Schlagwort: Privatwirtschaft

  • Klima Charta Zug+: Unterstützung für KMU im Kanton Zug

    Klima Charta Zug+: Unterstützung für KMU im Kanton Zug

    Rund 50% der CO2-Emissionen im Kanton Zug stammen aus der Wirtschaft, was den dringenden Handlungsbedarf in diesem Bereich verdeutlicht. Die Zuger Wirtschaftskammer, das Institut WERZ (OST), das Technologie Forum Zug und der Switzerland Innovation Park Central haben gemeinsam mit dem Kanton Zug die Klima Charta Zug+ gegründet, um insbesondere KMU in der Umsetzung klimaschonender und wirtschaftlicher Massnahmen zu unterstützen.

    Beratung, CO2-Fussabdruck und Massnahmen
    Das Beratungsangebot der Klima Charta bietet Unterstützung und Werkzeuge, um CO2-Emissionen im eigenen Unternehmen zu erkennen und zu reduzieren. Der Kanton Zug übernimmt 50% der Beratungskosten und hat dafür 1,6 Millionen Franken zugesagt, rund 60 Prozent des Budgets. Die restlichen Mittel kommen aus der Privatwirtschaft. Die Geschäftsstelle der Initiative, beim Zuger Umweltinstitut WERZ angesiedelt, bietet Fachwissen und Beratung, von Energieeinsparungen über Emissionssenkungen bis hin zu praxisorientierten Lösungen für konkrete Herausforderungen im Unternehmen.

    Klimaschutz als Standortvorteil
    Klimaschutz ist längst mehr als ein Trend – er wird zum wichtigen Unternehmens- und Standortvorteil. Die Klima Charta Zug+ unterstützt KMU dabei, Emissionen zu reduzieren und nachhaltige Standards zu setzen. Gleichzeitig entsteht eine wachsende Charta-Community, in der engagierte Zuger Unternehmen Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Die Bereitschaft, in klimafreundliche Innovationen zu investieren, stärkt langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und des Kantons.

    Konkrete Unterstützung für KMU
    Alex Beck, Co-Leiter der Initiative, betont: «Wir haben als Wirtschaft die Pflicht,
    eine intakte Umwelt für die nächsten Generationen zu schaffen.» Unternehmen, die ihre CO2-Emissionen senken möchten, erhalten durch die Klima Charta individuelle und praxistaugliche Lösungen – von nachhaltigen Heizsystemen bis hin zur Bereitstellung von Solarstrom für E-Ladestationen.

    Nachhaltige Investitionen für eine klimafreundliche Zukunft
    Als Teil der Klima Charta Zug+ erfüllen Unternehmen die steigenden Anforderungen im Klimaschutz und positionieren sich als verantwortungsbewusste Akteure. Alex Beck betont, dass die Vorbildwirkung einzelner Firmen eine «Eigendynamik» schafft, die über das Unternehmen hinauswirkt. Durch die Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz wird eine Kultur des Engagements gefördert, die eine nachhaltige Entwicklung für den Kanton Zug ermöglicht.

  • Verena Rohrer wird Aargau Services leiten

    Verena Rohrer wird Aargau Services leiten

    Der Aargauer Regierungsrat hat Verena Rohrer zur neuen Leiterin der kantonalen Standortförderung Aargau Services ernannt. Sie ist die Nachfolgerin von Annelise Alig Anderhalden, die im Frühling eine neue Herausforderung angenommen hat. Rohrer wird ihre neue Stelle am 1. Januar 2022 antreten.

    Laut einer Mitteilung des Regierungsrats ist Rohrer sehr gut im Kanton Aargau verankert. Sie hat von 2011 bis 2017 bereits die regionale Standortförderung Brugg Regio geleitet. Daneben verfüge die 40-Jährige aber auch über mehrere Jahre Erfahrung in der Privatwirtschaft. So ist sie etwa Geschäftsleitungsmitglied beim Grosshändler Bio Partner Schweiz mit Sitz in Seon AG. Seit 2019 arbeitet Rohrer als Leiterin Zentrale Dienste bei Caritas Aargau.

    „Aufgrund ihrer Kenntnisse der Standortförderung, ihrer Vernetzung im Kanton und ihrer Berufserfahrung verfügt Verena Rohrer über beste Voraussetzungen, um zusammen mit den erfahrenen Mitarbeitenden von Aargau Services die Standortförderung des Kantons Aargau entscheidend weiterzuentwickeln“, wird Regierungsrat Dieter Egli (SP), Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres, in der Mitteilung zitiert.

    Die Standortförderung Aargau Services trägt zur kontinuierlichen Verbesserung der unternehmerischen Rahmenbedingungen im Aargau bei. Sie unterstützt auch ausländische Unternehmen, die sich im Kanton ansiedeln wollen. Im Rahmen der Umsetzung des neuen kantonalen Entwicklungsleitbilds werde Aargau Services eigenen Angaben zufolge ebenfalls wichtige Aufgaben übernehmen. Das Entwicklungsleitbild sieht vor, den Wirtschaftsstandort weiter zu stärken sowie Wohnen und Arbeiten im Kanton stärker zu verknüpfen.

  • Der Kantonsbaumeister als Brückenbauer

    Der Kantonsbaumeister als Brückenbauer

    Sie sind seit 1. August 2019 Kantonsbaumeister und damit Chef des Hochbauamts. Was waren Ihre Beweggründe, diesen Posten zu übernehmen?
    Ich war zuvor bereits mehrere Jahre als Stellvertreter des früheren Kantonsbaumeisters tätig. So erhielt ich einen guten Einblick in das Aufgabengebiet. Mir gefällt die Interaktion zwischen den verschiedenen Playern aus Politik, Privatwirtschaft und öffentlicher Hand. Dabei nehme ich gerne die Rolle des «Dolmetschers» zwischen den Parteien wahr und versuche, Lösungen im Konsens zu finden. Die zu bearbeitenden Planungen und Projekte sind spannend und oft auch aussergewöhnlich. Wir kümmern uns hauptsächlich um Bauwerke mit speziellen beziehungsweise spezifischen Nutzungen.

    Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
    Eine Eigenschaft, die alle unsere Mitarbeitenden mitbringen müssen, ist die Fähigkeit zum Multitasking (lacht). Ich beschäftige mich mit Personalfragen, Budgetplanungen und versuche mit meinem Team, möglichst vorausschauend zu denken: Welche Anforderungen müssen Gebäude in Zukunft erfüllen? Ebenso befasse ich mich mit innovativen Technologien wie neuen digitalen Planungslandschaften, den zunehmenden Automationen in der Bauindustrie oder dem Einsatz von Robotik und 3D-Druckern.

    Sie waren bis 2004 in der Privatwirtschaft tätig. Wie erleben Sie den Seitenwechsel?
    Die Umstellung war vor allem zu Beginn gross. Der Kanton hat rund 2650 Mitarbeitende, davon sind 630 im Bau- und Justizdepartement. Hier bündelt sich ein enormes Knowhow. Ich musste mir zuerst bewusst werden, dass ich auf diese Kompetenzen zurückgreifen kann. Die Komplexität der Bauten – zum Beispiel eines Museum, einer Strafanstalt oder eines Spitals – sind in jeder Projektphase äusserst anspruchsvoll. Die Arbeit als Kantonsbaumeister ist thematisch auf jeden Fall vielfältig. Im Gegensatz zu früher bin ich heute in jeder Phase des Planungs- und Bauablaufs präsent.

    Regierungsrat Roland Fürst hat den geplanten Verwaltungsneubau angesprochen. Wie sieht der Zeitplan aus?
    Wir möchten bis Ende 2022 eine Entscheidungsgrundlage für den Regierungsrat schaffen und Möglichkeiten aufzeigen, wo im Kanton Solothurn geeignete Grundstücke oder Gebäude zur Verfügung stehen, um das Projekt umzusetzen. Die Coronapandemie wird sicherlich Auswirkungen auf die Raumbedürfnisse und Arbeitsweise haben. Wir sind derzeit daran, diese zu analysieren. Unsere Erkenntnisse werden bei einer möglichen Umsetzung des Projekts mit einfliessen.

    Wie sieht das von Ihnen zu verwaltende Immobilien-Portfolio aus?
    Es setzt sich aus Finanz-, Verwaltungs- und Stiftungsvermögen zusammen. Das Verwaltungsvermögen hat mit den betriebsnotwendigen Gebäuden den grössten Anteil. Aber auch im Finanzvermögen haben wir interessante Nutzungen und Gebäude: Zum Beispiel ein Hotel und verschiedene Restaurationsbetriebe wie auch Grundstücke, die für die Ansiedlung interessanter Unternehmen oder für den allfälligen Eigenbedarf zur Verfügung stehen. Wir verzeichnen 320 kantonseigene Gebäude, 60 davon befinden sich in der Stadt Solothurn. Der Zweck unserer Immobilienstrategie ist die Sicherstellung eines nutzungsgerechten und nachhaltigen Immobilienbestandes für die Erfüllung der kantonalen Aufgaben.

    Welches sind wertmässig die grössten Posten im Portfolio?
    Der Gebäudeversicherungswert beläuft sich auf 1,628 Milliarden Franken. Davon fällt bis zur geplanten Übertragung an die Solothurner Spitäler AG je eine halbe Milliarde auf die Spital- und Bildungsbauten. Die übrigen Liegenschaften wie Verwaltungsgebäude oder Strafvollzugsanlagen machen die restlichen knapp 600 Millionen Franken aus. Auf jeden Fall hatte ich noch nie zuvor mit einem so heterogenen Portfolio zu tun: Es reicht von unterirdischen historischen militärischen Anlagen über Ruinen, Schlösser, Kirchen bis hin zu Landwirtschaftsland und hochmodernen Labor- und Spitalgebäuden.

    «Den Einsatz von BIM prüfen wir von Fall zu Fall»

    Welche Werte vertritt das Hochbauamt bei den zu bearbeitenden Projekten?
    Der Regierungsrat hat eine Strategie formuliert, die zum einen Eigentum vor Miete vorsieht. Wir hatten und haben auch heute noch viele Mietobjekte. Nun möchte man wieder vermehrt auf Eigentum setzen. Deshalb beschäftigen wir uns zurzeit auch mit einem möglichen zentralen Verwaltungsneubau. Zudem steht das Gesamtkonzept vor Einzelmassnahmen. Im Weiteren liegen uns raumplanerische-, städtebauliche- und architektonische Aspekte sehr am Herzen. Genauso wie ökologische und energetische Themen. Letztendlich bauen wir für uns Menschen.

    Mit welchen Herausforderungen sehen Sie sich in Zukunft konfrontiert?
    Covid-19 hat viel verändert. Dies könnte Auswirkungen auf die Gesellschaft und auf die Baubranche haben. Durch vermehrtes Homeoffice und Desk- sowie Roomsharing werden möglicherweise Nutzflächen an sehr attraktiven Lagen frei. Diese könnten anders genutzt werden und die Wohnungsknappheit in zahlreichen Klein- und Grossstädten der Schweiz beeinflussen. Auch die Klimaveränderungen in den Städten sind aktuelle Themen. Spannend ist die mögliche Verwendung von Recyclingmaterialien. Ebenso dürften mich Umnutzungen, neue Arbeitsweisen und veränderte Ansprüche von Arbeitgebern und Arbeitnehmern weiterhin beschäftigen. Ein zusätzlicher Punkt ist die sich abzeichnende Veränderung beim Abschluss von Dienstleistungs- und Werkverträgen, insbesondere auch beim Abschluss von Baurechtsverträgen.

    Welche Energiestrategie verfolgt das Hochbauamt?
    Die Installation von Photovoltaikanlagen ist für uns selbstverständlich. Wir haben das gesamte Portfolio auf die Tauglichkeit solcher Anlagen analysiert und diverse bereits realisiert. Bei uns ist Minergie bzw. Minergie-Eco Standard. Dieser hat in der Schweiz 1998 Fuss gefasst. Wir haben kürzlich den Energieverbrauch unserer Gebäude vor und nach 1998 verglichen: Die Gebäude vor der Einführung benötigen ca. dreimal so viel Heizenergie. Dafür verzeichnen wir bei den Gebäuden nach 1998 einen ca. zweimal höheren Stromverbrauch. Der Anteil an stromabhängigen Installationen generell und Betriebseinrichtungen im Speziellen haben in Neubauten stark zugenommen.

    Wie sieht die Digitalisierungsstrategie bei neuen Bauvorhaben aus?
    Bei aktuellen Bauprojekten – wie gerade jetzt beim geplanten Neubau des Zentralgefängnisses – beabsichtigen wir, Building Information Modeling (BIM) bei der gesamten Planungsphase einzusetzen. Vorerst prüfen wir den Nutzen von BIM von Fall zu Fall.

    Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft mit Virtual Reality zu arbeiten?
    Virtual Reality bringt grosse Vorteile – gerade für Menschen, die sich Modelle oder Visualisierungen nicht so plastisch vorstellen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in den kommenden Jahren solche Lösungen einsetzen werden.

    Welche Zukunftspläne haben Sie für das Hochbauamt?
    Wir möchten weiterhin qualitativ hochstehende Bauten mit Weitsicht und Sorgfalt analysieren, planen und realisieren. Mit einem guten Team im Rücken wird dies auch in Zukunft möglich sein.