugkräfte und viermal höhere Druckkräfte aushalten kann als quer zur Faser. Das Verständnis dieser statischen Eigenschaften ist für den Bau mit Holz von entscheidender Bedeutung. Zudem verleiht die warme und angenehme Haptik des Holzes den Räumen eine besondere Atmosphäre. Die Holzfasern im verbauten Holz reagieren ständig auf die Luftfeuchtigkeit und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

    Vielfalt der Holzarten – Unterschiede im Wald und im Wohnbereich
    Nicht alle Hölzer sind identisch. Die Merkmale und das Erscheinungsbild von Holz variieren je nach Baumart – es gibt eine breite Palette von leicht bis schwer, weich bis hart und hell bis dunkel. Jede Holzart besitzt daher spezifische Eigenschaften, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Beispielsweise eignet sich das mit natürlichen Gerbstoffen konservierte Kernholz der Edelkastanie oder der Eiche besonders gut für den Aussenbereich, während die langfaserige Esche für stark beanspruchte Teile verwendet wird. Feinfaserige Hölzer wie Buche oder Ahorn finden Verwendung in der Möbelherstellung. Die Förderung verschiedener Baumarten durch die Verwendung unterschiedlicher Holzarten trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Jeder Baum wächst individuell, daher kann sein Holz mehr oder weniger Äste aufweisen, breitere oder schmalere Jahresringe haben, etwas heller oder dunkler sein und krumm oder gerade gewachsen sein. Jeder Baumstamm und jedes Teilstück werden entsprechend ihrer Qualitäten genutzt. Ausgewählte Stämme von hoher Qualität werden in Sägewerken zu einer Vielzahl von gesägten Produkten wie Balken, Brettern, Latten, Pfosten und Leimholz verarbeitet. Holz, das krumm und astig ist oder Stämme mit kleinem Durchmesser, werden in Plattenwerken zu Span- und Faserplatten umgewandelt. Die besten Qualitäten werden zu Furnier verarbeitet. Es ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht entscheidend, die passende Qualität für den jeweiligen Anwendungsbereich im Voraus mit dem Lieferanten festzulegen.

    Holzwerkstoffe
    Die grossen Formate der Holzwerkstoffe haben einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Holzbaus geleistet. Die Produktion von Holzwerkstoffen folgt einem simplen Prinzip: Das Holz wird in Bretter, Späne oder Fasern zerkleinert und anschliessend mithilfe von Leim in eine neue Form gebracht. Dadurch entstehen Produkte mit einheitlichen Eigenschaften in festgelegter Dicke und Grösse. Holzwerkstoffe bieten somit einen Mehrwert und eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Als kostengünstiges Baumaterial für den täglichen Bedarf sind Holzwerkstoffe unverzichtbar und in einer breiten Auswahl bei Holzhändlern und Baumärkten erhältlich.

  • Auszeichnung für innovative Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Auszeichnung für innovative Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschende der Hochschule Luzern (HSLU) gewinnen gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) bei der Sustainability Challenge der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB). Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, erhielt das Projekt circularWOOD den ersten Platz in der Kategorie Forschung. Im Rahmen des Nachhaltigkeitstages der DGNB nahm Sonja Geier, stellvertretende Leiterin des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur (CCTP) an der HSLU, gemeinsam mit Sandra Schuster von der TUM den Preis am 18. Juni 2024 in Stuttgart entgegen.

    Der CO2-neutrale und ökologisch hochwertige Rohstoff Holz findet einen immer grösseren Anklang in der Baubranche Mit dem Forschungsprojekt circularWOOD soll dieser wichtige Rohstoff in eine Kreislaufwirtschaft eingebracht werden. «Holz bleibt heute nicht lange genug Teil des Stoffkreislaufs», wird Sonja Geier in der Mitteilung zitiert. Durch das kreislauffähige Bauen mit dem CO2-neutralen Baustoff Holz wird ein wichtiger Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele erreicht, heisst es in der Mitteilung.

  • Bundesrat unterstützt Preisempfehlungen für Schweizer Holz

    Bundesrat unterstützt Preisempfehlungen für Schweizer Holz

    Die Initiative 21.463 «Preisempfehlungen auch für Holz aus Schweizer Wäldern» soll den rund 250 000 Schweizer Waldeigentümerinnen und -eigentümern eine bessere Orientierung am Markt bieten. Durch die Möglichkeit, Richtpreise zu vereinbaren, ähnlich wie in der Landwirtschaft, können die Waldbesitzer ihre Verkaufspreise besser an den Marktbedingungen ausrichten. Dies trägt zur Stabilität und Transparenz auf dem Holzmarkt bei und unterstützt die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder.

    Positive Effekte der Preisempfehlungen
    Der Bundesrat sieht in der Einführung von Preisempfehlungen einen wichtigen Schritt zur Förderung der Wald- und Holzwirtschaft. Durch die Veröffentlichung dieser Empfehlungen soll ein marktgerechteres Verhalten der Akteure unterstützt werden. Dies führt zu indirekten positiven Effekten, da der Verkauf von Holz einen wesentlichen Beitrag zur Finanzierung der Waldbewirtschaftung und -pflege leistet. Damit werden alle Funktionen des Waldes, einschliesslich seiner ökologischen und sozialen Leistungen, besser sichergestellt.

    Eigenverantwortliche Umsetzung durch Branchenorganisationen
    Die Umsetzung der Preisempfehlungen soll eigenverantwortlich durch die Organisationen der Wald- und Holzbranche erfolgen. Der Bundesrat betont, dass die vorgeschlagene Regelung im WaG keine kartellrechtlich unzulässige Beseitigung des Wettbewerbs darstellt. Einzelne Unternehmen sind nicht zur Einhaltung der empfohlenen Preise verpflichtet, und es werden keine Preisempfehlungen für Konsumentenpreise festgelegt. Dies stellt sicher, dass der Wettbewerb weiterhin fair bleibt und die Preisempfehlungen lediglich als Orientierungshilfe dienen.

    Mit der Unterstützung der parlamentarischen Initiative setzt der Bundesrat ein Zeichen für die Stärkung der Schweizer Waldwirtschaft. Die Einführung von Preisempfehlungen für Rohholz soll die Markttransparenz erhöhen, die finanzielle Basis für die nachhaltige Waldbewirtschaftung sichern und somit langfristig die vielfältigen Funktionen des Waldes erhalten.

  • Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Holz, Mensch und Natur im Kreislauf
    Der natürliche Kreislauf kennt keine Verschwendung. Abgestorbene Bäume werden von Pilzen, Mikroorganismen und Insekten abgebaut. Wärme und eine Holzfeuchtigkeit über 20% beschleunigen diesen Prozess. Fehlen diese Faktoren, kann der Abbau Jahrhunderte dauern. Ägyptische Grabbeigaben aus Holz haben 3500 Jahre überstanden, ebenso wie viele Holzhäuser in der Schweiz, die Hunderte von Jahren alt sind. Ein Beispiel für ein altes Holzgebäude in Europa ist das 800-jährige Nideröst-Haus aus Schwyz, dessen Kernbau aus dem Jahr 1176 stammt.
    Präventiver Holzschutz
    Um Holz vor Schädlingen und Pilzen zu schützen, ist es entscheidend, die Holzfeuchtigkeit unter 20% zu halten und es trocken zu bewahren. Konstruktiver Holzschutz ermöglicht, dass Holz auch in feuchten Umgebungen verwendet wird, indem es schnell trocknet, nachdem es nass geworden ist. Der Schutz beginnt schon bei der Planung durch Maßnahmen gegen Feuchtigkeitseinflüsse. Vordächer und gut ausgeführte Sockelbereiche schützen effektiv vor Nässe, und präzise Details an Fenstern und Balkonen sind für langfristige Haltbarkeit wesentlich.

    Natürliche Resistenz vs. chemischer Schutz
    Bei einer erhöhten Belastung kann man sich für eine Holzart mit natürlicher Resistenz entscheiden. Das Kernholz, das mit natürlichen Substanzen konserviert wird, ist langlebiger als das Splintholz, das mit Zucker und Nährstoffen angereichert ist. Es gibt transparente bis deckende Schutzanstriche, die besonders bei Aussenbauteilen wie Fenstern erforderlich sind. In geschützten Bereichen und Innenräumen mit einer Holzfeuchte unter 20% ist kein chemischer Holzschutz notwendig. Wenn jedoch die Feuchtigkeitsbelastung die natürliche Resistenz übersteigt und keine konstruktiven Lösungen vorhanden sind, bleibt als letzte Möglichkeit die Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln. Heutzutage sind gefärbte Druckimprägnierungen ohne Chrom eine umweltverträgliche Lösung für den chemischen Holzschutz.

    Veränderung der molekularen Struktur
    Die Bearbeitung von Holz zielt darauf ab, die molekulare Struktur des Materials so zu verändern, dass es für Mikroorganismen und Insekten schwerer wird, das Holz abzubauen. Ebenso wird die Wasseraufnahme reduziert. Thermoholz entsteht durch intensives Erhitzen bei Temperaturen zwischen 170°C und 250°C über einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden. Acetyliertes Holz entsteht durch Druckimprägnierung mit Essigsäureanhydrid, während furfuryliertes Holz durch Furfurylalkohol entsteht. Thermoholz riecht nach der Herstellung rauchig, acetyliertes Holz hingegen nach Essigsäure. Modifiziertes Holz weist veränderte statische, optische und hygroskopische Eigenschaften auf.

    Fassaden als Schutzschild
    Die Aussenhülle eines Gebäudes, auch bekannt als Fassade, dient nicht nur zur Dekoration, sondern vor allem zum Schutz. Abhängig von der Lage und Ausrichtung des Gebäudes ist die Fassade verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Eine fachgerecht ausgeführte Fassade schützt die Gebäudestruktur vor Schäden durch mechanische Einwirkungen und Feuchtigkeit, leitet Wasser ab und sorgt somit für eine schnelle Trocknung der Holzteile. Hinterlüftete Fassaden fördern zudem das Trocknen der Fassadenverkleidung und der tragenden Konstruktion.

    Prozess der Vorvergrauung
    UV-Strahlung und freie Radikale zersetzen Lignin und Zellulose im Holz, was dazu führt, dass Lignin ausgewaschen wird und helle Zellulose sichtbar bleibt. Auf bewitterten Fassaden bildet sich ein mikroskopischer Film aus grauen Pilzen, die zu ungleichmäßiger Graufärbung führen. Daher werden Fassaden oft vorvergraut, um eine gleichmäßige Graufärbung zu sichern.

    Behandlungen für Holzfassaden
    Vorvergrauende Behandlungen haben sich als effektive Methode erwiesen, um direkt bewitterte Fassaden von Anfang an an die gealterte Farbe anzupassen. Dadurch werden die grossen Farbunterschiede während des Alterungsprozesses von unbehandelten Oberflächen überbrückt. Es gibt verschiedene Varianten von vorvergrauenden Behandlungen mit unterschiedlichen Eigenschaften. An besonders geschützten und stark besonnten Stellen neigen vorvergrauende Behandlungen im Laufe der Zeit dazu, wieder braun zu werden.

    Natürliche Holzfassadenalterung
    In der natürlichen Vorvergrauung werden die Fassadenteile waagerecht in der Sonne platziert und dem Regen ausgesetzt. Spezialisierte Hersteller beschleunigen diesen Vorgang mithilfe von zusätzlichen Enzymen. Dieser Prozess erstreckt sich über ungefähr sechs Monate.

    Von Lasuren bis zu Schwedenfarben
    Die Verwendung von Lasuren gehört zu den halbtransparenten Holzbehandlungen. Wenn sie keine geschlossene Schicht bilden, gelten sie als nicht filmbildend. Zu den deckenden Behandlungen gehören Farben. Lacke sind besonders diffusionsgeschlossen, während Schwedenfarben als besonders diffusionsoffen gelten. Um eine gute Verbindung zwischen der Oberflächenbehandlung und der Holzoberfläche zu gewährleisten, sollte die Applikation mechanisch im Werk erfolgen. Daher eignen sich insbesondere Fassadenschalungen mit sägerauer oder strukturierter Oberfläche. Die Druckimprägnierung mit Farbzusatz zählt ebenfalls zu den halbtransparenten Behandlungen und ist nicht filmbildend. Farblose technische Behandlungen wie zusätzliche Hydrophobierung als Finish, Imprägnierung oder UV-Schutzbehandlung können die Instandhaltungsperioden und die Gebrauchstauglichkeit zusätzlich verlängern.

    Langfristigen Schutz
    Es ist wichtig, gestrichene Holzfassaden regelmässig zu pflegen, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten. Eine Instandhaltungsanleitung vom Fachmann ist dabei äusserst hilfreich. Die Intervalle für die Instandhaltung hängen von verschiedenen Faktoren wie dem verwendeten Produkt, dem Holzschutz, der Lage und der Umgebung ab.

    Vielfalt der Holzhausfassaden
    Nicht jedes Holzhaus offenbart von aussen, ob es tatsächlich aus Holz besteht oder nicht. Im Bereich des Holzbaus sind sämtliche architektonische Gestaltungsformen denkbar. Die Fassaden von Holzbauten können neben Holz auch mit Glas, Metall, verputzten Zementplatten oder verputzten Wärmedämmverbundsystemen verkleidet werden. Materialkombinationen können im Holzbau besonders ästhetisch wirken.

  • Hybridbauweisen aus Holz, Beton und Stahl

    Hybridbauweisen aus Holz, Beton und Stahl

    Einbindung und Verknüpfungstechnologien
    Eine bedeutende Herausforderung bei Hybridkonstruktionen liegt in der Integration verschiedener Materialien. Bei der Verbindung von Holz und Beton müssen spezielle Verbindungselemente verwendet werden, um die unterschiedlichen Eigenschaften der Materialien, wie beispielsweise die feuchte Empfindlichkeit von Holz, zu berücksichtigen.

    Verständnis für Bauteile mit gemischter Struktur entwickeln
    Hybride Bauteile vereinen zwei oder mehr Materialien, die aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften sorgfältig ausgewählt werden. Ein Beispiel hierfür ist die Kombination von Beton, der Druckkräfte aufnehmen kann, und Stahl, der für Zugkräfte verantwortlich ist. Durch diese Zusammenstellung entstehen innovative Konstruktionen, die mit den einzelnen Werkstoffen allein nicht umsetzbar wären.

    Anwendungen im Bereich der vorgefertigten Bauteile
    Im Bereich des Fertigteilbaus werden Hybridbauweisen insbesondere für die Produktion grosser und schwerer Bauteile eingesetzt. Hierbei werden die Bauteile zunächst separat hergestellt und später zu einer Gesamtheit zusammengefügt. Diese Vorgehensweise ermöglicht eine flexiblere Gestaltung und vereinfacht den Transport sowie die Montage.

    Revolutionäre Kombinationen für Decken
    Innovative Deckenkonstruktionen mit einem Sandwichquerschnitt verwenden Hybridtechnologien, um robuste und gleichzeitig leichte Bauteile herzustellen. Diese fortschrittliche Technologie erlaubt die Einbindung von Installationssystemen und trägt zur Energieeffizienz des Gebäudes bei.

    Verbindung von Holz und Beton
    Die Verbindung von Holz und Beton in Deckenkonstruktionen bietet die Möglichkeit, die Stärken beider Materialien zu kombinieren und ihre Schwächen auszugleichen. Holz kann dabei die tragende Rolle übernehmen, während Beton für Schalldämmung und die Einbindung von Heiz- oder Kühlsystemen genutzt wird.

    Innovative Fortschritte in der Zukunft
    Die Weiterentwicklung von Hybridbauweisen strebt danach, leistungsfähigere, kostengünstigere und umweltfreundlichere Bautechniken zu ermöglichen. Dies beinhaltet verbesserte Herstellungsverfahren, die Steigerung der Tragfähigkeit und die Beschleunigung des Bauprozesses. Insgesamt repräsentieren hybride Bauweisen einen zukunftsorientierten Ansatz im Bauwesen, der die Vorzüge unterschiedlicher Materialien vereint, um effiziente, nachhaltige und ästhetisch ansprechende Bauwerke zu schaffen.

  • Von Antiken Ursprüngen bis zur modernen Architektur

    Von Antiken Ursprüngen bis zur modernen Architektur

    1. Entwicklung in Europa
      In Europa war Holz bis in die Neuzeit ein beliebtes Baumaterial. Die Bauweisen entwickelten sich von Block- zu Pfostenbauten, wobei letztere besonders in waldarmen Gegenden geschätzt wurden. Diese Pfostenbauten, die weniger Holz benötigten und flexible Füllmaterialien wie Lehm verwendeten, hatten aufgrund der Feuchtigkeit jedoch eine begrenzte Lebensdauer.
    2. Revolution durch Fachwerkbau
      Der Fachwerkbau, der sich seit dem 12. Jahrhundert in Nordalpenregionen etablierte, brachte eine Revolution in der Bautechnik mit sich. Diese Bauweise ermöglichte langlebigere Strukturen durch die Verwendung von Pfosten und Streben, die Feuchtigkeitsschäden reduzierten und den Bau von mehrstöckigen Gebäuden ermöglichten. Fachwerkbauten zeichnen sich durch ihre dekorativen Fassaden und technische Raffinesse aus.
    3. Ostasiatischer Holzbau
      Im Unterschied zum europäischen Holzbau ist der traditionelle ostasiatische Holzbau hauptsächlich ein Skelettbau, der sich durch seine komplexen Dachkonstruktionen auszeichnet. In diesem Baustil tragen nicht die Wände, sondern die Dachkonstruktionen die Hauptlast, was zu einer einzigartigen Raumwirkung und Erdbebensicherheit führt.
    4. Einfluss der Industrialisierung
      Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert in Europa setzte die Ablösung des herkömmlichen Holzbaus durch Mauerwerk und Stahlbeton ein. Trotzdem erfuhr Holz durch Innovationen wie verleimte Holzträger und neue Konstruktionstechniken eine Wiederbelebung und Weiterentwicklung.
    5. Renaissance des Holzbaus im 21. Jahrhundert
      Seit dem Beginn des neuen Jahrtausends erlebt der Holzbau eine Wiedergeburt, angetrieben von ökologischen Vorteilen und technischen Innovationen. Moderne Bauweisen umfassen hybride Konstruktionen aus Holz, Beton und Stahl. Diese Entwicklungen haben zu einer vielfältigen und energieeffizienten Verwendung von Holz in der Architektur geführt.
    6. Die Zukunft des Holzbaus
      Der Holzbau hat sich nicht nur in der Bauweise, sondern auch in der Wahrnehmung verändert. Von traditionellen Methoden bis zur digitalen Fertigung und BIM ist Holz heute ein hochmoderner, vielseitiger Baustoff. Mit zunehmender Akzeptanz in der Baugesetzgebung und kontinuierlicher technischer Innovation bleibt Holz ein zentrales Element moderner Architektur.

    Holz als Baumaterial hat eine tiefe historische Verwurzelung, die bis in die Jungstein- und Bronzezeit zurückreicht. Wie prägend war das Holz schon damals für den Bau von Pfahlbauten in der Bodenseeregion und der Ostschweiz? Welche faszinierenden Einblicke bieten uns diese frühzeitlichen Holzbauwerke? Sie entstanden aus dem Bedürfnis, Wälder für Ackerflächen zu roden. Und so ermöglichten sie nicht nur die Besiedelung von Seenahen Gebieten, sondern schufen auch Schutz und neue Transportwege. Ein erstaunliches Zeugnis vergangener Zeiten, das uns bis heute beeindruckt.

  • Ein nachhaltiger Holz-Hybrid Bau mit einem «Herz aus Holz»

    Ein nachhaltiger Holz-Hybrid Bau mit einem «Herz aus Holz»

    «Ein Herz aus Holz»
    Das Projekt wird als fünfgeschossiger Sockelbau und einem Hochhaus mit einem Atrium – dem «Herz aus Holz» – realisiert. Auf den Dachflächen wie auch auf Teilbereichen der Fassade sind Photovoltaik-Module für die Stromproduktion vorgesehen. Die gesamte Wärme- und Kälteversorgung erfolgt mittels eines Anschlusses an die Fernwärme «Wärmeverbund Seetalplatz». Das Projekt strebt die Zertifizierung mit den Nachhaltigkeitslabeln SNBS Gold und Minergie-P-ECO an. Für den Holz-Hybridbau und die vorgefertigten Fassadenelemente werden ca. 1420 m3 Holz verarbeitet – v.a. Fichte und Tanne. Der Holzbau trägt dabei nicht nur zum angenehmen Innenklima bei, sondern reduziert auch die CO2-Bilanz der Erstellung des Gebäudes. Die fixfertige Vorfabrikation der Fassadenelemente aus Holz in geschützten Werkhallen stellt zudem die Qualität sicher und ermöglicht eine schnellere Fertigstellung der Gebäudehülle.

    Der Kanton Luzern verfolgt eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der Klimaziele, wie auch Losinger Marazzi. Die Immobilienentwicklerin und Totalunternehmung hat sich zum Ziel gesetzt, ihre CO2-Emmissionen bis ins Jahr 2030 um 30 % im Vergleich zu 2021 zu reduzieren. Dieses Ziel erreicht Losinger Marazzi indem neben einem verstärkten Fokus auf Holzbau- sowie Stadterneuerungsprojekte die Nachhaltigkeit in allen Projekten als zentrales Thema behandelt wird.

    Heute ist die kantonale Verwaltung auf über 30 verschiedenen Standorten verteilt. Durch den Neubau werden im Jahr 2026 rund 1500 Angestellte unter einem Dach zusammengeführt und somit eine zentrale Anlauf-, Auskunfts- und Beratungsstelle im neuen Stadtteil Luzern Nord erschaffen, die mit allen Verkehrsmitteln bestens erschlossen ist. Zudem werden sich in den unteren Geschossen des Gebäudekomplexes die öffentlichkeitswirksamen Dienststellen, ein Polizeiposten, Gastronomie und Läden verteilen. Eine Kita im 6. OG sowie Wohnungen in den obersten Geschossen werden zum belebenden Nutzungsmix beitragen.

  • Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Grüne Städte als Wegbereiter für globale Klimawirkung

    Die MCC-Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Cities, beleuchtet vier zentrale Methoden zur CO2-Entnahme in urbanen Umgebungen, die bis zur Mitte des Jahrhunderts jährlich eine Gigatonne CO2 binden könnten. Zu den untersuchten Methoden zählen die Beimischung von Pflanzenkohle zu Zement, der verstärkte Einsatz von Holz im Bauwesen, die Anreicherung städtischer Böden mit Pflanzenkohle und die Installation von CO2-Filtern in Geschäftsgebäuden. Diese Ansätze könnten zusammen einen bedeutenden Beitrag zur Erreichung städtischer Netto-null-Emissionen leisten.

    Städtische Strategien für das Klima und mehr
    Quirina Rodriguez Mendez, Doktorandin am MCC und Hauptautorin der Studie, betont, dass diese Techniken nicht nur im Hinblick auf den Klimaschutz, sondern auch für die Umweltqualität und das Wohlbefinden in Städten von grossem Nutzen sind. So könnte die Anwendung spezieller Farbpigmente und Oberflächenmaterialien zur Verbesserung des Rückstrahlvermögens urbaner Flächen die Temperatur in Städten signifikant senken und den Energiebedarf für Klimaanlagen reduzieren.

    Lokale Aktionen mit globaler Wirkung
    Die Studie unterstreicht die Rolle von Städten als «Versuchslabore» für den Klimaschutz, in denen lokale Massnahmen schnell umgesetzt werden können und potenziell global ausweitbar sind. Felix Creutzig, Leiter der MCC-Arbeitsgruppe und Co-Autor der Studie, hebt hervor, dass lokale Klimalösungen, obwohl oft unterschätzt, eine beeindruckende Wirkung erzielen und die Lebensqualität verbessern können. Die Forschungsergebnisse bieten wichtige Einsichten und Empfehlungen für Politiker, die städtische Infrastrukturen und Richtlinien gestalten.

  • Sieger der Bern Upcycling Challenge sind gekürt

    Sieger der Bern Upcycling Challenge sind gekürt

    Die Sieger der ersten Bern Upcycling Challenge stehen fest: Scrimber, Mymyio und Second Life Recharger. Der Preis des Departements Wirtschaft der Fachhochschule Bern und des Förderfonds der Berner Kantonalbank ist mit insgesamt 30’000 Franken dotiert. Er wurde beim 2. Anwenderforum in Bern verliehen.

    Laut einer Medienmitteilung soll der Wettbewerb die Transformation zu einer Kreislaufwirtschaft in der Region stimulieren und einen aktiven Beitrag zum nachhaltigen Umbau der Unternehmen leisten. Gleichzeitig soll die Grossregion Bern als wichtiger Standort für die Kreislaufwirtschaft positioniert werden.

    Auf Platz 1 wählte die Jury das Projekt Scrimber. Dessen hochwertige tragenden Bauprodukte aus Holz können Beton und Stahl und damit CO2-Emissionen im Bauwesen ersetzen. Die Holzplatten werden aus minderwertigen Holzsortimenten wie kleinere, unregelmässige Stammquerschnitte oder Seitenware aus Sägewerken sowie aus Altholz hergestellt. Nach einer ersten Nutzungsphase in einem Gebäude können die Teile wiederverwendet werden.

    Platz 2 ging an die Upcycling-Möbel von Mymyio. Sie werden mit ausgemustertem Büromaterial hergestellt, was aber nicht erkennbar ist. Mymyio kann aus Lagerbeständen mit wertvollen Rohstoffen sogar massgeschneiderte Produkt- und Projektlösungen anbieten.

    Auf Platz 3 landete das Projekt Second Life Battery Recharger, ein System, mit dem alte Batterien von E-Bikes neu genutzt werden können. Es wurde von der Ausbildungs- und Erlebnisplattform Swiss Bike Park Oberried entwickelt, gemeinsam mit Partnern wie Gustoil, Petrusso, Thömus, Twinner, Stromer und der GVB Kulturstiftung.

  • Wärmeverbund Birstal montiert Holzheizkessel

    Wärmeverbund Birstal montiert Holzheizkessel

    Der nachhaltige Wärmeverbund Birstal hat mit der Montage der ersten Holzheizkessel einen weiteren Entwicklungsschritt vollzogen. Das von Primeo Energie aus Münchenstein und uptownBasel initiierte Projekt hat laut einer Medienmitteilung mit der Montage der Kessel die Heizanlage auf dem Areal von uptownBasel erweitert. In einem späteren Schritt soll noch eine Wärmepumpe installiert werden. Bei den Holzheizkesseln handelt es sich um zwei Biomassekessel mit Leistungen von 8 und 11 Megawatt. Moderne Filteranlagen und Technologien sollen zu geringstmöglichen Abgaswerten führen, heisst es in der Mitteilung. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Heizzentrale eine Leistung von 40 Megawatt liefern und damit die grösste von Primeo Energie betriebene Anlage in der Schweiz sein.

    Der Wärmeverbund Birstal besteht aus 25 Wärmeanlagen und -verbünden in Reinach, Arlesheim und Münchenstein. Er wird zunehmend auf erneuerbare Energien umgestellt. Energiequelle soll zum einen Teil die Abwärme aus dem Bereich uptownBasel in Arlesheim sein, zum anderen wird in kalten Jahreszeiten oder bei Spitzenbelastungen Biomasse und Holz aus regionalem Anbau verfeuert.

    Mit der neuen Energiezentrale und dem Wärmeverbund Birstal will Primeo Energie einen Beitrag zur Energiewende und zu einer nachhaltigen Wärme- und Kälteversorgung in der Region leisten, heisst es in der Mitteilung weiter.

  • Lignum lanciert Investorenplattform Bauenmitholz

    Lignum lanciert Investorenplattform Bauenmitholz

    Das Immobilienberatungsunternehmen Wüest Partner hat im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt und der Lignum ab 2020 ökonomische und ökologische Kennzahlen für große neue Wohn- und Bürobauten mit Holz erhoben. Jetzt ist die neue Plattform www.bauenmitholz.info online. Sie verknüpft erstmals alle bisher vorliegenden Ergebnisse und ermöglicht Investoren gezielte Abfragen und Vergleiche. Der Online-Kennwerte-Fundus soll weiter wachsen.

    Wie steht der Holzbau im Vergleich mit der Massivbauweise wirtschaftlich da? Das Beratungsunternehmen hat 2020 im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt acht neuere Wohnüberbauungen im Holz-Hybridbau ausgewertet, deren Erstellungskosten CHF 10 Mio. übertreffen, um erste Antworten auf diese für Investoren zentrale Frage zu finden. Die Kostenkennwerte wurden mit dem Baukostendatensatz verglichen, der gleich parametrisiert ist wie die Fallbeispiele.

    Das Ergebnis: Die Holzbauweise liegt bei den untersuchten Objekten ökonomisch mit dem energetisch hochwertigen Massivbau gleichauf. Mittlerweile hat das Unternehmen im Auftrag der Lignum und des BAFU mit einer zweiten Untersuchung zu zehn großen Bürobauten der letzten Jahre im Holz-Hybridbau nachgelegt. Diese sind, so der Befund, sogar günstiger als der konventionelle Massivbau.

    Holz kann aber nicht nur ökonomisch mit dem Massivbau mithalten, sondern positioniert sich auch als ökologische Alternative. In Holz steckt zum einen nur sehr wenig Grauenergie aus Ernte und Verarbeitung. Zum anderen bindet jeder Kubikmeter Holz dauerhaft ungefähr eine Tonne CO2. Der Einsatz von Holz anstelle anderer Materialien vermeidet zugleich deren CO2-Emissionen. Insgesamt stellt sich die Holzbauweise im Baumarkt damit ökologisch an die Spitze.

    Die ökonomischen Kennwerte der 18 untersuchten Fallbeispiele werden in anonymisierter Form auf der jetzt online gegangenen Investorenplattform www.bauenmitholz.info übersichtlich dargestellt. Das Abfragetool erlaubt es, bis zu vier Kennwerte für einen Vergleich auszuwählen. Für zehn Projekte sind auch bereits die ökologischen Kennwerte hinterlegt.

    Die Plattform plant, eine automatische grafische Darstellung der Abfrageergebnisse zu implementieren. Sie wird kontinuierlich erweitert, um einen umfassenden Überblick über die Leistungsfähigkeit von Holz als Baustoff zu bieten. Neben den Kennzahlen finden Investoren auf der Plattform auch kompaktes Hintergrundwissen zu verschiedenen Aspekten des Holzbaus sowie Best-Practice-Beispiele und Gelegenheiten zur Vernetzung in der Holzbaugemeinschaft.

  • Baukultur trifft Musikkultur

    Baukultur trifft Musikkultur

    75 Studierende des Joint Master of Architecutre haben einen Konzertpavillon aus selbst entworfenen Holzmodulen entworfen und am Bielersee zwischen Nidau und Biel aufgebaut. Der Pavillon wurde Ende Juni mit einem Konzert des Laboratoire Zwingli des Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) eingeweiht.

    Die Studierenden entwickelten ein modulares System, bestehend aus drei einfachen Rahmen, die in den Ecken mit Holzplatten verbunden sind, um die Module und die gesamte Struktur zu stabilisieren. Beim Aufbau als Bühne werden die Module nicht zusammengeschraubt, sondern mit Spanngurten verbunden. So kann die Struktur leicht montiert, demontiert und neu arrangiert werden. Zudem lassen sich die Module gut ineinanderstecken, was für eine unkomplizierte Lagerung sorgt.

    Die zerlegbare Bühne ist mobil und wird dem Orchester Theater Biel Solothurn (TOBS) in Zukunft an verschiedenen Orten als Konzertbühne für Freiluftaufführungen dienen.

  • Holzbauer Strüby gestaltet Kreisel am neuen Verkehrsknoten

    Holzbauer Strüby gestaltet Kreisel am neuen Verkehrsknoten

    Das in Seewen angesiedelte Holzbauunternehmen Strüby hat laut seiner Medienmitteilung die Gestaltung zweier Kreisel in seiner Heimatgemeinde erfolgreich abgeschlossen. Die Bauarbeiten für den H8-Vollanschluss an der Steinerstrasse waren Ende November 2022 im Auftrag des kantonalen Tiefbauamts begonnen worden. Der neue Verkehrsknoten wurde jüngst nach 18-jähriger Planungszeit feierlich eröffnet.

    Die auf den beiden Kreiseln installierten Holzbauten sollen den Angaben zufolge symbolhaft an grundlegende Zimmermannstugenden erinnern. Auf dem einen, dem sogenannten Schwyzer Kreisel, wurden die Elemente eines Zimmermannsknotens separat aufgestellt. Diese perfekte Holzverbindung findet sich auch in den Wappen von Gemeinde und Kanton wieder. Sie besteht aus insgesamt sechs kraftschlüssigen Bauelementen in Form gleich grosser, jedoch unterschiedlich eingeschnittener Kanthölzer. Der Belag des Schwyzer Kreisels ähnelt dem traditionellen Kopfsteinpflaster des Schwyzer Hauptplatzes.

    Im zweiten, dem sogenannten Mythen-Kreisel Richtung Steinen, sind die Holzelemente kreuzförmig zusammengefügt. Die Skulptur hat nicht nur ihren Bezug zur Wegkreuzung Steinerstrasse und H8, sondern symbolhaft auch zum Gipfelkreuz auf dem Grossen Mythen. Der Belag des Mythen-Kreisels besteht wie sein Namensgeber aus heimischem Kalkstein. Die signalgelbe Umrandungslinie beider Kreisverkehre soll an die vielen Wanderwegweiser in der Region erinnern.

  • Kuratle Group und Raurica Wald bauen Holzfabrik im Aargau

    Kuratle Group und Raurica Wald bauen Holzfabrik im Aargau

    Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der CPH-Gruppe in Full-Reuenthal soll eine nachhaltige Produktionsstätte für Holzverarbeitung entstehen, informiert die Luzerner Chemie- und Papier-Holding in einer Mitteilung. Sie hat ein entsprechendes Grundstück auf dem von ihr bis 2002 genutzten Areal an die Full Property AG verkauft. Das Unternehmen wird von der holzverarbeitenden Kuratle-Gruppe aus Leibstadt AG und der auf Investitionen in Wald- und Holzwirtschaft spezialisierten Baselbieter Raurica Wald AG gehalten.

    Im neuen Werk soll einheimisches Rundholz unter Einsatz von Energie aus erneuerbaren Quellen zu Bauholz verarbeitet werden. Bisher würden derartige Holzbauwerkstoffe importiert, heisst es in der Mitteilung. „Wir freuen uns, dass auf unserem ehemaligen Betriebsgelände innovative Unternehmen tätig werden, die mit einem nachhaltigen Geschäftskonzept zum Klimaschutz beitragen“, wird Peter Schildknecht, CEO der CPH-Gruppe, dort zitiert. Auf dem rund 30 Fussballfelder grossen ehemaligen Produktionsstandort von CPH haben sich bereits mehrere  Unternehmen, darunter zwei Recycling-Firmen, angesiedelt.

  • Holz soll verstärkt als kreislauffähiges Baumaterial dienen

    Holz soll verstärkt als kreislauffähiges Baumaterial dienen

    Die Bauwelt arbeite an der Entwicklung kreislauffähiger Konstruktionen. Das nachwachsende Material Holz eigne sich von Natur aus ausgezeichnet für das nachhaltige Bauen, heisst es in einer Medienmitteilung von Lignum, der Dachorganisation der Schweizer Wald- und Holzwirtschaft. In Zukunft könnten die in Häusern eingesetzten Materialien und Bauteile mehr als nur ein Leben haben. Wenn es gelinge, sie konsequent nachzunutzen, spare dies Energie und vermeide Treibhausgasemissionen. Mit seinem natürlichen Lebenszyklus und seiner Klimawirkung sei das erneuerbare Material Holz prädestiniert für kreislauffähiges Bauen.

    Lignum verweist auf zwei Modellhäuser. Das im Herbst 2021 in Feldbach am Zürichsee eröffnete Demonstrations- und Forschungsobjekt Kreishaus zeige auf kleinstem Raum diese Verwendung von Holz, heisst es von Lignum. Treibende Kraft hinter diesem Pionierbau sei die Umweltingenieurin Devi Bühler von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Mit dem Baustoff allein sei es noch nicht getan. „Der Gesamtblick fehlt oft. Kreislauffähiges Bauen braucht unbedingt eine ganzheitliche Planung“, wird Bühler zitiert.

    Vorgefertigte Bauteile liessen sich bei einem Rückbau gemäss entsprechender Planung in vielen Fällen zerstörungsfrei ausbauen, überprüfen und abtransportieren. Für eine kreislauffähige Konstruktion brauche es saubere Schichtentrennung und einfache, reversible Verbindungen.

    Das Büro für Holzbau, Bauphysik und Brandschutz, Pirmin Jung Schweiz AG, habe das in einer Studie zu Rückbau und Wiederverwendung von Holzbauten untersucht. Die Erkenntnisse sind im Haus des Holzes in Sursee LU in die Praxis umgesetzt worden, einem sechsgeschossigen Dienstleistungs- und Wohngebäude in energieeffizienter Holzsystembauweise.

  • Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Herr Wappner, der Baustoff Holz gehört zu den ältesten in Mitteleuropa. Wir alle kennen Pfahlbauten oder mittelalterliche Fachwerkhäuser. Heutzutage allerdings sind Holzgebäude rar. Seit wann ist Holz vor allem im urbanen Kontext des Bauens in Vergessenheit geraten und warum?

    Es ist richtig: Der Baustoff Holz wurde für die Errichtung von Gebäuden früher sehr viel häufiger verwendet. Das liegt vor allem daran, dass Holz in unseren mitteleuropäischen Regionen schon immer ausreichend verfügbar war – auch weil die klimatischen Verhältnisse in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern das zügige Nachwachsen begünstigen. Durch den enormen Einsatz beim Bauen in den zurückliegenden Jahrhunderten haben Handwerker über viele Generationen hinweg hervorragende Kenntnisse und Fähigkeiten entwickelt, mit diesem Material zunehmend kreativer, geschickter und effizienter umzugehen. Davon profitieren wir noch heute.

    Vor allem im städtischen Kontext ist Holz aber im Zuge der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stark in Vergessenheit geraten oder hat als Baustoff industriell gefertigte Konkurrenz erhalten. Maschinell hergestellte Baustoffe wie Ziegel oder Beton wurden zunehmend bevorzugt. Denn sie konnten günstiger, schneller und in großen Mengen produziert werden. Außerdem waren viele unserer Städte früher komplett aus Holz gebaut und sind teilweise in ihrer Geschichte mehrere Male abgebrannt. Holz war daher in den Köpfen der Menschen als Gefahrenquelle verankert. Der bauliche Brandschutz im Zusammenhang mit dichter innerstädtischer Bebauung war also schon immer ein Thema im Städtebau. Im Gegensatz dazu konnten im Industriezeitalter mit brandresistenteren Baustoffen bessere Sicherheitsnachweise und damit auch mehr Vertrauen bei den Menschen erzeugt werden. Das ist einer der Gründe dafür, dass die industriellen Baustoffe das Material Holz gerade im europäischen Städtebau immer mehr verdrängt haben.

    Wie erklären Sie sich den aktuellen Boom rund um den Holzbau?

    Der Holzbau-Boom wurde eindeutig ausgelöst durch das wachsende ökologische Bewusstsein in der Gesellschaft. Holz als Baustoff ist so attraktiv, weil wir mit einem nachwachsenden, ressourcenschonenden und kreislaufgerechten Rohstoff arbeiten. Mit Holz können wir CO2 in Gebäuden speichern und setzen damit der energetisch aufwendigen Produktion anderer Baustoffe und deren Einsatz ein nachhaltiges und umweltschonendes Statement entgegen. Die CO2-Bilanz von Holz ist im Vergleich zu anderen Baustoffen unschlagbar gut. Aber Holz ist nicht unendlich verfügbar, sodass wir klug mit den Ressourcen umgehen müssen.

    Ermöglicht wird der aktuelle Boom zudem durch die umfassende Forschung in den vergangenen Jahren – gerade in Regionen wie Vorarlberg, Graubünden oder Südtirol, aber auch im Schwarzwald und dem Allgäu. Wir verfügen damit heute über ein sehr großes Wissen über das Material, das gepaart ist mit den Jahrhunderte alten überlieferten handwerklichen Erfahrungen. So gibt es mittlerweile hervorragende Möglichkeiten, die Tragfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit von Holz gegen Brände in Langzeitversuchen optimal zu testen.

    Eine weitere große Rolle spielt die Digitalisierung. Die CNC-Technologie und andere technische Revolutionen waren hier ein echter Quantensprung. Durch technisch basierten Maschineneinsatz kann Holz heute bis auf den Millimeter genau bearbeitet und vorproduziert werden. Das geschieht dann auch direkt in einer Werkstatt, wo die Bauteile im Trockenen vorgefertigt und teilweise schon aufgebaut werden können. Dieser hohe Vorfertigungsgrad von modularen Holzelementen spart viel Zeit und Kosten.

    Durch all diese Entwicklungen ist Holz als Baustoff in den vergangenen Jahren wieder sehr spannend geworden – und das Vertrauen in das Material ist enorm gewachsen. Zudem hat Holz auch viele weitere Vorteile, die die Menschen schätzen: Es riecht gut, sieht vertraut aus und fühlt sich angenehm an.

  • Schilliger Holz AG plant neues Werk in Perlen

    Schilliger Holz AG plant neues Werk in Perlen

    Die Schilliger Holz AG aus Küssnacht plant die Realisierung eines neuen Produktionswerks für Holzfaserdämmplatten in Perlen. Dieses soll laut einer Medienmitteilung auf dem Fabrikareal der Perlen Papier AG entstehen. Die CPH-Gruppe, zu der die Perlen Papier AG gehört, werde dafür eine Landfläche von 20’000 Quadratmetern im Baurecht an das Holzverarbeitungsunternehmen abgeben.

    Die Schilliger Holz AG ist eine der Hauptlieferanten von Holzschnitzeln der Perlen Papier AG. Eine ihrer Sägereien ist heute schon direkt neben der Papierfabrik in Perlen angesiedelt. Dank des neuen Werkes werden die beiden Unternehmen noch enger zusammenarbeiten: Die Perlen Papier AG wird das neue Werk mit Strom, Prozessdampf, Frischwasser und vollentsalztem Wasser beliefern. Ausserdem wird sie das anfallende Abwasser in der betriebseigenen Kläranlage aufbereiten.

    „Wir freuen uns, gemeinsam mit Schilliger Holz AG am Standort Perlen Synergien in der industriellen Holzverarbeitung realisieren zu können. Damit wird Perlen zum Zentrum der nachhaltigen Wiederverwertung der wichtigen Ressource Holz in der Schweiz“, wird Peter Schildknecht, CEO der CPH-Gruppe, in einer Medienmitteilung seines Unternehmens zitiert.

    Laut der Schilliger Holz AG gibt es in der Schweiz „seit längerem keine Dämmplattenproduktion mehr“. Mit der Realisierung des neuen Werks will das Unternehmen daher eine „grosse Lücke in der Schweizer Holzverarbeitungskette“ schliessen. Holzfaserdämmplatten werden beispielsweise zur Wärmedämmung der Aussenhüllflächen von Gebäuden eingesetzt.

    Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Die Inbetriebnahme ist für 2023 vorgesehen.

  • Kompotoi ist Finalist bei Swiss Excellence Produkt Award

    Kompotoi ist Finalist bei Swiss Excellence Produkt Award

    Kompotoi befindet sich unter den sechs Finalisten für den Swiss Excellence Produkt Award 2021. Das hat Swiss Excellence jetzt mitgeteilt. Das Zürcher Start-up überzeugte die Jury mit seinen mobilen und auf Nachhaltigkeit fokussierten Komposttoiletten. Die Preisverleihung findet am 16. September im Technopark Winterthur statt. Mit dem Swiss Excellence Produkt Award leistet die Swiss Excellence Stiftung eigenen Angaben zufolge einen Beitrag zur Förderung des Unternehmertums sowie des Technologie- und Innovationsstandortes Schweiz.

    Kompotoi bietet eigenen Angaben zufolge eine „schöne, benutzerfreundliche und nachhaltige Alternative“ zu den herkömmlichen Toilettenhäuschen. Sie seien „absolut geruchsfrei“ und werden „in Schweizer Handarbeit“ aus Holz gefertigt. Sie kommen ohne Plastik, Chemie, Strom und Spülwasser aus. „Wir haben für den Bereich der mobilen Toiletten eine bessere Lösung entwickelt als die herkömmliche. Sie ist einfach und einleuchtend. Deshalb sind die Kunden begeistert von unserem Produkt“, so Kompotoi in seiner Präsentation für den Green Business Award, für den das Unternehmen ebenfalls nominiert ist.

    Stattdessen werden die gesammelten Reststoffe durch eine kombinierte Verfahrenstechnik von Fermentation und Kompostierung in stabile Humuserde umgewandelt. „In einem Kilo Kompost wird durchschnittlich 0,2 kg CO2 gespeichert“, so Kompotoi auf die Frage nach dem Umweltnutzen ihres Produkts. „Kompotoi produzierte 2019 rund 100 Tonnen Kompost, das sind circa 20’000 Kilogramm gespeichertes CO2. Wenn alle mobilen Toiletten der Schweiz als Komposttoiletten betrieben würden, könnten so 13‘200 Tonnen CO2 nachhaltig in den Böden gespeichert werden.“

    Kompotoi vermietet seine Holztoiletten etwa für grössere Festivals. Das Unternehmen plant aber auch Anlagen im öffentlichen Bereich oder für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Ausserdem verkauft Kompotoi Toilettenlösungen für Gartenhäuser, Jagd- und Alphütten.

    Mit Kompotoi bewerben sich weitere zwei Start-ups um den Swiss Excellence Produkt Award: Hivewatch und Smartbreed. In der Kategorie KMU sind ebenfalls drei Unternehmen nominiert: Advanced Osteotomy Tools – AOT AG, Qumea und Rheonics. Alle Start-up-Finalisten werden bereits mit einem dreijährigen Coaching des Start-up-Förderers genisuisse unterstützt.

  • UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    UZH will auf begrüntem Dach Strom erzeugen

    Die Universität Zürich soll bis 2028 mit dem FORUM UZH ein neues Lehr- und Lernzentrum erhalten. Das kantonale Hochbauamt hat laut einer Mitteilung am Montag die Bauvoreingabe eingereicht. Danach wird das vom Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfene siebenstöckige Gebäude als Holzhybridbau mit einem Tragwerk aus Beton errichtet werden. Die Verwendung von Holz soll so viel CO2 einsparen, wie für den Bau von 77 Einfamilienhäusern benötigt wird.

    Das Dach soll intensiv begrünt werden und damit die Kühlung im Sommer und die Wärmedämmung im Winter verbessern. Zugleich erhält das Dach eine Photovoltaikanlage. Diese soll etwa 150 Megawattstunden pro Jahr erzeugen, genug Strom für 50 Haushalte.

    Der Bau soll 2024 beginnen. Das Gebäude soll künftig 700 Arbeitsplätze für Studierende umfassen und Arbeitsraum für 6000 Angehörige der Universität.

  • Holzernte hat 2020 zugenommen

    Holzernte hat 2020 zugenommen

    Mit 4,8 Millionen Kubikmetern wurden 2020 insgesamt 4 Prozent mehr Holz geschlagen als im Vorjahr. Vergleicht man diese Menge mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, so resultierte ein Plus von 1 Prozent. Der seit 2016 steigende Trend zu mehr geerntetem Nadelholz setzte sich auch im vergangenen Jahr fort: Dessen Ernte stieg um 8 Prozent auf 3,4 Millionen Kubikmeter.

    Wie das Statistische Bundesamt in der Schweizerischen Forststatistik 2020 weiter dokumentiert, setzte sich dagegen der Rückgang der Laubholzernte weiter fort. Mit 1,4 Millionen Kubikmeter wurden 3 Prozent weniger geschlagen als im Vorjahr. Gleichzeitig werden wegen der Klimaveränderung und des zunehmenden Aufwands bei der Bekämpfung des Borkenkäfers immer mehr Laubbäume neu gepflanzt, vor allem im Mittelland. 563’000 Bäume markierten dort gegenüber 2019 ein Plus von 9 Prozent. Gleichzeitig gingen die Nadelholzpflanzungen mit 430’000 Bäumen um 8 Prozent zurück.

    Ein weiterer Trend ist seit 2016 ungebrochen: In der Schweiz wird immer mehr Hackholz verwendet. 2020 waren es mit 1,2 Millionen Kubikmetern rund 5 Prozent mehr Holz als Hackschnitzel. Dagegen sinkt die Ernte von Energiestückholz stetig: von 0,75 Millionen Kubikmetern im Jahr 2016 auf 0,70 Kubikmeter im Jahr 2020. Das meistgeerntete Holz bleibt Stammholz. Dieses Segment wuchs nach einem starken Rückgang im Vorjahr wieder um 5 Prozent.

    Die Einnahmen der 660 Schweizer Forstbetriebe sanken 2020 um 2 Prozent auf 525 Millionen Franken. Deren Ausgaben nahmen um 1 Prozent auf 569 Millionen Franken ab. Daraus resultierte eine Unterdeckung von rund 44 Millionen Franken. Das sind 5 Prozent mehr als 2019 und 13 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

    Bei den 160 Betrieben aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz der Schweiz, die eine Vollkostenrechnung führen, verschlechterte sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr. Durch erhöhte Kosten und tiefere Erlöse hat sich deren Defizit pro Hektare produktive Waldfläche um 6 Franken auf 66 Franken vergrössert.

  • Jansen und SFS sichern Arbeitsplätze

    Jansen und SFS sichern Arbeitsplätze

    Die beiden in der St.GallenBodenseeArea ansässigen Unternehmen Jansen und SFS haben eine Zusammenarbeit im Fensterbereich vereinbart, wie nun einer Medienmitteilung zu entnehmen ist. Dabei wird sich Jansen auf die Weiterentwicklung des Holz-Metall-Fenstersystems Connex konzentrieren, während SFS als exklusiver Partner die Marke Connex vertreibt.

    Im Rahmen dieser Zusammenarbeit möchte Jansen weiterhin Innovationen vorantreiben, während SFS durch das Connex-Portfolio seine Marktposition ausbauen möchte. Zudem verstehen beide Firmen ihre Kooperation als Bekenntnis zum Standort Schweiz. Indem sie ihre unternehmerische Verantwortung wahrnehmen, würden sie „Arbeits- und Ausbildungsplätze im Rheintal“ sichern.

    Zudem sollen die Kunden von der Partnerschaft profitieren. Denn einerseits können sich beide Firmen auf ihre komplementären Stärken konzentrieren und andererseits die Zusammenarbeit durch die geografische Nähe zu einem Erfolg werden lassen.

  • Baselbiet will Velohochbahn testen

    Baselbiet will Velohochbahn testen

    Der Kanton Basel-Landschaft will seine Infrastruktur für Velos ausbauen. Gemeinsam mit dem Bundesamt für Strassen (ASTRA) startet er nun das Projekt einer Velohochbahn, schreibt er in einer Mitteilung. Dabei wird der Veloweg als eigener Bau neben vorhandenen Strassen geführt. Die Anlage wird aus Holz in Modulbauweise errichtet. Sie wird zudem mit Photovoltaikmodulen ausgestattet.

    Das ASTRA hat dafür eine Studie für die Linienführung im Raum Basel in Auftrag gegeben. Es will mit diesem Projekt prüfen, wie ein übergeordnetes Velobahnnetz entlang bestehender Autobahnen in die kantonalen Radroutennetze integriert werden kann.

    Der Baselbieter Regierungsrat will dem Landrat im vierten Quartal eine entsprechende Vorlage unterbreiten. Wenn das kantonale Parlament zustimmt, soll die Velohochbahn zwischen Mitte 2021 und Mitte 2022 errichtet werden. Sie soll vor der Eröffnung des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes 2022 in Pratteln in Betrieb genommen werden.

  • Liestal heizt künftig mit Holz aus der Region

    Liestal heizt künftig mit Holz aus der Region

    Die Stadt Liestal will ihre sieben Wärmeverbünde sanieren und bis 2030 zu einem neuen Grosswärmeverbund zusammenschliessen. Wie die Genossenschaft Elektra Baselland (EBL) mitteilt, wird dazu in einem ersten Schritt die Heizzentrale Liestal für 42 Millionen Franken modernisiert. Sie soll ab 2023 zu 90 Prozent mit Holz aus der Region geheizt werden, je zur Hälfte mit Recyclingholz und Waldhackschnitzel. Bisher beträgt der Anteil erneuerbarer Energieträger 45 Prozent. Pro Jahr sollen so 24‘000 Tonnen CO2-Ausstoss eingespart werden.

    Ausserdem sollen drei weitere lokale Wärmeverbünde an das Netz der Heizzentrale angeschlossen und das Fernwärmenetz auf 31 Kilometer verlängert werden. Der Ausbau des Netzes soll in drei Etappen bis 2030 abgeschlossen werden.

    Der Kanton Basel-Landschaft will sukzessive die 48‘000 fossilen Heizungen im Kanton ersetzen. „Wir sind davon überzeugt, dass für eine nachhaltige Energieversorgung die Energie zunehmend aus erneuerbaren Ressourcen stammen muss“, wird EBL-CEO Tobias Andrist in der Mitteilung zitiert.

  • Holzbau: Neue Bauart mit Brettsperrholz

    Holzbau: Neue Bauart mit Brettsperrholz

    Das fünfstöckige Wohnhaus wurde von Architekten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) und dem Design- und Bauunternehmen Placetailor geplant. Die Bauelemente aus dickem Holz werden vorproduziert und anschliessend auf der Baustelle montiert. Das Holz isoliert sehr gut, weshalb mit einem sehr niedrigen Bedarf für Heizung und Kühlung gerechnet werden kann. Deshalb soll das Haus so energieeffizient sein, dass die CO2-Emissionen praktisch bei null liegen.

    Holz soll nun dank neusten Entwicklungen auch für Gebäude mit bis zu 18 Stockwerken verwendet werden und nicht mehr nur für Einfamilienhäuser oder kleinere Apartmenthäuser. Das Gebäude in Boston wird über 14 Wohnungen verschiedener Grössen und ein Gemeinschaftsbüro im Erdgeschoss verfügen.

    Das Wohnhaus soll als Demonstrativobjekt für Passivhäuser dienen und der Beginn eines neuen Aufschwungs für Holzgebäude oder Hybridkonstruktionen sein. So würde sowohl ein Markt für nachhaltige Forstwirtschaftsprodukte als auch für die nachhaltigen Nullenergiehäuser entstehen.