Schlagwort: Nachhaltige Energie

  • Flughafen testet Wasserspeicher unter eiszeitlicher Rinne

    Flughafen testet Wasserspeicher unter eiszeitlicher Rinne

    Die Flughafen Zürich AG geht den Bau eines zweiten Testbrunnens einer etwa 300 Meter unter dem Flughafengelände liegenden eiszeitlichen Rinne an, informiert die Flughafenbetreiberin in einer Mitteilung. Sie plant, die wasserführende Rinne als Wärme- und Kältespeicher für emissionsfreies Heizen und Kühlen des Flughafengebäudes zu nutzen. Ein im vergangenen Herbst angelegter Testbrunnen hatte bereits erfolgversprechende Resultate geliefert.

    „Die Wassermengen, die gepumpt werden konnten, sowie die Fliessgeschwindigkeit des Wassers stimmen uns weiter zuversichtlich, dass die Rinne als Wärme- und Kältespeicher dienen kann“, wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, in der Mitteilung zitiert. „Nun braucht es weitere Tests, um festzustellen, in welchem Ausmass dieser Speicher nutzbar ist.“

    Aktuell wird ein geeigneter Standort für den zweiten Brunnen gesucht. Einmal angelegt, soll er für Zirkulationstests mit dem ersten Brunnen verbunden werden. „Mit diesem nächsten Schritt prüfen wir die Effizienz eines solchen Speichers und können bei positiven Resultaten schliesslich den konkreten Ausbau planen“, erläutert Hüni.

    Die Flughafenbetreiberin setzt darauf, über die Rinne den überwiegenden Teil des Heiz- und Kühlbedarfs für das Flughafengebäude decken zu können. Je nach Ergiebigkeit könnte der Wasserspeicher dabei mit Erdsondenfeldern kombiniert werden. Als voraussichtliche Kosten für die Investition werden in der Mitteilung rund 8 Millionen Franken genannt. Dabei kann sich die Flughafen Zürich AG auf finanzielle Förderung durch das Bundesamt für Energie stützen.

  • 850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    SolidWatts hat eine Pre-Seed-Investitionsrunde mit 850’000 Euro abgeschlossen. Wie die 2022 von ehemaligen Mitarbeitern des CERN gegründete Ausgliederung des Genfer Nuklearforschungszentrums in einer Mitteilung informiert, wurde die Runde von der Athener Risikokapitalgesellschaft Evercurious angeführt. Beteiligt haben sich auch der Basler Start-up-Förderer Kickfund und Angel-Investoren.

    SolidWatts stellt mit dielektrischer Erwärmung, die auch als Mikrowellen-, Radiofrequenz- oder Hochfrequenzerwärmung bekannt ist, nichtfossile Wärme für industrielle Prozesse zur Verfügung. Dabei wird in einem Werkstoff Wärme durch ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt.

    Laut Unternehmensangaben ist dies «eine unglaublich effiziente Methode, um Wärme für industrielle Prozesse wie Trocknen, Aushärten, Schweissen, Formen und die chemische Umwandlung von Materialien zu erzeugen». Die unternehmenseigene Solid-State-Power-Amplifier-Technologie erreichte «bisher unübertroffene Leistungs- und Effizienzniveaus». Das CERN verfügt über die weltweit grösste und leistungsstärkste Installation eines solchen Festkörper-Leistungsverstärkers.

    Wie SolidWatts-CEO und -Mitgründer Dr. Markus Aicheler in der Mitteilung ausführt, wird das frische Kapital aus der Investitionsrunde es SolidWatts ermöglichen, «die Entwicklung und den Einsatz unserer Technologie zu beschleunigen und der Industrie dabei zu helfen, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich zu reduzieren und die CO2-Emissionen drastisch zu senken». Dabei will das Unternehmen für seine Produkte Megawatt-Leistungsstufen erreichen.

  • Fernwärme-Netzwerk im Kanton Aargau wächst

    Fernwärme-Netzwerk im Kanton Aargau wächst

    Die Regionalwerke AG Baden (RWB) hat laut einer Ad hoc-Mitteilung die Anteile der AEW Energie AG in Aarau an der Fernwärme Siggenthal AG (FWS) gekauft. Damit will die RWB ihr Engagement für eine nachhaltige Energieversorgung in der Region erweitern. Die AEW Energie ist im Kanton Aargau auf Solarstrom fokussiert. Über den Verkaufspreis wurde nichts bekannt.

    Die RWB arbeitet den Angaben zufolge seit vielen Jahren erfolgreich mit der FWS zusammen. Mit dem Erwerb des Anteils von 27,3 Prozent an der FWS soll die Partnerschaft vertieft werden. Die FWS mit Firmensitz in Nussbaumen sei stabil und finanziell unabhängig aufgestellt und habe sich seit der Gründung über die letzten Jahre sehr positiv entwickelt, heisst es weiter. Daher bezeichnet sie die RWB als ideale Partnerin.

    «Die Beteiligung an der Fernwärme Siggenthal AG passt optimal zu den Aktivitäten der RWB im Bereich der Fernwärme», wird Geschäftsführer Michael Sarbach zitiert. «Beide Unternehmen messen dem weiteren Ausbau der Fernwärme in der Region eine hohe Bedeutung zu.» FWS-Verwaltungsratspräsident Adrian Hitz verweist auf die bisherige gute Zusammenarbeit mit RWB: «Nachdem die AEW entschieden hat, die Aktien zu verkaufen, sind wir nun erleichtert, dass wir den künftigen Aktionär schon gut kennen, haben wir doch gemeinsam mit der Verbindungsleitung SIBANO schon ein sehr gutes Projekt entwickelt und realisiert.» SIBANO ist eine 3,3 Kilometer lange Fernwärme-Transportleitung von der KVA Turgi zur Heizzentrale Baden Nord.

  • WWZ beginnt mit Bau von Wärmeleitung nach Cham

    WWZ beginnt mit Bau von Wärmeleitung nach Cham

    Der Wärmeverbund Ennetsee soll Rotkreuz, Bösch, Hünenberg See, Cham, Städtler Allmend, Äussere Lorzenallmend, Zug und Steinhausen mit CO2-neutraler Wärmeenergie aus der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen LU versorgen. Dafür verlängert die WWZ AG laut einer Mitteilung die Fernwärmeleitung nun von Rotkreuz nach Cham.

    Im Frühjahr 2024 werden für den Abschnitt Rotkreuz nach Cham zunächst die Installationsflächen für die Leitungen erstellt. Der Bau erfolgt in Etappen. Die Leitungen müssen vorgespannt werden, um einer unkontrollierten Ausdehnung vorzubeugen. „Voraussichtlich im Herbst 2026 werden wir die Etappe Rotkreuz-Cham abschliessen und möglichst viele Liegenschaften mit nachhaltiger Fernwärme versorgen“, wird Marcel Fähndrich, Leiter Energie bei WWZ, in der Mitteilung zitiert.

    Bereits im Sommer 2023 hat die WWZ die Transportleitung von Perlen nach Rotkreuz in Betrieb genommen. Einige Leitungen sind in Rotkreuz schon in Betrieb. So können ab Frühjahr 2024 das Schwimmbad sowie einige private Gebäude und Gemeindeliegenschaften mit der Wärme aus der Kehrichtverbrennung beheizt werden.

    Mit dem Projekt Wärmeverbund Ennetsee sollen künftig 12‘000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.