Schlagwort: Mineralisierung

  • Berner Kantonalbank kooperiert mit Neustark

    Berner Kantonalbank kooperiert mit Neustark

    Die Berner Kantonalbank (BEKB) fördert CO2-Speicheranlagen in der Region Bern-Solothurn. Dazu hat sie laut ihrer Medienmitteilung eine Kooperation mit dem Berner Start-up Neustark vereinbart. Sie soll dessen innovative Technologie zur dauerhaften Speicherung von CO2 in Abbruchbeton unterstützen. Damit sollen in den nächsten zehn Jahren rund 1000 Tonnen CO2 im Wirtschaftsgebiet der BEKB aus der Atmosphäre entfernt werden.

    Neustark, eine 2019 gegründete Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, ist laut der Mitteilung das erste Unternehmen weltweit, das die Kohlenstoffentfernung durch Mineralisierung in Abbruchbeton in die kommerzielle Praxis umgesetzt und ein Netz von Speicheranlagen eingerichtet hat. Im Sommer 2023 wurde im Solothurnischen Biberist die bis anhin grösste Anlage im Wirtschaftsgebiet der BEKB in Betrieb genommen. Weitere Anlagen in der Region sind in Planung. „Durch unsere Zusammenarbeit fördern wir nicht nur innovative Technologien zur Erreichung der Klimaziele, wir tragen auch zur Kreislaufwirtschaft in der Region bei und ermöglichen es, CO2-Emissionen im eigenen Wirtschaftsraum permanent zu entfernen“, wird BEKB-CEO Armin Brun zitiert.

    Im Jahr 2022 betrugen die betrieblichen CO2-Emissionen der BEKB 1153 Tonnen. Diese sollen mittels verschiedener Massnahmen weiter reduziert werden. Durch diese Kooperation mit Neustark wird die Bank ab 2024 jährlich 100 Tonnen CO2 der Betriebsemissionen im eigenen Wirtschaftsgebiet dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen. Dabei handelt es sich den Angaben zufolge um die geschätzten Restemissionen, die für die BEKB unvermeidbar sind und auch in Zukunft nicht reduziert werden können.

  • EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL schlägt CO2-Mineralisierung direkt in Industrieprozessen vor

    EPFL-Ingenieurinnen und -Ingenieure des Labors für industrielle Prozess- und Energiesystemtechnik in Sitten schlagen die Zusammenführung bisher getrennter industrieller Prozesse in einem System vor, um die CO2-Emissionen in Schlüsselsektoren erheblich zu senken. Dafür zeigen sie das Potenzial zur Erreichung von Netto Null und Negativemissionen durch die Abscheidung und Mineralisierung von Kohlenstoff direkt vor Ort auf. Für ihre nun veröffentlichte Studie konzentrierten sie sich auf die Sektoren Zementproduktion, Stahlherstellung und Kehrichtverbrennung.

    In dieser Studie wird eine Lösung vorgestellt, bei der die CO2-Abscheidung und -Mineralisierung in den Produktionsprozess selbst integriert wird. Die daraus entstehenden Karbonate können laut einer Mitteilung der EPFL sicher gelagert oder als Baumaterial verwendet werden. Nebenprodukte der Mineralisierung können in die Zementmischung integriert werden.

    „Netto-Null kann nicht allein durch den Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien erreicht werden“, erläutert Professor und Laborleiter François Marechal. „In dieser Studie zeigen wir, wie wichtig es ist, einen prozessintegrierten Ansatz zu verfolgen, um die Kosten für die CO2-Abscheidung und -Speicherung zu senken.“ Dass diese Studie auch das Potenzial für netto-negative Emissionen aufgezeigt hat, hält Sarah Holmes von der Royal Society of Chemistry für entscheidend.

    Die Studie zeigt, dass diese Art der Speicherung von CO2 zu Kosten von bis zu 85 Euro pro Tonne CO2 möglich ist. Sie rechnet auch vor, dass diese Lösung auf dem europäischen Kontinent jährlich zu einer Verringerung von 860 Millionen Tonnen CO2 führen würde. Die Einsparungen im Vergleich zu den sozialen Kosten der Untätigkeit lägen pro Jahr bei 107 Milliarden Euro.