Basel-Stadt hat auf die internationalen Entwicklungen im Steuer- und Standortförderungsbereich mit einer Revision des Standortförderungsgesetzes reagiert, die 2025 vom Grossen Rat und der Stimmbevölkerung klar angenommen wurde. Herzstück des Basler Standortpakets sind zwei Fonds, in die der Regierungsrat je nach Finanzlage des Kantons jährlich 150 bis 500 Millionen Franken einzahlen kann. 80 Prozent der Mittel fliessen in die Innovationsförderung, 20 Prozent in die Gebiete Gesellschaft und Umwelt. Die Förderung erfolgt bereits im laufenden Jahr im Umfang von maximal 300 Mio. Franken.
Gesellschaftlicher Mehrwert durch Elternzeit
Ein Bestandteil ist die Unterstützung freiwilliger Elternzeit über das gesetzliche Mass hinaus. Unternehmen, die ihren Mitarbeitenden freiwillig über das Erwerbsersatzgesetz hinausgehende Elternzeit gewähren, können für Mütter und Väter je bis zu drei Wochen zusätzliche Lohnkosten ersetzt bekommen. Diese Regelung stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördert eine moderne, inklusive Arbeitskultur. Ein Faktor, der im internationalen Standortwettbewerb zunehmend Bedeutung gewinnt.
Energiewende als Standortvorteil
Der Umweltbereich des Programms unterstützt baselstädtische Unternehmen, die gezielt in Dekarbonisierung und Energieeffizienz im Kanton und in der Schweiz investieren. Beiträge werden nach erzielten CO²-Einsparungen oder eingesparter Energie gewährt. Der Kanton kann bis zu 40 Prozent der Investitionskosten von umgesetzten Massnahmen übernehmen. Förderfähig ist auch die Reduktion der Emissionsintensität direkter Treibhausgasemissionen weltweit. Das Basler Standortpaket ergänzt und verstärkt die übrigen Massnahmen der kantonalen Klimaschutzstrategie mit dem Ziel von Netto-Null bis 2037. Damit setzt Basel-Stadt schweizweit Massstäbe für eine praxisorientierte Klimapolitik, die Verantwortung mit wirtschaftlicher Vernunft kombiniert.
Innovationskraft aus Basel für die Schweiz
Der wichtigste Teil des Basler Standortpakets ist der Bereich Innovation. Hier beteiligt sich der Kanton Basel-Stadt an Personalaufwendungen von baselstädtischen Unternehmen für Forschung und Entwicklung. Unternehmen profitieren je nach Grösse von abgestuften Fördersätzen von bis zu 28 % und zusätzlich von Beiträgen für Abschreibungen auf Anlagen für Forschung und Entwicklung sowie Hochtechnologieproduktion. Zudem fördert der Kanton auch Aufwände von Unternehmen für klinische Studien in der Schweiz. Damit stärkt der Kanton sein Profil als führender Innovationsstandort und Life-Sciences-Hub in Europa.
Ein neues Gleichgewicht zwischen Wirtschaft und Gesellschaft
Das Basler Standortpaket ist mehr als ein Förderprogramm. Es ist eine strategische Weichenstellung, um Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen. Durch die enge Einbindung von Wirtschaft und Politik entsteht ein Modell, das über Basel hinausstrahlt – als Beispiel für eine moderne, zukunftsorientierte Standortförderung.
