Schlagwort: Photovoltaik Schweiz

  • Neuer Leiter für Markt und Politik beim Solarverband

    Neuer Leiter für Markt und Politik beim Solarverband

    Wieland Hintz leitet laut einer Mitteilung seit dem 1. März Markt und Politik bei Swissolar und ist zugleich dessen stellvertretender Geschäftsführer. Der 45-Jährige war zuvor beim Bundesamt für Energie für die Solarenergie zuständig.

    Hintz hat Physik an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich studiert und am Kernforschungszentrum CERN in Genf promoviert. Er hat unter anderem für Alpiq und beim Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen gearbeitet. Mit seiner Familie betreibt er in Deutschland sechs Windräder und einen Solarpark mit einer Leistung von 1,2 Megawatt.

    Hintz tritt an die Stelle von David Stickelberger. Der heute 65-Jährige war von 1998 bis 2023 erster Geschäftsführer von swissolar. Seit 2023 war er Stellvertreter seines Nachfolgers Matthias Egli. Künftig wird er den Verband als Senior Advisor Politik begleiten.

    „Die Photovoltaik ist in den letzten zehn Jahren zu einer tragenden Säule der Schweizer Stromversorgung geworden, die mittlerweile über 15 Prozent des Stromverbrauchs deckt“, wird Hintz in der Mitteilung zitiert. „In meiner neuen Funktion bei Swissolar werde ich mich mit voller Energie dafür einsetzen, dass die Photovoltaik optimal in das Schweizer Energiesystem integriert wird und die Dekarbonisierung von Gebäuden und Verkehr vorantreibt.“

    Neu hat Swissolar die Stelle einer Direktorin Suisse Romande geschaffen. Diese wird von Anne Plancherel besetzt. Sie ist seit 2024 tätig, sowohl als strategische Projektmanagerin als auch beim Aufbau der Berufsbildung in der Westschweiz. Plancherel soll Swissolar in der Westschweiz vertreten und das regionale Netzwerk weiter ausbauen.

    Die 44-jährige Umweltingenieurin hat an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne studiert und sich im Projektmanagement an der Universität Genf weitergebildet. „Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit unseren Mitgliedern, Partnern und Behörden das Potenzial der Solarenergie in der Suisse Romande weiter auszubauen und die Branche nachhaltig zu stärken“, wird sie in der Mitteilung zitiert.

  • Schweizer Stromversorgung 2050 vor grossem Ausbau

    Schweizer Stromversorgung 2050 vor grossem Ausbau

    Die Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie treibt den Stromverbrauch von heute 56 auf rund 75 Terawattstunden pro Jahr. Gleichzeitig fallen 23 Terawattstunden aus Kernkraftwerken weg. Das Forschungsnetzwerk EDGE hat berechnet, dass die Schweiz ihr Ziel von 45 Terawattstunden aus neuen erneuerbaren Energien erreichen kann, allerdings nur mit einem starken Ausbau von Photovoltaik und Windkraft.

    Ausbau von Photovoltaik und Windenergie
    Die Photovoltaik müsste ihre Kapazität von heute 6,4 Gigawatt auf fast 27 Gigawatt vervierfachen. Bei der Windkraft wäre ein über 80-facher Ausbau nötig, von 0,1 auf 8,4 Gigawatt bis 2050. Besonders im Winter spielt Windenergie eine Schlüsselrolle. Ohne Subventionen sei dieser Zubau kaum realisierbar, betonen die Forschenden.

    Abhängigkeit vom europäischen Strommarkt
    Das Stromgesetz limitiert Winterimporte auf maximal 5 Terawattstunden. Eine strikte Umsetzung würde Investitionen und Kosten spürbar erhöhen. Mehr Wind- und Solarkraftwerke wären nötig, der Strompreis könnte sich verdoppeln. Eine Einschränkung des EU-Stromhandels um 70 Prozent würde zusätzliche Windkapazitäten erfordern und die Kosten weiter steigen lassen. EDGE-Forschende sehen den Zugang zum europäischen Strommarkt daher als entscheidend an.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Über die Hälfte der Schweizer Investitionen in erneuerbare Energieprojekte fliesst heute ins Ausland, vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. In der Schweiz bleiben nur rund ein Prozent. Grund dafür sind beschränkte Realisierungsmöglichkeiten im Inland. Besonders Windenergieprojekte werden von Schweizer Investoren im Ausland finanziert.

    Kosten der Energiewende
    Die Transformation zu Netto-Null bringt steigende Preise für fossile Energieträger, Güter und Dienstleistungen. Für Schweizer Haushalte bedeutet das je nach Szenario jährliche Konsumeinbussen von 0,6 bis 1 Prozent. Werden Emissionen nicht im Ausland kompensiert, steigen die Belastungen zusätzlich. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass die Kosten eines ungebremsten Klimawandels deutlich höher wären.

    Die Schweiz kann ihre Energieziele bis 2050 erreichen, doch nur mit massivem Ausbau von Photovoltaik und Windenergie, enger europäischer Marktintegration und zielgerichteten Investitionen. Die Herausforderung bleibt, Versorgungssicherheit, Klimaziele und Kosten in Einklang zu bringen.