Schlagwort: München

  • BAU feiert gelungenes Comeback

    BAU feiert gelungenes Comeback

    „Die BAU hat erneut bewiesen, dass sie die wichtigste Bühne für Innovationen und Premieren im Bausegement ist und bleibt. Trotz der vierjährigen Zwangspause präsentierten sich so viele Firmen wie noch nie in München. Damit wird der sehr positive Zuspruch zu Fachmessen und insbesondere zu Weltleitmessen, wie er sich schon in 2022 gezeigt hat, untermauert,“ bilanzieren die beiden Messechefs Reinhard Pfeiffer und Stefan Rummel die BAU 2023. 

    Zustimmung zu einer sehr gelungenen BAU kommt von Dieter Schäfer, Vorsitzender des Ausstellerbeirats der BAU: „Mit der Verlegung der BAU 2023 in den April haben wir alles richtig gemacht. Voll belegte Hallen und ein hoher internationaler Besucheranteil unterstreichen die Relevanz der BAU. Umso wichtiger war es, dass die Messe nach über vier Jahren wieder stattgefunden hat. Künftig kehrt die BAU wieder zum gewohnten Januartermin zurück.“ 

    Von den Neuheiten und Trends im Bauwesen machte sich neben der Bundesbauministerin Klara Geywitz auch Bayerns Wirschaftsminister Hubert Aiwanger ein Bild auf der BAU: „Die größte Bau- und Architektenmesse ist eine erfolgreiche Netzwerkplattform für Planer und Bauhandwerker. Wir brauchen gerade die dort präsentierten Innovationen, wie man Klimaschutz und die Herausforderungen wie bezahlbares Bauen und Wohnen in Einklang bringen kann. Die Messe steht für Fortschritt, Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit und stellt die Weichen in der Gebäude- und Stadtplanung auf Zukunft.“ 

    Für Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes sendet die BAU nach der langen Zwangspause ein richtungsweisendes Signal in die Baubranche: „Mit den Leitthemen Digitale Transformation, Zukunft des Wohnens, Ressourcen und Recycling sowie dem Modularen Bauen wurden die aktuell größten Herausforderungen und Trends perfekt abgesteckt. Damit bietet die BAU auch in diesem Jahr eine großartige Plattform, um Zukunftsperspektiven zu schaffen.” 

    Die Rückkehr nach über vier Jahren bewertet Katharina Metzger, Präsidentin des Bundesverbands Deutscher Baustoff Fachhandel, ebenfalls als geglückt: „Wir sind mehr als zufrieden mit der BAU 2023, denn eine so wichtige Branche kann es sich nicht leisten, sechs Jahre ohne Messeplattform zu sein. Auch, wenn wichtige Hersteller für unsere Fachhändler mit ihren Handwerkern leider diesmal nicht mit an Bord waren, hoffen wir, dass wir 2025 im Januar wieder mit der alten Präsenz der Lieferanten rechnen können.” 

    Die wichtige Bedeutung des persönlichen Austauschs betonte Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer: „Die BAU 2023 spiegelt die aktuellen Fragen der Baubranche wider. Sie ist der ideale Treffpunkt für Architekten und Planer, um sowohl über innovative Materialien der Zukunft als auch über gesellschaftliche Themen wie bezahlbaren Wohnraum zu diskutieren.“ 

    BAU-Projektleiter Matthias Strauss blickt bereits auf die kommenden Veranstaltungen im BAU Network: „Nach der erfolgreichen BAU freut sich das gesamte Team schon sehr auf die digitalBAU conference & networking Premiere im kommenden Juli sowie auf die nächste digitalBAU im Februar 2024.“ 

    Internationalität der Besucher erreicht Rekordwert 
    An der Spitze des internationalen Besucherrankings der BAU stehen Österreich, Italien und die Schweiz. Dank starker Zuwächse belegen Polen und die Türkei Platz Vier und Fünf. Insgesamt liegt der internationale Anteil bei fast 80.000 Besuchern. Das entspricht 40 Prozent der Gesamtbesucherzahl und markiert einen Rekordwert. Prozentual liegt die Internationalität damit noch ein gutes Stück über dem bisherigen Rekordergebnis aus dem Jahr 2019 (37 Prozent). 

    Besonders hervorzuheben ist die Anzahl der chinesischen Besucherinnen und Besucher. Mit 1.600 Personen zählt China zu den Top 10 Besucherländern der BAU 2023. Eine positive Überraschung, nachdem die Corona-Beschränkungen für Reisen von China ins Ausland erst kürzlich gelockert wurden.

  • Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Herr Wappner, der Baustoff Holz gehört zu den ältesten in Mitteleuropa. Wir alle kennen Pfahlbauten oder mittelalterliche Fachwerkhäuser. Heutzutage allerdings sind Holzgebäude rar. Seit wann ist Holz vor allem im urbanen Kontext des Bauens in Vergessenheit geraten und warum?

    Es ist richtig: Der Baustoff Holz wurde für die Errichtung von Gebäuden früher sehr viel häufiger verwendet. Das liegt vor allem daran, dass Holz in unseren mitteleuropäischen Regionen schon immer ausreichend verfügbar war – auch weil die klimatischen Verhältnisse in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern das zügige Nachwachsen begünstigen. Durch den enormen Einsatz beim Bauen in den zurückliegenden Jahrhunderten haben Handwerker über viele Generationen hinweg hervorragende Kenntnisse und Fähigkeiten entwickelt, mit diesem Material zunehmend kreativer, geschickter und effizienter umzugehen. Davon profitieren wir noch heute.

    Vor allem im städtischen Kontext ist Holz aber im Zuge der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stark in Vergessenheit geraten oder hat als Baustoff industriell gefertigte Konkurrenz erhalten. Maschinell hergestellte Baustoffe wie Ziegel oder Beton wurden zunehmend bevorzugt. Denn sie konnten günstiger, schneller und in großen Mengen produziert werden. Außerdem waren viele unserer Städte früher komplett aus Holz gebaut und sind teilweise in ihrer Geschichte mehrere Male abgebrannt. Holz war daher in den Köpfen der Menschen als Gefahrenquelle verankert. Der bauliche Brandschutz im Zusammenhang mit dichter innerstädtischer Bebauung war also schon immer ein Thema im Städtebau. Im Gegensatz dazu konnten im Industriezeitalter mit brandresistenteren Baustoffen bessere Sicherheitsnachweise und damit auch mehr Vertrauen bei den Menschen erzeugt werden. Das ist einer der Gründe dafür, dass die industriellen Baustoffe das Material Holz gerade im europäischen Städtebau immer mehr verdrängt haben.

    Wie erklären Sie sich den aktuellen Boom rund um den Holzbau?

    Der Holzbau-Boom wurde eindeutig ausgelöst durch das wachsende ökologische Bewusstsein in der Gesellschaft. Holz als Baustoff ist so attraktiv, weil wir mit einem nachwachsenden, ressourcenschonenden und kreislaufgerechten Rohstoff arbeiten. Mit Holz können wir CO2 in Gebäuden speichern und setzen damit der energetisch aufwendigen Produktion anderer Baustoffe und deren Einsatz ein nachhaltiges und umweltschonendes Statement entgegen. Die CO2-Bilanz von Holz ist im Vergleich zu anderen Baustoffen unschlagbar gut. Aber Holz ist nicht unendlich verfügbar, sodass wir klug mit den Ressourcen umgehen müssen.

    Ermöglicht wird der aktuelle Boom zudem durch die umfassende Forschung in den vergangenen Jahren – gerade in Regionen wie Vorarlberg, Graubünden oder Südtirol, aber auch im Schwarzwald und dem Allgäu. Wir verfügen damit heute über ein sehr großes Wissen über das Material, das gepaart ist mit den Jahrhunderte alten überlieferten handwerklichen Erfahrungen. So gibt es mittlerweile hervorragende Möglichkeiten, die Tragfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit von Holz gegen Brände in Langzeitversuchen optimal zu testen.

    Eine weitere große Rolle spielt die Digitalisierung. Die CNC-Technologie und andere technische Revolutionen waren hier ein echter Quantensprung. Durch technisch basierten Maschineneinsatz kann Holz heute bis auf den Millimeter genau bearbeitet und vorproduziert werden. Das geschieht dann auch direkt in einer Werkstatt, wo die Bauteile im Trockenen vorgefertigt und teilweise schon aufgebaut werden können. Dieser hohe Vorfertigungsgrad von modularen Holzelementen spart viel Zeit und Kosten.

    Durch all diese Entwicklungen ist Holz als Baustoff in den vergangenen Jahren wieder sehr spannend geworden – und das Vertrauen in das Material ist enorm gewachsen. Zudem hat Holz auch viele weitere Vorteile, die die Menschen schätzen: Es riecht gut, sieht vertraut aus und fühlt sich angenehm an.