Schlagwort: Kapitalmarkt

  • Online-Marktplatzbetreiber strebt an die Schweizer Börse

    Online-Marktplatzbetreiber strebt an die Schweizer Börse

    Die SMG Swiss Marketplace Group AG hat einen Börsengang an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange angekündigt. Laut einer Mitteilung soll der Börsengang Aktionären Liquiditätsoptionen bieten und SMG Zugang zu breiteren Kapitalmärkten verschaffen, um potenzielle Wachstumsinitiativen zu unterstützen und die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Gleichzeitig soll dies die Marktposition der Gruppe weiter stärken und die Markenbekanntheit erhöhen. Der genaue Zeitpunkt des Börsengangs sei noch nicht festgelegt und hänge insbesondere von den Marktbedingungen ab.

    Die Aktien sollen von zwei der derzeitigen Aktionäre der Gruppe, Mobiliar und Ringier, verkauft werden. Das Angebot wird voraussichtlich als öffentliches Angebot in der Schweiz und in weiteren Ländern in Form von Privatplatzierungen an bestimmte qualifizierte Anleger durchgeführt. Die Aktien der Gruppe sollen zum Handel an der SIX zugelassen werden und die Mindestanforderung von 20 Prozent Streubesitz erfüllen. Goldman Sachs, J.P. Morgan und die UBS werden laut Mitteilung den Börsengang als globale Koordinatoren und gemeinsame Konsortialführer begleiten.

    „Mit einem klaren Leistungsversprechen, einem vertrauenswürdigen Markenportfolio und starker lokaler Expertise sind wir gut aufgestellt, um Millionen von Nutzern einen noch grösseren Mehrwert zu bieten“, kommentiert Christoph Tonini, CEO von SMG. „Mit Investitionen in zukunftsweisende Technologien wollen wir neue Massstäbe für Schweizer Online-Marktplätze setzen.“

    SMG wurde 2021 als Gemeinschaftsunternehmen zwischen der TX Group AG, Ringier AG, Schweizerische Mobiliar Versicherungsgesellschaft AG und General Atlantic SC B.V. gegründet und hat sich seitdem als ein führender Online-Marktplatz in der Schweiz etabliert. Die SMG hat 2024 einen Umsatz von 290,9 Millionen Franken und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 139,2 Millionen erzielt.

  • Europa braucht mehr Kapital für Start-ups

    Europa braucht mehr Kapital für Start-ups

    Die wirtschaftliche Stärke Europas hängt massgeblich von technologischen Innovationen ab. Doch der Zugang zu Kapital bleibt für viele Start-ups in der Wachstumsphase eine Herausforderung. Die neue Studie «Mapping investors for European innovators», veröffentlicht von der Beobachtungsstelle für Patente und Technologie des EPA zeigt, dass private und öffentliche Investoren eine entscheidende Rolle bei der Förderung neuer Technologien spielen. Im Vergleich zu den USA fehlt es in Europa jedoch an Kapital für spätere Finanzierungsphasen, was das Wachstum innovativer Unternehmen behindert.

    Technology Investor Score als Orientierungshilfe
    Um technologieorientierten Unternehmen die Suche nach Kapitalgebern zu erleichtern, führt das EPA den Technology Investor Score ein. Diese neue Kennzahl gibt an, welchen Anteil Unternehmen mit Patentanmeldungen am Portfolio eines Investors ausmachen. Der TIS hilft Start-ups, geeignete Partner zu identifizieren und fördert gezielt Investitionen in technologische Innovationen.

    Die Studie analysierte über 6100 Investoren in Europa sowie 8000 Kapitalgeber in den USA und zeigt, dass 88 % der europäischen Investoren Unternehmen mit Patenten in ihrem Portfolio haben. Doch nur 8 % dieser Investoren konzentrieren sich mehrheitlich auf Start-ups mit Patenten. Ein klares Zeichen für zurückhaltende Kapitalflüsse in innovative Wachstumsunternehmen.

    Europa muss in die Skalierung investieren
    Ein zentrales Problem des europäischen Innovationsökosystems ist die unzureichende Finanzierung in späten Entwicklungsphasen. Während öffentliche Investoren wie der Europäische Innovationsrat, die Europäische Investitionsbank oder nationale Innovationsagenturen die Frühphasenfinanzierung stark unterstützen, fehlen in Europa private Kapitalgeber für skalierungsfähige Start-ups.

    Die Analyse zeigt, dass 62 % der 100 grössten europäischen privaten Investoren sich auf Early-Stage-Finanzierungen konzentrieren, während nur 22 % in spätere Phasen investieren. Zum Vergleich: In den USA sind 98 der 100 wichtigsten Investoren private Kapitalgeber, von denen mehr als die Hälfte gezielt in die Skalierung von Start-ups investiert. Diese Finanzierungslücke in Europa führt dazu, dass vielversprechende Technologieunternehmen ins Ausland abwandern, um dort bessere Wachstumsbedingungen zu finden.

    Gezielte Lösungen für mehr Kapitalzugang
    Um diese Herausforderungen zu bewältigen, hat das EPA seinen Deep Tech Finder um eine neue Filterfunktion erweitert. Das kostenlose Onlinetool ermöglicht Start-ups eine gezielte Suche nach Investoren basierend auf Kriterien wie Finanzierungsphase, Standort und Technologiefokus. Damit können technologiegetriebene Unternehmen effizient Kapitalgeber finden, die sich auf ihre spezifischen Bedürfnisse spezialisiert haben.

    Zusätzlich bietet die Beobachtungsstelle für Patente und Technologie eine neue Informationsplattform, die detaillierte Einblicke in Finanzierungsstrategien, Investorenprofile und die Nutzung von Patenten zur Kapitalbeschaffung gibt. Ziel ist es, Start-ups und KMU zu unterstützen, damit sie ihr volles Innovationspotenzial ausschöpfen können.

    Europas Innovationskraft stärken
    Die Ergebnisse der Studie unterstreichen die Notwendigkeit, die Finanzierungsstrukturen in Europa zu optimieren. Öffentliche Gelder allein reichen nicht aus, um den Übergang von der Idee zur Marktreife zu gewährleisten. Mehr privates Kapital für spätere Wachstumsphasen ist erforderlich, um innovative Unternehmen in Europa zu halten und langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.