Schlagwort: Innovationspolitik

  • Neue Stiftung soll KMU nach vorne bringen

    Neue Stiftung soll KMU nach vorne bringen

    In nationalen Rankings zur Wettbewerbsfähigkeit schneidet Luzern solide ab. Bei der Innovationskraft aber belegt der Kanton hintere Ränge. Wer diesen Rückstand nicht angeht, riskiert langfristig Verluste im Standortwettbewerb. Dieser Befund ist der Ausgangspunkt für die geplante Stiftung Luzern Innovation und für den Sonderkredit, den der Regierungsrat nun beantragt.

    Die Stiftung als Dreh- und Angelpunkt
    Die neue Stiftung soll keine parallele Struktur schaffen, sondern bestehende Partnerorganisationen koordinieren und deren Angebote besser vernetzen. Der Fokus liegt auf Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen. Also dort, wo der Bedarf am grössten und die Ressourcen am knappsten sind. Neben der Koordination kann die Stiftung auch konkrete Umsetzungsprojekte wie Machbarkeitsstudien mitfinanzieren. Der Stiftungsrat soll aus mindestens fünf Mitgliedern bestehen, eine Leistungsvereinbarung auf vier Jahre sichert Planungssicherheit.

    24 Millionen mit klarer Zweckbindung
    Von den beantragten 24 Millionen Franken fliessen eine Million in das Stiftungskapital. Die verbleibenden 23 Millionen Franken sind für die Leistungen der Stiftung in den Jahren 2026 bis 2029 vorgesehen. Damit positioniert sich Luzern als Kanton, der nicht auf Bundesförderung wartet, sondern selbst handelt. Ergänzend zu nationalen Programmen wie jenen von Innosuisse, die KMU-Innovation schweizweit unterstützen.

    Teil eines grösseren Umbaus
    Die Stiftung ist eingebettet in das breitere Standortförderungspaket des Kantons. Im Januar 2026 beschloss der Kantonsrat ein Massnahmenpaket von jährlich rund 300 Millionen Franken. Dies als Reaktion auf die OECD-Mindestbesteuerung, die bisherige Steuervorteile abschwächt. Der Luzerner Innovationsbeitrag allein umfasst 110 bis 160 Millionen Franken jährlich für Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren. Die Stiftung Luzern Innovation ist damit nicht Einzelmassnahme, sondern Teil einer koordinierten Offensive.

    Volksabstimmung im September
    Das übergeordnete Standortförderungsgesetz hat der Kantonsrat bereits gutgeheissen. Das letzte Wort hat jedoch das Stimmvolk. Die Abstimmung ist für September 2026 vorgesehen, die Inkraftsetzung per Oktober 2026. Die Stiftung kann jedoch bereits auf Basis der aktuell gültigen Rechtsgrundlagen gegründet werden. Der Startschuss muss nicht auf das Volksvotum warten.

  • Standortpolitik im Wandel

    Standortpolitik im Wandel

    Basel-Stadt hat auf die internationalen Entwicklungen im Steuer- und Standortförderungsbereich mit einer Revision des Standortförderungsgesetzes reagiert, die 2025 vom Grossen Rat und der Stimmbevölkerung klar angenommen wurde. Herzstück des Basler Standortpakets sind zwei Fonds, in die der Regierungsrat je nach Finanzlage des Kantons jährlich 150 bis 500 Millionen Franken einzahlen kann. 80 Prozent der Mittel fliessen in die Innovationsförderung, 20 Prozent in die Gebiete Gesellschaft und Umwelt. Die Förderung erfolgt bereits im laufenden Jahr im Umfang von maximal 300 Mio. Franken.

    Gesellschaftlicher Mehrwert durch Elternzeit
    Ein Bestandteil ist die Unterstützung freiwilliger Elternzeit über das gesetzliche Mass hinaus. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden freiwillig über das Erwerbsersatzgesetz hinausgehende Elternzeit gewähren, können für Mütter und Väter je bis zu drei Wochen zusätzliche Lohnkosten ersetzt bekommen. Diese Regelung stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördert eine moderne, inklusive Arbeitskultur. Ein Faktor, der im internationalen Standortwettbewerb zunehmend Bedeutung gewinnt.

    Energiewende als Standortvorteil
    Der Umweltbereich des Programms unterstützt baselstädtische Unternehmen, die gezielt in Dekarbonisierung und Energieeffizienz im Kanton und in der Schweiz investieren. Beiträge werden nach erzielten CO²-Einsparungen oder eingesparter Energie gewährt. Der Kanton kann bis zu 40 Prozent der Investitionskosten von umgesetzten Massnahmen übernehmen. Förderfähig ist auch die Reduktion der Emissionsintensität direkter Treibhausgasemissionen weltweit. Das Basler Standortpaket ergänzt und verstärkt die übrigen Massnahmen der kantonalen Klimaschutzstrategie mit dem Ziel von Netto-Null bis 2037. Damit setzt Basel-Stadt schweizweit Massstäbe für eine praxisorientierte Klimapolitik, die Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft kombiniert.

    Innovationskraft aus Basel für die Schweiz
    Der wichtigste Teil des Basler Standortpakets ist der Bereich Innovation. Hier beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt an Personalaufwendungen von baselstädtischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung. Unternehmen profitieren je nach Grösse von abgestuften Fördersätzen von bis zu 28 % und zusätzlich von Beiträgen für Abschreibungen auf Anlagen für Forschung und Entwicklung sowie Hochtechnologieproduktion. Zudem fördert der Kanton auch Aufwände von Unternehmen für klinische Studien in der Schweiz. Damit stärkt der Kanton sein Profil als führender Innovationsstandort und Life-Sciences-Hub in Europa.

    Ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Gesellschaft
    Das Basler Standortpaket ist mehr als ein Förderprogramm. Es ist eine strategische Weichenstellung, um Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Durch die enge Einbindung von Wirtschaft und Politik entsteht ein Modell, das über Basel hinausstrahlt – als Beispiel für eine moderne, zukunftsorientierte Standortförderung.