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  • Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Die Schweizer Wirtschaft steht hinter einem starken Kartellrecht. Wettbewerbsbeschränkungen sollen verhindert, fairer Wettbewerb gesichert werden. In der Praxis hatten sich die Wettbewerbsbehörden jedoch zunehmend von diesem Wirkungsprinzip entfernt. Statt die tatsächlichen Effekte auf den Markt zu prüfen, wurde primär die Form einer Vereinbarung beurteilt. Bestimmte Abreden galten damit automatisch als unzulässig, selbst wenn sie nachweislich keine schädlichen Auswirkungen hatten.

    Gerade für KMU, Planungsbüros und Unternehmen in der Bauwirtschaft führte dies zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Einkaufsgemeinschaften, gemeinsame Forschungsprojekte oder Versicherungspools gerieten ins Fadenkreuz, obwohl sie häufig Effizienzgewinne und bessere Marktleistungen ermöglichten. Mit der nun verabschiedeten Revision reagiert das Parlament auf diesen Missstand und fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Willen des Gesetzgebers.

    Neue Prüflogik in Art. 5 Kartellgesetz
    Kernstück der Revision ist die Präzisierung in Art. 5 Abs. 1 bis Kartellgesetz. Künftig genügt die blosse Einordnung einer Vereinbarung als «harte Abrede» nicht mehr. Es braucht immer eine Gesamtbeurteilung der Erheblichkeit, die qualitative und quantitative Elemente einbezieht . Wie Marktstruktur, Marktanteile und konkrete Rahmenbedingungen im Einzelfall.

    Die Art der Abrede bleibt wichtig, weil sie Hinweise auf ein typisches Schädlichkeitspotenzial gibt. Neu ist aber klar festgehalten, es muss geprüft werden, ob dieses Potenzial im realen Marktumfeld tatsächlich zum Tragen kommt. Für die Praxis bedeutet das, Wettbewerbsbehörden können Kooperationen nicht mehr allein aufgrund ihrer Form sanktionieren, sondern müssen begründen, warum und wo sie den Wettbewerb tatsächlich beeinträchtigen. Das Inkrafttreten der materiellen Anpassungen wird per 1. Januar 2027 erwartet.

    Mehr Spielraum für Kooperationen
    Mit der Revision gelingt eine heikle Balance. Kooperationen, die wettbewerblich unbedenklich oder gar förderlich sind, werden aus der Schusslinie genommen, ohne die Durchsetzungskraft der WEKO zu schwächen. Für Planungsbüros, Ingenieurunternehmen und weitere Akteure der Bauwirtschaft ergibt  dies mehr Klarheit. Insbesondere dort wo die Zusammenarbeit zulässig ist, bei gemeinsamen Beschaffungen, Standardisierungsprojekten oder geteilten Ressourcen.

    Gleichzeitig bleibt der Grundauftrag des Kartellrechts unangetastet. Hardcore-Kartelle, Preisabsprachen oder Auftragsabsprachen werden weiterhin streng verfolgt. Die Revision verschiebt den Fokus nicht weg vom Schutz des Wettbewerbs, sondern zurück auf dessen Kern.  Wirkung statt Form, missbräuchliches Verhalten statt pauschaler Verdacht.

    Institutionelle Reform der Wettbewerbsbehörden
    Mit der materiellen Revision ist der Prozess nicht abgeschlossen. 2026 und 2027 rückt die institutionelle Reform in den Vordergrund. Hier geht es um die Frage, wie Kartellverfahren geführt werden und wie rechtsstaatlich sie ausgestaltet sind.

    Mehrere Elemente stehen dabei im Zentrum. Erstens soll die institutionelle Trennung zwischen Untersuchung und Entscheid geschärft werden. Die Wettbewerbskommission wird zu einer stärker gerichtsähnlichen Instanz mit eigenen Fachressourcen ausgebaut, während das Sekretariat als eigenständige Anklagebehörde agiert.

    Zweitens ist eine spezialisierte Rechtsmittelinstanz vorgesehen, welche Kartellfälle bündelt, Expertise sichert und die Verfahren beschleunigt. Drittens soll ein unabhängiger Anhörungsbeauftragter («Hearing Officer») eingesetzt werden, der die Einhaltung der Verfahrensrechte überwacht und den Parteien als neutrale Anlaufstelle dient, ohne selbst in die materiellen Entscheide einzugreifen.

    Viertens soll mehr Transparenz geschaffen werden, indem Sondervoten veröffentlicht werden und abweichende Meinungen sichtbar werden, was die Rechtsentwicklung nachvollziehbarer macht. Kartellverfahren gelten nach EMRK als Strafverfahren, greifen tief in die Rechte der betroffenen Unternehmen ein und unterliegen daher hohen rechtsstaatlichen Anforderungen. Genau in diesem Spannungsfeld sieht Bauenschweiz weiterhin erheblichen Reformbedarf.

    Bauenschweiz drängt auf mehr Rechtsstaatlichkeit
    Bauenschweiz begrüsst, dass der Bundesrat den Reformbedarf im Vollzug anerkennt, lehnt die aktuelle Vorlage zur institutionellen Reform aber ab. Aus Sicht des Dachverbands behebt sie die zentralen Defizite nicht ausreichend. Insbesondere die Unabhängigkeit der Entscheidungsinstanz, die klare Trennung von Untersuchung und Urteil sowie der Schutz verfahrensrechtlicher Garantien seien noch nicht genügend sichergestellt.

    Ein kartellrechtlicher Rahmen, der tief in unternehmerische Freiheiten eingreift, braucht robuste Institutionen, nachvollziehbare Verfahren und Vertrauen in die Fairness. Nur so lassen sich Wettbewerbsverstösse konsequent sanktionieren, ohne Investitionsbereitschaft und sinnvolle Kooperationen unnötig zu bremsen.

    Die Botschaft des Bundesrates zur institutionellen Reform wird im Sommer 2026 erwartet, die parlamentarische Beratung dürfte im dritten oder vierten Quartal starten. Bauenschweiz will sich gemeinsam mit einer Wirtschaftsallianz erneut einbringen. Mit dem Ziel, ein Kartellrecht zu verankern, das Wettbewerb schützt, Kooperationen differenziert beurteilt und rechtsstaatlichen Ansprüchen konsequent genügt.

  • Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Zu den Kantonen mit den grössten demografischen Risiken zählen Tessin, Bern, Neuenburg, Jura, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Graubünden, Glarus und Schaffhausen. Sie vereinen rund 23 Prozent des gesamten Hypothekarvolumens der Schweiz und sind damit alles andere als Randgebiete. Gleichzeitig sind sie strukturell schwächer für die Zukunft gerüstet.

    Der Kern des Problems liegt in der Altersstruktur. Das Bevölkerungswachstum spielt sich vor allem in den Gruppen über 65 ab. Menschen, die selten umziehen und kaum zusätzlichen Wohnraum nachfragen. Parallel dazu sinkt die Zahl der Erwerbstätigen, also jener Haushalte, die typischerweise Wohneigentum erwerben oder neue Mietverhältnisse eingehen. Die Folge sind weniger Nachfrage, mehr Geduld beim Verkauf und wachsende Preisabschläge. Besonders spürbar ist dies in Märkten mit vielen Einfamilienhäusern und Ferienobjekten, etwa in Teilen des Tessins, von Graubünden oder im Jura.

    Demografie schlägt Preisfantasie
    Die Studie skizziert einen Markt, der sich in den nächsten 20 Jahren deutlich auseinanderentwickeln dürfte. Während die Eigentümerinnen und Eigentümer in den betroffenen Kantonen vielerorts noch von weiter steigenden Preisen ausgehen, zeichnet die Demografie ein anderes Bild. Wenn kaum junge Haushalte nachrücken und die Zuwanderung schwach bleibt, fehlt der Nachfrageschub, der die heutigen Bewertungen rechtfertigt.

    Für Eigentümer bedeutet das, längere Haltedauer, höhere Verkaufsrisiken und je nach Lage auch deutlichere Preisrückgänge. Besonders exponiert sind ältere Einfamilienhäuser in peripheren Gemeinden, die energetisch und qualitativ nicht mehr den Erwartungen neuer Käufergenerationen entsprechen. Wo gleichzeitig viel Angebot auf den Markt kommt, etwa aus Nachlasssituationen, kann der Preisdruck rasch zunehmen.

    Boomkantone als Gegenpol
    Auf der anderen Seite stehen die Wachstumskantone Zürich, Waadt, Luzern, Genf, Thurgau, Aargau, St. Gallen, Wallis, Freiburg, Zug und Basel‑Stadt. Sie sollen gemäss Analyse fast 86 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums aufnehmen. Zwei Drittel des Hypothekarvolumens konzentrieren sich bereits heute in diesen Kantonen, Tendenz steigend.

    Hier trifft Zuwanderung auf wirtschaftliche Dynamik, urbane Zentren und starke Arbeitsmärkte. Für den Immobilienmarkt bedeutet das, anhaltend hohe Nachfrage, tendenziell stabile bis steigende Preise und geringere strukturelle Risiken, trotz Digitalisierung, Zinswende und zunehmenden Regulierungen. Die Polarisierung zwischen «Verlierer‑» und «Gewinner»-Kantonen dürfte sich damit weiter verschärfen.

    Konsequenzen für Banken und Investoren
    Für Banken, Versicherungen und Pensionskassen ist der demografische Blickwinkel mehr als eine Fussnote. In vielen Portfolios sind die regionalen Risiken bisher nur unzureichend abgebildet. Besonders regionale Institute mit starkem Fokus auf ihren Heimkanton tragen in schrumpfenden Regionen erhöhte Klumpenrisiken. Vor allem, wenn ein grosser Teil des Bestands aus Einfamilienhäusern in ländlichen Lagen stammt.

    Nicht nur Lage, Zustand und Tragbarkeit zählen, sondern auch die Frage, wie viele potenzielle Käuferinnen und Käufer in 10, 15 oder 20 Jahren noch vor Ort sein werden. Wer Hypotheken und Immobilienanlagen langfristig steuern will, muss Demografie, Wohnraumnachfrage und lokale Wirtschaftsstruktur systematisch zusammen denken.

    Was Eigentümer jetzt tun können
    Für Eigentümer in den betroffenen Kantonen lohnt sich ein nüchterner Blick auf das eigene Objekt wie Standort, Zielgruppe, energetischer Zustand, mögliche Umnutzung. Wer aktiv bewirtschaftet, modernisiert und frühzeitig über Alternativen nachdenkt, ist klar im Vorteil gegenüber jenen, die nur auf weiter steigende Preise hoffen.

    Der Markt kippt nicht flächendeckend. In vielen Städten der «Verlierer»-Kantone wird Wohnraum knapp bleiben, während ländliche Gebiete stärker unter Druck geraten. Entscheidend wird, wie präzise Marktteilnehmende die Unterschiede innerhalb eines Kantons verstehen und wie schnell sie ihre Strategien an die neue demografische Realität anpassen.

  • Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Das Spitalareal Sursee neue Perspektiven ab 2034

    Der Neubau des LUKS Sursee und des Pflegezentrums Seeblick auf der Schwyzermatt in Schenkon macht an der Spitalstrasse in Sursee ein rund 47’000 Quadratmeter grosses Areal frei. Etwa sieben Fussballfelder, zentral gelegen, gut erschlossen und mit Aussicht bis in die Alpen. Wo heute noch Spitalgebäude stehen, kann ab 2034 ein neuer Stadtbaustein entstehen, der Sursee langfristig prägt. Der Kanton Luzern ist Haupteigentümer des Areals, angrenzende Flächen gehören ebenfalls dem Kanton und teilweise der Stadt und fliessen in die Planung ein.

    Das fast 50-jährige LUKS Sursee genügt den Anforderungen an einen modernen Spitalbetrieb nicht mehr. Mit dem Entscheid des Regierungsrats, bis 2033 in Schenkon ein neues Spital und ein Pflegezentrum zu realisieren, verlagert sich die Gesundheitsinfrastruktur und eröffnet in Sursee ein städtebauliches Entwicklungspotenzial mit Seltenheitswert.

    Wohnen, Leben, Begegnung
    Der Kanton Luzern und die Stadt Sursee verfolgen ein gemeinsames Ziel, ein gemischt genutztes, lebendiges Quartier, das Wohnen, Dienstleistungen und Aufenthaltsqualität verbindet. In einer Testplanung ab 2026 wird geprüft, welche Nutzungen und Bebauungsstrukturen auf dem Areal möglich und sinnvoll sind. Die Ergebnisse bilden die Basis für Umzonung, Architekturwettbewerbe und die ersten Bauetappen, die nach dem Wegzug von Spital und Pflegeheim starten sollen, mit dem Anspruch, Leerstände möglichst zu vermeiden.

    Klar ist bereits heute, dass das Areal besonders gut für Wohnnutzungen geeignet ist, für Familien, Paare, Singles und Seniorinnen und Senioren. Ergänzend sind Dienstleistungen, Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie denkbar, die das Quartier mit Leben füllen. Angestrebt wird ein sozial durchmischtes Umfeld mit einem Mix aus gehobenen und preisgünstigen Wohnungen, das Sursee als Wohnort stärkt und zugleich neue Angebote für unterschiedliche Lebensphasen schafft.

    Sursee im Wachstum
    Sursee wächst dynamisch und verzeichnet mit einer Leerwohnungsziffer von 0,26 Prozent einen äusserst knappen Wohnungsmarkt. Das neue Angebot auf dem Spitalareal soll helfen, den Druck zu mindern und zusätzliche Wohnqualität in zentraler Lage zu schaffen. Die Nähe zur Altstadt, die bestehende verkehrliche Erschliessung und der Seeblick machen das Areal zu einem Schlüsselstandort für die künftige Stadtentwicklung.

    Es ist eine Chance, einen neuen, identitätsstiftenden Stadtteil zu formen. Das Areal kann Impulse für die wirtschaftliche Weiterentwicklung der Region setzen, neue Arbeitsplätze im Dienstleistungsbereich ermöglichen und Sursee als regionales Zentrum weiter profilieren.

    Quartierentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Planung des Spitalareals ist bewusst als offener Prozess angelegt. Ab Frühling 2026 sind Workshops mit der Quartierbevölkerung und verschiedenen Interessengruppen vorgesehen. Bedürfnisse, Ideen und Erwartungen sollen früh einfliessen, damit ein Quartier entsteht, das nicht nur planerisch überzeugt, sondern von der Bevölkerung mitgetragen wird.

    Über die notwendige Teilzonenplanänderung entscheidet die Gemeindeversammlung. Damit ist klar, die Zukunft des Spitalareals wird nicht im stillen Kämmerlein entworfen, sondern in einem transparenten Prozess, der Fachplanung und lokale Perspektiven verbindet.

    Ein neuer Stadtbaustein mit Geschichte und Zukunft
    Langfristig könnte dort, wo heute noch ein Spitalbetrieb läuft, ein vielfältiger Wohn- und Lebensraum mit Grünflächen, Spiel- und Aufenthaltsräumen entstehen. Begegnungsorte im Freien, kurze Wege und eine gute Anbindung an die bestehende Stadtstruktur sollen das Areal zu einem integralen Teil von Sursee machen.

    Der Kanton Luzern will das Potenzial der privilegierten Lage mit Seeblick und historischer Nutzung gezielt nutzen. Ab 2034 bietet sich die Gelegenheit, ein Quartier zu realisieren, das die Geschichte des Standorts respektiert und gleichzeitig Antworten auf die Wohn- und Lebensbedürfnisse der kommenden Jahrzehnte gibt. Ein neues Kapitel für das Spitalareal und für Sursee.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.

  • ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB kassiert und Oerlikon baut

    ABB veräussert ein rund 7000 Quadratmeter grosses Areal beim Bahnhof Zürich-Oerlikon an die Immobiliendienstleisterin Pensimo. Aus dem Verkauf resultiert im ersten Quartal 2026 ein operativer Veräusserungsgewinn von rund 290 Millionen Franken vor Steuern. ABB benötigt das Areal nicht mehr als strategische Landreserve und ermöglicht mit dem Schritt die Weiterentwicklung des Quartiers Neu-Oerlikon.

    Auf dem Grundstück sind rund 500 Wohnungen geplant, ein Hochhaus sowie Geschäftsflächen. Das ehemalige Industriegebiet soll sich in den nächsten Jahren zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnen, Dienstleistungen, Arbeitsplätzen sowie kulturellen und kommerziellen Angeboten wandeln. Aufgrund hoher Bodenpreise ist von eher hohen Mieten auszugehen. Allenfalls sind einzelne Wohnungen zu Kostenmiete denkbar, etwa im Rahmen einer verdichteten Arealentwicklung.

    Neuer ABB-Hauptsitz in Oerlikon
    Parallel zum Landverkauf baut ABB seine Präsenz in Oerlikon aus. Der Konzern plant eine neue Zentrale in unmittelbarer Nähe, in die rund 500 Mitarbeitende voraussichtlich 2031 einziehen sollen. Das Projekt umfasst ein saniertes, denkmalgeschütztes Bestandsgebäude und einen sechsstöckigen Neubau in Holzverbundkonstruktion, entworfen vom Büro Christ & Gantenbein.

    Mit einer Bruttogeschossfläche von rund 10’800 Quadratmetern entstehen moderne Arbeitswelten inklusive Auditorium, Lounge und Cafeteria, Foyer- und Ausstellungsbereich sowie Erholungs- und Fitnessflächen. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 80 Millionen Franken. ABB-CEO Morten Wierod betont damit das Bekenntnis zur Schweiz und zur Stadt Zürich. Stadtpräsidentin Corine Mauch spricht von einem künftig noch «farbigeren und lebendigeren» Quartier rund um den Bahnhof Oerlikon.

    Starkes Schlussquartal 2025
    Operativ hat ABB im Schlussquartal 2025 deutlich zugelegt. Der vergleichbare Umsatz stieg um 9 Prozent auf 9,05 Milliarden US-Dollar. Besonders dynamisch entwickelte sich der Auftragseingang: Er legte auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent auf 10,32 Milliarden US-Dollar zu und überschritt damit erstmals die Marke von 10 Milliarden in einem Quartal.

    Die operative EBITA-Marge verbesserte sich von 16,6 auf 17,6 Prozent, der bereinigte Reingewinn stieg um 29 Prozent auf 1,27 Milliarden US-Dollar. Im Gesamtjahr 2025 erhöhte sich der Reingewinn auf 4,73 Milliarden US-Dollar, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Dividende soll von 0,90 auf 0,94 Franken je Aktie angehoben werden; gleichzeitig kündigt ABB ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an.

    Ausblick und neues Rückkaufprogramm
    Für das erste Quartal 2026 erwartet ABB ein vergleichbares Umsatzwachstum von 7 bis 10 Prozent sowie eine weiter steigende Marge. Für das Gesamtjahr rechnet das Management mit einem Wachstum von 6 bis 9 Prozent und einer leicht höheren Profitabilität. Analysten sehen besonders im Geschäft mit Rechenzentren und in der Sparte Elektrifizierung starke Treiber, dort legten die Aufträge um etwa ein Drittel zu.

    Zusätzlich legt ABB ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 2 Milliarden US-Dollar auf, das bis 27. Januar 2027 laufen soll. Ein zuvor laufendes Programm über bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar ist ausgelaufen. Das stärkt die Attraktivität der Aktie und signalisiert Vertrauen in die eigene Ertragskraft.

    ABB-Aktie auf Rekordniveau
    An der Börse wurden die Zahlen und der Ausblick mit Kursgewinnen honoriert. Die ABB-Aktie stieg um 8,46 Prozent auf 66,38 Franken, das neue Allzeithoch lag bei 67,22 Franken. Der starke Auftragseingang, die verbesserte Marge, die erhöhte Dividende und das grössere Aktienrückkaufprogramm haben die zuvor vorsichtigen Erwartungen klar übertroffen.

    Für den Standort Zürich-Oerlikon bedeutet die Kombination aus Landverkauf, Neubau der Konzernzentrale und geplanter Quartierentwicklung einen deutlichen Strukturwandel. Vom Industrieareal hin zu einem dichten, urbanen Wohn- und Arbeitsquartier, mit hohen Investitionen, aber auch mit der Perspektive weiter steigender Mieten.

  • Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird an ihrem Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen in Winterthur einen neuen Master-Studiengang einrichten. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der MSc Integrierte Bau- und Energiesysteme (IBE) künftige Bauingenieure befähigen, nachhaltige und klimaverträgliche Bauprojekte in die Praxis umzusetzen.

    Der Studiengang umfasst fünf Semester und vermittelt Kernkompetenzen in Gebäudetechnik, Energie- und Nachhaltigkeitsexpertise sowie Schnittstellenkompetenzen in Architektur und Bauingenieurwesen. Das Studium bereitet die Absolvierenden auf Tätigkeiten in der Planung, Beratung und Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte in Architekturbüros, Ingenieurunternehmen, Beratungsfirmen oder öffentlichen Institutionen vor.

    „Die Anforderungen an Planung und Umsetzung haben sich massiv erweitert“, wird Beat Waeber, Architekt und Leiter Abteilung Lehre am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW, in der Mitteilung zitiert. „Es braucht Fachpersonen, die disziplinübergreifend denken, Zusammenarbeit strukturieren und Verantwortung an den Schnittstellen übernehmen können. Diese Qualifikation verankern wir mit dem MSc IBE gezielt im Ausbildungsportfolio des Departements.“

  • Wohnhochhaus Rankstrasse

    Wohnhochhaus Rankstrasse

    Um den knappen Raum an der Rankstrasse optimal und zukunftsfähig zu nutzen, stützt sich das Basler Wohnbauprogramm «1000+» auf einen breit ausgeschriebenen, anonymen Architekturwettbewerb. 78 Teams zeigten Interesse, 15 ausgewählte eingereichte Projekte rangen um die beste Lösung. Die Fachjury überzeugte schliesslich «Miranda» des Zürcher Studios DIA, Haller Ingenieure und Hefti Hess Martignoni.

    Nachhaltigkeit integriert in Architektur und Sozialgefüge
    Das 88 Meter hohe Gebäude bringt über 100 neue Mietwohnungen nach dem Modell «Mietvertrag Plus», günstige, an Einkommens- wie auch Belegungsregeln gebunden. Herausragendes Merkmal ist das innovative Nachbarschaftskonzept. Jeweils drei Etagen sind vertikal verbunden, wodurch inklusive Begegnungszonen für vielfältig zusammengesetzte Mietergruppen entstehen. Die Wohnungen sind kompakt und funktional gestaltet, ermöglichen sparsamen Flächenverbrauch und erfüllen hohe Anforderungen an Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Begrünte Aussenbereiche, gemeinschaftsfördernde Räume und ressourcenschonende Bauweise unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch. Die Stadt bekennt sich damit offensiv zu einem verantwortungsvollen, sozialintegrativen Stadtwachstum.

    Neuer Massstab für Wohnen am Stadtrand
    Mit «Miranda» startet Basel-Stadt eine Weiterentwicklung am östlichen Stadtrand. Das Hochhaus markiert einen markanten Auftakt für künftige Quartiersentwicklungen und setzt ein architektonisches Zeichen der Öffnung. Frühester Baustart ist 2028, zuvor folgen Bebauungsplan und öffentliche Information. Die Ausrichtung auf Gemeinschaft, Durchmischung, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität positioniert das Projekt als Referenz für modernes, urbanes Bauen in der Schweiz.

  • Roche-Arealentwicklung Basel

    Roche-Arealentwicklung Basel

    Die erste Entwicklungsphase des Roche-Areals wurde Ende 2023 abgeschlossen, nun folgt eine neue Etappe. Auf dem Nordareal entsteht bis 2030 eine der bedeutendsten Forschungsinfrastrukturen Europas. Kernprojekt ist Bau 12, ein 72 Meter hohes Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit Platz für rund 450 Forschende. Der Neubau ersetzt die veraltete Infrastruktur und schafft optimale Bedingungen, um neuartige Wirkstoffe von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife zu entwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Franken wird Bau 12 zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Entwicklung.

    Parallel wird das Institute of Human Biology im Bau 92 zum neuen Zentrum für biologische Modellforschung ausgebaut. Rund 100 Millionen Franken fliessen in die Modernisierung und den Umbau. Ziel ist die Verknüpfung akademischer und industrieller Forschung, um komplexe menschliche Zellmodelle für die Arzneimittelentwicklung nutzbar zu machen.

    Auch die Produktion erfährt eine grundlegende Erneuerung. In den Bauten 50 und 51 entstehen bis 2028 modernste Anlagen für die Entwicklung und Kommerzialisierung synthetisch hergestellter Wirkstoffe. Mit modularer Bauweise, digitaler Steuerung und hoher Energieeffizienz wird hier eine neue Ära pharmazeutischer Prozessinnovationen eingeläutet. Der Investitionsrahmen dieser Projekte liegt bei rund 570 Millionen Franken.

    Nachhaltige Stadtentwicklung auf dem Südareal
    Parallel zur Forschung auf der Nordseite verfolgt Roche auf dem Südareal eine langfristig nachhaltige Entwicklungsstrategie. Das Areal am Rhein wird in enger Abstimmung mit der Basler Politik umgestaltet. Der überarbeitete Bebauungsplan sieht grosszügige Grünräume, ökologische Vernetzung entlang des Rheinufers sowie eine Integration in den Solitude-Park vor. Alte Gebäudestrukturen werden schrittweise rückgebaut, Baumaterialien nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet.

    Der Kanton Basel-Stadt begleitet diesen Prozess aktiv. Regierungsrat und Grosser Rat unterstützen den Ansatz, das Südareal städtebaulich aufzuwerten, ohne dabei öffentliche Durchwegungen oder Enteignungen vorzusehen. Damit bleibt das Areal im unternehmenseigenen Zugriff, öffnet sich aber perspektivisch über landschaftliche Verbindungen und neue Freiraumkonzepte.

    Signal für den Standort Schweiz
    Seit 2015 hat Roche rund acht Milliarden Franken in die Schweizer Standorte investiert, über 33 Milliarden in nationale Forschung und Entwicklung. Allein in Basel entstehen bis 2029 weitere Anlagen für Forschung, Produktion und Infrastruktur, darunter eine neue unterirdische Wärme- und Kältezentrale zur Versorgungssicherheit des gesamten Areals. Die Bauarbeiten auf dem Nord- und Südareal stehen sinnbildlich für eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Standortentwicklung, die Wirtschaft, Stadt und Wissenschaft verbindet.

    Die nächsten Jahre werden von intensiven Bauphasen, städtebaulichen Abstimmungen und technologischen Innovationen geprägt sein. Mit der fortschreitenden Arealentwicklung stärkt Roche nicht nur den Pharmastandort Basel, sondern setzt ein starkes Zeichen für die langfristige Bindung an die Schweiz, als Ort für Spitzenforschung, nachhaltige Architektur und urbane Zukunftsgestaltung.

  • Industrie-Neubau setzt auf moderne Energie- und Elektrotechnik

    Industrie-Neubau setzt auf moderne Energie- und Elektrotechnik

    Die Schlieremer Maneth Stiefel AG mit ihrer Niederlassung in Pratteln hat die Projektierung und den Bau der Elektroanlagen für ein neues Hochregallager der Brauerei Feldschlösschen übernommen, heisst es in einer Mitteilung. Das 30 Meter hohe Gebäude soll in unmittelbarer Nähe der Autobahn in Rheinfelden errichtet werden. Die zur Carlsberg-Gruppe gehörende Feldschlösschen AG will mit dem Neubau die innerbetriebliche Verdichtung erhöhen und neue Lagerflächen schaffen, informiert das Unternehmen.

    Maneth Stiefel wird neben den Beleuchtungs-, Niederspannungs- und Schwachstromanlagen auch die Netzinfrastruktur einschliesslich der Trafostationen und Hauptverteilungsanlagen im Bereich der Mittelspannung, Not- und Sicherheitsanlagen sowie eine Photovoltaikanlage errichten.

    Beide Unternehmen betonen, dass der Neubau ein Meilenstein für die Standortentwicklung in Rheinfelden darstellt. Feldschlösschen ist der grösste Arbeitgeber am Ort. Die Baumassnahmen wurden im engen Austausch mit der ortsansässigen Bevölkerung geplant und sollen auch unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes realisiert werden. Feldschlösschen begeht 2026 sein 150. Jubiläum.

  • Schwarmfinanzierung treibt flexible Solarenergie voran

    Schwarmfinanzierung treibt flexible Solarenergie voran

    Die Solarify GmbH baut ihr Angebot für Investitionen privater Anleger in die Energiewende weiter aus. Das Unternehmen mit Sitz in Wabern bietet nun laut einer Mitteilung die Schwarmfinanzierung in eine neue Generation von Solarkraftwerken, die mit Batteriespeichern verbunden sind. Diese ermöglichen es, den Solarstrom zeitversetzt auszuliefern.

    Solarify.ch reagiert damit auch auf eine Änderung der Vergütung von Solarstrom. Künftig sollen die Einspeisevergütungen stundenbasiert sein. Zudem werden die Marktpreise vierteljährlich neu ermittelt. Die Speicher erlauben eine flexible Reaktion der Auslieferung an die Preise.

    Das Unternehmen setzt Solaranlagen bereits mit dem Batteriespeicher ein, so auf der Asylunterkunft Tannental in der Gemeinde Muri bei Bern und auf dem Dach der Condecta AG in Bern.

    „Mit dieser neuen Generation können wir Solaranlagen netz- und systemdienlich betreiben“, wird CEO Roger Langenegger in der Mitteilung zitiert. „Anstatt zur Mittagszeit die Netze zu belasten, wird der Strom lokal verbraucht oder gezielt zu Zeiten höherer Nachfrage verkauft.“

    Solarify.ch ermöglicht Privaten die Investition in die Energiewende. Das 2016 gegründete Unternehmen hat schweizweit 160 Solarprojekte realisiert und 26 Millionen Franken investiert.

  • Forschung und Praxis rücken im Immobilienmarkt näher zusammen

    Forschung und Praxis rücken im Immobilienmarkt näher zusammen

    Die ERNE Gruppe aus Laufenburg und SwissREI verleihen gemeinsam die Auszeichnung „ERNE Swiss Master – Beste wissenschaftliche Arbeit im Immobilienbereich 2026“. Die nominierten Forschungsteams aus neun Schweizer Hochschulen präsentieren ihre Arbeiten am 5. November 2026 beim Best of Research Kongress an der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ).

    Ausgezeichnet wird der Beitrag, der wissenschaftliche Fundierung mit hoher Praxisrelevanz verbindet und konkrete Impulse für die Weiterentwicklung der Immobilienbranche liefert. In einem transparenten Verfahren bestimmt das Fachpublikum aus der Immobilienpraxis den Gewinner, heisst es in einer Mitteilung.

    „Mit unserem Engagement fördern wir praxisnahe Forschung, stärken den Austausch zwischen Wissenschaft und angewandter Immobilienpraxis und leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung unserer Branche“, wird Giuseppe Santagada, Group CEO der ERNE Gruppe, zitiert.

    Der Best of Research Kongress gilt als einer der führenden Anlässe für angewandte Immobilienforschung in der Schweiz und wird vom Swiss Real Estate Institute, einer Stiftung der HWZ, und dem Schweizerischen Verband der Immobilienwirtschaft (SVIT) durchgeführt. Die ERNE Gruppe ist ein Bau- und Immobiliendienstleister mit Aktivitäten in der Schweiz, Deutschland und Luxemburg. Das Unternehmen setzt auf einen hohen Eigenfertigungsgrad entlang der gesamten Bauwertschöpfungskette und engagiert sich stark für Kreislaufwirtschaft.

  • Neuordnung der Führung im Küchen- und Lüftungsmarkt

    Neuordnung der Führung im Küchen- und Lüftungsmarkt

    Die weitere Integration der WESCO AG aus Wettingen in die Franke Gruppe mit Sitz in Aarburg hat eine Neuordnung der Geschäftsführung zur Folge: Gregory Oswald kommt ab 1. Februar 2026 als Geschäftsführer für den DACH-Markt zu Franke Home Solutions zurück. Als Leiter dieser Division der Franke Gruppe verantwortet Oswald künftig die Marke Franke sowie die WESCO-Marken berbel und Wesco gemeinsam – „eine wichtige Grundlage für die engere Zusammenarbeit, während die Marken weiterhin eigenständig am Markt agieren“, heisst es in einer Mitteilung.

    Frankes Geschäftseinheit Home Solutions ist ein weltweiter Anbieter von intelligenten Systemen und Lösungen für die private Küche. Mit 4200 Mitarbeitenden in über 30 Ländern erwirtschaftet sie einen Nettoumsatz von 932 Millionen Franken. Der 45-jährige Oswald stand dieser Division bereits von 2022 bis 2024 vor. Danach übernahm er die Führung der WESCO-Gruppe. Diese wurde im September 2024 von Franke alquiriert. Die 1962 gegründete WESCO Gruppe hat ihren Hauptsitz in Wettingen. Das Familienunternehmen ist auf Dunstabzugshauben und Lüftungssysteme spezialisiert.

    Corrado Mura, Interims-CEO und Präsident der Franke Home Solutions führt aus, dass Gregory Oswalds „tiefes Verständnis für den DACH-Markt sowie für Produktmanagement und Markenführung, das er sich in Schlüsselpositionen innerhalb von Franke Home Solutions erarbeitet hat“, für die weitere Entwicklung des Unternehmens entscheidend sei. „Seine langjährige Erfahrung wird uns helfen, Kompetenzen optimal zu bündeln und unser Wachstum nachhaltig voranzutreiben.“

  • Luftverkehr zwischen Wachstum und Klimakosten

    Luftverkehr zwischen Wachstum und Klimakosten

    Die Zivilluftfahrt hat 2024 in der Schweiz eine direkte Wertschöpfung von 9,8 Milliarden Franken erzielt. Diese umfassen die Unternehmen an den Flughäfen und deren Zulieferer. Das zeigt ein Bericht, den die INFRAS AG im Auftrag des Bundesamtes für Zivilluftfahrt (BAZL) erarbeitet hat. Mit 68 Prozent entfallen mehr als zwei Drittel der direkten Wertschöpfung auf den Flughafen Zürich und den benachbarten Gebäudekomplex The Circle. Genf folgt mit 19 Prozent, Basel mit 12 Prozent.

    Die gesamte Wertschöpfung, die auch indirekte Folgen etwa über den Tourismus in die Schweiz einschliesst, beträgt danach 24,8 Milliarden Franken.

    Die Zivilluftfahrt ist auch ein Beschäftigungsmotor. Direkt ermöglicht sie eine Beschäftigung von 49‘100 Vollzeitäquivalenten, insgesamt sogar von 150‘200 Vollzeitäquivalenten.

    Die Region Zürich ist dank dem Flughafen die besterreichbare Region in Europa. Die Nordwestschweiz folgt auch dank dem Flughafen Basel auf Platz sechs, der Genferseeraum dank dem Flughafen Genf auf Platz sieben. Auch die anderen Regionen des Landes gehören zu den 15 besterreichbaren unter den 284 untersuchten Regionen in Europa.

    Der Bericht beziffert die externen Kosten der Zivilluftfahrt auf 6,1 Milliarden Franken. Davon entfallen 4,6 Milliarden auf das Klima, 1,1 Milliarden auf vor- und nachgelagerte Prozesse.

  • Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Der Benetics KI-E-Mail-Assistent soll laut einer Mitteilung eine der teuersten Fehlerquellen im Baualltag vermeiden helfen: die falsche Ausführung aufgrund von veralteten Planständen. Entwickelt wurde dieser Assistent von der Benetics AG. Das 2022 gegründete Zürcher Softwareunternehmen stellt ihn als Weltneuheit ab dem 20. Januar auf der Basler Swissbau vor.

    Nach dem ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Sprachassistenten für das Handwerk von 2024 „folgt mit dem KI-E-Mail-Assistenten die zweite Weltneuheit von Benetics AI“, wird CEO Ferdinand Metzler zitiert. „Damit kommen wir unserer Vision einen weiteren Schritt näher: Weniger zeitraubende Admin-Arbeiten, mehr Fokus auf das, was das Handwerk stark macht: die produktive Arbeit.“

    Der E-Mail-Assistent erkennt Bauplan-PDFs in eingehenden E-Mail-Anhängen und vergleicht diese mit vorhandenen Plänen in allen bestehenden Projekten. Er benachrichtigt automatisch, wenn ein neuer Planstand eingegangen ist. Und er stellt mit einem Knopfdruck sicher, dass niemand mehr auf dem alten Planstand arbeitet.

    Der KI-Assistent wird direkt in Microsoft Outlook eingebettet und kann von dort in weitere Systeme wie SharePoint oder andere DMS- und CDE-Lösungen integriert werden. Die offene API von Benetics AI sowie neue Konnektoren auf Make.com und Zapier ermöglichen den Angaben zufolge flexible Integrationen. „So entsteht erstmals ein durchgängiger digitaler Planfluss bis zum Monteur auf der Baustelle,“ heisst es in der Mitteilung.

    „Die Outlook-Integration bringt noch mehr Struktur in den Bauablauf“, so Bledar Beqiri. Er ist Leiter der Montage im Anlagenbau bei der Basler Rosenmund Haustechnik AG und Nutzer des KI-E-Mail-Assistenten. „Neue Planstände erreichen unsere Teams schneller und ohne Umwege. Das reduziert Fehlerquellen und gibt unseren Projektleitern mehr Sicherheit in der Ausführung.“

  • Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Die PIRMIN JUNG Schweiz AG wird 30 Jahre alt. 1996 wurde sie vom gelernten Zimmermann Pirmin Jung als Ingenieur- und Planungsbüro für Holzbau gegründet. Wie es in einer Mitteilung zum Firmenjubiläum heisst, ist aus dem Ein-Mann-Betrieb mittlerweile ein „KMU mit umfassendem Wissensmanagement, modernen Arbeitsplätzen und einer agilen Organisationsstruktur“ geworden.

    Um bewährte Mitarbeitende zu halten, wurden mit der Zeit neue Standorte aufgebaut – „nicht in Zentren“, wie das Unternehmen betont, „sondern an verkehrstechnisch gut gelegenen, für die Mitarbeitenden lebenswerten und heimatnahen Lagen“. Heute befassen sich über 150 Personen an sieben Standorten in der Schweiz und in Deutschland mit Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Nachhaltigkeitsplanung und zirkulärem Bauen.

    Unter PIRMIN JUNGs Projekten sind den Angaben zufolge immer wieder solche gewesen, „die den Holzbau prägten und teilweise noch heute als Leuchtturmprojekte gelten. Dabei wurden neue Lösungen entwickelt, die heute im Holzbau als Standard gelten.“ Beispielhaft nennt das Unternehmen das Erlebnisbad Aquabasilea in Pratteln BL, das siebengeschossige Haus C13 in Berlin, das 60-Meter-Hochhaus BF1 in Rotkreuz ZG und das Veranstaltungszentrum Knies Zauberhut in Rapperswil-Jona SG.

    In jüngster Zeit sind der neue Firmensitz in Sursee, das Haus des Holzes, als Entwicklungs- und Vorzeigeprojekt für digitales, klimagerechtes und kreislauffähiges Planen und Bauen ebenso hinzugekommen wie sowie zuletzt die Planung für das neue Dock A des Flughafens Zürich, das ab 2030 gebaut wird. Die Jury des Prix SVC Zentralschweiz 2023, den PIRMIN JUNG gewinnen konnte, zeigte sich „besonders vom wegweisenden Bauprojekt Haus des Holzes, welches die Vision der Firma für den Holzbau der Zukunft verkörpert, beeindruckt“.

    Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen sei von jeher tief in den Werten der Firma verankert, wird Pirmin Jung zitiert. „Die Nachfrage nach klimagerechtem und kreislauffähigem Bauen wird zunehmen und da wollen wir ebenfalls tragend mitgestalten.“

  • Neues Wohnquartier mit Fokus auf Familien und Kreislaufbau

    Neues Wohnquartier mit Fokus auf Familien und Kreislaufbau

    Die Jury des Kantons Basel-Stadt hat laut einer Mitteilung entschieden, dass der Entwurf der beiden in Basel ansässigen Architekturbüros Clauss Kahl Merz Atelier für Architektur + Städtebau und Truwant + Rodet realisiert wird. Die geplante Wohnüberbauung am Riehenring 120 auf dem ehemaligen Gelände der Messehalle 3 wird 170 preisgünstige Wohnungen umfassen.

    Aktuell wird die Messehalle 3 von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als Garage für Elektrobusse verwendet. Diese Zwischennutzung endet 2028. Danach will der Kanton dieses zentral gelegene Areal bis 2031 zu einem lebendigen Wohn- und Lebensraum entwickeln. Vorgesehen sind vor allem grosse, familienfreundliche Wohnungen und ein geringer Anteil an kleinen Wohnungen. Zudem sind ein Doppelkindergarten, eine Tagesstruktur und Gewerberäume sowie 200 Parkplätze für Mieterinnen und Mieter sowie andere Personen aus dem Quartier geplant.

    Das Siegerprojekt überzeugte die Jury „durch seine hohe Wohn- und Lebensqualität und durch seinen Beitrag für die umgebenden Quartiere“. Die Autoeinstellhalle wird teilweise oberirdisch errichtet. Dadurch entstehen auf dem Dach zwei zusätzliche Aussenflächen für die Mieterinnen und Mieter, die auch als Pflanzgärten genutzt werden können.

    Gleichzeitig, so der Kanton, wird damit ressourcenschonender gebaut: Da weniger tief in den Boden eingegriffen werden muss, braucht es „keinen energieintensiven Aushub und es wird weniger Baumaterial verbraucht. Darüber hinaus setzt das Projekt insgesamt auf eine umweltfreundliche Bauweise, indem verschiedene Bauteile aus der bestehenden Messehalle 3 sowie aus der ehemaligen BVB-Garage Rank wiederverwendet werden.“

  • Infrastrukturinvestitionen gewinnen in Europa an Dynamik

    Infrastrukturinvestitionen gewinnen in Europa an Dynamik

    Das Bauunternehmen Implenia sichert sich bedeutende Infrastrukturprojekte in Deutschland und Norwegen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Zum Auftragspaket gehören die Neue Peenebrücke Wolgast, der Ersatzneubau der Mainbrücke Marktbreit, der erste Bauabschnitt des Riederwaldtunnels in Frankfurt am Main sowie der Neubau der Lågen-Brücke in Norwegen.

    Für die Neue Peenebrücke Wolgast führt Implenia eine Arbeitsgemeinschaft mit DSD Brückenbau, Victor Buyck Steel Construction und Stahl Technologie Niesky. Die rund 1,4 Kilometer lange Zügelgurtbrücke verbindet künftig die Autobahn A20 mit der Insel Usedom und zählt mit 42 Metern lichter Höhe und 70 Meter hohen Pylonen zu den grössten Brücken ihrer Art in Europa. Die Bauarbeiten laufen seit Dezember 2025 und dauern voraussichtlich bis 2030.

    Beim Ersatzneubau der Mainbrücke Marktbreit auf der Autobahn A7 ist Implenia technischer Federführer in einer Arbeitsgemeinschaft mit Plauen Stahl Technologie. Die neue Brücke wird als Stahlverbundhohlkasten im Taktschiebeverfahren gebaut, ist rund 925 Meter lang und 31 Meter breit. Der Bau erfolgt bei laufendem Verkehr und wird bis etwa 2033 abgeschlossen. Abgerundet werden die neuen Aufträge in Deutschland durch den Neubau des Riederwaldtunnels in Frankfurt am Main. In einer Arbeitsgemeinschaft mit Wayss & Freytag Ingenieurbau und Bickhardt Bau realisiert Implenia das Kernstück des Lückenschlusses zwischen zwei wichtigen Autobahnabschnitten. Der rund 1,1 Kilometer lange Tunnel wird in offener Bauweise erstellt, die Arbeiten haben 2025 begonnen und dauern etwa drei Jahre.

    In Norwegen errichtet Implenia im Auftrag der AF Gruppen die Lågen-Brücke auf der neuen Autobahn E6 Roterud–Storhove. Die 552 Meter lange, vierspurige Betonhohlkastenträgerbrücke überspannt den Fluss Lågen nördlich von Lillehammer. Strenge Umweltauflagen zum Schutz von Brutvögeln, Laichgebieten und der Artenvielfalt minimieren die Eingriffe in das sensible Delta-Gebiet.

  • Neue Kräfteverhältnisse bei modularen Raumlösungen

    Neue Kräfteverhältnisse bei modularen Raumlösungen

    Die Condecta Gruppe übernimmt laut einer Mitteilung von der deutschen ALHO-Gruppe aus Friesenhagen die gesamte Schweizer FAGSI-Mietflotte sowie alle damit verbundenen Schweizer Aktivitäten. Davon betroffen ist auch der Standort in Wikon im Kanton Luzern. Damit übernimmt das Winterthurer Unternehmen die gesamte Schweizer Flotte an FAGSI-Mietcontainern. FAGSI ist eine Marke der ALHO-Gruppe, die sich auf den Verkauf und die Vermietung von temporären und modularen Containergebäuden für Städte, Gemeinden und Industrie spezialisiert hat, besonders auf hochwertige Büros, Schulen, Kindergärten und Übergangswohnheime.

    Der Standort Wikon verfügt über rund 12’000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche sowie über eine Mietflotte von 1150 FAGSI-Containern. Er soll zum Kompetenzzentrum für hochwertige mobile Raumlösungen ausgebaut werden. Damit, so Condecta, „entsteht die Grundlage, auch grössere und komplexere Projekte effizient aus einer Hand umzusetzen – ein klarer Mehrwert für Kunden aus Industrie, Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen“. Bestehende Kundenbeziehungen, laufende Projekte und Mietverhältnisse werden den Angaben zufolge nahtlos weitergeführt. Auch Ansprechpartner und Abläufe bleiben dieselben.

    „Die Übernahme der Schweizer FAGSI-Aktivitäten ist ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung von Condecta“, wird Condecta-CEO Olivier W. Annaheim zitiert. „Wir stärken unser Kerngeschäft, erweitern unser Premium-Angebot und investieren gezielt in zusätzliche Kompetenz. Der Standort Wikon wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen, um Qualität, Leistungsfähigkeit und Lieferzuverlässigkeit in der Schweiz weiter auszubauen.“

  • Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat laut einer Mitteilung erstmals den Stromversorgungs-Index Schweiz vorgelegt. Der Index bewertet die Stromversorgung der Schweiz für das Jahr 2035 mit 82 Punkten, für 2050 sogar nur mit 69 Punkten.

    Der Index bewertet die Stromversorgung in fünf Kategorien. Die Stromnachfrage pro Kopf werde vor allem wegen der Elektromobilität und der Rechenzentren weiter steigen; für 2050 gibt der Index 86 Punkte. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei zu langsam, gerade für die Versorgung im Winter. Solaranlagen auf dem Dach reichten dafür nicht aus, die Projekte in der Produktion von Wind- und Wasserkraft würden verzögert oder abgebrochen. Für 2050 gibt der Index dafür 83 Punkte. Die Flexibilität des Stromsystems wird für 2050 sogar nur mit 52 Punkten bewertet. Das Bundesziel für den Ausbau saisonaler Speicher werde deutlich verfehlt. Der Zubau der Stromproduktion erhält 63 Punkte. Dabei werde der Wegfall der heimischen Kernkraft ab 2040 den Bedarf erhöhen. Der Ausbau der Netze wird nur mit 57 Punkten bewertet.

    Der VSE weist in der Mitteilung darauf hin, dass die Importe nicht beliebig erhöht werden könnten und in Mangellagen keine Sicherheit böten. „Die Schweiz steht vor einer entscheidenden Weggabelung: Ohne entschlossene energiepolitische Entscheidungen, konkrete Investitionen in neue Produktionskapazitäten und eine deutliche Beschleunigung der Bewilligungsverfahren riskieren wir unsere Versorgungssicherheit“, wird VSE-Präsident Martin Schwab in der Mitteilung zitiert.

  • Gebäudetechnik wächst über regionale Grenzen hinaus

    Gebäudetechnik wächst über regionale Grenzen hinaus

    Die Burkhalter Gruppe, Gesamtanbieterin für Dienstleistungen aus der Heizungs- und Kälte-, Lüftungs- und Klima-, Sanitär- und Elektrotechnik, meldet in einer Mitteilung die Übernahme der  BZ-Dépannage Sàrl. Das Unternehmen aus Lonay fokussiert auf Sanitäranlagen, Heizung, Wartung und Reparaturen und erwirtschaftete 2025 einen Jahresumsatz von 2,7 Millionen Franken.

    Mit dem Kauf der BZ-Dépannage Sàrl initiiert die Burkhalter Gruppe den Eintritt in den Gebäudetechnikmarkt in der Westschweiz. Im Rahmen der Gruppenstrategie zur Gewinnung weiterer Marktanteile sollen künftig weitere Gebäudetechnikunternehmen akquiriert werden, heisst es in der Mitteilung. Die BZ-Dépannage Sàrl wird künftig als eigenständige Gruppengesellschaft der Burkhalter Holding AG am bisherigen Standort und unter der bisherigen Leitung von Nicolas Barraud weitergeführt. Alle Mitarbeitenden werden übernommen.

    Die Burkhalter Gruppe mit Hauptsitz in Zürich beschäftigte mit Stand am 31. Dezember 2024 insgesamt 5323 Mitarbeitende, davon 983 Lernende, die in 84 Gruppengesellschaften an 166 Standorten in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein arbeiten. Die Burkhalter Holding AG ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

  • Plattformstrategie stärkt Bau- und Umweltkompetenzen

    Plattformstrategie stärkt Bau- und Umweltkompetenzen

    Die TIC Holding Schweiz AG mit Sitz in Baar hat die HSE Conseils aus Laténa übernommen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, soll deren Geschäftsführer Marc Dutoit weiter in seinem Amt fungieren. Die TIC Holding ist eine von der Winterberg Investment X finanzierte und von der Winterberg Advisory GmbH aus München verwaltete Bau- und Technologieplattform.

    Die HSE Conseils ist die führende Spezialistin in den Sektoren Industrie, Baustoffe sowie Bau-, Umwelt und Arbeitssicherung im Kanton Neuenburg und an sechs weiteren Standorten in den Kantonen Waadt, Wallis, Genf, Freiburg und Jura, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie bietet ein umfassendes Leistungsportfolio für Baufirmen, Immobilienverantwortliche, Planer, Unternehmen und öffentliche Institutionen. Dazu zählen nach Schweizerischer Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditierte Schadstoffdiagnostik und -analysen (unter anderem nach Asbest, Polychlorierte Biphenylen und Blei), Umwelt- und Abfallmanagement, Sicherheits- und Gesundheitskonzepte sowie Messungen der Innenraumluftqualität. Zum Aufgabengebiet gehören ferner Sicherheitsberatungen sowie Schulungen und Beratungen zur Bausicherheit von der Risikobewertung bis hin zum Sanierungskonzept.

    „Mit HSE decken wir jetzt die Sektoren Industrie, Baustoffe sowie Bau-, Umwelt und Arbeitssicherung ab“, wird Ralph Nowak, Verwaltungsrat der TIC Holding Schweiz und Partner bei Winterberg, in der Mitteilung zitiert. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer TIC Holding Schweiz – die drei Plattformen unterstreichen unsere Position als führende unabhängige Gruppe dieser Bereiche in der gesamten Schweiz.“ Marc Dutoit setzt durch den Zusammenschluss auf starkes Wachstum für HSE Conseils und viele Synergien mit anderen Gruppenmitgliedern. „Unsere Struktur, das gesamte Team und alle Ansprechpartner für unsere Kunden bleiben bestehen und wir liefern höchste Qualität und Verlässlichkeit“, so Dutoit.

  • Gemeinsame Entwicklung für das Arbeitsgebiet Silbern

    Gemeinsame Entwicklung für das Arbeitsgebiet Silbern

    Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Regiowerk und Naturschutz haben laut einer Mitteilung am 14. Januar 2026 die Allianz Zukunft Silbern lanciert. Gemeinsam will die Allianz das Arbeitsgebiet Silbern zu einem zukunftsfähigen, gut erreichbaren und ökologisch verantwortungsvollen Wirtschaftsstandort entwickeln.

    Die konzeptionelle Grundlage für diese neuartige Kooperation wurde über zwei Jahre von den Interessensgruppen Regiowerk fürs Limmattal (Limeco), Natur- und Vogelschutzverein Dietikon, IG Silbern, Stadt Dietikon und Kanton Zürich in einem von Privatdozent Dr. Joris Van Wezemael geleiteten Vermittlungsprozess erarbeitet. Er ist Architektursoziologe und lehrt am Institut für Raum- und Landschaftsentwicklung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Mit seinen wissenschaftlichen Beiträgen hat er zu neueren Konzeptionen kollektiver Entscheidungsfindung in Raumplanung und Städtebau beigetragen.

    Die verschiedenen Interessensvertretungen waren sich vor Gründung der Allianz in ihrer Analyse einig: Das Gebiet Silbern ist zwar ein bedeutender Standort für Produktion, Handel und Einkauf. Doch hat es sich städtebaulich und stadträumlich seit vielen Jahren kaum weiterentwickelt und blieb hinter seinem Potenzial zurück. Nun will die Allianz das Gebiet so weiterentwickeln, dass Unternehmen attraktive Rahmenbedingungen vorfinden, die Erreichbarkeit verbessert wird und gleichzeitig Natur- und Lebensräume gestärkt werden.

    Auf dem Weg bis zur Gründung der Allianz Zukunft Silbern haben die Partner den Angaben zufolge ein besseres Verständnis füreinander entwickelt und gegenseitigen Respekt aufgebaut. „Damit“, so heisst es in der Mitteilung, „ist eine wichtige Grundlage geschaffen, um Projekte erfolgreich zu realisieren und Silbern als Ganzes voranzubringen“.

  • Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Der Immobilienbarometer der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat Trends und Wohnverhalten im Zürcher Immobilienmarkt fürs vierte Quartal 2025 analysiert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Barometer zeigt: Senioren ziehen meist erst in sehr hohem Alter freiwillig aus ihrem Einfamilienhaus (EFH) aus – und wohnen danach oft weiterhin grosszügig.

    Hausübergaben geschehen dabei spät: in der Regel steigt die Wahrscheinlichkeit eines Hausverkaufs erst ab einem Alter von 85 Jahren deutlich. Das durchschnittliche Alter der heutigen EFH-Eigentümer liegt bei 62 Jahren. Auszüge im Alter erfolgen meist zu zweit, nur 22 Prozent betreffen Single-Haushalte. 44 Prozent der EFH-Auszügler bleiben im Anschluss in der gleichen Gemeinde.

    Zwar verkleinern sich ehemalige EFH-Bewohner nach dem Umzug, doch klein wohnen sie deswegen nicht. Mehr als 60 Prozent der 60- bis 70-Jährigen ziehen in Wohnungen mit vier Zimmern oder mehr. Je später der Auszug erfolgt, desto stärker fällt die Verkleinerung aus – allerdings bleibt der Wohnraum häufig weiterhin grosszügig. „Der Wunsch, seine Wohnsituation im Alter zu reduzieren, wird überschätzt. Salopp gesagt will man sich nicht auf einmal in einer kleinen Wohnung auf den Füssen stehen. So zumindest könnten es diejenigen empfinden, die ans grosszügige Wohnen in einem Einfamilienhaus gewohnt sind“, wird Ursina Kubli zitiert, Leiterin Immobilien Research bei der ZKB.

    Laut Barometer haben die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich weiter zugelegt. In der Region Land stiegen die Preise um 4,2 Prozent, in der Region Regio waren es lediglich 2,3 Prozent. Schweizweit stiegen Mieten 2025 um 2,3 Prozent, in der Stadt Zürich waren es bloss 2,2 Prozent. Damit liegt das städtische Mietwachstum ausnahmsweise unter dem Schweizer Durchschnitt.

    Für 2026 erwartet die ZKB weiter steigende Immobilienpreise. Günstige Finanzierungsbedingungen trieben die Nachfrage nach oben, während das Angebot nicht spürbar wachse, erklärt Kubli.

  • Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Nidwalden bündelt seine Blaulichtkräfte

    Das 33’000 Quadratmeter grosse Areal an der Kreuzstrasse ist heute vollständig überbaut. Viele Gebäude weisen erheblichen Erneuerungsbedarf auf, darunter die Bauten der Kantonspolizei und des Gefängnisses. Hinzu kommen betriebliche Mängel wie fehlende Fluchtwege oder ungenügende Trennungen zwischen öffentlichen Zugängen und Personaleingängen.

    Auf Basis einer breit abgestützten Untersuchung hat der Regierungsrat entschieden, das Areal vollständig neu zu organisieren und mit Ersatzneubauten zu überbauen. Ziel ist ein modernes Sicherheitskompetenzzentrum, das funktionale Abläufe verbessert, die Sicherheit erhöht und langfristig wirtschaftlicher ist als punktuelle Sanierungen.

    Gebündelte Blaulichtorganisationen
    Heute sind auf dem Areal Polizei, Gefängnis, Verkehrssicherheitszentrum, Strasseninspektorat, Amt für Justiz und Staatsanwaltschaft angesiedelt. Aufgrund der zentralen Lage wird geprüft, ob zusätzliche Blaulichtorganisationen, insbesondere Stützpunktfeuerwehr und Rettungsdienst, an die Kreuzstrasse verlegt werden. So soll ein Standort mit kurzen Wegen, abgestimmten Prozessen und klaren Zuständigkeiten entstehen.

    Eine durchgeführte Testplanung hat gezeigt, dass diese Bündelung auf dem bestehenden Areal realistisch ist. Sie bestätigt, dass sich die räumlichen Anforderungen der heutigen Nutzungen und zusätzlicher Organisationen auf der Fläche umsetzen lassen, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten des Standorts zu verbauen.

    Gefängnis mit Blick auf künftige Bedürfnisse
    Im Rahmen der Testplanung wurde auch die künftige Ausrichtung des kantonalen Gefängnisses vertieft analysiert. Die Nachfrage nach Haftplätzen in der Schweiz ist hoch, insbesondere für pflegebedürftige Insassen im Straf- und Massnahmenvollzug. Vor diesem Hintergrund prüft Nidwalden, wie das neue Gefängnisangebot dimensioniert und funktional ausgerichtet werden soll, um längerfristig bedarfsgerecht zu sein.

    Gestaltungsplan und Richtprojekt
    Der Landrat hat einen Planungskredit von 1,63 Millionen Franken für Gestaltungsplan und Richtprojekt bewilligt. Die Planung wird mit einem klar definierten Nutzerkreis weitergeführt das sind Kantonspolizei, Rettungsdienst, Stützpunktfeuerwehr, Amt für Justiz, Staatsanwaltschaft, Gefängnis, Strasseninspektorat, Verkehrssicherheitszentrum und ausgewählte Verwaltungseinheiten.

    Der Gestaltungsplan soll den rechtlich verbindlichen Rahmen für die nächsten Planungsschritte schaffen. Er legt fest, welche Nutzungen wo zulässig sind, wie Erschliessung, Freiräume und städtebauliche Einordnung zu gestalten sind und welche Etappierungen möglich sind.

    Anpassungen im Verfahren und offene Teilprojekte
    Im Studienauftrag für Gestaltungsplan und Richtprojekt waren zunächst mehrere Planerteams beteiligt. Im Verlauf des Jahres 2025 zeigte sich jedoch, dass die Erschliessung mit einem moderaten Ausbau des bestehenden Kreisels angesichts neuer Verkehrsprognosen nicht ausreichen wird. Gleichzeitig kam eine neue Option für das Verkehrssicherheitszentrum ins Spiel. Obwalden plant einen Neubau in Sarnen und es werden Synergien eines gemeinsam genutzten Standorts mit Prüfhallen und Teststrecken geprüft.

    Um flexibler auf diese Veränderungen reagieren zu können, wurde entschieden, den Studienauftrag in der bisherigen Form zu beenden und das Richtprojekt nur noch mit einem Planungsteam weiterzubearbeiten. Der Landrat verlangte im Oktober 2025 zudem mehr Planungssicherheit, insbesondere für die beiden Teilprojekte «Verkehrssicherheitszentrum» und «Gefängnis», bevor Gestaltungsplan und Richtprojekt definitiv abgeschlossen werden.

    Nächste Schritte und Zeitplan
    Der Gestaltungsplan wird sich über die drei Standortgemeinden Stans, Buochs und Oberdorf erstrecken. Die entsprechenden Gemeindeversammlungen oder Urnengänge zur Beschlussfassung sind nach aktuellem Stand für das Jahr 2027 vorgesehen.

    Erste Kreditanträge für Architekturwettbewerbe einzelner Bauten des Sicherheitskompetenzzentrums werden frühestens ab 2028 erwartet. Bis dahin geht es darum, die offenen Fragen zu Erschliessung, Gefängnisausrichtung und Verkehrssicherheitszentrum zu klären.

  • Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Der Bundesrat verschärft die Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Mobilfunknetze. Künftig müssen Betreiber an wichtigen Standorten und Antennen eine Notstromversorgung installieren, die den Betrieb bei Stromunterbrüchen während mindestens vier Stunden aufrechterhält.

    Im Fokus steht die Sicherheit der Bevölkerung. Notrufe, klassische Telefonie und Internetzugang sollen auch dann funktionieren, wenn das reguläre Stromnetz ausfällt. Dazu zählen ausdrücklich auch Radioprogramme, die über das Internet verbreitet werden, als Informationskanal in Krisensituationen.

    Staffelung bis 2034
    Die neuen Vorgaben gelten nicht für alle Dienste gleichermassen und nicht sofort. Ab 2031 müssen Notrufe während mindestens vier Stunden möglich sein. Andere Mobilfunkdienste, wie  allgemeiner Datenverkehr, müssen erst ab 2034 über diesen Zeitraum hinweg abgesichert werden.

    Um die Netze in einer Mangellage nicht zu überlasten, erhalten Betreiber zudem einen klaren Handlungsspielraum. Sie dürfen die Übertragung von Videos und TV-Programmen einschränken, um Kapazitäten für prioritäre Dienste wie Notrufe, Sprachverbindungen und zentrale Informationsangebote zu sichern.

    Kompromiss nach Kritik aus der Branche
    Ursprünglich plante der Bundesrat deutlich strengere Anforderungen. Die Mobilfunknetze hätten auch bei Stromausfällen von bis zu drei Tagen und wiederholten Abschaltungen stabil bleiben sollen. Telekomunternehmen und Wirtschaftsverbände kritisierten diese Vorgaben in der Vernehmlassung als kaum umsetzbar und zu aufwändig.

    In einem moderierten Dialog unter Leitung von Bundesrat Albert Rösti einigten sich Mobilfunkbetreiber und Verwaltung auf die jetzt beschlossene Lösung. Sie erhöht das Schutzniveau der Netze, ohne die Branche mit maximalen Szenarien zu überfordern, und liegt im Rahmen dessen, was auch andere europäische Länder verlangen.

    Prüfung weitergehender Härtung
    Mit der Teilrevision der Fernmeldedienstverordnung ist die Diskussion über Versorgungssicherheit noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Etappe prüft das zuständige Departement, in welchem Umfang eine weitergehende Härtung der Netze für Szenarien wie Strommangellagen oder mehrtägige Ausfälle realistisch umsetzbar ist.

    Dabei arbeiten mehrere Bundesdepartemente zusammen, unter anderem Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Bis spätestens Ende 2027 soll feststehen, ob und wie zusätzliche Massnahmen nötig sind, damit die Schweiz auch in ausserordentlichen Lagen möglichst verlässlich mit Mobilfunkdiensten versorgt bleibt.

  • Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes gilt haushälterische Bodennutzung als Leitplanke, doch in der Praxis bleiben Verfahren oft langsam und schwerfällig. Interessen prallen aufeinander, Zuständigkeiten sind nicht immer klar, Einsprachen können Projekte über Jahre blockieren.

    Wer Innenentwicklung voranbringen will, muss daher früher ansetzen. Projektträger, Planende, Behörden, Politik und Umsetzende sollten bereits vor dem Baugesuch in einen strukturierten Dialog eintreten. So lassen sich Konflikte klären, Qualität definieren und Verfahren von Anfang an auf ein realistisches Zielbild ausrichten.

    Fünf Faktoren für bessere Verfahren
    Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Gemeinden und Bauwirtschaft haben in einem mehrjährigen Dialog fünf Erfolgsfaktoren identifiziert. Es braucht Haltung, einen frühzeitigen und strukturierten Dialog, klare Zuständigkeiten, Akzeptanz und Alltagsnutzen der Projekte sowie eine saubere strategische Einbettung.

    Was häufig fehlt, ist weniger fachliches Wissen als die konsequente Anwendung im Alltag. Verlässlichkeit zwischen den Akteuren, der Wille zur Umsetzung und Werkzeuge, die helfen, komplexe Verfahren pragmatisch zu steuern. Entsprechende Arbeitshilfen wurden an der Swissbau im Januar 2026 vorgestellt und danach online zur Verfügung gestellt. Als konkrete Unterstützung, um «Bauen einfacher zu machen».

    Beitrag der Bauwirtschaft
    Die Bauwirtschaft bringt sich aktiv in die Suche nach Lösungen ein. Etwa im Rahmen des Aktionsplans Wohnungsknappheit von Bundesrat Guy Parmelin und auf Basis von Studien von ARE und BWO. Aus dieser Arbeit ist ein Konzept für ein zweiphasiges Baubewilligungsverfahren entstanden. Zuerst werden Nutzung und Architektur geklärt, erst danach folgen technische Aspekte und Normen.

    Begleitet werden soll dieses Modell von einer konsequenten Digitalisierung entlang des gesamten Prozesses. Das Ziel ist die Planungssicherheit zu erhöhen, Schleifen vermeiden, Schnittstellen klären und damit sowohl die Verfahrensdauer als auch den Aufwand für alle Beteiligten reduzieren. Das Konzept versteht sich als Diskussionsgrundlage und macht die Sicht der Branche für Behörden, Politik und Öffentlichkeit greifbar.

    ISOS, Ortsbildschutz und Gemeindeautonomie
    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit ISOS sowie Denkmal- und Ortsbildschutz. In den Dialogen auf Bundesebene wurde festgehalten, dass Kantone und Gemeinden bei der Erfüllung eigener Aufgaben, etwa beim Wohnungsbau, von ISOS-Erhaltungszielen abweichen können, wenn überwiegende Interessen vorliegen. Das stärkt die kommunale Handlungsspielräume und erleichtert Abwägungen vor Ort.

    Bis Herbst 2026 ist eine Anpassung der Verordnung geplant, um die Direktanwendung von ISOS auf tatsächlich ortsbildrelevante Fälle zu fokussieren. Parallel wird geprüft, wie eine neue Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen die Praxis weiterentwickeln könnte. Ein entsprechendes Kommissionspostulat des Nationalrats ist überwiesen. Die Bauwirtschaft begleitet diesen Prozess eng und fordert, dass Schutz und Entwicklung in ein tragfähiges Gleichgewicht kommen.

    Schnelle, digitale und qualitätsvolle Bewilligungsverfahren
    Der Kurs ist gesetzt, die Branche setzt sich für schlankere, digitale und schnellere Baubewilligungsverfahren ein, mit einem klaren Fokus auf zweistufige Verfahren, praxisnahe Arbeitshilfen und verlässliche Kooperation.

    Denn die Innenentwicklung der Schweiz gelingt nur dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Mit transparenten Prozessen, klaren Zuständigkeiten und Projekten, die sowohl qualitativ überzeugen als auch den dringend benötigten Wohn- und Arbeitsraum schaffen.

  • Mehr Wohnraum aus System

    Mehr Wohnraum aus System

    Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht unter Druck. Baukosten steigen, Fachkräfte fehlen, die Bevölkerung wächst weiter und Klimaziele setzen klare Grenzen für CO₂‑Emissionen. Serielles Bauen bündelt Antworten auf diese Herausforderungen.

    Dank industrieller Vorfertigung und standardisierten Prozessen werden Bauzeiten verkürzt, Abläufe berechenbarer und Projekte wirtschaftlicher. Die Baustelle wird zum Montageplatz, mit weniger Lärm, kürzerer Belastung für die Nachbarschaft und höherer Ausführungsqualität.

    Was serielles Bauen ausmacht
    Serielles Bauen versteht das Gebäude als Produkt, nicht als einmaligen Prototyp. Ein System wird intensiv entwickelt, durchdacht und in vielen Projekten angewendet. Elemente entstehen weitgehend im Werk und werden vor Ort montiert. Das erlaubt präzise Kosten und eine stetige Verbesserung aus gemachten Erfahrungen. Klassische Problemzonen wie Anschlüsse, Wärme- und Schallbrücken lassen sich gezielt entschärfen.

    Von Plattenbau bis «Tesla‑Moment»
    Serielle Bauweisen haben Geschichte, von frühen Holzsystemen der 1920er‑Jahre über die «Göhnerbauten» in der Schweiz bis zu Plattenbausiedlungen im Osten. Die Effizienz war hoch, die gestalterische Qualität oft nicht  und das Image leidet bis heute.

    Aktuell erlebt das Thema eine neue Welle. Hybride Systeme kombinieren Raummodule und 2D‑Elemente, bieten mehr Flexibilität für unterschiedliche Parzellen und Vorschriften und holen Architektur und Städtebau wieder stärker ins Boot. Projekte wie das studierendenorientierte «Woodie» in Hamburg zeigen, dass serielle Bauweise und architektonische Qualität sich nicht ausschliessen müssen.

    Stärken: Zeit, Kosten, Qualität, Klima
    Serielle Systeme verkürzen Bauzeiten und erhöhen die Kostensicherheit. Weil Bauteile und Details standardisiert sind, lassen sich Budget und Termine früh und verlässlich festlegen.

    Gleichzeitig eröffnet die industrielle Fertigung neue Spielräume für Nachhaltigkeit. Vorgaben zu CO₂‑Reduktion, Materialwahl und Energieeffizienz können konsequent in das System eingeschrieben werden. Durch Materialpässe und Plattformen werden verbaute Komponenten dokumentiert und damit als Ressource für spätere Umbauten oder Rückbauten sichtbar.

    Akzeptanz entscheidet über die Zukunft
    Die grosse Herausforderung ist die Wahrnehmung. In vielen Köpfen steht serielle Bauweise für monotone Architektur und soziale Problemquartiere. Solange aktuelle Projekte gestalterisch nur bedingt überzeugen, bleibt diese Skepsis bestehen.

    Für die breite Akzeptanz braucht es Gebäude, die mehr liefern als Effizienz. Gute Grundrisse, hohe Aufenthaltsqualität, differenzierte Aussenräume und eine sorgfältige Einbindung in den Stadtraum. Standardisierung sollte als Grundlage verstanden werden, auf der Vielfalt entsteht.

    Serielles Bauen kann zu einem zentralen Baustein der Bauwende werden, schneller, planbarer, ressourcenschonender und zirkulär gedacht. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, erfolgreiche Pilotprojekte ebenfalls.

    Ob der Ansatz seinen «Tesla‑Moment» erlebt, hängt nun davon ab, ob Branche und Städte es schaffen, industrielle Prozesse mit hoher Wohn- und Gestaltungsqualität zu verbinden und damit zeigen, dass Wiederholung nicht Einheitsbrei bedeutet, sondern die Grundlage für zukunftsfähige, vielfältige Quartiere sein kann.

  • Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Die Schweiz steuert auf heissere Sommer, mehr Hitzetage und häufigere Extremwetterereignisse zu. Besonders Städte und dicht besiedelte Gebiete erwärmen sich stärker als ihr Umland und kühlen nachts langsamer ab, der bekannte Hitzeinseleffekt. Er hängt direkt mit der Bauweise zusammen, dichte Versiegelung, dunkle Oberflächen und massive Strukturen speichern Wärme und geben sie nur verzögert wieder ab.

    Weil Gebäude und Infrastrukturen über Jahrzehnte stehen, prägen die heute eingesetzten Materialien das Mikroklima von morgen. Damit wird die Materialwahl zur strategischen Entscheidung. Sie beeinflusst nicht nur Energiebedarf und Komfort im Gebäude, sondern auch Gesundheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

    Was die Neuauflage leistet
    Hier setzt die zweite, erweiterte Auflage des Materialkatalogs an. Das Nachschlagewerk des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, wie verschiedene Baumaterialien die Aussentemperatur beeinflussen und welchen Beitrag sie zu einem hitzeresilienten Stadtklima leisten.

    Der Katalog vergleicht gängige Materialien im Aussenbereich wie Bodenbeläge, Fassaden und neu auch Dächer sowie Begrünungen in trockenem und feuchtem Zustand. Neben der Wirkung auf die Umgebungstemperatur berücksichtigt er zusätzliche Eigenschaften wie Reflexion der Sonneneinstrahlung, Lebensdauer und bei Belägen die Versickerungsfähigkeit. So entsteht ein Gesamtbild, das thermische, funktionale und wasserwirtschaftliche Aspekte zusammenführt.

    Aktualisierte Methode, vergleichbare Ergebnisse
    Die Neuauflage basiert auf Simulationen der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag des Bundesamts für Energie und des BWO durchgeführt wurden. Mit einer verbesserten Simulationssoftware wurden auch die bereits in der ersten Ausgabe enthaltenen Materialien neu berechnet.

    Dadurch liegen alle Resultate auf einem einheitlichen methodischen Stand und lassen sich direkt miteinander vergleichen. Für Planende bedeutet das, dass sie Varianten qualitativ und quantitativ gegenüberstellen und ihre Entscheidungen gegenüber Auftraggebenden und Behörden besser begründen können.

    Werkzeug für Planung und Umsetzung
    Der Materialkatalog ist als praxisorientiertes Nachschlagewerk für Neubauten und Sanierungen in dicht bebauten Gebieten konzipiert. Er unterstützt Fachplanende und Bauträgerschaften dabei, die Wirkung der Materialwahl auf die Hitzeentwicklung früh in ihre Prozesse zu integrieren, von der Projektidee bis zur Detailplanung.

    In Kombination mit weiteren Instrumenten zur Klimaangepassten Siedlungsentwicklung wird der Katalog zu einem Baustein für hitzeresiliente Quartiere. Er hilft, Oberflächen gezielt aufzuhellen, Verdunstungsleistung zu nutzen, Versickerung zu verbessern und damit das Stadtklima Schritt für Schritt robuster gegenüber dem Klimawandel zu machen.

  • Startups die das Bauen umkrempeln

    Startups die das Bauen umkrempeln

    Tobias Hofmeier (Swissbau) und Moritz Kistenmacher (Startup Academy) boten den Rahmen, damit junge Unternehmen Sichtbarkeit, Zugang zu Partnern und ein professionelles Umfeld erhielten. Im Innovation Village des Swissbau Lab prägten Startups fast die Hälfte der rund 70 Partner. Ein klares Signal, welchen Stellenwert unternehmerische Innovation für die Swissbau hat.

    Für Swissbau sind Startups keine Randerscheinung, sondern ein Herzstück des Innovationsprogramms. Unter dem Motto «zusammen neue Impulse setzen» ging es darum, Herausforderungen wie Klimaziele, Ressourceneffizienz, Produktivitätsdruck und Fachkräftemangel gemeinsam anzugehen. Diese Themen sind zentral und Innovation ist der Schlüssel, mit dem Startups weiterhin Tempo und den Mut für radikal neue Ansätze einbringen.

    Die Startup Academy Schweiz begleitete im Rahmen der Challenge Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft besonders eng. Einige Startups, die vor wenigen Jahren noch im Innovation Lab pitchten, sind heute mit grösseren Ständen auf der Messe präsent. Genau diese Entwicklung, vom frühen Prototyp zur etablierten Marktakteurin, setzt die Challenge in Gang und wirkt weit über die Messedaten hinaus.

    Politik und Standortförderung als Rückenwind
    Die Bedeutung unterstrich das Grusswort von Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel‑Stadt. Der Kanton hatte das Patronat über das Swissbau und unterstützt mit Basel Circular Unternehmen dabei, auf kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusteigen. Dass der Circular Award gerade hier zum ersten Mal vergeben wurde, war folgerichtig und macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaziele heute ins Zentrum der Baupolitik rücken.

    Sutter betonte, wie stark der Standort Basel auf Innovationsförderung ausgerichtet ist und mit Programmen, die Unternehmen und Branchen konkret unterstützen. Seine Botschaft wirkt über die Swissbau hinaus. Startups sind für jedes Wirtschaftsökosystem zentral; ohne sie wären etwa neue Technologiefelder kaum denkbar. Vergleichbares zeichnet sich in der Bauwirtschaft ab. Nur wenn neue Player mit frischen Ideen dazukommen, kann die Branche den technologischen und regulatorischen Wandel bewältigen.

    Auch der Kanton Baselland setzt mit seiner Standortförderung bewusst auf Innovation. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sprach am Finale von Rahmenbedingungen, die es Startups erleichtern sollen, zu wachsen und zu skalieren. Die wiederholte Partnerschaft bei der Swissbau Startup Challenge zeigt, dass hier nicht nur punktuell Netzwerke geknüpft, sondern langfristige Ökosysteme aufgebaut werden. Eine Basis, von der die Branche auch nach der Messe profitiert.

    Bauen ist für die Schweizer Volkswirtschaft zentral, verursacht aber hohe CO₂‑Emissionen und grosse Abfallmengen. Basel‑Stadt verfolgt mit 2037 ein ambitioniertes Netto‑Null‑Ziel. Solche Vorgaben erhöhen dauerhaft den Druck und die Nachfrage nach Lösungen, wie sie die Finalistinnen und Finalisten präsentierten und in Projekten und Pilotanwendungen weiterentwickeln.

    Sechs Finalisten, sechs Antworten auf die Bauwende
    Im Finale standen die sechs Startups Aconitum Swiss, Benetics, Impact Build, Moduvo, Planlabs und Talpa Inspection. Sie repräsentierten unterschiedliche Hebel der Transformation, von digitaler Prozessoptimierung über zirkuläre Materialien bis zur neu gedachten Baustellenkommunikation.

    Gemeinsam ist ihr Ansatz, dass sie die Bau‑ und Immobilienpraxis konkret verbessern und weniger Verschwendung, mehr Effizienz und bessere Daten erreichen. Die Ideen auf der Bühne im Swissbau Lab, sind keine Visionen im luftleeren Raum, sondern Lösungen, die sich bereits heute in Projekte, Baustellen und Planungsbüros integrieren lassen und dort ihre Wirkung entfalten.

    Innenräume ohne Plastik
    Aconitum Swiss hat ein biologisches Material aus Polymerkollagen entwickelt, das ohne Plastik auskommt und damit Energie, Ressourcen und Abfall reduziert. Ziel ist es, dauerhaft gesündere Lösungen für Mensch und Umwelt bereitzustellen. Gründerin Dr. Vlada Snus geht einen Schritt weiter und nutzt recyceltes Leder sowie upgecycelte Baustoffe wie Betonbruch, Sand, Recyclingglas und alte Dachziegel, um poröse Akustikpaneele zu produzieren. Diese Paneele verbessern die Raumakustik, filtern Luftschadstoffe, Viren und Bakterien und tragen zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei. Das System ist kreislauffähig, reduziert den Kunststoffverbrauch und kommt bereits im B2B‑Geschäft in der Schweiz, Europa und im Mittleren Osten zum Einsatz – mit Potenzial, sich weiter zu verbreiten.

    Baustellenkommunikation ohne Zettelwirtschaft
    Benetics nahm sich einem Dauerthema auf Baustellen an, Kommunikation und Dokumentation. Statt Klemmbrett, Papierplänen, Notizzetteln und chaotischen Chat‑Verläufen setzt das Startup auf eine cloudbasierte Plattform mit Smartphone‑App. Der Verantwortliche spricht seine Anweisungen ins Handy, eine KI strukturiert die Informationen automatisch und legt klare Aufgabe im System unter Aufgabe, Zuständigkeit, Frist, nötige Schritte, Fotos ab.

    Gerade in einer international geprägten Branche ist das ein Vorteil. Mitarbeitende erhalten ihre Aufgaben in ihrer eigenen Sprache. So sinkt der administrative Aufwand, Fehler durch Missverständnisse werden reduziert und die Daten fliessen sauber in bestehende Systeme. Das zeigte sich bereits in den präsentierten Anwendungsfällen und künftig können noch mehr Baustellen davon profitieren, dass die Leute vor Ort sich wieder stärker auf das konzentrieren, was zählt, das Bauen.

    Robotik und Erdmaterial
    Impact Build denkt Bauteile von der Materialbasis her neu. Das ETH‑Startup will Wandelemente ohne klassische Schalungen herstellen, mit robotergestützter Fertigung und lokalen Ressourcen. Das Verfahren «Impact Printing» schiesst dichte Massen aus Aushub‑ und Bauschuttmaterial mit hoher Geschwindigkeit aufeinander, sodass sich die Schichten vollflächig verbinden und tragfähige Elemente entstehen.

    Die so produzierten Bauteile lassen sich zuschneiden, detaillieren, beschichten und modular kombinieren. Sie regulieren Feuchte und Temperatur, sind von Natur aus feuerbeständig und akustisch wirksam und dies bei tieferen Material‑, Arbeits‑ und Transportkosten. Mit dem Circular Award im Rücken stärkt Impact Build nun seine Position, mobile Roboterfabriken in die Nähe von Baustellen zu bringen, Emissionen zu senken und das Modell schrittweise international auszurollen.

    Innenwände im Kreislauf
    Moduvo nahm die Gipswand als Wegwerfprodukt ins Visier. Ziel ist es, Innenwände kreislauffähig zu machen, ohne die Praxis komplett auf den Kopf zu stellen. Das Startup entwickelte vorfabrizierte, holzbasierte Wandsysteme, die sich schnell montieren und ebenso einfach umbauen oder wiederverwenden lassen. Ideal für Büros mit häufig wechselnden Grundrissen. Ergänzt wird das System durch einen Holzständer‑Baukasten, der sich ähnlich wie der klassische Trockenbau verarbeiten lässt. Handwerker müssen keine völlig neuen Techniken erlernen und doch ändern sich die Spielregeln grundlegend mit weniger Abfall, geringere graue Energie, bessere Lebenszyklus‑Kosten. Damit ist das Startup gut positioniert, um auf aktuelle und künftige Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu reagieren und Neubau wie Bestand fit für kommende Anforderungen zu machen.

    Haustechnik auf Knopfdruck
    Planlabs setzte dort an, wo viel Planungszeit und Material gebunden werden, wie bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die cloudbasierte Plattform automatisiert die Planung von Lüftung, Heizung/Kühlung und Elektro. Alle Anlagen werden gleichzeitig berücksichtigt mit realen Herstellerkomponenten, lokalen Normen, automatischer Dimensionierung und Kollisionsprüfung. Ziel sind weniger Überdimensionierung, besser abgestimmte Systeme und eine deutlich reduzierte Planungszeit. Varianten lassen sich rasch durchspielen, Nachhaltigkeitsziele präziser hinterlegen. Was im Finale präsentiert wurde, verschafft Planenden mehr Freiraum für Konzeptarbeit und Qualität und schafft die Grundlage, dass künftige Projekte robuster, ressourceneffizienter und besser dokumentiert geplant werden.

    Frühwarnsystem für Korrosionsschäden
    Talpa Inspection entwickelt eine neuartige Inspektionssonde, mit der Korrosionsschäden an Betonbauwerken früh erkannt werden können, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen werden. Das Spin‑off‑Team der ETH Zürich ersetzt aufwendige, punktuelle Vor‑Ort‑Messungen und Papierprotokolle durch ein digitales Verfahren. Die Sonde erfasst systematisch Zustandsdaten, die in einem 3D‑Digital Twin des Bauwerks visualisiert werden. So lässt sich das Korrosionsrisiko räumlich genau verorten und Infrastrukturbetreiber wissen, wo und wann sie eingreifen müssen, um Brücken und andere Bauwerke gezielt zu sanieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit dem Sieg an der Swissbau Startup Challenge erhielt Talpa Inspection zusätzlichen Schub, um diese Technologie breiter in die Praxis zu bringen.

    Countdown 2030
    Countdown 2030 bildet rund um die Startups ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Bauwirtschaft. Im Zentrum steht die «Reduction Roadmap Switzerland». Sie leitet aus einem globalen CO₂‑Budget nationale und sektorspezifische Kontingente ab, die bis auf Gemeindeebene heruntergebrochen werden sollen. So können Kommunen Bauvorhaben und Ortsentwicklung gezielt am Klimabudget ausrichten. Dänemark dient dabei als Vorbild. Dort haben verbindliche Ökobilanz‑Pflichten und ambitionierte Reduktionspfade bereits zu Innovation, Materialsubstitution und Umnutzungen geführt. Die Botschaft aus dem Swissbau Lab heisst den auch, ohne klare CO₂‑Kontingente, vernünftige Regulierung und das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Markt wird die Bauwende nicht gelingen. Mit ihnen aber eröffnen sich neue Spielräume für genau jene Lösungen, die im Finale zu sehen waren.

    Circular Award Kreislauf als Leitmotiv
    Mit dem Circular Award, powered by Basel Circular, wurde an der Swissbau erstmals ein Preis speziell für kreislauffähige Geschäftsmodelle vergeben. Basel Circular, eine Partnerschaft des Kantons Basel‑Stadt und weiterer Förderinstitutionen, unterstützt Unternehmen beim Übergang von linearen zu zirkulären Modellen.

    Projektleiterin Stefanie Sendes machte am Finale deutlich, dass der Bausektor in der Schweiz für den grössten Anteil am Abfallaufkommen verantwortlich ist. Ihr Hinweis bleibt aktuell, Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Entscheidend sind Wiederverwendung, Reparierbarkeit, modulare Produkte und Suffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und genau dort setzen viele der präsentierten Startups an.

    Die Gewinner 2026
    Der Circular Award ging an Impact Build, eine Auszeichnung, die das Potenzial der robotisch gefertigten Bauteile aus Rezyklat‑Materialien unterstreicht. Hier treffen Ressourcenschonung, industrielle Skalierbarkeit und gestalterische Qualität direkt aufeinander und schaffen eine Grundlage für konkrete Projekte der nächsten Jahre.

    In der Swissbau Startup Challenge selbst wurden die Plätze drei, zwei und eins vergeben. Impact Build sicherte sich den dritten Rang, Benetics erreichte mit seiner KI‑gestützten Baustellenkommunikation Platz zwei und Talpa Inspection gewann als Hauptsiegerin den Finales. Diese Reihenfolge bleibt als Momentaufnahme, der eigentliche Wettlauf beginnt jedoch erst jetzt, wenn sich die Lösungen im Markt bewähren.

    Am Ende erwies sich die Swissbau Startup Challenge als weit mehr als eine Bühne für Pitches. Sie funktionierte als Labor für die Bauwende und als Treffpunkt von Startups, etablierten Unternehmen, Politik und Verwaltung. Dass die Baubranche die Gewinnerin ist, gilt nicht nur rückblickend auf die Messetage, sondern vor allem dann, wenn die präsentierten Innovationen nun ihren Weg in den Alltag von Planenden, Ausführenden und Betreiberinnen finden.

  • Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Die Alte Gewerbeschule, einst im Stil der deutschen Neurenaissance erbaut, bleibt nach der umfassenden Erneuerung architektonisch und kulturell prägend. Der Kanton Basel-Stadt investiert rund 63 Millionen Franken in die Sanierung, die sich an strengen Denkmalschutzvorgaben und aktuellen Standards für Barrierefreiheit und Energieeffizienz orientiert. Fachstellen und Generalplaner arbeiten eng mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen, um Fassade, Innenräume und historische Details zu bewahren.

    Mit der Sanierung werden acht universitäre Fachbereiche, das Dekanat und zentrale Dienste am Petersplatz konzentriert, was den wissenschaftlichen Dialog und die Nutzung gemeinsamer Ressourcen stärkt. Die UVB Gesellschaftswissenschaften erhält eine neue, moderne Bibliothek im Innenhof und attraktive Lern- sowie Arbeitsbereiche im Hochparterre. Damit entsteht ein universitäres Zentrum für Geistes- und Kulturwissenschaften mit hoher Aufenthaltsqualität und optimaler Infrastruktur.

    Sanierung unter dem Zeichen der Zukunftsfähigkeit
    Die Bauarbeiten begannen im November 2025 und dauern bis Sommer 2029. Das Gebäude wird dabei energetisch modernisiert, erdbebensicher gemacht, Altlasten werden. Die neue Raumgestaltung vereint Funktionalität und Denkmalschutz. Charakteristische Bauelemente werden restauriert, technische Infrastruktur und Nutzungsflexibilität auf das Niveau eines modernen Campus gebracht. Sie erfolgt unter Federführung der kantonalen Denkmalpflege und spezialisierter Architekten, begleitet durch eidgenössische Expertengremien, um einen maximalen Schutz der historischen Substanz sicherzustellen.

    Die Alte Gewerbeschule Basel wird zum innovativen Brückenschlag zwischen akademischer Exzellenz und historischer Identität. Ein starkes Signal für die Zukunft des urbanen Lernens.