Schlagwort: Potenzial

  • Winterthur setzt Schwerpunkte für ein attraktives Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten

    Winterthur setzt Schwerpunkte für ein attraktives Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten

    Die hohe Lebensqualität der Stadt Winterthur hat sich mittlerweile herumgesprochen. Immer mehr Menschen wohnen, arbeiten und studieren hier. Aktuell zählt die Stadt im Wirtschaftsraum Zürich über 120’000 Einwohnerinnen und Einwohner, rund 75’000 Beschäftigte, knapp 11’000 Hochschulstudierende und rund 11’000 Lernende an Berufsmittelschulen. Die städtische Prognose sagt ein Bevölkerungswachstum auf rund 135’000 Menschen bis ins Jahr 2040 voraus. Dieses Wachstum möchte Winterthur als Chance für die Entwicklung bestehender urbaner Qualitäten nutzen, indem sie räumliche Schwerpunkte setzt.

    Der Grossteil dieser Entwicklung soll innerhalb des bereits heute sehr dynamischen urbanen Rückgrats von Winterthur (siehe Grafik) vorangetrieben und gelenkt werden, in Ergänzung zur bestehenden Siedlungsstruktur. Die Stadt soll entlang der Hauptverkehrsachsen von Töss im Südwesten bis Oberwinterthur im Nordosten verdichtet und die Nutzungsvielfalt vergrössert werden.

    Verdichten entlang des urbanen Rückgrats
    Aus städtebaulicher Perspektive ergeben sich sechs Gebiete mit enormem Wachstums- und Verdichtungspotenzial. Die Stadt konzentriert sich entlang des urbanen Rückgrats auf sechs Schwerpunktgebiete (vgl. Grafik): Winterthur Süd, Zürcherstrasse, Stadtraum Hauptbahnhof, Wissensquartier, Grüze Plus und Umfeld Bahnhof Oberwinterthur. Hier sollen gezielt mehr Wohnraum, neue Arbeitsplätze, und zusätzliche Aufenthalts- sowie Begegnungsräume für Freizeit und Kultur entstehen. Dabei wird auf eine hohe Versorgungsqualität geachtet, welche kurze Wege ermöglicht und dadurch auch einen Beitrag zu Netto Null bis 2040 leistet.

    Behutsame Entwicklung der Quartiere
    Die bestehenden Quartiere werden dabei nicht vergessen – im Gegenteil. Durch die räumliche Fokussierung auf eine hochwertige Innenentwicklung entlang des urbanen Rückgrats werden sie vom Verdichtungsdruck entlastet. Punktuelle Verdichtungen bleiben an geeigneten Lagen möglich, damit auch das dortige Wohnangebot vielfältig entwickelt und die Qualitäten der Aussenräume verbessert werden können. Das in der «Räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040» festgelegte Ziel, sogenannte «5-Minuten-Quartiere» zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen der Stadt und trägt zu einem nachhaltigen Zusammenspiel von Wohnen, Arbeiten und Freiraum und damit zum Erhalt der heute so geschätzten hohen Lebensqualität bei.

    Amt für Städtebau, Winterthur
  • Als Microsoft Solutions Partner for Infrastructure (Azure) wurde Inventx ausgezeichnet

    Als Microsoft Solutions Partner for Infrastructure (Azure) wurde Inventx ausgezeichnet

    Kunden von Inventx profitieren in Zukunft von spezifischem zertifizierten Know-how rund um Microsoft-Azure-Lösungen und der gestärkten Partnerschaft zwischen den beiden Unternehmen. Inventx setzt in der Begleitung von Projekten strategisch auf einen hybriden Ansatz in der Befähigung ihrer Kunden, das volle Potenzial von Multi-Cloud-Ökosystemen auszuschöpfen. So können Inventx-Kunden ihre Leistungen agiler, effizienter und resilienter sowie besser skalierbar erbringen und gleichzeitig ihre digitale Transformation beschleunigen. Der jeweils spezifische Cloud-Mix stellt sicher, dass Kunden für ihre Bedürfnisse langfristig optimal aufgestellt sind und bleiben. 

    «Wir sind stolz auf die Bestätigung unserer Expertise. Inventx pflegt seit 2015 eine intensive Zusammenarbeit mit Microsoft. Jetzt ist der Weg frei, die aufgebaute Community Cloud mit der Azure Cloud zu erweitern und so das volle Potenzial der Cloud zu nutzen», so Markus Stutz, Cluster Leader Multi-Cloud & PaaS bei Inventx. 

    2022 wurde aus dem Microsoft Partner Network (MPN) ein ausdifferenziertes Microsoft Cloud Partner Program (MCPP). Das neue Programm ermöglicht Endkunden eine detailliertere und transparentere Beurteilung der Kompetenzen ihres Dienstleisters. 

  • Baden startet Pilotprojekt zur Wiederverwendung im Gebäudepark

    Baden startet Pilotprojekt zur Wiederverwendung im Gebäudepark

    Die Stadt Baden steht laut einer Medienmitteilung im Mittelpunkt eines neuen  Forschungsprojekts über die Wiederverwendung von Bauteilen auf Städteebene. Das Forschungsprogramm Gebäude und Städte des Bundesamts für Energie (BFE) wird mit Beteiligung des Zürcher Unternehmens intep (Integrale Planung GmbH) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Baden als Fallbeispiel seit Januar umgesetzt.

    Das Projekt läuft während rund zwei Jahren und wird massgeblich vom BFE finanziert. Die Stadt Baden trägt rund einen Viertel der Projektkosten und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) beteiligt sich ebenfalls daran. „Die Stadt Baden wird von massgeschneiderten Erkenntnissen, insbesondere für die stadteigenen Bauprojekte und die laufende Revision der Nutzungsplanung, profitieren“, wird Stadtammann Markus Schneider zitiert.

    Beim Forschungsprojekt „Re-Use auf dem Weg zum Netto-Null-Ziel bei Gebäuden“ stehe nicht das Recycling von Bauteilen, sondern die direkte Wiederverwendung in anderen Gebäuden im Mittelpunkt. Für das Projekt werden Bauteilflüsse modelliert, die Umweltwirkung ermittelt und die notwendigen Rahmenbedingungen und Massnahmen für eine breite Anwendung systematisch erfasst, heisst es in einer Mitteilung von intep.

    „Die CO2-Emissionen eines Gebäudes über seine gesamte Lebensdauer – also nicht nur im Betrieb, sondern auch bei der Erstellung – sind ein wichtiges und immer noch unterschätztes Potenzial für die notwendige Absenkung des CO2-Austosses auf Netto Null“, wird Nadja Lavanga zitiert, Projektleiterin bei intep.

    Als Reduktionspotenziale nennt Christian Vogler, Koordinator Energie der Stadt Baden, „den Erhalt des Bestandes statt Neubauten, zirkuläre und ressourcenschonende Bauweisen, die Wiederverwendung von Bauteilen und das Recycling“.

  • Arealentwicklung: Fokussierte Schwerpunkte für die wirtschaftliche Entwicklung

    Arealentwicklung: Fokussierte Schwerpunkte für die wirtschaftliche Entwicklung

    Bereits im kantonalen Richtplan 2009 wurden die kantonalen Entwicklungsschwerpunkte festgelegt. Schon vor der Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zum Raumplanungsgesetz hatten die kantonalen Planer damit den Fokus gesetzt auf eine verstärkte räumliche Konzentration der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung entlang der attraktivsten Verkehrslagen. Für die etwas dezentraleren Lagen stehen weitere planerische Instrumente zur Verfügung, damit auch dort eine
    adäquate Entwicklung der Unternehmen möglich ist.

    Integrale Raum- und Wirtschaftsentwicklung
    Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr ist ein zentrales Element in der Weiterentwicklung der kantonalen Entwicklungsschwerpunkte (ESP). Nur wenn Infrastrukturen und Wachstum in einer guten Symbiose stehen, entstehen langfristig funktionierende Gebiete. Die Optimierung der Verkehrserschliessung ist häufig die Basis für die ESP-Entwicklung. Dabei setzt der Kanton Luzern nebst der Planung von Strassen und Schienen insbesondere einen Fokus auf die Förderung der nachhaltigen Mobilität, nicht zuletzt im Hinblick auf die klimapolitischen Ziele. Die Unternehmen sind ihrerseits gefordert, ein betriebliches Mobilitätsmanagement einzuführen und ihren Teil zu leisten, damit der Verkehr optimal fliessen kann.

    Instrument der abgestimmten Standortförderung
    Durch seine zentrale geografische Lage und die ständige Arbeit an den wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen ist der Kanton Luzern heute als Unternehmensstandort besonders attraktiv. Durch die enge Kooperation des Kantons mit den Regionen und Gemeinden in der Standort- und Wirtschaftsförderung sind die kantonalen ESP das wichtigste Verbindungsstück zur Raumplanung. Alle Entwicklungsschwerpunkte sollen verfügbare, attraktive Flächenangebote, verbunden mit einem erfolgsversprechenden Vermarktungsprofil, erhalten. Die Basis wird im gemeinsam getragenen Gebietsmanagement der ESP in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern und Investoren gelegt.

    Strategische Arbeitsgebiete als Spezialangebot
    Als strategische Arbeitsgebiete (SAG) werden zusammenhängende grössere Flächen bezeichnet, welche im Richtplan festgesetzt werden. Aktuell gibt es im Kanton Luzern drei solche Gebiete. Sie sind zwischen 10 und 30 ha gross. Viel Fläche also, um grosse Ideen und Projekte zu verwirklichen. Gemäss den formulierten Kriterien ist deren Nutzung besonders wertschöpfungsstarken Unternehmen und Immobilienentwicklungen vorbehalten. Die Entwicklung der Areale erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kanton Luzern und den jeweiligen Standortgemeinden. Die Wirtschaftsförderung Luzern agiert als erste Ansprechpartnerin für potenzielle Interessenten.

    Stadtregion Luzern

    ESP Luzern Süd
    Traumhaft eingebettet zwischen Luzern, Horw und Kriens erstreckt sich ein vielfältiges Siedlungsgebiet mit urbanem Charakter und direkt angrenzendem Naherholungsgebiet. Die fortlaufende Transformation in ein urbanes, kreatives und nachhaltiges Wohn- und Arbeitsgebiet ist in vollem Gange. Luzern Süd ist mit sämtlichen Verkehrsmitteln regional und überregional bestens erschlossen. Besonders der Velo-Highway «Freigleis» stösst als Arbeits- und Freizeitverbindung auf Begeisterung.
    www.luzernsued.ch

    ESP Luzern Nord
    In der Smart City Luzern Nord treffen mit Emmen und Luzern die zwei bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons aufeinander. Rund um den Seetalplatz, bestens erschlossen und malerisch gelegen an den Flüssen Reuss und Kleine Emme, entsteht derzeit das urbane Herz des ESP-Perimeters, welcher sich vom Bahnhof Littau bis zum Bahnhof Waldibrücke zieht. Im flächenmässig grössten ESP gibt es eine grosse Breite von Angeboten für Unternehmen und Bevölkerung.
    www.luzernnord.ch

    ESP Luzern Ost
    Der Raum Luzern Ost umfasst sechs Rontaler Gemeinden. Direkt an die Autobahn A14 angebunden und mit allen Verkehrsmitteln erschlossen, liegt Luzern Ost direkt auf der Achse der Wirtschaftsräume Luzern, Zug und Zürich. Nebst grossen Industriefirmen finden hier insbesondere international ausgerichtete Unternehmen ihren Platz. Gleichzeitig bieten die grünen Hügel der Region und der nahgelegene Gewässerraum der Reuss Naherholung vor der Haustür.
    www.luzernost.ch

    ESP Luzern Bahnhof
    Das weltweit bekannte Postkarten-Luzern ist die kulturelle und wirtschaftliche Metropole der Zentralschweiz. Das Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof wird die nationale und internationale Erreichbarkeit von Luzern auf Dauer sicherstellen und den Ausbau hin zur nachhaltigen Mobilität in der gesamten Grossstadt-Region ermöglichen. Das Stadtzentrum am See wird eine neue Prägung erhalten, da im direkten Umfeld des Bahnhofs neue, einmalige städtebauliche Chancen entstehen.

    ESP Rothenburg Station
    Dieser im Norden der Stadtregion gelegene ESP zeichnet sich durch eine hohe Lagequalität und Entwicklungsdynamik aus und verfügt über ein grosses Weiterentwicklungspotenzial. Aktuell wird in einem kooperativen Prozess ein Gesamtkonzept Siedlung und Verkehr erarbeitet, welches die Basis bildet für die zukünftige bauliche, verkehrsverträgliche und wirtschaftliche Entwicklung des Gebiets.

    SAG Schweissmatt Inwil
    Das grösste der drei strategischen Arbeitsgebiete im Kanton Luzern befindet sich in der Gemeinde Inwil. Das beinahe 30 ha grosse Landstück liegt in unmittelbarer Nähe der Autobahn A14 (Hauptverkehrsachse Luzern-Zug-Zürich) und ist in planungsrechtlicher Vorbereitung für die Ansiedlung eines wertschöpfungsstarken Grossunternehmens.

    Regionen Sursee, Seetal, Willisau und Wiggertal

    ESP Sursee
    Die Entwicklung von Stadt und Region Sursee hin zu einem modernen kleinstädtischen Zentrum am Sempachersee zeichnet sich seit Jahrzehnten ab. Die Stadt ist auch als Unternehmensstandort interessant. So siedelten sich über die Jahre zahlreiche Unternehmen an, welche von der perfekten Anbindung auf Schiene und Strasse profitieren. Mit der Aufnahme ins Agglomerationsprogramm steht der Stadt Sursee der nächste Entwicklungsschritt bevor. Vom Arbeitsgebiet im Norden der Stadt erreichen Unternehmen schweizweit ihre Kunden innert kurzer Zeit.

    ESP Hochdorf-Römerswil
    Hochdorf ist das regionale Zentrum des Luzerner Seetals. Die hohe landschaftliche Qualität trifft hier auf spannende Unternehmen. Insbesondere die Indust- trie hat sich im Laufe der Zeit im Seetal niedergelassen. Das prägt. So ist das Seetal auch heute noch jene Region mit dem höchsten Anteil im zweiten Sektor. Die grossen Baulandreserven sind ein wesentlicher Vorteil des ESP und insbesondere auch dessen Potenzial. Aktuell wird ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept erarbeitet.

    ESP Reiden / Wikon
    Die Gemeinden Wikon und Reiden liegen an der Grenze zum Kanton Aargau und sind verkehrstechnisch bestens erschlossen mit der eigenen Autobahnausfahrt zur A2. Neben der Nord-Süd-Verbindung ist auch die Ost-WestVerbindung A1 in unmittelbarer Nähe. Diese Lage und auch das industrie- und gewebefreundliche Umfeld (der ESP grenzt nur an wenigen Punkten an Wohngebiete) machen den ESP zu einem stark nachgefragten Standort für Unternehmen.

    ESP Willisau
    Das schmucke Städtchen Willisau ist das regionale Zentrum des Luzerner Hinterlands. Kleine und mittelgrosse Gewerbe- und Industriebetriebe unterschiedlicher Branchen haben sich hier niedergelassen. Mit der Competec Logistik (Brack) ist in den vergangenen Jahren eine grosse Ansiedlung gelungen, und das Unternehmen baut weiter kräftig aus in Willisau. Es gibt noch Baulandreserven, und städtebauliche Entwicklungen auf dem ehemaligen Wellisareal sind im Gang. Aktuell wird die räumliche und nutzungsmässige Vision für den ESP Willisau für dessen Weiterentwicklung erstellt.

    ESP Dagmersellen
    Der Entwicklungsschwerpunkt Dagmersellen ist verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Er liegt in unmittelbarerer Nähe des Autobahnanschlusses der A2, der Bahnhof ist in Fussdistanz, und es gibt auch einen Industriegleisanschluss. Der ESP ist geprägt von grossen industriellen Unternehmen wie Pan Gas, Misapor, Emmi oder Hiestand und verfügt über ein grosses Lager- und Logistikangebot, v.a. durch die Firma Galliker AG. Der ESP verfügt noch über Erweiterungspotenzial.

    SAG Honrich Sempach
    Das strategische Arbeitsgebiet befindet sich direkt an der Autobahn. Ganz in der Nähe kämpften die alten Eidgenossen in der berühmten Schlacht von Sempach um ihre Eigenständigkeit. Eigenständig ist auch das Profil. Wo sonst finden Unternehmen heute noch 10 ha Land mit Seesicht zur Bebauung? Das mit dem Wakkerpreis ausgezeichnete Städtli überzeugt mit hoher Qualität. Eine Bedingung gibt es: das Land ist wertschöpfungsstarken Unternehmen und Nutzungen vorenthalten.

    SAG Mehlsecken Reiden
    Die Lage des SAG Reiden könnte zentraler nicht sein. Eingemittet zwischen den Städten Basel, Bern, Luzern und Zürich liegt es im Kreuz der beiden das Land durchquerenden Autobahnen A2 und A1. Der Autobahnanschluss Reiden liegt direkt neben dem Areal. Die rund 20 ha Land bieten strategische Entwicklungsmöglichkeiten für ein wertschöpfungsstarkes Unternehmen, welches hier die Lagegunst und das hohe Potenzial nutzen möchte für einen nächsten grossen Schritt.

  • InfraWatt will Pflicht für klimaneutrale Infrastruktur

    InfraWatt will Pflicht für klimaneutrale Infrastruktur

    InfraWatt fordert, dass Klimaneutralität von Infrastrukturanlagen und deren faire Finanzierung verpflichtend ebenso vorgeschrieben werden wie die Erreichung des Netto-Null-Ziels. Dies werde eine Gebührenfinanzierung ermöglichen. „Die Infrastrukturanlagen wollen einen aktiven Beitrag im Rahmen der Netto-Null-Strategie leisten, indem sie klimarelevante Emissionen vermeiden und auch weitergehende Reduktionsdienstleistungen anbieten“, schreibt der Verein für die Energienutzung aus Abwasser, Abfall, Abwärme und Trinkwasser in einem Positionspapier.

    Doch würden viele Massnahmen nicht umgesetzt, „weil sie noch nicht zur Kernaufgabe gehören“. Deshalb solle das Positionspapier „die Grundsätze skizzieren, damit diese Potenziale genutzt werden können“. Um die Treibhausgasneutralität weiter voranzutreiben, hat der Vorstand von InfraWatt die Arbeitsgruppe Dekarbonisierung gegründet.

    Für Infrastrukturanlagen formuliert der Verein drei Ziele: Sie müssen erstens Direktemissionen von klimawirksamen Gasen und Stoffen vermeiden und zweitens ihr Potenzial zur Substitution von fossilen Brenn- und Treibstoffen ausnutzen. Drittens müssten „Punktquellen aus Infrastrukturanlagen“ zur CO2-Entfernung genutzt werden und als Dienstleistung für Negativemissionen angeboten werden.

    Die Mehrkosten für einen klimaneutralen Betrieb der Anlagen sollen dem Konzept zufolge über Gebühren gedeckt und der Aufwand für Substitutionsleistungen und negative Emissionen als Dienstleistung erbracht werden. Es müsse klar geregelt werden, was gebührenfinanziert sein soll und was die Endkunden bezahlen sollen. Für Negativemissionen sollen weitere Optionen greifen wie etwa das Verursacherprinzip.

  • Die Zukunft der Bau- und Immobilienbranche heisst Kreislaufwirtschaft

    Die Zukunft der Bau- und Immobilienbranche heisst Kreislaufwirtschaft

    Die Bauindustrie produziert mit einem Anteil von 84 Prozent in der Schweiz am meisten Abfall. Umso wichtiger ist deshalb gerade hier die Etablierung der sogenannten Kreislaufwirtschaft: Die beim Bau verwendeten Materialien und Produkte sollen nach dem Lebenszyklus eines Gebäudes wieder in den Kreislauf zurückgeführt werden. Massgebend sind die drei «R»: reduce (reduzieren), reuse (wiederverwenden) und recycle (rezyklieren). In einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft entsteht möglichst kein Abfall. Stand heute engagieren sich gemäss einer Studie der Konjunkturforscher der ETH (KOF) und der Berner Fachhochschule (BFH) aber erst 8 bis 12 Prozent der Schweizer Unternehmen in Sachen Kreislaufwirtschaft.

    Ein Unternehmen, das sich genau diesem Unterfangen verschrieben hat, ist Madaster. 2017 wurde die Firma in den Niederlanden gegründet und expandierte ein Jahr später als ersten internationalen Standort in die Schweiz. Madaster versteht sich als Cloud-Plattform, welche es Nutzern ermöglicht, die Daten ihrer Bauprojekte transparent darzustellen. Nutzer können auf der Grundlage eines BIM- (IFC) oder Excel-Dokuments einen Materialpass erstellen. Dies ist für Neubauten wie auch für bestehende Immobilien möglich. Verwendete Bauteile und Materialien werden erfasst – das System ergänzt die Daten automatisch mit Informationen über die Kreislauffähigkeit, Trennbarkeit, Nachhaltigkeit sowie den finanziellen Wert und schafft damit eine wertvolle Datenquelle. Madaster ermöglicht so die Planung und Nutzung von Gebäuden als Rohstofflager. Damit sollen langfristig die Abfallmenge sowie der CO2 – Ausstoss beim Bau drastisch reduziert werden.

    Die Branche habe den Mehrwert dieses Angebots früh erkannt: «Immer mehr Bauherren und ihre Dienstleister nutzen den Materialpass und schaffen so Best-Practise-Beispiele, von denen die Branche lernen kann. Denn wer zirkulär baut, baut für die Zukunft», erklärt Marloes Fischer, CEO Madaster Services Schweiz. Das Unternehmen unterscheidet zwischen strategischen Partnern, sogenannten Kennedys, die die Entwicklung, Einführung und Implementierung der Online-Plattform finanziell und konzeptionell unterstützt haben, und Partnern, zu denen Entwickler, Architekten, Bauunternehmer, Berater, Ingenieure oder Banken gehören. «11 Kennedys haben den Start von Madaster in der Schweiz mitgetragen. Aktuell zählt Madaster über 30 Partner», führt Fischer aus. Unter den Partner:innen und Kennedys von Madaster sind nebst dem Bundesamt für Energie und Umwelt (Bafu) weitere bekannte Namen wie Eberhard, Mobimo, Pirmin Jung, Integral Baumanagement AG oder Swiss Prime Site gelistet.

    Enormes Potenzial der Kreislaufwirtschaft
    Zu den bekannten Partnern von Madaster gehört zudem Holcim Schweiz. Bis 2050 will das Unternehmen ausschliesslich klimaneutrale und vollständig rezyk-lierbare Baumaterialien produzieren. Um diese Transformation zu erreichen, arbeitet Holcim mit verschiedenen Hebeln und klar definierten Zwischenzielen für 2030. In der Kreislaufwirtschaft sieht das Unternehmen enormes Potenzial, um Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Ressourcenknappheit wirkungsvoll zu begegnen. Mit innovativen Lösungen führt Holcim Abfälle in den Stoffkreislauf zurück und verwendet Beton immer wieder neu.

    So produziert Holcim den weltweit ersten ressourcenschonenden Zement namens Susteno 4. Als Zumahlstoff wird industriell aufbereitetes Mischgranulat verwendet. Ausserdem wird ein Grossteil der fossilen Brennstoffe durch alternative Materialien ersetzt, wie Abfälle oder Klärschlamm. Der Zement entwickelte sich seit der Einführung 2018 mit einem Anteil von 10 Prozent zum zweitgrössten Produkt des Holcim-Portfolios. Auch der nachhaltige Beton Evopact basiert auf dem Zement Susteno und spart im Vergleich zu einem Standardbeton 10 Prozent CO2 ein. Damit will Holcim bis 2025 ein Viertel des Transportbetonumsatzes generieren. Bettina Kallenbach, Marketingleiterin Holcim Central Europe West, ist überzeugt: «Beton wird in naher Zukunft nur schwer zu ersetzen sein. Aber Beton ist ein Baustoff, der auf unterschiedlichsten Ebenen nachhaltiges Bauen möglich macht – sofern man sich den Herausforderungen stellt.»

    Mit Themen wie Kreislaufwirtschaft, Dekarbonisierung und erneuerbare Energie beschäftigt sich Holcim schon lange. Kallenbach ist überzeugt: «Für Netto-Null wird Carbon Capture and Use and Storage (CCUS) ein wichtiger Hebel sein. Holcim arbeitet hierbei an skalierbaren Massnahmen und Lösungen.» Darüber hinaus betreibt Holcim bereits mehrere Recycling-Aufbereitungsanlagen in der ganzen Schweiz. Gemeinsam mit Partnern verfolgt das Unternehmen damit das Ziel, aus regionalem Aushub, Beton- und Mischabbruch hochwertige neue Baustoffe für den jeweiligen lokalen Markt aufzubereiten. Damit werden gleichzeitig der Einsatz alternativer Roh- und Brennstoffe in der Zementproduktion erhöht und schweizweit Primärressourcen sowie Deponieraum gespart.

    Als Beispiel nennt Holcim die Sanierung des Arosertunnels: Die grosse Menge an belastetem Ausbruchmaterial wird im Zementwerk Untervaz aufbereitet und zu Zement verarbeitet, der wiederum im 300 Meter langen Tunnel verbaut wird. So schliesst sich der Baustoffkreislauf. Mit ihrer Tochterfirma «Geocycle» reduziert das Unternehmen zudem massgeblich CO2. Mit «Co-Processing» in den Anlagen sorgt das Unternehmen für die thermische Verwertung brennbarer Abfälle und rezykliert mineralische Abfälle zu neuem Klinker und zu Zement. Damit konnte der Konzern 2021 rund 150’000 Tonnen CO2 einsparen, indem 160’000 Tonnen brennbare industrielle Abfälle in der Zementproduktion verwertet wurden.

    Dank Madaster erhalten Baumaterialien im Bestand eine Identität und einen Wert
    Dass die Kreislaufwirtschaft grosses Potenzial birgt, zeigt auch die bereits erwähnte Studie. Laut dieser hat die innovative Schweiz Vorteile, die Transformation zu schaffen und nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren. Derzeit würden aber oft noch die Möglichkeiten sowie das Wissen fehlen, um die bestehenden Produkte und Dienstleistungen einer Kreislaufwirtschaft anzupassen. Die parlamentarische Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» soll neue Rahmenbedingungen für eine moderne und umweltschonende Kreislaufwirtschaft schaffen. Die Vernehmlassung ergab im Oktober 2022, dass die Verankerung der Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft im Umweltschutzgesetz grossmehrheitlich begrüsst wird.

    In der Baubranche liegt der Fokus zurzeit im Bereich Recycling, einem von mehreren möglichen Einstiegen ins zirkuläre Bauen. Fischer sagt: «Die Geschäftstätigkeiten der Firmen dürften vermehrt in Richtung Herstellung von kreislauffähigen Produkten, zirkuläre Ausschreibungen und Wettbewerbe sowie in Richtung Dokumentation von Materialien und Bauteilen, die in Gebäuden verbaut sind, gehen.» Madaster bietet gerade für Letzteres ein ausgeklügeltes Werkzeug. Das sieht auch Bettina Kallenbach so: «Ein Kataster von verbauten Materialien ist ein wichtiger Baustein im Hinblick auf die Schliessung von Kreisläufen. Künftige Generationen müssen Zugang zu Daten haben, aus denen hervorgeht, welche Baumaterialien in welcher Qualität wo verbaut sind. Dadurch erhalten Baumaterialien im Bestand eine Identität und einen Wert. Madaster bietet die zentrale digitale Plattform dafür.»

    Wenn man bedenkt, dass die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss bis 2030 halbieren will und für das Erreichen der Klimaneutralität 2050 die Emissionen aus Verkehr, Gebäuden und Industrie um bis zu 90 Prozent reduziert werden müssen, wird nachhaltiges und zirkuläres Arbeiten umso bedeutender. Erste Unternehmen wie Holcim gehen mit gutem Beispiel voran. Hier hat aber die gesamte Immobilien- und Baubranche die Chance, eine Vorreiterrolle einzunehmen.

    Mit CO2-angereicherter Recyclingbeton EvopactRECARB, den Holcim für den Neubau «Zephyr Ost» an V-Zug geliefert hat.
  • AEW prüft Quelle in Rheinfelden auf thermisches Potenzial

    AEW prüft Quelle in Rheinfelden auf thermisches Potenzial

    Die AEW Energie AG prüft zusammen mit der Stadt Rheinfelden die Eignung der Thermalquelle Schiffacker in Rheinfelden auf die Möglichkeit einer zusätzlichen ortsgebundenen Wärmequelle für den Wärmeverbund Rüchi. Dieser ist erst im Januar 2021 mit einer neuen Holzschnitzelzentrale in Betrieb gegangen. Die erforderlichen Tests finden laut Medienmitteilung der AEW Energie zwischen November und Frühling 2023 statt.

    In der AEW-Mitteilung heisst es zum Hintergrund des Verfahrens, im Jahr 1983 sei auf private Initiative des damaligen Rheinfelder Stadtammanns, Richard Molinari, eine rund 600 Meter tiefe Bohrung auf der Parzelle der Ortsbürgergemeinde Rheinfelden realisiert worden. Die Parzelle befindet sich direkt neben dem heutigen Sportplatz Schiffacker. Ziel war die Erschliessung von Thermalwasser der Rheinfelder Verwerfung. In einer Tiefe von rund 340 Metern unter Terrain konnte beim Bohrvortrieb ein starker Thermalwasserzutritt festgestellt werden. Das Bohrloch sollte zwischenzeitlich auf kantonale Anordnung verschlossen werden. Die Stadt Rheinfelden, die Stiftung Thermalquelle und die AEW konnten eine Aufschiebung bis ins Jahr 2024 erwirken, damit eine Nutzung des Thermalwassers als Wärmequelle für den Wärmeverbund Rüchi geprüft werden kann, heisst es in dem Bericht.

    Jetzt werden hydrogeologische Auslaufversuche durchgeführt. Ist die Ausflussrate genügend hoch, wird in einem zweiten Schritt im Jahr 2023 ein Langzeitauslaufversuch von ungefähr drei Monaten durchgeführt, um das langzeitige thermische Potenzial des Thermalwassers zu testen, heisst es von der AEW.

    „Es ist immer sinnvoll, die Nutzung von ortsgebundenen Energiequellen zu prüfen“, wird Marc Ritter, CEO der AEW Energie AG, zitiert.

  • Potenzial für Co-Living in Europa Best-Practice-Leitfaden von ULI und JLL

    Potenzial für Co-Living in Europa Best-Practice-Leitfaden von ULI und JLL

    In den letzten Jahren hat sich Co-Living zu einem leistungsfähigen Instrument zur Förderung eines Lebensstils entwickelt, von dem Menschen, die dort wohnen sowie Kommunen gleichermaßen profitieren können. In Europa hat sich der Sektor, ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau, durch Investitionen in Co-Living-Immobilien von rund 1,2 Milliarden Euro zwischen 2020 und Mitte 2022 sehr schnell entwickelt. Der Leitfaden bietet detaillierte Einblicke und Best-Practice-Beispiele, die die Immobilienbranche und andere Interessensgruppen mit spezifischen Empfehlungen zu politischen Rahmenbedingungen für Co-Living-Projektentwickler, Design und Konzeptionierung von Co-Living-Modellen, Betrieb und Technologie sowie Finanzkennzahlen zur Verbesserung der Transparenz unterstützen sollen. 

    Zu den wichtigsten Empfehlungen des Berichts
    Die Branche muss die Vorteile des gemeinschaftlichen Wohnens – Effizienzsteigerungen, soziale Auswirkungen, Zufriedenheit der dort wohnenden Menschen, Engagement für die Gemeinschaft – nachweisen und sie den Personen mit politischer Entscheidungsbefugnis und der Öffentlichkeit vermitteln. 
    Die Planungsrichtlinien sollten die Flexibilität des Sektors bewahren, aber die Gewissheit in Bezug auf bevorzugte Standorte, Zimmergrößen, Umfang von Gemeinschaftsflächen, betriebliche Richtwerte und Beiträge für erschwinglichen Wohnraum erhöhen.
    Die Betreibenden sollten sich in der Nachbarschaft engagieren, indem sie der Öffentlichkeit Zugang zu Gemeinschaftsbereichen, beispielsweise Co-Working-Möglichkeiten gewähren, Rabatte bei lokalen Unternehmen anbieten und Unternehmen vor Ort in das Gebäude integrieren.
    Es sollten Wege zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks in der Branche gefunden werden, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

    In dem Bericht heißt es, immer mehr Städte hätten Schwierigkeiten, angemessenen, erschwinglichen Wohnraum für eine schnell wachsende Stadtbevölkerung bereitzustellen, die sich zunehmend aus kleinen Haushalten und Alleinstehenden zusammensetzt.  Dabei stützt man sich auf neue Forschungsergebnisse, die zeigen, dass gemeinschaftliches Wohnen eine Chance zur Bewältigung der Herausforderungen im Wohnungswesen ist: Es ermöglicht kleineren Haushalten und Alleinstehenden, die oft neu in einer Stadt sind, ein integriertes Leben. Der vorhandene Wohnungsbestand in diesen Städten ist häufig nicht auf diese Gruppen zugeschnitten, besonders dann nicht, wenn man die sozialen Probleme berücksichtigt, mit denen diese konfrontiert sind, z.B. Einsamkeit oder das Fehlen eines sozialen Netzwerks.

    Der Bericht hebt die Möglichkeit hervor, die ESG-Vorteile zu erkennen, die durch die gemeinsame Nutzung von Einrichtungen und öffentlichen Räumen und die Umnutzung von stillgelegten Gebäuden und Flächen erzielt werden können: Erschwinglichkeit, Energieeffizienz, soziales Engagement und Wohlbefinden. Auf der Basis der Gesamtkosten (Miete, Rechnungen, Abonnements usw.) kann gemeinschaftliches Wohnen durchaus eine Alternative zu anderen Wohnformen sein, insbesondere, wenn man bedenkt, dass keine Vorabinvestitionen zur Einrichtung von Räumen oder für Kautionen erforderlich sind.  

    Diese Chance wird von den 175 Marktteilnehmenden, die im Rahmen des Berichts befragt wurden, klar erkannt. Die stärksten Wachstumsimpulse für den Sektor sind die Nicht-Bezahlbarkeit von Wohnraum (49 %) und der hohe Anteil jüngerer Menschen (49 %), gefolgt von der Zahl der Einpersonenhaushalte (40 %), dem Wunsch nach Flexibilität (34 %) und Urbanisierung (34 %).

    Gleichzeitig nennt der neue Leitfaden von ULI und JLL einige der Herausforderungen, mit denen der Sektor konfrontiert ist, und die sich zum Teil aus seiner langjährigen Historie der informellen Wohngemeinschaften ergeben, die für ihre Mitglieder nicht immer nur Vorteile boten. Die ersten zweckgebundenen Co-Living-Projekte, bei denen es sich in der Praxis um kleine Privaträume ohne Gemeinschaftsräume oder -einrichtungen handelte, führten zu einer nicht durchweg positiven Wahrnehmung, ein Umstand, der auch die Zusammenarbeit mit Personen mit politischer Entscheidungsbefugnis und planenden Institutionen beeinträchtigt.  

    Als weitere Hindernisse für die künftige Entwicklung des Sektors nannten die Marktteilnehmenden, die am European Co-Living Best Practice Guide mitwirkten, fehlende Bestände (38 %) und negative planerische Eingriffe (36 %), gefolgt von einem begrenzten Marktbewusstsein (27 %), einem Mangel an Betreibenden (24 %) und der Verfügbarkeit von Grundstücken (22 %).

    Die Erkenntnisse aus der neuen Studie machen deutlich, dass der Sektor zwar hauptsächlich als Lösung für eine demographische Nischengruppe von Personen mit Hochschulabschluss angesehen wurde, Co-Living tatsächlich jedoch verschiedene demographische Gruppen anspricht, darunter internationale Geschäftsreisende und aktive Personen im Rentenalter, die in die Städte zurückkehren möchten, um Kulturangebote und Gastronomie leicht erreichen zu können.  Die große demographische Reichweite und Anziehungskraft sorgt für ein beträchtliches Potenzial im Bereich Co-Living und die Möglichkeit, dass sich der Sektor zu einem wichtigen Teilbereich des Wohnens entwickelt. Co-Living kann auf verschiedene Zielgruppen zugeschnitten werden und gleichzeitig einen Beitrag zu einer immer anspruchsvolleren ESG-Agenda leisten, wobei der Schwerpunkt auf der Wiederverwendung und Umwidmung bestehender Immobilien, der Verringerung des CO2-Fußabdrucks nicht nur der Gebäude, sondern auch der dort wohnenden Menschen sowie der Förderung ihres Wohlbefindens und deren Integration in die weitere Umgebung liegt.

  • Studie sieht Chancen für Bündner Tourismus in Flexlodges

    Studie sieht Chancen für Bündner Tourismus in Flexlodges

    Flexible Übernachtungsformen, sogenannte Flexlodges, könnten den Bündner Tourismus stärken. Die Chancen, die das Nischensegment in Ergänzung zur klassischen Unterbringung in Hotels und Ferienwohnungen bietet, werden allerdings bisher kaum genutzt. Das haben Wissenschaftler des Instituts für Tourismus und Freizeit der Fachhochschule Graubünden einer Medienmitteilung zufolge im Auftrag des Amts für Wirtschaft und Tourismus Graubünden herausgefunden.

    Zu den neuen Formen der Beherbergung zählen Safarizelte und Jurten, Bauwagen und Busse sowie Schlaffässer, Wohnboote und Baumhäuser. Sie zeichnen sich durch ihre Nähe zur Natur aus. Im Vergleich zu Hotels und Ferienwohnungen bieten sie den Angaben zufolge ein besseres Kosten- und Ertragsverhältnis aufgrund niedrigerer Investitionskosten. Weiterhin ermöglichen sie es den Betreibern, flexibler auf Nachfragespitzen zu reagieren. Ausserdem sprechen Flexlodges eine grosse Spannbreite von Zielgruppen an. Weiterhin liefern sie häufig spektakuläres und damit besonders medienwirksames Bildmaterial für Kommunikations- und Marketingmassnahmen.

    Die Grundlagenstudie zeigt aber auch, dass die Chancen für innovative Geschäftsideen in dem Bereich bisher kaum ausgeschöpft werden. Gründe sind unter anderem eine mangelnde Orientierung für Anbieter sowie eine komplizierte Gesetzgebung hinsichtlich Raumplanung. Ausserdem sind die Angebote aufgrund fehlender einheitlicher Begrifflichkeiten und Plattformen oft nur schwer oder nur durch Zufall auffindbar. Insgesamt sind Flexlodges noch zu wenig bekannt.

    Die Wissenschaftler empfehlen daher die „Schaffung von Rahmenbedingungen, der Förderung von Kooperationen involvierter Akteure, der Bereitstellung von Information und der Angebotsvermarktung“.

  • Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Studie sieht deutlich höheres Potenzial für Windenergie

    Die Schweiz könnte deutlich mehr Strom aus Windenergie erzeugen als bisher angenommen. Einer Studie der Berner Firma Meteotest im Auftrag des Bundesamts für Energie (BFE) zufolge könnten Windräder allein im Winterhalbjahr 19 Terawattstunden produzieren, heisst es in einer Medienmitteilung des BFE. In einer Vorgängerstudie von 2012 waren die Wissenschaftler noch von 3,7 Terawattstunden pro Jahr ausgegangen. Zum Vergleich: Die Schweiz verbrauchte 2021 insgesamt 58,11 Terawattstunden Strom.

    Der Grossteil des Potenzials liegt mit 17,5 Terrawattstunden im Mittelland. Im Jurabogen und in den grossen Alpentälern könnten zusammen mehr als 7,8 Terawattstunden, im Alpenraum über 4,2 Terawattstunden pro Jahr produziert werden.

    Seit der letzten Studie haben sich sowohl die politischen Bedingungen als auch die Technik weiterentwickelt. So sind heutige Windkraftanlagen höher, haben grössere Rotoren und produzieren ein Mehrfaches im Vergleich zu älteren Anlagen. Ausserdem kommen „mit der Zuerkennung des nationalen Interesses für Windparks“ mehr Flächen wie Wälder und Gebiete im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) infrage. Sie unterliegen jedoch höheren Anforderungen an die Windenergieproduktion.

    „Schon ein Teilausbau von 30 Prozent des gesamten Windenergiepotenzials – das entspricht rund 1000 Windenergieanlagen – könnte wesentlich zu einer sichereren Stromversorgung der Schweiz und zu einer Verringerung der Auslandabhängigkeit beitragen“, heisst es in der Medienmitteilung.

    Ausgeschlossen von der Berechnung wurden bewohnte Gebiete mit einem Puffer von 300 Metern, geschützte Landschaften wie Moore, Nationalparks und Biotope sowie geheime Anlagen des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport.

  • Surselva bekommt Testanlage für Wind-Sonnenenergie

    Surselva bekommt Testanlage für Wind-Sonnenenergie

    Das Bundesamt für Rüstung will neben der Mittelstation der ehemaligen militärischen Transportseilbahn oberhalb von Medel eine der ersten kleinen Wind-Sonnenanlagen der Schweiz im alpinen Raum einrichten, informiert armasuisse in einer Mitteilung. Die Testanlage solle „die Eignung einer Hybridanlage zur Gewinnung nachhaltiger Energie in alpinem Gelände“ prüfen, heisst es dort weiter. Ein entsprechendes Baugesuch hat armasuisse Immobilien nun eingereicht. Es kann vom 29. August bis zum 28. September bei der Gemeinde Medel eingesehen werden.

    Die geplante Kleinwindenergieanlage mit bifazialen Solarblättern soll im nächsten Herbst in den Testbetrieb gehen. Armasuisse rechnet mit einem Ertrag von 27 Megawattstunden pro Jahr für die Windenergieanlage, für die Windblume liegt der geschätzte Jahresertrag bei 35 Megawattstunden. Anhand der für das vierte Quartal 2024 vorgesehenen Auswertungen der tatsächlichen Resultate will armasuisse entscheiden, ob im Gebiet La Stadrea in der Surselva insgesamt neun Hybridanlagen installiert werden. Der Standort biete „sowohl bezüglich bereits vorhandener und nicht mehr genutzter Infrastruktur, wie auch bezüglich Windverhältnissen und Sonneneinstrahlung gute Bedingungen“, schreibt das Bundesamt.

  • Ostschweiz als «hidden champion»

    Ostschweiz als «hidden champion»

    Die Ostschweiz ist sicherlich der Landesteil mit dem grössten Entdeckungspotenzial. Entwicklungsgesellschaften haben diesen Landesteil längere Zeit gemieden und entdecken nach und nach dessen Vorzüge. Die Wachstumsraten wirkten lange hemmend. Doch im Kern schwelt unter der Ostschweiz ein Vulkan, der nur noch gezündet werden muss.

    Entwicklungsareale von West bis Ost
    Die Ostschweiz bietet im Themenbereich Arealentwicklung zahlreiche Perlen, die entdeckt werden können. So schlummert direkt beim Bahnhofgebiet Frauenfeld eine Konversionsfläche der Schweizer Armee. Besonderer Fokus liegt im Kanton Thurgau aber aktuell auf dem Entwicklungsgebiet in Wil-West bei Münchwilen, wo in Zukunft auf rund 200’000 Quadratmetern Gewerbe- und Industrienutzungen, aber auch Dienstleistungsfunktionen ihr Zuhause haben sollen. Gleich in der Nähe steht der Industrie-Gewerbepark «G-Werk Bronschhofen» für neue Firmen bereit. Auch der Standort Uzwil hat mehrere Perlen aufzuweisen. Beim Benninger Areal wurde kürzlich die Wohnüberbauung Birkenhof mit Supermarkt, Fitness-Studio und Kinderhort realisiert. Mit dem CUBIC wurde auf dem Areal der Bühler AG ein Innovations-Campus errichtet, der internationales Renommee verdient. Die Stadt Gossau setzt in der Sommerau mit dem Ausbaugebiet der Aepli Metallbau AG neue Akzente. Auch im Entwicklungsgebiet St. Gallen-West/Gossau-Ost (ASGO) schlummert ein (noch) schlafender Riese: Dort sollen primär Gewerbe- und Industrienutzungen, aber auch Dienstleistungsfunktionen und Wohnen entwickelt werden. Das Lerchenfeld-Areal St. Gallen ist der neue Standort des Innovationsparks Ostschweiz, Standort von EMPA und dem Business Incubator Startfeld. Hier werden Wirtschaftsflächen für Start-ups und das Hochtechnologiesegment bereitgestellt. Erste Ansätze für eine Wiederbelebung des Güterbahnhof-Areals in St. Gallen sind erkennbar, aufgrund von übergeordneten Planungen zur Verkehrserschliessung (neuer Zubringer A1) ist das Gebiet mittelfristig nicht verfügbar. Dafür ist der «Lattich» ein nationales Anschauungsobjekt für erfolgreiche Zwischennutzungen. Ebenfalls in St. Gallen findet sich im Bereich Geissberg/Altenwegen-Ost ein Areal für Logistik- und Gewerbenutzungen. Beim Bahnhofareal St. Fiden wird derzeit die Machbarkeit einer Überdeckung von Autobahn wie Gleisfeld evaluiert. Mittelfristig wird an diesem Ort ein neuer Stadtteil mit Nutzungen für Forschung, Bildung, Dienstleistungen und Wohnen entstehen. Brach liegt dafür das Areal Bahnhof Nord direkt beim Hauptbahnhof St. Gallen. Nach einer Testplanung hat der Kanton ein Moratorium für weitere Planungsschritte erlassen und will das Gebiet für seine Bildungsinstitutionen reservieren. Auch beim Bahnhofareal Herisau werden verschiedene Büro- und Wohnnutzungen mit direkter Lage an den Bahngeleisen entwickelt, einhergehend mit der Neugestaltung des Bahnhofs.

    Attraktiver Bodenseeraum, Technologiehub Rheintal
    Von Interesse ist aber auch der gesamte Bodenseeraum. Der Oberthurgau bietet etwa mit Arbon und dem Saurer Werk II mit seinen bestehenden Werkhallen, die momentan von klein- und mittelgrossen KMU aus Industrie, Produktion und Dienstleistung genutzt werden, grosses Potenzial für weitere Umnutzungen. In Zukunft soll hier ein interessanter Mix aus Wohn-, Lebens- und Arbeitsräumen entstehen. Zahlreiche Wohnüberbauungen – so etwa im Raduner Areal in Horn – werden weitere attraktive Wohnmöglichkeiten mit mehr oder weniger direktem Anstoss zum Bodensee bieten. In Rorschach werden auf dem Feldmühle Areal zahlreiche Neubauwohnungen und Gewerbenutzungen entstehen – direkt beim Stadtbahnhof mit besten Anschlüssen von Zürich bis München. Zu erwähnen sind aber auch die Entwicklungen in St.Margrethen, wo der Neubau des Produktionswerks der Stadler Rail deutlich Sogwirkung auslöst – Gewerbe- wie Wohnbau ziehen in der Gemeinde an. Mit dem Innoparc in Heerbrugg besitzt die Ostschweiz schliesslich einen Hotspot für die optisch-mechanische Industrie. Hier ist ein Verdichtungsprojekt in Planung. Zu erwähnen ist auch das Bahnhofareal in Buchs, wo es einen rechtskräftigen Überbauungsplan gibt. Die Konkurrenzsituation in der Region Ostschweiz bleibt insgesamt überschaubar – doch der Entwicklungsdrang ist erwacht.

    Ansiedlungswüste Ostschweiz mit Potenzial
    Die Ansiedlungen in der Ostschweiz sind in den letzten Jahren überdurchschnittlich eingebrochen. Denn für weltweit erfolgreiche Firmen rund um Technologien oder wissensbasierte Unternehmensfunktionen war die Ostschweiz bislang nicht erste Wahl. Die Gründe sind vielfältig. Der Kanton St. Gallen hat es verpasst, die Fahrzeiten vom Kantonshauptort in umliegende Zentren zu beschleunigen. Auch die unvorteilhafte direkte Besteuerung von Privaten wie Unternehmen ist wenig hilfreich. Es fehlte zudem an Entwicklungsflächen, die nun aber aufbereitet werden. Etwas besser steht da der Kanton Thurgau, über den die Entwicklung von Zürich über Frauenfeld Richtung Bodensee schwappt. Auch die beiden Halbkantone Appenzell Inner- und Ausserrhoden profitieren von Zuzügen vermögender Personen aus dem Grossraum St. Gallen. Sie sind aber für die Entwicklung der Arbeitsplätze kaum relevant.

    Vermarktung mit Potenzial
    Der fehlende Erfolg im Ansiedlungsgeschäft der Ostschweizer Kantone hängt denn auch an einer bewusst gewählten Lücke: Der Ostschweiz fehlen schlagkräftige Vermarktungsstrukturen, welche im Ausland wirken. Wer im Standort der Wettbewerbe punkten will, muss innert vier bis 48 Stunden bei den Interessenten sprichwörtlich «auf der Matte stehen» und seine Vorzüge präsentieren. Deshalb haben andere Landesteile schlagkräftige, kantonsübergreifende Vermarktungsstrukturen (Greater Areas) geschaffen, welche zusammen mit dem Schweizer Landesmarketing Jahr für Jahr für eine Auffrischung ihrer Unternehmenslandschaft sorgen. Die Ostschweiz betreibt zwar eine Area unter dem Brand «St. GallenBodenseeArea», diese hat aber weder Budget noch Wirkung. Direktinvestitionen wären auch für die Ostschweiz eine Art Frischzellenkur. Neue Technologien, Talente und internationale Strukturen beschleunigen die Erneuerung einer Wirtschaftsstruktur. Und je mehr moderne und sinnstiftende Jobs es gibt, umso mehr Talente werden von einem Standort angezogen.

    Die Ostschweiz ist auf dem Weg dorthin; zögerlich zwar, aber mit immer besseren Argumenten – und vor allem Potenzialflächen.

  • «Das Potenzial ist enorm»

    «Das Potenzial ist enorm»

    Im Herzen der Stadt Zürich befindet sich das Hochschulgebiet mit dem Wissens- und Gesundheitscluster des Universitätsspitals Zürich (USZ), der Universität Zürich (UZH) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) Zürich – drei erfolgreichen Institutionen mit hohem internationalem Ansehen. Die räumliche Nähe der drei Institutionen bietet einmalige Chancen für eine intensive Zusammenarbeit, welche Innovationen in Forschung, Lehre und medizinischer Versorgung hervorbringt. Zahlreiche Gebäude im Hochschulgebiet Zürich Zentrum erfüllen allerdings die Anforderungen an den modernen Spital-, Forschungs- und Lehrbetrieb nicht mehr. Die Infrastruktur hat ihre Kapazitätsgrenzen erreicht. Mit dem Generationenprojekt Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ) wird die Infrastruktur von USZ, UZH und ETH Zürich verbessert und die führende Position der Institutionen gesichert.

    Gemeinsame Vision
    Das Bauprojekt «Hochschulgebiet Zürich Zentrum» ist eine Herkulesaufgabe: «Es sind drei Staatsebenen (Bund, Kanton und Stadt) und drei Institutionen (Universität, Universitätsspital, ETH) beteiligt», sagt Roman Bächtold, Leiter der Geschäftsstelle HGZZ, welche die verschiedenen Vorhaben im Hochschulgebiet koordiniert. «Die Interessen und Bedürfnisse all dieser Player unter einen Hut zu bekommen, und das mitten im Zentrum von Zürich, das war und ist eine besondere Herausforderung. Das Potenzial ist enorm. Wenn es gelingt, profitiert die Bevölkerung weit über Zürich hinaus davon, und das nicht nur heute und morgen, sondern über Generationen hinweg.» Zürich verfügt über einen einzigartigen Wissens- und Gesundheitscluster, welcher Forschung, Lehre und Gesundheitsversorgung auf engstem Raum integral vereint. Diesen Vorteil gilt es zu sichern und zu stärken. Diese gemeinsame Vision hat es ermöglicht, die Parteien zu einen. Das war und bleibt anspruchsvoll und zeitintensiv.

    Aufwertung des Quartiers
    Die Planung geht weit zurück. Wesentliche Milestones waren der Standortentscheid im September 2011, die Ausarbeitung eines Masterplans (2012/2013), dessen Genehmigung im August 2014, die Ausschreibung und Durchführung des Studienauftrags Stadtraumkonzept HGZZ (2016/2017). Aber auch die Verabschiedung eines gemeinsamen Weissbuchs im März 2018 war ein wichtiger Zwischenstopp unterwegs ans Ziel. Die Universität Zürich ist schon von weitem an ihrer grünen Kuppel zu erkennen. Wird dies so bleiben? – «Die grüne Kuppel bleibt. Aber das Quartier wird massiv aufgewertet, grüner, zugänglicher, lebenswerter», so Bächtold. Und er ergänzt: «Es gibt schweizweit kaum Projekte, die derart komplex und abwechslungsreich sind. Man kommt mit unzähligen Stakeholdern aus Politik, Wirtschaft, Bevölkerung und Medien in Kontakt. Diese grosse Herausforderung ist reizvoll und spannend».