Schlagwort: klimaschutz

  • Beton als nachhaltiger Umweltschützer

    Beton als nachhaltiger Umweltschützer

    Auch die größten Umweltsünder können zur Verbesserung beitragen, und diese Hoffnung erstreckt sich auch auf den „Klimasünder Beton“. Weltweit entfallen 6 bis 8 Prozent der von Menschen verursachten CO2-Emissionen auf die Produktion von Zement, einem unverzichtbaren Bindemittel für den vielseitigen Baustoff. Gleichzeitig hat Zement die Fähigkeit, das bei seiner Herstellung freigesetzte CO2 wieder chemisch zu binden, zumindest teilweise. Dieser Prozess, bekannt als „Karbonatisierung“, verwandelt Calciumhydroxid im Beton nach der Herstellung durch Einwirkung von CO2 in Kalkstein. Es ist jedoch ein langwieriger Prozess, der von verschiedenen Faktoren abhängt.

    Experten der Empa haben in Zusammenarbeit mit Partnern unter der Leitung der ETH Zürich im Projekt „DemoUpCARMA“ erforscht, ob und wie dieser Prozess in einem realen Betonwerk genutzt und beschleunigt werden kann. Sie haben eine spezielle Anlage in der Firma Kästli Bau AG im Kanton Bern installiert, die Recyclingmaterial aus abgebauten Betonkonstruktionen verwendet. Das CO2, das dieses Material „aufnimmt“, stammt aus der nahe gelegenen Kläranlage und wird in verflüssigtem Zustand geliefert. Es wird in einem speziellen Silo im Werk gespeichert und dann kontinuierlich dem Recycling-Granulat ausgesetzt, um die Aufnahme präzise zu messen.

    Die Forscher haben die Prozesse untersucht, die bei der CO2-Aufnahme des Recycling-Granulats ablaufen, und auch untersucht, wie sich Recyclingwasser, das bei der Reinigung von Betonfahrzeugen und Mischanlagen anfällt, zur Bindung von Kohlendioxid nutzen lässt. Tests haben überraschende Ergebnisse erbracht: Das behandelte Material zeigte deutliche Veränderungen unter dem Mikroskop, darunter die Bildung von Calciumcarbonat an der Oberfläche und eine Verringerung des Calciumgehalts in C-S-H, dem Hauptprodukt der Zementhydratation. Dies führte zu einer Steigerung der Druckfestigkeit des Recyclingbetons.

    Praxisversuche mit verschiedenen in der Schweiz häufig verwendeten Betontypen bestätigten diese Erkenntnisse. Das Recycling-Granulat mit karbonatisierten Beton-Granulaten erreichte höhere Festigkeiten als Vergleichsbetone mit unbehandeltem Recyclingmaterial. Die Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren Beton auf zweifache Weise klimafreundlicher machen kann: durch die Aufnahme von CO2 und die Erhöhung der Festigkeit, was die Verwendung von Zement in Recyclingbetonen reduzieren könnte.

    Die Untersuchungen zeigen auch, dass die Feuchtigkeit einen wichtigen Einfluss auf die CO2-Aufnahme hat. Trockenere Recycling-Mischungen nehmen CO2 schneller auf als zu feuchte Mischungen. Dies wirft die Frage auf, ob der Prozess der Aussenlagerung von Recycling-Granulaten technisch optimiert werden sollte.

    Die positiven Ergebnisse zeigen, dass das Verfahren das Potenzial hat, die CO2-Emissionen im Betonsektor erheblich zu reduzieren. Es könnte bis zu 10 Prozent der Emissionen aus der Zementherstellung einsparen und den Zementgehalt in Recyclingbetonen um 5 bis 7 Prozent reduzieren, was zu einer Gesamtersparnis von gut 15 Prozent führen könnte.

    Die Nutzung von CO2 in Recyclingwasser zeigt ebenfalls Potenzial, wobei etwa 120 Gramm CO2 pro Kilogramm getrocknetem Material gebunden werden können. Dies führte ebenfalls zu einer geringen Steigerung der Festigkeit von Betonen, denen sie beigemischt wurden.

    Die Umsetzbarkeit dieser Ergebnisse in der Praxis, insbesondere in Betonwerken, ist noch offen und erfordert weitere Untersuchungen. Lebenszyklus-Analysen zeigen jedoch, dass karbonatisiertes Material den Treibhauseffekt netto um rund 13 Prozent reduzieren kann, verglichen mit herkömmlichem Beton mit Zement und ohne Recyclingmaterial. Bei Beton mit Recyclingmaterial liegt die Reduktion immerhin bei 9 Prozent, was ein vielversprechendes Potenzial darstellt.

  • Klimafonds Stadtwerk Winterthur fördert zwei neue Projekte

    Klimafonds Stadtwerk Winterthur fördert zwei neue Projekte

    Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur fördert seit 2007 regionale und lokale Projekte zu nachhaltigem Umgang mit Energie und Klimaschutz. Neu werden dabei zwei Projekte mit insgesamt 100’000 Franken gefördert, informiert die Stadt Winterthur in einer Mitteilung. Bei beiden Projekten handelt es sich um Ausgründungen von Zürcher Hochschulen.

    Borobotics arbeitet an einer Effizienzsteigerung von Erdsondenbohrungen für Wärmepumpen. Das Bohrverfahren Grabowski der Ausgründung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften soll derartige Bohrungen vereinfachen und automatisieren. Zudem benötigt Grabowski weniger Platz und Energie als derzeit gängige Bohrgeräte. Der Förderbeitrag des Klimafonds in Höhe von 80’000 Franken wird in Entwicklung und Bau eines Prototypen fliessen.

    Die Zürich Soft Robotics GmbH verfolgt einen innovativen Ansatz für die Solarstromproduktion. Die Solarfassade Solskin der Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich ist aus vielen kleinen und flexiblen Photovoltaikelementen zusammengesetzt. Sie können dem Sonnenstand folgen und beschatten im Zusammenspiel zudem den Gebäudeinnenraum. Auch die Zürich Soft Robotics GmbH wird den Förderbeitrag in Höhe von 20’000 Franken für den Bau einer Pilotanlage nutzen.

    Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur spielt seine Mittel über freiwillige Beiträge aus der Kundschaft des Stadtwerks Winterthur ein. Teilnehmende zahlen dafür einen Aufpreis von 2 Rappen auf jede bezogen Kilowattstunde Strom.

  • Mettmenstetten wird als Energiestadt Gold ausgezeichnet

    Mettmenstetten wird als Energiestadt Gold ausgezeichnet

    Mettmenstetten darf sich als erste Gemeinde im Bezirk Affoltern Energiestadt Gold nennen. Die Zertifizierung überreichte der Zürcher Regierungsrat und Grüne-Baudirektor Martin Neukom einem Bericht im „Anzeiger aus dem Berzirk Affoltern“ zufolge beim Energietag in Mettmenstetten an Céline Lingua, Präsidentin der Sekundarschule Knonau-Maschwanden-Mettmenstetten, Melanie Vollenweider, Präsidentin der Primarschule Mettmenstetten, sowie Marcel Eicher, Gemeinderat in Mettmenstetten.

    Demnach hat die Dorfgemeinde zwar erst spät mit energiepolitischen Massnahmen angefangen. Die erste Zertifizierung durch den Trägerverein Energiestadt gab es im Jahr 2014. Seitdem hat Mettmenstetten aber einen „energiepolitischen Sprint eingelegt“, wird Bruno Bébié, Vorstandsmitglied und ehemaliger Energiebeauftragter der Stadt Zürich, in dem Medienbericht zitiert.

    Inzwischen liegt die Gemeinde auf Rang elf des kantonalen Energiestadt-Rankings. „Das zeugt von energiepolitischem Engagement“, sagte Bébié weiter.

    Grossen Anteil an der Zertifizierung haben die Primar- und die Sekundarschule. So ist die Sekundarschule Knonau-Maschwanden-Mettmenstetten inzwischen energieautark. Die Sek Mättmi, zu der ein Hallenbad gehört, erzeugt seit wenigen Jahren Wärme und Strom in einem integrierten Heizkraftwerk. Dieses wird mit Bio-Gas betrieben. Diese Hybridbox-Lösung senkt den CO2-Ausstoss gegenüber der vormaligen Ölheizung um 100 Prozent, wie es auf dem Blog der FDP Kanton Zürich heisst.

    Die Zertifizierung Energiestadt Gold des Trägervereins Energiestadt ist die höchste Auszeichnung für Städte und Gemeinden, die „sich kontinuierlich für eine effiziente Nutzung von Energie, erneuerbare Energien und Klimaschutz engagieren und besonders hohe Anforderungen erfüllen“, heisst es auf der Internetseite des Trägervereins. Für das Gold-Label müssen sie ihre jeweiligen Handlungsspielräume zu mindestens 75 Prozent ausnutzen.

  • Dormakaba beliefert Hörmann mit CO2-neutralen Produkten

    Dormakaba beliefert Hörmann mit CO2-neutralen Produkten

    Die Unternehmen dormakaba in Rümlang und Hörmann im deutschen Steinhagen haben eine Zusammenarbeit im Bereich der Nachhaltigkeit vereinbart. Laut Medienmitteilung wird Hörmann ab dem 1. Juni 2023 CO2-neutrale Produkte von dormakaba Deutschland beziehen. Diese Massnahme sei ein wichtiger Schritt im Klimaschutzengagement des Tor- und Türherstellers Hörmann, heisst es weiter.

    Das Unternehmen Hörmann wolle sein Klimaschutzengagement verstärken, heisst es in der Mitteilung. Dabei sei man sich bewusst, dass die Emissionen in der vor- oder nachgelagerten Lieferkette am schwierigsten zu beeinflussen seien. Dieser Scope 3 genannte Bereich mache aber  den grössten Anteil aller Emissionen aus. Deshalb wolle Hörmann auch Lieferanten und Partner in sein Klimaschutzengagement mit einbeziehen. Mit dormakaba habe man einen Partner gefunden, der als Vordenker in Sachen Nachhaltigkeit in der Branche gelte.

    „Wir von dormakaba setzen mit diesem Schritt ein klares Signal, wie wichtig uns das Thema Nachhaltigkeit ist und übernehmen als Unternehmen Verantwortung“, wird Michael Hensel zitiert, Geschäftsführer der dormakaba Deutschland GmbH in Ennepetal.

    „Unser langjähriger Partner dormakaba ist bereits im Bereich Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Vorreiter in der Branche bekannt“, wird Martin J. Hörmann zitiert, persönlich haftender Gesellschafter der Hörmann Gruppe. „Seine dort erreichten Leistungen wurden von führenden Stellen anerkannt. Daher freuen wir uns, dass dormakaba alle Produkte mit Umwelt-Produktdeklaration ab dem 01.06.2023 CO2-neutral liefert.“

  • Regio Energie Solothurn vergibt 2023 zwei Preise

    Regio Energie Solothurn vergibt 2023 zwei Preise

    Regio Energie Solothurn hat im Rahmen des alljährlich stattfindenden Energieforums nicht wie üblich nur einen Preis für Energieeffizienz, Klimaschutz und Nachhaltigkeit verliehen. In diesem Jahr wurden stattdessen laut einer Mitteilung zwei Organisationen ausgezeichnet: der Verein Restessbar Solothurn und die Stiftung Discherheim Solothurn.

    Der Verein Restessbar rettet Lebensmittel. Seit 2017 sammeln seine Mitglieder ehrenamtlich bei Partnerfirmen Früchte, Gemüse, Gebäck und Getränke ein, die sonst im Abfall landen würden. Danach werden sie sortiert und auf zwölf Touren pro Woche an rund 300 Personen verteilt. Damit werden jährlich rund 26 Tonnen noch konsumierbare Lebensmittel vor der Entsorgung bewahrt. Ausserdem betreibt der Verein Aufklärungsarbeit gegen Food Waste und unterstützt Schüler bei der Erarbeitung eines Kochbuchs.

    Im Discherheim werde „darauf geachtet, dass alles, was man tut, eine möglichst lange Wirkung hat“, so Regio Energie Solothurn. An den drei Standorten der Stiftung, die Menschen mit Beeinträchtigungen Wohn- und Arbeitsplätze bietet, gelte dies auch hinsichtlich Energieeffizienz und Ressourcenschonung, sowohl bei der Umrüstung der Heizquelle als auch der Flotte von sechs Fahrzeugen auf elektrische Antriebe. Der Strom dafür kommt aus einer eigenen Photovoltaikanlage. Zudem leisten Biotop, Hecken, Naturwiese, Insektenhotels und Vogelhäuser einen Beitrag zur Biodiversität.

  • Luzern – der Wirtschaftsstandort mit Rückenwind

    Luzern – der Wirtschaftsstandort mit Rückenwind

    Mutige Entscheide und die daraus resultierende Dynamik prägten in den letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung des Standortes Luzern, wobei das 1998 eröffnete KKL als Symbol des Wandels diente. Im Zuge dieser Erneuerung baute Luzern den Hochschulstandort aus und steigerte seine steuerliche Attraktivität für Einwohner und Unternehmen.

    Nach Jahren starken Wachstums und wirtschaftlichen Wohlstands steht Nachhaltigkeit heute hoch im Kurs des Zeitgeistes. Nebst wirtschaftlichen und sozialen Aspekten werden besonders ökologische Themen stärker gewichtet als in der Vergangenheit. Insbesondere die Berücksichtigung des Klimaschutzes ist zu einem echten Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen geworden. Unternehmen müssen sich dieser Herausforderung stellen und die richtige Balance zwischen dem Business von heute und dem von morgen finden.

    Der Kanton unterstützt die globalen Anstrengungen im Klimaschutz und strebt bis 2050 eine Netto-Null-Emission von Treibhausgasen an. Die Klimastrategie des Kantons Luzern lädt die Wirtschaft und die Unternehmen ein, gemeinsam an diesem Ziel mitzuarbeiten. Ein zentrales Leuchtturmprojekt wird in dieser Ausgabe genauer vorgestellt: das einzigartige Energie-Ökosystem in Dagmersellen.

    In den Bereichen Steuern, Erreichbarkeit und Bildung bleibt der Kanton durch die geplante Steuergesetzrevision und den Bau von zwei Generationenprojekten in der Verkehrsinfrastruktur (Durchgangsbahnhof und Bypass) wettbewerbsfähig. Der Ausbau der Hochschulstandorte in Horw und Luzern sichert derweil den Unternehmen den Zugang zu den künftig benötigten Fachkräften.

    Testimonials

    Adrian Steiner
    CEO, Thermoplan AG
    «Thermoplan setzt auf den Wirtschaftsstandort Luzern, weil man hier gut ausgebildete und loyale Fachkräfte in allen Bereichen findet.»

    Makoto Nakao
    President, GC International AG
    «Die Dentalmedizin in der Schweiz gehört zu den qualitativ besten der Welt. Luzern hat uns punkto Infrastruktur, Bildung und Sicherheit überzeugt.»

    Dr. Ralf P. Halbach
    CEO, Geistlich Pharma AG
    «Der attraktive Wirtschaftsstandort überzeugt Menschen aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland, nach Luzern zu ziehen und hier zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt: Die Vorzüge, in Luzern zu leben, sind ein starkes Argument.»

    Peter Ruppeiner
    CEO und Co-Founder, AVANTYARD LTD.
    «Luzern entwickelt sich immer mehr zum Hotspot für Persönlichkeiten mit innovativen Ideen und Startups. Ein attraktiver Standort mit einer überschaubaren Grösse eignet sich hervorragend, um schnell ein Netzwerk aufzubauen.»

    Wirtschaftsförderung Luzern

    Alpenquai 30, CH-6005 Luzern
    +41 41 367 44 00
    info@luzern-business.ch, www.luzern-business.ch

  • Sommerzeit wirkt sich positiv auf Energiebilanz von Bürogebäuden aus

    Sommerzeit wirkt sich positiv auf Energiebilanz von Bürogebäuden aus

    Forschende des Urban Energy Systems-Labs der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) mit Sitz in Dübendorf haben den Einfluss der Umstellung von Winter- auf Sommerzeit auf die benötigte Heiz- und Kühlenergie von Bürogebäuden untersucht. Dabei sind sie zu dem Schluss gekommen, dass sich das Vorstellen der Uhren um eine Stunde positiv auf die Energiebilanz auswirkt, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach simulierten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die aufgewendete Heiz- und Kühlenergie mit und ohne Sommerzeit für verschiedene Klimaregionen basierend auf Daten von verschiedenen Bürogebäuden in 15 amerikanischen Städten. Um den Einfluss des Klimawandels mit einzubeziehen, berücksichtigten sie nicht nur das aktuelle Klima, sondern auch künftige Klimaszenarien bis 2050.

    Dabei konnten sie über alle Klimaszenarien und -zonen hinweg eine Energieersparnis feststellen. Die höchstmögliche Ersparnis lag bei 3 Prozent. „Da im Sommer viel mehr Kühl- als Heizenergie verbraucht wird, hat die Zeitumstellung gesamthaft gesehen einen positiven Einfluss auf die Energiebilanz eines Gebäudes“, wird Massimo Fiorentini, einer der vier Studienautoren, zitiert.

    Deshalb sollten politische Entscheidungsträger bei der Debatte um eine Abschaffung der Zeitumstellung nicht, wie bisher, nur die Stromersparnis, sondern auch das Einsparpotenzial bei Energie in Bürogebäuden während der Sommerzeit im Blick haben.

    Die Umstellung der Uhren sehen die Forschenden dennoch nur als eine von vielen Möglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs an. Auch die Verbesserung des Gebäudebestandes, Verhaltensänderungen und eine generelle Anpassung der Arbeitszeit seien wichtige Bausteine im Klimaschutz.

  • Die Gewinner des dritten nationalen Minergie-Ratings

    Die Gewinner des dritten nationalen Minergie-Ratings

    Minergie zeichnet allzweijährlich Gemeinden aus, welche seit 1998 und speziell in den vergangenen zwei Jahren am meisten nach Minergie gebaut und zertifiziert haben und so einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im nationalen Wettbewerb, bei dem alle Gemeinden, in denen mindestens ein zertifiziertes Minergie-Gebäude steht, mitmachen, können die Gemeinden in fünf Bereichen Punkte sammeln. So entsteht ein nationaler Vergleich aller Gemeinden in Bezug auf das energieeffiziente Bauen. Neben den Kriterien Anzahl Minergie Zertifikate Neubau, Modernisierung und die schwieriger zu erreichenden Spezialzertifikate (Minergie-A, Minergie-P und Minergie-ECO), sowie der total nach Minergie zertifizierten Fläche, jeweils pro Einwohner gerechnet, wird auch das Engagement der Gemeinden mit Punkten belohnt. Besonders gewichtet wird das in den vergangenen zwei Jahren Erreichte. Die 30 besten Gemeinden sind in der Tabelle aufgelistet (siehe Tabelle: Gewinnergemeinden nationales Minergie-Rating 2022). 

    Für die kleine Berggemeinde Isone ist der erste Platz im Minergie-Rating 2022 eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg in der Energiepolitik der richtige ist. Die Gemeinden spielen in der Schweizer Energiepolitik eine grundlegende Rolle und haben eine wichtige Funktion gegenüber der Bevölkerung, aber auch gegenüber der Wirtschaft.

    Die Urner Gemeinde Andermatt, Gewinnerin in der Kategorie mittlere Gemeinden, hat dank dem Baugeschehen rund um das Tourismusresort des Investors Samih Sawiris in den Bereichen Anzahl Zertifikate Minergie und zertifizierte Energiebezugsfläche viele Punkte gesammelt. Erich Renner, Gemeinderat von Andermatt meint dazu: «Der Podestplatz bedeutet, dass Andermatt sehr gut unterwegs ist bezüglich Anzahl nach Minergie zertifizierter Gebäude und zertifizierter Energiebezugsfläche. Das ist sehr schön für uns – auch, weil wir ja bereits zum vierten Mal das Label „Energiestadt“ erreicht haben.» In der Gemeinde Andermatt ist der Bereich Bauen nur ein Teil auf dem Weg, ein Nachhaltigkeits-Valley zu werden.

    Für die Stadt Weinfelden ist der erneute Gewinn der Goldmedailleein Gemeinschaftswerk. Gemäss Martin Brenner, Stadtrat von Weinfelden, trugen weitsichtige Bauherren, innovative Planer und kompetente Handwerksbetriebe massgeblich dazu bei, dass Weinfelden nun wieder zuoberst auf dem Podest steht. Die Stadt Weinfelden wurde bereits 2018 mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Auch zum diesjährigen Sieg beigetragen haben zwei in den letzten zwei Jahren neu gebaute Schulhäuser, welche nicht nur nach Minergie, sondern nach den etwas schwieriger zu erreichenden Standards Minergie-A und Minergie-P zertifiziert wurden.

    Gemeinden und Städte sind wichtige Akteure in der Förderung von energieeffizienten Bauweisen und auch im Bereich erneuerbare Energien. Zudem haben sie eine Vorbildrolle und sind oft Anlaufstelle für private Bauherrschaften und können so auch deren Entscheidungen beeinflussen. Deshalb ist diese Auszeichnung für die Gemeinden eine Bestätigung ihres Engagements für das nachhaltige Bauen und für den Klimaschutz. Mit der Kürung der Gewinner-Gemeinden bedankt sich Minergie für das Engagement der Gemeinden.

  • Startschuss zum Energiefilm Züri 2022

    Startschuss zum Energiefilm Züri 2022

    Nach dem Erfolg vom letzten Jahr messen sich am diesjährigen Energiefilm Züri wiederum über 40 Jugendliche in insgesamt 20 Teams. Während einem halben Jahr produzieren die Teilnehmenden professionelle Filmspots für das Klima. Am 18. November 2022 kommt es im Kino Abaton zum grossen Showdown vor Publikum: Eine hochkarätige Jury unter dem Vorsitz des Zürcher Stadtrats Michael Baumer kürt die besten Werbespots und vergibt die begehrten Filmpreise.

    Ideen für den Klimaschutz
    Die diesjährige Ausgabe des Energiefilm Züri startete mit einem ersten Workshop für die Teilnehmenden. Rainer Schöne, Geschäftsleitungsmitglied von Energie 360°, rief in seiner kurzen Begrüssung den Jugendlichen zu: «Wir brauchen euch. Das Klima braucht euch. Es braucht Ideen von uns allen, wie wir unsere Zukunft lebenswert erhalten.»

    Silvia Banfi Frost, Energiebeauftrage der Stadt Zürich, hielt fest: «Ich freue mich, dass der Energiefilm Züri ein solcher Erfolg ist und bereits zum zweiten Mal stattfindet. Es ist einfach toll zu sehen, mit welchem Engagement sich die Jugendlichen für das Klima einsetzen. Das macht Mut.»

    Grosse Prämierung
    Die teilnehmenden Jugendlichen sind zwischen 13 und 18 Jahre alt und kommen mehrheitlich aus dem Kanton Zürich. Allein oder im Team produzieren sie einen einminütigen Spot, der den Klimaschutz zum Inhalt hat. Alle eingereichten Filme werden am 18. November 2022 bei der grossen Award-Verleihung im Kino Abaton vor Publikum uraufgeführt. Die besten Filme wer-den prämiert. Ausgezeichnet werden sowohl der beste Film als auch die beste Idee. Zusätzliche Kategorien sind der Publikums-Award und der Online-Award. Die Siegerfilme laufen 2023 während einem Monat als Werbespots in den Zürcher Kinos. Zudem erhalten die Macherinnen und Macher einen exklusiven Auftritt am Zurich Film Festival, das offizieller Partner des Energiefilm Züri ist. Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festival: «Der Energiefilm Züri und das Zurich Film Festival passen perfekt zusammen. Die Jugendlichen sammeln Erfahrungen in der Gestaltung von Filmen, und gleichzeitig engagieren wir uns alle für eine wirklich gute und wichtige Sache. Der Energiefilm Züri ist top.»

    Professionelle Begleitung
    Unterstützt werden die Jugendlichen bei der Produktion der Spots von professionellen Coaches. Während der gesamten Produktion und an speziellen Workshops profitieren sie vom Wissen international arrivierter Filmschaffender. Beurteilt werden die Filme von einer Jury unter dem Präsidium von Stadtrat Michael Baumer. Weitere Jurymitglieder sind die Zürcher Schauspielerin Nadine Michelle Arnet, Christian Jungen, Direktor des Zurich Film Festival, Jörg Wild, CEO Energie 360°, Silvia Banfi Frost, Energiebeauftragte der Stadt Zürich sowie Filmregisseurin Karin Heberlein.

    Zukunft ist nachhaltig
    Energie 360° engagiert sich für eine nachhaltige Energiezukunft. Aus diesem Grund will das Unternehmen auch der Kreativität der Jugendlichen mehr Gehör verschaffen. CEO Jörg Wild: «Die Einmaligkeit der Erde steht beim Energiefilm Züri aber auch in unserer täglichen Arbeit im Vordergrund. Energie 360° arbeitet täglich an innovativen, nachhaltigen Energielösungen für die Zukunft. Der Energiefilm Züri bietet den Ideen der Jugend die richtige Bühne.» Die Preisträgerinnen und Preisträger der besten Idee werden zudem speziell zu einem Besuch in das Innovations-Lab von Energie 360°, dem lab360, eingeladen.

  • Lebenswerte Gebäude der Zukunft schaffen mit vorausschauender Planung

    Lebenswerte Gebäude der Zukunft schaffen mit vorausschauender Planung

    Was ist eigentlich ein „lebenswertes Gebäude“? Früher waren Häuser einfache Gebäude, in denen Menschen vor allem geschlafen und gegessen haben. Heute muss ein Gebäude mehr können: „Wir wollen uns darin wohlfühlen, zur Ruhe kommen, ohne Barrieren fortbewegen und am besten nachhaltig leben. Es schafft nicht nur einen Raum, sondern muss zu den Nutzern und deren Bedürfnissen passen – und zwar heute und in Zukunft. Erst dann sprechen wir von einem lebenswerten Gebäude“, erläutert Sören Eilers.

    Gebäude werden in der Gegenwart für die Zukunft errichtet
    Dabei haben sich die Anforderungen allein in den vergangenen 15 Jahren stark gewandelt: Die Denkweise der Menschen hat sich verändert, zudem herrschen regionale Unterschiede, wenn es um die Frage geht, was ein zeitgemäßes Gebäude ausmacht. Werden mancherorts nur noch Passivhäuser errichtet, so liegt der Fokus andernorts beispielsweise auf freien Lernkonzepten und offenen Räumen. Für Planer und Architekten bedeutet das, dass sie weit vorausdenken müssen. „Gebäude werden in der Gegenwart für die Zukunft gebaut, für die nächsten 30 bis 50 Jahre Nutzungszeit“, erklärt Marco Sperling. „Wir müssen in unserer heutigen Planung also bereits die Nutzungsmöglichkeiten für in ein paar Jahrzehnten bedenken. Dabei ist jedoch fast immer das Budget der limitierende Faktor.“

    Damit nicht genug. Neben den vom Auftraggeber gesteckten Rahmenbedingungen gibt es diverse gesetzliche Anforderungen, Normen und Verordnungen, die einzuhalten sind. Dabei sind sich die unterschiedlichen Regelwerke längst nicht immer einig. „Es gibt in Deutschland fast nichts, das nicht geregelt ist. Die Rahmenbedingungen der Auftraggeber sind oft verhandelbar, bei gesetzlichen Vorgaben ist das weitaus schwieriger“, weiß Sperling aus Erfahrung. Damit am Ende alle Wünsche, Bedürfnisse, Anforderungen und Vorschriften unter einen Hut gebracht werden können, ist eine intensive Abstimmung mit allen Beteiligten unerlässlich: „Der Abstimmungsbedarf wächst ständig und ist sogar in Zertifizierungsprozessen verankert. Das ist auch durchaus sinnvoll, damit es am Ende ein gutes Gebäude wird. Es gilt in jedem Fall: Je besser die Abstimmung von Beginn an, desto besser das Ergebnis!“ So werden im Idealfall alle fachbeteiligten Planer für Haustechnik, Statik, Tragwerk etc., die Verarbeiter, aber auch Nutzer und Auftraggeber sowie deren Interessensvertreter eingebunden.

  • Nachhaltige Wohnquartiere: großer Sprung statt kleiner Schritte

    Nachhaltige Wohnquartiere: großer Sprung statt kleiner Schritte

    Nur mit der Wohnungswirtschaft ist die Energiewende zu schaffen. Denn fast 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus Gebäuden, und der größte Teil davon wiederum aus Wohngebäuden. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, zielt die europäische und nationale Regulierung daher immer stärker auf die Bau- und Wohnungsbranche.  

    Doch nicht nur immer schärfere Vorschriften zwingen Bauherren und Eigentümer, auf die Nachhaltigkeit zu achten. Auch unabhängig davon fordern Investoren zunehmend ein, dass bei Immobilienprojekten ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt werden, und die EU-Offenlegungsverordnung sorgt in dieser Hinsicht für mehr Transparenz. Objekte, die Nachhaltigkeitskriterien unzureichend erfüllen, werden an Wert verlieren und es immer schwerer haben, Käufer und Mieter zu finden.  

    So schafft der Markt Anreize für Bauherren und Eigentümer, ihre Objekte nachhaltiger zu machen. Dabei tritt der «Impact»-Gedanke immer mehr in den Vordergrund: Es geht nicht darum, mit geringstmöglichem Aufwand die Vorschriften zu erfüllen, sondern mit angemessenem Aufwand größtmöglichen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft zu stiften.  

    Es kommt dabei nicht in erster Linie darauf an, am Reißbrett Neubauten nach den neuesten ökologischen Standards zu planen. Denn die allermeisten Häuser, in denen wir in zehn, 20 oder 30 Jahren wohnen werden, sind längst gebaut. Und viele davon haben den energetischen Standard der siebziger Jahre und damit keinerlei Features, um Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen im Rahmen zu halten. Abriss und Neubau sind oftmals nicht finanzierbar. Hinzu kommt die sogenannte graue Energie, die für Förderung, Herstellung und Transport von Baustoffen und den Bau selbst aufgewendet wird. Eine Sanierung mit unspektakulären, aber intelligenten Maßnahmen hat damit oftmals mehr ökologischen Impact als ein ökologischer Musterneubau.  

    Starker Hebel 
    Quartiere, also ganze Gebäudeensembles oder Stadtviertel, bieten besondere Möglichkeiten, Impact zu erzielen. Zum einen natürlich, weil entsprechende Projekte eine Vielzahl von Wohneinheiten umfassen. Damit multipliziert sich die Wirkung von Maßnahmen auf Gebäudeebene wie verbesserte Dämmung, Einbau besser isolierender Fenster oder Austausch der Heizanlage durch energieeffizientere Technologie.  

    Vor allem aber ist dank der Skaleneffekte der Bau aufwendiger Anlagen erheblich kostengünstiger möglich, weil sich mehrere Gebäude gemeinsame Infrastruktur teilen können. Energieeffiziente Blockheizkraftwerke können damit ebenso wirtschaftlich werden wie Nutzung von Solarenergie, Klein-Windkraftanlagen oder Geothermie. Auch Elektromobilitätskonzepte, zu denen zum Beispiel das Angebot von Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder -fahrräder gehört, lassen sich in einem Quartier erheblich leichter realisieren als in einem Einzelgebäude. Weitere Möglichkeiten betreffen gemeinsame Grünanlagen, die das Mikroklima verbessern oder Biotope für Pflanzen und Insekten beherbergen.  

    Zudem haben größere Quartiersprojekte Ausstrahlungswirkungen auf die Nachbarschaft und unter Umständen sogar darüber hinaus. Das betrifft insbesondere die soziale Komponente. So können Einrichtungen wie etwa Kindergärten oder Arztpraxen, die im Rahmen der Quartiersentwicklung mitgeplant werden, auch von Anwohnern aus dem weiteren Umkreis genutzt werden. Die Planung bezieht daher die soziale Struktur über die Grenzen des Quartiers hinaus ein und sollte in enger Abstimmung mit Kommune und Anwohnern erfolgen. Bei größeren Projekten sollte es auch eine Verkehrsplanung in Zusammenarbeit mit externen Stellen geben, die auf Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit und eine stärkere Nutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Elektromobilität hinwirkt.  

    Je stärker ein Projekt auf die Nachbarschaft ausstrahlt, umso größer ist das Gewicht, das Bauherren und Eigentümer in Verhandlungen mit Kommunen und Behörden auf die Waage bringen. Das kann auch zu städtebaulichen Entscheidungen führen, die die Nachhaltigkeit und damit auch den Marktwert des Projekts steigern, etwa wenn für ein neues oder umgestaltetes Quartier eine neue Straßenbahnhaltestelle angelegt wird.  

    Gute Kontakte und Verhandlungsgewicht im Austausch mit Behörden sind auch wichtig, um bürokratische Prozesse im Sinne der Nachhaltigkeit des Projekts zu beeinflussen oder zu beschleunigen. Ein Beispiel ist der Milieuschutz, der nicht selten verhindert, dass umweltschädliche Heizungssysteme durch effizientere Technologie ersetzt werden. Behörden haben bei Genehmigungen aber einen gewissen Spielraum und werden diesen eher nutzen, wenn eine Genehmigung für ein umfangreiches Projekt großen Nutzen für den Umweltschutz bringt.  

    Mögliche Konflikte zwischen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit sind dabei zu berücksichtigen. So ist es denkbar, dass energetische Sanierungen die Mieten erhöhen. Dem steht eine Entlastung der Mieter bei den Nebenkosten gegenüber, was wegen der jüngst stark gestiegenen Energiekosten stärker ins Gewicht fällt. Mit staatlichen Hilfen ist es denkbar, energetische Sanierungen gesamtmietenneutral zu gestalten.  

    Der Klimaschutz ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, und die Immobilienbranche hat hier eine besondere Verantwortung. Bei Quartiersprojekten haben die Akteure einen besonders starken Hebel in der Hand, schnell spürbare Wirkungen zu erzielen. 

  • Bund leistet Kantonen Arbeitshilfe beim Klimaschutz

    Bund leistet Kantonen Arbeitshilfe beim Klimaschutz

    Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) will die Kantone dabei unterstützen, räumlichen Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, erläutert das ARE in einer Mitteilung. Es hat dazu eine Arbeitshilfe für die kantonalen Richtpläne erstellt. Mit diesen für alle Behörden verbindlichen Richtplänen steuern die Kantone ihre räumliche Entwicklung.

    Die vom ARE entwickelte Arbeitshilfe soll als Ergänzung des bestehenden Leitfadens für die kantonale Richtplanung fungieren. Sie bietet gute und umsetzbare Beispiele aus der Praxis an, wie die Raumplanung den Herausforderungen des Klimawandels begegnen kann. Dabei werden sowohl Massnahmen für den Klimaschutz als auch Massnahmen zur Anpassung an die Klimawandel thematisiert.

    Als Beispiel einer Massnahme zum Klimaschutz führt das ARE in der Mitteilung die im Richtplan des Kantons Genf verankerte Förderung des Fuss- und Veloverkehrs an. Dies und „der Planungsgrundsatz der kurzen Wege“ seien „wichtige raumplanerische Hebel für den Klimaschutz“.

    Bei der Anpassung an den Klimawandel nennt das ARE ein Beispiel aus dem Kanton Schaffhausen. Er hat in seinem Richtplan festgesetzt, dass Flächen im Siedlungsgebiet möglichst nicht versiegelt werden sollten, damit das Wasser versickern und zur Neubildung von Grundwasserreserven beitragen kann.

  • Minergie und SNBS übernehmen Label für 2000-Watt-Areale

    Minergie und SNBS übernehmen Label für 2000-Watt-Areale

    Das Label für 2000-Watt-Areale verschwindet auf Ende 2023. Darauf haben sich laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) die Anbieter von Labeln für nachhaltige Gebäude in der Schweiz geeinigt. Das Label wurde bisher vom BFE-Programm EnergieSchweiz angeboten.

    Im Gegenzug wird künftig der Verein Minergie auch ein Label Minergie-Areal für solche Areale anbieten, die dem Klimaschutz entsprechen. Das Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz als Trägerin des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) wird das Label SNBS-Areal für die Nachhaltigkeit von Arealen in allen ihren Dimensionen schaffen.

    Auf der Ebene der Gebäudelabel wird es auch künftig den Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK), die verschiedenen Minergie-Kategorien und den SNBS geben.

    Die Träger der verschiedenen Label wollen durch eine Bündelung der Ressourcen eine höhere Wirkung erzielen. „Nachhaltige Immobilien leisten einen grossen Beitrag zum Klimaschutz. Der Trend ist positiv, aber das Potenzial wird längst nicht ausgeschöpft“, wird Marc Mächler, Regierungspräsident Kanton St.Gallen und Präsident des Vereins Minergie, in der Mitteilung zitiert. „Die Label ergänzen sich, werden besser aufeinander abgestimmt und Bauherrinnen und Planende können sich leichter orientieren, welches Label ihren Bedürfnissen entspricht.“

  • Holcim emittiert erste nachhaltige Anleihen

    Holcim emittiert erste nachhaltige Anleihen

    Holcim hat zwei Anleihen in Schweizer Franken emittiert, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind und den Klimaschutz in den Mittelpunkt der Finanzierungsstrategie stellen. Die Bonds brachten 325 Millionen und 100 Millionen Franken ein, mit Fälligkeiten 2026 und 2032 und zu einem jährlichen Zinssatz von 0,35 beziehungsweise 0,90 Prozent.

    Sollte Holcim sein Klimaziel nicht erreichen, haben die Anlegerinnen und Anleger Anspruch auf einen höheren Kupon. „Wir sind stolz darauf, das erste Unternehmen zu sein, das eine Anleihe mit Nachhaltigkeitsbezug auf dem Schweizer Franken-Markt auflegt“, wird CFO Géraldine Picaud in einer Unternehmensmitteilung zitiert. „Die Anleihe hat neue ESG-Investoren angezogen, die ihr Vertrauen in die Finanzkraft, die Strategie und die Fähigkeit von Holcim, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, unter Beweis stellen.“

    Mit den aktuellen Transaktionen baue Holcim seine globale Führungsposition in diesem Bereich aus. Bisher habe das Unternehmen rund 6,7 Milliarden an nachhaltigen Finanzierungsvereinbarungen abgeschlossen. Diese aktuelle Transaktion stelle im Rahmen der „Strategie 2025 – Beschleunigung des grünen Wachstums“ einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zu mehr als 40 Prozent nachhaltiger Finanzierungsverträge dar.

    Dies war Holcims dritte Transaktion auf dem Schweizer Markt für öffentliche Anleihen in den vergangenen zehn Monaten. Sie erlaubten es dem Unternehmen, insgesamt 1,1 Milliarden Franken aufzunehmen.

  • Bund strebt Netto-Null auch für Bodenschutz an

    Bund strebt Netto-Null auch für Bodenschutz an

    Mit seiner Bodenstrategie Schweiz will der Bundesrat dem weiteren Verlust von Boden durch Bodentätigkeit, Erosion oder Schadstoffe entgegenwirken. Das Kernanliegen ist es, dass in der Schweiz bis 2050 netto kein Boden mehr verlorengeht. Das soeben vom Bundesamt für Raumentwicklung in der Reihe „Forum Raumentwicklung“ veröffentlichte Heft mit dem Titel „Mit dem Boden nachhaltig umgehen – die Verantwortung der Raumentwicklung“ zeigt auf, wie es gelingen kann, den Boden langfristig zu erhalten.

    Dass dies mit dem ebenfalls erklärten Netto-Null-Ziel für CO2-Emissionen einhergeht, sei kein Zufall, so Damian Jerjen, Direktor des Verbands für Raumplanung EspaceSuisse, in einer Medienmitteilung des Bundesamts für Raumentwicklung: „Die Raumplanung steht in der Verantwortung, ihre Instrumente für den Klimaschutz zu nutzen und so auch den Boden zu schützen.“ Denn diese müssten zum einen einen maximalen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zum anderen würden sie helfen, sich an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

    In dem Heft fordert Adèle Thorens Goumaz, Ständerätin (Grüne/VD) und Expertin für Biodiversität, ein grösseres Fachwissen über die Bodenqualität zu entwickeln. Dabei stelle die dezentrale Entscheidungsstruktur ein Hindernis für ein nachhaltiges Bodenmanagement dar. In einem Interview schlägt sie vor, sich zunächst über die Landwirtschaft der Zukunft einig zu werden. „Erst dann sollten wir an der Raumplanung arbeiten, nicht umgekehrt.“

    Eine ebenfalls im Heft enthaltene Reportage schildert die Renaturierungsarbeiten nach Abschluss der Bauarbeiten am Ceneri-Basistunnel. Dort gelangen enorme Massen an Erde wieder in ihre ursprüngliche Parzelle zurück. Sie werden zu fruchtbarem Boden aufgebaut und können nach wenigen Jahren für den Gemüseanbau genutzt werden.

    Das Heft kann schriftlich und kostenpflichtig beim Berner Bundesamt für Bauten und Logistik bestellt werden. Um Audiobeiträge und Fotostrecken angereichert ist es auch online und gratis verfügbar.

  • Klimastiftung Schweiz fördert innovative Projekte

    Klimastiftung Schweiz fördert innovative Projekte

    Die Klimastiftung Schweiz hat insgesamt 1,3 Millionen Franken an Fördermitteln verteilt. In den Genuss dieser finanziellen Unterstützung kommen kleine und mittlere Unternehmen, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Total erhalten neun besonders innovative und fünf Grossprojekte für die Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden Gelder der Klimastiftung. „Es ist uns ein grosses Anliegen, solche Innovationen verstärkt zu fördern“, wird deren Geschäftsführer Vincent Eckert in einer Medienmitteilung zitiert.

    So wird etwa das Tessiner Unternehmen iWin neu mit 50’000 Franken unterstützt. Es produziert Fenster mit integrierter photovoltaischer Jalousie. Damit verwandelt es hochverglaste Gebäude in Solarkraftwerke. Die Zürcher Firma Oxara verwendet die Förderung zur weiteren Entwicklung von zementfreiem Beton aus lehmhaltigem Aushubmaterial. FenX mit Sitz in Zürich stellt aus Asche und weiteren mineralischen Abfällen einen Isolierschaum für den Bau her, der nicht brennbar und zu 100 Prozent wiederverwertbar ist. Dafür erhält FenX 200’000 Franken.

    Unter den geförderten Projekten befinden sich zudem die automatisierte Lösung für die Insektenzucht der Aargauer Firma SmartBreed ebenso wie das Tessiner Unternehmen Ponera. Es entwickelt Versandverpackungen für Industriegüter, die eine Kreislaufwirtschaft für Verpackungsmaterial schaffen sollen. Weitere Gelder gehen an die liechtensteinische iWorks AG. Sie zeigt, wie öffentliche Flächen zur Produktion von Solarstrom genutzt werden können.

  • Climeworks holt in Island CO2 aus der Luft

    Climeworks holt in Island CO2 aus der Luft

    Climeworks, der Reykjaviker Energieversorger ON Power und die isländische Firma Carbfix haben vereinbart, ihre Technologien zur CO2-Abscheidung aus der Luft und für dessen dauerhafte Speicherung zu kombinieren. Climeworks und Carbfix bezeichnen diese Vereinbarungen in ihren jeweiligen Medienmitteilungen als „bahnbrechend“ sowie als „Meilenstein im Kampf gegen den Klimawandel“ und „Wendepunkt im Klimaschutz“: „Zum ersten Mal werden die Technologien für ein Projekt dieser Grössenordnung zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Luft miteinander kombiniert“, heisst es dort. Die neue Anlage wird pro Jahr 4000 Tonnen Kohlendioxid dauerhaft aus der Luft entfernen.

    Am Standort des drittgrössten Geothermie-Kraftwerks der Welt, dem isländischen Hellisheiði, errichtet Climeworks Anlagen zur Abscheidung von CO2 aus der Luft. Dafür wird die Direct Air Capture-Technologie (DAC) von Climeworks eingesetzt. Die von ON Power bereitgestellte geothermische Energie und Wärme sichert der DAC-Technologie die konstante Versorgung mit erneuerbarer Energie.

    Das Abkommen von Climeworks mit Carbfix gewährleistet die sichere und dauerhafte Speicherung des Kohlendioxids durch natürliche unterirdische Mineralisierung. Die unterirdischen Basaltgesteinsformationen in Island böten für diesen Prozess die idealen Bedingungen, so die Mitteilung von Carbfix.

    „Diese Zusammenarbeit mit ON und Carbfix ist ein grosser Schritt vorwärts“, wird Jan Wurzbacher in der Medienmitteilung von Climeworks zitiert, Mitgründer und Co-CEO von Climeworks. „Wir können die Netto-Null erreichen.“

    ON Power äussert sich „immens stolz auf diese Zusammenarbeit“ von ON, Carbfix und Climeworks. Sie zeige, „wie innovative Projekte zusammenkommen können, um eine der Lösungen für die globale Erwärmung zu schaffen und zu erweitern“. Das Unternehmen freue sich, „die Arbeit von Climework in Zukunft zu unterstützen“.

  • Synthetisches Gas: Die Energielösung der Zukunft?

    Synthetisches Gas: Die Energielösung der Zukunft?

    Nachhaltigkeit wird ein immer wichtigeres Thema: So möchte man die vollständige Abkehr von fossilen Energieträgern. In der Schweiz ist in Sachen erneuerbarer Energie vor allem der Winter problematisch. Auch die Umstellung des Langstrecken-, Schwer- und Flugverkehrs auf erneuerbare Treibstoffe ist eine Herausforderung. Deshalb befasst sich ein Forschungsprojekt an der Empa mit der Herstellung von synthetischem Methan. Der Kanton Zürich unterstützt das Vorhaben mit insgesamt 500’000 Franken aus dem Rahmenkredit zur Unterstützung von Pilotprojekten im Energiebereich.

    Synthetisches Methan, ein wichtiger Meilenstein
    Hergestellt wird synthetisches Methan aus erneuerbarem Strom und Kohlendioxid (CO2). Über das Gasnetz kann es international transportiert werden, die Infrastruktur dazu ist bereits vorhanden, Ebenso die Handelsmechanismen, die Normen und das Expertenwissen. Damit ist es eine von wenigen Optionen für die Versorgung der Schweiz mit erneuerbarer Energie im Winterhalbjahr. In flüssiger Form könnte es eine Alternative zu Diesel für den Langstreckengüterverkehr bieten und als Grundlage für die Entwicklung von synthetischem Kerosin dienen. Zudem würde das synthetische Methan eine energetische Koppelung der Strom, Wärme- und Verkehrssektoren ermöglichen.

    «Es ist eine Schlüsselfrage für den Klimaschutz: Wie können wir die überschüssige Sonnenenergie vom Sommer ganzjährig nutzbar machen, um CO2-frei zu werden – gerade beim Verkehr», sagt der zuständige Regierungsrat Martin Neukom, Baudirektor des Kantons Zürich. Die Umwandlung von erneuerbarem Strom in synthetisches Methan ist zwar nicht neu, jedoch fehlen für die Einordnung und vergleichende Bewertung künftiger Energieversorgungs- und Mobilitätskonzepte noch verschiedene Grundlagen. Die Erarbeitung belastbarer energetischer und wirtschaftlicher Daten in diesem Umfeld sei deshalb auch ein Schwerpunkt des Vorhabens, betont Brigitte Buchmann, Mitglied der Empa-Direktion und strategisch verantwortlich für das Projekt.

    Empa-Tankstelle mit synthetischem Methan
    Das Projekt hat zum Ziel, «move», den Mobilitätsdemonstrator der Empa,  in dem bereits Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilität laufen, bis 2021 mit einer Produktionsanlage für synthetisches Methan zu erweitern. So sollen an der angeschlossenen Tankstelle dann Lastwagen eines Projektpartners mit CO2-neutralem, synthetischem Methan betankt werden. Parallel dazu sollen Kostenstrukturen untersucht und Wirtschaftlichkeitsmodelle entwickelt werden. Diese sollen als Grundlage für Entscheidungsträger zur Ausgestaltung von Rahmenbedingungen der künftigen post-fossilen Mobilität dienen können.