Die jüngsten politischen Eingriffe allen voran die im Mai 2022 in Kraft getretene Wohnschutz-Initiative, haben die Branche aufgerüttelt. Das Wohnschutzgesetz schützt den Bestand und wird dabei zur Bremse der Erneuerung. Viele Eigentümer fragen sich, lohnt sich noch, was wirtschaftlich und ökologisch sinnvoll wäre? Die derzeitigen Diskussionen in der lokalen Immobilienbranche zeigen, Realismus dominiert, Optimismus ist rar, Unsicherheit weit verbreitet. Immerhin hat die Politik die Problematik erkannt und erste Anpassungen vorgenommen. Per 1. November 2025 wurde die Verordnung zum Wohnschutzgesetz angepasst und Korrekturen angebracht. Die Anpassung der Verordnung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Viel mehr aber auch nicht. Damit tatsächlich wieder renoviert, saniert und damit investiert wird, braucht es eine Anpassung auf Gesetzesebene.
Gleichzeitig darf man festhalten, der Basler Wohnungsmarkt bleibt robust. Die Nachfrage nach gutem Wohnraum ist ungebrochen, Leerstände bleiben tief (wenn auch weniger tief als in anderen Städten) und die Standortattraktivität im Dreiländereck, mit der lokal verankerten Pharma- und Life Science Branche bleibt hoch. Doch auch das Umland schläft nicht, die regulatorischen Eingriffe in Basel fördern eine schleichende Verlagerung von Investitionen in die umliegenden Kantone und darüber hinaus. Das betrifft nicht nur Investoren und Anleger, sondern auch das lokale Gewerbe, dass sich seine Aufträge ausserhalb von Basel-Stadt suchen muss. Dabei kommen stellenweise die Preise ins Wanken. Das ist kein gesunder Trend, sondern ein Warnsignal.
Dabei steigen die Anforderungen an ESG-Konformität und Energieeffizienz kontinuierlich und mit ihnen der Kostendruck. Wer heute neu baut oder saniert, muss nicht nur rechnen, sondern sich auch rechtfertigen gegenüber Banken, Behörden und einer zunehmend kritischen Öffentlichkeit.
Kurzfristig dominiert die Suche nach Stabilität und Planungssicherheit. Mittelfristig rückt die energetische Sanierung des Bestands in den Fokus, nicht zuletzt unter ESG-Gesichtspunkten.
Langfristig wird sich der Basler Immobilienmarkt daran messen lassen müssen, ob er zwischen Regulierung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit eine neue Balance findet. Die Zuversicht bleibt, getragen von der Überzeugung, dass Qualität, Innovationsgeist und regionale Stärke auch in anspruchsvollen Zeiten Bestand haben.

Präsident SVIT beider Basel
