Schlagwort: HSLU

  • Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    Eigenheime stehen weiterhin hoch im Kurs

    «Der Traum vom Eigenheim ist bei der Schweizer Bevölkerung weiterhin stark verbreitet», schreibt die Hochschule Luzern (HSLU) in einer Mitteilung. Sie stützt sich dabei auf die aktuelle Ausgabe der Retail Banking-Studie, die jährlich vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der HSLU erstellt wird. Ihr zufolge würden vier von zehn Menschen in der Schweiz gerne eine Immobilie erwerben.

    Das IFZ hat dabei zwei Gruppen von Immobilieninteressierten ausgemacht. Dies sind in der ersten Gruppe mehrheitlich aus den jüngeren Generationen stammende «Dreamer», die ihr erstes Eigenheim suchen. Sie sind dabei vor allem mit finanziellen Problemen konfrontiert. In der zweiten Gruppe sind mehrheitlich Angehörige älterer Generationen zu finden, die bereits über eine eigene Immobilie verfügen. Diese «Zweitkäufer» haben weniger finanzielle Probleme als vielmehr Schwierigkeiten, ein ihren aktuellen Bedürfnissen entsprechendes Objekt zu finden. Beide Gruppen setzten bei der Suche nach dem Eigenheim vor allem auf persönliche Empfehlungen und den Zufall.

    Der Zinssatz spielt sowohl bei der Aufnahme einer neuen als auch bei der Verlängerung einer bestehenden Hypothek eine wichtige Rolle für Eigenheimsuchende. Insbesondere bei einer Verlängerung ist die Bereitschaft zum Wechsel des Hypothekaranbieters gering, drei von zehn Immobilienbesitzenden lehnen sie unabhängig von der Höhe der Zinsdifferenz ab. «Die Hausbank geniesst in vielen Fällen noch immer grosse Loyalität, besonders wenn ein Wechsel mit zusätzlichen Hürden verbunden ist», erläutert Studienleiter Andreas Dietrich in der Mitteilung.

  • Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Die Klimaveränderungen machen insbesondere im Sommer den Städten zu schaffen. «Hitzeinsel» ist zum allgegenwärtigen Thema geworden. Wer grössere Quartiere plant, kann einen Hitzestau jedoch vermeiden. Entscheidend dafür sind eine auf die Umgebung abgestimmte Setzung der Gebäude, die Wahl der Materialien von Fassaden und Aussenflächen, Grünflächen sowie eine geschickte Beschattung. Die Auswirkungen dieser Faktoren sollten eigentlich schon in einer frühen Planungsphase berücksichtigt werden. Dafür allerdings müssten Architektinnen und Architekten Computermodelle beiziehen, die die Auswirkung der entscheidenden Faktoren für einen bestimmten Ort berechnen können. Das Problem der bestehenden Modelle: Die Berechnung ist zeit- und kostenintensiv. Deshalb wird auf ihren frühzeitigen Einsatz meist verzichtet. Die Hochschule Luzern (HSLU) hat nun eine neue interaktive Quartierklima-Modellierung (QKM) entwickelt, die sich auf die phasengerechten Informationen beschränkt und in Sekundenschnelle Resultate liefert. Finanziert wurde das Projekt durch die Stiftung Infinite Elements sowie die HSLU.

    In der Planungsphase muss es schnell gehen
    Für bauliche Grossprojekte bewerben sich Architekturbüros normalerweise in einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren unter hohem Zeitdruck. «Sie müssen eine Vielzahl von Anforderungen in ihrem Entwurf berücksichtigen, eine ist davon das Mikroklima», erklärt Simulations-Experte Prof. Markus Koschenz von der Hochschule Luzern. Hohe Kosten und zweitägige Wartezeiten lägen in dieser kreativen Arbeitsphase für die Architektinnen und Architekten gar nicht drin. Genau dies hätten sie aber bisher in Kauf nehmen müssen, wenn sie die komplexen Berechnungen einbeziehen wollten. Was also, wenn man ein Wettbewerbsprojekt gewinnt und erst dann feststellt, dass die Gebäudesetzung unglücklich gewählt wurde? Die Jury hat sich ja für die vorgeschlagene Lösung entschieden; fundamentale Anpassungen sind in der Phase nach der Juryentscheidung nicht mehr vorgesehen – auch wenn die nachträgliche Berechnung des Mikroklimas dies nahelegen würde. Kurz, das Dilemma ist auf diesem Weg nicht lösbar. Nun machen die wärmeren Sommertemperaturen den Menschen heute schon zu schaffen. Die Erwärmung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird zunehmen, was gerade für ältere Menschen lebensgefährlich sein kann. Und Überbauungen, die jetzt in Planung sind, werden auch in fünfzig Jahren noch stehen. Dies alles bei der Planung zu ignorieren, scheint fahrlässig.

    Resultate in Sekundenschnelle
    «Gefragt ist ein Instrument zur Berechnung des Mikroklimas, das kostengünstiger ist und vor allem sehr schnell Resultate liefern kann», sagt Koschenz. Sein Kernteam mit Andrii Zakovorotnyi, Reto Marek und einem externen Revit-Spezialisten hat dieses Instrument an der Hochschule Luzern entwickelt. Er erklärt: «Bestehende Verfahren benutzen allgemeingültige Instrumente der Computational Fluid Dynamics (CFD). Mit diesen Instrumenten lassen sich von Spezialisten Maschinen entwickeln, Strömungen an Flugzeugen untersuchen oder das Mikroklima in Quartieren bestimmen. Sie sind mächtig aber auch entsprechend aufwändig. Unser Modell konzentriert sich auf den Aspekt des Quartierklimas und wir arbeiten mit schnell rechnenden Algorithmen», begründet Koschenz den frappanten Unterschied in der Berechnungsgeschwindigkeit. So dauert es Sekunden oder höchstens wenige Minuten, bis die Auswirkungen einer Änderung berechnet sind. Das Tool könne ab dem ersten Schritt im Planungsprozess durch die Planenden selbst eingesetzt werden. Man kann damit zum Beispiel mit wenig Aufwand zwei Varianten der Fassadengestaltung oder der Bepflanzung mit Bäumen in einem Innenhof vergleichen. Und dies nicht nur für einen Sommertag, sondern für eine ganze Sommerperiode.

    Überprüfung des Modells mit Messungen
    Die Informationen zu den geplanten Gebäuden, ihrer Position, den verwendeten Materialien oder die Art und Position von Grünflächen und Bäumen bezieht die interaktive Quartierklima-Modellierung aus dem Planungstool Revit, das bereits in Architektur- und Landschaftsplanungsbüros eingesetzt wird. Daraus berechnet das physikalische Modell die Auswirkung von Strahlung, Schatten, Wärmespeicher-Eigenschaften der Materialien, Luftströmung, Vegetation und Tageszeit auf das Quartierklima. Bilder mit Farbskalen zeigen intuitiv verständlich die Resultate an.  

    Den Beweis, dass das Modell richtig funktioniert, hat Koschenz’ Team mit Messungen im Suurstoffi-Quartier in Rotkreuz erbracht und die Resultate auch mit denen bestehender kommerzieller Software verglichen. Koschenz ist mir den Resultaten überaus zufrieden: «Wir können sagen: Die Übereinstimmung sowohl mit den Messungen als auch mit den Ergebnissen anderer Software war hoch. Damit ist unser Tool bei gleicher Genauigkeit viel schneller».

  • Neue Berufe durch Kreislaufwirtschaft?

    Neue Berufe durch Kreislaufwirtschaft?

    Prof. Dr. Stephen Wittkopf, wie findet man eine Wohnung, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut ist? Das wäre im Moment sehr schwierig. In der Schweiz gibt es erst einige wenige Wohnhäuser, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut wurden, in Winterthur zum Beispiel. In der Industrie und bei Bürogebäuden ist man schon etwas weiter.

    Die Idee des Wiederverwendens ist sehr einleuchtend. Warum wird sie nur zögerlich umgesetzt? Weil sich nicht alles, was heute verbaut ist, für die Wiederverwendung eignet. In vielen Gebäuden gibt es so genannte Verbundmaterialien. Das heisst, verschiedene Materialien wie Beton, Holz oder Stahl wurden verklebt. Die kann man nicht einfach trennen. Dadurch entsteht enorm viel Bauschutt. Von all dem Material, das in die Schweiz importiert wird, also Kleider, Computer, Nahrungsmittel und sonstige Gebrauchsgegenstände, ist der weitaus grösste Teil für den Bausektor bestimmt. Das heisst, für Strassen, Brücken und Gebäude. Das ist alles enorm gewichtsintensiv. In der Baubranche besteht deshalb eindeutig am meisten Potential um Material und Energie durch Wiederverwendung einzusparen.

    Geht es in der Kreislaufwirtschaft nur um das Wiederverwenden, oder auch um das Umbauen oder Weiterbauen? Der Begriff der Kreislaufwirtschaft lässt sich tatsächlich so weit fassen, dass er jegliche Wiederverwendung einschliesst. Die Frage, wie man bestehende Gebäude erhalten und umnutzen kann, ist die erste Ebene der Kreislaufwirtschaft. Die zweite Ebene ist die Wiederverwendung von Bauteilen und auf der dritten Ebene geht es um das Rezyklieren und die Wiederaufbereitung von Material.

    Wie müssten Neubauten gestaltet werden, damit die Komponenten Jahrzehnte später wiederverwendet werden können? Die Materialien müssen trennbar und die Bauteile reparierbar sein. Das bedeutet, dass möglichst reine Materialien zentral sind, die nicht zusammenklebt werden, sondern mit Stecken und Schrauben für Stabilität sorgen. Reparierbarkeit ist für die Langlebigkeit der einzelnen Bauteile wichtig. Es darf nicht sein, dass man ein ganzes Fenster wegwerfen muss, nur weil der Fenstergriff nicht mehr funktioniert. Und zuletzt ist eine akribische Dokumentation wichtig, damit später nachvollziehbar ist, welche Materialien sich wo befinden. Im Moment wird das noch nicht genügend festgehalten.

    Bauteile werden kontinuierlich weiterentwickelt; meine Grossmutter hatte Vorfenster, die man abnehmen konnte, heute gibt es Dreifachverglasung. Ist da eine Wiederverwendung in 50 Jahren überhaupt realistisch? Viele Produkte sind heute so gut, dass eine spürbare Verbesserung nur mit deutlich grösserem Aufwand erreicht wird. Und man muss Bauteile ja auch nicht eins zu eines wiederverwenden. Bei Fenstern gibt es ein schönes Beispiel aus dem Kanton Zürich: Ältere, doppelt verglaste Fenster wurden mit einer dritten Verglasung ergänzt; dadurch konnten die so verbesserten Fenster in einem neuen Gebäude wiederverwendet werden.

    Das klingt, als ob die Wiederverwendung von Materialien die Arbeit für Architektinnen und Architekten komplett umstellt. Ja, das bedingt einen radikalen Wandel. Die Arbeit der Architektinnen beginnt nicht mehr auf der grünen Wiese. Sie müssen vorhandene Materialien und die Verfügbarkeit von Produkten in ihr Konzept einbauen. Doch dieser Paradigmenwechsel muss nicht zum gestalterischen oder wirtschaftlichen Hindernis werden; er kann zu einer neuen Formensprache führen.

    Also muss auch die Bauherrschaft im Boot sein. Genau, sie spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle. Die Bauherrschaft kann den Auftrag anders gestalten, und beispielsweise vorgeben, dass nur Gebrauchtmaterialien gesucht werden und auf dieser Grundlage geplant werden soll. Es wird sicherlich ein komplexes Puzzle – aber andere Branchen arbeiten auch mit komplexen und flexiblen Lieferketten. Die Bauwirtschaft hinkt da hinterher.

    Wie sieht es punkto Wirtschaftlichkeit aus? Kann Kreislaufwirtschaft im Bau rentabel sein? Das kann sie, aber nicht ohne Aufwand und nicht von heute auf morgen. Es braucht neue Geschäftsmodelle aber auch finanzielle Förderung, da es sich aktuell um einen Nischenmarkt handelt. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass sich das ändern wird.

    Und wie könnten die neuen Geschäftsmodelle aussehen? Vielleicht mieten wir irgendwann wiederverwertbare Materialen – also Fenster, Türen, Holz oder Beton – anstatt sie zu kaufen. Oder wir konzipieren ein neues Gebäude von Anfang an als Materiallager für spätere Bauten. Das ergibt eine ganz neue Berechnungsgrundlage, weil die Materialkosten nicht gesamthaft amortisieren werden müssen. Die Materialien könnten an Materialbörsen gehandelt werden – das wird in anderen Ländern wie Dänemark übrigens schon gemacht. Vielleicht entstehen dadurch sogar neue Berufe, wie zum Beispiel Bauteiljäger.

    Das klingt spannend. Es verändert also die gesamte Konzeption von Neubauten? Eindeutig. Wird die Zukunft eines Gebäudes mitgedacht, wird es so gebaut, dass es mit möglichst geringem Aufwand umgenutzt werden kann. Die Gesellschaft verändert sich, und mit ihr die Bedürfnisse für Wohnraum. Ein Quartier, das einst für Familien konzipiert wurde, passt Jahrzehnte später eventuell nicht mehr für die Bedürfnisse der mittlerweile alten Generation. Können die Familienwohnungen mit relativ geringem Aufwand in kleinere umgebaut werden, spart man Geld, Material und Energie.

    In welchen Bereichen der Baubranche würden Sie die Schweiz als fortschrittlich bezeichnen? Die Schweiz ist bei der Wiederverwendung von Beton schon recht weit. Heute wird Naturstein oder Kies durch aufbereiteten Bauschutt ersetzt, der ansonsten auf der Deponie landen würde. Nebst Wiederverwendung bringt das den Vorteil, dass Deponiegebühren eingespart werden. Bei grossen Neubauprojekten werden die Baukonzepte zudem immer flexibler. Generell beobachte ich bei den Bauherrschaften ein wachsendes Interesse für Kreislaufwirtschaft. In der Schweiz hat der Kanton Zürich eine Vorreiterrolle. Und wir als Hochschule forschen natürlich zum Thema und haben den Auftrag, eine junge Generation für das Thema zu sensibilisieren, indem wir in unseren Aus- und Weiterbildungen gebrauchten Materialien einen hohen Stellenwert einräumen.

  • Solarbetriebenes Wohnmobil lädt Zugfahrzeug auf

    Solarbetriebenes Wohnmobil lädt Zugfahrzeug auf

    Die Hochschule Luzern (HSLU) hat ein praktisches Beispiel für ein nachhaltiges Leben ohne CO2-Emissionen entworfen: ein Wohnmobil. Der Strom, den der Solar Butterfly in seinem Inneren benötigt, wird von ausklappbaren Solarflügeln produziert. Damit wird auch das elektrische Zugfahrzeug aufgeladen. An der Umsetzung des Projekts sind laut einer Medienmitteilung Studierende um Stephen Wittkopf massgeblich beteiligt. Er leitet den Wissens- und Innovationstransfer am Departement Technik & Architektur der HSLU.

    Der Solar Butterfly wird derzeit nahe Luzern in der Zentralschweiz gebaut. Sein Baumaterial besteht grösstenteils aus Kunststoffabfällen, die im Meer gesammelt und dann umgewandelt werden. Das Wohnmobil ist 10 Meter lang und mit hochgeklappten Sonnenpaneelflügeln 13 Meter breit. Insgesamt bieten sie 80 Quadratmeter Fläche zur Gewinnung von Solarstrom.

    Initiiert wurde das Projekt vom Schweizer Umweltpionier Louis Palmer. Er war vor 15 Jahren der erste Mensch, der die Welt mit einem solarbetriebenen Auto umrundet hat. Ab Mai 2022 wird der Solar Butterfly zusammen mit seinen Passagieren um die Welt reisen. Auf dieser Weltumrundung wollen sie 1000 inspirierende Projekte gegen die Erderwärmung identifizieren, aufzeichnen und sie dann veröffentlichen.

  • Zweitwohnungsgesetz tangiert Immobilienmärkte weniger als erwartet

    Zweitwohnungsgesetz tangiert Immobilienmärkte weniger als erwartet

    Am 12. März 2012 hat die Schweizer Bevölkerung die Zweitwohnungsinitiative angenommen. Das entsprechende Zweitwohnungsgesetz sieht vor, dass in Gemeinden mit mehr als 20 Prozent Zweitwohnungen keine zusätzlichen Ferienwohnungen oder -häuser mehr gebaut werden dürfen. Experten befürchteten, dass mit der Annahme der Initiative die Preise für entsprechende Immobilien in den touristisch geprägten Gebieten explodieren würden.

    Zehn Jahre später hätten sich diese Befürchtungen nicht bestätigt, schreibt die Hochschule Luzern (HSLU) in einer Mitteilung. Forschende der HSLU haben die Auswirkungen des Zweitwohnungsgesetz in zwei Studien untersucht. Den Ergebnissen zufolge sind die Immobilienpreise bis 2018 nicht gestiegen, sondern stattdessen sogar gesunken.

    „Die Annahme der Initiative hat zu einer panikartigen Flut an Last-Minute-Baugesuchen geführt“, wird der Leiter der entsprechenden Studie, Daniel Steffen, in der Mitteilung zitiert. „Dies hat ironischerweise für ein zwischenzeitliches Überangebot gesorgt.“ Erst mit dem Ausbruch der Pandemie sei die Nachfrage nach Wohnungen in den touristischen Bergregionen gestiegen. „Heute sind die Preise wieder ungefähr auf dem Niveau, auf dem sie nach Modellrechnungen auch ohne Zweitwohnungsinitiative wären“, so Steffen.

    Auch Hotelbranche und Bergbahnen spürten nur geringe Folgen der Neuregelung, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Lediglich das Modell der Hotelbranche, Sanierungen über den Bau und Verkauf von Zweitwohnungen querzufinanzieren, sei durch das Zweitwohnungsgesetz eingeschränkt. In der Baubranche machen die Forschenden allerdings für in den betroffenen Gemeinden aktive Baufirmen markante Beeinträchtigungen aus. „Insbesondere grössere, strategisch breit aufgestellte Firmen“ orientierten sich aber bereits „vermehrt in Richtung Talboden, wo die Aufträge nicht so stark vom Zweitwohnungsbau abhängig sind“, wird der Leiter der entsprechenden Studie, Stefan Lüthi, in der Mitteilung zitiert.

    „Über alle Branchen betrachtet sei insgesamt zu erwarten, dass die Wirkungen des Zweitwohnungsgesetzes erst in den kommenden Jahren spürbar werden dürften“, konstatieren die HSLU-Forschenden.

  • Hochschule Luzern bildet in digitalem Bauen aus

    Hochschule Luzern bildet in digitalem Bauen aus

    Ab März 2022 bietet das Departement Techik & Architektur der HSLU modulare Weiterbildungen im Fach Digital Construction an. Damit will sie einer Medienmitteilung zufolge die Kompetenzlücke zahlreicher Fachpersonen schliessen, in deren Ausbildung die Digitalisierung noch keine Rolle gespielt hat.

    Die HSLU startet mit zwei Certificate of Advanced Studies (CAS): Digital Construction – Bestellung & Entwicklung und Digital Construction – Entwurf & Planung. In den darauffolgenden Semestern sollen die Module Management & Kollaboration, Fabrikation & Erstellung sowie Betrieb & Erhaltung hinzukommen. Der Ausbau zu Diploma of Advanced Studies (DAS) und Master of Advanced Studies (MAS) sei in Vorbereitung. Wer an der Weiterbildung teilnehme, werde „zum Profi im digitalen Bestellen, Planen, Bauen und Betreiben und erhält einen vertieften Gesamtblick auf die digitale Wertschöpfungskette und das Lifecycle-Datenmanagement von morgen“.

    Wie die HSLU feststellt, besteht im Bauwesen bei der Anwendung digital basierter Prozesse, Methoden und Technologien ein grosser Nachholbedarf. So fänden sich auf Stellenportalen bereits Hunderte entsprechender Ausschreibungen. Das Curriculum orientiere sich an konkreten Aufgabenstellungen der Praxis und internationalen Vorgaben. „Damit schaffen sich die Teilnehmenden für Stellen im In- und Ausland beste Voraussetzungen“, so Co-Programmleiter Markus Weber.

  • HSLU erklärt neues Modell für Wohneigentum

    HSLU erklärt neues Modell für Wohneigentum

    In der Schweiz lebt der Grossteil der Bevölkerung in Mietwohnungen. Nur 40 Prozent besitzen Immobilien. Laut einer Medienmitteilung der HSLU ist dieser Anteil niedriger als in jedem anderen Land in Westeuropa. Der Grund seien die fehlenden Eigenmittel und die hohen Baukosten.

    Die HSLU stellt nun ein neues Eigentumsmodell vor. Dabei wird eine Immobilie nur für eine festgelegte Zeit gekauft. Wenn von einer Lebensdauer der Immobilie von 100 Jahren ausgegangen wird und das Wohneigentum auf eine Zeit von 30 Jahren beschränkt ist, zahlt die Käuferin oder der Käufer nur 30 Prozent des totalen Wertes der Immobilie. Wegen der verkürzten Nutzungsdauer werden entsprechende Wohnobjekte auch mit einer tieferen Hypothek belegt. Laut der HSLU fallen die Kosten für Wohneigentum auf Zeit insgesamt um rund 15 Prozent tiefer aus als die Kosten der Miete über den selben Zeitraum. Nach Ansicht der Hochschule hat das Modell auch für Investoren Vorteile. Wenn das Wohnobjekt nach Ablauf der festgelegten Zeitdauer zurück zum Investor geht, kann er die Immobilie marktfähig sanieren.

    Insgesamt stösst das Modell laut HSLU sowohl bei Investoren als auch bei bei potenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern auf hohe Akzeptanz. Dennoch gibt es bisher in Europa nur ein Objekt, bei dem Wohnungen mit dem Wohneigentum-auf-Zeit-Modell erworben werden können – dieses befindet sich in Bern. Die HSLU hat nun ein Handbuch erarbeitet, das aufzeigt, wie Investoren und Wohneigentümer von diesem Modell profitieren können.

  • Uri verabschiedet Digitalisierungsstrategie

    Uri verabschiedet Digitalisierungsstrategie

    Der Urner Regierungsrat hat laut einer Medienmitteilung seine Digitalisierungsstrategie verabschiedet. Diese legt die grundsätzliche Richtung fest, die der Kanton im Bereich Digitalisierung einschlagen will. Sie dient auch als Orientierungsrahmen, um in den kommenden fünf bis zehn Jahren strategische Vorhaben umzusetzen. Insgesamt soll die Strategie der Attraktivität des Wohn- und Wirtschaftsstandorts Uri einen positiven Schub verleihen, heisst es.

    Die Digitalisierung könne für den Kanton Uri „zu einem eigentlichen Entwicklungstreiber werden und die Positionierung Uris massgeblich stärken“, hält der Regierungsrat im Regierungsprogramm 2020 bis 2024 fest. Dafür müssten die „gesellschaftlichen Besonderheiten Uris wie auch die besonderen Chancen Uris als Wirtschafts- wie als Home-Office-Standort mit Rückzugsqualität“ in Betracht gezogen werden.

    Bei der Erarbeitung der Digitalisierungsstrategie wurde der Kanton Uri auch von der Hochschule Luzern (HSLU) unterstützt. Wie Projektleiter Stephan Käppeli in einer Mitteilung der HSLU vom Februar hervorhebt, eignet sich der Kanton „in verschiedener Hinsicht als Modellregion der Digitalisierung“.

  • Algorithmen helfen beim Management von Stromlasten

    Algorithmen helfen beim Management von Stromlasten

    Die zeitgleiche Aktivierung vieler Elektrogeräte erzeugt enorme Netzbelastungen. Da sich die Höhe der Netznutzungskosten für die Energieversorgungsunternehmen bis zu 60 Prozent aus diesen Lastspitzen errechnet, haben sie ein vitales Interesse daran, diese nach Möglichkeit zu vermeiden oder wenigstens zu glätten. Dafür hat nun die Hochschule Luzern (HSLU) gemeinsam mit Partnern laut einer Mitteilung eine Lösung gefunden.

    Nötig sei „ein intelligentes und effizientes Energie- und Last-Management, mit dessen Hilfe Energie verschoben werden kann“, wird Andrew Paice in dieser Mitteilung zitiert. Er ist Leiter des HSLU-Forschungszentrums für Gebäudeintelligenz namens iHomeLab. Den Prototypen eines solchen Systems hat sein Team zusammen mit dem HSLU-Kompetenzzentrum Thermische Energiespeicher, dem Elektrizitätswerk Vilters-Wangs und den Wirtschaftspartnern Asgal Informatik und Semax entwickelt. Die Schweizerische Agentur für Innovationsförderung Innosuisse unterstützt das Projekt.

    Die von den Teams entwickelte Künstliche Intelligenz und ihre Algorithmen nutzen die Daten intelligenter Stromablesegeräte, sogenannter Smart Meter. Damit berechneten die Forschenden thermische Modelle von Gebäuden. Die Algorithmen „identifizieren aus dem gesamten Stromverbrauch stromverbrauchende Geräte wie Wärmepumpe, Boiler oder E-Mobil und stromproduzierende Geräte wie Photovoltaikanlagen“, erklärt Paice. Dann werden maximale Leistungsaufnahme, Ein- und Ausschaltdauer und Energieverbrauch pro Tag mit Temperatur- und Wettervorhersagen kombiniert. So liessen sich präzise Vorhersagen erstellen.

    Mit diesen Projektresultaten könnten die beiden am Projekt beteiligten Firmen nun Energieversorgern eine Dienstleistung anbieten, die ihnen beim Kostensparen helfe – ohne, dass zusätzliche Investitionen in ihre Verteilnetze notwendig seien.

  • Wasserstoff kann günstiger produziert werden

    Wasserstoff kann günstiger produziert werden

    Fachleute des Instituts für Innovation und Technologiemanagement der Hochschule Luzern (HSLU) haben den wirtschaftlichen Mehrwert einer umweltfreundlichen Herstellung von Wasserstoff untersucht. Ihre Arbeit hat laut einer Medienmitteilung nachgewiesen, dass der Einsatz von Wasser-Elektrolyseuren zur Stabilisierung des Stromnetzes bei Über- oder Unterlasten die Herstellungskosten um bis zu 15 Prozent reduziert.

    Bei der Wasser-Elektrolyse wird Wasser mithilfe von Strom in Sauerstoff und Wasserstoff zerlegt. Noch ist dabei der Wirkungsgrad problematisch: Bei der Herstellung entsteht Abwärme, die sich nicht immer gut nutzen lässt. Zudem ist der Preis für Strom aus erneuerbaren Energien hoch. Beides macht klimafreundlichen Wasserstoff zum heutigen Zeitpunkt vergleichsweise teuer. Auch das Tankstellennetz für Autos ist noch dünn. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das ändert. In der Schweiz sind grössere Offensiven dafür bereits in Vorbereitung“, so Christoph Imboden, Dozent für Energiewirtschaft an der HSLU.

    Das EU-Projekt QualyGrid untersuchte mit elf Partnern aus acht Ländern eine vielversprechende Lösung, um die Herstellungskosten zu senken. Ziel des Projekts war, Präqualifikationstests für Wasser-Elektrolyseure zu standardisieren und damit ihre Zulassung zu vereinfachen.

    Die Forschenden der HSLU berechneten in diesem Rahmen den geldwerten Vorteil von Wasser-Elektrolyseuren. Weil es dafür noch keine Datengrundlage gab, musste der Wert ihrer Dienstleistung für die verschiedenen Netzbetreiber in Europa erst zusammengetragen werden. Schliesslich konnte die Forschungsgruppe nachweisen, dass der Einsatz von Wasser-Elektroyseuren zur Stabilisierung des Stromnetzes die Herstellungskosten von Wasserstoff um bis zu 15 Prozent reduziert. „Damit wird der Schritt zu einer breiten Einführung der Wasserstofftechnologie deutlich erleichtert“, heisst es in der Medienmitteilung.