Schlagwort: Holzbau

  • Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Kanton Bern plant Grossbau im Berner Seeland

    Am Schermenweg in Bern hat das Strassenverkehrs- und Schifffahrtsamt seit Jahrzehnten seinen Hauptsitz. Die Gebäude dort zeigen statische Mängel und sind in einem Zustand, der eine Totalsanierung unter laufendem Betrieb verunmöglicht. Hinzu kommt ein zweiter Standort in Ostermundigen, wo der Kanton jährlich über eine Million Franken Miete bezahlt.

    Dreimal umziehen oder einmal bauen
    Der Entscheid fiel zugunsten eines Neubaus. Alle drei Standorte werden aufgelöst, die rund 400 Mitarbeitenden an einem einzigen Ort zusammengeführt. Das neue Gebäude auf der Buechlimatt in Münchenbuchsee bietet auf einer Grundstücksfläche Platz für Büros, Prüfstellen und den gesamten Kundenbetrieb. Fahrzeugzulassungen, Führerprüfungen, administrative Abläufe: Alles unter einem Dach, erstmals seit Jahrzehnten.

    Ein Wettbewerb, ein Sieger, ein Holzbau
    2021 schrieb der Kanton einen offenen Projektwettbewerb aus. Dreissig Teams reichten Entwürfe ein, das Zürcher Planerteam aus Studiomori Architektur und KNTXT Architekten überzeugte die Jury. Ihr Projekt trägt den programmatischen Namen «Einer für alle». Es setzt auf einen unterhaltsarmen Holzbau, der sich organisch in den ländlichen Dorfrand von Münchenbuchsee einfügt. Kein Statement aus Beton und Glas, sondern ein Gebäude, das die Klimastrategie des Kantons Bern sichtbar macht. Holz als Baustoff reduziert die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.

    Die Politik entscheidet
    Die Berner Regierung hat im April 2026 den Verpflichtungskredit von 132,9 Millionen Franken beim Grossen Rat beantragt. Dieser entscheidet voraussichtlich im Herbst 2026. Dass der Betrag seit der Wettbewerbsphase 2021 von damals rund 104 Millionen Franken auf 132,9 Millionen gestiegen ist, dürfte im Parlament Fragen aufwerfen. Bauteuerung und gestiegene Planungsanforderungen gelten als Hauptgründe. Wer die Mietkosten und den Sanierungsstau gegenrechnet, kommt auf einen klaren betriebswirtschaftlichen Befund zugunsten des Neubaus.

    Einzug frühestens 2031
    Verläuft die parlamentarische Beratung planmässig, folgen Baueingabe Mitte 2026 und Baubeginn 2028. Die Inbetriebnahme ist für 2030 bis 2031 geplant. Für Münchenbuchsee bedeutet das ein neues Arbeitsplatzzentrum mit mehreren hundert Beschäftigten am Dorfrand. Für den Kanton Bern bedeutet es das Ende eines langen Verwaltungsumbaus. Und für die Schweizer Bauwirtschaft steht das Projekt exemplarisch für einen Trend, der 2026 an Fahrt gewinnt. Öffentliche Bauten aus Holz, gebaut für die nächste Generation.

  • Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Schweizer Holz soll Pflicht werden

    Die Schweizer Wälder produzieren jährlich 10,4 Millionen Kubikmeter Holz, verbraucht werden davon gerade einmal 5 Millionen. Insgesamt landen aber 10 Millionen Kubikmeter Holz auf Schweizer Baustellen. Der Rest kommt aus dem Ausland, weil er deutlich günstiger ist. Ein Ressourcenpotenzial, das brach liegt, obwohl die Nachfrage vorhanden wäre.

    Was der Nationalrat fordert
    Nationalrat Daniel Ruch (FDP/VD), von Beruf Waadtländer Forstunternehmer, hat eine Motion eingereicht, die das Waldgesetz ändern soll. Bei Bauten, die mit Bundesgeldern subventioniert werden, soll künftig Schweizer Holz eingesetzt werden, ohne dass den Bauherrschaften dadurch Mehrkosten entstehen. Der Nationalrat hat die Motion angenommen, jetzt liegt der Ball beim Ständerat.

    Der Bundesrat bremst
    Bundesrat Martin Pfister, der den rekonvaleszenten Umweltminister Albert Rösti an der Debatte vertrat, stellte sich gegen eine direkte Subventionierung. Der Bund fördere nachhaltiges Holz bereits bei eigenen Bauten und Anlagen. Eine gesetzliche Grundlage dafür besteht seit der Waldgesetz-Revision von 2017. Für neue Subventionen fehle angesichts der angespannten Bundesfinanzen der Spielraum, und Wettbewerbsverzerrungen seien zu vermeiden.

    Kein neues Thema, aber neuer Druck
    Bereits 2021 nahm der Nationalrat eine ähnliche Motion zur vollständigen Wertschöpfungskette der Holzwirtschaft mit 151 zu 29 Stimmen an, ebenfalls gegen den Willen des Bundesrats. Einzelne Kantone wie Thurgau und Zug haben auf kantonaler Ebene schon Holzförderung in ihre Gesetzgebung integriert. Der Handlungsdruck wächst.

    Was auf dem Spiel steht
    Holz ist der einzige vollständig erneuerbare Baustoff der Schweiz. Wer ihn konsequent einsetzt, stärkt die regionale Wertschöpfung, reduziert Transportemissionen und schützt den Wald vor Überalterung. Ob der Ständerat die Motion stützt oder abbremst, entscheidet, ob diese Logik endlich auch rechtlich verankert wird.

  • Wo andere parken, wohnt man bald

    Wo andere parken, wohnt man bald

    Christoph Schoop musste nicht weit suchen. Der Badener Immobilieninvestor sah aus seinem Bürofenster auf das Industriegebiet Dättwil und erkannte das Offensichtliche, riesige Flachdächer, vollständig ungenutzt. Auf dem Dach der Fabrikpassage an der Mellingerstrasse 208, wo heute McDonald’s, Spar und eine Bäckerei den Alltag versorgen, sollen ab Frühjahr 2027 acht sogenannte Wikkelhäuser stehen.

    Eine neue Welt auf dem Dach
    Das Wikkelhouse-Konzept stammt ursprünglich aus Amsterdam und landet nun in der Schweiz. Kompakte Holzwohneinheiten, die fertig produziert per Lastwagen geliefert und mit minimalem Aufwand aufgestellt werden. Jede Einheit bietet 30 bis 35 Quadratmeter, eine eigene Terrasse und Deckenhöhen von bis zu 3,5 Metern. Architekt Andreas Zehnder, der das Projekt für Baden entwarf, formuliert den Mehrwert klar. Statt ein weiteres Stockwerk aufzusetzen, entstehe auf dem Dach eine eigenständige Wohnwelt.

    Schweizer Holz, Urner Fabrik
    Produziert werden die Häuser nicht auf der Baustelle, sondern in einer eigenen Fabrik in Flüelen UR am Ufer des Vierwaldstättersees. Das Rohmaterial ist Schweizer Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Schoop ist Mitgründer und Förderer von Wikkelhouse Schweiz und treibt das Konzept als Kreislaufwirtschaftsmodell voran. Eine Einheit kostet ab CHF 200’000 ab Werk; Transport und Montage kommen dazu.

    Günstig, sonnig, verbunden
    Für Badener Verhältnisse sollen die Mieten tief bleiben. Eine Warteliste existiert bereits, die Anfragen kamen laut Schoop «querbeet», darunter auch Interessenten im AHV-Alter. Und obwohl das Industriegebiet nicht als Wohnlage gilt, überzeugt das Dach mit ganztags Sonne und direktem ÖV-Anschluss. Den Lärmschutz übernimmt das Gebäude selbst.

    Pilot mit Skalierungspotenzial
    Das Projekt in Dättwil ist explizit als Pilotprojekt angelegt. Allein im Industriegebiet sieht Schoop Platz für 50 bis 70 Wikkelhäuser. Derzeit prüft die Stadt Baden die Baubewilligungsfähigkeit. Läuft alles nach Plan, ziehen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner im Frühling 2027 ein. Was heute wie eine Kuriosität klingt, könnte morgen Schule machen.

  • Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Grossaufträge stärken Hochbaugeschäft im In- und Ausland

    Der Immobilien- und Baudienstleister Implenia informiert in einer Mitteilung über den Eingang zahlreicher Hochbauaufträge in der Schweiz und in Deutschland. Diese haben ein Gesamtvolumen von 310 Millionen Franken und werden im Zeitraum von 2026 bis 2028 realisiert.

    In Vevey VD am Genfersee erstellt Implenia als Totalunternehmer für das neue Quartier Jardins en Ville 182 Eigentumswohnungen. Ergänzt wird das Projekt durch gewerbliche Nutzflächen, eine zweistöckige Parkgarage sowie eine zentrale Grünanlage. Die PEFC/FSC-zertifizierte Holzkonstruktion soll die Standards Minergie-Eco sowie CECB A/B erfüllen. Ebenfalls in der Schweiz realisiert Implenia in Payerne VD acht nach Minergie zertifizierte Mehrfamilienhäuser mit 107 klimafreundlich versorgten Wohnungen. Das Projekt wurde zuvor von Implenia entwickelt und anschliessend an Investoren verkauft.

    Auch in Deutschland schafft Implenia nachhaltigen Wohnraum: In Frankfurt entstehen „im ersten Klimaschutzquartier“ der Stadt zwölf energieeffiziente Wohnhäuser mit rund 160 Passivhaus-Wohneinheiten. In München baut das Unternehmen in einer Arbeitsgemeinschaft nach erfolgreicher Pre-Construction-Phase ein Mehrfamilienhaus mit 186 Wohnungen und ergänzenden gewerblichen Nutzungen. In Nürnberg werden in Holz-Hybridbauweise drei Gebäude mit 76 Mietwohnungen sowie Kita-, Gewerbe- und Tiefgaragenflächen realisiert. In Jena entsteht zudem ein weiteres Wohnquartier in Holzbauweise. In Mannheim errichtet Implenia schlüsselfertig eine Wohnanlage in Holz-Hybridbauweise am BUGA-Park mit insgesamt 225 Wohneinheiten.

    Weitere Aufträge betreffen die Justiz sowie Bildung, Forschung und Pharma: Für die Justizvollzugsanstalt in Siegburg baut Implenia Betriebs- und Produktionsgebäude. Zudem entsteht für die Hochschule Flensburg der erweiterte Rohbau eines Verwaltungsgebäudes in Holzbauweise. In der Deutschschweiz übernimmt Implenia zusätzliche Baumeisterarbeiten, darunter die Weiterentwicklung eines ehemaligen Industrieareals sowie Projekte für die Pharmaindustrie.

  • Holzbau als Investment

    Holzbau als Investment

    Holz- und Hybridbauten haben sich als ernstzunehmende Alternative zum energetisch hochwertigen Massivbau etabliert. Studien von Wüest Partner und Durable im Auftrag von Lignum und BAFU zeigen, dass Holzbauten bei Erstellungskosten und Performance mit Massivbauten mithalten können, obwohl sie im Median leicht teurer sind. Für Investoren wird Holzbau damit zu einem Baustein, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, ohne auf wirtschaftliche Solidität zu verzichten.

    Kosten, Lebenszyklus und Risikoprofil
    Im Kostenvergleich liegen die Baukosten von Holzbauten im Median rund 10 Prozent über jenen von Massivbauten. Im unteren Preissegment nähern sich die Werte jedoch stark an. Die energetische Standards wie Minergie-P beeinflussen die Kosten stärker als die Wahl der Tragstruktur. Kurz- bis mittelfristig profitieren Holzbauten von hoher Kostensicherheit, tieferen Betriebs- und Wartungskosten sowie einem besseren Rückbau- und Reuse-Profil. Über sehr lange Zeiträume von 80 Jahren wirken sich die höhere Dauerhaftigkeit mineralischer Bauweisen kostenseitig positiv aus, sodass deren Lebenszykluskosten tiefer liegen.

    Ökologischer Vorsprung und Green Premium
    Ökologische Auswertungen zeigen, dass Holzbauten die grauen Treibhausgasemissionen gegenüber einem mineralischen Zwilling im Mittel um etwa 20 Prozent reduzieren, bei einzelnen Bauteilen gar deutlich mehr. Besonders gross ist der Effekt bei Aufstockungen, wo Holzbau gegenüber Ersatzneubauten markante CO₂-Einsparungen ermöglicht und gleichzeitig zusätzliche Flächen schafft. Internationale Metastudien zu zertifizierten Green Buildings weisen zudem auf Preis- und Mietprämien sowie tiefere Kapitalisierungsraten hin.Ein Indiz dafür, dass der Markt Nachhaltigkeit als Risikopuffer honoriert.

    Zeit als Renditetreiber
    Der Green Premium im Holzbau entsteht vor allem durch Prozessvorteile. Hoher Vorfertigungsgrad, modulare Systeme und digitale Planung verkürzen die Bauzeit erheblich. Für Investoren bedeutet dies früheren Ertragseingang und eine Reduktion der Bau- und Projektkosten über den Faktor Zeit. Modellrechnungen veranschlagen bei sechs Monaten Zeitgewinn Einsparungen im Bereich von rund 200 Franken pro Quadratmeter. Gleichzeitig sinken Termin-, Koordinations- und Witterungsrisiken, was sich in stabileren Budgets und kalkulierbareren Cashflows niederschlägt.

    Strategische Rolle im Portfolio
    Institutionelle Investoren wie spezialisierte Nachhaltigkeitsfonds sehen den Hauptmehrwert des Holz- und Hybridbaus weniger in Mieten als in ökologischen Vorteilen, der Reduktion von Stranded-Asset-Risiken und einer robusten ESG-Positionierung. Im Bestand punktet Holzbau insbesondere bei Aufstockungen und Nachverdichtung, wo seine Leichtigkeit und Vorfertigung zu überlegenen Gesamtwirtschaftlichkeiten führen. Für renditeorientierte Anlegerinnen und Anleger lohnt sich Holzbau daher vor allem dort, wo Prozessvorteile, ESG-Strategie und Standortqualität zusammenwirken.

  • Innovative Materialien im Bau

    Innovative Materialien im Bau

    Leichtbeton in einem Guss
    Fertigteile aus selbst entwickeltem Leichtbeton auf Blähglasbasis, die deutlich leichter sind als Normalbeton präsentierte ICSC Beton AG. Gleichzeitig zeigen diese gute Dämmwerte, Frostbeständigkeit und Brandschutz. Aus diesem Material entstehen vorfabrizierte Elemente die Bauabläufe beschleunigen und die Qualität auf der Baustelle erhöhen. Ein Schwerpunkt liegt auf  Leichtbeton-Elemente, die statische Funktion, integrierte Ballastierung und einfache Montage von Solarmodulen kombinieren und so Dachsanierung und Solaraufbau in einem Schritt ermöglichen. Für Fachleute im Publikum wurde deutlich, wie sich Vorfertigung, Leichtbeton und Photovoltaik zu durchdachten Systemlösungen verbinden lassen. Mit weniger Gewicht, weniger Eingriffen ins Dach und mehr Energieertrag pro Quadratmeter.

    Klimaneutraler Beton auf der Baustelle
    KLARK demonstrierte, wie CO₂-speichernder Beton bereits heute im Hochbau eingesetzt wird.  Ohne Mehraufwand für die Baustelle und mit extern geprüfter Klimawirkung. Der Beton basiert auf der Zugabe von Pflanzenkohle aus Restholz, die den Kohlenstoff dauerhaft bindet und pro Kubikmeter hunderte Kilogramm CO₂ im Gefüge des Betons speichert. Technisch verhält es sich weitgehend wie konventioneller Beton. Dieser kann gepumpt oder mit dem Kran verarbeitet werden und bleibt vollständig rezyklierbar. Das gespeicherte CO₂ wird beim Rückbau nicht wieder freigesetzt. Im Speakers Corner wurde klar, für Bauherrschaften und Planende eröffnet dies  die Möglichkeit, mit vertrauten Bauweisen messbare Beiträge zu Netto-Null-Strategien zu leisten, ohne Abläufe und Rollen auf der Baustelle neu erfinden zu müssen.

    Klima-Additive für Putz und Co.
    Ein klimapositive Baustoffe stellte KohlenKraft vor, der die CO₂ dauerhaft im Gebäude binden und gleichzeitig bauphysikalische Vorteile bieten. Herzstück ist ein Klima-Additiv auf Basis von Pflanzenkohle, das in mineralische Baustoffe wie Putze und Beschichtungen eingemischt werden kann und so Bauteile zu langfristigen Kohlenstoffspeichern macht. Neben der CO₂-Speicherung zielen die Systeme auf verbessertes Raumklima und Feuchteregulierung. Ein Argument, das insbesondere bei Sanierungen und hochwertigen Innenausbauten auf grosses Interesse stiess. Die Botschaft an Hersteller, Planer und Bauunternehmen, Klimawirkung lässt sich direkt in bestehende Produkte integrieren, ohne dass sich Verarbeitung und Detailplanung grundlegend ändern müssen. ​In Beton denken, mit Holz bauen
    Im Speakers Corner machte die Technologie TS3 anhand realer Projekte sichtbar, wie vertraute Entwurfslogik und eine neue Holzbautechnik zusammenfinden. Ein wichtiger Schritt, damit grossvolumige Holzbauten vom Pionierprojekt zur etablierten Option werden. Mit einer speziellen Stirnseitenverklebung von Brettsperrholz lassen sich heute grossflächige, zweiachsig tragende Holzdecken mit Stützenrastern bis 8 mal 8 Meter realisieren. Tragstrukturen, die lange dem Stahlbeton vorbehalten waren. Die Platten werden vor Ort über einen Fugenverguss mit Giessharz biegesteif verbunden, sodass unterzugsfreie, punktgestützte Flachdecken aus Holz entstehen, die sich im Entwurf wie Betonflachdecken behandeln lassen. Für Architekten und Ingenieuren eröffnet das grosse Freiheiten bei Grundrissen und späteren Umnutzungen, weil nichttragende Wände flexibel versetzt werden können, während Gewicht, Bauzeit und CO₂-Fussabdruck gegenüber Betondecken deutlich sinken.

  • Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Die PIRMIN JUNG Schweiz AG wird 30 Jahre alt. 1996 wurde sie vom gelernten Zimmermann Pirmin Jung als Ingenieur- und Planungsbüro für Holzbau gegründet. Wie es in einer Mitteilung zum Firmenjubiläum heisst, ist aus dem Ein-Mann-Betrieb mittlerweile ein „KMU mit umfassendem Wissensmanagement, modernen Arbeitsplätzen und einer agilen Organisationsstruktur“ geworden.

    Um bewährte Mitarbeitende zu halten, wurden mit der Zeit neue Standorte aufgebaut – „nicht in Zentren“, wie das Unternehmen betont, „sondern an verkehrstechnisch gut gelegenen, für die Mitarbeitenden lebenswerten und heimatnahen Lagen“. Heute befassen sich über 150 Personen an sieben Standorten in der Schweiz und in Deutschland mit Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Nachhaltigkeitsplanung und zirkulärem Bauen.

    Unter PIRMIN JUNGs Projekten sind den Angaben zufolge immer wieder solche gewesen, „die den Holzbau prägten und teilweise noch heute als Leuchtturmprojekte gelten. Dabei wurden neue Lösungen entwickelt, die heute im Holzbau als Standard gelten.“ Beispielhaft nennt das Unternehmen das Erlebnisbad Aquabasilea in Pratteln BL, das siebengeschossige Haus C13 in Berlin, das 60-Meter-Hochhaus BF1 in Rotkreuz ZG und das Veranstaltungszentrum Knies Zauberhut in Rapperswil-Jona SG.

    In jüngster Zeit sind der neue Firmensitz in Sursee, das Haus des Holzes, als Entwicklungs- und Vorzeigeprojekt für digitales, klimagerechtes und kreislauffähiges Planen und Bauen ebenso hinzugekommen wie sowie zuletzt die Planung für das neue Dock A des Flughafens Zürich, das ab 2030 gebaut wird. Die Jury des Prix SVC Zentralschweiz 2023, den PIRMIN JUNG gewinnen konnte, zeigte sich „besonders vom wegweisenden Bauprojekt Haus des Holzes, welches die Vision der Firma für den Holzbau der Zukunft verkörpert, beeindruckt“.

    Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen sei von jeher tief in den Werten der Firma verankert, wird Pirmin Jung zitiert. „Die Nachfrage nach klimagerechtem und kreislauffähigem Bauen wird zunehmen und da wollen wir ebenfalls tragend mitgestalten.“

  • Holzbau setzt neuen Standard für kantonale Gebäude

    Holzbau setzt neuen Standard für kantonale Gebäude

    Architekt Markus Schietsch hat für seinen Neubau des kantonalen AVS-Gebäudes in Unterentfelden von „Hochparterre“ einen Hase-Architekturpreis in Silber erhalten. Der Preis wurde am 2. Dezember im Zürcher Museum für Gestaltung verliehen. Er würdigt die architektonische Qualität des Gebäudes sowie die konsequente Umsetzung einer nachhaltigen Bauweise.

    Das neue Gebäude mit seinen Labor- und Büroarbeitsplätzen für derzeit 80 Mitarbeitende war am 25. Oktober 2024 nach zweieinhalbjähriger Bauzeit feierlich eröffnet worden. Die Bauarbeiten hatte die Immobilien Aargau geplant und durchgeführt.

    „Die Auszeichnung bestätigt unseren Weg“, wird Regierungsrat Dr. Markus Dieth in einer Mitteilung zitiert. „Der Kanton Aargau investiert in nachhaltige, wirtschaftliche und qualitativ hochwertige Gebäude, die auch dem kosteneffizienten Bauen Rechnung tragen. Ich gratuliere Markus Schietsch und der Abteilung Immobilien Aargau herzlich zu diesem Erfolg.“

    Laut Schietsch zeigt diese Auszeichnung, „dass sorgfältige Planung, klare architektonische Haltung und der Mut zu nachhaltigen Materialien wie Holz heute mehr denn je gefragt sind“. Amtsleiterin und Kantonschemikerin Dr. Alda Breitenmoser betont, dass das neue Gebäude „optimale Arbeitsbedingungen“ für den Verbraucherschutz biete: „Die Architektur unterstützt unsere Arbeitsabläufe, schafft ein angenehmes Raumklima und zeigt, dass moderne Verwaltung ökologisch und funktional zugleich sein kann.“

    Anfang November 2025 ist der neue Sitz des AVS bereits vom Holznetzwerk Pro Holz Aargau für seine Holzbauweise ausgezeichnet worden.

  • Starke Holz-Präsenz beim ‹Swiss Arc Award› 2025

    Starke Holz-Präsenz beim ‹Swiss Arc Award› 2025

    Am 30. Oktober würdigte die Jury unter über 400 Einreichungen die besten Bauten des Jahres. Die Auszeichnung, vergeben im Trafo Baden vor über 500 Gästen aus Architektur und Bauwirtschaft, unterstreicht die gestalterische Vielfalt und technische Reife der Schweizer Planungskultur. Mit dem Lifetime Achievement Award wurden Kaschka Knapkiewicz und Axel Fickert geehrt, deren Werk die hiesige Architektur über Jahrzehnte entscheidend mitgeprägt hat.

    Nachhaltigkeit und Funktionalität
    Das Bürogebäude Hortus in Allschwil von Herzog & de Meuron überzeugte in der Kategorie «Arbeit, Produktion & Infrastruktur» durch konsekten Klimaschutz und Materialintelligenz. Ebenfalls von Herzog & de Meuron stammt das neue Universitäts-Kinderspital Zürich, Siegerprojekt in der Kategorie «Bildung & Gesundheit». Sein horizontaler Aufbau schafft helle, offene Wege und eine neue Typologie des Spitalbaus, die Funktionalität mit Menschlichkeit verbindet.

    Holz als gestalterisches Leitmotiv
    Im Bereich «Wohnen» gewann die Wohn- und Gewerbesiedlung Guggach in Zürich von Donet Schäfer Reimer Architekten. Mit klimaoptimiertem Beton und Holzbauelementen wird gezeigt, wie nachhaltige Baustoffe konstruktiv und ästhetisch zusammenspielen können. Den erstmals vergebenen Preis für Innenarchitektur erhielten Andreas Fuhrimann und Gabrielle Hächler für den sensiblen Umbau eines Reihenhauses in Gockhausen. Holz durchzieht dort Oberflächen, Möbel und Konstruktion, als verbindendes Element und emotionaler Träger von Raumqualität.

    Publikumspreis für Mehrzweckbau im Lavaux
    Das Mehrzweckgebäude in Forel von Samir Alaoui Architectes gewann den Publikumspreis. Durch das Stapeln von Industrie- und Wohnnutzung entsteht eine architektonische Einheit mit hoher räumlicher Intelligenz. Die Holzkonstruktion unterstreicht auch hier, dass nachhaltiges Bauen und architektonische Ausdruckskraft kein Gegensatz sind.

    Der Swiss Arc Award 2025 bestätigt, Holz ist nicht nur Baustoff, sondern Ausdruck einer neuen Verantwortungskultur im Schweizer Bauwesen.

  • Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Die Idee beruht auf einem gezielten Umbau der Mikrostruktur von Holz. Ausgangspunkt bleiben die natürlichen Hauptbestandteile. Cellulose, die als faserige Trägerstruktur für Zugfestigkeit sorgt, und Lignin, das als natürlicher Klebstoff die Fasern zusammenhält. Im Herstellungsprozess wird ein Teil des Lignins chemisch entfernt, wodurch die Zellulose dicht zusammengepresst werden kann. Das Ergebnis ist ein extrem kompaktes, fasergerichtetes Material mit hoher Dichte und vergleichsweise geringem Gewicht.

    Tests zeigen, dass Superwood rund zwölfmal stärker als unbehandeltes Holz ist und in bestimmten Kombinationen sogar eine höhere Zugfestigkeit als Stahl erreichen kann. Gleichzeitig bleibt der Werkstoff biologisch abbaubar und basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff. Ein seltener Spagat zwischen Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

    Anwendungen im Bauwesen
    Für den Bausektor könnte Superwood zum Gamechanger werden. Seine Kombination aus Leichtigkeit, Tragfähigkeit und umweltfreundlicher Herkunft macht es für tragende Strukturen, Fassadensysteme oder modulare Leichtbauelemente interessant. Das Material lässt sich verarbeiten wie Holz, zeigt aber bessere Resistenz gegen Feuchtigkeit und Verformung.

    Inventwood arbeitet mit Bau- und Architekturpartnern an Pilotprojekten, etwa für vorgefertigte Wandsysteme oder hybride Holz-Beton-Konstruktionen. Auch im Infrastrukturbereich beispielsweise für Brücken, Dächer oder transportable Bauten, sehen Forschende grosses Potenzial.

    Auf dem Weg zur industriellen Nutzung
    Der Weg vom Labor zur Massenproduktion war lang. Die anschliessende Ausgründung Inventwood machte daraus ein marktfähiges Produkt. Entscheidend war die Skalierbarkeit des Verfahrens, das sich inzwischen auf grosse Holzelemente anwenden lässt.

    Das Unternehmen sieht in Superwood eine nachhaltige Alternative zu emissionsintensiven Materialien wie Stahl, Aluminium oder Beton. Die Herstellung benötigt weniger Energie und das gebundene CO₂ bleibt im Material gespeichert. Damit könnte Superwood einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauwesens leisten.

    Holz als Hightech-Material
    Mit der Industrialisierung von Superwood schliesst sich ein Kreis zwischen traditionellem Baustoff und moderner Materialwissenschaft. Aus gewöhnlichem Holz wird ein Hochleistungsstoff, der sich in puncto Stabilität und Nachhaltigkeit neu definiert.

    Sollte das Material in grösserem Massstab verfügbar werden, könnte es den internationalen Holzbau grundlegend verändern, von urbanen Hochhäusern bis zu modularen Infrastrukturen. Die Zukunft des Bauens bleibt aus Holz, nur intelligenter.

  • Tradition trifft Innovation bei Fassadensanierung in Davos

    Tradition trifft Innovation bei Fassadensanierung in Davos

    Das 1900 als Luxus-Sanatorium eröffnete Hotel Schatzalp in Davos hat mit Unterstützung von Architekturforschenden der ETH Zürich eine neue Fassade erhalten. Gebaut wurde mit digitalen Hilfsmitteln. Den Auftrag zur Umsetzung erhielten gemäss einer Mitteilung der ETH das ansässige Holzbauunternehmen Künzli Davos AG und das auf Augmented-Reality-Technologie spezialisierte Instructive Construction AG (Incon.ai). Incon.ai ist eine Ausgründung der ETH und hat seinen Sitz im Technopark Zürich.

    Die Entwürfe für die Neuinterpretation hat ein Team um Silke Langenberg, Professorin für Konstruktionserbe und Denkmalpflege an der ETH Zürich, und die Architekturprofessoren Fabio Gramazio und Matthias Kohler am ETH-Departement Architektur entwickelt. Die Aufgabe an die Architekturforschenden war es, das Erscheinungsbild zu erhalten und digitale Technologien in traditionelles Handwerk und in Betriebsabläufe zu integrieren. „Basierend auf der Entwurfslogik des Alten haben wir die Balustraden neu interpretiert“, wird Fabio Gramazio zitiert.

    Matthias Kohler sieht darin eine „grundlegende Veränderung der Art und Weise, wie man baut“. Das Digitalmodell ersetze den Doppelmeter bei klassischen Konstruktionsverfahren. Das mittels Augmented Reality geschaffene Digitalmodell vereinfache die Planung für Handwerkerinnen und Handwerker und der Mensch bringe seine Fingerfertigkeiten und Intuition ein. Wie Kohler betont, behalte der Mensch unverändert die Kontrolle über den Prozess.

    Die Holzbalustraden an dem Gebäude waren in die Jahre gekommen und hätten heutige Sicherheitsstandards nicht mehr erfüllt, heisst es zur Begründung. Zudem sei das typische Erscheinungsbild der Schatzalp mit den geschlossen über die Südfassade angebrachten Loggien durch zahlreiche Veränderungen beeinträchtigt gewesen.

  • Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Berner Fachhochschule und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine umfangreiche Versuchsreihe durchgeführt. Ziel dieser Untersuchungen war es laut einer Mitteilung, eine Statiklücke im Holzbau zu schliessen. Mit vielfachen Tests und mathematischen Modellen sollten Erkenntnisse zur Horizontallast von Holzrahmenbauten gewonnen werden.

    „Wir untersuchen die horizontale Aussteifung von Gebäuden mit Holzrahmenbauwänden, die Fensteröffnungen enthalten“, wird Nadja Manser, Projektleiterin an der Empa, in der Mitteilung zitiert. „Weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern gibt es heute eine Regelung dazu, wieviel Horizontallast eine Holzrahmenwand trägt, wenn sie eine Fensteröffnung enthält.“

    Um diese Daten zu erhalten, führten die Forschenden in der Bauhalle der Empa zahlreiche Experimente mit zweigeschossigen und eingeschossigen Wänden durch, die jeweils zwei Fensteröffnungen enthielten. Dazu wurden die Horizontalbalken mit einer Last von über 100 Kilonewton belastet.

    Aus einer Vielzahl erhaltener Daten soll in einem weiteren Schritt ein für Bauingenieure einfach zu berechnendes Computermodell erstellt werden, mittels dessen Statikberechnungen für Holzrahmenbauten realisiert werden können. Während des gesamten Projekts arbeiten die Forschenden mit Partnern aus der Industrie wie Swiss Timber Engineers, Holzbau Schweiz oder Ancotech AG zusammen. Ein Ziel ist unter anderem das Einsparen von teuren und arbeitsintensiven Stahlverankerungen sowie bislang notwendigen Betonkernen.

  • Effizienz im Holzbau dank Statik

    Effizienz im Holzbau dank Statik

    Holzrahmenbau punktet als nachhaltige Alternative zu Beton. In der statischen Planung stellt sich jedoch ein Problem. Wände mit Fenstern galten bislang als „statistisch unsichtbar“, da belastbare Daten zum Tragverhalten fehlten. Planung, Materialeinsatz und Kosten litten darunter.

    Grossversuche für mehr Material- und Kosteneffizienz
    Um diese Wissenslücke zu schliessen, starteten Empa, die Berner Fachhochschule und die ETH Zürich ein gemeinsames Forschungsprojekt, unterstützt vom BAFU und Industriepartnern. In der Bauhalle der Empa werden Holzwände gezielt extremen Horizontallasten ausgesetzt, dabei entstehen wertvolle Daten zur Belastbarkeit von Wänden mit Fensteröffnungen. Ziel ist, die horizontalen Aussteifungswerte solcher Elemente künftig verlässlich im Ingenieuralltag zu nutzen.

    Weniger Beton, mehr Holz
    Die Erkenntnisse fliessen in ein neues, einfaches Computermodell ein. Die ersten Resultate zeigen, auch Wände mit Fenstern tragen bedeutend zur Aussteifung bei. Das reduziert den Bedarf an Stahlverankerungen sowie Betonkernen und senkt Material-, Zeit- und Kostenaufwand im Holzbau. Perspektivisch entstehen dadurch wirtschaftlichere und ökologischere Bauten.

    Kooperation von Forschung und Industrie
    Die Praxistauglichkeit des neuen Modells steht im Fokus. Im engen Dialog mit Industriepartnern wird das komplexe Forschungsmodell in eine anwendbare Lösung für die Planungspraxis übersetzt. Damit profitieren Planende, Investoren und Bewohner gleichermassen.

    Mit neuen Testverfahren und Berechnungsmodellen für Fensterwände bringt das Forschungsprojekt den Holzbau einen Schritt weiter, zu mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Innovationskraft.

  • Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Die Herzog-Elmiger AG hat ihren neuen Standort in Obernau bei Kriens offiziell in Betrieb genommen. Zuvor hatte der Holzwerkstoffhandel seinen Sitz 65 Jahre lang an der Langsägestrasse in Kriens. Die Suche nach einem neuen Firmengelände war notwendig geworden, weil die Familie für das Autobahnprojekt Bypass Luzern vom Bundesamt für Strassen enteignet worden sei, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Zeitgleich mit der Neueröffnung beging das Familienunternehmen am 23. und 24. August 2025 auch sein 120-jähriges Jubiläum. Die Geschwister Melanie und Michael Herzog haben den Betrieb 2022 vom Vater André Herzog übernommen und führen ihn nun in fünfter Generation.

    Die Kundschaft, Partnerinnen und Partner, die Nachbarschaft und die Öffentlichkeit konnten sich den Angaben zufolge bei geführten Rundgängen Einblicke in den 10’190 Quadratmeter grossen Holzneubau der Firma und ihr Geschäft verschaffen – vom vollautomatisierten Flächenlager über das Furnierlager mit besonderen Hölzern und die neue Ausstellung bis hin zur Photovoltaikanlage auf dem Dach, die pro Jahr rund 336 Tonnen CO2 einspart.

    Besonders hätten die zwölf Meter hohe Halle, ihre Tragkonstruktion aus Schweizer Holz und der Blick in die Logistik beeindruckt, wo täglich bis zu 200 Tonnen Waren bewegt werden. Grosses Interesse hätten auch die Räume geweckt, die für die Mitarbeitenden geschaffen wurden: ein Aktivraum, ein mit einheimischem Arvenholz ausgestattetes Zimmer zur Erholung, eine Terrasse mit grossem Grill und eine Kaffeebar.

    „Mit diesem Neubau haben wir die Chance genutzt, unser Unternehmen zukunftsorientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln“, wird Michael Herzog zitiert. „Hier haben wir Raum für Innovation und gleichzeitig eine starke Verbindung zu unserer Tradition.“

  • Holzgigant und Wahrzeichen des ESAF 2025

    Holzgigant und Wahrzeichen des ESAF 2025

    Die Idee entstand 2021 im „Säntis Innovations-Cluster Holz“. Aus der „Holzvision Max“ wurde ein Grossprojekt, an dem über 220 Firmen und Institutionen beteiligt sind, unterstützt von einem Patronatskomitee mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Tourismus und Sport. Rund 1000 Fachkräfte aus Waldwirtschaft, Holzindustrie, Holzbau und Schreinerei arbeiteten mit, darunter viele Lernende, die in überbetrieblichen Kursen einzelne Elemente fertigten. Das Holz,  vorwiegend Fichte und Tanne, stammt aus Schweizer Wäldern, im Rahmen regulärer Forstnutzung.

    Technik und Konstruktion
    Für die Stabilität sorgen Stützen und Fachwerke im Rumpf und in den Beinen. Das Gerippe ist teilweise mit Brettschindeln gedeckt, während die Wandelemente offen gestaltet sind. Allein 18’727 Schrauben wurden verbaut. Das Tragwerk besteht aus 40 Kubikmetern Brettschichtholz, ergänzt durch Rundholz aus dem Toggenburg. Das Projekt ist auf eine Lebensdauer von bis zu 25 Jahren ausgelegt.

    Finanzierung und Kooperation
    Die Gesamtkosten liegen bei rund 4 Millionen Franken. Dank der breiten Unterstützung aus der Branche, in Form von Materialspenden, Arbeitsleistung und finanzieller Beteiligung, ist das Projekt gesichert. Für die Nachnutzung wird ein Käufer gesucht. Der Restwert beträgt rund 1,3 Millionen Franken, hinzu kommen Kosten für Lagerung und Wiederaufbau.

    Touristische Perspektiven
    Nach dem ESAF könnte Muni Max in Tourismusdestinationen wie Elm, Braunwald oder Herisau aufgestellt werden. Geplant ist, ihn begehbar zu machen mit Treppen, Lift, Ausstellungsflächen und einer Aussichtsplattform. So soll er nicht nur als Symbol für Schweizer Holz und Handwerk, sondern auch als nachhaltiger Besuchermagnet dienen.

    Symbol für die Branche
    Muni Max ist mehr als ein Blickfang. Er zeigt, wie die Schweizer Holzwirtschaft Tradition und Innovation verbindet, die regionale Wertschöpfungskette stärkt und junge Fachkräfte in ein ambitioniertes Projekt einbindet. Am ESAF in Mollis wird er das eigentliche Stadion, mit 56’500 Plätzen das grösste temporäre Stadion der Welt, optisch überragen.

    Mit Muni Max hat die Schweizer Holzbranche ein Projekt geschaffen, das weit über den Anlass hinausstrahlt, ein starkes Zeichen für Handwerkskunst, Zusammenarbeit und die Zukunftsfähigkeit eines traditionsreichen Rohstoffs.

  • Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Das Circular Time Lab der Hochschule Luzern bringt Theorie und Praxis, Entwurf und Handwerk, Lehre und Stadtentwicklung zusammen. Es ist ein interdisziplinäres Projekt des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur und des Architekturstudiengangs der HSLU. Gemeinsam mit Lernenden aus Holzbaubetrieben der Region entwickeln die Studierenden Strukturen, die nicht nur architektonisch ansprechend, sondern auch vollständig wiederverwendbar sind.

    Der Fokus liegt beim gemeinsamen Lernen und Gestalten. Die Studierenden gewinnen Einblick in handwerkliche Abläufe und technische Möglichkeiten, während die Lernenden an Entwurfsprozessen teilhaben. Das Resultat ist ein tiefes Verständnis für ressourcenschonendes Bauen, das Kreisläufe schliesst und Materialwert bewahrt.

    Architektur zum Erleben – mitten in Luzern
    Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind seit Juni 2025 an zwei zentralen Orten im Kanton Luzern erlebbar, auf dem Inseli beim Bahnhof und beim Viscosi-Areal in Emmenbrücke. Dort laden luftige Holzbauten mit farbenfrohen Stoffen zum Verweilen, Beobachten und Innehalten ein. Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen und regen gleichzeitig zum Nachdenken an.

    Die Strukturen sind dabei mehr als nur ästhetische Interventionen im Stadtraum. Sie sind gebaute Statements für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt. Ihre offene Gestaltung lädt Menschen zum Dialog ein und macht Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar. Der «Luzerner Sommer» wird damit zum Experimentierfeld für eine Architektur, die nicht auf Dauer zielt, sondern auf Wirkung.

    Kreislauf statt Rückbau
    Im Circular Time Lab steht die Wiederverwendung im Zentrum. Die Holzpavillons sind nicht als Einmalbauten konzipiert, sondern als temporäre Strukturen mit Zukunft. Bereits beim ersten Aufbau wurde auf bestehende Holzbauteile zurückgegriffen. Alle Verbindungen sind lösbar, alle Masse erhalten. Im Herbst 2025 folgt der Rückbau, 2026 entsteht aus denselben Elementen ein neuer Pavillon mit neuer Funktion.

    Dieser iterative Ansatz ist nicht nur ressourcenschonend, sondern schult auch das planerische Denken. Denn zirkuläres Bauen verlangt Kreativität und Präzision. Wie fügt sich ein alter Balken in einen neuen Entwurf? Wie schafft man Schönheit ohne Verschwendung? Diese Fragen begleiten die Teilnehmenden des Circular Time Labs während des gesamten Prozesses und stärken ihre Kompetenzen für das nachhaltige Bauen von morgen.

    Teil eines internationalen Netzwerks
    Das Luzerner Projekt ist in das europäische Forschungsprogramm BAUHALPS, Building Circular in the Alps eingebettet. 13 Partnerinstitutionen aus sechs Ländern entwickeln darin gemeinsam neue Strategien für zirkuläres Bauen im Alpenraum. Das Circular Time Lab dient dabei als lebendiges Reallabor. Ein Ort für Experimente, für Austausch, für angewandte Forschung.

    Die Kooperation eröffnet den Studierenden und Lernenden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch internationale Netzwerke. So wird aus einem lokalen Holzbauprojekt ein Baustein für den transnationalen Wandel, ein Impuls, der weit über Luzern hinausstrahlt.

    Zukunft beginnt im Kleinen
    Die Holzstrukturen des Luzerner Sommers mögen auf den ersten Blick klein wirken. Doch sie tragen grosse Ideen in sich, Zusammenarbeit, Kreislaufwirtschaft, Bildung und Verantwortung. Das Circular Time Lab zeigt, wie nachhaltiges Bauen in der Ausbildung verankert und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden kann. Denn wer Materialien wiederverwenden will, muss zuerst Ideen neu denken.

  • Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Die kantonale Plattform der Berner Wald- und Holzwirtschaft, Lignum Holzwirtschaft Bern, will das Bewusstsein für den Wald fördern und die Nachfrage nach einheimischem Holz fördern. Um Behörden und Verwaltungen die nachhaltige Waldnutzung zu ermöglichen, hat der der Zusammenschluss aus Berner Waldbesitzern, dem Bernischen Sägereiverband, der Holzbau Schweiz Sektion Bern und Berner Oberland, dem Schreinermeisterverband Bern und Berner Oberland und Holzenergie Kanton Bern unter dem Titel «Wald und Holz Kompass» eine Reihe von Broschüren publiziert. Die praxisnahen Unterlagen wurden mit Unterstützung der Wyss Academy for Nature erarbeitet, informiert Lignum Holzwirtschaft Bern in einer Mitteilung.

    Die Reihe «Wald und Holz Kompass» ist in eine Übersichtsbroschüre und drei themenspezifische Broschüren gegliedert. Die Übersichtsbroschüre trägt den Titel «Wald und Holz Kompass für Berner Regionen». Die drei themenspezifischen Broschüren setzen sich mit regionalem Holz in öffentliche Bauten, effizienten Strukturen der Waldwirtschaft und finanziellen Anreizen zur Sicherstellung gewisser Waldleistungen auseinander. Alle Broschüren können unter lignumbern.ch/wald-holz-kompass/ heruntergeladen werden.

    Das Mandat für Lignum Holzwirtschaft Bern wird von Volkswirtschaft Berner Oberland betreut.

  • Hightech Holzbau trifft Handwerk

    Hightech Holzbau trifft Handwerk

    Holz galt über Jahrhunderte als klassisches Handwerksmaterial. Heute jedoch ist es Träger einer ökologischen und technologischen Revolution im Bausektor. Automatisierung, künstliche Intelligenz und digitale Planung transformieren die Holzbaubranche. Der Mix aus bewährter Zimmermannskunst und moderner Technik ermöglicht es, Projekte schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umzusetzen.

    Hybride Systeme
    Die Holzhybridbauweise nutzt gezielt die jeweiligen Vorteile von Holz und Beton. Dabei werden Tragkonstruktionen aus Brettschichtholz mit bewehrten Betonschichten kombiniert. Solche Verbunddecken ermöglichen grosse Spannweiten, reduzieren das Gewicht und verbessern die bauphysikalischen Eigenschaften. Die Vorfertigung erhöht die Effizienz auf der Baustelle. Beispiele wie der Timber Peak in Mainz zeigen das wirtschaftliche und städtebauliche Potenzial dieser Technik.

    Das Potenzial von durchsichtigem Holz
    Forschende arbeiten an einem Material, das Glas ersetzt, transparentes Holz. Durch Entfernung des Lignins und das Auffüllen der Zellstruktur mit Polymerharz entsteht ein Material, das Licht durchlässt, robust ist und hervorragende Wärmedämmung bietet. Anwendungen reichen von Fenstern über lichtdurchflutete Fassaden bis hin zu gebäudeintegrierten Solarpaneelen. Ideal für energieeffiziente Architektur mit hoher gestalterischer Qualität.

    3D-Druck mit Holz
    Holzfilamente ermöglichen die additive Fertigung kleinerer Objekte mit der Haptik und Optik von Echtholz. Zwar ist diese Technologie für den konstruktiven Holzbau noch nicht geeignet, doch im Bereich des Interior Designs, Modellbaus oder bei individuellen Bauteilen eröffnen sich neue Geschäftsfelder. Der Großformatdruck mit Holzkompositen in Kombination mit Robotik und generativem Design ist bereits in der Entwicklung.

    Holzschaum der Dämmstoff der nächsten Generation
    Mit Holzschaum entsteht ein vollständig biobasierter Dämmstoff, der aus Restholz gewonnen wird. Ohne synthetische Bindemittel gefertigt, bietet er gute Dämmwerte, ist formstabil und lässt sich recyceln. Erste industrielle Anwendungen stehen kurz vor dem Markteintritt. Gerade für Projekte mit Nachhaltigkeitsfokus ist Holzschaum eine zukunftsträchtige Alternative zu klassischen Schäumen.

    Augmented Reality auf der Baustelle
    AR-Technologien bringen digitale Baupläne direkt auf die Baustelle. Mit Tablets oder AR-Brillen können Monteure Bauteilpositionen und Leitungssysteme millimetergenau einsehen. Dies beschleunigt Montageprozesse, vermeidet Fehler und verbessert die Kommunikation zwischen Planungsbüro und Ausführungsteam. Erste Pilotprojekte zeigen klare Zeit- und Kostenvorteile.

    Künstliche Intelligenz als Planungsassistent
    Von der automatisierten Grundrissentwicklung bis zur Qualitätssicherung auf Holzoberfläche. KI findet zunehmend Anwendung im gesamten Bauprozess. Besonders spannend sind Systeme zur Materialoptimierung, die den Verschnitt minimieren und die Nutzung von Reststoffen maximieren. Auch Alterungssimulationen und lernfähige Maschinensteuerungen werden Realität.

    Robotik revolutioniert die Fertigung
    Roboterarme, die fräsen, schrauben und montieren, längst ist das keine Zukunftsmusik mehr. Kollaborative Roboter arbeiten heute Seite an Seite mit Fachkräften. Sie übernehmen schwere oder monotone Aufgaben und steigern die Präzision. Forschungsprojekte in Zürich, Biberach oder Österreich zeigen, dass Roboter im Holzbau wirtschaftlich einsetzbar sind. Die Kombination aus KI, Sensortechnik und Robotik ermöglicht perspektivisch eine nahezu autonome Fertigung.

    Der Holzbau wird zur Investition in die Zukunft
    Der Holzbau von morgen steht für Effizienz, Nachhaltigkeit und gestalterische Vielfalt. Für Investoren und Projektentwickler bietet er Chancen, Immobilien wirtschaftlich und zukunftssicher zu realisieren. Besonders dort, wo ESG-Kriterien, Bauzeit und Standortqualität über den Markterfolg entscheiden. Der intelligente Holzbau ist mehr als ein Trend, er ist ein strategischer Vorteil für den Standort Schweiz.

  • Haus des Holzes in Sursee zeigt die Zukunft

    Haus des Holzes in Sursee zeigt die Zukunft

    Mit sechs Geschossen aus Holz, ergänzt durch eine vielfältige Nutzung mit Büros, Wohnungen und Gemeinschaftsräumen, demonstriert das Haus des Holzes eindrucksvoll die Potenziale des modernen Holzbaus. Die gesamte Konstruktion, abgesehen vom Untergeschoss, besteht aus Schweizer Holz, von dem 94 Prozent aus heimischen Wäldern stammen. Der Baustoff wächst innerhalb von nur 80 Minuten nach, ein starker Beleg für die ökologische Tragfähigkeit regionaler Ressourcen.

    Kreislaufdenken konsequent umgesetzt
    Das Gebäude ist so konzipiert, dass künftige Generationen es rückbauen und die eingesetzten Bauelemente weiterverwenden können. Diese Kreislauffähigkeit ist für Betriebe im Holz- und Baugewerbe ein zentraler Innovationsimpuls, der Nachhaltigkeit in der Praxis greifbar macht und sich zunehmend auch als Verkaufsargument gegenüber einer klimabewussten Kundschaft behauptet.

    Digitale Methoden als Motor für Effizienz
    Eine Besonderheit des Projekts liegt im konsequenten Einsatz digitaler Planungsmethoden. Mittels Building Information Modeling wurde das gesamte Gebäude modelliert, geplant und umgesetzt. Handwerksbetriebe arbeiteten direkt mit digitalen Modellen auf mobilen Geräten, eine Vorgehensweise, die Materialeinsatz, Baukoordination und Effizienz auf ein neues Niveau hebt.

    Regulatorische Freiheit als Innovationsvorteil
    Die Schweiz bietet mit praxisnaher Ausbildung, materialunabhängigen Brandschutznormen und flexiblen SIA-Richtlinien ein ideales Umfeld für den Fortschritt im Holzbau. Diese Rahmenbedingungen ermöglichen es Ingenieurinnen und Ingenieuren, kreative Lösungen zu entwickeln, die anderswo durch starre Normen gebremst würden.

    Weltweite Vorreiterrolle im Blick
    Das Projekt versteht sich als Impulsgeber für die internationale Holzbauzukunft. Mit Know-how, Innovationsgeist und der intelligenten Nutzung digitaler Werkzeuge positioniert sich die Schweiz als globaler Taktgeber. Sichtbar auch im grössten laufenden Projekt, dem geplanten Dock A am Flughafen Zürich, bei dem die Firma Pirmin Jung Schweiz massgeblich an der holzbasierten Planung beteiligt ist.

  • Ressourceneffizient bauen mit Holz

    Ressourceneffizient bauen mit Holz

    Die manuelle Herstellung von Holzschindeln im Alpenraum hat Forschende der Empa und der ETH Zürich zu einem neuartigen Ansatz inspiriert. Sie entwickelten ein Verfahren, bei dem Holzstäbe aus gespaltenem Holz zu Werkstoffplatten verarbeitet werden. Im Gegensatz zur herkömmlichen Verarbeitung kann dabei auch Laubholz niedriger Qualität verwendet werden. Ziel ist es, Platten mit mechanischen Eigenschaften herzustellen, die denen von Massivholz nahekommen.

    Energie- und Materialeffizienz durch spanlose Verarbeitung
    In der traditionellen Schindelproduktion werden Holzstämme entlang der Faser gespalten. Ein Verfahren mit minimalem Energieaufwand und praktisch ohne Abfall. Dieses Prinzip wird nun auf industrielle Anwendungen übertragen. Durch einen zweistufigen Spaltprozess und eine neu entwickelte Vorrichtung mit mehrschneidigem Spaltkopf können mehrere Holzstäbe gleichzeitig produziert werden, auch aus Laubholzarten, die bislang überwiegend verbrannt wurden.

    Künstliche Intelligenz für die Holzsortierung
    Ein zentrales Element des neuen Verfahrens ist der Einsatz künstlicher Intelligenz zur Bewertung der Holzstäbe. Eine Linienkamera erfasst hochauflösende Bilder jedes Stabs, die von einem neuronalen Netzwerk analysiert werden. So lassen sich wichtige Eigenschaften wie Steifigkeit unabhängig von Holzart, Form oder Grösse ermitteln. Diese datenbasierte Selektion soll künftig eine gezielte Anordnung der Stäbe ermöglichen, um die mechanischen Eigenschaften der Platten weiter zu optimieren.

    Platten für tragende Bauteile mit Potenzial
    Bereits ohne Sortierung zeigen die ersten Demonstratoren eine hohe Ressourceneffizienz und gute mechanische Eigenschaften. Die Forschenden sehen in dem Verfahren grosses Potenzial für tragende Bauteile im Bauwesen. Herausforderungen bestehen derzeit noch bei der Verklebung, der Skalierung und der Vorhersagbarkeit der Materialeigenschaften. Dennoch bietet das Verfahren eine aussichtsreiche Perspektive für den Einsatz von Holz in einer sich wandelnden Bauwirtschaft.

    Forschung wird strategisch gebündelt
    Das Projekt ist Teil der Initiative «Mainstreaming Wood Construction», die den verstärkten Einsatz von Holz im Bau fördert. Im Zuge dessen ist ein neues Forschungszentrum geplant. Das «Center for Wood Materials and Structures» soll die Kompetenzen von Empa und ETH Zürich bündeln und neue Impulse für die Holzverarbeitung entlang der gesamten Wertschöpfungskette setzen.

  • 75 Jahre Schweizer Nachhaltigkeit

    75 Jahre Schweizer Nachhaltigkeit

    Die Veranstaltung wird in enger Zusammenarbeit mit den Strüby Unternehmungen organisiert, die Hauptsponsor dieser Veranstaltung ist. Der Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Entwicklung in der Schweiz, ein Bereich, in dem sich die Strüby Unternehmungen auszeichnen, da sie mit Schweizer Holz arbeiten, einem der nachhaltigsten Baumaterialien überhaupt. FIABCI-SUISSE und die Strüby Unternehmungen  freuen sich sehr, gemeinsam ihr jeweiliges über 75-jähriges Bestehen zu feiern!

    Der Verband FIABCI-SUISSE agiert als Drehscheibe und Informationsdienstleister für die Schweizer Immobilienwirtschaft in vorwiegend internationalen Belangen. FIABCI-SUISSE ist ein Dach für alle Schweizer Organisationen mit internationalem Immobilienbezug. Dabei ist der internationale Verband thematisch ungebunden und wirtschaftlich unabhängig

    Als Gesamtleistungsanbieterin mit Schwerpunkt Holz vereinen die Strüby Unternehmungen Entwicklung, Planung und Holzbau unter einem Dach. Dies bildet eine wichtige Voraus­setzung, um mehrgeschossige Bauten sowie Grossprojekte effizient und präzise umzusetzen. Die Firma Strüby ist die schweizweit führende Gesamtleistungsanbieterin mit Schwerpunkt Schweizer Holz.

    PROGRAMM DES TAGES

    10:15 Uhr Treffpunkt vor dem KKL in Luzern und Begrüssung durch FIABCI-SUISSE
    Bustransfer nach Zug mit Abgabe «Strüby’s kleine Zwischenverpflegung»
    11:00 UhrAnkunft in Zug
    Besichtigung Zephyr V-Zug und Alterszentrum Herti
    11:30 Uhr  Bustransfer nach Seewen SZ zum Hauptsitz der Strüby Unternehmungen
    12:00 Uhr Mittagessen in den Räumlichkeiten des Geschäftszentrums Urmiberg (GZU)
    13:30 UhrFührung durch das Geschäftszentrum Urmiberg (GZU), eine Konstruktion von Strüby
    14:00 Uhr Fachkonferenz:
    Die Strüby Unternehmungen – Pius Kneubühler
    Moderne Holzbau-Architektur – Didier Pichonnaz
    Input Holz mit Blick auf NetZero – Andreas Binkert 
    Panel, Fragen und Antworten – Alle
    15:00 UhrBustransfer nach Root LU
    15:30 UhrFührung durch das Produktionszentrum der Strüby Holzbau AG in Root LU
    16:00 UhrAperitif
    16:30 UhrRückfahrt mit dem Bus nach Luzern

    Für weitere Informationen : www.fiabci.ch

  • Haus der Zukunft sichert sich weitere Mieter in Winterthur

    Haus der Zukunft sichert sich weitere Mieter in Winterthur

    Das Projekt Green Spin will die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Dafür wird in Winterthur das Haus der Zukunft mit 100 Prozent Nachhaltigkeit und 100 Prozent Arbeitsqualität gebaut, heisst es auf dem Internetauftritt von Green Spin. Mit der Stiftung Sprachheilschulen im Kanton Zürich hat das Projekt nun seine bereits zweite Ankermieterin gefunden, informiert Green Spin in einer Mitteilung.

    «Green Spin bietet den perfekten Rahmen für innovative Bildungsansätze», wird Peter Felix von Felix Partner Architektur Design, die das Projekt initiiert und entwickelt hat, dort zitiert. «Mit der Stiftung Sprachheilschulen im Kanton Zürich gewinnen wir einen weiteren Mieter, der unser Konzept von Offenheit, Vernetzung und zukunftsweisender Entwicklung ideal ergänzt.» Derzeit ist die Stiftung an vier Standorten in Zürich, Winterthur, Fahrweid im Limmattal und Stäfa aktiv.

    Green Spin hat im vergangenen Jahr seine Baugenehmigung erhalten, der Baustart soll noch in diesem Jahr erfolgen. Der Bezug kann voraussichtlich 2027 erfolgen. Neben der Stiftung hat sich bereits der Freizeitsportanbieter Padelta Räumlichkeiten im Green Spin reserviert.

    Green Spin soll jungen und etablierten Unternehmen ein ideales Umfeld bieten. Das Gebäude ist im modularen Holzbau angelegt und wird über eine Photovoltaikfassade und Windkraft für die eigene Energieversorgung verfügen. Das Projekt sieht neben hellen Arbeitswelten Orte der Begegnung wie einen Dachgarten, einen Hofwald und Marktgassen vor.

  • Graubünden unterstützt digitale Innovation im Holzbau

    Graubünden unterstützt digitale Innovation im Holzbau

    Der Kanton Graubünden fördert die digitale Transformation des Bauprozesses im Elementholzbau. Konkret stellt die Kantonsregierung bis zu 666’131 Franken für das Projekt SmartFlow System der QUADRIN AG bereit. Das zu Uffer in Surses gehörende Holzbausystem QUADRIN ermöglicht die Erstellung von an individuelle Wünsche angepasste Holzbauten aus modularen Bauteilen.

    Uffer will QUADRIN digitalisieren, um «der steigenden Nachfrage an vermehrt grossvolumigen Temporärbauten gerecht zu werden», erläutert die Kantonsregierung in einer Mitteilung zu ihrem Förderbeschluss. Die Investitionskosten für SmartFlow System insgesamt werden dort auf rund 1,61 Millionen Franken beziffert.

    Im Projekt SmartFlow System will Uffer bereits vorhandene digitalisierte Elemente seines modularen Systems wie die Planung der Bauteile und die Ansteuerung der Produktionsmaschinen miteinander verbinden und durch weitere digitale Elemente ergänzen. Dafür plant das Unternehmen, digitale Werkzeuge zur Prozesssteuerung, Qualitätssicherung und Effizienzsteigerung einzuführen. Zur Minimierung von Fehlern im Bauprozess ist zudem der Einsatz von Mixed Reality geplant, bei der natürliche und künstliche Wahrnehmung verbunden werden.

    Nach Ansicht der Regierung des Kantons Graubünden bringt das Projekt «einen innovativen, nachhaltigen Ansatz in die Baubranche», der als Vorbild für zukünftige Prozessentwicklungen dienen und weitere Mitglieder der Branche dazu motivieren könne «ähnliche Initiativen anzustossen». Die Mittel für die QUADRIN AG werden nach dem Gesetz zur Förderung der digitalen Transformation in Graubünden bereitgestellt.

  • Mit Holz und Lehm in die Zukunft

    Mit Holz und Lehm in die Zukunft

    Holz und Lehm, zwei bewährte Baustoffe, stehen im Mittelpunkt des „Think Earth – Regeneratives Bauen“ Projekts. Unter der Leitung der ETH Zürich und in Zusammenarbeit mit der Empa sowie weiteren Hochschulen und Industriepartnern werden moderne Bautechniken entwickelt, die die Umweltbelastung im Bauwesen reduzieren. Während Holz für Tragfähigkeit und Steifigkeit sorgt, bringt Lehm zusätzliche Masse, die zur Wärmeregulierung, Brandsicherheit und Schwingungsdämpfung beiträgt.

    Wiederverwendbare Holzverbindungen stärken die Kreislaufwirtschaft
    Um Holz nachhaltig zu nutzen, muss die Wiederverwendbarkeit erhöht werden. Derzeit liegt sie bei nur 10 Prozent. Das Projekt zielt darauf ab, diesen Wert auf 90 Prozent zu steigern, indem effiziente, flexible Holzverbindungen entwickelt werden. Forschende der Empa und ETH Zürich arbeiten an Methoden zur einfachen Demontage von Holztragwerken und entwickeln digitale Werkzeuge, die die Wiederverwendung von Holzbauteilen fördern.

    Rissfreie Lehmbauweisen durch grüne Zusatzstoffe
    Lehm ist nahezu unbegrenzt verfügbar und hat eine hervorragende CO₂-Bilanz. Ein häufiges Problem stellt jedoch das Schwinden beim Trocknen dar, wodurch Risse entstehen. Forschende der Empa und ETH Zürich untersuchen biobasierte und biologisch abbaubare Zusatzstoffe, die das Schwinden verhindern, ohne die Rezyklierbarkeit zu beeinträchtigen. Diese innovativen Zusatzstoffe werden in Zusammenarbeit mit BASF Schweiz AG und Eberhard Bau AG grosstechnisch getestet, um den Einsatz von Lehm im Hochbau zu ermöglichen.

  • Start des EU-Forschungsprojekts TIMBERHAUS zur Förderung des Holzbaus

    Start des EU-Forschungsprojekts TIMBERHAUS zur Förderung des Holzbaus

    Anfang November ist das europäische Forschungsprojekt TIMBERHAUS in Kopenhagen gestartet, informiert die Empa in einer Mitteilung. Sie ist eine der 19 Partnerinnen und Partner aus insgesamt zehn Ländern, die an dem von der EU und dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation finanzierten Projekt zur Förderung des Holzbaus in Europa teilnehmen. Innerhalb von vier Jahren sollen innovative Holzbautechnologien und Konstruktionen entwickelt werden, mit denen die CO2-Emissionen im Bausektor deutlich gesenkt werden können.

    Im Bausektor entstehen 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen, schreibt die Empa. Der Einsatz von Holz könnte hier Abhilfe schaffen. Derzeit werden die zur Hälfte aus Laubholz bestehenden europäischen Waldressourcen aber nur «sehr ineffizient» und auf wenige Arten Nadelholz begrenzt für den Bau genutzt, erläutert Projektkoordinator Anders Kjellow vom Dänischen Technologischen Institut. «Mit TIMBERHAUS versuchen wir, diese Herausforderung zu bewältigen, um die nachhaltige Nutzung von Holz im Bauwesen zu erhöhen.»

    Die Empa trägt zum Projekt mit innovativen Prototypen bei, die mit digitalen Werkzeugen wie maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz erstellt werden. «Die Prototypen werden als praktische Beispiele dafür dienen, wie wir eine breitere Palette von Holzressourcen effektiv nutzen können», wird Empa-Forscher Mark Schubert in der Mitteilung zitiert. «Unser Ziel ist es, dem Bausektor praktikable und leistungsfähige Produkte zur Verfügung zu stellen, die den aktuellen Baustandards entsprechen und gleichzeitig die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft fördern und die europäischen Klimaziele unterstützen.»

  • Ein Doppelkindergarten, der Massstäbe setzt

    Ein Doppelkindergarten, der Massstäbe setzt

    Das Konzept des neuen Kindergartens ist beeindruckend. Das Sockelgeschoss beherbergt neben einer Küche und einem Therapieraum alle notwendigen Flächen für Haustechnik, Lager, Reinigung und Aussengeräte. Durch die zurückgesetzte Bauweise tritt das Sockelgeschoss dezent in Erscheinung und schafft vielfältig nutzbare und vor Witterung geschützte Aussenflächen. Eine barrierefreie Erschliessung wird durch eine neue Wegführung vom Haupteingang am Charlottenweg gewährleistet.

    Auf diesem massiven Sockel erhebt sich das Kindergartengeschoss, das sich in drei «Häuser» mit Zeltdächern gliedert. Jedes dieser «Häuser» dient spezifischen Nutzungen und bietet den Kindern individuelle Haupt- und Gruppenräume. Die architektonische Gestaltung mit den Zeltdächern, die auch im Innenraum ersichtlich sind, schafft eine besondere Atmosphäre, die durch die Kombination aus Boden und «Deckenhimmel» als zusätzliche Raumbegrenzung ein vielschichtiges Raumerlebnis ermöglicht. Eine Galerie in den Hauptzimmern ergänzt den Raum und bietet den Kindern Rückzugs- und Beobachtungsorte.

    Der Neubau wird fast 3 Millionen Franken kosten, wobei das Gebäude selbst rund 2,2 Millionen Franken in Anspruch nimmt. Zusätzliche Kosten fallen für Mobiliar, Umgebungsgestaltung, den Anschluss an die Fernwärme und unvorhergesehene Ausgaben an.

    Ein Projekt mit Weitblick
    Die Architekturbüros Berger Hammann Architekten AG und BRH-Architekten AG haben mit ihrem Entwurf die Jury überzeugt. Die Holzbauweise und durchdachte Raumeinteilung waren ausschlaggebend für die Entscheidung. Das an ein «Waldhüttenensemble» erinnernde Projekt fügt sich perfekt in die naturnahe Umgebung des Charlottenfels ein.

    Die Fertigstellung des neuen Doppelkindergartens ist für den Spätsommer 2025 geplant.

    Neuhausen investiert in die Zukunft
    Die Bevölkerung von Neuhausen wächst stetig durch den Bau neuer Wohnanlagen. Nebst dem Doppelkindergarten Charlottenfels der im Herbst 2025 eröffnet wird sind weitere Schulraumerweiterungen geplant.

    Diese Investitionen in Bildung und Infrastruktur sind klare Signale für die Zukunft Neuhausens. Die Gemeinde setzt auf qualitatives Wachstum und Nachhaltigkeit, um den Anforderungen einer dynamischen Bevölkerungsentwicklung gerecht zu werden.

  • Massgeschneiderte Verfahren unterstützen Brückensanierung in Chur

    Massgeschneiderte Verfahren unterstützen Brückensanierung in Chur

    Die ARGE AS Chur Süd, bestehend aus METTLER PRADER AG und Cellere Bau AG, hat STRABAG im Rahmen der Sanierung der Unterführung Sommerau in Chur mit dem Austausch der Brückenrandträger beauftragt. Die Abteilung Holzbau des Schlieremer Bauunternehmens sollte ein massgeschneidertes Verfahren für die Schalung entwickeln, erläutert STRABAG in einer entsprechenden Mitteilung. „Mit unserer Erfahrung fanden wir die passende Lösung“, wird Dominic Graf, Bauführer Holzbau bei der STRABAG AG, dort zitiert.

    Konkret wurden die Arbeiten durch die knappen Platzverhältnisse erschwert, die unter anderem keine herkömmliche Unterkonstruktion für die Schalung erlaubte. Das Holzbau-Team von STRABAG löste dieses Probleme durch eine Verstärkung der Schalhautplatten mit Flachstahl. In die Zwischenräume wurden Feuerwehrschläuche eingebracht. Die mit Druckluft gefüllten Schläuche halten die Platten während des Betonierens stabil in Position.

    Erste Brückenränder seien inzwischen zur vollen Zufriedenheit der Baumeister vor Ort fertiggestellt worden, heisst es in der Mitteilung. Die weiteren Bauabschnitte werden mit Hilfe der laut STRABAG technisch anspruchsvollen, aber für die Gelegenheit optimal geeigneten Lösung derzeit planmässig umgesetzt.

  • Klimafreundliches Wohnprojekt in Burgdorf setzt neue Maßstäbe

    Klimafreundliches Wohnprojekt in Burgdorf setzt neue Maßstäbe

    Das Wohnbauprojekt Fischermätteli in Burgdorf hat die Arealzertifizierung von Minergiebekommen. Damit wurde laut einer Mitteilung der für die Realisierung zuständigen StrübyUnternehmungen zum ersten Mal ein ganzes Areal gemäss den Anforderungen des Schweizer Baustandards zertifiziert. Das im Herbst 2023 nach dreieinhalb Jahren fertiggestellte Wohnbauprojekt mit zehn Mehrfamilienhäusern erreiche „ein neues Level“ im nachhaltigen Wohnungsbau, so Strüby.

    Das Areal zeichnet sich den Angaben zufolge durch die Nutzung von 6’600 Kubikmetern nachwachsendem Schweizer Holz, zudem durch seinen sehr geringen Energieverbrauch und eine maximale Selbstversorgung mit erneuerbaren Energien. Die Treibhausgasemissionen in Erstellung und Betrieb seien minimiert worden. Ausserdem weisen die Gebäude einen überdurchschnittlichen Hitzeschutz sowie einen kontrollierten Luftwechsel aus. Die Gestaltung des Aussenraums erhöht die Klimaresilienz und die Aufenthaltsqualität, etwa durch geeignete Bepflanzung und Beschattungen. Zum Gesamtkonzept gehört auch ein umweltfreundliches Mobilitätskonzept.

    Dass das klimafreundliche Gesamtkonzept gut ankomme, hat sich schon während der Fertigstellung des Quartiers gezeigt: „Die Nachfrage war derart erfreulich, dass alle Wohnungen bis zum Bauabschluss verkauft werden konnten“, wird Didier Pichonnaz, der Leiter Architektur bei den Strüby Unternehmungen, zitiert.

    Seit 2023 gelten neue Regeln für die Zertifizierung. Anders als bisher kann nicht nur ein einzelnes Gebäude, sondern auch ein ganzes Areal zertifiziert werden.

  • Berner Holzbau und Schreiner planen gemeinsames Bildungszentrum

    Berner Holzbau und Schreiner planen gemeinsames Bildungszentrum

    Die ausserordentliche Generalversammlung von Holzbau Schweiz Sektion Bern (hssb) hat sich laut einer Medienmitteilung nach dem Berner Schreinermeisterverband nun ebenfalls für die Einrichtung eines gemeinsamen Bildungszentrums ausgesprochen. Bereits Ende Mai hatten die Berner Schreiner einen Projektierungskredit von 250‘000 Franken dafür genehmigt. Nun stimmten auch die hssb-Mitglieder einstimmig für einen Kredit in gleicher Höhe.

    «Dieses Projekt wird nicht nur unsere Auszubildenden unterstützen, sondern die gesamte Holzbranche in der Region stärken», wird hssb-Präsident Peter Haudenschild zitiert. «Nach langen Diskussionen innerhalb unseres Verbands freue ich mich, dass wir nun zusammen mit den Zimmerleuten ein zukunftsweisendes Bildungszentrum auf die Beine stellen», so Jürg Rothenbühler, der Präsident des Berner Schreinermeisterverbandes.

    Standort des Berner Bildungszentrums Holz soll Lützelflüh BE werden. «Das Grundstück dort wird uns gehören – das schafft Sicherheit», betont Haudenschild. Die Entscheidung ist den Angaben zufolge auch aufgrund der baulichen und logistischen Möglichkeiten vor Ort gefallen. Das geplante Zentrum soll aus vier Stockwerken bestehen, die Platz für spezialisierte Werkstätten, Schulungsräume und eine gemeinsame Infrastruktur bieten. Das neue Bildungszentrum soll beiden Verbänden möglichst grosse Flexibilität bieten. Ziel sei es, möglichst rasch auf Veränderungen in der Anzahl der Lernenden und den Wandel in der Berufsbildung reagieren zu können.

    Das Bildungszentrum Holz in Lützelflüh soll bis Frühjahr 2028 fertiggestellt sein. Im August 2028 ist der Start der ersten überbetrieblichen Kurse am neuen Standort vorgesehen.

  • Pilotprojekt zur Monetarisierung von Klimaleistung im Bausektor startet

    Pilotprojekt zur Monetarisierung von Klimaleistung im Bausektor startet

    Timber Finance will Bauherren und Investierende in Immobilien ein Instrument zur Verfügung stellen, mit dem sie ihre Klimaleistung bei Holzbauten durch CO2-Speicherzertifikate monetarisieren können. Dazu hat das Zürcher Proptech „weltweit erstmals eine anerkannte Methodologie“ entwickelt, schreibt Timber Finance in einer Mitteilung. Bei der Entwicklung wurde das Unternehmen durch den Migros-Pionierfonds unterstützt.

    In Kürze wird eine Pilotphase zur Erprobung der Methodologie in der Schweiz eingeleitet. An ihr sollen rund 20 innovative Holzbauprojekte teilnehmen. Interessierte können sich online für die Teilnahme bewerben. Neben den Holzbauprojekten nimmt eine Reihe Schweizer Forstreviere an der Pilotphase teil. Sie werden aus den Zertifikatserlösen für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung vergütet. Im kommenden Jahr will Timber Finance die Methodologie auch auf Märkte ausserhalb der Schweiz ausweiten.

    „Wir haben es geschafft, ein Instrument zu entwickeln, das zur Dekarbonisierung des Gebäudesektors beiträgt und durch die Monetarisierung der Klimaleistung neue Werte im Bausektor schafft“, wird Frank Vasek, Verantwortlicher für Carbon Solutions bei Timber Finance, in der Mitteilung zitiert. „Die Erlöse kommen sowohl der Bau- wie auch der Waldseite zugute und schaffen somit einen Anreiz, vermehrt in Holz zu bauen und den Wald klimarelevant zu bewirtschaften.“ Die CO2-Speicherzertifikate können wahlweise auf den CO2-Märkten gehandelt oder in der eigenen CO2-Bilanz angerechnet werden.