Schlagwort: Kreislaufwirtschaft Bau

  • Sägemehl soll Feuer abhalten

    Sägemehl soll Feuer abhalten

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben ein Dämmmaterial aus Sägemehl entwickelt, das zum feuerfesten Innenausbau verwendet werden kann, heisst es in einer Mitteilung.

    Das Komposit besteht aus Sägemehl und dem Mineral Struvit, einem kristallinen, farblosen Ammoniummagnesiumphosphat. Die Forschenden hatten bei ihren Arbeiten die Schwierigkeit zu überwinden, die Materialien im Kristallisierungsprozess des Struvits mit den Sägemehlpartikeln zu verbinden. Dies gelang mittels eines Enzyms, das aus Wassermelonenkernen gewonnen wurde. Das kristallisierte Mineral füllt die Hohlräume des Sägemehls auf. Das so entstandene Material wird in Platten gepresst und bei Raumtemperatur getrocknet.

    Die Komposition zeigt nach ersten Tests ähnliche Brandschutzeigenschaften wie herkömmliche zementgebundene Spanplatten. Bei den Tests, die gemeinsam mit dem Polytechnikum Turin durchgeführt wurden, zeigte sich, dass die Struvit-Sägemehlplatten um eine dreimal verzögerte Zeit Feuer fangen als Fichtenholz. In dem Prozess jedoch bildet sich anorganisches Material, das ein Ausbreiten der Flammen eindämmt.

    Für eine Skalierung des Prozesses und einen Einsatz des neuen Materials ist es wichtig, die Herstellungskosten zu senken. Derzeit ist die Herstellung des Bindemittels aus dem Mineral teurer als Polymer-Bindemittel oder Zement. Dies könnte sich mit dem Erschliessen eines weiteren Kreislaufs ändern: Struvit fällt in grossen Mengen in Kläranlagen an. „Diese Ablagerungen könnten wir als Ausgangsmaterial für unseren Baustoff verwenden“, wird Ronny Kürsteiner, Forschender am Bereich holzbasierte Materialien an der ETH, in der Mitteilung zitiert.

    Die Studie ist im Fachjournal Chem Circularity publiziert.

  • Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sanierungsprojekt setzt auf Kreislaufwirtschaft und CO2-Reduktion

    Sika beteiligt sich laut seiner Mitteilung in den drei Projektphasen Exploration (2026), Synthesis (2027) und Transfer (2028) als Förderpartner am Living Lab HIL der ETH. In diesen Etappen wird die Sanierung, die energetische Aufwertung und Erweiterung des Lehr- und Forschungsgebäudes für Architektur und Bauingenieurswesen (HIL) auf dem Campus Hönggerberg vorbereitet. Das Grossprojekt soll bis 2035 abgeschlossen sein.

    Der Sanierungsbedarf und die veränderten Raumansprüche hätten nach Angaben der ETH klar für eine Kernsanierung mit Rückbau bis auf die Tragstruktur gesprochen. Stattdessen will die Hochschule sorgsamer mit dem Bestand umgehen und ihren Fokus auf CO2-Reduktion, Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft legen. Sie entwickelt das Bauvorhaben intern, mit Wissen und Erkenntnissen aus eigener Lehre und Forschung und mit Industriepartnern.

    In diesem laut Sika „weltweit einzigartigen Leuchtturmprojekt“ steuert das in Baar ansässige Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie nicht nur finanzielle Unterstützung bei. Die Förderung des Projekts umfasst auch einen aktiven und engen fachlichen Austausch zwischen Sika und den Projektteams der ETH. Sie erfolgt über die ETH Foundation.

    Sika wolle dazu beitragen, „die Transformation hin zu nachhaltigen Bauweisen voranzutreiben“, wird seine Innovations- und Nachhaltigkeitschefin Patricia Heidtman zitiert. „Das Living Lab HIL bietet eine einzigartige Plattform, die Forschung und Praxis aktiv miteinander verbindet und Innovationen spürbar beschleunigt.“

    Industrie und Wissenschaft müssten gemeinsam handeln, um die Klimaziele zu erreichen, so Mathias Kohler, ETH-Professor für Architektur und Digitale Fabrikation. „In Kooperation mit Sika erproben wir im Living Lab HIL neue Lösungen, die ab 2030 in der Sanierungsphase am ETH-Gebäude realisiert werden.“

  • Kreislaufwirtschaft gewinnt im Hoch- und Tiefbau an Bedeutung

    Kreislaufwirtschaft gewinnt im Hoch- und Tiefbau an Bedeutung

    Die INDUNI & CIE AG hat laut einer Mitteilung Lösungen entwickelt, um die Wiederverwendung von Stahlbeton aus bestehenden Gebäuden zu fördern. Der dreistufige Ansatz umfasst den Abbruch, den Transport und die Lagerung der Materialien, bevor mit dem Wiederaufbau begonnen wird.

    In einer ersten Stufe werden die Betonelemente beim Rückbau von Gebäuden so zerkleinert, dass sie bereits für ihre spätere Wiederverwendung geeignet sind. Danach werden die Teile mit der eigenen Logistik des Unternehmens zu verschiedenen Lagerplätzen in der Genferseeregion transportiert. Schliesslich werden die Betonelemente von den Rohbau- und Tiefbau-Teams des Unternehmens in die neuen Projekte integriert.

    INDUNI unterstützt auch das 10-jährige Jubiläum von Matériuum. Der Genfer Verein zum Schutz der natürlichen Ressourcen trägt dazu bei, „die Wiederverwendung von Baumaterialien zu fördern“ und „den Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft zu begleiten“, schreibt INDUNI in einer weiteren Mitteilung. Das Unternehmen macht damit deutlich, dass es „sein Engagement für ein verantwortungsbewussteres und kreislauforientiertes Bauen fortsetzen“ will.

    Die 1917 gegründete und in Lancy ansässige INDUNI & CIE AG ist im Hoch- und Tiefbau in der Westschweiz tätig.

  • Startups die das Bauen umkrempeln

    Startups die das Bauen umkrempeln

    Tobias Hofmeier (Swissbau) und Moritz Kistenmacher (Startup Academy) boten den Rahmen, damit junge Unternehmen Sichtbarkeit, Zugang zu Partnern und ein professionelles Umfeld erhielten. Im Innovation Village des Swissbau Lab prägten Startups fast die Hälfte der rund 70 Partner. Ein klares Signal, welchen Stellenwert unternehmerische Innovation für die Swissbau hat.

    Für Swissbau sind Startups keine Randerscheinung, sondern ein Herzstück des Innovationsprogramms. Unter dem Motto «zusammen neue Impulse setzen» ging es darum, Herausforderungen wie Klimaziele, Ressourceneffizienz, Produktivitätsdruck und Fachkräftemangel gemeinsam anzugehen. Diese Themen sind zentral und Innovation ist der Schlüssel, mit dem Startups weiterhin Tempo und den Mut für radikal neue Ansätze einbringen.

    Die Startup Academy Schweiz begleitete im Rahmen der Challenge Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft besonders eng. Einige Startups, die vor wenigen Jahren noch im Innovation Lab pitchten, sind heute mit grösseren Ständen auf der Messe präsent. Genau diese Entwicklung, vom frühen Prototyp zur etablierten Marktakteurin, setzt die Challenge in Gang und wirkt weit über die Messedaten hinaus.

    Politik und Standortförderung als Rückenwind
    Die Bedeutung unterstrich das Grusswort von Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel‑Stadt. Der Kanton hatte das Patronat über das Swissbau und unterstützt mit Basel Circular Unternehmen dabei, auf kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusteigen. Dass der Circular Award gerade hier zum ersten Mal vergeben wurde, war folgerichtig und macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaziele heute ins Zentrum der Baupolitik rücken.

    Sutter betonte, wie stark der Standort Basel auf Innovationsförderung ausgerichtet ist und mit Programmen, die Unternehmen und Branchen konkret unterstützen. Seine Botschaft wirkt über die Swissbau hinaus. Startups sind für jedes Wirtschaftsökosystem zentral; ohne sie wären etwa neue Technologiefelder kaum denkbar. Vergleichbares zeichnet sich in der Bauwirtschaft ab. Nur wenn neue Player mit frischen Ideen dazukommen, kann die Branche den technologischen und regulatorischen Wandel bewältigen.

    Auch der Kanton Baselland setzt mit seiner Standortförderung bewusst auf Innovation. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sprach am Finale von Rahmenbedingungen, die es Startups erleichtern sollen, zu wachsen und zu skalieren. Die wiederholte Partnerschaft bei der Swissbau Startup Challenge zeigt, dass hier nicht nur punktuell Netzwerke geknüpft, sondern langfristige Ökosysteme aufgebaut werden. Eine Basis, von der die Branche auch nach der Messe profitiert.

    Bauen ist für die Schweizer Volkswirtschaft zentral, verursacht aber hohe CO₂‑Emissionen und grosse Abfallmengen. Basel‑Stadt verfolgt mit 2037 ein ambitioniertes Netto‑Null‑Ziel. Solche Vorgaben erhöhen dauerhaft den Druck und die Nachfrage nach Lösungen, wie sie die Finalistinnen und Finalisten präsentierten und in Projekten und Pilotanwendungen weiterentwickeln.

    Sechs Finalisten, sechs Antworten auf die Bauwende
    Im Finale standen die sechs Startups Aconitum Swiss, Benetics, Impact Build, Moduvo, Planlabs und Talpa Inspection. Sie repräsentierten unterschiedliche Hebel der Transformation, von digitaler Prozessoptimierung über zirkuläre Materialien bis zur neu gedachten Baustellenkommunikation.

    Gemeinsam ist ihr Ansatz, dass sie die Bau‑ und Immobilienpraxis konkret verbessern und weniger Verschwendung, mehr Effizienz und bessere Daten erreichen. Die Ideen auf der Bühne im Swissbau Lab, sind keine Visionen im luftleeren Raum, sondern Lösungen, die sich bereits heute in Projekte, Baustellen und Planungsbüros integrieren lassen und dort ihre Wirkung entfalten.

    Innenräume ohne Plastik
    Aconitum Swiss hat ein biologisches Material aus Polymerkollagen entwickelt, das ohne Plastik auskommt und damit Energie, Ressourcen und Abfall reduziert. Ziel ist es, dauerhaft gesündere Lösungen für Mensch und Umwelt bereitzustellen. Gründerin Dr. Vlada Snus geht einen Schritt weiter und nutzt recyceltes Leder sowie upgecycelte Baustoffe wie Betonbruch, Sand, Recyclingglas und alte Dachziegel, um poröse Akustikpaneele zu produzieren. Diese Paneele verbessern die Raumakustik, filtern Luftschadstoffe, Viren und Bakterien und tragen zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei. Das System ist kreislauffähig, reduziert den Kunststoffverbrauch und kommt bereits im B2B‑Geschäft in der Schweiz, Europa und im Mittleren Osten zum Einsatz – mit Potenzial, sich weiter zu verbreiten.

    Baustellenkommunikation ohne Zettelwirtschaft
    Benetics nahm sich einem Dauerthema auf Baustellen an, Kommunikation und Dokumentation. Statt Klemmbrett, Papierplänen, Notizzetteln und chaotischen Chat‑Verläufen setzt das Startup auf eine cloudbasierte Plattform mit Smartphone‑App. Der Verantwortliche spricht seine Anweisungen ins Handy, eine KI strukturiert die Informationen automatisch und legt klare Aufgabe im System unter Aufgabe, Zuständigkeit, Frist, nötige Schritte, Fotos ab.

    Gerade in einer international geprägten Branche ist das ein Vorteil. Mitarbeitende erhalten ihre Aufgaben in ihrer eigenen Sprache. So sinkt der administrative Aufwand, Fehler durch Missverständnisse werden reduziert und die Daten fliessen sauber in bestehende Systeme. Das zeigte sich bereits in den präsentierten Anwendungsfällen und künftig können noch mehr Baustellen davon profitieren, dass die Leute vor Ort sich wieder stärker auf das konzentrieren, was zählt, das Bauen.

    Robotik und Erdmaterial
    Impact Build denkt Bauteile von der Materialbasis her neu. Das ETH‑Startup will Wandelemente ohne klassische Schalungen herstellen, mit robotergestützter Fertigung und lokalen Ressourcen. Das Verfahren «Impact Printing» schiesst dichte Massen aus Aushub‑ und Bauschuttmaterial mit hoher Geschwindigkeit aufeinander, sodass sich die Schichten vollflächig verbinden und tragfähige Elemente entstehen.

    Die so produzierten Bauteile lassen sich zuschneiden, detaillieren, beschichten und modular kombinieren. Sie regulieren Feuchte und Temperatur, sind von Natur aus feuerbeständig und akustisch wirksam und dies bei tieferen Material‑, Arbeits‑ und Transportkosten. Mit dem Circular Award im Rücken stärkt Impact Build nun seine Position, mobile Roboterfabriken in die Nähe von Baustellen zu bringen, Emissionen zu senken und das Modell schrittweise international auszurollen.

    Innenwände im Kreislauf
    Moduvo nahm die Gipswand als Wegwerfprodukt ins Visier. Ziel ist es, Innenwände kreislauffähig zu machen, ohne die Praxis komplett auf den Kopf zu stellen. Das Startup entwickelte vorfabrizierte, holzbasierte Wandsysteme, die sich schnell montieren und ebenso einfach umbauen oder wiederverwenden lassen. Ideal für Büros mit häufig wechselnden Grundrissen. Ergänzt wird das System durch einen Holzständer‑Baukasten, der sich ähnlich wie der klassische Trockenbau verarbeiten lässt. Handwerker müssen keine völlig neuen Techniken erlernen und doch ändern sich die Spielregeln grundlegend mit weniger Abfall, geringere graue Energie, bessere Lebenszyklus‑Kosten. Damit ist das Startup gut positioniert, um auf aktuelle und künftige Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu reagieren und Neubau wie Bestand fit für kommende Anforderungen zu machen.

    Haustechnik auf Knopfdruck
    Planlabs setzte dort an, wo viel Planungszeit und Material gebunden werden, wie bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die cloudbasierte Plattform automatisiert die Planung von Lüftung, Heizung/Kühlung und Elektro. Alle Anlagen werden gleichzeitig berücksichtigt mit realen Herstellerkomponenten, lokalen Normen, automatischer Dimensionierung und Kollisionsprüfung. Ziel sind weniger Überdimensionierung, besser abgestimmte Systeme und eine deutlich reduzierte Planungszeit. Varianten lassen sich rasch durchspielen, Nachhaltigkeitsziele präziser hinterlegen. Was im Finale präsentiert wurde, verschafft Planenden mehr Freiraum für Konzeptarbeit und Qualität und schafft die Grundlage, dass künftige Projekte robuster, ressourceneffizienter und besser dokumentiert geplant werden.

    Frühwarnsystem für Korrosionsschäden
    Talpa Inspection entwickelt eine neuartige Inspektionssonde, mit der Korrosionsschäden an Betonbauwerken früh erkannt werden können, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen werden. Das Spin‑off‑Team der ETH Zürich ersetzt aufwendige, punktuelle Vor‑Ort‑Messungen und Papierprotokolle durch ein digitales Verfahren. Die Sonde erfasst systematisch Zustandsdaten, die in einem 3D‑Digital Twin des Bauwerks visualisiert werden. So lässt sich das Korrosionsrisiko räumlich genau verorten und Infrastrukturbetreiber wissen, wo und wann sie eingreifen müssen, um Brücken und andere Bauwerke gezielt zu sanieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit dem Sieg an der Swissbau Startup Challenge erhielt Talpa Inspection zusätzlichen Schub, um diese Technologie breiter in die Praxis zu bringen.

    Countdown 2030
    Countdown 2030 bildet rund um die Startups ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Bauwirtschaft. Im Zentrum steht die «Reduction Roadmap Switzerland». Sie leitet aus einem globalen CO₂‑Budget nationale und sektorspezifische Kontingente ab, die bis auf Gemeindeebene heruntergebrochen werden sollen. So können Kommunen Bauvorhaben und Ortsentwicklung gezielt am Klimabudget ausrichten. Dänemark dient dabei als Vorbild. Dort haben verbindliche Ökobilanz‑Pflichten und ambitionierte Reduktionspfade bereits zu Innovation, Materialsubstitution und Umnutzungen geführt. Die Botschaft aus dem Swissbau Lab heisst den auch, ohne klare CO₂‑Kontingente, vernünftige Regulierung und das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Markt wird die Bauwende nicht gelingen. Mit ihnen aber eröffnen sich neue Spielräume für genau jene Lösungen, die im Finale zu sehen waren.

    Circular Award Kreislauf als Leitmotiv
    Mit dem Circular Award, powered by Basel Circular, wurde an der Swissbau erstmals ein Preis speziell für kreislauffähige Geschäftsmodelle vergeben. Basel Circular, eine Partnerschaft des Kantons Basel‑Stadt und weiterer Förderinstitutionen, unterstützt Unternehmen beim Übergang von linearen zu zirkulären Modellen.

    Projektleiterin Stefanie Sendes machte am Finale deutlich, dass der Bausektor in der Schweiz für den grössten Anteil am Abfallaufkommen verantwortlich ist. Ihr Hinweis bleibt aktuell, Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Entscheidend sind Wiederverwendung, Reparierbarkeit, modulare Produkte und Suffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und genau dort setzen viele der präsentierten Startups an.

    Die Gewinner 2026
    Der Circular Award ging an Impact Build, eine Auszeichnung, die das Potenzial der robotisch gefertigten Bauteile aus Rezyklat‑Materialien unterstreicht. Hier treffen Ressourcenschonung, industrielle Skalierbarkeit und gestalterische Qualität direkt aufeinander und schaffen eine Grundlage für konkrete Projekte der nächsten Jahre.

    In der Swissbau Startup Challenge selbst wurden die Plätze drei, zwei und eins vergeben. Impact Build sicherte sich den dritten Rang, Benetics erreichte mit seiner KI‑gestützten Baustellenkommunikation Platz zwei und Talpa Inspection gewann als Hauptsiegerin den Finales. Diese Reihenfolge bleibt als Momentaufnahme, der eigentliche Wettlauf beginnt jedoch erst jetzt, wenn sich die Lösungen im Markt bewähren.

    Am Ende erwies sich die Swissbau Startup Challenge als weit mehr als eine Bühne für Pitches. Sie funktionierte als Labor für die Bauwende und als Treffpunkt von Startups, etablierten Unternehmen, Politik und Verwaltung. Dass die Baubranche die Gewinnerin ist, gilt nicht nur rückblickend auf die Messetage, sondern vor allem dann, wenn die präsentierten Innovationen nun ihren Weg in den Alltag von Planenden, Ausführenden und Betreiberinnen finden.

  • Vom Material zur Strategie – Kreislaufdenken im Bauwesen

    Vom Material zur Strategie – Kreislaufdenken im Bauwesen

    Die diesjährige Swissbau hebt den Themenkomplex Kreislaufwirtschaft und Materialien als eines von sieben Leitthemen in den Fokus der Teilnehmenden. Mit insgesamt 35 Keynote Sessions, Podiumsgesprächen, Themenanlässen und Lösungsansätzen aus der Praxis ist es nach dem Leitthema Digitalisierung und Kollaboration mit 38 Veranstaltungen das am stärksten vertretene bei der Leitmesse für die Schweizer Bau- und Immobilienbranche. Insgesamt gruppieren sich die inhaltlichen Angebote um sieben Leitthemen.

    Die Swissbau 2026 findet unter dem Motto „Zusammen neue Impulse setzen“ vom 20. bis 23. Januar in Basel statt. Am 24. Januar ist die neue Trendwelt in Halle 1.2 des Messegeländes noch geöffnet.

    Das Programm mit dem Leitthema Kreislaufwirtschaft und Materialien startet am Dienstag, den 20. Januar, mit dem Themenanlass „Schneller, günstiger, nachhaltiger: Modularisierung und Vorfertigung machen Bauprojekte besser“. Zu den Sprechern zählen Konrad Graser von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fabian Franke von ERNE Holzbau, MOD-Gründer und -CEO Marc Beermann und Tom Van Mele von VAULTED.

    Am Mittwoch, den 21. Januar, ist die Keynote Session „Bauen ohne Material – Was braucht zirkuläres Gestalten?“ angesetzt. In dieser Session zeigen Sprecherinnen und Sprecher der Hochschule Luzern anhand konkreter Beispiele, wie bestehende Materialien mit neuen Methoden in weitere Nutzungskreisläufe überführt werden können. Beiträge kommen auch von der Basler Bauteilbörse, der Bau-Teilen GmbH und der Flumroc AG.

    Ein Praxis Talk beleuchtet die technischen und architektonischen Aspekte des Materials Holz, ein weiterer die Möglichkeiten und Limitationen der Kreislaufwirtschaft am Beispiel von Laborgebäuden. Auf dem Podium wird die Frage verhandelt, ob Beton „der Gamechanger der Bauwende“ werden kann. Als Main Event ist am Donnerstag, den 22. Januar, die Veranstaltung mit dem Thema „Kreislaufwirtschaft konkret – Wie können wir Zielkonflikte gemeinsam lösen?“ ausgewiesen.