Schlagwort: Klimawandel

  • Erstmals treffen sich einige der grössten Schweizer Städte zum Dialog

    Erstmals treffen sich einige der grössten Schweizer Städte zum Dialog

    Seit 2019 setzen Schweizer Städte, Gemeinden, Unternehmen und Organisationen jeweils im Herbst ein deutliches Zeichen für die 17 Nachhaltigkeitsziele. Das Hissen der SDG-Flagge steht für das Bekenntnis zur Agenda 2030 und den Willen, globale Herausforderungen gemeinsam anzugehen. In Lugano eröffnete Bundesrat Ignazio Cassis den Anlass per Videobotschaft und betonte die Schlüsselrolle der Schweiz für nachhaltige Entwicklung auf nationaler und globaler Ebene. Eine Besonderheit dieses Jahres, der SDG Flag Day wurde als Plattform für grossstädtischen Austausch genutzt, von der Verwaltung bis zur Innovationsförderung.​

    Austausch, Praxisbeispiele und Jugendvisionen
    Der Dialog drehte sich um den Stand der Agenda 2030 in den Städten, bewährte Praktiken und die Rolle internationaler Netzwerke für die urbane Transformation. Die Delegationen diskutierten über Herausforderungen von Klimawandel bis Biodiversität, aber auch Chancen, die sich durch Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft ergeben. Besonders eindrücklich waren die Präsentationen der Luganeser Gymnasiasten, die im „Laboratori di cultura urbana – Mediazione Giovani“ ihre Visionen für die Stadtentwicklung 2030 vorstellten. Ihr Projekt „Sommerinseln“ wurde gemeinsam mit der Stadt und dem Architekturinstitut umgesetzt und steht für jugendliches Engagement sowie partizipative Stadtentwicklung.​

    Rahmen und Prinzipien der Agenda 2030
    Die Agenda 2030, die 2015 von den UN-Mitgliedstaaten verabschiedet wurde, definiert mit den 17 SDGs den internationalen Handlungsrahmen für die Bewältigung von Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenverbrauch und soziale Ungleichheit. Ihr Ziel ist, Wohlstand und Planet durch Partnerschaft, Frieden und Fortschritt in Einklang zu bringen und nachhaltige Lebenswirklichkeiten weltweit zu schaffen. Der Flag Day ist Teil des UN Global Compact und wird in der Schweiz und international als Symbol für Engagement und Austausch genutzt.​

    Mit dem SDG Flag Day in Lugano ist der Startschuss für eine intensivere und vernetzte Zusammenarbeit der Städte im Bereich nachhaltige Entwicklung gefallen. Die gelebte Praxis von Dialog, Austausch und Beteiligung auf mehreren Ebenen macht deutlich. Die Umsetzung der SDGs ist kein Wettbewerb, sondern ein gemeinsames Zukunftsprojekt für die Gesellschaft in der ganzen Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus.

  • Bauwirtschaft im Zentrum des zukünftigen Hochwasserschutzes

    Bauwirtschaft im Zentrum des zukünftigen Hochwasserschutzes

    Mit steigenden Temperaturen nimmt die Intensität von Starkniederschlägen zu. Wärmere Luft speichert mehr Feuchtigkeit, die sich in kurzer Zeit entladen kann. Besonders lokale Gewitter lösen massive Oberflächenabflüsse aus, die nicht versickern oder von der Kanalisation aufgenommen werden können. Keller, Tiefgaragen und Strassen werden so regelmässig überflutet, auch weitab von Flüssen oder Seen.

    Bereits heute sind laut Analysen des Mobiliar Lab 62% aller Gebäude in der Schweiz potenziell betroffen. Zwei Drittel aller Überschwemmungsschäden der letzten zehn Jahre gehen auf Oberflächenabfluss zurück und der Trend zeigt weiter nach oben, insbesondere in urbanen Gebieten.

    Bauliche Massnahmen mit grossem Nutzen
    Der Schlüssel liegt in der Prävention. Objektschutzmassnahmen wie erhöhte Lichtschächte, abschüssige Rampen bei Tiefgarageneinfahrten, wasserresistente Baumaterialien oder gezielte Geländeanpassungen verhindern Schäden und bieten ein ausserordentlich gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis. Viele Kantone unterstützen solche Investitionen finanziell.

    Zusätzlich birgt die Gebäudetechnik erhebliches Potenzial. Intelligente Systeme könnten künftig Umweltdaten und punktgenaue Wetterprognosen nutzen, um mobile Schutzelemente automatisch zu aktivieren. Eine flexible Ergänzung, wo bauliche Dauerlösungen nicht umsetzbar sind.

    Bauwirtschaft als Schlüsselakteurin
    Die Bauwirtschaft ist an jedem Bauprojekt in der Schweiz beteiligt und damit unverzichtbar für die breite Umsetzung solcher Schutzmassnahmen. Nur durch die enge Zusammenarbeit von Planern, Architekten, Bauunternehmen und Gebäudetechnikern lassen sich dezentrale Lösungen im grossen Stil realisieren.

    Das Mobiliar Lab für Naturrisiken fordert deshalb die Bauwirtschaft auf, ihre Rolle aktiv wahrzunehmen. Nicht nur als Umsetzerin von Aufträgen, sondern als strategische Partnerin im Kampf gegen die Folgen des Klimawandels. Mit Innovationskraft, praktischer Erfahrung und Verantwortung für die gebaute Umwelt kann die Branche wesentlich dazu beitragen, dass Hochwasserschäden auch in Zukunft versicherbar bleiben.

  • Immobilienfonds und Solar-Contracting: Eine Antwort auf den spezifischen Bedarf von Immobilienbesitzern

    Immobilienfonds und Solar-Contracting: Eine Antwort auf den spezifischen Bedarf von Immobilienbesitzern

    Wie funktioniert das Solar-Contracting?
    Das Solar-Contracting basiert auf einem einfachen Prinzip: Wir richten unsere eigenen Photovoltaikpaneele am Standort Ihres Unternehmens ein. In diesem Rahmen übernehmen wir die vollständige Planung und Projektumsetzung, aber auch die Finanzierung und die Verwaltung der Anlage.

    Dieses Angebot ermöglicht nicht nur die Aufwertung Ihrer Liegenschaften, sondern erfüllt auch die gesetzlichen Anforderungen sowie die Erwartung Ihrer Anleger und Mieter. Zudem ermöglicht es die Einrichtung neue Mietflächen.

    Ihre ungenutzten Flächen als Kapitalanlage
    Als Eigentümer von Liegenschaften verfügen Sie wahrscheinlich über Flächen, die sich für die Einrichtung von Photovoltaikpaneelen eignen. Bei Romande Energie bieten wir die Einrichtung auf den folgenden Flächen an:

    • Auf einem Dach:
      Verwandeln Sie ungenutzte Fläche in ein Kraftwerk – ab 500 m2.
    • Auf einem Parkplatz:
      Nutzen Sie Ihre Parkplätze zur Erzeugung von Strom mit einem Solarcarport – ab 2’000 m2.
    • Auf der grünen Wiese:
      Richten Sie auf einem ungenutzten Grundstück eine bodenseitige Solaranlage ein – ab 2’000 m2.

    Stoneweg ein konkretes Beispiel

    Die Stoneweg-Gruppe, die sich auf Immobilieninvestition spezialisiert, hat sich an Romande Energie gewendet, um mehrere Gebäude mit Solarpaneelen auszustatten.

    «Wir haben mit Romande Energie mehrere Projekte umgesetzt und dabei stets die Zuverlässigkeit, sowie die Lösungen auf konkrete Herausforderungen sehr geschätzt.» Diana Oblak, Geschäftsführerin bei Stoneweg

    Hier geht es zum Interview

    Welche Vorteile bietet das Contracting?
    Das Contracting ermöglicht:

    • die Einrichtung neuer Mietbestände und damit die Steigerung Ihrer Renditen.
    • die Gewährleistung der Konformität Ihrer Liegenschaften.
    • die Wertsteigerung Ihrer Immobilien.
    • die Reduzierung der CO2-Emissionen Ihres Immobilienbestands.
    • Ihren Mietern den Bezug von sauberem und lokal erzeugtem Strom zu einem wettbewerbsfähigen Preis.
    • die Beteiligung an der Verringerung der Gefahr der Stromknappheit auf nationaler Ebene.
    • die Beteiligung an der Bekämpfung des Klimawandels.

    Zur Terminvereinbarung oder für weitergehende Informationen erreichen Sie uns:
    www.romande-energie.ch/solar
    0800 233 825 | solar@romande-energie.ch

  • Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Zug verabschiedet nachhaltige Energieziele

    Der Energiebedarf im Kanton Zug beträgt fast 3000 Gigawattstunden jährlich, wobei Gebäude und Mobilität den grössten Anteil ausmachen. Die neue Energie- und Klimastrategie (EKS) des Regierungsrats zielt darauf ab, den Energieverbrauch zu reduzieren und verstärkt auf erneuerbare Energien zu setzen. Zugleich will die Regierung die Versorgungssicherheit im Kanton stärken und die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Netto-Null senken. Mit klaren Zwischenzielen bis 2030 konkretisiert die Regierung den Weg zu diesen ehrgeizigen Zielen.

    Investitionen in Solarstrom und Energiespeicherung
    Ein zentraler Bestandteil der Strategie ist die Steigerung der Produktion von Solarstrom im Kanton. Parallel dazu werden Investitionen in innovative Energiespeichertechnologien wie Wasserstoff geplant. „Durch enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und der Wissenschaft wollen wir die Energieinfrastruktur der Zukunft gestalten“, erklärt Baudirektor Florian Weber. Auch die Gebäude im Kanton sollen vermehrt als Energieproduzenten dienen und so zur Energiedrehscheibe werden.

    Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft und Negativemissionstechnologien
    Im Rahmen des Nachhaltigkeitsprojekts KERB setzt der Kanton auf Massnahmen in der Landwirtschaft zur Reduktion des CO2-Ausstosses. Wälder und Moore spielen eine zentrale Rolle bei der CO2-Bindung. Für unvermeidbare Emissionen setzt der Kanton auf Negativemissionstechnologien, die CO2 dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen sollen. Eine Studie soll das Potenzial dieser Technologien im Kanton ermitteln.

    Anpassungen an den Klimawandel
    Neben der Reduktion von Emissionen bereitet sich der Kanton Zug auch auf die Auswirkungen des Klimawandels vor. Durch eine kantonale Naturgefahrenstrategie sollen klimabedingte Risiken wie Hitze und invasive Schädlinge minimiert werden. Zugleich wird in klimaangepasste Strassenbeläge und nachhaltige Forstbewirtschaftung investiert, um sowohl Schutz als auch Erholungsräume zu sichern.

  • Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Im Rahmen des Projekts GreenPV hat ein Forschungsteam der Hochschule Luzern innovative Lösungsansätze für die Gestaltung von Gebäudefassaden entwickelt. Ziel war es, die Potenziale von Photovoltaikanlagen (PV) und Begrünung zu erforschen, um den steigenden Herausforderungen durch die Klimaerwärmung zu begegnen. Eine speziell für Planer und Bauherren entwickelte Broschüre fasst die Erkenntnisse und Empfehlungen des Projekts zusammen.

    Die Bedeutung dieser Forschung wird deutlich, wenn man sich die Prognosen des National Center for Climate Services ansieht: Die Jahresmitteltemperatur in der Schweiz könnte bis Ende des 21. Jahrhunderts um bis zu 5,4 Grad ansteigen. Dies wird nicht nur den Energiebedarf, insbesondere für Kühlung, erheblich erhöhen, sondern auch die Behaglichkeit in Gebäuden beeinflussen. Photovoltaikanlagen können genau dann Energie liefern, wenn sie am dringendsten benötigt wird, nämlich bei intensiver Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig bieten begrünte Fassaden eine sinnvolle Alternative in urbanen Gebieten, wo neue Grünflächen rar sind.

    Fassaden als ungenutztes Potenzial
    «Während auf Dächern die Vorteile von PV-Systemen und Begrünungen bereits vermehrt genutzt werden, bleiben Fassaden bisher weitgehend ungenutzt», erläutert Dr. Silvia Domingo, Forscherin an der HSLU. Dabei bieten Fassaden eine hervorragende Gelegenheit zur Energiegewinnung und Begrünung, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Besonders in der kalten Jahreszeit erweisen sich PV-Anlagen an Südfassaden als besonders effizient, da sie den niedrigen Neigungswinkel der Sonne optimal nutzen können.

    Die Studie zeigt jedoch auch, dass es Hindernisse gibt, die einer breiteren Anwendung dieser Technologien im Wege stehen. Dazu gehören finanzielle Herausforderungen, fehlende Richtlinien und Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes. Diese Faktoren sorgen oft für Verunsicherung bei Bauherren. Um dem entgegenzuwirken, hat das Forschungsteam eine Broschüre mit praxisnahen Empfehlungen für die Anwendung von PV-Anlagen und Begrünungen an Fassaden erstellt.

    Optische Aspekte und funktionale Synergien
    Ein weiteres Hindernis, das Dr. Domingo identifiziert, ist die ästhetische Wahrnehmung von Solarpanels an Gebäudefassaden. Schwarze Solarpanels entsprechen oft nicht den visuellen Vorstellungen der Bauherrschaften. Doch die Forschung zeigt, dass in Zukunft auch Solarpanels in verschiedenen Farben und Texturen erhältlich sein könnten, ohne signifikante Einbussen bei der Effizienz.

    Neben PV-Anlagen bieten begrünte Fassaden zahlreiche Vorteile, die weit über den Kühleffekt hinausgehen. Sie tragen zur Biodiversität bei, verbessern die Luftqualität, mindern die Schallausbreitung und fördern die Regenwasserretention. Diese Vorteile sind besonders in dicht bebauten städtischen Gebieten von grosser Bedeutung, wo sie die Lebensqualität erheblich steigern können.

    Die Kombination von Begrünung und PV-Anlagen
    Die HSLU-Studie zeigt, dass Begrünungen und PV-Anlagen an Fassaden oft gut kombiniert werden können, um Synergien zu nutzen. Während PV-Anlagen an unbeschatteten, höheren Fassadenbereichen für maximale Energiegewinnung sorgen, entfalten begrünte Flächen in bodennahen Bereichen ihre kühlende und lärmabsorbierende Wirkung. Diese Kombination trägt zu einem angenehmeren Quartierklima und einer klimafreundlichen Stromproduktion bei.

    Abschluss des Projekts GreenPV
    Das Projekt GreenPV, das im Dezember 2021 startete und bis Mitte 2024 lief, wurde von einem breiten Netzwerk an Unterstützern finanziert, darunter das Bundesamt für Energie (BFE) und verschiedene Stiftungen. Das Projektteam, unter der Leitung von Gianrico Settembrini, hat wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in einer Broschüre festgehalten sind und nun Planer, Bauherren und Interessierten zur Verfügung stehen.

    Mit den Ergebnissen des Projekts GreenPV liefert die HSLU einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen und zeigt auf, wie Begrünung und Solarpanels an Fassaden kombiniert werden können, um den Herausforderungen des Klimawandels effektiv zu begegnen.

  • Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben sich der Frage gewidmet, wo Wasserstoff effizient und kostengünstig hergestellt werden kann, mit dem Ziel den Klimawandel zu stoppen und zukünftig keine neuen Treibhausgase mehr auszustossen. Laut einer Mitteilung haben die Forschenden geografische und ökonomische Daten und Prognosen zusammengestellt, um den Aufbau einer Wasserstoffökonomie zu beschreiben. Dafür haben sie vier Szenarien mit einem Wasserstoffbedarf zwischen 111 und 614 Megatonnen pro Jahr analysiert. Die Studie ist aktuell in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ zu lesen.

    Für die Herstellung von Wasserstoff gibt es verschiedene Technologien. Bei der sogenannten Polymerelektrolytmembran-Elektrolyse (PEM) wird der Wasserstoff in einem Elektrolyseur aus Wasser gewonnen. Der grosse Vorteil bei diesem Verfahren besteht darin, dass die Energie für die Umsetzung aus grünem Strom gewonnen werden kann. Zu lösen ist die Frage, wo der hohe Bedarf an Ökostrom am ehesten zu decken ist.

    „Wir haben dazu vor allem ökonomische Kriterien angelegt“, wird Tom Terlouw, Doktorand am PSI und Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Sprich, wo ist die Produktion am günstigsten?“ Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: Wo gibt es genug Wind oder Sonne, um den enormen Bedarf an Ökostrom zu decken? Und wo gibt es ausreichend freie Flächen, um die zur Produktion notwendigen Anlagen aufzustellen? Hier erwies sich Kanada als optimal. „Dort existieren viele freie Flächen, die sehr windig und daher ideal zum Aufstellen von Windturbinen sind“, ergänzt Terlouw. Weiterhin bieten sich die zentralen USA, Teile Australiens, die Sahara, Nordchina und Nordwesteuropa an. Mitteleuropäische Länder wie die Schweiz sind dagegen weniger geeignet, da dort weder freie Flächen noch ausreichende Sonneneinstrahlung vorhanden sind. Des Weiteren weisen die Forscher darauf hin, dass auch bei der Herstellung von grünem Wasserstoff noch Restemissionen an Treibhausgasen aus der Herstellung und dem Transport der benötigten Materialien entstehen. Um diese Restemissionen auszugleichen, müssten entsprechende Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gefiltert werden, heisst es in der Studie.

  • Eindämmung von HFC-23-Emissionen

    Eindämmung von HFC-23-Emissionen

    Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) gehören zu den stärksten Treibhausgasen, und HFC-23 ist das potenteste unter ihnen. Ein Kilogramm HFC-23 verursacht in der Atmosphäre dieselbe Erwärmung wie 12.000 Kilogramm CO₂ und bleibt rund 200 Jahre in der Atmosphäre. Im Rahmen der Kigali-Änderung des Montreal-Protokolls haben sich über 150 Länder verpflichtet, die Emissionen von HFC-23 drastisch zu reduzieren. Hauptquellen dieses Gases sind die industrielle Produktion von Kühlmitteln und Polytetrafluorethen (PTFE), besser bekannt als Teflon.

    Seit 2020 sind Teflonhersteller verpflichtet, HFC-23 zu zerstören, bevor es in die Atmosphäre gelangen kann. Die gemeldeten Emissionen zeigen Fortschritte. 2020 sollen laut offiziellen Angaben weltweit nur noch 2.000 Tonnen HFC-23 freigesetzt worden sein. Tatsächliche Messungen deuten jedoch auf etwa 16.000 Tonnen hin, was eine erhebliche Diskrepanz aufzeigt.

    Neue Erkenntnisse durch Tracer-Gas-Messungen
    Um diese Differenz zu erklären, untersuchten Forschende der Empa, der University of Bristol und TNO die HFC-23-Emissionen einer Teflon-Fabrik in den Niederlanden. Ihre Ergebnisse, die im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurden, basieren auf einer innovativen Methode. Die Forschenden setzten ein Tracer-Gas frei, das nicht in der Atmosphäre vorkommt und schnell abgebaut wird. In 25 Kilometern Entfernung erfassten sie die Konzentrationen von HFC-23 und verglichen diese mit den Tracer-Werten. Auf diese Weise konnten sie die tatsächlichen Emissionen der Fabrik präzise berechnen.

    Die Ergebnisse zeigen, dass die Emissionen der Fabrik höher sind als die gemeldeten Zahlen, jedoch immer noch gering. „Die Massnahmen zur Eindämmung funktionieren gut, aber es gibt Optimierungspotenzial“, erklärt Martin Vollmer von der Empa. Co-Autor Kieran Stanley von der University of Bristol fasst zusammen: „Die Ergebnisse sind ermutigend und zeigen, dass Emissionen von HFC-23 mit den richtigen Massnahmen erheblich reduziert werden können.“

    Globale Herausforderungen bei der Reduktion von HFC-23
    Die Studie verdeutlicht, dass die Eindämmung von HFC-23 technisch möglich ist, jedoch nicht überall konsequent umgesetzt wird. „Die gemessenen hohen Emissionen in der Atmosphäre deuten darauf hin, dass die berichteten Massnahmen nicht immer der Realität entsprechen“, warnt Vollmer. Die Forschenden fordern unabhängige Überprüfungen der Emissionen aus der Produktion von Fluorpolymeren und Kühlmitteln, um die Lücken im Verständnis der Emissionsquellen zu schliessen und sicherzustellen, dass internationale Klimaabkommen eingehalten werden.

    Nächste Schritte in der Forschung
    Im Oktober 2024 soll in Seoul eine weitere Studie durchgeführt werden, um die Emissionen von halogenierten Substanzen in der südkoreanischen Hauptstadt zu messen. Diese Methode könnte auch bei der Überwachung anderer Treibhausgase nützlich sein. „Durch kontinuierliche Überwachung und präzise Messungen können wir die Emissionsquellen besser identifizieren und Massnahmen zur Emissionsminderung effektiver gestalten“, so Arnoud Frumau von TNO.

  • Innovationen für das Schweizer Energiesystem

    Innovationen für das Schweizer Energiesystem

    Das Konsortium RECIPE hat den Zuschlag in der 2023 ausgeschriebenen Runde des Förderprogramms SWiss Energy Research for the Energy Transition (SWEET) bekommen, informiert das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung. Die Ausschreibung trug den Titel Kritische Infrastrukturen, Klimawandel und Resilienz des Schweizer Energiesystems und wurde vom BFE in Zusammenarbeit mit dem National Centre for Climate Services (NCCS) lanciert. RECIPE setzt sich aus den Eidgenössische Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL), der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der Hochschule Luzern (HSLU) sowie den Wirtschaftspartnern Swisscom, Infras und Zoï zusammen. Die Federführung hat die ETH.

    Im Rahmen von SWEET wird RECIPE die Gefahren analysieren, die der Schweizer Energieinfrastruktur durch den Umbau des Energiesystems und dem Klimawandel drohen. Gleichzeitig sollen damit verbundene Risiken für Wirtschaft, Gesellschaft, Ressourcen und Ökosystem untersucht werden. Darauf basierend will RECIPE Massnahmen zur Erhöhung der Resilienz entwickeln und konkrete Empfehlungen für die Beteiligten ausarbeiten.

    SWEET wurde zur Förderung von Innovationen eingerichtet, die wesentlich zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der Erreichung der Schweizer Klimaziele beitragen können. Das bis 2032 laufende Programm wird vom BFE geleitet und führt rollend Ausschreibungen zu zentralen Themen von Energiestrategie und langfristiger Klimastrategie durch. Gefördert werden ausschliesslich Projekte von Konsortien. Im Fall von RECIPE übernimmt das Förderprogramm 8 Millionen Franken des Gesamtbudgets von 10,5 Millionen Franken.

  • Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Mit Beginn des Herbstsemesters 2025 bietet die Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften (ENAC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) einen Master-Studiengang für die Herausforderungen des städtischen Wandels an. Ein Master-Abschluss in Urbanen Systemen soll die ENAC-Studierenden in die Lage versetzen, Spezialisten für die Anpassung von Städten und umliegenden Gebieten an den Klimawandel zu werden, heisst es in einer Medienmitteilung der EPFL.

    Angesichts des Klimawandels muss sich die Schweiz mit Experten für Stadtmanagement im weitesten Sinne ausstatten, heisst es von der EPFL. Der neue Masterstudiengang ist in Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt worden. Er bietet den Absolventen der ENAC-Bachelorstudiengänge Bauingenieurwesen und Umwelttechnik die Möglichkeit, sich auf den nachhaltigen Wandel von Städten und umliegenden Gebieten zu spezialisieren, heisst es weiter. Der Masterstudiengang stehe auch anderen verwandten Disziplinen, einschliesslich der Architektur, offen, sofern sie einen Antrag stellen.

    Der Studiengang hat drei Spezialisierungen: Mobilität und Transport in einem sich verändernden Klima, nachhaltige Übergänge in städtischen Systemen und Gesundheit und Wohlbefinden in der städtischen Umwelt.

    Am Ende des Programms erhalten die Studierenden einen EPFL Master of Science MSc in Urban Systems. Dieses Diplom berechtigt sie zum Führen des Titels EPF qualified engineer.

  • Die Kunst der Raumgestaltung –  Zürichs Weg in die Zukunft

    Die Kunst der Raumgestaltung – Zürichs Weg in die Zukunft

    Sie sind Direktorin der Raumplanung der Stadt Zürich. Können Sie uns einen Überblick Ihre Zuständigkeiten geben?
    Gemeinsam mit meinen MitarbeiterInnen, plane ich als Direktorin des Amts mit an der Zukunft der Stadt Zürich. Um die Chancen einer Stadt im Wandel ideal zu nutzen, haben Fachbereiche bei uns wie Architektur und Planung, dazu gehören Archäologie, Denkmalpflege, das Baugeschichtliche Archiv oder ein Kompetenzzentrum für Geoinformationen. Der Austausch bietet uns einen sehr genauen Blick auf Zürich – von seiner Vorgeschichte bis 2040.

    Welche Ziele verfolgt die Stadt- und Raumentwicklung in Zürich und welche Rollen übernehmen Sie in der Standort- und Arealentwicklung?
    Wir möchten die hohe Lebensqualität in der Stadt Zürich nicht nur erhalten, sondern ausbauen. Sie soll sich punktuell verbessern können, ökologisch wie sozial nachhaltig. Dazu benötigt es geeignete nutzungsplanerische Instrumente – da sind wir bei der Erarbeitung und Weiterentwicklung federführend.

    Der kommunale Richtplan für Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen ist dabei essenziell. Mit ihm konkretisieren wir, welche Gebiete für die bauliche Verdichtung geeignet sind. Zudem bezeichnen wir Flächen für die Versorgung mit öffentlichen Freiräumen sowie für kommunale öffentliche Bauten und Anlagen – etwa für die Volksschule oder für Sportnutzungen. Darüber hinaus ist er ein wichtiges Koordinationsinstrument, da er aufzeigt, wie die bauliche Dichte mit dem Verkehr und Angebot an erneuerbarer Energie abgestimmt werden muss und er macht Vorgaben für weitere räumliche Aspekte einer umwelt- und sozialverträglichen Stadtentwicklung.

    Vor welchen Herausforderungen steht die Stadtentwicklung, im Vergleich zu anderen Schweizer Städten und welche Vorteile bietet Zürich?
    Zürich teilt sich viele Herausforderungen mit anderen Städten in der Schweiz und Europa. Das Wachstum und der einhergehende Bedarf nach Wohnraum stehen im Fokus, wobei vor allem preisgünstiges Wohnen in der Stadt gesichert werden muss. Der demographische Wandel und die Pluralisierung der Lebensstile bringen eine Vielfalt an Wohnformen und Wohnraumbedürfnissen – denen wir begegnen müssen.

    Neben einer sozialräumlich verträglichen Verdichtung ist das Klima zentral. Rund ein Viertel aller CO2-Emissionen stammt aus dem Gebäudesektor. Städtische Planung und Architektur muss heute klima- und umweltfreundlich sein, Ressourcen schonen und Landschaften bewahren können. Neben dem Klimaschutz müssen wir Hitzeinseleffekte eindämmen.
    Was wir im Gegensatz zu anderen Städten nicht mehr haben, sind freie Industrieareale zur Umnutzung. Die Dichte verstärkt die verschiedenen Interessen an Flächen und Gebäuden einer Stadt. Ausserdem steht Zürich als Wirtschaftsmotor der Schweiz unter besonderem Blick der Öffentlichkeit. Planerische Entscheidungen erfordern die politische Diskussion – Mitsprache wird eingefordert. Findet keine Debatte statt, wird bei etlichen Neubauten rekurriert.

    Was sind die bedeutendsten Bauprojekte in Zürich und wie tragen sie zur Stadt und Raumentwicklung bei?
    Ich zähle hier die Planung mit dazu. Beispielsweise das Josef-Areal, das Schlachthof-Areal, das Seeufer Wollishofen oder das Papierwerd-Areal. Sie sind aufgrund der zuvor angesprochenen Flächenknappheit von Bedeutung für die Zürcher Stadtentwicklung. Daraus entsteht die anspruchsvolle Aufgabe, diese Areale planerisch nachhaltig und effizient zu nutzen.
    Die Stadt baut auch selbst – besonders preisgünstigen Wohnraum. Allein die Wohnsiedlungen Leutschenbach und Tramdepot Hard, werden über 550 Wohnungen bieten. Bei der Thurgauerstrasse oder dem Koch-Areal vergibt die Stadt Bauland an gemeinnützige Wohnbauträger.

    Im Zusammenhang mit solchen Grossprojekten ist die Planung der dazugehörigen sozialen Infrastruktur wichtig. Insbesondere die Bereitstellung von genügend Schulraum, Kulturbauten wie das Schauspielhaus oder Opernhaus, sind gesamtstädtisch bedeutend.
    Ergänzend zu den benannten Arealentwicklungen und Bauten gehören die Aktualisierung der Hochhausrichtlinien sowie die Revision der Bau- und Zonenordnung, zu den bedeutendsten Aufgaben, mit denen die Zürcher Stadtplanung betraut ist. Bei diesen Planungsinstrumenten geht es darum, den Umgang mit dem Denkmalschutz bzw. Inventar und dem ISOS zu finden und diesen mit den angestrebten baulichen Entwicklungen zu vereinbaren.

    Welche Gebiete in Zürich sind besonders attraktiv für Unternehmen und warum?
    Das ist stark abhängig von der Grösse und Art des Unternehmens, jedes Unternehmen definiert seine individuellen Anforderungen an die Standortwahl. Für einen Konzern, der sein eigenes Areal langfristig weiterentwickeln und ausbauen möchte, gelten sicherlich andere Standorte als attraktiv, als für ein KMU, das auf eine Entwicklung innerhalb des Quartiers abzielt.

    Grundsätzlich sind in Zürich alle Quartiere attraktiv, da überall eine gute Erschliessung mit dem ÖV gegeben ist. Hier hat es eine positive Entwicklung im Vergleich zu den letzten Jahren und Jahrzehnten gegeben – eine eigentliche «Peripherie» kennt Zürich nicht mehr.

    Wo sehen Sie noch Entwicklungspotenzial und wie könnte dieses erschlossen werden?
    Potenzial gibt es in der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Eine der Besonderheiten der räumlichen Planung liegt darin, dass sie nicht an der Stadtgrenze endet , auch wenn diese Grenzen einen politischen Wechsel bedeutet. Beispiele hierfür sind der Limmatraum oder das Glattal mit dem gemeinsamen ÖV-Service. Dort gilt es, die Planung über die Grenzen hinweg gemeinschaftlich zu koordinieren, um das Angebot und die Vernetzung der Quartiere zu sichern.

    Potenzial besteht auch in der Abstimmung mit dem Kanton oder Bund, was u.a. die Themen Lärm und ISOS betrifft. Bundesweite oder kantonale Vorgaben haben in einer Stadt wie Zürich eine grosse Auswirkung. In einer engeren Abstimmung mit dem Städteverband sehe ich grosses Potenzial.

    Wie positioniert sich Zürich im Bereich der Mobilitätsentwicklung und -planung?
    Im kommunalen Richtplan steht bei der städtischen Mobilität ein effizienter und gut ausgebauter ÖV sowie die Weiterentwicklung von funktionsfähigen und attraktiven Stadt- und Strassenräumen im Fokus. Wir streben eine Stadt der kurzen Wege an. Die Quartierzentren werden gestärkt und Neue entwickelt. Für die Wohnbevölkerung wird es attraktiver, sich vor Ort zu versorgen, der Detailhandel eröffnet neue Läden im Quartier, da er auf KundIinnen zählen kann.

    Es zeigt sich in den Zahlen zur Mobilität, dass die Stadtbevölkerung vermehrt auf Velo und ÖV setzt. Insbesondere der Fuss- und Veloverkehr werden städtisch gezielt gefördert. Die Stadt berät mit dem Programm «Impuls Mobilität» ganz gezielt Unternehmen und Liegenschaftsverwaltungen.

    Hat die Pandemie Veränderungen in der Planung von Zürich bewirkt?
    Der öffentliche Raum hat während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Gerade für Kinder und Jugendliche, die auf Freiräume im direkten Wohnumfeld angewiesen sind. Insgesamt gesehen haben die Individualverkehrsmittel Fuss, Velo und Auto bei der Verkehrsmittelwahl mehr Gewicht erhalten, während der ÖV wegen möglicher Ansteckungsgefahrengemieden wurde. Es gilt, die positiven Effekte der Pandemie wie die Velonutzung und Glättung der Verkehrsspitzen durch vermehrtes Homeoffice, in die Zukunft mitzunehmen.

    Pandemie und mobile Arbeitsweise haben Veränderungen gebracht, deren stadtplanerischen Auswirkungen wir erst in ein paar Jahren sehen werden. Vom Home-Office-Trend profitieren in Zürich vor allem auch die Quartierzentren. In der Pandemie waren schnelle Erreichbarkeit von Einkauf, Gesundheitseinrichtungen, Sportzentren, Gastronomie und Grünräumen, die keinen öffentlichen Transport erforderten zentral. Dem Bedürfnis nach lebenswerter Stadträumen muss zukünftig mehr Rechnung getragen werden.

    Welche Faktoren machen Zürich zu einem attraktiven Wohnort?
    Zürich ist attraktiv und bietet eine hohe Lebensqualität. Das hat viele Gründe: Etwa das breite und attraktive Angebot von Betreuungs- sowie Kultureinrichtungen, attraktive Freiräume, Bildungsstätten, gute Infrastrukturen und die hohe architektonische Qualität. Anziehend ist auch die Lage am See und die Nähe zur Natur. Trotz reger Bautätigkeit ist es gelungen, dass die Stadtquartiere ihre Identität nicht verloren haben. Das ist meiner Meinung nach eine grosse Stärke unserer Stadt.

    Wie stellen Sie sich die ideale Entwicklung der Stadt Zürich vor?
    Was wären die Kernelemente?

    Ideal ist in diesem Kontext die falsche Formulierung, eine ideale Entwicklung gibt es nicht. Vielmehr ist die Stadtplanung dynamisch und wird massgeblich durch politische Entscheidungen beeinflusst. Sie muss kontinuierlich auf die aktuellen und zukünftigen sozialräumlichen wie ökologischen Belange reagieren. Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Vorstellung davon haben, was Zürich sein soll und wie es sich zukünftig entwickeln soll. Der Kommunale Richtplan formuliert ein Zielbild, von einer differenzierten baulichen Verdichtung über genügend Freiräume für die Erholung bis hin zu den Zentren und Infrastrukturen der Stadt. Darunter gibt es unzählige kleinerer Ebenen, Projekte und Ereignisse, die Teil der Stadt im Wandel sind. Zürich hat viel Potenzial, das es durch die Stadtplanung zu sichern und zu nutzen gilt. Nicht von heute auf morgen, sondern auch für künftige Generationen von ZürcherInnen.

  • ABB investiert 500 Millionen Euro in Elektrifizierung

    ABB investiert 500 Millionen Euro in Elektrifizierung

    ABB und die Europäische Investitionsbank (EIB) haben eine Finanzierungsvereinbarung für ein Darlehen in Höhe von 500 Millionen Euro unterzeichnet, informiert ABB in einer Mitteilung. Das Zürcher Technologieunternehmen will die Mittel für die Entwicklung halbleiterbasierter Leistungsschalter, umweltfreundliche Schaltanlagen und Technologien für die Verbesserung von Effizienz und Automation bei Gebäuden nutzen. Die Gelder sollen in entsprechende Forschung von ABB in der Schweiz, Deutschland, Italien, der Tschechischen Republik, Finnland, Norwegen, Polen und anderen europäischen Ländern fliessen.

    „Die Elektrifizierung ist entscheidend im Kampf gegen den Klimawandel“, wird EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle in der Mitteilung zitiert. „Mit unserem Darlehen an ABB unterstützen wir ein Unternehmen, das auf eine lange Tradition der Entwicklung von elektrischen Produkten zurückblickt und mit grossem Engagement praktische Lösungen fördert, welche die europäische Wirtschaft grüner machen.“

    Die neuen Stromverteilungslösungen sind für die Anwendung beispielsweise in Zweckbauten, Industriebetrieben und Mikronetzen gedacht. Entwicklung und Kommerzialisierung von Technologien haben in der Wachstumsstrategie von ABB einen hohen Stellenwert. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund 1,67 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 4 Prozent seines konsolidierten Umsatzes in Forschung und Entwicklung investiert.

  • Mit Klimasimulation gegen Hitzeinseln

    Mit Klimasimulation gegen Hitzeinseln

    Die Erhitzung asphaltierter Innenstädte – sogenannte Hitzeinseln – ist ein bekanntes Problem beim Städtebau. Sie lässt sich mit smarten Massnahmen aber merklich verbessern. Dies zeigt die Stadt Winterthur in Zusammenarbeit mit dem Raumplanungsbüro Berchtoldkrass Space & Options und dem auf Klimaanalysen spezialisierten Büro GEO-NET Umweltconsulting GmbH anhand einer computergestützten Klimamodellierung für die Lokstadt. Der aktuelle Planungsstand wurde mit zwei klimaoptimierten Szenarien verglichen. Dank der Simulation wird erkennbar, wie sich die Gestaltung der Gebäude und Freiräume auf die Aussentemperaturen auswirken und so die Aufenthaltsqualität im Areal beeinflussen. Gleichzeitig wurde geprüft, welche Massnahmen besonders gut umsetzbar und wirkungsvoll sind. Die Pilotstudie ist Teil des Programms Smart City Winterthur und wurde durch dessen Innovationskredit ermöglicht. In Auftrag gegeben wurde sie durch das Amt für Städtebau.

    Auf dem Planungsperimeter der Lokstadt werden zahlreiche Wohneinheiten und Arbeitsplätze entstehen. Damit das Quartier später eine hohe Wohn- und Lebensqualität aufweist, ist eine auf Klimagesichtspunkte abgestützte Planung sinnvoll. Eine klimaangepasste und damit hitzeverträgliche Gestaltung ist trotz dichter Bauweise möglich: Bioklimatisch wirksame Ausgleichsmassnahmen sind bei der Lokstadt zum Beispiel Bäume, unversiegelte, helle sowie begrünte Oberflächen und beschattete Flächen. Grossflächig begrünte Dächer – idealerweise in Kombination mit schattenspenden Fotovoltaikanlagen – wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Für eine bessere Aufenthaltsqualität sorgen nebst Fassadenbegrünungen Wasserflächen oder auch Trinkbrunnen.

    Die Auswertung zeigt: Die Lokstadt wurde bereits in der ursprünglichen Planung in der Ausgestaltung des öffentlichen Raums stadtklimatisch gut aufgestellt. Um das Klima weiter zu optimieren, werden weitere Baumstandorte sowie helle, versickerungsfähige Flächen geprüft. Die Technologie bietet alle Voraussetzungen, um den Städtebau der Zukunft in Bezug auf das Klima zu optimieren.

  • Einblick in die Klimastrategie des Kantons Luzern

    Einblick in die Klimastrategie des Kantons Luzern

    Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung. Auch der Kanton Luzern erwartet in Zukunft trockenere Sommer, mehr Hitzetage, mehr Starkniederschläge und schneeärmere Winter.

    Luzern verfolgt Doppelstrategie
    In seiner Klimapolitik strebt der Kanton Luzern in Übereinstimmung mit der Zielsetzung des Bundes und des Klimaabkommens von Paris das Ziel an, die Treibhausgasemissionen im Kanton bis 2050 auf netto null zu senken. Netto null bedeutet, dass zwar weiterhin Treibhausgasemissionen in bestimmten Bereichen entstehen, diese aber in mindestens gleichem Umfang wieder aus der Atmosphäre entfernt werden.

    Da die Auswirkungen des Klimawandels in den nächsten Jahren – auch mit Klimaschutzmassnahmen – weiter zunehmen werden, will der Kanton Luzern zusätzlich Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel umsetzen.

    Diese Doppelstrategie und entsprechende Massnahmen hat der Luzerner Regierungsrat in seinem Planungsbericht «Klima- und Energiepolitik 2021 des Kantons Luzern» festgehalten. 2022 hat er in seiner «Massnahmen- und Umsetzungsplanung Klima und Energie 2022–2026» konkret aufgezeigt, wie welche Massnahmen in den kommenden Jahren umgesetzt werden sollen.

    Massnahmen von Raumentwicklung bis Bildung
    Ein Massnahmenüberblick zeigt insgesamt 134 Massnahmen zu Klimaschutz und -anpassung in diversen Bereichen wie Raumentwicklung, Gebäude, Mobilität und Verkehr, Umgang mit Naturgefahren, Energie, Entsorgung und Recycling, Wasserwirtschaft, Waldwirtschaft, Landwirtschaft, Gesundheit, Industrie oder Bildung.

    Als konkrete Massnahmen zum Klimaschutz will der Kanton Luzern beispielsweise energetische Vorschriften für Neubauten anpassen, umweltfreundliche Baumaterialien fördern, Programme zur effizienten Ressourcennutzung in der Landwirtschaft lancieren oder innovative Ansätze zur Abfallvermeidung im Gewerbe prüfen.

    Zur Anpassung an den Klimawandel plant der Kanton Luzern etwa raumplanerische Massnahmen zum Hochwasserschutz, die Sensibilisierung von vulnerablen Bevölkerungsgruppen bei Hitzewellen, die Förderung der Wiederbewaldung oder gesetzliche Grundlagen für die klimaangepasste Siedlungsentwicklung.

    Alle Massnahmen sind in der Massnahmen- und Umsetzungsplanung des Kantons Luzern detailliert beschrieben.

  • Klimaschutzmaßnahmen trotz ökonomischer Herausforderungen

    Klimaschutzmaßnahmen trotz ökonomischer Herausforderungen

    Die dritte Ausgabe beinhaltet die Erkenntnisse von Fachleuten zu den entscheidenden ESG-Kernthemen, die für dieses Jahr strategische Entscheidungen beeinflussen werden. Der Bericht basiert auf Roundtable-Interviews mit den Mitgliedern des ULI Americas Sustainable Development Council, dem ULI Europe Sustainability Council und dem ULI Asia Pacific Resilient Cities Council. Er verweist auf fünf Aspekte, die 2023 die Entscheidungen im Immobiliensektor prägen werden.

    Anpassung der ESG-Strategie an makroökonomische Herausforderungen
    Eine erhöhte Inflation und die Gefahr einer Rezession sind erhebliche Hürden, die Unternehmen davon abhalten können, einen entscheidenden Fortschritt bei der Dekarbonisierung im Gebäudebereich zu erzielen. Dennoch werden die führenden Unternehmen im Immobiliensektor die makroökonomischen Probleme durch die Rückstellung von Kapital für Fortschritte im Bereich ESG meistern. Höhere Energiekosten und die Entschlossenheit von Investoren, mehr für grüne Energie zu zahlen, sind nur zwei Faktoren, die den ökonomischen Nutzen der Nachhaltigkeit stärken. 

    Einbindung des Transformationsrisikos in Transaktionen und Bewertungen
    Führende Immobilienunternehmen beginnen damit, das Geschäftsrisiko der Dekarbonisierung in die Wertermittlungen von Immobilien zu integrieren, insbesondere im Hinblick auf ihre Exitstrategie. Rasche Fortschritte bei der Messung des Transformationsrisikos werden dadurch erzielt, dass sich immer mehr Unternehmen den mit dem Klimawandel verbundenen politischen, marktbezogenen, rechtlichen und technologischen Risiken stellen.

    Kooperationen schließen
    Eine Kooperation über die gesamte Wertschöpfungskette im Immobiliensektor hinweg ist wesentlich für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Diese Kooperation beinhaltet die Zusammenarbeit des Immobiliensektors mit Regierungen, Community-Mitgliedern, Mietern und den Beteiligten der Wertschöpfungsketten. Hierdurch gelingt es der Immobilienbranche häufig das „S“ in ESG voranzubringen und so sicherzustellen, dass bei Gebäuden und Gemeinschaften Personen sowie ihre Bedürfnisse und Werte an erster Stelle stehen.

    Eine Antwort auf die Herausforderungen weltweit auftretender Flutkatastrophen finden
    Der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels und vermehrte Starkregenereignisse zeigen, dass Stürme stärker werden und Überflutungen zunehmend die Küstenregionen sowie im Inland liegende Orte bedrohen. Die Branche sucht nach präziseren Daten-Tools, um diese Risiken zu quantifizieren und zu bewerten, und benötigt aktuelle Überflutungskarten von den örtlichen und staatlichen Behörden.

    Reaktion auf den staatlichen Einfluss
    Weltweit reagiert die Immobilienbranche auf politische Vorgaben für Klimaschutzmaßnahmen auf lokaler und staatlicher Ebene sowie in der Bauindustrie und im Rahmen der Portfolios. Diesen Umweltvorschriften fehlt es jedoch häufig an Einheitlichkeit. Dementsprechend investiert die Immobilienbranche vermehrt in Compliance, einschließlich einer Aufstockung des Personals, sowie in die Erkennung von Möglichkeiten zur Steigerung der Wertschöpfung in ihren Unternehmen. 

    Der Bericht bietet einen Überblick über die vielfältigen Herausforderungen, die Entwickler und Investoren überwinden müssen, um einen Ausgleich zwischen der Umsetzung längerfristiger Maßnahmen zur Bewältigung des Klimarisikos und kurzfristiger Investitionsrendite zu finden. Der Bericht betont die Notwendigkeit einer Kooperation über die gesamte Wertschöpfungskette im Immobiliensektor hinweg, die Bedeutung einer Nachhaltigkeitsanalyse bei der Bewertung und die Entwicklung hin zu einer transparenteren, durchgängigeren und in sich stimmigen Regulierung.

    „Trotz der ökonomischen Herausforderungen hat die Immobilienbranche dieses Jahr die Chance, Wertpotenziale durch Investitionen in die Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit von Gebäuden zu heben“, sagt Marta Schantz, Co-Executive Director am ULI Randall Lewis Center for Sustainability in Real Estate. „Die gesetzlichen Vorgaben unterstützen zunehmend ein größeres Engagement beim Klimaschutz. Die Immobilienbranche sollte die Zusammenarbeit mit den an der Wertschöpfungskette Beteiligten intensivieren, um diesen Prozess zu beschleunigen. Unser diesjähriger Ausblick bietet Immobilienexperten, die sich für dieses Jahr über Nachhaltigkeitsthemen informieren möchten, eine Hilfestellung.“ 

    „Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ESG- und Nachhaltigkeitsstrategien mit messbaren Ergebnissen zu entwickeln, zu erweitern und zu verwalten, um die ESG-Ziele zu erreichen“, sagt Matthew Hardy von Ferguson Partners, der für Australien und Neuseeland sowie für die weltweiten Initiativen im Hinblick auf ESG und Nachhaltigkeit verantwortlich ist. „Es ist klar, dass ESG-Strategien für die ethische und treuhänderische Verantwortung von grundlegender Bedeutung sind. Wir sind stolzer Partner des ULI beim Austausch von Best Practices, die bei der sich verschärfenden Klimakrise diesen so dringend benötigten Fortschritt beschleunigen.“ 

    Den vollständigen „ULI Global Sustainability Outlook 2023“ finden Sie anbei.
    ULI-SustainabilityOutlook_2023_Digital-Final_DE_komprimiert.pdf

  • Schweizer Immobilien bleiben attraktiv

    Schweizer Immobilien bleiben attraktiv

    Insgesamt 92 Prozent der Immobilieninvestoren erachten laut der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY die Schweiz als attraktiven Standort für den Handel und den Besitz von Immobilien. Als Auslöser für die positive Perspektive wird in einer Medienmitteilung zum Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt die stabile Wirtschaft genannt. Infolge der gesamtwirtschaftlichen Unsicherheit rechnen aber 35 Prozent der Immobilienfinanzierer mit einem rückläufigen Investitionsvolumen, dies seien deutlich mehr als im Vorjahr (6 Prozent).

    Einstellen müsse sich die Branche infolge von Inflation und Flächennachfrage auf Hindernisse für schnelle Immobilientransaktionen. Wachstumsbremsend könnte sich die Zinsentwicklung auswirken. Der in der Mitteilung zitierte Karl Frank Meinzer, Head Real Estate Switzerland bei EY in der Schweiz, geht aber von einem geringeren Zinsdruck aus, da die Inflationsrate im internationalen Umfeld niedriger ausfalle. „Deshalb werden Immobilienfinanzierungen in der Schweiz relativ gesehen interessant bleiben und dem Transaktionsmarkt Stabilität verleihen“, sagt Meinzer.

    Bei den sicheren Anlagen liegen laut Umfrage die Kategorien Wohnen und Logistik vorne. Investoren gehen von einer stabilen Preisentwicklung aus und erwarten für Wohn- und Logistikgebäude in 1a-Lagen sogar wachsende Preise. Sinkende Niveaus werden hingegen für Investitionen in Einkaufszentren und Detailhandel, Büros und Hotels vorausgesagt.

    Grossen Einfluss auf Kaufentscheidungen wird der Klimawandel haben, der für die Fachwelt dieses Jahr höher rangiert als das Trendthema demografischer Wandel. Die Herausforderungen der Digitalisierung bewegt sich auf weiterhin relevantem Niveau, wurde aber von der Zinssituation überholt.

  • Bundesverwaltung ist in Sachen Nachhaltigkeit insgesamt auf Kurs

    Bundesverwaltung ist in Sachen Nachhaltigkeit insgesamt auf Kurs

    Mit der Agenda 2030 haben sich die UNO-Mitgliedstaaten 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung gesetzt. Der Bundesrat will, dass auch die Schweiz diese Ziele erreicht. Den Rahmen dafür bildet die 2021 beschlossene Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 und der Aktionsplan 2021-2023. Die Bundesverwaltung soll dabei ein Vorbild für nachhaltiges Handeln sein. Der erste Bericht dazu zeigt, dass sie mehrheitlich gut unterwegs ist: Sie hat die Energieeffizienz gesteigert, bezieht ausschliesslich Strom aus erneuerbaren Energiequellen und baut die eigene Stromproduktion mit Photovoltaikanlagen aus.

    Die Bundesverwaltung konnte zudem den Ausstoss von Treibhausgasen senken und ihn im Vergleich zu 2006 halbieren. Damit liegt die Bundesverwaltung bei ihrem Emissionsziel für 2030 auf Kurs. Nach dem von der Pandemie geprägten Jahr 2020 ist der Ausstoss 2021 allerdings wieder leicht angestiegen. Das liegt vor allem an den Flugreisen von Bundesangestellten, die wieder zugenommen haben. Auch beim Papierverbrauch, insbesondere für Publikationen, kann sie sich verbessern.

    Auf ihren eigenen Grünflächen fördert die Bundesverwaltung die Biodiversität. Sie schafft unter anderem entlang von Schienen und Strassen Lebensräume für Tiere, Pflanzen und Pilze.

    Die Agenda 2030 verfolgt nicht nur das Ziel, die natürlichen Ressourcen zu schützen und den Klimawandel zu stoppen. Ein Teil der 17 Nachhaltigkeitsziele hat den Zweck, soziale Entwicklungen zu fördern, zum Beispiel die Gleichstellung von Mann und Frau. Auch in diesem Bereich nimmt die Bundesverwaltung ihre Vorbildrolle wahr. Sowohl im mittleren Kader als auch im Topkader hat der Frauenanteil zugenommen. Der Sollwert ist aber noch nicht ganz erreicht.

    Der Nachhaltigkeitsbericht ist unter der Federführung des Bundesamts für Raumentwicklung ARE verfasst worden und soll künftig alle zwei Jahre aktualisiert werden.

  • «Die Kreislaufwirtschaftgewinnt an Bedeutung»

    «Die Kreislaufwirtschaft
    gewinnt an Bedeutung»

    Zur Person
    Donald Vogt ist Dipl. Architekt FH /SIA und seit 2013 Geschäftsführer der Marti Gesamtleistungen AG. Zuvor war er als Leiter Bauten + Investments bei Die Mobiliar und danach als Stv. Direktor Akquisition + Projektentwicklung bei Losinger Marazzi SA tätig. Er ist seit 2015 Vorstandsmitglied bei Entwicklung Schweiz sowie seit 2020 Schulrat bei der Berner Fachhochschule BFH.

    Das Familienunternehmen Marti Gruppe wurde vor rund 100 Jahren als einfache Bauunternehmung gegründet. Mittlerweile gehören über 80 Konzerngesellschaften zur Gruppe. Wohin führt der Weg?
    Wir forschen, tüfteln und versuchen, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Im Bereich Nachhaltigkeit möchten wir noch stärker werden. Schon heute produzieren wir unseren eigenen Recycling-Beton und denken vermehrt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Auch in den kommenden Jahren legen wir Wert auf die Förderung der Vielfalt: So finden sich unter unseren 80 Unternehmungen die unterschiedlichsten Spezialisierungen. Darüber hinaus legen wir Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses sowie auf die Förderung unserer Mitarbeiter:innen.

    Sie können umfangreiche Bauprojekte aus einer Hand anbieten. Welche Rolle spielen die digitalen Möglichkeiten bei den Schnittstellen?
    Eine grosse Rolle. Wir binden die digitale Wertschöpfung schon früh in unsere Projekte ein: Bei der Kalkulation wie natürlich auch bei der Planung. Unsere Baumeister arbeiten ebenfalls grösstenteils digital – so reduzieren wir die Fehlerquote und steigern die Qualität. Alle Beteiligten arbeiten am selben Modell, und Abläufe werden automatisiert. Wir haben eine starke IT-Abteilung, die die einzelnen Firmen unserer Gruppe bei digitalen Vorhaben unterstützt.

    Wie digital sind die Schweizer Bauunternehmen im Vergleich zum restlichen Europa?
    Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern, Architekten und Planern aus Ländern der EU zusammen. Hier mache ich im Bereich der Digitalisierung keine grossen Unterschiede aus, eher die Arbeits- und Planungsabläufe unterscheiden sich etwas. Ich würde sagen, wir sind in der Schweiz im Vergleich zum internationalen Umfeld gut aufgestellt.

    Was bedeutet die Energiestrategie 2050 für Ihre Gruppe?
    Wir sind bestrebt, die energiebedingte Umweltbelastung der Schweiz zu reduzieren. In unserem Fall betrifft das zum einen die Wahl der Baumaterialien. Wir beschäftigen uns damit, welche Materialien wir möglichst nachhaltig und energiesparend im Bau einsetzen können. Hier kommt wieder die Kreislaufwirtschaft zum Tragen. Zum anderen wird es immer wichtiger, wo man baut: Ist das auf einer Wiese irgendwo abseits der Stadt oder beispielsweise in Nähe eines gut erschlossenen Zentrums.

    Nachhaltigkeit und günstige Preise schliessen sich nicht aus


    Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf ihre Bauprojekte?
    Wir errichten zum Teil begrünte Fassaden. Auch das Thema Beschattung wird immer wichtiger sowie die Wahl der beim Bau eingesetzten Materialien. Ausserdem sorgen wir in der Projektgestaltung vermehrt für die Integration speicherfähiger Orte. Die Elektromobilität sowie Photovoltaikanlagen gewinnen ebenfalls an Bedeutung – genauso der Einsatz neuer Technologien.

    Wie handhaben Sie Ressourcen Engpässe während der Planung und Umsetzung?
    Wir setzen schon lange auf den Einsatz von Photovoltaikanlagen sowie Wärmepumpen. Materialengpässe versuchen wir dank geschickter Planung und frühzeitigem bestellen zu vermeiden. Personalengpässe lassen sich nicht immer vermeiden. Wir zählen aber glücklicherweise auf viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Wie reduzieren Sie die «graue Energie», die bereits bei der
    Gewinnung von Rohstoffen anfällt?

    Hier setzen wir auf die Wiederverwertung von Materialien sowie auf kurze Transportwege. Wie arbeiten grundsätzlich möglichst mit Dienstleistern aus der Region zusammen. Wir achten auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Unsere Baumeister betreiben ein Baustoffcenter mit Bodenwaschanlage, Materialbewirtschaftung sowie Produktion von Recycling-Beton.

    Welches sind aus Ihrer Perspektive die derzeit wichtigsten Projekte für Bern?
    Aus meiner Sicht zählen hierzu das Viererfeld, WankdorfCity 3, die Campus Biel und Bern sowie das geplante neue Polizeizentrum in Niederwangen bei Köniz oder auch das Quartier «Papillon» in Niederwangen.

    Sie sind bei Entwicklung Schweiz im Vorstand. Welche Bedeutung hat der Verband für Bern und die Marti Gruppe?
    Insbesondere der Austausch mit der Politik, Behörden und anderen Verbänden erachte ich als wichtig. Es ist essenziell, dass wir uns gegenseitig verstehen, die Bedürfnisse des anderen akzeptieren und die Zusammenarbeit fördern. Ausserdem werden übergeordnete Themen wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Qualitätsverständnis oder auch über Baukultur diskutiert. Damit bietet Entwicklung Schweiz einen Mehrwert für alle Akteure.


    Wohin geht die Reise der Prop-Tech-Unternehmen?
    Grundsätzlich ist ein grosser Hype um die Prop-Tech-Firmen festzustellen. Ich sehe hier viele spannende und zukunftsorientierte Startups. Ich begrüsse Technologien, die Abläufe vereinfachen und die Digitalisierung fördern. Man darf dabei nur nicht das Zwischenmenschliche vergessen. Die Immobilienbranche lebt von Menschen, persönliche Kontakte bleiben wichtig und müssen auch in Zukunft gepflegt werden.

  • SUPSI hat neues Kompetenzzentrum für Klimawandel

    SUPSI hat neues Kompetenzzentrum für Klimawandel

    Die SUPSI hat ein neues Kompetenzzentrum eingeweiht, das sich mit Themen rund um den Klimawandel beschäftigen wird. Es wurde vom Departement für Umwelt, Bau und Design (DACD) in Mendrisio ins Leben gerufen. Laut einer Medienmitteilung soll es sich auf drei Hauptbereiche konzentrieren: Die Erforschung der wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, die Anpassung an den Klimawandel und die Eindämmung des Klimawandels.

    Am Centro competenze cambiamento climatico e territorio (CCCT) werden einer Mitteilung zufolge rund 50 Forschende arbeiten. Sie werden beispielsweise Massnahmen zur Mückenbekämpfung oder Überwachungssysteme für die Erwärmung von Permafrost in den Tessiner Alpen entwickeln. Viele der erforschten Themen drehen sich auch um erneuerbare Energien.

    Insgesamt soll das CCCT die interdisziplinären Kompetenzen an der SUPSI stärken und koordinieren. Dabei wird es auch mit kantonalen Einrichtungen und Verbänden zusammenarbeiten. Zu den Partnern des Zentrums gehört auch der Verein TicinoEnergia in Bellinzona, mit dem die SUPSI bereits an Projekten zu klimafreundlichen Gebäuden kooperiert.

  • Superblocks machen Städte lebenswerter

    Superblocks machen Städte lebenswerter

    Eine Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat untersucht, welche Städte das Potenzial zu einer Umgestaltung mithilfe von Superblocks haben. Dieses Mittel der Stadtplanung kann steigender Hitze, Lärm- und Luftverschmutzung und schwindenden Grünflächen durch den Klimawandel oder das Bevölkerungswachstum entgegenwirken. Die Stadtplanung sei dabei zentral, wird Studienautor Sven Eggimann in einer Mitteilung der Empa zitiert: „Die Gestaltung und Verwendung des Strassenraums beeinflusst die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner und hat das Potenzial, das Stadtklima erheblich zu verbessern.“

    Vorbild für die Bildung von Superblocks ist Barcelona. Dort werden idealerweise 3 mal 3 Häuserblocks und ihre Innenhöfe zu einem Superblock zusammengefasst. Der Erschliessungsverkehr wird aussenherum geführt, das Innere bleibt gänzlich autofrei. Anstelle von Strassen und Parkplätzen werden Velo- und Fusswege, Grünflächen und Begegnungszonen geschaffen. Ausserdem können hitzereduzierende Massnahmen umgesetzt werden.

    Das Potenzial dieses Städtedesigns ist laut Eggimann deshalb so hoch, weil Strassen in den heutigen urbanen Gebieten einen erheblichen Teil der Gesamtfläche ausmachen. In europäischen Städten seien dies typischerweise zwischen 15 und 25 Prozent.

    Das Superblock-Potenzial einzelner Städte errechnete Eggimann mit Werten zwischen 1 Prozent und einem Drittel der Strassen. Das grösste Potenzial wiesen Städte wie Mexiko-Stadt, Madrid und Tokio auf. Doch auch Städte, deren Strassen weniger rasterartig angelegt sind als in Barcelona, eignen sich laut Eggimanns Studie für Superblöcke: „Dies birgt die Chance, urbane Quartiere attraktiver zu gestalten, indem man die Menschen und nicht die Fahrzeuge ins Zentrum stellt.“

  • Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Vier Trends für die Immobilien­wirtschaft 2022

    Weltweite Ressourcenknappheit 
    Aktuell schnellen die Preise für viele Baumaterialien in die Höhe. Das wird sich auch in diesem Jahr nicht ändern – Dämmstoffe, Stahl, alles wird teurer und knapper. Entsprechend steigen auch die Baupreise und drohen, viele Projekt unrentabel werden zu lassen. Zusätzlich fragen gerade die Schwellenländer derzeit viel Material nach und kaufen den Markt leer. Die Situation wird sich also weiter verschärfen. Langfristig kann nur eine verbesserte Projektplanung mit mehr Fokus auf Wiederverwertbarkeit helfen, denn Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschutz beginnen bereits in der Planungsphase. Wenn ganze Gebäude, Gebäudeteile und Baumaterialien recycelbar sind oder eine Anschlussverwendung finden, senkt das nicht nur den Materialbedarf, sondern trägt gleichzeitig auch zu mehr Nachhaltigkeit bei. Es gilt, Cradle to Cradle in Zukunft groß zu denken.

    Nachhaltigkeit nicht nur durch Energieeinsparung in der Nutzungsphase
    Gerade die deutsche Baubranche hat dringenden Nachholbedarf in Sachen Nachhaltigkeit. In den Niederlanden gibt es bereits eine CO2-Deckelung pro Quadratmeter Neubau. Mit der neuen Regierung unter grüner Beteiligung ist es durchaus vorstellbar, dass eine solche Deckelung auch in Deutschland zur neuen Richtlinie wird. Zudem werden die Entsorgungskosten ein großes Thema bleiben und anteilig in die Höhe schnellen. Aufgrund der noch unausgereiften Rahmenbedingungen für Recyclingverfahren und der geringen Deponiekapazitäten werden Abfälle zu weiteren Baukostentreibern. Hier zeigt sich, wie wichtig es in Zukunft sein wird, Baumaterialien und Gebäudeteile lange zu nutzen und später wiederzuverwenden – wie es bereits im Modulbau durch das Refurbishen nachgenutzter Module möglich ist. Die Kreislaufwirtschaft sollte daher schon früh in der Planung im Fokus des Projekts stehen. 

    Digitalisierung und KI auch beim Bauen
    Um die Nachhaltigkeit über die gesamte Branche hinweg zu steigern und der Ressourcenknappheit entgegenzuwirken, braucht es sowohl eine Optimierung der Planung als auch der Fertigung. Beides muss insgesamt intelligenter werden und sich vernetzen. Hierfür eignet sich der Einsatz „Künstlicher Intelligenz“ optimal. Sie unterstützt Bauprojekte beispielsweise durch generatives Design, vorausschauende Problemerkennung sowie bei der Vermeidung von Verzögerungen und Kostenüberschreitungen. Sie muss aber eben auch in der Produktion ihren Einsatz finden. Ein Beispiel: Die Digitalisierung des Zuschnittes führt zu weniger Verschnitt und Abfall. Dank guter Vorausplanung und des Einsatzes einer KI lässt sich das Restmaterial aus einem Zuschnitt für den weiteren Einsatz bei anderen zukünftigen Projekten verwenden. Das spart nicht nur Material, sondern auch zusätzliche Arbeitsschritte und erhöht so die Effizienz im gesamten Produktionsprozess. Denn auch Restmaterialien sind Ressourcen.

    Industrialisierte Fertigung wie in der Automobilindustrie
    Das Voranschreiten der Digitalisierung innerhalb der Baubranche ermöglicht zudem den Einsatz von halb- oder vollautomatisierten Prozessen. Sie reduzieren Fehlerquellen und machen die Fertigung effizienter. Denn bezahlbarer Wohnraum lässt sich mit robotergestützten Bauverfahren, in Verbindung mit einem erforderlichen digitalen Management der Baudaten – von der Planung bis zur Baustelle – optimal verwirklichen. Mit Blick auf den akuten Fachkräftemangel, der auch in den nächsten Jahren nicht zu lösen sein wird, ist diese Entwicklung die logische Konsequenz. Auch Daiwa House Modular Europe wird in der bereits geplanten deutschen Gigafactory auf automatisierte Prozesse setzen.

    Diese vier Trends sollten die Baubranche zum Umdenken animieren. Dazu kommen eine Reihe weitere Veränderungen wie ein Generationenwechsel in den Reihen der Führungskräfte sowie der politische und gesellschaftliche Wandel. Bauherren sind mittlerweile offen für standardisierte Gebäudelösungen. Modular geplante und gebaute Gebäude bieten eine kurze Bauzeit sowie hohe Qualität durch eine Vorfertigung von ungefähr 90 Prozent im Werk. Gerade in den Segmenten Wohnen, Pflege, Hotels und Bildung sind trotz unterschiedlicher Standorte ähnliche Bedürfnisse gegeben – daher muss nicht jedes Gebäude ein Prototyp sein.

  • Unterstützung des wissenschaftsbasierte 1,5-Grad Ziel

    Unterstützung des wissenschaftsbasierte 1,5-Grad Ziel

    2021 haben die Investmentexperten von Pictet im Rahmen eines umfassenden Prozesses gruppeneigene „Climate Investment Beliefs“ entwickelt. Dieser Initiative liegen zwei Überzeugungen zugrunde: Der Klimawandel wirkt sich erheblich auf die Vermögenspreise aus. Angesichts ihrer führenden Stellung in der  Investmentbranche ist es für die Bank wichtig, diese Auswirkungen zu verstehen, um die Performance zu unterstützen. Als Verwalter und Inhaber von Vermögenswerten mit ihren Anlagetätigkeiten Einfluss auf die Folgen des Klimawandels. Es liegt somit in der Verantwortung des Unternehmens, herauszufinden, wie es positive Effekte fördern und negative abmildern kann.

    Die Bewältigung der grossen ökologischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit wird mehr Zusammenarbeit und Transparenz erfordern. Der Beitritt zur Net Zero Asset Managers Initiative und das Bekenntnis zur „Business Ambition for 1.5°C“ der SBTi spiegeln diese Überzeugungen wider.

    Das Unternehmen ist sich bewusst, dass die Erreichung dieser Ziele einer Herkulesaufgabe gleichkommt und Anstrengungen nur erfolgreich sein können, wenn alle Finanzakteure mitziehen. Es bedarf eines grundlegenden Wandels sowie langfristiger Verpflichtung und Beharrlichkeit und des Beitrags aller Wirtschaftsakteure. Pictet will 2022 einen Klimamassnahmenplan mit konkreten Zielen für 2030 veröffentlichen.

    Die Gruppe blickt auf eine über zweihundertjährige Geschichte zurück, deren Grundlage ein langfristiger und verantwortungsvoller Ansatz für das eigene Geschäft und die Verwaltung der Vermögen ihrer Kundinnen und Kunden ist. Damit berücksichtigt das Unternehmen nicht nur die Interessen der heutigen, sondern auch jene künftiger Generationen. Dies ist der Kern verantwortungsbewussten Denkens und der wirksamste Beitrag zu einer nachhaltigen Zukunft auf unserem Planeten leisten kann.

  • Hochschule Luzern widmet sich klimagerechtem Bauen

    Hochschule Luzern widmet sich klimagerechtem Bauen

    Die Studie „Bereit für den Klimawandel?“ der Hochschule Luzern (HSLU) will Bauherrinnen und Bauherren dafür sensibilisieren, klimagerecht zu bauen. Aber auch Käuferinnen und Mietern soll sie eine Hilfestellung zur Bewertung einer Immobilie geben.

    Die Studie legt nahe, dass dabei künftig nicht nur Wärme-, sondern auch Kühlkonzepte berücksichtigt werden müssen. „Noch immer richtet sich die Architektur der Schweiz zu sehr darauf, Wohnungen im Winter angenehm und energieeffizient zu machen“, wird Gianrico Settembrini vom Institut für Gebäudetechnik und Energie der Hochschule Luzern in einer Medienmitteilung zitiert. Entscheidend sei jedoch, dass Gebäude mit Klimadaten der Zukunft geplant würden und nicht wie heute mit solchen, die auf vergangenen Werten beruhen.

    Der Gebäudepark verbrauche rund 40 Prozent des Endenergiebedarfs der Schweiz, führt die HSLU weiter aus. Dieser müsse weiter gesenkt werden. Würde jedoch ein vermehrter Einsatz von Klimageräten nötig, drohe dieser Wert stattdessen noch zu steigen. „Der Einsatz von Kühl- oder Klimageräten soll vermieden werden, technische Lösungen dürfen erst zum Zug kommen, wenn die passiven Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Adrian Grossenbacher vom Bundesamt für Energie. Es hat diese Studie finanziell unterstützt.

    Insgesamt identifizierte das Studienteam elf Parameter, die einen Einfluss auf den Energieverbrauch sowie die thermische und visuelle Behaglichkeit eines Wohnraums haben. Diese Parameter wie Eigenschaften der Fenster, Sonnenschutz- und Beschattungselemente wurden in einem für das Mittelland typischen Referenzgebäude in Basel-Binningen simuliert.

    Einen Leitfaden für Planende stellt die HSLU online zum Herunterladen bereit. Um den Niederschlag verfügbarer Erkenntnisse in der neuen Architektur zu beschleunigen, bringt die Hochschule im September mit dem dreitägigen Weiterbildungskurs „Bauen im Klimawandel – Wirksame Massnahmen für Bauherrschaften und Planende“ auch Fachleute auf den neuesten Stand.

  • Film über Energieregion Knonauer Amt feiert Premiere

    Film über Energieregion Knonauer Amt feiert Premiere

    Das Knonauer Amt ist seiner Zeit „zehn Jahre voraus“, sagte Regierungsrat Dr. Martin Neukom im August anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Energieregion Knonauer Amt. „Ein Zugpferd für die Energiewende“, formulierte das Mitglied des New Yorker Nachhaltigkeitsbeirats, Andrew Darrell. Er fand, dass die Welt von diesem Pilotprojekt erfahren sollte, schreibt der „Affolter Anzeiger“. Gemeinsam mit der Schweizer Stiftung Pro Evolution und dem WWF Schweiz gab er den Anstoss für einen Film über die vorbildliche Arbeit der Energieregion Knonauer Amt. Er hatte am Donnerstag Premiere. Sein Titel: „Voller Energie in die Zukunft – eine Region setzt auf Erneuerbare“.

    Der Film berichtet über die Initiativen, welche die 14 Gemeinden dieser Region im Kanton Zürich gemeinsam unternommen haben und unternehmen, um den Klimawandel zu bremsen: das Energiesparhauses in Stallikon, wo Kinder Energie auf spielerische Weise erleben können, das geplante Solarkraftwerk über der A4, die Kreislaufwirtschaft der Biogasanlage in Rickenbach, die überdurchschnittlich hohe Zahl CO2-neutraler Holz-Fernheizwerke. Im Jahr 2010 integrierten die Gemeinden das Schwerpunktprojekt Energieregion Knonauer Amt in die Standortförderung. Ihr Ziel ist, 80 Prozent ihres Energiebedarfs bis 2050 selbst und mit erneuerbaren Energien zu produzieren.

    Zahlreiche Expertinnen und Experten kommen in dem Film zu Wort, darunter Andreas Fischlin, Mitglied des Weltklimarats (IPCC) und Professor an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). „Wir haben dieselbe CO2-Konzentration wie vor 3,5 Millionen Jahren“, warnt er. Damals habe in der Schweiz eine tropische Tier- und Pflanzenwelt geherrscht. ETH-Professor Anton Gunzinger plädiert für eine stärkere Nutzung einheimischer Energien. Das sorge für mehr Unabhängigkeit und dafür, dass mehr Geld im regionalen Kreislauf bleibe: „Wir brauchen mehr Säuliämter in der Schweiz!“