Schlagwort: Ökobilanz

  • Unterschiede bei Ökobilanzen für Bauprodukte im Vergleich

    Unterschiede bei Ökobilanzen für Bauprodukte im Vergleich

    Die Firma conspark hat ein Faktenblatt veröffentlicht, das die Unterschiede zwischen den Bilanzierungsregeln der EU und der Schweiz für Bauprodukte aufzeigt. Es steht ab sofort in deutscher und englischer Sprache zum Download zur Verfügung und soll eine kompakte Orientierungshilfe für Fachleute der Baubranche bieten, die mit Planung, Herstellung und Nachhaltigkeit betraut sind. Immerhin bilden die Ökobilanzergebnisse von Bauprodukten die Grundlage für die künftige Bilanzierung von Gebäuden.

    In der Schweiz gibt die Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) Bilanzierungsregeln für die Ökobbilanz von Bauprodukten vor und veröffentlicht diese Ergebnisse in der Liste Ökobilanzdaten im Baubereich. In der EU werden die Ökobilanzen nach EN 15804+A2 erstellt und deren Ergebnisse als Umweltproduktdeklarationen (EPDs) dargestellt.

    Zum Vergleich wurde beispielhaft die Ökobilanz verschiedener Sorten Recyclingbetons nach den beiden Standards erstellt. Dabei zeigte sich, dass die Treibhausgasemissionen und der Energiebedarf desselben Betons je nach Regelwerk sehr unterschiedlich ausfallen, wobei die KBOB-Ökobilanz jeweils höhere Werte ausweist. Das, so conspark, resultiert aus den verwendeten Hintergrunddatensätzen: Die EPD-Ökobilanz basiert auf aktuelleren Daten, die bereits technologische Fortschritte wie geringeren Klinkergehalt und den verstärkten Einsatz alternativer Brennstoffe berücksichtigen.

    «Die Vergleichbarkeit von Ökobilanzdaten spielt eine entscheidende Rolle für kommende Regulierungen und CO2-Grenzwerte», so der Geschäftsführer und Co-Autor dieses Faktenblatts, Florian Robineck, in einer Mitteilung. Dementsprechend lautet die Empfehlung der Autoren des Faktenblatts: «Eine regelmässige Aktualisierung der KBOB-Hintergrunddatensätze und eine stärkere Harmonisierung der beiden Ansätze würden dazu beitragen, bestehende Unterschiede zu verringern und vergleichbare Nachhaltigkeitsbewertungen zu ermöglichen.»

  • Solaranlagen sind umweltfreundlicher denn je

    Solaranlagen sind umweltfreundlicher denn je

    Das für 2023 aktualisierte Faktenblatt Environmental Life Cycle Assessment of Electricity from PV Systems der Internationalen Energieagentur in Paris macht deutlich, dass Photovoltaikanlagen zunehmend umweltfreundlicher werden. Es gibt einen Überblick über die ökologische Lebenszyklusbewertung von vier verschiedenen Photovoltaiksystemen.

    Das Faktenblatt für 2023 beruht laut einer Mitteilung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) auf der Expertise von Matthias Stucki und Michael Götz sowie zweier weiterer Fachleute. Die beiden Wissenschaftler der ZHAW gehören der Forschungsgruppe Ökobilanzierung am Institut für Umwelt und Natürliche Ressourcen an.

    Das Faktenblatt 2023 hebt unter anderem die erhebliche Verringerung der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu Systemen hervor, die Strom mit fossilen Brennstoffen erzeugen. Demnach hat sich die Photovoltaiktechnologie so weit weiterentwickelt, dass sich diese Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der begutachteten Systeme in den vergangenen zehn Jahren halbiert haben.

    Für Systeme mit monokristallinem Silizium sind dies in der Schweiz noch rund 36 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde Strom und für CdTe (Cadmiumtellurid)-Systeme 25 Gramm CO2-Äquivalente pro Kilowattstunde Strom. Auch die Zeit, die ein Modul benötigt, um die Energie zu erzeugen, die für seine Herstellung benötigt wurde, liegt sowohl für Systeme mit monokristallinem Silizium wie auch für CdTe-Systeme erstmals in der Geschichte bei einem Jahr oder weniger.