Schlagwort: Naturschutz

  • Infrastrukturplanung schützt Magadinoebene

    Infrastrukturplanung schützt Magadinoebene

    Zwischen Bellinzona und Locarno gelegen, ist die Magadinoebene seit Jahrzehnten stark vom Ausbau der Infrastruktur geprägt. Geplante Projekte, von der Modernisierung des Schienennetzes bis zur Neuordnung der Stromversorgung, erfordern eine enge Koordination, um Eingriffe in die wertvolle Landschaft zu minimieren. Eine Arbeitsgruppe unter Leitung des ARE und mit Beteiligung von Bundesämtern, dem Kanton Tessin und Swissgrid erarbeitete dafür verbindliche Leitlinien.

    Gebündelte Infrastruktur statt Einzelprojekte
    Ein zentrales Ergebnis ist die Entscheidung, die Hochspannungsfreileitung All’Acqua–Vallemaggia–Magadino im Bereich der Moorlandschaft unterirdisch zu verlegen. Das Unterwerk Magadino wird im Rahmen einer Sanierung verkleinert. Für den Doppelspurausbau der Bahn zwischen Contone und Tenero prüfen die SBB Möglichkeiten zur Bündelung mit neuen Stromleitungen. Auch die geplante Bahnverbindung zur direkten Anbindung von Gotthard- und Ceneri-Basistunnel, die die Magadinoebene quert, ist Teil der übergeordneten Planung.

    Strassenprojekt in die Gesamtstrategie integriert
    Für die stark belastete A13 zwischen Bellinzona-Sud und Locarno liegt die Zuständigkeit seit 2020 beim Bund. Die neue Linienführung wird im Sachplan Verkehr integriert und eng mit den übrigen Projekten abgestimmt. Parallel dazu läuft die strategische Überprüfung im Rahmen der Studie «Verkehr ‘45».

    Modell für nachhaltige Raumplanung
    Das Vorgehen in der Magadinoebene gilt als Vorzeigebeispiel, wie nationale Infrastrukturziele und Naturschutz in Einklang gebracht werden können. Durch die enge Abstimmung von Energie-, Bahn- und Strassenbauprojekten sollen Eingriffe minimiert, Synergien genutzt und die einmalige Landschaft langfristig geschützt werden.

  • Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Der Entwurf der Kulturbotschaft 2025–28 rückt die Baukultur in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Raumentwicklung. Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem Verlust an Biodiversität gewinnt die Gestaltung des Lebensraums an strategischer Bedeutung. Die Baukultur liefert mit ihrem ganzheitlichen Ansatz Antworten auf zentrale Herausforderungen und ermöglicht eine nachhaltige Zukunft.

    Gestaltung als gesellschaftlicher Auftrag
    Baukultur umfasst alle raumwirksamen Tätigkeiten von der Denkmalpflege über die Stadtplanung bis zur Gestaltung zeitgenössischer Bauwerke. Gut gestaltete Gebäude, Siedlungen und Infrastrukturen fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung, stärken das Kulturerbe und vereinen ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Werte. Diese integrative Qualität macht Baukultur zu einem entscheidenden Instrument für die Transformation von Städten und Regionen.

    Zukunftsweisende Impulse aus Davos
    Der internationale Davos Baukultur Prozess und die jüngsten Erklärungen europäischer Kulturministerinnen und -minister bekräftigen die Notwendigkeit eines holistischen Bauverständnisses. Die Schweiz nimmt diese Impulse auf und plant, Baukultur im Natur- und Heimatschutzgesetz zu verankern, ein wichtiger Schritt, um die Vorbildfunktion des Bundes zu stärken und bestehende Förderinstrumente gezielt zu nutzen.

    Kreislaufwirtschaft und Innovation als Leitlinien
    Die künftige Baukultur muss konsequent auf Kreislaufwirtschaft und Suffizienz ausgerichtet werden. Neue Standards wie Lebenszyklus-Grenzwerte für Emissionen, der bewusste Umgang mit Ressourcen und eine Kultur des Umbauens bilden das Fundament. Ergänzend braucht es eine Innovationskultur, die neue Materialien, Technologien und Prozesse fördert.

    Empfehlungen für eine kohärente Umsetzung
    Die unterzeichnenden Organisationen stellen konkrete Forderungen. Der Bereich Umwelt soll stärker integriert, Gemeinden und Städte in Beratungs- und Weiterbildungsangebote einbezogen und die effektive Bauteuerung bei der Fördermittelanpassung berücksichtigt werden. Zudem sei eine konsequente Anwendung des Baukulturbegriffs erforderlich, etwa bei den Schweizer Kulturpreisen oder in der Arbeit von Pro Helvetia. Der Runde Tisch Baukultur Schweiz bietet sich als nationale Plattform für die Koordination mit internationalen Initiativen an.

  • Ein neuer Standard im Kanton Zürich

    Ein neuer Standard im Kanton Zürich

    Vögel schützen, Kollisionen verhindern
    Der Umweltschutz steht im Fokus dieses neuen Gesetzes, das dem Schutz der avianen Fauna dienen soll. Schätzungen zufolge verlieren in der Schweiz jährlich über drei Millionen Vögel ihr Leben infolge von Kollisionen mit verspiegelten Fassaden und Fensterscheiben. Künftig sollen Neubauten hier eine Vorreiterrolle einnehmen und Massnahmen ergreifen, um solche Tragödien zu vermeiden. Der Kantonsrat hat heute in erster Lesung entschieden, dass die Planung künftig auf die Sicherheit für Vögel Rücksicht nehmen muss. Nach dem erfolgreichen Abstimmungsergebnis von 147 zu 30 Stimmen wird die Vorlage nun in die Redaktionskommission übergeben, und die formale Verankerung im Gesetz wird in etwa vier Wochen erwartet.

    Gestaltungsspielraum für nachhaltige Lösungen
    Die Diskussion über die genaue Formulierung führte jedoch zu kontroversen Debatten. Während die SP eine umfassendere Regelung forderte, die auch bestehende Gebäude einbeziehen sollte, einigte sich das Parlament auf den aktuellen Kompromiss. «Es ist entscheidend, dass wir den Vogelschutz jetzt umsetzen, auch wenn wir uns mehr gewünscht hätten», betonte Theres Agosti von der SP. Auch Thomas Forrer von den Grünen äusserte den Wunsch, dass auch grössere Umbauten in den neuen Vogelschutzartikel aufgenommen werden sollten.

    Herausforderungen für Bauherrschaften und Behörden
    Während einige Fraktionen die Initiative unterstützten, äusserte die FDP Bedenken und sah keinen akuten Handlungsbedarf. Sie argumentierten, dass der bestehende rechtliche Rahmen bereits ausreiche und dass Pläne, die Vögel gefährden, nicht genehmigt werden dürften. Dennoch betonte Agosti, dass das Problembewusstsein für den Vogelschutz oft unzureichend sei, und verwies auf Beispiele wie das Kantonsspital Winterthur, das durch transparente Glasgeländer für Gefahren sorgte.

    Der Grüne Baudirektor Martin Neukom erkannte ebenfalls die Gefahren, die von Glas ausgehen, und betonte, dass ein umfassendes Gesetz wichtig wäre, um eine nachhaltige Zukunft zu sichern. Dennoch hatte der Regierungsrat Bedenken hinsichtlich des Mehraufwands für Bauherrschaften und Behörden geäussert und die Vorlage letztlich abgelehnt.

  • Vom Industrieareal zum ökologischen Tourismusmagnet

    Vom Industrieareal zum ökologischen Tourismusmagnet

    Innovativer Geist prägt das Projekt an der Isen, wo die Vision einer harmonischen Verbindung von touristischer Entwicklung und ökologischer Aufwertung Gestalt annimmt. Seit der ersten Präsentation des Projekts durch die Isen AG im April 2022 wurden aufgrund von Rückmeldungen aus der Bevölkerung und fachlicher Beratung wesentliche Aspekte wie die Revitalisierung des Isentalerbachs, seines Deltas und die Neugestaltung des Seeufers in die Planung integriert. Auch die Verlegung der Kantonsstrasse fand Eingang in die optimierte Projektidee.

    Die neusten Entwicklungen, welche die ökologischen und infrastrukturellen Aspekte des Projekts aufzeigen, wurden dem Regierungsrat und den Gemeinderäten von Seedorf und Isenthal vorgestellt und positiv aufgenommen. Die Projektverantwortlichen arbeiten nun an den letzten Details, um das Verfahren bis Mitte März 2024 abzuschliessen.

    Der Kanton Uri sieht in dem Projekt nicht nur einen touristischen Gewinn, sondern auch die Chance, die Region als attraktiven Naherholungsraum zu etablieren. Es werden erhebliche positive Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft erwartet, was durch eine vom Kanton in Auftrag gegebene Studie zum volkswirtschaftlichen Potenzial des Projekts untermauert wird.

    Die Gemeinden Seedorf und Isenthal sehen das Tourismusprojekt als Chance für die Umgestaltung der Region Isleten und stellen sich den kommenden Herausforderungen in Bezug auf Verkehrsmanagement, touristische Auswirkungen und Infrastrukturbedarf.

    Die überarbeitete Projektidee wird der Öffentlichkeit Ende März 2024 im Rahmen einer umfassenden Medienkonferenz und einer Besichtigung des Geländes vorgestellt, gefolgt von einer Online-Veröffentlichung der Projektdetails.