Schlagwort: Klimastrategie

  • Basel plant konsequent klimafreundlich und zukunftsorientiert

    Basel plant konsequent klimafreundlich und zukunftsorientiert

    Frau Keller, wie beurteilen Sie die bisherigen Fortschritte bei der nachhaltigen Stadtentwicklung und welche Schwerpunkte setzen Sie in den kommenden Jahren?
    Wir haben schon einiges gemacht – aber es bleibt noch viel zu tun! Wir haben mit unserem Stadtklima-Masterplan und der Klimaschutzstrategie sowie dem dazugehörigen Aktionsplan wichtige Weichen gestellt. Insbesondere die Begrünung und Entsiegelung sowie die Reduktion der CO2-Emissionen gehen wir damit umfassend an. Neben der Reduktion der direkten Emissionen aus dem Betrieb kümmert sich mein Departement auch um die indirekten Emissionen aus der Erstellung von Bauten. Hier prüfen wir aktuell neue Ansätze wie eine Lenkungsabgabe auf indirekte Emissionen beim Bauen. Wir verdichten und nutzen bestehende Gebäude um und wollen künftig über eine Gesetzesänderung das Bauen im Bestand vereinfachen. Das sind die Leitlinien, wie wir in den nächsten Jahren die Nachhaltigkeit in der Stadtentwicklung vorantreiben wollen.

    Mit welchen Massnahmen stärken Sie die Baukultur in Basel und fördern hochwertiges, zukunftsfähiges Bauen?
    Baukultur ist für uns sehr wichtig: Die Baslerinnen und Basler sollen sich wohl fühlen in ihrer Stadt. Das ist natürlich auch für die Erreichung der Klimaziele eine zentrale Grundlage und deshalb ist eine zukunftsweisende Baukultur enorm wichtig. Eine hohe Baukultur stiftet Identifikation und Lebensqualität. Dabei leisten sowohl der Erhalt als auch das Weiterbauen im Bestand, die Pflege traditioneller Bauweisen sowie die Verwendung zukunftsfähiger Technologien und Bauten wesentliche Beiträge. Baukultur ist nachhaltig und nachhaltige Planung muss ein integraler Teil der Baukultur werden. Das zeigt sich übrigens sehr schön auch in unserem «Basler Kompass», wo die Baukultur als einer der ersten Punkte genannt und thematisiert wird.

    Welchen Beitrag kann das Bau- und Verkehrsdepartement im Bereich Kreislaufwirtschaft leisten, um das Ziel Netto Null bis 2037 zu erreichen?
    Basel-Stadt hat eine ehrgeizige Strategie zur Förderung der Kreislaufwirtschaft im Baubereich. Das bedeutet, dass wir Gebäude und Bauprodukte so gestalten wollen, dass sie möglichst lange genutzt werden können und aus wiederverwendeten oder recycelten Materialien bestehen. Ein wichtiger Schwerpunkt ist es, bestehende Gebäude weiterzubauen und zu nutzen, anstatt sie abzureissen und neu zu bauen. Dadurch werden nicht nur Abfälle reduziert, sondern auch die Treibhausgasemissionen verringert, die normalerweise bei der Herstellung neuer Baumaterialien entstehen. Neue Gebäude sollen zudem vermehrt so erstellt werden, dass sie zerlegbar sind und nach Ende ihrer Nutzung als Baumaterial für ein nächstes Bauwerk zur Verfügung stehen (Design for Disassembly). Zusätzlich fördert Basel-Stadt die Verwendung von Recycling-Materialien im Bauprozess wie zum Beispiel Recycling-Asphalt bei Strassenbelägen. Wir arbeiten daran, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um kreislaufgerechtes Bauen zu erleichtern, und wir investieren in die Infrastruktur, die für die Wiederverwendung und das Recycling von Baumaterialien benötigt wird. So hat der Kanton beispielsweise ein eigenes Bauteillager ins Leben gerufen: Kantonales Rückbaumaterial wird in einem Online-Bauteilkatalog erfasst und für die Wiederverwendung in anderen Projekten zur Verfügung gestellt. Durch diese Massnahmen wollen wir nicht nur unsere Klimabilanz verbessern, sondern auch die Innovation im Baubereich fördern.

    Was sind die nächsten Schritte beim Projekt «Grüner Asphalt» und wie bewerten Sie das Klimaschutzpotenzial dieser Innovation?
    Der Einsatz des grünen Asphalts bei Basler Strassenbaustellen entwickelt sich gut. Innerstädtisch kam und kommt grüner Asphalt bis anhin bei mindestens acht grösseren und kleineren Baustellen zum Einsatz. Zu nennen sind zum Beispiel die Burgfelderstrasse, die Freiburgerstrasse oder auch der Eselweg. Aktuell laufen weitere Projekte, bei welchen der Einsatz des grünen Asphalts vorgesehen ist. Wobei wir mit Grünem Asphalt nicht den CO2-Ausstoss direkt verringern. Der Grüne Asphalt bindet aber dank Pflanzenkohle mehr CO2 aus der Atmosphäre, als er bei der Produktion entlässt. So können wir die Klimabelastung des Strassenbaus reduzieren. Ein Selbstläufer ist es aber noch nicht. Es gibt nach wie vor kritische Hersteller und Verbände. Da müssen wir weiter den Dialog suchen und die Chancen aufzeigen.

    Was sind derzeit die grössten Herausforderungen beim Unterhalt und der Modernisierung der öffentlichen Infrastruktur in Basel?
    Die Herausforderungen sind vielfältig. Ein zentraler Aspekt ist die Notwendigkeit, die bestehenden Infrastrukturen wie Strassen, Brücken und Tramgleise regelmässig zu sanieren, um eine zuverlässige Versorgung mit Wasser und Energie sicherzustellen. Gleichzeitig baut IWB im Auftrag des Kantons Basel-Stadt das Fernwärmenetz bis 2037 um insgesamt 60 Kilometer aus. Dies erfordert eine enge Koordination mit den anderen Sanierungsarbeiten, um die Belastungen für Anwohnende zu minimieren und gleichzeitig auch die Gelegenheit für Umgestaltungen zugunsten des Stadtklimas und des aktiven Verkehrs zu nutzen. Denn auch der Klimawandel ist eine Herausforderung. Wir müssen einerseits die Stadt auf Hitzewellen und extreme Wetterereignisse vorbereiten. Um Hitzeinseln zu vermeiden, gilt es, Asphaltflächen zu entsiegeln und Grün- und Wasserflächen im öffentlichen Raum zu schaffen. Andererseits hat sich der Kanton mit Netto-Null bis 2037 ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt. Wir setzen deshalb zum Beispiel vermehrt auf Gebäudesanierungen und Umnutzungen im Bestand und setzen auf Suffizienz, Reduktion der grauen Energie sowie die Minimierung des Betriebsenergieverbrauchs.

    Inwiefern ist die Digitalisierung, zum Beispiel mit neuen Apps für Fahrgäste, Teil Ihrer Strategie zur Erhöhung der Attraktivität des ÖV in Basel?
    Der Digitalisierung kommt beim ÖV ein hoher Stellenwert zu. Die Fahrgäste möchten sich via App über Fahrpläne oder allfällige Betriebsstörungen informieren und dort auch bequem ihr Ticket lösen. Zentral ist die Digitalisierung auch, wenn es ums Teilen und Kombinieren verschiedener Fahrzeuge geht. Viele von uns kombinieren die Tram- oder Busfahrt mit einem Leihfahrzeug: Je nachdem, wo wir wohnen, fahren wir mit einem geliehenen Velo, Trotti oder Auto zur Haltestelle oder von dort zum Zielort. Diese Leihfahrzeuge buchen oder bezahlen wir schon heute mehrheitlich digital. Ziel muss es sein, dass wir digitale Lösungen haben, die alle diese Angebote komfortabel miteinander verbinden. Der grosse Durchbruch ist bisher nicht gelungen, es gibt viele Player und Herausforderungen auf diesem Weg. Aber wir sind an Lösungen dran.

    Was sind aktuell die grössten Herausforderungen bei der grenzüberschreitenden Koordination mit dem Kanton Baselland und den Nachbarländern bezüglich des öffentlichen Verkehrs?
    In unserer Region sind wir es alle gewohnt, täglich Kantons- oder Landesgrenzen zu überschreiten. Entsprechend planen wir in der Region auch vieles gemeinsam über Grenzen hinweg – gerade in der Mobilität. Viele Tram- und Buslinien sind sowohl im Baselbiet als auch in Basel unterwegs. Zudem haben wir zwei grenzüberschreitende Tramlinien – eine von Basel nach St. Louis (F) und eine von Basel nach Weil am Rhein (D). Diese sind sehr erfolgreich und werden gut genutzt, herausfordernd ist jedoch die Finanzierung von Unterhalt und Betrieb der Abschnitte in den Nachbarländern. Die derzeit wohl grösste Herausforderung ist aber weniger die Koordination innerhalb der Region, sondern die Tatsache, dass wir als Region beim Bund teilweise zu wenig wahrgenommen werden. Die aktuellen Diskussionen rund um den dringend notwendigen Bahnausbau in Basel zeigen dies. Ich bin dankbar, dass wir in der Region alle an einem Strang ziehen und gemeinsam für eine trinationale S-Bahn kämpfen, die diesen Namen verdient. Ein durchgängiges S-Bahn-System hat ein grosses Potential für die Verlagerung von Fahrten von der Strasse auf die Schiene.

    Wie sieht Ihr konkreter Zeitplan für die Umstellung der gesamten Busflotte auf Elektroantrieb bis 2027 aus und welche Herausforderungen bestehen dabei noch?
    Diese Umstellung ist in vollem Gang und auf Kurs. Rund die Hälfte der BVB-Busse fahren bereits mit Elektroantrieb. Die Basler Verkehrs-Betriebe werden bis 2027 ihre gesamte Busflotte auf E-Busse umstellen. Damit leistet die BVB einen wesentlichen Beitrag, damit Basel die ambitionierten Klimaziele erreichen kann.

    Sie sind in nationalen Gremien stark vernetzt. Welche Trends oder Best Practices aus anderen Städten und Regionen inspirieren Sie besonders für Basel?
    Der Austausch mit anderen Städten ist immer wieder bereichernd. Alle kämpfen mit denselben Herausforderungen, beispielsweise mit Zielkonflikten bei knappen Platzverhältnissen. Ich beobachte die Pilotversuche mit autonomen ÖV-Angeboten in anderen Städten mit Interesse. Als Präsidentin der Städtekonferenz Mobilität ist es mir wichtig, dass wir in dieser Thematik früh die richtigen Weichen stellen und für neue Herausforderungen wie autonome Fahrzeuge gerüstet sind. Solche neuen Entwicklungen sollen ein Gewinn für alle Seiten sein. Dazu braucht es jedoch gewisse Rahmenbedingungen. 

    Gibt es etwas, das Sie sich für Basel wünschen? Etwas, aus anderen Städten auf der Welt die Sie beeindruckt oder inspiriert hat?
    Wenn man asiatische Städte anschaut, ist man zuweilen schon beeindruckt über das Realisierungstempo von Projekten, gerade im Hoch- und Tiefbau. Auf der anderen Seite bin ich sehr dankbar, dass wir in der Schweiz demokratische Prozesse haben, die zwar langwierig sind, aber dafür sorgen, dass die Menschen einbezogen werden und Einfluss nehmen können. Ich bin überzeugt, dass diese Beteiligung – sei es über das Parlament oder direkt über die Bevölkerung – ein Schlüssel zu mehr Akzeptanz und damit auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. 

  • Digitale Lösung macht Fortschritte bei Treibhausgasen sichtbar

    Digitale Lösung macht Fortschritte bei Treibhausgasen sichtbar

    Das Zürcher Unternehmen Integrale Planung GmbH (Intep) hat laut einer Mitteilung einen neuen Emission Tracker herausgebracht, der KMUs den Einstieg in die CO2-Bilanzierung deutlich vereinfachen soll. Das web-basierte Tool bereitet zudem die Ergebnisse visuell auf und ermöglicht einen mehrjährigen Vergleich. Auf diese Weise sollen Fortschritte klar sichtbar und messbar gemacht werden.

    Der Emission Tracker orientiert sich an dem Greenhouse Gas Protocol und deckt alle drei Scopes, inklusive der indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette, ab. Die Emissionsfaktoren seien wissenschaftlich validiert und werden regelmässig aktualisiert. Aktivitäts- und Emissionsdaten, die Intep während seinen Projektarbeiten sammeln konnte, ermöglichen ausserdem eine vereinfachte Berechnungsmethodik mithilfe von Branchendurchschnitten.

    Die visuell aufbereiteten Ergebnisse bieten einen Überblick über die wichtigsten Emissionsquellen, von der Energieversorgung bis hin zu den Ausgaben und Investitionen. Ein PDF-Bericht kann zur Kommunikation verwendet werden und bietet gleichzeitig praktische Tipps zur Emissionsreduktion. Mit dem Emission Tracker Plus können Unternehmen zudem eine zusätzliche zweistündige, persönliche Beratung durch Expertinnen und Experten von Intep erhalten.

    „Gerade KMU fehlen oft die finanziellen Mittel, die passenden Werkzeuge und das nötige Know-how,“ erklärt Dr.-Ing. Lisa Winter, Geschäftsführerin bei Intep Berlin. „Mit dem Emission Tracker ermöglichen wir ihnen einen niederschwelligen Einstieg in die Treibhausgasbilanzierung“. Auch Verbände, Gemeinden oder Grossunternehmen können profitieren, indem sie im Rahmen der Emission Tracker Partnerschaft Lizenzen für ihr KMU-Netzwerk erwerben.

  • Kanton Zug treibt Transformation zur CO2-Neutralität voran

    Kanton Zug treibt Transformation zur CO2-Neutralität voran

    Der Kanton Zug hat eine neue Energie- und Klimastrategie vorgelegt. Sie enthält gemäss einer Medienmitteilung 40 neue Massnahmen mit einer breiten Themenpalette. Damit soll der Wandel zur CO2-Neutralität beschleunigt werden.

    Angaben des Regierungsrats zufolge geht es zum einen um Investitionen in Pilotprojekte zum Ausbau des erneuerbaren Energiesektors. Dazu zähle die Energiespeicherung mittels Wasserstoff. Im energieintensiven Bausektor sollen Gebäude zu «Energiedrehscheiben» werden, welche sowohl Energie verbrauchen als auch produzieren. Für Privatpersonen und Unternehmen will die Regierung über langfristige Förderprogramme Anreize schaffen. In puncto Mobilität setzt der Kanton auf Elektroantriebe für eigene Fahrzeuge.

    Mit dem Nachhaltigkeits- und Innovationsprojekt KERB (Klima, Energie, Ressourcen, Biodiversität) soll zum anderen in der Landwirtschaft angesetzt werden. Mit einer «angepassten Bewirtschaftung» werde die Reduktion des CO2-Ausstosses bereits heute gefördert. Um sie zu stärken, sollen Negativemissionstechnologien zum Einsatz kommen. Deren Potenzial werde derzeit in Studien untersucht.

    Als weitere Stellschraube sieht der Kanton eine Naturgefahrenstrategie vor. Priorität hätten eine klimaverträgliche Siedlungsentwicklung und die Verwendung von klimaangepassten Strassenbelägen.

    In allen Bereichen will der Kanton die Gesamtbevölkerung einbinden. «Es braucht das Engagement der Gemeinden, der Wirtschaft, der Wissenschaft und insbesondere auch der Bevölkerung», wird Baudirektor Florian Weber zitiert.

  • Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Der Energiebedarf im Kanton Zug beträgt fast 3000 Gigawattstunden jährlich, wobei Gebäude und Mobilität den grössten Anteil ausmachen. Die neue Energie- und Klimastrategie (EKS) des Regierungsrats zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Zugleich will die Regierung die Versorgungssicherheit im Kanton stärken und die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null senken. Mit klaren Zwischenzielen bis 2030 konkretisiert die Regierung den Weg zu diesen ehrgeizigen Zielen.

    Investitionen in Solarstrom und Energiespeicherung
    Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die Steigerung der Produktion von Solarstrom im Kanton. Parallel dazu werden Investitionen in innovative Energiespeichertechnologien wie Wasserstoff geplant. „Durch enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Wissenschaft wollen wir die Energieinfrastruktur der Zukunft gestalten“, erklärt Baudirektor Florian Weber. Auch die Gebäude im Kanton sollen vermehrt als Energieproduzenten dienen und so zur Energiedrehscheibe werden.

    Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und Negativemissionstechnologien
    Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts KERB setzt der Kanton auf Massnahmen in der Landwirtschaft zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Wälder und Moore spielen eine zentrale Rolle bei der CO2-Bindung. Für unvermeidbare Emissionen setzt der Kanton auf Negativemissionstechnologien, die CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen sollen. Eine Studie soll das Potenzial dieser Technologien im Kanton ermitteln.

    Anpassungen an den Klimawandel
    Neben der Reduktion von Emissionen bereitet sich der Kanton Zug auch auf die Auswirkungen des Klimawandels vor. Durch eine kantonale Naturgefahrenstrategie sollen klimabedingte Risiken wie Hitze und invasive Schädlinge minimiert werden. Zugleich wird in klimaangepasste Strassenbeläge und nachhaltige Forstbewirtschaftung investiert, um sowohl Schutz als auch Erholungsräume zu sichern.

  • Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Welche Klimastrategie verfolgt Losinger Marazzi?
    Lennart Rogenhofer: Mit unserer Klimastrategie verfolgen wir das Ziel, unsere CO²-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2021 zu reduzieren. Dieses erreichen wir, indem wir neben einem verstärkten Fokus auf Holzbau- sowie Renovationsprojekte die Nachhaltigkeit in allen Projekten als zentrales Thema behandeln. Dabei verfolgen wir einen wissenschaftlichen Ansatz gemäss der Science Based Targets Initiative, welche unter anderem auch unsere Zielerreichung auditiert.

    Wie wird die Strategie konkret umgesetzt?
    Wir integrieren die Nachhaltigkeit bereits seit Jahren vollumfänglich in unsere Unternehmensstrategie. Umgesetzte Belege dafür sind unter anderem die Grossprojekte Greencity in Zürich (2012 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Entwicklung), Erlenmatt West in Basel (2013 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Betrieb) oder das nachhaltige Quartier Églantine in Morges im 2019.

    Nach weiteren Vertiefungsschritten in den letzten Jahren setzen wir unsere Klimastrategie systematisch um. Seit 2019 erstellen wir kohärent für jedes Projekt eine CO2-Bilanz für die Erstellung und den Betrieb der Gebäude – also über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts und unabhängig von den angestrebten Umweltlabels. So konnten wir eine Erfahrungsdatenbank aufbauen, die es ermöglicht, die Emissionen zukünftiger Projekte abzuschätzen und zu reduzieren.

    Welche Ziele verfolgt Losinger Marazzi in Bezug auf den Holzbau?
    Der Holzbau ist ein Fokusthema der Klimastrategie von Losinger Marazzi. Diese sieht vor, verstärkt auf Baustoffe mit tiefen CO2-Emissionen wie zum Beispiel Holz zu setzen. Unsere Klimastrategie zielt darauf ab, ab der Konzeption die Lebenszyklusemissionen eines Gebäudes in dessen Erstellung und Betrieb möglichst tief zu halten. Der vermehrte Einsatz von Holz ist hier natürlich ein wichtiges Element, immer nach dem Grundsatz «Das Richtige Material am richtigen Ort». Das heisst,einen Fokus auf lokale, leichte, biobasierte Materialien dort zu setzten, wo sie gemäss ihren technischen Eigenschaften am besten passen und einen maximalen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben. Das kann neben einer Reduktion der CO2-Emissionen beispielsweise auch eine bessere Rückbaubarkeit oder ein Beitrag zu einem angenehmen Innenraumklima sein. Diese Strategie setzen wir konkret bereits in Projekten wie dem Greencity Baufeld B6 (Vergé), dem Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern und dem Dienstleistungsgebäude BERN 131 um.

    Aktuelle Projekte:
    Greencity Baufeld B6 (Vergé)
    In Zürich mit einem optimierten Energiekonzept (100 % erneuerbar) und einer voll auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Materialisierung (Holz-Fassade, Leichtbau-Innenwände, schlanke Tragstruktur, etc.)

    Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern
    Für rund 1500 Mitarbeitende am Seetalplatz in Emmenbrücke (LU), unter anderem mit einem Atrium aus Holz, SNBS-Gold und Minergie-P-ECO Zertifizierung

    Dienstleistungsgebäude BERN 131
    Im Wankdorf Bern mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und an den Fassaden, Holzbau und SNBS Gold Zertifizierung

    Stadterneuerungsprojekte Côté Parc
    In Genf und Spenglerpark in Münchenstein (BL), in welchen aktiv auf eine Nutzung und Aufwertung des Bestands anstatt auf einen Abriss-Neubau gesetzt wurde

  • Bern hat klimafreundlichsten Gebäudepark

    Bern hat klimafreundlichsten Gebäudepark

    Navitas Consilium hat ein interaktives Werkzeug entwickelt, mit dem sich der Anteil an erneuerbarer oder importierter Energie für die Gebäudeparks jeder Gemeinde der Schweiz darstellen lässt, informiert das Energie- und Klimaberatungsbüro aus Martigny in einer Mitteilung. Auch die von den Gebäudeparks erzeugte Menge an Treibhausgasen ist über das Werkzeug abrufbar. Mit seiner Entwicklung will Navitas Consilium dazu beitragen, den Bedarf an Dekarbonisierung von Gebäudeparks für die Umsetzung der Schweizer Klimastrategie zu ermitteln.

    Über eine interaktive Karte kann gezeigt werden, dass die am dichtesten besiedelten Gebiete des Landes im Vergleich zum ländlichen Raum einen niedrigen Anteil an erneuerbaren Energien einsetzen. Lausanne steht mit einem Anteil von 28 Prozent unter zehn Metropolen noch am besten dar. Gesamtschweizerisch schwanken die Werte zwischen 2 und 84 Prozent.

    Heizen und Warmwasser in Gebäuden kommt mit knapp 40 Prozent ein sehr hoher Anteil am Energieverbrauch insgesamt zu. Für die Umsetzung der Klimastrategie hält Navitas Consilium daher eine Verringerung des Energieverbrauchs im Zusammenspiel mit dem Einsatz von emissionsarmen erneuerbaren Energien für unumgänglich.

    Derzeit hat die Stadt Bern bei der Klimafreundlichkeit ihres Gebäudeparks die Nase vorn. Mit jährlich 23 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter weist Bern die geringsten Emissionen unter den zehn grössten Städten der Schweiz auf. Zürich und Basel folgen mit jeweils 24 Kilogramm CO2-Äquivalent pro Quadratmeter. Allgemein haben Städte mit einem Anteil von weniger als 10 Prozent Energie aus erneuerbaren Quellen einen vergleichsweise hohen Ausstoss an Treibhausgasen.

  • ESB fördert Umstellung auf Fernwärme

    ESB fördert Umstellung auf Fernwärme

    ESB hat zum Monatsbeginn ein Programm zur Förderung eines Anschlusses an Wärmeverbünde in Biel aufgelegt, informiert das Energieunternehmen in einer Mitteilung. Damit wolle ESB die Bieler Klimastrategie unterstützen, heisst es dort weiter. Insbesondere will ESB einen Beitrag zum Ziel der Stadt leisten, bis 2050 klimaneutral zu werden.

    Derzeit wird ein Grossteil der Gebäude in der Stadt Biel mit fossilen Energieträgern geheizt, schreibt ESB. In einer Umstellung auf Fernwärme liege daher „ein hohes Potenzial zur Reduktion von Treibhausgasemissionen“. Um möglichst viele Immobilienbesitzende zu erreichen, wird die Förderung des Anschlusses an ein Fernwärmenetz unabhängig vom aktuellen Energieträger gewährt.

    Für einen Förderbeitrag zu den Anschlusskosten müssen die Antragsteller einige Voraussetzungen erfüllen, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Zum einen muss sich die fragliche Immobilie auf dem Gebiet der Stadt Biel befinden und an einen Wärmeverbund angeschlossen werden, der zu mindestens 80 Prozent mit erneuerbaren Energien oder Abwärme betrieben wird. Zum anderen muss die Heizenergie aus dem Wärmeverbund bezogen werden, sobald sie zur Verfügung steht. Kalte Anschlüsse sind somit von der Förderung ausgeschlossen. Im Falle eines auch vom Kanton Bern geförderten Anschlusses wird der ESB-Förderbeitrag zudem um die kantonale Förderung gekürzt.