Schlagwort: Ölheizungen

  • Hochschule Luzern lokalisiert fossile Heizungen

    Hochschule Luzern lokalisiert fossile Heizungen

    Fachleute des Kompetenzzentrums Thermal Energy Storage an der Hochschule Luzern (HSLU) wollen den klimaverträglichen Austausch fossiler Heizungen fördern. Dafür hat das Team gemeinsam mit der in Lüterkofen SO ansässigen geoimpact AG mithilfe Maschinellen Lernens Modelle berechnet, die fossile Heizanlagen lokalisieren.

    Denn Öl- und Gasheizungen würden derzeit zu rund 80 Prozent durch neue fossile Heizanlagen ersetzt, heisst es in einer Medienmitteilung der HSLU. „Eine neues Heizsystem braucht Planung“, wird HSLU-Energieexpertin Esther Lindner zitiert. „Wenn das alte im Winter kaputtgeht, hat man natürlich dafür keine Zeit und ersetzt dann einfach schnell das, was man vorher hatte, wieder mit dem gleichen System.“ Um dem entgegenzuwirken, will das Projekt diese Haushalte rechtzeitig mit Informationen über Alternativen und Beratungsangebote versorgen.

    Zunächst wurde ein Modell für 1957 Gemeinden erstellt, anschliessend eines für 158 Bezirke und schliesslich ein weiteres für die gesamte Schweiz. Auf Gemeindeebene ist das Modell den Angaben zufolge mit nahe 80 Prozent Treffsicherheit am genauesten. Die Künstliche Intelligenz dieser Modelle wurde mit öffentlich zugänglichen Daten des Gebäude- und Wohnungsregisters trainiert.

    Nun wird das Modell für ein vom Bundesamt für Energie unterstütztes Sweet Edge-Projekt zu einem Empfehlungsprogramm weiterentwickelt. Damit sollen Gemeinden bei der Energieplanung unterstützt werden. „Gemeinden, die das Modell nutzen und gleichzeitig weiterentwickeln wollen“, so Lindner, „sind willkommen“. Das Projekt wird auch am diesjährigen Abend der Wirtschaft des Departements Technik & Architektur präsentiert. Er findet am 20. Oktober 2022 statt.

  • Neu auch für Wärmepumpen: Schweizweite Klimaprämie für den Ersatz von Öl- und Gasheizungen wird ausgeweitet

    Neu auch für Wärmepumpen: Schweizweite Klimaprämie für den Ersatz von Öl- und Gasheizungen wird ausgeweitet

    Schweizweite Förderung ohne Obergrenze
    Genau hier setzt Energie Zukunft Schweiz an: Die Klimaprämie ist ein gross angelegtes, schweizweites Förderprogramm ohne Maximalbetrag und mit einer Laufdauer bis voraussichtlich 2025. Die im August 2020 lancierte Klimaprämie für Holzheizungen hat den Nerv der Zeit getroffen: Insgesamt sind seither rund 600 Förderanfragen eingegangen.

    Fossile Heizungen mit einer Gesamtleistung von 12 MW werden mithilfe der Klimaprämie bereits ersetzt. Für eine Heizzentrale für acht Mehrfamilienhäuser mit einer Leistung von 316 kW wurde beispielsweise ein Förderbeitrag von CHF 110’000.- gesprochen, was etwa 60% der Investitionskosten abdeckte. Somit können allein mit dieser Anlage 56’000 Liter Heizöl pro Jahr eingespart werden, was einem Ausstoss von ungefähr 125 Tonnen CO₂ entspricht.

    Noch attraktiver durch die Erweiterung auf Wärmepumpen
    Nach der erfolgreichen Lancierung für Holzheizungen weitet Energie Zukunft Schweiz das Programm ab sofort auf Wärmepumpen aus. Der Förderbetrag liegt für Wasser/Wasser- sowie Sole/Wasser-Wärmepumpen bei 1.80 Franken pro eingespartem Liter Erdöl oder Kubikmeter Erdgas. Bei einer Luft/Wasser-Wärmepumpe liegt der Betrag bei 1 Franken. Bei einer korrekt dimensionierten Heizung sind das bei einer Sole/Wasser-Wärmepumpe rund 360 Franken und bei einer Luft/Wasser-Wärmepumpe 200 Franken pro Kilowatt Leistung. 

    Zur Abschätzung des zu erwartenden Förderbetrages stellt Energie Zukunft Schweiz online einen Förderrechner bereit. Finanziert wird die Förderung von der Stiftung für Klimaschutz und CO₂-Kompensation KliK. Reguliert wird das Programm durch das Bundesamt für Umwelt BAFU.

    Förderbeiträge für sämtliche Bereiche – auch für öffentliche Bauten, Bürogebäude und Industriebetriebe
    Dass es eine Förderung ohne Obergrenze und nicht nur für den Wohnbereich ist, macht das Programm für Grossheizungen – zum Beispiel für Gemeindebauten, Prozesswärme in Industriebetrieben, Wohnblöcke, grosse Gewerbe- oder Bürogebäude oder ganze Areale – besonders attraktiv. Ein substanzieller Anteil der Investitionskosten wird gedeckt und auch komplexe, multivalente Systeme sind förderbar.

    Dekarbonisierung wird beschleunigt
    Erneuerbare Heizsysteme bieten viele Vorteile: Sie schonen nicht nur das Klima durch eine deutliche Reduktion des CO2-Ausstosses, sie haben auch einen positiven Einfluss auf das Image und den Wert von Immobilien. Mit der grosszügigen Förderung von Holzheizungen und Wärmepumpen und der schweizweit einheitlichen Abwicklung beschleunigt die Klimaprämie die Dekarbonisierung der Heizungen in der Schweiz entscheidend. Die Investitionskosten reduzieren sich massiv. Das Dilemma, dass klimaschädliche Technologien aus Kostengründen bevorzugt werden, ist damit überwunden.