Schlagwort: Landwirtschaft

  • Pionierprojekt: Gewächshaus-Solaranlage nutzt Licht doppelt

    Pionierprojekt: Gewächshaus-Solaranlage nutzt Licht doppelt

    Das Start-up Voltiris aus Epalinges hat laut einer Mitteilung des Kanton Aargau seine bisher grösste Solaranlage auf einem Gewächshaus der Meier Gemüse AG in Rütihof installiert. Die Solaranlage basiert auf einer Filtertechnologie, bei der für die Stromerzeugung genutzte Lichtwellen herausgefiltert und auf ein Solarpanel umgeleitet werden, während das für die Photosynthese benötigte Licht ungehindert ins Gewächshaus gelangen kann. Auf diese Weise können Pflanzen ohne Ertragseinbussen angebaut und gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt werden. Der Kanton Aargau unterstützte die Solaranlage mit 50’000 Franken.

    Die Solaranlage in Rütihof erstreckt sich über eine Fläche von rund einem Hektar und liefert mit etwa 1730 Solarpaneele rund 234 Kilowatt Strom. «Als Schweizer Startup sind wir stolz, dass die erste und weltweit grösste Anlage mit unserer Spektral-AGRI-PV Anlage hier im Kanton Aargau ihren Betrieb aufgenommen hat», wird Dominik Blaser, Chefproduktingenieur und Mitgründer von Voltiris, in der Mitteilung zitiert.

    Durch die Filtertechnologie können die Photovoltaik-Module von Voltiris, anders als herkömmliche Solaranlagen, innerhalb von Gewächshäusern eingesetzt werden, ohne Schatten zu werfen. Durch eine konkave Anordnung des Filters wird das Licht ausserdem gebündelt und kann so mit einer vierfachen Intensität auf das Photovoltaik-Modul treffen. Auf diese Weise kann ein höherer Energieertrag erzielt werden als bei herkömmlicher Sonneneinstrahlung.

    Die Solaranlage steht zudem vor dem Hintergrund der kantonalen Energiestrategie, welche vorsieht das Netto-Null-Ziel 2050 zu erreichen und die Versorgungssicherheit zu stärken.

    «Die vorliegende Anlage zeigt beispielhaft, wie Landwirtschaft und Energieproduktion sinnvoll kombiniert werden können», wird Markus Dieth, Regierungsrat und Landwirtschaftsdirektor, in der Mitteilung zitiert.

  • KI-basierte Wetterprognosen für Energie und Landwirtschaft

    KI-basierte Wetterprognosen für Energie und Landwirtschaft

    Das in Zürich ansässige Start-up Jua.ai hat laut eines Artikels von startupticker.ch eine Serie-A-Finanzierungsrunde in Höhe von über 9 Millionen Franken abgeschlossen. Die Finanzierungsrunde wurde von Ananda Impact Ventures und Future Energy Ventures geleitet und von bestehenden Investoren wie 468 Capital und Promus Ventures unterstützt. Jua plant damit die Markteinführung seiner Earth Intelligence Platform zu beschleunigen. Diese soll eine präzisere Wetterprognose ermöglichen und damit Energiehändler bei schnelleren und profitableren Entscheidungen unterstützen.

    Die Plattform wird von Juas Künstliche Intelligenz (KI)-Modell EPT-2.0 angetrieben und soll die Wetterprognoseleistung herkömmlicher numerischer Wettermodelle sowie KI-Modelle grosser Technologieunternehmen deutlich übertreffen. Präzise Wettervorhersagen seien insbesondere für Sektoren wie Energie, Landwirtschaft, Luft- und Schifffahrt von grosser Bedeutung. Die KI-basierte Erdsimulation soll angesichts zunehmender Wetterextreme und Wetterumschwüngen eine konsistente und physiksimulierende Plattform bieten, um zuverlässige Entscheidungen in verschiedenen Sektoren zu ermöglichen.

    In seiner Seed-Finanzierungsrunde konnte sich Jua 2024 bereits rund 13 Millionen Franken sichern. Im Zuge der diesjährigen Kapitalerhöhung wurde nun Marvin Gabler, Mitgründer und Architekt von EPT-2.0, zum neuen CEO ernannt. Er übernimmt damit die Nachfolge von Andreas Brenner, der Jua seit der Gründung im Jahr 2022 geleitet hat. Mit Gabler in der Führung möchte sich das Unternehmen auf die Skalierung seiner Plattform im Energiesektor sowie der Ausweitung auf neue Märkte konzentrieren. «Mit unserer Earth Intelligence Platform haben wir die weltweit fortschrittlichste Erdsimulation in eine praxistaugliche Entscheidungsmaschine verwandelt», wird Gabler in dem Artikel zitiert. «Dies ist ein grundlegender Schritt zur Gestaltung unserer planetarischen Zukunft.»

  • Solartechnologie für die Landwirtschaft im Fokus

    Solartechnologie für die Landwirtschaft im Fokus

    Das international tätige Energieunternehmen Eaton und der ebenfalls in Lausanne ansässige Agrivoltaik-Spezialist Insolight haben eine strategische Zusammenarbeit zur optimalen Nutzung von Solarstrom in der Landwirtschaft vereinbart. Wie es in einer Mitteilung heisst, sollen dabei die Erfahrungen von Eaton in einem intelligenten Energiemanagement mit den Solartechnologien von Insolight gekoppelt werden. Insbesondere wird geprüft, ob die Photovoltaikanlagen von Insolight mit den Batteriespeichersystemen (BESS) und der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge von Eaton gekoppelt werden kann. Dabei plant Insolight, bis 2026 mehr als 100 Projekte mit einer Leistungsfähigkeit von 300 Megawattpeak zu installieren. Eaton seinerseits will die Projekte mit technischem Know-how und Produktschulungen unterstützen.

    Damit sollen seitens beider Unternehmen auch die beteiligten Landwirte bei der Integration, Inbetriebnahme und laufenden Wartung neuer nachhaltiger Energiesysteme unterstützt werden. Die Agrivoltaik-Anlagen von Insolight erzeugen dabei nicht nur Strom, der in den landwirtschaftlichen Betrieben genutzt werden kann, sondern sie bieten auch einen Schutz von Pflanzungen gegen Wind, Hagel und Starkregen.

    «Diese Zusammenarbeit mit Eaton stellt einen wichtigen Meilenstein in unserem Bestreben dar, innovative Agrivoltaik-Lösungen auf den Markt zu bringen», wird Luiggino Torrigiani, Leiter Marketing und Partnerschaften bei Insolight, in der Mitteilung zitiert. «Durch die Partnerschaft mit Insolight können wir unsere Fähigkeiten auf den Agrivoltaik-Sektor ausweiten, wo Energieeffizienz neben landwirtschaftlicher Produktivität einen echten Einfluss haben kann», ergänzt Anne Lillywhite, Senior Vice President und General Manager für Energiewende, Digital und Services bei Eaton.

  • Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Der Zwischenbericht zur klimaneutralen Landwirtschaft in Graubünden bietet einen Einblick in die Fortschritte und Herausforderungen dieses wegweisenden Projekts. Mit Blick auf die 52 beteiligten Betriebe wurden in der Pilotphase zunächst die Treibhausgasemissionen ermittelt. Darauf aufbauend wurden gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduktion oder -kompensation entwickelt.

    Die Gesamtemissionen Betriebe belaufen sich auf etwa 15’000 Tonnen CO2-Äquivalente jährlich, vergleichbar mit dem Treibhausgas-Ausstoß von rund 1’100 Personen in der Schweiz. Ein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen tierischer Lebensmittelproduktion, insbesondere den Emissionen aus der Wiederkäuerhaltung. Das Methan von Rindern, Schafen und Ziegen trägt 30-mal stärker zur Erwärmung bei als CO2. In diesem Zusammenhang werden auch Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebstypen deutlich.

    Die Umsetzung der Projektmaßnahmen begann im Jahr 2022. Die Frage, ob die Pilotbetriebe in dieser Phase ihre Emissionen signifikant reduzieren konnten, wird jedoch erst nach Abschluss der Pilotphase Ende 2025 abschließend beantwortet werden können. Aktuell sind zahlreiche betriebliche Anpassungen erforderlich, um eine schrittweise Reduktion der Emissionen zu erreichen. Dies betrifft unter anderem Bodenbearbeitung, Tierhaltung, Fütterung, Lagerung von Wirtschaftsdüngern, sowie die Nutzung erneuerbarer Energien.

    Die Erkenntnis aus der Pilotphase, dass natürliche Prozesse wie die Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern sowie Tierhaltung durch Methan- und Lachgasemissionen stärker zur Treibhausgasbelastung beitragen als der Treibstoffverbrauch von Traktoren, ist überraschend. Trotz der Herausforderungen bleiben die teilnehmenden Betriebe motiviert. Sie erfahren sowohl gesellschaftliche Unterstützung als auch Anerkennung für ihre Bemühungen, die Klimakrise anzugehen. Auch in anderen Betrieben sowie benachbarten Kantonen weckt das Projekt großes Interesse und fördert ähnliche Initiativen.

    Die Pilotphase wird Ende 2025 abgeschlossen sein. Ziel ist es, die gewonnenen Erfahrungen ab 2026 auf alle rund 2000 Landwirtschaftsbetriebe in Graubünden auszudehnen. Es wird daran gearbeitet, Lösungsansätze für eine klimaneutrale Landwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen. Klimaneutralität bleibt eine Vision, aber die Landwirtschaft bietet die Möglichkeit, Treibhausgase durch „negative Emissionen“ zu kompensieren, etwa durch den Aufbau von Kohlenstoff im Boden.

    Der Kauf klimaneutral erzeugter Produkte durch Konsumenten trägt zur Förderung einer klimaneutralen Landwirtschaft bei. Die Pilotphase fördert Projekte wie regionalen Lieferservice mit Gemüse-Abonnements. Eine langfristig erfolgreiche klimaneutrale Landwirtschaft erfordert die Bereitschaft der Konsumenten, entsprechende Produkte zu konsumieren und gegebenenfalls einen höheren Preis zu akzeptieren. Der gesellschaftliche Trend zu pflanzlicher Ernährung unterstützt solche Initiativen.

    Obwohl die Herausforderung der Klimaneutralität trotz intensiver Bemühungen bestehen bleibt, zieht Projektleiter Müller zur Halbzeit der Pilotphase eine positive Bilanz der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Die Vision einer klimaneutralen Landwirtschaft wird von den Pilotbetrieben weiterhin mit Begeisterung und Enthusiasmus verfolgt.

  • Insolight erhält 4,85 Millionen Franken Kapital

    Insolight erhält 4,85 Millionen Franken Kapital

    Mit seiner jüngsten Finanzierungsrunde in Höhe von 4,85 Millionen Franken will Insolight laut einer Medienmitteilung sein Geschäft ausbauen. In Planung sind nun grosse Photovoltaikanlagen für die Landwirtschaft, neue Zielkulturen und eine weltweite Erweiterung des Markts.

    Bisher hat das Lausanner Unternehmen in Versuchsanlagen nachgewiesen, dass es möglich ist, mit seinen Agro-Photovoltaikanlagen gleichzeitig Strom zu produzieren und darunter landwirtschaftliche Erzeugnisse effizient zu produzieren. Im Oktober 2021 startete Insolight gemeinsam mit dem Energieversorger Romande Energie auf dem Forschungsgelände von Agroscope, dem Kompetenzzentrums der Schweiz für landwirtschaftliche Forschung in Conthey VS, ein erfolgreiches Pilotprojekt.

    Im April dieses Jahres vermeldete Insolight ein gelungenes Experiment in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften: Das Frischgewicht der ersten Winterpflanzung von Feldsalat unter seinen speziellen Photovoltaikpaneelen lag um 15 Prozent höher als die des zu Vergleichszwecken herkömmlich angepflanzten Salats.

    Diese soeben abgeschlossene Finanzierungsrunde stärkt Insolights Angaben zufolge die Beteiligungsstruktur mit den Hauptinvestoren, dem Smart Energy Innovation Fund von Energie- und Mobilitätsanbieter Energie 360° und Demeter, dem europäischen Risikokapitalgeber für Agrartechnologie und Cleantech. Cyrille Cabaret von Demeter tritt dem Verwaltungsrat von Insolight bei. Insolight-CEO Laurent Coulot äussert sich erfreut, dass sein Unternehmen nun nicht nur Agritech- und Energiefachleute an Bord habe, sondern sein Netzwerk nun auch auf Frankreich und die DACH-Region ausdehne.

  • «Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter»

    «Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter»

    Mit welchen Themen befassen Sie sich als Vorsteher der Baudirektion des Kantons Zürich?
    Martin Neukom: Als Regierungsrat habe ich viele unterschiedliche Aufgaben. Einerseits führe ich die Baudirektion mit ihren rund 1800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Andererseits bin ich Mitglied der siebenköpfigen Regierung, welche sich mit den wichtigen politischen Geschäften aus allen Direktionen befasst. Als Baudirektor bin ich mit sehr unterschiedlichen Themen beschäftigt, vom Lärmschutz über die Landwirtschaft bis hin zum Abfallwesen. Es ist unter anderem diese Vielfalt an Themen, die meine Arbeit spannend macht.

    Wie viele Bauprojekte bearbeiten Sie zurzeit?
    Das sind rund 700 Bauprojekte – von der Dachsanierung eines Schulhauses bis zum Polizei- und Justizzentrum PJZ, das aktuell eine der grössten Baustellen der Schweiz ist. Wir machen Naturschutz- und Gewässerschutzprojekte genauso wie den Unterhalt der 1500 Kilometer Staatsstrassen im Kanton. Über die Raumplanung beeinflussen wir die Entwicklung, schützen das Kulturland und prägen das Aussehen des Kantons.

    Inwiefern profitieren Sie von Ihrem Ingenieurstudium sowie Ihrem Masterabschluss in solaren Energiesystemen für Ihre Tätigkeit als Vorsteher der Baudirektion des Kantons?
    Der Austausch mit den Fachleuten in der Baudirektion ist spannend und bereichernd. Mein naturwissenschaftlicher Hintergrund hilft mir beim Verständnis zahlreicher Themen und Projekte, beispielsweise im Energie- oder Umweltschutzbereich, aber auch im Baubereich.

    Welches sind die bedeutendsten Bauprojekte, die derzeit kantonal laufen oder in naher Zukunft anlaufen werden?
    Dazu gehören etwa das Polizei- und Justizzentrum sowie das Hochschulgebiet Zürich Zentrum mit seinen Neubauten für die Universität und der Aufwertung des öffentlichen Raums. Für die Bezirksanlage Winterthur ist die Grundsteinlegung in diesem November geplant.

    Bei der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) laufen gleich mehrere Bauprojekte. Wo sehen Sie hier die grössten Herausforderungen und Fortschritte?
    Hier ist das Bauen im Bestand eine grosse Herausforderung. Zudem muss die Fläche im dicht überbauten Winterthur optimal genutzt werden. Diverse Projekte sind bereits erfolgreich abgeschlossen, so zum Beispiel die Hochschulbibliothek.

    Laut einer Umfrage hat sich weniger als die Hälfte der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beim Heizungsersatz mit Alternativen zu Öl und Gas befasst
    Das Thema Energie liegt Ihnen sehr am Herzen. Das CO2-Gesetz ist bei der letzten Abstimmung an der Urne gescheitert. Im Herbst stimmt der Kanton Zürich über das Energiegesetz ab. Welche Ziele wollen Sie mit diesem neuen Gesetz erreichen? Was sind die Kernpunkte für Besitzer von Wohn- und Geschäftsliegenschaften?
    Mit der Änderung des Energiegesetzes schafft der Kanton Zürich eine wichtige Grundlage für wirksamen Klimaschutz im Gebäudebereich. Öl- und Gasheizungen müssen künftig am Ende ihrer Lebensdauer durch klimaneutrale Heizungen ersetzt werden. Um hohe Kosten und Härtefälle zu vermeiden, gibt es Ausnahmeregelungen. Die finanziellen Beiträge des Kantons an klimaneutrale Heizungen werden erhöht, um den Umstieg zu erleichtern.

    Der Hauseigentümerverband des Kantons Zürich hat das Referendum ergriffen. Der HEV plädiert für Freiwilligkeit und Eigenverantwortung statt für Zwang und Vorschriften. Zudem sagt der HEV, dass die Hausbesitzerinnen und -besitzer ihre Verantwortung längst wahrnehmen würden. Wie reagieren Sie auf diese Argumente?
    Heute wird immer noch mehr als jede zweite Öl- oder Gasheizung am Ende ihrer Lebensdauer durch eine neue Öl- oder Gasheizung ersetzt. Damit erreicht der Kanton seine Klimaziele nicht. Laut einer Umfrage in der Stadt Zürich hat sich weniger als die Hälfte der Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer beim Heizungsersatz mit Alternativen zu Öl und Gas befasst. Um die Klimaziele zu erreichen, braucht es daher verbindliche Regeln für den Ersatz von Heizungen. Das Energiegesetz bringt uns beim Klimaschutz einen entscheidenden Schritt weiter.

    Wie zuversichtlich sind Sie, dass es dieses Mal ein JA gibt?
    Soeben hat die Bevölkerung im Kanton Glarus ein noch ambitionierteres Energiegesetz gutgeheissen, als wir es im Kanton Zürich zur Abstimmung bringen. Zudem hat der Kanton Zürich dem CO2-Gesetz mit über 55 Prozent zugestimmt. Ich bin zuversichtlich. Aber es wird auf keinen Fall ein Spaziergang, ganz im Gegenteil.

    Die Stadt Zürich scheint klimatechnisch auf Kurs zu sein. Kantonal zeigt sich ein anderes Bild. Wie sensibilisieren Sie den restlichen Kanton Zürich auf das Energiethema?
    Es geht mittlerweile mehr ums Handeln als ums Sensibilisieren. Hier würde uns das Energiegesetz enorm weiterbringen.

    Bei der finanziellen Förderung von Solaranlagen schneidet der Kanton Zürich im schweizerischen Vergleich schlecht ab. Wann und wie gedenken Sie das zu ändern?
    Hier besteht tatsächlich Handlungsbedarf, und wir arbeiten intensiv daran. Zudem hat der Kantonsrat den Regierungsrat beauftragt, bis 2022 eine entsprechende Vorlage auszuarbeiten.

    Wie sieht Ihre Lösung im Mobilitätsbereich aus?
    Auch hier muss Netto Null das Ziel sein. Das heisst, es dürfen keine umweltschädlichen Emissionen entstehen. Die Zeit der fossilen Verbrennungsmotoren ist abgelaufen. Je schneller sie ersetzt werden, desto besser für das Klima und somit für uns und die nachkommenden Generationen. Hier ist für mich auch eine gute Zusammenarbeit mit der Volkswirtschaftsdirektion wichtig, die in der Mobilität im Lead ist.

    Die meisten Kantone setzen bei den Kantonsbaumeistern auf Architekten. Sie haben Beat Pahud per 1. August 2021 zum neuen Kantonsbaumeister ernannt. Kritiker monieren, dass er kein Architekturstudium absolviert hat. Was entgegnen Sie diesen?
    Die Leitung des Hochbauamts mit seinen über 150 Mitarbeitenden setzt kein Architekturstudium voraus. Was es dafür braucht: eine starke Führungspersönlichkeit mit viel Know-how im Baubereich. Beat Pahud ist dafür die ideale Besetzung.

  • Holzernte hat 2020 zugenommen

    Holzernte hat 2020 zugenommen

    Mit 4,8 Millionen Kubikmetern wurden 2020 insgesamt 4 Prozent mehr Holz geschlagen als im Vorjahr. Vergleicht man diese Menge mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019, so resultierte ein Plus von 1 Prozent. Der seit 2016 steigende Trend zu mehr geerntetem Nadelholz setzte sich auch im vergangenen Jahr fort: Dessen Ernte stieg um 8 Prozent auf 3,4 Millionen Kubikmeter.

    Wie das Statistische Bundesamt in der Schweizerischen Forststatistik 2020 weiter dokumentiert, setzte sich dagegen der Rückgang der Laubholzernte weiter fort. Mit 1,4 Millionen Kubikmeter wurden 3 Prozent weniger geschlagen als im Vorjahr. Gleichzeitig werden wegen der Klimaveränderung und des zunehmenden Aufwands bei der Bekämpfung des Borkenkäfers immer mehr Laubbäume neu gepflanzt, vor allem im Mittelland. 563’000 Bäume markierten dort gegenüber 2019 ein Plus von 9 Prozent. Gleichzeitig gingen die Nadelholzpflanzungen mit 430’000 Bäumen um 8 Prozent zurück.

    Ein weiterer Trend ist seit 2016 ungebrochen: In der Schweiz wird immer mehr Hackholz verwendet. 2020 waren es mit 1,2 Millionen Kubikmetern rund 5 Prozent mehr Holz als Hackschnitzel. Dagegen sinkt die Ernte von Energiestückholz stetig: von 0,75 Millionen Kubikmetern im Jahr 2016 auf 0,70 Kubikmeter im Jahr 2020. Das meistgeerntete Holz bleibt Stammholz. Dieses Segment wuchs nach einem starken Rückgang im Vorjahr wieder um 5 Prozent.

    Die Einnahmen der 660 Schweizer Forstbetriebe sanken 2020 um 2 Prozent auf 525 Millionen Franken. Deren Ausgaben nahmen um 1 Prozent auf 569 Millionen Franken ab. Daraus resultierte eine Unterdeckung von rund 44 Millionen Franken. Das sind 5 Prozent mehr als 2019 und 13 Prozent mehr als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019.

    Bei den 160 Betrieben aus dem forstwirtschaftlichen Testbetriebsnetz der Schweiz, die eine Vollkostenrechnung führen, verschlechterte sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr. Durch erhöhte Kosten und tiefere Erlöse hat sich deren Defizit pro Hektare produktive Waldfläche um 6 Franken auf 66 Franken vergrössert.

  • Dietiker Stadtrat legt neue Energie- und Klimastrategie 2050 vor

    Dietiker Stadtrat legt neue Energie- und Klimastrategie 2050 vor

    Der Stadtrat von Dietikon hat die neue Energie- und Klimastrategie 2050 mit sieben konkreten Handlungsfeldern genehmigt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, die Energieeffizienz und die Versorgungssicherheit stehen im Mittelpunkt der Strategie, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Unter den sieben in der neuen Strategie benannten Zielen sticht die Absicht hervor, die energiebedingten Treibhausgasemissionen der Stadtverwaltung grösstenteils bis 2030 auf Null zu reduzieren. Für die Bevölkerung und die Unternehmen gilt das Ziel der Freiheit von Treibhausgasemissionen dann für 2040. Und bis 2050 sollen dann auch die nicht energiebedingten Emissionen wie in der Landwirtschaft oder bei der Abfallverwertung emissionsfrei oder mit sogenannten negativen Emissionen kompensiert werden. Die konkrete Umsetzung soll sofort beginnen. Bis Ende Jahr wird die kommunale Energieplanung überarbeitet.

    „Die Strategie erlaubt uns, den Klimaschutz und die Energiewende in Dietikon noch zielgerichteter umzusetzen“, wird Stadtrat Anton Kiwic zitiert, Hochbauvorstand und Präsident der Energiekommission. Dietikon leiste damit seinen Beitrag zu den globalen Bestrebungen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und für die zukünftige Standortqualität für Bevölkerung und Wirtschaft.

    Eine kleine sechsseitige Broschüre zur neuen Strategie mit vielen Links zur Klimapolitik ist auf der Internetseite der Stadt Dietikon abrufbar. Dort heisst es: Dietikon wird klimaneutral. Dazu reduzieren wir die Treibhausgasemissionen bis spätestens im Jahr 2050 auf Netto-Null. Zudem bleiben wir den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft verpflichtet und nehmen als Energiestadt Gold und Smart City eine Vorreiterrolle in der nationalen Energie- und Klimapolitik ein.

  • Zürcher Weinland fördert erstes Projekt

    Zürcher Weinland fördert erstes Projekt

    ProWeinland hat laut einer Medienmitteilung mit AgroCO2ncept das erste Projekt ausgewählt, das mit Geldern der Neuen Regionalpolitik (NRP) unterstützt wird. AgroCO2ncept ist ein 2012 gegründeter Verein von Landwirtinnen und Landwirten. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, Treibhausgasemissionen und Ausgaben ihrer Betriebe um 20 Prozent zu senken. Dieses Ressourcenprojekt läuft noch bis 2022.

    Jetzt wird das zweite Ziel angegangen: Die Wertschöpfung soll durch Wissenstransfer und Verkauf klimaschonender Regionalprodukte um 20 Prozent erhöht werden. Dafür hat der Verein ein Vermarktungsprojekt initiiert, das jetzt gefördert werden kann. Zudem wollen die Vereinsmitglieder ihr Wissen an andere Produzentinnen und Produzenten in- und ausserhalb des Zürcher Weinlands weitergeben und so eine klimaschonende Landwirtschaft fördern.

    Die Region des Zürcher Weinlands zählt seit 2020 zum Wirkungsgebiet der Neuen Regionalpolitik des Kantons Zürich. Der Verein ProWeinland wurde vom Kanton als regionaler Projektträger des Programms betraut. Pro Weinland zeigt sich „sehr erfreut, in der Anfangsphase des Förderprogramms ein solch vielversprechendes Projekt unterstützen und begleiten zu können“.

  • Landwirtschaftliches Zentrum Salez gewinnt Architekturpreis

    Landwirtschaftliches Zentrum Salez gewinnt Architekturpreis

    Mit Constructive Alps werden Projekte ausgezeichnet, die im Hinblick auf nachhaltiges Bauen und Sanieren in den Alpen überzeugen können. Die Schweiz und Liechtenstein haben diesen Preis nun zum fünften Mal vergeben, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Insgesamt sind knapp 330 Projekte eingereicht worden. Eine Jury hat daraus zehn Beiträge ausgewählt, von denen die ersten drei insgesamt 50’000 Franken erhalten. Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez hat den ersten Platz erreicht.

    Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez ist damit eines der Projekte, welche zeigen, dass Architektur Ästhetik und Klimavernunft kombinieren kann, wie es in der Mitteilung des Bundesamtes für Raumentwicklung (ARE) heisst. Das Gebäude des Zentrums setze auf eine möglichst einfache Bauweise und eine lange Lebensdauer. Kanton und Architekt Andy Senn hätten somit im Hinblick auf die Klimaeffizienz neue Massstäbe gesetzt. Eine Montagehalle in Vorarlberg und ein Berggasthaus in Glarus haben es auf die Plätze zwei und drei geschafft. Neben sieben Anerkennungspreisen ist auch erstmals ein Publikumspreis ermittelt worden.

    Das Landwirtschaftliche Zentrum Salez besteht aus Tagungszentrum, Gutsbetrieb, Staatswingert und Obstanlage. Gemeinsam mit den Praxisversuchsparzellen in Flawil wird es vom Landwirtschaftlichen Zentrum SG (LZSG) betrieben. Dieses verfügt auch über Beratungsstellen in Kaltbrunn und Sargans.