Schlagwort: Investmentmarkt

  • Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien bricht um 72 Prozent

    Investmentmarkt für Gewerbeimmobilien bricht um 72 Prozent

    Mit 31 Prozent beziehungsweise 1,6 Mrd. Euro entfiel der höchste Anteil am Transaktionsvolumen auf Handels-immobilien. Das Minus im Vergleich zum 1. Quartal 2022 beziffert C&W auf 30 Prozent. Das verhältnismäßig positive Ergebnis für den Retail-Bereich geht nicht zuletzt auf den Verkauf von 49,9 Prozent am Berliner KaDeWe an die Central Group aus Thailand sowie die Anteilserhöhung der Deutschen Euroshop an fünf deutschen Shopping Centern zurück.  

    Das Transaktionsvolumen von Büroobjekten stürzte gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um fast 90 Prozent auf 1,05 Mrd. Euro ab. Lediglich 2009 und 2011 waren in den vorangegangenen 15 Jahren noch schwächer ins Jahr gestartet. Die im 1. Quartal verkauften Büroobjekte lagen mehrheitlich im Preisbereich unter 50 Mio. Euro. Value-add- und Core-plus-Objekte dominierten. Core-Objekte und Objekte über 100 Mio. Euro blieben die Ausnahme. Vor allem bei Core-Objekten ist die durch die Zinswende ausgelöste notwendige Preisanpassung nach unten noch nicht abgeschlossen, was in diesem Sektor für weitgehenden Transaktionsstillstand sorgt. Käufer richten ihr Augenmerk vor allem auf Value-add und Core-plus-Immobilien in sehr guten und zentralen Lagen, nicht zuletzt im Hinblick auf Einhaltung von ESG-Kriterien.  

    Logistik und Hotel ebenfalls deutlich im Minus 
    Die Verkäufe von Logistik-und Industrie-Objekte erzielten ein Transaktionsvolumen von 795 Mio. Euro und lagen damit 79 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zwei Transaktionen über jeweils 100 Mio. Euro stützten das Ergebnis, darunter der Verkauf des Industrie- und Gewerbeparks „Areal Böhler“ in Meerbusch an Jamestown.  

    Hotelverkäufe verbuchten einen Umsatzrückgang von 49 Prozent gegenüber dem Auftaktquartal 2022 auf 180 Mio. Euro (Anteil von 4 Prozent). Im Sektor „Sonstige“, der mit 1,5 Mrd. Euro (minus 34 Prozent) nahezu gleichauf mit dem Transaktionsumsatz der Handelsobjekte liegt, dominierten die Verkäufe von Entwicklungsgrundstücken mit 805 Mio. Euro.  

    Wenige Portfolio-Deals und zurückhaltendes ausländisches Kapital  
    Das auf Portfolio-Deals entfallene Umsatzvolumen verbucht mit einem Minus von über 90 Prozent und einem Wert von 630 Mio. Euro sowohl den niedrigsten Quartalswert als auch den niedrigsten Anteil (12 Prozent) am Gesamttransaktionsvolumen seit dem letzten Quartal des Jahres 2011. Die Mehrzahl der Portfolioverkäufe lag unter 50 Millionen Euro. Größtes und einziges Portfolio im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich war die Anteilserhöhung der Deutschen Euroshop an fünf Shopping Centern in Deutschland. Ausländisches Kapital war im 1. Quartal 2023 mit 34 Prozent engagiert, liegt aber deutlich unter den mehr als 50 prozentigen Anteil der zurückliegenden fünf Jahre.  

    Renditen steigen weiter  
    Der im 2. Quartal 2022 durch die Zinswende ausgelöste Renditeanstieg hat sich im 1. Quartal 2023 unvermindert fortgesetzt. In den ersten drei Monaten stiegen die Mittelwerte der jeweiligen Spitzenwerte in den Top-7-Märkten für Büroobjekte im Mittel um 32 Basispunkte auf nun 3,83 Prozent, für innerstädtische Geschäftshäuser um 30 Basispunkte auf nun 3,90 Prozent und für Logistikimmobilien um 15 Basispunkte auf 4,15 Prozent.  

    München ist mit einer Spitzenrendite von 3,50 Prozent der teuerste Büromarkt, gefolgt von Berlin, Frankfurt und Hamburg (jeweils 3,80 Prozent), Düsseldorf und Köln (jeweils 3,90 Prozent). Stuttgart hat mit 4,10 Prozent bereits die 4-Prozentschwelle überschritten. Bei Geschäftshäusern stehen München und Düsseldorf mit Werten von 3,40 Prozent und 3,50 Prozent an der Spitze. Renditen für Logistikobjekte notieren in allen sieben Top-Regionen bei 4,15 Prozent.   

  • Schweizer Immobilien bleiben attraktiv

    Schweizer Immobilien bleiben attraktiv

    Insgesamt 92 Prozent der Immobilieninvestoren erachten laut der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Schweiz als attraktiven Standort für den Handel und den Besitz von Immobilien. Als Auslöser für die positive Perspektive wird in einer Medienmitteilung zum Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt die stabile Wirtschaft genannt. Infolge der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit rechnen aber 35 Prozent der Immobilienfinanzierer mit einem rückläufigen Investitionsvolumen, dies seien deutlich mehr als im Vorjahr (6 Prozent).

    Einstellen müsse sich die Branche infolge von Inflation und Flächennachfrage auf Hindernisse für schnelle Immobilientransaktionen. Wachstumsbremsend könnte sich die Zinsentwicklung auswirken. Der in der Mitteilung zitierte Karl Frank Meinzer, Head Real Estate Switzerland bei EY in der Schweiz, geht aber von einem geringeren Zinsdruck aus, da die Inflationsrate im internationalen Umfeld niedriger ausfalle. „Deshalb werden Immobilienfinanzierungen in der Schweiz relativ gesehen interessant bleiben und dem Transaktionsmarkt Stabilität verleihen“, sagt Meinzer.

    Bei den sicheren Anlagen liegen laut Umfrage die Kategorien Wohnen und Logistik vorne. Investoren gehen von einer stabilen Preisentwicklung aus und erwarten für Wohn- und Logistikgebäude in 1a-Lagen sogar wachsende Preise. Sinkende Niveaus werden hingegen für Investitionen in Einkaufszentren und Detailhandel, Büros und Hotels vorausgesagt.

    Grossen Einfluss auf Kaufentscheidungen wird der Klimawandel haben, der für die Fachwelt dieses Jahr höher rangiert als das Trendthema demografischer Wandel. Die Herausforderungen der Digitalisierung bewegt sich auf weiterhin relevantem Niveau, wurde aber von der Zinssituation überholt.