Schlagwort: Netto-Null

  • Die Schweiz auf Kurs zu Netto-Null

    Die Schweiz auf Kurs zu Netto-Null

    Die Schweiz steht im internationalen Vergleich gut da. Die Kohlenstoffintensität ist die niedrigste aller OECD-Länder und die Stromerzeugung ist bereits weitgehend CO₂-frei. Zwischen 1990 und 2022 konnten die Emissionen um 24 % gesenkt werden. Ein beachtlicher Erfolg bei gleichzeitiger Verdoppelung der Wirtschaftskraft. Diese starke Ausgangsposition bietet der Schweiz die Chance, in grünen Technologien wie Kohlenstoffabscheidung oder kohlenstoffarmem Zement eine führende Rolle einzunehmen.

    Erneuerbare Energien und Energiespeicherung als Schlüssel
    Um die Dekarbonisierung fortzusetzen, muss die Stromerzeugungskapazität von aktuell 27 Gigawatt auf über 60 GW bis 2050 gesteigert werden. Dies ist besonders herausfordernd, da bis 2034 die vier verbleibenden Kernreaktoren abgeschaltet werden. Ein massiver Ausbau erneuerbarer Energien sowie innovative Lösungen für die Saisonabhängigkeit von Angebot und Nachfrage sind erforderlich. Auch die Erhöhung der Energiespeicherkapazitäten und ein effizientes Nachfragemanagement spielen dabei eine zentrale Rolle.

    Michael Baldinger, Chief Sustainability Officer bei UBS, erklärt: „Für Sektoren, die ihre Emissionen nicht vollständig eliminieren können, sind Technologien zur Kohlenstoffabscheidung entscheidend. Dies stellt die Schweiz vor technologische, logistische und finanzielle Herausforderungen, eröffnet aber zugleich Chancen in grünen Märkten.“

    Regulatorische Veränderungen als Weichensteller
    Die gesetzliche Grundlage für den Übergang wird durch bedeutende regulatorische Veränderungen im Jahr 2025 definiert. Dazu zählen das Elektrizitätsgesetz, das CO₂-Gesetz sowie das Klima- und Innovationsgesetz. Die Anpassung an EU-Vorgaben erhöht zudem die Zahl der berichtspflichtigen Schweizer Unternehmen von 300 auf 3’500. Diese Veränderungen erfordern gezielte Investitionen und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft, Politik und Finanzsektor.

    Finanzsektor als Schlüsselakteur
    Nach Schätzungen der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBA) sind jährlich 13 Milliarden CHF erforderlich, um Netto-Null zu erreichen. Der Schweizer Finanzsektor spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Er bietet Finanzierungsmöglichkeiten wie Bankdarlehen, Anleihen und Blended Finance-Lösungen, die den Markteintritt neuer Technologien unterstützen. Zudem kann er Unternehmen bei der Transformation beraten und als Bindeglied zwischen Investoren und Unternehmen fungieren.

  • Energiestadt stärkt Klimapolitik mit neuen Zertifizierungsstandards

    Energiestadt stärkt Klimapolitik mit neuen Zertifizierungsstandards

    Der Trägerverein Energiestadt will seine 644 Gemeinden und Städte als Mitglieder künftig vor allem auf dem Weg zur Klimaneutralität unterstützen. In 30 Jahren Engagement habe vieles, was anfangs als fortschrittlich galt, zum Standard etabliert werden können, schreibt Energiestadt in einer entsprechenden Mitteilung. Um weiter als Schrittmacher zu agieren, sollen Zertifizierung und Unterstützung der Mitglieder konsequent auf das Netto-Null-Ziel ausgerichtet werden.

    Das Label Energiestadt zeichnet Städte und Gemeinden für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik aus. Der Zertifizierungsprozess wird dabei künftig netto-null-relevante Strategien und Massnahmen besonders stark gewichten. Als Beispiele werde in der Mitteilung der Ausstieg aus Erdgas beim Heizen und die Förderung von Elektromobilität genannt. Für die höchste Auszeichnung als Gold-Stadt muss in Zukunft nachgewiesen werden, dass Strategien und Massnahmen konsequent verfolgt werden und mit dem Netto-Null-Ziel vereinbar sind. Gleichzeitig will Energiestadt den Zertifizierungprozess für kleinere Gemeinden vereinfachen.

    «Mit den neuen Instrumenten stärkt Energiestadt seine Rolle als führendes Kompetenzzentrum für lokale Energie- und Klimapolitik in der Schweiz», wird Maren Kornmann, Co-Geschäftsführerin von Energiestadt, in der Mitteilung zitiert. «So bietet Energiestadt als einzige Organisation ein umfassendes Paket für die Planung, Umsetzung und das Monitoring von Netto-Null-Massnahmen auf lokaler Ebene an.»

  • Bank setzt auf Netto-Null bis 2030 im eigenen Betrieb

    Bank setzt auf Netto-Null bis 2030 im eigenen Betrieb

    Die ZKB will ihre betrieblichen Emissionen bis 2030 auf Netto Null reduzieren. Seit 2010 hat die Kantonalbank ihren Ausstoss an Treibhausgasen bereits um ca. 70 Prozent gesenkt, erläutert Marit Kruthoff von der Fachstelle Leistungsauftrag der ZKB in einer Interview im Blog der Kantonalbank. Gesamthaft ist das Ziel die kontinuierliche Senkung der CO2-Äquivalent-Emissionen (CO2e) und die Steigerung der betriebsökologischen Leistung. Bis 2030 will die ZKB ihre betrieblichen Emissionen auf maximal 1’800 Tonnen CO2e pro Jahr beschränken.

    Diese nicht vermeidbaren Restemissionen will die ZKB über ihr Removal-Portfilio eliminieren. Dabei wird CO2 aus der Atmosphäre entfernt und beispielsweise in Pflanzen, Böden, Ozeanen oder Zement dauerhaft gespeichert. Die ZKB setzt dabei „auf die Kombination der drei Anbieter neustark, climeworks und Bioenergie Frauenfeld“, erklärt Kruthoff.

    Die in Zürich ansässige Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Climeworks, betreibt Anlagen, mit denen CO2 direkt aus der Atmosphäre entfernt und andererseits das aus der Luft eingefangene CO2 dauerhaft gespeichert wird. Bioenergie Frauenfeld mit Sitz im Hauptort von Thurgau nutzt Pyrolyse zur Herstellung von Biokohle und Gas aus Holz. Die dabei entstehende Abwärme wird als Fernwärme genutzt. Neustark aus Bern hat eine Technologie zur Speicherung von CO2 in Abbruchbeton entwickelt. Alle drei Unternehmen erzielen mit ihren Technologien Negativemissionen. Die dabei entstehende Abwärme wird als Fernwärme genutzt. Neustark aus Bern hat eine Technologie zur Speicherung von CO2 in Abbruchbeton entwickelt. Alle drei Unternehmen erzielen mit ihren Technologien Negativemissionen.

  • Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Um eine klare Unterscheidung zwischen den Treibhausgasemissionen des Gebäudes und den negativen Emissionen zu gewährleisten, sollten diese getrennt und separat ausgewiesen werden. Eine Verrechnung auf Baustoff- und Bauteilebene ist nicht empfehlenswert. Auch wenn Gebäude mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen derzeit noch nicht erreichbar sind, könnten sie in Zukunft in Reichweite rücken, wenn die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Baustoffen wie Zement, Stahl, Ziegel oder Glas massiv reduziert werden.

    Um die städtischen Emissionen bis 2035/2040 deutlich zu reduzieren, ist die Umsetzung und Bilanzierung von negativen Emissionstechnologien (NET) im Bausektor unerlässlich. Eine kürzlich abgeschlossene Studie hat Methoden zur Integration von NET in die städtische Kohlenstoffberichterstattung entwickelt und klare Empfehlungen für den Bausektor in der Schweiz formuliert.

    Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass biogenes CO² und direkt aus der Atmosphäre entzogenes CO² über Tausende von Jahren gespeichert werden müssen, um die globalen Temperaturen nachhaltig zu beeinflussen. Eine temporäre Speicherung reicht nicht aus, da sie die positiven Effekte durch spätere Re-Emissionen wieder zunichtemacht. Eine verbindliche Permanenzgarantie ist daher unabdingbar, um eine anerkannte Bilanzierung von NET zu gewährleisten.

    Die Studie empfiehlt, NET gemäss den SIA-Normen 2032 und 2040 zu bilanzieren. Um eine transparente Bilanzierung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, zwischen Negativemissionen und Treibhausgasemissionen des Gebäudes zu unterscheiden. Eine Verrechnung auf Material- und Bauteilebene sollte vermieden werden. Die Norm SN EN 15804 weist Mängel auf, da sie auch bei dauerhafter Sequestrierung eine ausgeglichene Bilanz von biogenem CO² aufweist. Es ist wichtig, auf eine klare und präzise Sprache zu achten, um die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu unterstreichen.

    Der Holzbau bietet das grösste Potenzial für negative Emissionen. Andere nachwachsende Rohstoffe wie Stroh oder Hanfkalk sind vielversprechend, aber noch wenig verbreitet. Die Forschung sollte sich darauf konzentrieren, die Dauerhaftigkeit sicherzustellen und den Beitrag der forcierten Karbonatisierung bei mineralischen Baustoffen zu erhöhen. Eine Netto-Null-Treibhausgasbilanz von Gebäuden ist zwar derzeit nicht erreichbar, jedoch kann durch eine drastische Reduktion der Emissionen bei der Herstellung von Baustoffen ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht werden.

    Die Studie betont die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, insbesondere bei der Herstellung von Baustoffen. Es wird empfohlen, dass Kommunen die Entwicklung von NET finanziell fördern, um die angestrebten Klimaziele zu.

  • The Circle: grösstes Minergie-Gebäude der Schweiz zertifiziert 

    The Circle: grösstes Minergie-Gebäude der Schweiz zertifiziert 

    Seit 12 Jahren ist die Minergie- und LEED-Zertifizierung fester Bestandteil von Planung und Bau beim Circle. Unter Beisein von Christian Appert, CEO Amstein + Walthert AG, Martin Kull, CEO und Inhaber HRS Real Estate AG, Daniel Scheifele, Chief Real Estate Officer, Flughafen Zürich AG, Giorgio Engeli, Head Real Estate Portfolio Management Schweiz, Swiss Life Asset Managers, und Stefan Feldmann, Head The Circle, Flughafen Zürich AG, feierte das Team um The Circle am Montag, 27. Juni 2022, nun das erreichte Ziel. 

    Schön, funktional, klimaoptimiert 
    Mit seinen gut 200’000 m2 Energiebezugsfläche machte der Circle im Jahre der provisorischen Zertifizierung 6% der zertifizierten Minergie-Fläche aus, war aber nur eines von rund 1’900 Gebäuden. Dies zeigt die Grösse und Bedeutung dieses aussergewöhnlichen Baus im Schweizer Kontext auf. Der Circle ist das grösste Minergie-zertifizierte Gebäude in der Schweiz. Das Minergie-Zertifikat bedeute, so Regierungsrat Marc Mächler, dass – zusätzlich zu allen anderen Ansprüchen und Nutzungen – das Gebäude auch klimaoptimiert sei. Klimaoptimiert heisse, «dass dieses Gebäude möglichst den Klimawandel nicht noch beschleunigt und sorgsam mit Ressourcen umgeht. Es ist effizient und funktioniert statt mit fossiler Energie beinahe vollständig mit erneuerbarer Energie.» 

    Dank intensiver Zusammenarbeit zwischen der Minergie-Zertifizierungsstelle und den Verantwortlichen des Circles konnten auch die hohen Anforderungen des Minergie-Qualitätslabels an Gebäudehülle und Lüftung erfüllt werden. Andreas Meyer Primavesi, Geschäftsleiter Minergie, freut sich, dass das Resultat schliesslich allen zu Gute kommt: «Gerade bei den heutigen Energiepreisen lohnt sich jede eingesparte Kilowattstunde Energie – und zwar nicht nur fürs Klima, sondern auch finanziell». 

    In die Energiezukunft mit Netto-Null 
    Mit dem führenden Schweizer Gebäudelabel Minergie wurden seit 1998 dank über 53’000 Minergie-Gebäuden mehr als 12 Mio. Tonnen CO2 und 67 Mio. Megawattstunden Energie eingespart, im Vergleich zu den gesetzlichen Mindestanforderungen. Minergie zertifiziert pro Jahr ca. 3 Mio. m2 Energiebezugsfläche. In enger Abstimmung mit den Kantonen geht Minergie stets voran und ist so Vorreiter der kantonalen Energiegesetze. Dieses Zusammenspiel funktioniert seit Beginn und geht erfolgreich weiter. Aktuell schaut Minergie erstens sehr genau auf die verbaute Energie und die Treibhausgasemissionen in der Erstellung eines Gebäudes. Und zweitens strebt Minergie eine Verbesserung der Betriebsphase an: Umfangreiche, digitalisierte Gebäude-Daten dienen dazu, die Energieflüsse im Betrieb zu messen, um dann auf Basis des Monitorings wo nötig eine Betriebsoptimierung vorzunehmen. Seit Jahren fossilfrei im Betrieb, – auch bei Modernisierungen – bewegt sich Minergie so immer mehr in Richtung Netto-Null. Der Standard Minergie-A-ECO kommt dem Schweizer Netto-Null-Gebäude am nächsten.