Schlagwort: PropTech

  • Wie die Schweiz die PropTech Fachkräfte von morgen ausbildet

    Wie die Schweiz die PropTech Fachkräfte von morgen ausbildet

    Interdisziplinarität als Schlüssel
    PropTech ist kein klassisches Studienfach. Vielmehr entsteht Kompetenz durch die Kombination verschiedener Disziplinen. In der Schweiz verbinden Ausbildungsangebote Themen wie Immobilienökonomie, Bauwesen, Informatik, Datenanalyse, Nachhaltigkeit und Management.

    Diese Interdisziplinarität spiegelt die Realität der Branche wider. PropTech Fachkräfte müssen technische Lösungen verstehen, regulatorische Rahmenbedingungen einordnen und gleichzeitig wirtschaftlich denken. Schweizer Bildungsinstitutionen reagieren darauf mit modularen Programmen und praxisorientierten Formaten.

    Hochschulen als Innovationsmotor
    Die ETH Zürich und die EPFL Lausanne bilden das akademische Fundament vieler technologischer Entwicklungen. Studiengänge und Forschungsprogramme in Bauingenieurwesen, Architektur, Informatik und Data Science liefern Know how, das direkt in PropTech Lösungen einfliesst.

    Fachhochschulen wie die HSLU, ZHAW oder OST ergänzen dieses Angebot mit starkem Praxisbezug. Projekte in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Startups und öffentlichen Institutionen ermöglichen Studierenden, reale Problemstellungen zu bearbeiten. So entsteht ein direkter Transfer von Wissen in die Anwendung.

    Weiterbildung für die Immobilienpraxis
    Neben der akademischen Ausbildung gewinnt die berufsbegleitende Weiterbildung stark an Bedeutung. Viele Fachkräfte aus Verwaltung, Bewertung, Entwicklung oder Bewirtschaftung müssen digitale Kompetenzen nachholen oder vertiefen.

    In der Schweiz gibt es eine wachsende Zahl an CAS und MAS Programmen mit Fokus auf Digitalisierung, BIM, Data Analytics, Nachhaltigkeit und Immobilienmanagement. Diese Programme richten sich gezielt an Praktikerinnen und Praktiker und vermitteln anwendbares Wissen für den Berufsalltag.

    Zusammenarbeit mit der Branche
    Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit zwischen Bildungsinstitutionen und der Immobilienwirtschaft. Unternehmen treten als Praxispartner auf, stellen Use Cases zur Verfügung oder beteiligen sich an der inhaltlichen Ausgestaltung von Lehrgängen.

    Dadurch bleiben Ausbildungsinhalte aktuell und marktnah. Studierende und Weiterbildungsteilnehmende profitieren von realen Einblicken in laufende Transformationsprozesse und bauen früh relevante Netzwerke auf.

    Entrepreneurship und Startup Förderung
    Viele Bildungsangebote integrieren unternehmerische Elemente. Inkubatoren, Innovationsprogramme und studentische Initiativen fördern Gründungsgeist und Experimentierfreude. Studierende werden ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln und als Startups weiterzuverfolgen.
    Diese Verbindung von Ausbildung und Unternehmertum ist ein wichtiger Treiber für die Schweizer PropTech Szene. Zahlreiche erfolgreiche Unternehmen sind aus Hochschulprojekten hervorgegangen und konnten sich dank gezielter Förderung am Markt etablieren.

    Herausforderungen und Ausblick
    Trotz der starken Bildungslandschaft bleibt der Fachkräftemangel eine Herausforderung. Die Nachfrage nach Spezialisten in den Bereichen Datenanalyse, Softwareentwicklung, BIM und ESG übersteigt das Angebot.

    Gleichzeitig steigt der Bedarf an hybriden Profilen, die Technik und Immobilienpraxis verbinden. Bildungseinrichtungen stehen daher vor der Aufgabe, ihre Programme laufend weiterzuentwickeln und neue Zielgruppen anzusprechen.

  • PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    PropTech bleibt unsichtbar und unverzichtbar

    Herr Schwyter, Sie zählen zu den Pionieren der Schweizer PropTech-Szene. Wie begann Ihre Reise im digitalen Immobilienmarkt?
    Nach meiner Zeit bei Homegate stellte sich für mich die Frage, wie ich mein Wissen weiter einsetzen möchte. Die Digitalisierung der Immobilienwirtschaft lag nahe. Vor der Pandemie hat dieses Thema allerdings kaum jemanden interessiert. Erst Covid-19 brachte einen enormen Schub. Ab da wurde Digitalisierung breit akzeptiert und ich fand meinen Platz in der PropTech-Szene.

    Welche frühen Erfahrungen bei Homegate prägen noch heute Ihre Sicht auf PropTech?
    Vor allem die Freude am Experimentieren und am gemeinsamen Entwickeln neuer Ansätze. Wir wollten Lösungen schaffen, die die Branche als Ganzes weiterbringen. Diese Haltung begleitet mich bis heute. Offen sein, interdisziplinär arbeiten und mutig testen.

    Wie digital ist die Schweizer Immobilienbranche wirklich, wenn man den Marketing-Sprech weglässt?
    Der Digital Real Estate Index von Pom+ liegt seit Jahren unter fünf auf einer Skala von null bis zehn. Das zeigt deutlich, die Branche hat viel Potenzial nach oben. Es gibt Fortschritte, aber keinen durchgehenden Digitalisierungsschub. Insgesamt stehen wir eher am Anfang einer professionellen digitalen Transformation.

    Wo steht die Schweiz im internationalen Vergleich? Vorreiter oder Nachzügler?
    Die Schweiz hat rund 480 PropTech-Unternehmen, die klein, aber qualitativ stark und vielfältig sind. Deutschland liegt mit mehr als 1’200 Unternehmen deutlich darüber. Wir haben Bereiche, in denen wir sehr gut sind und andere, in denen Ausbaupotenzial besteht. Insgesamt würde ich uns als solides, gut entwickeltes Ökosystem bezeichnen.

    Welche PropTech-Segmente sind Ihrer Ansicht nach am weitesten fortgeschritten?
    Plattformlösungen im breiten Sinn, also nicht nur Marktplätze, wie Datenplattformen, Serviceplattformen, Ökosysteme. Dort sehen wir die stärkste Professionalisierung und Reife.

    Welche Art von Startups wird aus Ihrer Sicht als erstes verschwinden und warum?
    Startups, die nur einen isolierten Prozessschritt abdecken und nicht integrierbar sind. Immobilienfirmen brauchen Lösungen, die mehrere Prozessschritte verbinden oder sich mühelos in bestehende Systeme einfügen. Silo-Produkte sind künftig kaum überlebensfähig, weder technisch noch wirtschaftlich.

    Wo sehen Sie Hemmnisse für die Digitalisierung in Schweizer Immobilienunternehmen?
    Die Branche ist stark kleinteilig organisiert. Eine Firma mit 20 oder 30 Mitarbeitenden gilt schon als gross. Viele haben weder interne IT-Kompetenzen noch Budget für grössere Digitalisierungsprojekte. Für Anbieter bedeutet das zudem hohen Aufwand. Statt fünf Grosskunden betreut man hunderte kleine. Diese Struktur bremst die Digitalisierung.

    Welche drei Megatrends werden die PropTech-Landschaft in den nächsten Jahren prägen und warum?
    Ganz klar Daten, Nachhaltigkeit und künstliche Intelligenz. Daten sind die Grundlage für jede fundierte Entscheidung. Nachhaltigkeit ist ohne Daten nicht möglich, insbesondere bei ESG, und KI ist ein Trend, der stark polarisiert. Die Wirkung entsteht aber erst, wenn Datenqualität und Organisation stimmen.

    Gibt es Technologien, die international längst marktreif sind, in der Schweiz aber noch nicht angekommen sind?
    Nein. Alles, was international relevant ist, ist in der Schweiz grundsätzlich in hoher Qualität vorhanden. Die Herausforderung liegt nicht bei der Technologie, sondern bei der konsequenten Anwendung und Integration.

    Was braucht es, damit Verwaltungen offener für Technologie und mutiger werden?
    Eine klare Digitalisierungsstrategie, denn ohne Zielbild ist jede Tool-Einführung reiner Aktionismus. Firmen müssen verstehen, dass Digitalisierung ein Kultur- und Transformationsprozess ist und kein IT-Projekt. Mitarbeitende müssen begleitet und motiviert werden, gerade in einem Umfeld mit hoher Fluktuation.

    Woran erkennt man die Qualität eines PropTech-Unternehmens?
    Am Team. Die entscheidende Frage lautet, haben die Menschen die Fähigkeiten, Beharrlichkeit und Offenheit, eine Idee wirklich umzusetzen? Märkte drehen sich, Produkte verändern sich und nur ein starkes Team kann diesen Wandel tragen. Das Team steht deshalb über der Idee.

    Welche Ansätze schaffen es, den gesamten Lebenszyklus abzubilden?
    Nicht einzelne All-in-One-Produkte, sondern integrierte Kreisläufe. Wenn etwa Zustandsanalyse, Sanierungsplanung und Facility Management über saubere Datenflüsse verbunden sind, entsteht ein echter Lebenszyklus. Integration ist der Schlüssel.

    In welchen Phasen sehen Sie das grösste ungenutzte Potenzial?
    Ganz klar im Bereich Construction Technology. Wie wir bauen, welche Materialien wir einsetzen, wie Planungs- und Bauprozesse funktionieren, hier stehen grosse Veränderungen bevor. Im Betrieb und in der Vermarktung sind wir schon viel weiter.

    Sind die regulatorischen Rahmenbedingungen eher Treiber oder Bremse?
    Startups wünschen sich weniger Hürden und einiges wurde verbessert. Doch Themen wie steuerliche Behandlung von Gründeranteilen bleiben komplex. Insgesamt sollten wir Regulierung eher abbauen. Innovation entsteht nicht durch neue Vorgaben, sondern durch unternehmerischen Spielraum.

    Welche politischen Schritte wären nötig, damit die Branche schneller digitalisiert?
    Ich bin klar für weniger Staat. Die Immobilienwirtschaft wird sich aus wirtschaftlichen Gründen selbst digitalisieren. Wenn Unternehmen mit denselben Mitarbeitenden mehr Mandate gewinnen und die Qualität steigern können, setzen sie digitale Lösungen ein. Ganz ohne neue politische Vorgaben.

    Welche kulturellen und organisatorischen Stolpersteine begegnen Ihnen am häufigsten?
    Der Irrglaube, die Digitalisierung sei ein Tool-Thema. In Wahrheit geht es um Prozesse, Zusammenarbeit und Rollen. Viele unterschätzen den kulturellen Wandel. Hohe Fluktuation macht es zusätzlich schwierig, eine digitale Kultur zu etablieren.

    Welche Entwicklungen werden die Branche unumkehrbar verändern?
    Alles, was repetitive Aufgaben vereinfacht oder automatisiert und dadurch Produktivitätsgewinne schafft. Ob man das Digitalisierung oder Effizienzsteigerung nennt, spielt wenig Rolle. KI ist ein Baustein, aber nicht der einzige.

    Wenn Sie heute ein neues PropTech gründen müssten, in welchem Bereich wäre das?
    Wahrscheinlich im Bereich Vermarktung, weil dort viel kreatives Potenzial liegt. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass bestehende Lösungen stärker wachsen können. Wir haben genug gute Anbieter, es braucht nicht zwingend weitere.

    Wo steht PropTech Schweiz im Jahr 2030?
    PropTech wird unverzichtbar sein, aber nicht im Rampenlicht. Es ist nicht «sexy» wie Klima- oder Energiethemen. PropTech macht keine grossen Schlagzeilen, sorgt aber dafür, dass die Branche überhaupt digital, datenbasiert und effizient funktioniert. Genau deshalb wird PropTech langfristig eine zentrale Rolle spielen.

  • Ein Panorama der digitalen Immobilienwirtschaft

    Ein Panorama der digitalen Immobilienwirtschaft

    PropTech steht für digitale, technologische und datenbasierte Lösungen, die Prozesse, Produkte oder Geschäftsmodelle der Immobilienbranche verbessern, automatisieren oder transformieren. Dazu gehören Softwareplattformen, KI-Analysen, Smart-Building-Systeme, digitale Transaktionsmodelle, datenbasierte Sanierungs- und Bewertungswerkzeuge, Energieoptimierungslösungen sowie immersive Technologien wie 3D-Visualisierungen, Augmented Reality und digitale Zwillinge. PropTech erstreckt sich damit über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. Von Planung und Entwicklung über Bewirtschaftung bis hin zu Sanierung und Transaktion.

    Verwischte Grenzen des Begriffs
    Mit der wachsenden Bekanntheit von PropTech wächst auch der Wunsch vieler Startups, Teil dieses Feldes zu sein. Unternehmen aus benachbarten Bereichen wie FinTech, GreenTech, Bau-Tech, InsurTech oder generische Softwareanbieter positionieren sich zunehmend als PropTech, selbst wenn Immobilien nur ein Randthema sind. Das führt dazu, dass Tools nachträglich als Immobilienlösungen gerahmt werden und die Branche in Karten, Reports und Rankings grösser erscheint, als sie im engeren Sinne ist. Die PropTech Map Switzerland zeigt damit nicht nur die Stärke des Ökosystems, sondern auch seine begriffliche Unschärfe.

    Cluster, Kategorien und regionale Hotspots
    Die Karte offenbart eine klare geografische Konzentration. Besonders dicht vertreten sind PropTech-Unternehmen in den Regionen Zürich, Zug, Lausanne und Basel. Alles Standorte mit Hochschulen, Technologieparks und hoher wirtschaftlicher Dichte. Viele Firmen sind Spin-offs von ETH und EPFL, was den starken Forschungs- und Technologiefokus der Schweizer Szene unterstreicht. Inhaltlich spannt die Map einen breiten Bogen von Asset Management, Bau und Entwicklung über digitale Marktplätze, Vermietungs- und Verkaufsplattformen, 3D- und Smart-Building-Technologien bis hin zu Energie- und Klimatools, Blockchain-Anwendungen, Finanzplattformen und spezialisierten Softwarediensten.

    Wachstum, Internationalisierung und mehr Professionalität
    Die kontinuierlich steigende Zahl der Einträge zeigt, jährlich kommen Dutzende neue Unternehmen hinzu, ergänzt um etablierte Marktakteure, die ihr Geschäftsmodell digital erweitern, sowie internationale Anbieter, die sich den Schweizer Markt erschliessen. Viele PropTechs agieren längst über die Landesgrenzen hinaus und skalieren ihre Lösungen in europäische und globale Märkte. Parallel dazu professionalisiert sich das Ökosystem. Die PropTech Map bildet nicht nur Logos ab, sondern die thematische Ausrichtung und Positionierung der Unternehmen.  Die Map wird so zu einem zentralen Orientierungspunkt für Investoren, Immobilienunternehmen, Verwaltungen und Hochschulen.

    Hier finden Sie die PropTech Map Switzerland

  • sfb-Lehrgang Gebäudeautomation HF steigert Effizienz in Unternehmen

    sfb-Lehrgang Gebäudeautomation HF steigert Effizienz in Unternehmen

    Studierende des Lehrgangs Gebäudeautomation HF der sfb – Höheren Fachschule für Technologie und Management erarbeiten innovative Projekte für die Praxis, die laut Mitteilung nahezu alle umgesetzt werden. Dadurch profitiere die Schweizer Wirtschaft etwa im Rahmen der Energiestrategie 2050 oder anderer Effizienzsteigerungen. Der Lehrgang mit Schwerpunkten auf Energieeffizienz und Gebäudeinformatik vermittelt gemäss sfb Wissen darüber, wie sich die Gewerke in einem komplexen Gebäude möglichst energieeffizient betreiben lassen. 90 Prozent der Abschlussarbeiten hätten einen Praxisbezug, nicht selten gelinge damit ein Karrieresprung. Das belegt zum Beispiel Alumni Fabian Haist, der die Weiterbildung zum diplomierten Gebäudeautomatiker HF abgeschlossen hat und für eine sfb-Interview-Reihe Rede und Antwort stand.

    Auf der Grundlage seiner Erfahrungen als Elektroplaner hat sich Fabian Haist durch die sfb-Weiterbildung auf seinen nächsten Karriereschritt vorbereitet. «Das hat massgeblich dazu beigetragen, meine jetzige Position zu erreichen, da viele Inhalte perfekt zu meinem Stellenprofil passten», wird er zitiert. Als Energie-Ingenieur beim Amt für Umwelt und Energie des Kantons Basel-Stadt (AUE) geht es bei ihm heute um den Vollzug des kantonalen Energiegesetzes.

    In seiner Diplomarbeit hat er eine energetische Betriebsoptimierung in einem Basler Schulhaus geplant und die Vollzugspraxis weiterentwickelt. Die Analyse hat laut Fabian Haist gezeigt, dass bereits einfache energetische Optimierungen erhebliche Einsparungen ermöglichen: Im Basler Schulhaus sei eine Energieeinsparung von 15 Prozent und eine Kosteneinsparung von 17 Prozent erzielt worden. Die von ihm definierten Massnahmen sollen nun die Nachweise zur Betriebsoptimierung vereinfachen.

    Für die Weiterbildung in Gebäudeautomation sind laut sfb unter der Voraussetzung einer einschlägigen Berufsausbildung sechs Semester bis zur Diplomarbeit angesetzt. Die Modulinhalte umfassen neben Gebäudeautomation etwa Datensicherheit, digitales Bauen, Erneuerbare Energien oder Brandschutz. Zudem werden Kompetenzen in Führung, Kommunikation und Teamarbeit vermittelt. Details gibt es bei Infoveranstaltungen in Präsenz sowie online und bei einer Weiterbildungsberatung. Der nächste Termin für einen Start ist der 13. August 2025.

  • Neuer Studiengangsleiter für Real Estate Management an der HWZ – Fokus auf Digitalisierung und KI

    Neuer Studiengangsleiter für Real Estate Management an der HWZ – Fokus auf Digitalisierung und KI

    Facchinetti bringt umfassende Erfahrung in Digitalisierung, Innovation und PropTech mit. «Wir sind überzeugt, dass er den Studierenden durch seine breite Vernetzung und Fachkenntnis grossen Mehrwert bieten wird», so Markus Streckeisen, Hauptverantwortlicher für die Real Estate Programme der HWZ.

    Der neue Studiengangsleiter verantwortet künftig drei praxisnahe CAS-Programme, die einzeln oder modular über mehrere Jahre bis zum Masterabschluss absolviert werden können:

    • CAS Smart Real Estate Business (Start: März 2025)
    • CAS Smart Real Estate AI, Data & Value (Start: September 2025)
    • CAS Smart Real Estate Life Cycle Management (Start: September 2025)

    «Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Experten aus der Praxis zukunftsorientierte Kompetenzen zu vermitteln, die für die Herausforderungen unserer Zeit notwendig sind», so Facchinetti.

    Das berufsbegleitende Weiterbildungsprogramm, zentral am HB Zürich angesiedelt, richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die ihre digitale Kompetenz in der Immobilienbranche stärken wollen – praxisnah, modern und zukunftssicher.

  • PropTech Innovation Challenge 2024

    PropTech Innovation Challenge 2024

    Am 19. November 2024 wurde das Schweizer Start-up vom Urban Land Institute (ULI) beim C Change Summit in Barcelona zum Sieger der PropTech Innovation Challenge 2024 gekürt. Der Wettbewerb, der sich anführende Innovatoren aus der Immobilien- und Technologiewelt richtet, stand dieses Jahr unter dem Motto der Reduktion von Scope-3-Emissionen. Diese Emissionen, die entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen, gelten als eine der grössten Herausforderungen der Immobilienwirtschaft.

    Die von den Young Leaders initiierte Challenge suchte nach bahnbrechenden Lösungen, die regional umsetzbar, skalierbar und nachhaltig sind. Ein besonderes Augenmerk lag auf Nachrüstungen, Kreislaufwirtschaft und der Integration von ESG-Plattformen.

    KI trifft auf Dekarbonisierung
    Das ETH-Spin-off präsentierte eine KI-gestützte SaaS-Lösung, die Asset-Manager, Investoren und Berater bei der Dekarbonisierung von Gebäudebeständen unterstützt. Die Software erstellt präzise, zeitlich abgestimmte und kostenoptimierte Renovierungspläne für Immobilienportfolien. Dies ermöglicht es der Branche, die strengen Netto-Null-Vorgaben einzuhalten, ohne dabei auf ineffiziente, manuelle Ansätze zurückgreifen zu müssen.

    Die Expertenjury lobte besonders die Skalierbarkeit und Effizienz der Lösung, die es ermöglicht, komplexe Investitions- und Renovierungsstrategien mit minimalem Aufwand umzusetzen. Das Unternehmen setzt damit neue Massstäbe für die Reduktion von Kohlenstoffemissionen in der Immobilienbranche.

    Ein Blick in die Zukunft der Branche
    Die PropTech Innovation Challenge zeigt, wie wichtig innovative Technologien für die Zukunft der Immobilienwirtschaft sind. Lösungen spielen eine Schlüsselrolle dabei, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und die Branche in Richtung einer klimafreundlicheren Zukunft zu führen. Mit der Kombination aus Hightech und praxisorientierten Anwendungen bietet der Firma ein Werkzeug, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Stakeholdern stärkt.

    Der Erfolg bei der PropTech Innovation Challenge 2024 ist ein deutliches Signal für die Relevanz von technologischen Innovationen in der Immobilienbranche. Die KI-gestützte Lösung des Start-ups unterstreicht, wie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen können. Die Branche steht vor einem Paradigmenwechsel und das Unternehmen zeigt, wie dieser erfolgreich gestaltet werden kann.

  • Digitaler Sprachassistent revolutioniert Dokumentation für Bauprojekte

    Digitaler Sprachassistent revolutioniert Dokumentation für Bauprojekte

    Benetics hat in seine digitale Anwendung für die Koordination von Bauprojekten einen digitalen Sprachassistenten integriert. Der auf ChatGPT basierende Assistent kann Bauberichte, Protokolle und Aufmasse über freie Spracheingabe in mehr als 30 Sprachen und Dialekten erstellen und in Echtzeit an das Büro übermitteln, informiert das Zürcher Proptech in einer entsprechenden Mitteilung. Ihr zufolge ist die neue Funktion ab sofort in der Benetics-App nutzbar. Für bestehende Abonnements fallen dabei keine Zusatzkosten an.

    «Handwerker wollen bauen – und keine Zeit mit Schreibarbeit verlieren», wird Ferdinand Metzler, CEO der Benetics AG, in der Mitteilung zitiert. Für sie werde die Dokumentation mit dem neuen Sprachassistenten zur Nebensache. Zudem vereinfache der digitale Assistent «die Arbeit für alle Projektbeteiligten signifikant und ermöglicht Betrieben dank lückenloser Dokumentation mehr Umsatz».

    Das Zürcher Proptech wurde 2022 von Metzler gemeinsam mit Aaron Shon und Johan Tibell gegründet. Seine im Oktober 2023 lancierte App wird laut Mitteilung aktuell bereits von 50 Bauunternehmen in Europa genutzt. Bei der Entwicklung des nun in die App integrierten digitalen Sprachassistenten hat Benetics mit 15 Handwerksbetrieben aus verschiedenen Bereichen zusammengearbeitet.

  • Millioneninvestition für Expansion und Entwicklung gesichert

    Millioneninvestition für Expansion und Entwicklung gesichert

    Spacewise hat frisches Kapital erhalten, um weiter in seine Produktentwicklung und die Expansion in Nordamerika zu investieren. Laut einer Mitteilung kam in einer Post-Seed-Finanzierungsrunde eine nicht näher benannte siebenstellige Summe zusammen. Angeführt wurde die Runde vom Zuger Investor Sandermoen unter Beteiligung der Zürcher Kantonalbank (ZKB) sowie mehrerer Family Offices und Business Angels.

    Das Zürcher Proptech-Software-as-a-Service-Unternehmen betreibt eine preisgekrönte Plattform für die temporäre Vermietung von Detailhandelsimmobilien. Der Verwaltungsratsvorsitzende Brad Peppard bezeichnet diese Plattform als «erstklassige Lösung zur Vertriebsautomatisierung». Spacewise sei «auf dem besten Weg, für die kurzfristige gewerbliche Vermietung das zu tun, was Online-Buchungsdienste für Hotelreservierungen getan haben».

    Die Kunden können sich entweder für eine umfassende End-to-End-Lösung oder für spezifische Module entscheiden. Diese Flexibilität, so Spacewise, «erhöht die Effektivität und Effizienz bei der Präsentation von Immobilienportfolios, der Verwaltung des Flächenbestands und der Maximierung des Umsatzes».

    In Europa arbeitet Spacewise unter anderem mit der Migros, der Schweizerischen Post, Coop, Wincasa und SBB zusammen, die Tausende von Mietverträgen abwickeln. In Nordamerika bestehen Partnerschaften mit grossen Akteuren wie Regency Centers und Oxford Properties.

    «Spacewise hat einen kritischen Marktbedarf erkannt und in der Schweiz eine beeindruckende Marktdynamik erreicht», wird Investment-Manager Yves Becker von der ZKB zitiert. «Die einzigartige White-Labeling-Lösung und das starke Netzwerk von Partnerschaften positioniert die Firma gut für eine internationale Expansion.»

  • Europarat und Schweiz setzen Massstäbe bei KI

    Europarat und Schweiz setzen Massstäbe bei KI

    Im Rahmen der 133. Tagung des Ministerkomitees des Europarats, die in Biel/Bienne stattfand, wurde das neue Übereinkommen über künstliche Intelligenz offiziell verabschiedet. Der Schweizer Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten, war bei diesem historischen Moment zugegen. Die Schweiz, bekannt für ihre präzise und umsichtige Herangehensweise in internationalen Verhandlungen, spielte eine entscheidende Rolle in den eineinhalb Jahren der intensiven Diskussionen und Entwicklungsarbeit.

    Das Übereinkommen unterstreicht nicht nur die Bedeutung der KI in unserer zukünftigen Gesellschaft, sondern etabliert auch einen soliden, rechtlich verbindlichen Rahmen, der sicherstellt, dass KI-Systeme nach höchsten ethischen Standards entwickelt werden. Zu den Kernprinzipien zählen Transparenz, Robustheit, Nichtdiskriminierung sowie der Schutz der Privatsphäre. Diese Massnahmen sind entscheidend, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in die neue Technologie zu stärken und gleichzeitig die Rechte jedes Einzelnen zu wahren.

    Förderung internationaler Zusammenarbeit
    Der Zeitpunkt der Verabschiedung fällt zusammen mit dem 75-jährigen Jubiläum des Europarats, was die Bedeutung dieses Übereinkommens weiter unterstreicht. Ab September 2024 wird das Dokument allen Mitgliedsstaaten zur Unterzeichnung vorgelegt. Nach der Ratifikation durch die Schweiz, was eine Überführung in das nationale Recht erfordert, wird es als ein massgeblicher Bestandteil der internationalen KI-Governance dienen.

    In der Praxis wird das Übereinkommen als ein Leitfaden dienen, der nicht nur in Europa, sondern auch weltweit einen einheitlichen Ansatz für die verantwortungsvolle Entwicklung und Nutzung von KI-Systemen fördert. Durch die Schaffung dieses Rahmens trägt der Europarat wesentlich dazu bei, dass KI als eine Kraft für das Gute genutzt wird, indem sie die Grundlagen unserer demokratischen Gesellschaften stärkt und vorantreibt.

  • HWZ lehrt zu Künstlicher Intelligenz in Immobilienbranche

    HWZ lehrt zu Künstlicher Intelligenz in Immobilienbranche

    Der neue Studiengang MAS Digital Real Estate Management HWZ der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ) soll bezüglich der Chancen weiterbilden, die Prozessoptimierungen dem Immobiliensektor bieten. Das berufsbegleitende Weiterbildungsangebot richtet sich an Führungs- und Fachverantwortliche im Immobilienmanagement.

    Studienleiter Dr. Peter Staub weist in einer Medienmitteilung darauf hin, dass die Immobilienbranche bis heute bezüglich der Digitalisierung fast allen Branchen «teilweise deutlich» hinterherhinke. Der ganze Sektor sei «gut beraten, jetzt neue Technologien zu adaptieren und den Rückstand bei der Digitalisierung und KI rasch aufzuholen». Anders seien relevante Kosten- und Ergebnisoptimierungen und eine deutliche Strategie gegen den Fachkräftemangel «kaum mehr zu bewältigen».

    Künstliche Intelligenz sei der Schlüssel zur Modernisierung der Branche, wird Markus Streckeisen zitiert. Er ist Gesamtverantwortlicher der Immobilienprodukte an der HWZ und Studiengangsleiter des bestehenden MAS in Real Estate Management HWZ. «Datenmanagement, Plattformlösungen und Automatisierungsschritte reduzieren die laufenden Kosten und treiben Innovationen voran», auch hinsichtlich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft.

    Der in drei Modulen buchbare Studiengang konzentriert sich auf die Schwerpunkte smarte Geschäftsmodelle, datengestützte Wertschöpfung und nachhaltiges Lifecycle Management. Vorgesehen sind Kooperationen mit Dozierenden von Hochschulen wie der Universität St.Gallen und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Beginn ist im September 2024.

  • Paradigmenwechsel in der PropTech-Welt

    Paradigmenwechsel in der PropTech-Welt

    In Deutschland, einem Schlüsselmarkt für PropTech, sind rund 30% der etwa 800 Startups weniger als vier Jahre alt und haben ihre Marktreife noch nicht bewiesen. Hoffmann sieht einen Trend weg vom „Proof of Concept“ hin zum «Proof of Value», was sowohl für Gründer als auch Investoren tiefgreifende Konsequenzen hat.

    Die PropTech-Branche ist eng mit der Immobilienwirtschaft verbunden, die derzeit in Deutschland Schwierigkeiten hat. Dies führt zu einer Investitionszurückhaltung, was Startups, von denen laut Blackprint 72 Zahlungsschwierigkeiten haben, in Bedrängnis bringt. Die Gründung neuer Firmen wird durch Marktunsicherheiten und die Schwierigkeit, Seed-Finanzierungen zu erhalten, weiter erschwert.

    Der Fokus verschiebt sich bei den Immobilienunternehmen von der blossen Reputation als Innovator hin zur Nachfrage nach spezifischen Lösungen, wie z.B. ESG-Software, die durch die EU-Taxonomie gefordert wird. Die PropTechs leiden jedoch unter langen Entscheidungszyklen der Kunden und finanziellen Engpässen.

    Schliesslich betont Hoffmann, dass die PropTechs, die mehrere Finanzierungsrunden erfolgreich abgeschlossen haben, durch ihre Fähigkeit, skalierbare Produkte und branchenspezifisches Wissen zu bieten, besonders hervorstechen und somit den «Proof of Value» erbringen.

  • Wer ist ein PropTech?

    Wer ist ein PropTech?

    Wer ist ein PropTech? Levent Künzi und ich sind uns nicht einig. Während Levent sein Unternehmen überall als PropTech anpreist, weise ich diese Zuordnung zurück. Properti ist ein Makler, welcher digitale Tools einsetzt. Ich bin wohl der Einzige in der Szene, der dies so sieht. Aber manchmal muss man gegen den Strom schwimmen.

    Aus dem Innern von Properti ist zu hören, dass sie einen weiteren, grösseren Kapitalbedarf haben. Einmal soll das Kerngeschäft, der Verkauf von Immobilien, bei weitem nicht so toll laufen. Ich habe auf den Websites von Properti, Betterhomes und RE/MAX versucht, die Anzahl ausgeschriebener Objekte herauszufinden. Beim Verkauf liegt Properti mit 452 Objekten weit zurück (Betterhomes = 1’186, RE/MAX = 1’586). Auch bei der Miete liegt Properti mit 571 Objekten hinter Betterhomes mit 980 (RE/MAX = 126).

    Gemäss eigenen Angaben beschäftigt Properti 160 Expertinnen und Experten. Würden diese beispielsweise 4’000 Franken im Monat verdienen, dann bräuchte Properti allein für Löhne über 600’000 Franken. Und dies pro Monat. Ob da die Kommissionen aus den Verkäufen reichen? Über 70 % der ausgeschriebenen Objekte liegen zwischen 0 und 1’000’000. Auch bei der Provision ist Properti sportlich unterwegs, liegen sie gemäss eigener Website bei 2 % (wobei die Extras darin enthalten sein sollen).

    Ebenso aggressiv sei Properti bei der Bewirtschaftung. Ebenfalls aus interner Quelle wird berichtet, dass Properti vor allem bei Stockwerkeigentümerschaften zugeschlagen habe. Allerdings fehle das nötige Personal, um alle Mandate professionell bedienen zu können. Es scheint so, dass sich Properti in einer schwierigen Spirale befindet.

    Properti verfügt über einen hochkarätigen Verwaltungsrat und bekannte Namen im Advisory Board. An Knowhow scheint es dem Makler also nicht zu fehlen. Beim Blick auf den Verwaltungsrat fällt Christoph Tonini auf. Er ist CEO der Swiss Marketplace Group SMG. Die Immobilienbranche ist mit der SMG eh schon unzufrieden. Diese personelle Verbandelung macht die Sache nicht besser. Vorsorglich wird im Porträt auf die Nennung des aktuellen Jobs von Tonini verzichtet. Man(n) will doch nicht zu transparent sein.

  • BIM2SAP: Warum eine Tür nicht gleich eine Tür ist

    BIM2SAP: Warum eine Tür nicht gleich eine Tür ist

    Building Information Modeling (BIM) hat sich über die letzten Jahre als effektive Methode zur Planung, Ausführung und Bewirtschaftung von Bauprojekten etabliert. Mit dem Verständnis der modellbasierten Zusammenarbeit weiten sich die An- und Verbindungen zu anderen Systemen zunehmend aus. Denn die Erfahrung mit BIM hat vielen Immobilieneigentümerinnen und Bestandshalter zwischenzeitlich gezeigt, dass der Bedarf an korrekten, aktuellen und einfach zugänglichen Daten mit der Fertigstellung eines Gebäudes keineswegs abgeschlossen ist.

    «Im Gegenteil», sagt Patrick Pick, Head of Service Unit BIM/LCDM bei pom+. «Richtig anspruchsvoll wird der Umgang mit Daten nämlich erst im Betrieb. Also dann, wenn ich sie im Rahmen eines effizienten Objektmanagements für konkrete Anwendungsfälle verwenden will.» Dabei sei die einwandfreie Übertragung der Daten aus dem BIM-Modell in die Betriebs- und Immobilienverwaltungssystem von besonderer Relevanz, so der gelernte Architekt und Projektmanager.

    Optimierung des Gebäudemanagements
    Nicht selten trifft BIM dabei auf eine umfassende, komplexe Systemarchitektur – wie zum Beispiel SAP. Die ERP-Software wird von vielen Unternehmen als Universalwerkzeug genutzt, um Systeme, Anwendungen und Produkte zu verknüpfen und verschiedene Geschäftszweige und -prozesse so miteinander zu verbinden. Das ist besonders spannend für Unternehmen, die eigenen Gebäude besitzen und verwalten. Denn auch wenn Immobilien häufig nicht im Kerngeschäft verankert ist, wie es beispielsweise bei einem Spital oder Flughafen der Fall ist, sind sie essenziell für die Sicherheit und den Unternehmenserfolg, zum Beispiel bei Pensionskassen oder Banken. Daher machen längst nicht mehr nur Immobilienfachkräfte im Facility, Property und Asset Management ihren Anspruch an Daten aus dem Immobilienmanagement geltend, sondern auch die Finanz-, Controlling-, Nachhaltigkeits- oder IT-Abteilungen.

    Dafür hat SAP ein spezielles Immobilienmodul – SAP RE-FX – entwickelt. Es steht für ‹Flexible Real Estate Management› und ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes aus verschiedenen Perspektiven: «Einerseits werden in der architektonischen Sicht Informationen zur Struktur des Gebäudes wie zum Beispiel Büro- oder Etagenflächen abgebildet. Andererseits enthält die Nutzungssicht Informationen zu typischen Geschäftsfällen im Bereich Vermietung, wie Mietverträge, Konditionen und Vertragspartner», erklärt Stefan Pallier, Consultant Facility & Project Management bei Novo. Dadurch macht SAP RE-FX eine nahtlose Integration der Immobiliendaten in den SAP-Core wie auch die Verknüpfung von verschiedenen SAP-Modulen möglich.

    Reduktion aufs Wesentliche
    Vor diesem Hintergrund sorgt die Verbindung von BIM und SAP für erhebliche Mehrwerte. Denn hier trifft eine datengetriebene Planungsmethode auf eine Applikation für die Informationsbewirtschaftung im Gebäudebetrieb. BIM generiert also die Daten, während SAP eine Plattform für deren Nutzung und Pflege bietet. Dafür ist es entscheidend, dass die Daten möglichst verlustfrei aus der Projektierung in den Betrieb überführt werden können. «Als grösste Herausforderung entpuppt sich dabei in der Regel die Fragmentierung der Prozesse. Das Projektmanagement wird nicht auf das Objektmanagement abgestützt. Stattdessen behandelt man die Planungs- und Erstellungsphase als separate Einheit», so Patrick Pick.

    Das macht die Integration von BIM und SAP komplex. Sie erfordert eine entsprechend sorgfältige, fachkundige Übertragung, Transformation und Strukturierung der Daten aus dem BIM-Modell im Zielsystem. Patrick Pick spricht hier gern von ‹Data-to-Target› (zu dt. Daten zum Ziel). Bei diesem Ansatz werden die Daten aus dem BIM-Modell analysiert und auf die erforderlichen Informationen reduziert, die für das SAP-System relevant sind. Dieser Prozess beinhaltet die Identifizierung der relevanten Datenanforderungen, das Mapping dieser Daten auf die entsprechenden Felder und Strukturen in SAP sowie die Konvertierung und Übertragung der Daten in das SAP-System.

    Stefan Pallier ergänzt mit einem Beispiel: «Im BIM-Modell müssen 120 Attribute definiert werden, damit eine einzelne Tür richtig bestellt wird. Im Gebäudebetrieb interessiert uns aber nur ein Teil davon – zum Beispiel, ob es sich um eine Drehtür, Schiebetür, Brandschutztür oder um Fluchtwegtüren handelt. Wir benötigen also bestimmte Informationen dazu im SAP, beispielsweise zum Schliessmechanismus, zum Rauchschutz oder zur gesetzlichen Wartungsnorm.»

    Werden die relevanten Attribute richtig im SAP integriert, macht das eine technisch und kaufmännisch effiziente Objektbewirtschaftung möglich. Vor dem eigentlichen Data Mapping müssen die erforderlichen Schnittstellen vorbereitet und die Verantwortlichkeiten für einzelne Datensätze klar geregelt werden.

  • PropTech-Investoren punkten mit Qualität und Branchen-Know-how

    PropTech-Investoren punkten mit Qualität und Branchen-Know-how

    Trotz Zinserhöhungen, rückläufigen Transaktionen, steigender Baukosten und verschärften Regulierungen verzeichnet die Bau- und Immobilienwirtschaft eine Innovationswelle. Dafür verantwortlich ist insbesondere die PropTech-Szene, die mit einem Investitionsvolumen im hohen dreistelligen Millionenbereich in der DACH-Region im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreicht hat.

    Eine im Juni 2023 durchgeführte Umfrage zur Markenbekanntheit von PropTech-Investoren ergab eine wachsende Vielfalt an Geldgebern, die in verschiedenen Regionen aktiv sind. Die befragten 90 Führungs- und Fachkräfte aus der Immobilienwirtschaft kamen zu dem Schluss, dass dem Bekanntheitsgrad in diesem dynamischen Umfeld eine steigende Bedeutung zukommt. Es ist davon auszugehen, dass sich Investoren in Zukunft verstärkt mit der Markenbildung und dem Marketing auseinandersetzen, um die eigene Sichtbarkeit auszubauen und ihre Reputation zu stärken.

    Qualität und Anzahl als Kriterien für Zusammenarbeit
    Rund 42 Prozent der Teilnehmenden gaben an, PT1 – PropTech1 Ventures zu kennen. Das Unternehmen wurde von den Befragten sowohl in der Gesamtwahrnehmung als auch entlang einzelner Kriterien als führender Investor bewertet. Mehrfachnennungen waren möglich. Es folgen Bitstone Capital (ca. 33 Prozent), BeyondBuild (ca. 26 Prozent) und High Rise Ventures GmbH (ca. 22 Prozent).

    Bei Interesse zu einer Zusammenarbeit hängt die Wahl eines Investors von verschiedenen Kriterien ab. Die Qualität der getätigten Investitionen erwies sich dabei für rund 90 Prozent der Umfrageteilnehmenden als wichtig oder sehr wichtig. Auch die Anzahl der bisherigen Investitionen wurde von Dreiviertel der Befragten ebenfalls als wichtig oder sehr wichtig eingestuft. Weitere relevante Kriterien sind der Bekanntheitsgrad, die Qualität (Netzwerk, Branchen-Knowhow) und die Renditeerwartungen.

    Beratung, Mentoring und Expertise als wichtigste Services
    Dennoch zeigt die Umfrage, dass die Marktanteile von PropTech-Investoren nicht allein auf finanzielle Unterstützung zurückzuführen sind. Entscheidend sind auch die Leistungspalette und die Erfüllung der Service-Erwartungen, wobei sich letztere nach Empfängergruppe unterscheiden: So erwarten Immobilienentscheider vor allem eine gute Marktübersicht, Beratung, Expertise und ein starkes Netzwerk. PropTechs hingegen legen Wert auf Kapital, Unterstützung bei der Geschäftsentwicklung, Zugang zu Ressourcen sowie Beratung und Mentoring.

    Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Fach- und Branchenkenntnisse sowie Service-Qualität für PropTech-Investoren wichtiger werden, um künftig Wettbewerbsvorteile zu erwirken. Die Vielfalt an Investoren unterstreicht zudem die Bedeutung regionaler Expertise.

    Umfrageergebnisse auf www.pom.ch

  • ESG-Plattform für effizientes Management von Nachhaltigkeitsdaten

    ESG-Plattform für effizientes Management von Nachhaltigkeitsdaten

    Die Arealentwicklung «Pra Roman» der Genossenschaft Codha und des Vereins «Sur le Pra» hat den Binding Preis für Biodiversität 2023 gewonnen, weil die Überbauung die ökologischen wie sozialen Vernetzungsfunktionen für das Quartier und die Stadt äusserst vorbildhaft übernimmt und das Projekt von Anfang an partizipativ angegangen wurde. Der Preis 2023 war zum Jahresthema «wegweisende Arealentwicklungen» ausgeschrieben worden.

    Die Formulierung von Absenkungszielen und die nachvollziehbare Berichterstattung über deren Erreichung wird von Investoren und Politik gefordert. Wincasa begleitet seine Kundinnen und Kunden proaktiv auf dem Weg hin zu Netto-Null. Als Immobiliendienstleister verfügt Wincasa über viele Daten aus dem Betrieb von Immobilien und dank einem dedizierten Team über sehr viel Know-how im Bereich Nachhaltigkeit. Die Quantifizierung und das Reporting von Nachhaltigkeitsthemen ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Datenquellen komplex. Eine weitere grosse Herausforderung ist zudem die Qualität der Daten und der manuelle Aufwand, der zu ihrer Überprüfung und Verbesserung erforderlich ist. Zudem existieren verschiedene ESG-Frameworks und Berichtstandards, wie z.B. die Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB), deren Messkriterien und Anforderungen sich voneinander unterscheiden. Diese Herausforderungen machen es für die Kundinnen und Kunden von Wincasa schwierig, die gestiegenen Anforderungen an die Nachhaltigkeit und deren transparente Berichterstattung zu erfüllen.

    Integrierte Aufbereitung von ESG-Daten
    Als führender Schweizer Immobiliendienstleister möchte Wincasa gemeinsam mit dem Data Science PropTech-Unternehmen Novalytica Nachhaltigkeits-Reportings einfacher und transparenter machen – so die Vision. Zu diesem Zweck wurde eine Plattform zum Management von ESG-Daten entwickelt. Mit dieser wird unter anderem die Erstellung eines GRESB-Reportings deutlich erleichtert. Dr. Niklas Naehrig, Leiter Strategie & Nachhaltigkeit Wincasa sagt dazu: «Unsere Plattform erlaubt es, unterschiedlichste Datenquellen zu integrieren und Daten nach internationalen Reporting-Standards auszuwerten. Neben der Nutzung von Datenquellen aus der Bewirtschaftung ermöglicht die ESG-Plattform auch die Einbindung von öffentlich verfügbaren Daten und die automatisierte Prüfung der Datenqualität mit einer smarten Verbindung aus künstlicher und menschlicher Intelligenz.»

    Automatisierte Prüfung der Datenqualität
    Derzeit wird die von Wincasa und Novalytica entwickelte Lösung als Pilotprojekt im Portfolio eines namhaften Schweizer Immobilieneigentümers erprobt. Für den Eigentümer ist Nachhaltigkeit ein bedeutender Bestandteil der Unternehmensstrategie. Der Einsatz der Plattform wird den Aufwand zur Erhebung und Auswertung der Nachhaltigkeitsdaten für die verschiedenen Benchmarks und Standards beträchtlich verringern und die Datenqualität signifikant erhöhen. Zugleich ermöglicht die Plattform detailliertere Einblicke in das Nachhaltigkeits-Potenzial des Portfolios.

    Quelle www.wincasa.ch

  • Digitale Betreiber: Eine Perspektive für die zukünftige Bewirtschaftung von Immobilien

    Digitale Betreiber: Eine Perspektive für die zukünftige Bewirtschaftung von Immobilien

    Die digitale Herausforderung in Immobilienportfolios
    Die Digitalisierung ist vollends in der Immobilienwirtschaft angekommen. Grosse Potenziale werden insbesondere in der Bewirtschaftung gesehen. Regulatorische Anforderungen wie bspw. aus dem Nachhaltigkeits-/ESG-Umfeld, Effizienzdruck und neue Nutzeranforderungen oder Nutzungskonzepte lassen eigentlich nur einen Schluss zu: Immobilien wird man in Zukunft nicht mehr so betreiben können, wie man es im letzten Jahrhundert getan hat.

    Digitale Lösungen versprechen Entlastung in ganz unterschiedlichen Bereichen der Bewirtschaftung. Allerdings lassen sich diese Potenziale nicht ganz einfach realisieren: Immobilienportfolios werden über Jahre und Jahrzehnte akquiriert. Entsprechend wächst auch die Prozess- und Software-Landschaft zum Betrieb dieser Portfolios über Jahre hinweg. Diese spannt sich zudem über zahlreiche Prozessschritte auf: Den Betrieb von Immobilien systematisch zu digitalisieren, ist daher eine Herausforderung, deren Lösung immer dringender wird.

    Statt Schritt für Schritt weitere Anwendungen dazu zu bauen und zu versuchen, ein gewachsenes Gesamtsystem zu flicken, sind in den vergangenen zwei Jahren verschiedene Immobilieneigentümer und -bewirtschafter einen anderen Weg gegangen, nämlich den eines «Greenfield-Ansatzes»: Wie würde man einen maximal digitalisierten Immobilien-Betrieb konzipieren, wenn man nochmals ganz von vorne – auf einer grünen Wiese – starten könnte?

    Vor diesem Hintergrund wurde zuerst überlegt, welche «Jobs» in Zukunft überhaupt zu erledigen sind. Es ist davon auszugehen, dass einige herkömmliche Jobs weiter bestehen werden, einige durch die Digitalisierung wegfallen und einige dazu kommen. Ziel war es, einzelne grosse Aufgabenblöcke zu erfassen, die in sich gekapselt verstanden werden können.

    Hilfreich ist dabei, die Jobs in drei grosse Kategorien aufzuteilen: Mietermanagement, kaufmännisches Property Management und technisches Property Management. Es hat sich gezeigt, dass man in einer 3×6 Matrix alle wesentlichen Jobs-to-be- done im Immobilienbetrieb abbilden kann.

    Einen digitalen Betreiber auf der grünen Wiese aufzubauen folgt dann der Logik, diese einzelnen Jobs-to-bedone ZUERST mit modernen Software-Komponenten so zu unterstützen, dass eine nahtlose Plattform entsteht, in der maximal viele Prozesse automatisiert sind. Erst DANACH wird überlegt, für welche Tätigkeiten Mitarbeitende eingesetzt werden, die dann einen umso grösseren Mehrwert für die Nutzer dieser Immobilien erzielen können. Das Ziel ist also nicht primär nur die Effizienz zu steigern, sondern das immer knapper werdende Personal in der Bewirtschaftung für diese Tätigkeiten einzusetzen, die wirklich Mehrwert stiften.

    Natürlich ist das Nutzenpotenzial nicht in allen Prozessschritten gleich gross und eine Umsetzung entsprechend nicht überall gleich dringlich. Eine Priorisierung entlang der Dimensionen Effizienz- und Ertragsimpakt, Einfluss auf Nachhaltigkeitsdimensionen, Mieterzufriedenheit und Transparenz ist wichtig. Eine Toolbox, die die möglichen Werkzeuge in allen Prozessschritten aufzeigt und eine Priorisierung nach verschiedenen Funktionen zulässt, hilft dabei, eine eigentliche Roadmap zu erstellen.

    Ebenso wichtig ist es, passende Werkzeuge zur Hand zu haben, die die verschiedenen Systeme miteinander verbinden, beispielsweise eine Integrations- oder Orchestrierungsplattform wie diejenige von Allthings. Ziel ist es ja gerade, einen separaten Einsatz von Insellösungen zu verhindern. Wer bereits frühzeitig die richtige Auswahl an integrationsfähigen Partnern trifft, etabliert ein vernetztes Ökosystem.

    Pragmatische Implementierung am Beispiel UBS
    Wie setzt man das aber nun in die Praxis um? Wenn die Vision einmal klar ist – einen maximal digitalen Betreiber mit einer integrierten Plattform über verschiedene Software-Komponenten zu etablieren – dann eignet sich wiederum ein Schritt-für- Schritt Vorgehen in der Realisierung. Eine ganze Reihe Immobilieneigentümer und Dienstleister haben sich in den vergangenen Jahren auf diesen Weg gemacht.
    Auch die UBS als einer der grössten Immobilieninvestoren in der Schweiz, verfolgt solche Ansätze bei ihren digitalen Innovationsprojekten im Immobilienbetrieb.

    Die UBS hat den Weg gewählt, zunächst über einzelne Neubauprojekte einzelne Jobs-to-be-done zu testen und zu validieren, die perspektivisch für eine integrierte Plattform eine wesentliche Rolle spielen.

    So wurden beispielsweise auf dem Claraturm in Basel die Prozesse «Mieter finden», «Mieterkommunikation», «Vorfallsbearbeitung» und das Anbieten zusätzlicher Community Services getestet.

    Auf dem kombinierten Sanierungs-/Neubauprojekt Grimselhof in Altstetten hingegen sollten die Prozesse «Onboarding», «Vertrags- und Datenmanagement», «Dokumentenmanagement und Berichtswesen» und neue Wege in der Bearbeitung von Reparaturen und Schäden implementiert werden. So lassen sich über die Zeit die verschiedenen Jobs-to-be-done validieren und zu einer Gesamtplattform zusammensetzen.

    Der Entwurf eines Plans zum Aufbau digitaler Betreiber lässt sich in der Regel in einer Serie von 3–4 Workshops einfach abbilden. Der im Schaubild dargestellte Ablauf zeigt einen idealtypischen Ablauf eines Planungsvorhabens zur Etablierung eines digitalen Betreibers.

    Die bisherigen Erfahrungen mit Greenfield -Ansätzen zeigen, dass eine systematische Implementierung eines digitalen Betreibers in Zusammenarbeit mit Immobilieneigentümern und Dienstleistern den Betrieb von Immobilien um bis zu 30% effizienter, 100% mieterzentrierter, und ab Tag 1 nachhaltigkeitsorientiert macht – und zudem noch eine Menge klassischer Zielkonflikte eliminiert, die aus den herkömmlichen Geschäftsmodellen resultieren.

  • Die Komplexität der Branche steht der Digitalisierung im Weg

    Die Komplexität der Branche steht der Digitalisierung im Weg

    Zur Person:
    Markus Weber ist ein ausgewiesener Experte für das digitalbasierte Planen, Bauen und Betreiben von Bauobjekten. Als Mitinitiator und Präsident von «Bauen digital Schweiz» hat er die digitale Transformation der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft nachhaltig geprägt. «Bauen digital Schweiz» ist zugleich «home of buildingSMART Switzerland» und damit Teil der weltumspannenden internationalen BIM Community. Als Mitinitiator und Vorstandsmitglied vom «netzwerk_digital» engagiert er sich national für einen geordneten und effi-
    zienten Weg der Schweiz in die Digitalisierung. Er ist zudem Co-Studiengangleiter für die Bachelorstudiengänge BA/BSc Digital-Construction und das Weiterbildungsprogramm CAS/DAS/MAS Digital Construction an der Hochschule Luzern (HSLU).

    Herr Weber, was fasziniert Sie am Thema Digitalisierung?
    Sie bietet riesige Chancen und stellt neue Technologien beziehungsweise Werkzeuge zur Verfügung. Digitalisierung bedeutet Vernetzung: Damit können wir Prozesse effizienter und mit höherer Qualität sowie Auswirkung auf die Nachhaltigkeit umsetzen. Emissionen werden reduziert, und die Kreislaufwirtschaft wird gefördert. Zudem schaffen digitale Technologien beziehungsweise diese neuen Werkzeuge attraktivere Arbeitsplätze, was dem Fachkräftemangel entgegenwirken dürfte.

    Welche Ziele verfolgt «Bauen digital Schweiz»?
    Wir möchten ein digitales Ökosystem schaffen, in dem Daten, Technologien, Prozesse und Methoden vernetzt werden und miteinander interagieren. Wir vernetzen die verschiedenen Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette, koordinieren und schaffen Synergien. Wir machen «Practice» sichtbar und moderieren den Weg von der «Practice» Schritt für Schritt hin zur «Best Practice».

    Womit beschäftigt sich «netzwerk_digital»?
    Der Vorstand arbeitet seit einem guten Jahr daran, eine Vision oder besser gesagt ein gemeinsames Ziel für die Schweizer Bauwirtschaft zu skizzieren. Ein erster Entwurf steht Anfang 2023 zur Verfügung. Damit möchten wir mit den weiteren Stakeholdern in Dialog treten und an der Swissbau im Januar 2024 eine konsolidierte Version der Öffentlichkeit vorstellen.

    Die Baubranche gilt als einer der am wenigsten digitalisierten Wirtschaftszweige. Woran liegt das?
    Unter anderem liegt das an der Fragmentierung – wir finden hier eine sequenzielle Wertschöpfungskette vor, die durch viele unterschiedliche Akteure geprägt ist. Diese vielen Schnittstellen, die Rahmenbedingungen und die zunehmenden Gesetze und Vorschriften stellen eine grosse Komplexität dar. Deshalb braucht die Digitalisierung in dieser Branche länger als anderswo.

    PropTech ist zurzeit in aller Munde. Übertreibt die Immobilien- und Baubranche bei diesem Thema?
    Im Kontext der Digitalisierung entstehen viele kleine Unternehmen, die sich auf neue Produkte fokussieren, Prozesse vereinfachen und die Nachhaltigkeit fördern. Das ist einerseits ein Segen, weil diese Unternehmen mit neuem Wissen und viel Leidenschaft die Digitalisierung vorantreiben. Andererseits ist die Bauwirtschaft mit den daraus resultierenden heterogenen Möglichkeiten und Werkzeugen überfordert.

    Wie wirken Sie dem entgegen?
    Unsere Aufgabe ist es, den Umgang mit diesen neuen Werkzeugen und deren Möglichkeiten zu erlernen. Ich bin unter anderem Co-Studiengangleiter für die neuen Bachelorstudiengänge BA/BSc Digital Construction an der Hochschule Luzern – die Vermittlung dieses Wissens und der Umgang mit den digital basierten Prozessen, Methoden und Technologien sind ein wichtiger Teil des Studiengangs.

    Die Schweiz bestimmt das Thema open BIM auf internationaler Ebene mit. Darf man sagen, dass BIM in der Schweiz heute zum Standard gehört?
    Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Ich schätze, dass BIM bei etwa 30 Prozent der Neubau- und Umbauprojekte zum Standard gehört. Das heisst umgekehrt: Bei 70 Prozent tut es das nicht. Zu den Anwendern von BIM gehören mehrheitlich professionelle Bauherren und vor allem solche, die den gesamten Lifecycle im Fokus haben – also die entwickeln, planen, bauen und am Ende auch betreiben. Ein gutes Beispiel sind Spitäler – praktisch alle Schweizer Spitalneubauten werden mit BIM geplant. Allerdings ist BIM nicht gleich BIM: Hier gibt es grosse Unterschiede in der Implementierungstiefe und Nutzung. Und vor allem viel Luft nach oben.

    Sie haben einmal gesagt, dass Schweizer BIM-Projekte ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Hat sich das inzwischen geändert oder – was ist nötig, um eine Veränderung zu bewirken?
    Wir stehen noch immer am Anfang der Digitalisierung in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Insofern sehe ich sehr viel Potenzial nach oben. Wir müssen die erwähnte komplexe Wertschöpfungskette näher zusammenbringen und vernetzen. Am Ende geht es um durchgängige und datenbasierte Prozesse. Hier befinden wir uns in einem Kulturwandel: Die Kultur heute ist geprägt von Abgrenzung und Absicherung: Jeder Akteur bearbeitet seinen Teil der Wertschöpfungskette. Digitalisierung bedeutet, dass jeder Akteur zum Teil dieses durchgängigen Prozesses wird. Um diesen Kulturwandel weg von der Abgrenzung hin zum Miteinander nachhaltig voranzutreiben, benötigen wir einfach noch etwas Zeit.

    Wo stufen Sie die Schweiz im Bereich «smart home» ein, und wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
    Der Begriff «smart home» ist nicht klar definiert. Für mich ist ein «smart home» ein Gebäude, das die vielfältigen Anforderungen der Zukunft bestmöglich erfüllt: Dazu gehört primär, dass ein Gebäude als System verstanden wird. Die einzelnen Disziplinen wie beispielsweise Wärmedämmung, Heizung und Lüftung sind optimal aufeinander abgestimmt, und das Gebäude reagiert automatisch auf innere und äussere Einflüsse. Das Gebäude wiederum ist Bestandteil von übergeordneten Systemen: So sind zum Beispiel heute viele Gebäude imstande, selber Energie zu produzieren und damit Teil des Energieversorgungssystems Schweiz.

    Sie engagieren sich für das «Gebäude als System» mit Fokus auf die Energiestrategie 2050. Wie kann man sich das in der konkreten Umsetzung vorstellen?
    Kurz zusammengefasst: Das Gebäude ist ein System und ist gleichzeitig in verschiedene Systeme integriert. Es muss die verschiedensten Anforderungen erfüllen: Die einzelnen Disziplinen müssen optimiert zusammenarbeiten – gleichzeitig ist das Gebäude in Systeme int -egriert. Auch die Kreislaufwirtschaft ist als geschlossenes System zu betrachten, wobei die einzelnen Gebäude zum Teil dieses Systems werden.

    Können Sie das ausführen?
    Die in einem Gebäude verbauten Materialien können mit Hilfe von digitalen Technologien inventarisiert werden und so wird der Gebäudepark Schweiz zum strukturierten und maschinenlesbaren Materialdepot. Wenn ein Gebäude oder ein Teil davon zurückgebaut wird, können so die verbauten Materialien geordnet in den Kreislauf zurückgeführt, allenfalls aufbereitet und wieder verbaut werden.

    Wie sensibel ist die Schweizer Baubranche heute beim Vermeiden von grauer Energie, und wie lässt sie sich bei Bauprojekten weiter reduzieren?
    In diesem Bereich gibt es grosses Potenzial, wie das vorherige Beispiel zur Kreislaufwirtschaft zeigt. Beim Bauen wird viel Abfall produziert, der nicht in den Kreislauf zurückgeführt wird. Die digitale Planung beziehungsweise digitale Gebäudemodelle helfen dabei, einerseits das benötigte Material präziser zu bestimmen und andererseits so vorzufertigen, dass beim Verbauen praktisch kein Abfall entsteht. Ein Beispiel hierzu ist die modellbasierte Planung, Vorfertigung und Verlegung der Bewehrung von Betonkonstruktionen, womit der Abfall von Bewehrungs-Eisen wesentlich reduziert wird.

    Wie sieht für Sie das ideale Gebäude der Zukunft aus?
    Mein Gebäude der Zukunft muss nachhaltig mit dem Siedlungsraum umgehen, darf keine Emissionen emittieren und muss aus Materialien bestehen, die beim Rückbau einfach getrennt und gegen 100 Prozent in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Das Raumkonzept sollte in einem gewissen Masse wandelbar sein und sich an verändernde Bedürfnisse der Bewohner anpassen können. Es muss mit den Bewohnern kommunizieren: Sind beispielsweile alle für die nächsten acht Stunden bei der Arbeit oder in der Schule, muss der Energieverbrauch automatisch auf ein Minimum reduziert werden. Auf eine kurzfristige Stromunter- oder Überproduktion soll es intelligent reagieren können.

  • Künstliche Intelligenz zur Erreichung der Gasreduktion um 15%

    Künstliche Intelligenz zur Erreichung der Gasreduktion um 15%

    Die meisten Energie-Sparmaßnahmen verursachen einen erheblichen Kapitalaufwand – die KI von Arloid kann dagegen kostenlos implementiert werden, bis notwendige Einsparungen erzielt werden. Dies macht die KI-Lösung zu einer der günstigsten und einfachsten Möglichkeiten für EU-Staaten, den Energieverbrauch ohne Vorabkosten erheblich zu senken. Sobald Einsparungen festgestellt werden – dies ist üblicherweise nach 30 Tagen der Fall – kann eine prozentuale Gebühr berechnet werden.

    Eine Reduzierung des Energieverbrauchs lässt sich durch eine Reihe einfacher Schritte erreichen: Zunächst wird ein virtuelles Gebäude erstellt, das zu dem identisch ist, in dem Einsparungen erzielt werden sollen. Der digitale Gebäude-Zwilling verfügt dabei über gleiche Baumaterialien, Lage, Klima und Personal-Eigenschaften. Die KI erstellt daraufhin eine Reihe von Simulationen auf Grundlage der Live-Daten des realen Gebäudes. Der komplette Vorgang benötigt rund einen Monat.

    Die KI reguliert daraufhin selbstständig und kontinuierlich die Heiz-, Lüftungs- sowie Kühleinstellungen und führt so zu direkten, realen Einsparungen. Bisher wurden dafür notwendige Einstellungen von Gebäudetechnikern oder Hausverwaltern vorgenommen, was im Vergleich deutlich mehr Zeitaufwand erfordert. Die Automatisierung durch KI spart damit nicht nur Energie und Geld ein, sondern verbessert zugleich auch die Steuerung und den Bedienkomfort.

    Die KI von Arloid nutzt Deep Reinforcement Learning, um den Betrieb von HLK-Systemen in einer Vielzahl von Gebäuden über ein sicheres Virtual Private Network (VPN) automatisch zu verwalten. Die von der KI ausgeführten Regulierungen basieren dabei auf der Grundlage von Verstärkungsverhalten und Echtzeitdaten, um eine schnellere Optimierung und bessere HLK-Leistung zu erreichen. Durch die Steuerung jedes HLK-Geräts im System und die Aufteilung des Gebäudes in Heiz- und Kühlmikrozonen stellt arloid.ai mehr Kontrolle über die Umgebung und besseren Benutzerkomfort bereit.

    Die Technologie gewinnt nicht nur in Europa, sondern weltweit an Bedeutung, mithilfe der sich direkte Einsparungen auf schätzungsweise über 56 Mio. qm2 Fläche erzielt lassen. Dazu zählen Immobilien und Geschäftsgebäude wie u.a. Einzelhandel, Hotels, medizinische Zentren bis hin zu Lagerhäusern. Durch die Reduzierung des Gebäude-Energieverbrauchs kann so unmittelbar den Auswirkungen von Energieversorgungsproblemen, höheren Preisen und Inflation entgegengewirkt werden.

    KI sollte deshalb EU-weit weit oben auf der politischen Agenda stehen, um die Mitgliedsstaaten dabei zu unterstützen, ihre freiwilligen Gasreduktionsziele von 15 % zu erreichen. Es ist nicht so schwer zu erreichen, wie es zunächst erscheint, weil neue Technologien mit sehr wenig Aufwand eine wichtige Rolle dabei übernehmen können. In jeden Fall ist es ein offensichtlicher und erreichbarer erster Schritt in Richtung EU-Ziele und bietet jenen Ländern eine bessere Option an, die gedimmtes Licht und kürzeres Duschen empfehlen.

    Weitere Information unter: arloid.com

  • Houzy verdoppelt Nutzerzahl

    Houzy verdoppelt Nutzerzahl

    Houzy wächst rassant. Vor Kurzem habe sich der 100’000. Wohnungseigentümer auf der gleichnamigen Plattform des PropTech-Jungunternehmens aus Zürich registriert, schreibt Houzy in einer Mitteilung. Erst vor einem Jahr hatte das 2017 gegründete Start-up den Anstieg seiner Nutzer auf 50’000 vermeldet. Die Zahl der auf der Plattform digital erfassten Häuser und Wohnungen legte im selben Zeitraum von 70’000 auf 144’000 zu.

    Auf der Plattform Houzy werden Daten intelligent verknüpft und daraus Empfehlungen für Wohneigentümer abgeleitet. Beispielsweise kann dort errechnet werden, wann die Heizung saniert und wie viel Geld dafür auf die Seite gelegt werden soll. Auch eine Immobilienbewertung gehört zum Angebot von Houzy. Registrierten Nutzenden steht zudem eine kostenlose Beratung zur Verfügung.

    In den letzten Wochen habe das Unternehmen nun seine Plattform überarbeitet und neue digitale Werkzeuge integriert, erläutert Houzy. Konkret können Wohneigentümer nun die Nachfrage für ihre Immobilie prüfen, den entsprechenden Verkaufspreis optimieren und die Grundstücksgewinnsteuer für alle Schweizer Kantone berechnen. Als wichtigste Neuerung streicht Houzy die neue Immobiliensuchfunktion der Plattform heraus. Hier würden alles grossen Immobilienplattformen durchsucht und die Inserate „mit wertvollen Zusatzinformationen“ ergänzt. Als Beispiele für solche Zusatzinformationen werden in der Mitteilung eine neutrale Marktwertschätzung sowie Energieeffizienz, Energiespar- und Solarpotenzial und Sanierungsbedarf des Objekts genannt.

  • Das Schweizer Proptech Unternehmen Immowise bietet seine Lösung in der Deutschschweiz an

    Das Schweizer Proptech Unternehmen Immowise bietet seine Lösung in der Deutschschweiz an

    Eigentumswohnungen in der Schweiz: Eine Branche, die über die Digitalisierung nur gewinnt
    Schweizer Immobilien bekommen die Wende zur Digitalisierung direkt zu spüren, denn die wichtigsten Akteure der Branche haben das Tempo zur Effizienzsteigerung jährlich beschleunigt. Die Schweiz stellt mit seinen 1,4 Millionen Besitzern* (darunter mehr als 445.000** Eigentumswohnungen) letztendlich einen wichtigen Markt für Immowise dar.

    Die digitale Lösung von Immowise ist einfach zu implementieren und passt sich jeder Art von Stockwerkeigentum an. Durch die Anbindung an die wichtigsten in der Branche verwendeten ERPs ist die Plattform vollständig in die von den Agenturen initiierte Digitalisierungsstrategie integriert. Das schlanke Kostenmanagement eignet sich auch für kleine Strukturen und selbstverwaltete Stockwerkeigentümergemeinschaften.

    Ein Büro in Zürich im Dienste der Stockwerkeigentümergemeinschaften in der Deutschschweiz
    Mit der Büroeröffnung in Zürich will Immowise den Verwaltungen, selbstverwalteten Stockwerkeigentümergemeinschaften oder auch unabhängigen, lokalen Verwaltern eine Lösung anbieten, um die Arbeitslast mit einer Plattform, die sich bereits in der Westschweiz bewährt hat, zu vereinfachen und zu verringern. Bis 2022 wurden damit schon rund 20 GVs für über 500 Stockwerkeigentümer abgehalten. Bis 2023 will nun Immowise alle Schweizer Regionen abdecken. Zudem wird die Plattform mit zusätzlichen Modulen wie dem internen Nachrichtendienst für Stockwerkeigentümer, dem Vergleich von Kostenvoranschlägen und der Budgetverwaltung erweitert.

    Die Entwicklung von Immowise in der Deutschschweiz wird mit der Ernennung von Teresa Astorina zur Direktorin mit Sitz in der Region Zürich abgerundet. Als anerkannte Expertin im Immobiliensektor, in dem sie seit über 25 Jahren tätig ist, übernimmt sie die Proptech-Führung mit dem erklärten Ziel, die Verwaltung von Stockwerkeigentümergemeinschaften in der gesamten Schweiz mittels Digitaltechnik umzustellen.

    Sebastian Chiappero, Geschäftsführer von Wise.swiss, der Muttergesellschaft von Immowise, ergänzt: „20 Monate nach der Gründung von Immowise eröffnet die Einstellung einer Direktorin einen weiteren Schritt, die flächendeckende Einführung von Immowise zu gewährleisten. Ich freue mich sehr, dass Teresa in dieser Position zu uns gestossen ist. Ihre langjährige Erfahrung in der Immobilienbranche und ihre Kompetenzen im Bereich der Strategie-Entwicklung sind allesamt Pluspunkte für Immowise“. Sie war unter anderem auch in der Geschäftsleitung oder in führenden Positionen in Firmen wie Credit Suisse, m3 Real Estate, Privera oder EPM tätig.

    Teresa Astorina betont: „Die Zukunft der Immobilienbranche liegt in der Digitalisierung. Ich bin sehr stolz darauf, die Entwicklung einer „Swiss made“-Lösung begleiten zu können, die einen echten Service in der Verwaltung von Stockwerkeigentum in der Schweiz bietet.»

    Portrait von Teresa Astorina hier zum Download

    Über Immowise
    Immowise wurde 2021 gegründet und ist die erste Schweizer Lösung für die Digitalisierung von Stockwerkeigentümerversammlungen. Diese in der Schweiz entwickelte und gehostete Anwendung hilft Verwaltern und Stockwerkeigentümern bei der Vorbereitung, Verwaltung und Nachbearbeitung von Versammlungen. Sie ergänzt die 2020 lancierte Software wise.swiss der EPwise AG, die öffentlichen Verwaltungen und Unternehmen eine Reihe von digitalen Kommunikations- und Event-Organisationstools (eventwise, partnerwise und fundwise) bietet. https://wise.swiss/de/immowise/
    Hauptsitz Immowise: Neuenburg
    Niederlassungen: Genf, Zürich

  • MIPIM 2022: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

    MIPIM 2022: Zwischen Wunsch und Wirklichkeit

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    Vom 15. bis 18. März fand die MIPIM 2022 statt – und sie stand fern der Brancheneuphorie von vor drei Jahren unter dem Eindruck eines knapp 2.000 Kilometer entfernten Konfliktes. Während die Ukraine zumindest noch mit einem, meist verwaisten, Stand zumindest optisch vertreten war, gab es von Russland oder russischen Städten kaum eine Spur. Lediglich einige augenfällige Lücken im Messe-Raumprogramm liessen darauf schliessen, dass es auch hier kurzfristig Absagen gegeben hatte.

    Die Zinsen steigen wieder…
    Auch die Branchen-Buzz-Words ESG, Impact Investing und Zinsniveau waren vielerorts Teil der Gespräche. Allein von der Federal Reserve Bank in den USA erwartet man nun noch dieses Jahr weitere Zinsschritte, die am Jahresende Leitzinsen von knapp unter zwei Prozent bringen würden. Der Markt geht davon aus, dass auch weitere Zentralbanken (UK, EU, CH) dem, wenn auch zeitversetzt, folgen. Für die Schweiz heisst das: Negativzinsen werden schon bald wieder der Vergangenheit angehören. Bei den zehnjährigen Bundesobligationen wurde denn auch schon am Messe-Mittwoch (16. März 2022) ein Wert von 0,425 Prozent erreicht – ein Niveau, welches zuletzt Ende 2014 verzeichnet worden war.

    … und wie weiter mit der Dekarbonisierung?
    Auch das Thema nachhaltige respektive grüne Investments war in vielen MIPIM-Panels und -Diskussionen vertreten. Doch auch wenn hier inzwischen viele Möglichkeiten zur Nachhaltigkeitsmessung sowie Zertifikate und Labels vorhanden sind: Die kommenden Jahre werden die Bau- und Immobilienwirtschaft auf vielen Ebenen herausfordern. Allein auf Seiten der Energieträger ist dem Wandel fort von den fossilen hin zu den erneuerbaren eine weitere Dimension mit dem Ukraine-Russland-Konflikt dazugekommen. Nun gilt es, in die Bestrebungen der Immobilienbranche hinsichtlich Dekarbonisierung die Faktoren Öl und Gas neu zu bewerten. Ob dies am Ende dazu führt, dass Öl- und Gasheizungen hierzulande früher ins Alteisen kommen werden, bleibt abzuwarten.

    Abschied von alten Zöpfen
    In den traditionellen Asset-Klassen zeichnen sich zudem weitere markante Veränderungen ab. Die althergebrachten Immobilien-Klassifizierungen wie Wohnen, Büro und Retail werden diverser. Dies zeigten schon die vergangenen Jahre dank Online-Shopping, Coworking und Coliving. Dass sich auch Neues in der Hotellerie tut zeigte beispielsweise das Hospitality-Forum am Messe-Donnerstag. Swiss Life Asset Managers rief dort die neue Investmentklasse Camping aus und überlegt gar die Auflage eines eigenen Fondsprodukts in diesem Bereich. Generell lässt sich sagen: Die Sterne-Klassifizierungen verlieren bei den Hotelnutzern an Wichtigkeit, im Vordergrund steht mehr und mehr das aussergewöhnliche Erlebnis, besondere Standorte und Reisen nahe an der Natur und an den Menschen vor Ort.

    Propel-Awards für Newcomer
    Auf der Immobilienmesse in Cannes wurden in diesem Jahr auch die vier Gewinner des PropTech-Wettbewerbs Propel gekürt: Aus den 20 Finalisten wurden centralF (Optimierungstool für Arbeitsplätze) in der Kategorie Daten, Apricot (Leasing für Eigenheimkäufer) in der Kategorie Investment, OakTree Power (Bedarfsoptimierung bei Gebäudeenergien) in der Kategorie Nachhaltigkeit und Parametric Solutions (Softwarelösung für Projektentwicklungen) in der Kategorie Nutzererfahrung prämiert. Ein Schweizer Proptech-Startup war in dem global aufgestellten Competition nicht vertreten.

    Schweizer Projekt siegt im MIPIM-Wettbewerb
    Dafür gab es aber am Abend des Messe-Donnerstag einen Preis für ein herausragendes helvetisches Bauprojekt: In der Kategorie «Best Cultural and Sports Infrastructure» wurde das Musée Atelier Audemars Piguet in Le Brassus ausgezeichnet. Die von der dänischen Bjarke Ingels Group (BIG) entworfene Museumserweiterung umfasst eine neue Glasstruktur, die sich mittels zwei Spiralbauten in die Landschaft integriert. Im Inneren bietet das Museum einen Einblick in die Geschichte der Uhrenindustrie im Vallée de Joux.

    25-Jahres-Jubiläum der Schweizer Messestände
    Etwas zum Feiern hatten in diesem Jahr auch die beiden Schweizer Netzwerke Swiss Circle für die Deutschschweiz und Horizon Léman für die Westschweiz. Die Messestand-Organisatoren und -Initianten Roman H. Bolliger und Yves de Coulon freuten sich, vom MIPIM-Veranstalter RX zum 25-Jahres-Jubiläum Glückwünsche sowie zwei «Geburtstagskuchen» überreicht zu bekommen. Die Übergabe fand im Anschluss an das MIPIM-Event «Forum Suisse» statt, wo Schweizer Branchenakteure von Swiss Prime Site, Mobimo, M3 und Wüest Partner zum Thema «Mobilität und ihre Folgen für die Immobilienwirtschaft» diskutierten. Mehr als 50 Unternehmungen aus der Schweiz nutzten im 2022 die beiden Messe-Plattformen Swiss Circle und Horizon Léman für den internationalen Austausch an der Côte d’Azur.

  • Datenkompetenz: ein No Brainer!

    Datenkompetenz: ein No Brainer!

    «Daten sind das neue Gold» – so vernehmen wir es seit Jahren. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Komplexität von Sachverhalten und Anforderungen werden in Unternehmen quer durch alle Branchen Datenanalysten rekrutiert und entsprechende Teams aufgebaut. Daten per se führen aber noch zu keinen Lösungen. Es gilt vielmehr eine Strategie daraus abzuleiten – dafür braucht es nicht nur die intelligente Verknüpfung von Daten sondern auch entsprechende Marktkenntnis und die Analyse in einem bestimmten Kontext.

    Wie kann nun das Marktbedürfnis besser ermittelt und passender Wohnraum entwickelt und gebaut werden? Die Digitalisierung hat hier für die Planung und den Bau von Immobilien viele Möglichkeiten hervorgebracht. Mit entsprechenden Tools – beispielsweise von Luucy, Archilyse oder PriceHubble, um nur einige zu nennen – können Prozesse und Entscheidungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette vereinfacht und beschleunigt werden: von der Akquisition geeigneter Grundstücke, über die Entwicklung und Vermarktung, bis hin zur Bewirtschaftung der Objekte. KI-basierte Technologie kommt hier immer öfter zum Einsatz.

    Die «Hard Facts» sind sicher die Basis für datenbasierte Auswertungen. Aber Entwickler wünschen sich auch zunehmend «weiche Kennzahlen» als Ergänzung für ihre Entscheidungen, beispielsweise eine Information zur Zufriedenheit der Bewohner. Letztlich zählt natürlich sehr wesentlich der Erfahrungswert – die besten Entscheidungen sind bekanntlich die, bei denen auch das «subjektive Bauchgefühl» stimmt. Denn auch bei der besten Datengrundlage gilt: am Ende entscheidet immer der Mensch.

    Mehr Impulse zum Thema finden Sie hier: https://proptechmarket.net/impulse

  • PropTechs in der Westschweiz

    PropTechs in der Westschweiz

    Prix de l’innovation

    Anfang April findet RENT Switzerland 2022 im Swiss Tech Convention Center der EPFL in Lausanne statt. proptechnews.ch wird vor Ort sein und später über den Anlass berichten. Im Rahmen des Prix de l’innovation stellen sich die neun für den Final selektionierten Firmen vor:

    • Solutions digitales: ecco2 building intelligence, sparrow, DOMO
    • Solutions construction: auprès de mon arbre, FenX, AETERNUM enabling circular buildings
    • Solutions énergétiques: enerdrape, ExerGo, STEEN sustainable energy

    ePotek richtet sich neu aus

    Bleiben wir in der Westschweiz, wo sich das Prop/FinTech ePotek neu ausrichtet. Ab sofort heisst die Plattform Resolve. Wie CEO Romain Desquesne meinen lieben Freund Mathias Rinka von domblick.eu sagte, soll Resolve in der Schweiz der Referenzpartner für optimierte Finanzentscheidungen rund um die Hypothekarfinanzierung werden. Dazu wurde der Name geändert und neue Dienstleistungen entwickelt. Damit wolle man von Startup ePotek zum Scaleup Resolve mutieren.

    Stena tritt Swiss Immo Lab bei

    Stena, eines der grössten schwedischen Familienunternehmen mit weltweiten Aktivitäten in den Bereichen Schifffahrt, Fähren, Offshore, Immobilien und Finanzen, ist über seine Schweizer Tochtergesellschaft als fünfter Gründungspartner dem Swiss Immo Lab (SIL) beigetreten. Andy Böhm, Managing Director bei Stena (Schweiz), wurde Mitglied des Verwaltungsrats von SIL, und Per Hellberg, Investment Director bei Stena (Schweiz), wurde Mitglied des Investitionsausschusses von SIL. Stena Property besitzt und betreibt mehr als 25.700 Wohnimmobilien und 4.000 Geschäftsräume in schwedischen Metropolregionen.

    „Mit Stena (Schweiz) hat Swiss Immo Lab einen fünften Gründungspartner gefunden, der die Expertise der vier anderen ideal ergänzt und eine internationale Perspektive einbringt“, sagt Alexander Seel, Geschäftsführer von Swiss Immo Lab. „Nach der Etablierung unserer Erfolgsbilanz arbeiten wir nun am nächsten Schritt, um Proptech-Investitionen einer breiteren internationalen Investorenbasis zugänglich zu machen“, fügt er hinzu.

    Coop arbeitet mit hausheld.ch

    Coop Bau + Hobby arbeitet mit hausheld.ch zusammen. Gemeinsam soll ein Handwerker-Service für die Baumarkt-Kunden von Coop lanciert werden. Hinter hausheld.ch steht die Herisauer Vermando AG. Der Kunde kauft bei Coop Bau + Hobby die Produkte wie Bodenbeläge, Farben, Pflanzen oder Lampen und kann sich diese dann durch die vermittelten Handwerker professionell einbauen lassen.

    PropTechs in der Westschweiz.

    Ausgewählte Veranstaltungen

    Vom 18.-20. März 2022 öffnen die Zürcher Immobilien Tage im Kongresshaus.

    Am 24. März 2022 lädt Alpha IC Schweiz AG ins Office Lab in Zürich-Altstetten zum Thema „Der Schweizer FM-Markt 2022“.

    Wer sich einem grossen Publikum stellen will, kommt an den REAL PropTech Pitches 2022 auf seine Rechnung. Diese finden am 6. und 7. April 2022 digital und vor Ort statt.

    Wem Deutschland zu weit weg ist, kann nach Lausanne pilgern. Vom 6. bis 7. April findet dort die RENT Switzerland 2022 statt. RENT SWITZERLAND 2022 wird im SwissTech Convention Center der EPFL stattfinden, einem Symbol für Innovation.

    Die Swissbau ist auf Mai 2022 verschoben worden. Zwischen 4. und 6. Mai präsentieren sich Startups im Rahmen der „Swissbau Challenge“.

    The Big Handshake findet am 21. Juni 2022 in der Eventhalle JED in Schlieren statt.

    Am 13. September 2022 empfängt The HALL in Dübendorf den 8. Immobilien-Summit.

  • So war das (PropTech-)Jahr…

    So war das (PropTech-)Jahr…

    Das Geld scheint im Moment förmlich auf der Strasse zu liegen. Es wurden eine Reihe namhafter Finanzierungsrunden geschlossen und zahlreiche Seed-Fundings lukriert. Neben den professionellen Venture Capital-Gesellschaften waren es zunehmend auch Corporates, die sich hier ein Stück vom (PropTech-)Kuchen abschneiden wollen – unter anderem um sich entsprechendes Produkt-Know-how und Digitalkompetenz im Unternehmen zu sichern.

    Immer mehr Versicherungen und Banken nutzten die vergangenen zwölf Monate, um ihr eigenes Ökosystem „Wohnen“ aufzubauen. Was im «Corona-Jahr» 2020 geplant und konzipiert wurde, kam in 2021 zur Umsetzung – mit dem Ziel die eigene Marktposition etwa im Hypothekargeschäft, in der Immobilienvermarktung oder im Bereich Versicherungslösungen zu stärken.

    Die Mobiliar machte mit ihren Unternehmungen in Richtung Ökosystem am meisten von sich reden. Das Versicherungsunternehmen hat u.a. gemeinsam mit Raiffeisen das Joint Venture Liiva ins Leben gerufen, um mit dieser Plattform ihren Kunden Zugang zum Ökosystem Wohnen zu eröffnen und eine durchgängige Wertschöpfungskette aufzubauen. Aber auch die Credit Suisse, der Hypothekenspezialist Moneypark und das auf Daten spezialisierte PropTech Pricehubble verkündeten vor Kurzem ihre Partnerschaft, mit dem Ziel eine Service- und Informationsplattform für Eigenheimbesitzer zu schaffen. Und auch für die Kantonalbanken, schon länger mit der Plattform newhome.ch am Markt, gehören Immobilien zum Kerngeschäft. Mit einer wesentlichen Beteiligung dreier Kantonalbanken am PropTech-Unternehmen emonitor, führend in der Digitalisierung von Vermietungs- und Vermarktungsprozessen, ist auch hier ein weiterer Schritt Richtung Ökosystem Wohnen gesetzt.

    Das vergangene Jahr war auch geprägt von Fusionen und Zusammenschlüssen von bestehenden Geschäftsmodellen – etwa dem Portal- und Lösungsanbieter Flatfox und der Bewirtschaftungslösung Aroov. Richtig «eingeschlagen» hat die Mitteilung des Zusammenschlusses mehrerer Immobilienportale wie homegate.ch und ImmoScout24 unter der Marke Swiss Marketplace Group (SMG), einem gemeinsamen Joint Venture von TX Group, Ringier, die Mobiliar und General Atlantic.

    Es bleibt also spannend, wie es im neuen Jahr weitergeht und welche konkreten Erfolge wir beobachten werden. Die Basis ist vielfach geschaffen, aber auch auf Ebene Organisation, Neustrukturierung und Governance gibt es sicher noch Einiges zu tun. Und auch das Thema Nachhaltigkeit wird im neuen Jahr vermutlich noch öfter genannt werden…

    Mehr Impulse finden Sie bei PropTechMarket: https://proptechmarket.net/impulse

  • Schlaue neue (Immo-)Welt

    Schlaue neue (Immo-)Welt

    Welche sind also die Kompetenzfelder, in denen wir uns künftig sicher bewegen sollten?
    Unter dem Begriff Tech-Wissen lässt sich einiges subsumieren: Die zunehmend softwarebasierten Lösungen erfordern u.a. die Auseinandersetzung mit Schnittstellenanpassung und Webintegration. Das Beherrschen von Programmiersprachen könnte zum individuellen Wettbewerbsvorteil werden. Keine zielgerichtete Marketing-Kampagne mehr ohne Data Analytics-Know how. Und es ist sicher nicht falsch, sich schon jetzt mit der Blockchain-Technologie und Begriffen wie DeFi und NFT auseinanderzusetzen…

    Es geht aber nicht nur um technologisches Wissen selbst, sondern auch um den richtigen Umgang mit Technologie und den neuen digitalen Möglichkeiten. Cloudbasierte Anwendungsprogramme und virtuelle Team-Applikationen schiessen wie Pilze aus dem Boden – ohne bewussten Einsatz und gezielten Umgang können diese Helfer auch schnell zum Zeitfresser und Burnout-Beschleuniger werden. «Otto Normalmitarbeiter» wird sich zudem auch mehr und mehr mit dem Thema Cyber Security auseinandersetzen müssen.

    Last but not least braucht es auch ein neues Verständnis von Leadership undKollaboration. Das oftmals traditionelle Hierarchiedenken im Konzern hat sicher nicht das Potential eines modernen Leadership-Modells. Die reine Startup-Peer-to-Peer-Kultur ohne prozessuale Regeln ist aber auch nicht der goldene Weg. Es braucht vor allem Achtsamkeit und Partizipation, eine vernünftige Autonomie und Eigenverantwortung sowie eine neue Fehlerkultur. Pläne und Aktivitäten müssen schnell und flexibel angepasst werden können – agile Methoden sind somit aus diesem Blickwinkel im (Projekt-)Management künftig ein Must.

    Mehr Impulse finden Sie hier: https://proptechmarket.net/impulse

  • PropTech Map wächst wieder stark

    PropTech Map wächst wieder stark

    Verschiedene PropTechs, akenza.io, PriceHubble, architrave und realcube, verpassten sich einen neuen Auftritt, inkl. neues Logo.

    Der neue Report Swiss Venture Insights zeigt, wohin im 3. Quartal 2021 das viele Geld geflossen ist. PropTechs haben auch Brosamen erhalten.

    Hier die Neuzugänge

    • Construction: medusoil.com und raumpioniereai.com
    • Finance: Der Hypothekenvermittler Moneypark war bisher nicht auf der PropTech Map Switerland zu finden. Mit den neuen Aktivitäten rund um die Immobilienvermittlung gehören sie nun dazu. tilbago.ch hat sich auf die eine Lösung für Betreibungen und Verlustscheine spezialisiert. Hinter dem Hypothekenvermittler cactous.ch soll die Migros Bank stehen.
    • Floorplan AR/VR 3D: uzufly.com, mytourlive.com, visualreality3d.ch und backbone. Wie kürzlich vermeldet, konnte das Westschweizer Startup backbone eine Finanzierungsrunde erfolgreich abschliessen.
    • Marketplaces: Die Avobis-Gruppe hatte mit propertycaptain.ch einen neuen Immobilienmarktplatz lanciert. Durch die Integration der Neuen Aaargauer Bank in die Credit Suisse ist der regionale Marktplatz nabhome.ch verschwunden. Gemäss gut informierte Quelle, plant die CS neue Aktivitäten im Bereich Wohnen. In der Westschweiz ist der Marktplatz lookmove aktiv. Dieses PropTech sagt von sich, dass sie das grösste Angebot an Immobilien aufweisen. lookmove könnte eine interessante Alternative sein für alle Finanzdienstleister in der Schweiz, die (jetzt noch) auf den Zug der Ökosysteme „Wohnen“ aufspringen wollen. lookmove plant gerade eine Finanzierungsrunde, um die internationale Expansion zu finanzieren.
    • Services: Swiss AI, mybeppo.ch, immowise und iNCH
    • Smart Building: Ein weiteres Westschweizer PropTech heisst local-energy.ch, während zevvy.ch aus der Zentralschweiz kommt.
    • Software: ziffu.io und prozessfux.com

    PropTech Map wächst wieder stark. Die Schweiz hat im Vergleich mit Deutschland eine äusserst attraktive, vielfältige und vor allem viel grössere PropTech Szene.

  • 2. Global Real Estate Run

    2. Global Real Estate Run

    Der Herbst nähert sich mit grossen Schritten und mit ihm leider auch wieder die Zeit von steigenden Corona-Fallzahlen. Ein dezentrales Team-Event im Freien gibt Planungssicherheit und erfordert keine Zertifikatspflicht bzw. den damit verbundenen organisatorischen Aufwand. Firmen können sich als gesamtes Unternehmen anmelden oder auch nur mit einzelnen Teams teilnehmen. Eine ideale Möglichkeit für einen Strategy-Walk abseits des hektischen Alltagsgeschehens – oder einfach nur für einen netten Plausch unter Arbeitskollegen.

    Dazu nutzten einige Unternehmen die Veranstaltung im letzten Frühling für zusätzliche Teambuilding-Massnahmen und organisierten etwa spontan einen Apéro-Empfang, starteten einen eigenen Slack-Channel um den (internationalen) Team-Spirit zu stärken oder entschieden sich auf der gesamten Strecke Abfall zu sammeln und diese gute Tat über Social Media zu kommunizieren. Mehr Impressionen der vergangenen Veranstaltung finden Interessierte hier.

    Für die Teilnahme gibt es keine speziellen Voraussetzungen, nur den Willen 6 Kilometer innerhalb 24 Stunden zu absolvieren. Ob Joggen oder ambitioniertes Gehen ist jeder teilnehmenden Person freigestellt. Nach Anmeldung erhält der Teilnehmer Zugang zu einer geogetaggten App. Die Strecke kann von den Privatpersonen/Teams frei und ortsunabhängig gewählt werden.

    Die Organisatoren möchten mit dieser Initiative wieder auf Innovation und Nachhaltigkeit in der Immobilienwirtschaft aufmerksam machen. Jeder kann hierzu etwas beitragen. Denn Nachhaltigkeit ist kein lokales, sondern ein globales Thema. Genauso wie der Global Real Estate Run. Als «grünes» Zeichen wird dank der Hauptpartner UnispaceImmo!nvest und PropTechMarket für jeden absolvierten Kilometer ein Baum gepflanzt.

  • Haushoch überlegen mit Drohnen

    Haushoch überlegen mit Drohnen

    Mittels Drohnenaufnahmen lassen sich Neubauprojekte digital modellieren. Das geplante Objekt wird mit Hilfe einer Software in die von der Drohne erhaltenen Grundstücks- und Umgebungsaufnahmen sozusagen «hineingesetzt». Mit diesem Building Information Modeling (BIM) entstehen so realitätsgetreue Visualisierungen eines Neubauprojekts in zwei- oder dreidimensionaler Ansicht. Objektstrategische Aussagen können so zuverlässig, schnell und günstig getroffen werden.

    Drohnen werden aber auch für baubezogene Arbeiten selbst eingesetzt. Zu den jüngsten Anwendungen zählt der computergesteuerte Einsatz von Drohnen für Fassadenanstriche. Die fliegenden Robotik-Helfer lassen sich sehr präzise steuern und können ganz nahe an eine Wand fliegen. So ist es möglich, Fassaden ohne Arbeitsvorbereitung und Aufstellung von Gerüsten zu streichen. Neben der Zeitersparnis ist dies auch ein Fortschritt in puncto Sicherheit auf dem Bau.

    Ein weiterer Anwendungsbereich ist jener für Inspektionen und Schadensprüfungen von Gebäuden und Bauwerken – beispielsweise der Einsatz von Drohnen für die Dachinspektion. Aufgrund der hohen Flughöhen und guten Stabilisierung im Flug können Drohnen auch bei historischen Gebäuden – beispielsweise Kirchen – eingesetzt werden. Aber auch zur Prüfung von Gebäuderissen, Glasschäden oder schwer zugänglichen Stellen lassen sich Drohnen komfortabel und sicher einsetzen. Dank der hohen Auflösung der Bilder können auch feinste Schäden erkannt werden und diese Aufnahmen für spätere Dokumentationszwecke gespeichert werden.

    Impulse rund um Innovationen in der Immobilien- und Bauwirtschaft finden Sie hier: https://hubs.li/H0RQl480

  • Ökosysteme im Fokus

    Ökosysteme im Fokus

    Unter Ökosystem versteht man grundsätzlich das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Stakeholdern in einem definierten Bereich eines menschlichen Bedürfnisses – beispielsweise Mobilität, Gesundheit oder Wohnen. Der zunehmende Trend zu Ökosystemen zeichnet sich in unterschiedlichen Lebensbereichen ab. In Abhängigkeit ihrer Beziehung zum Endkonsumenten können die verschiedenen Player in einem Ökosystem drei unterschiedliche Rollen einnehmen: die des «Orchestrators», die des «Realisierers» oder jene des «Enablers».

    Der Orchestrator hat den direkten Kontakt zum Endkunden und übernimmt das Management des Customer Interface über eine digitale B2C-Plattform. Bekannte Beispiele sind hier etwa Amazon oder Airbnb. Diese Unternehmen sind vereinfacht gesagt dafür verantwortlich, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und diese mit den richtigen Produkten und Services von Firmen zusammenzubringen. Letztere sind in diesem Kontext die Realisierer – im Ökosystem «Wohnen» etwa Anbieter für PropTech-Lösungen oder Versicherer und Banken selbst mit ihren jeweiligen Produkten und Services. Jene Unternehmen, die als Unterstützer für die beiden anderen Gruppen agieren, sind Enabler. Diese treten nicht direkt mit dem Endkonsumenten in Kontakt. Tatsächlich sind die meisten Unternehmen in einem Ökosystem Enabler – etwa Lieferanten von Produktkomponenten oder Software. Sie bilden sozusagen das Backbone des Ökosystems.

    Dieses Zusammenspiel ist essentiell im zunehmenden Kampf um Marktanteile. Deshalb beteiligen sich immer mehr Versicherungen und Banken auch direkt an PropTech-Unternehmen – unter anderem um mittels Digitalisierung ihrer eigenen Wertschöpfungskette ihr Angebot benutzerfreundlicher und kosteneffizienter anbieten zu können. Inwieweit Versicherer und Banken die Rolle der Orchestratoren in Zukunft ausfüllen wird sich zeigen. Sicher ist, dass sie sich über ein funktionierendes Ökosystem Kundenschnittstellen sichern können – denn viele Experten sind sich einig: In Zukunft wird der Fokus auf digitalen Ökosystemen liegen.

    Mehr Impulse zum Thema finden Sie hier: https://proptechmarket.net/impulse

  • 5 gute Gründe für einen Tech-Check

    5 gute Gründe für einen Tech-Check

    Es gibt einige Gründe, warum es sich für ein Unternehmen in der Immobilienwirtschaft lohnt, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen.

    Attraktivität für Mitarbeiter: High Potentials und gut ausgebildete Mitarbeiter wollen in Unternehmen arbeiten, welche agil und digital sind. Um beim künftigen «War for Talents» mithalten zu können ist eine digitale Unternehmens-DNA fast schon ein «Hygienefaktor».

    Schaffung von Effizienz und Transparenz: Mit neuen Lösungen – etwa im Bereich Artificial Intelligence und Data Analytics – können Ressourcen richtig gebündelt, Anlageentscheidungen fundiert getroffen oder Vermietungs- und Verkaufsprozesse schneller und kosteneffizienter abgewickelt werden.

    Minimierung von Risiken: Durch den gezielten Einsatz von Technologien können Daten generiert, strukturiert und analysiert werden, um so Entscheidungsgrundlagen zu verbessern und damit Risiken zu minimieren.

    Neue Optionen der Monetarisierung: Disruptive neue Technologien wie etwa die Blockchain-Technologie sind «Business Enablers» und fördern die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle, Ökosysteme und Kooperationen.

    Verbesserung der User Experience: Neue Technologien wie Virtual oder Augmented Reality ermöglichen ein ganz neues Nutzererlebnis. Diese Art von «Convenience» wird künftig Standard werden und der Kunde vermutlich nicht mehr darauf verzichten wollen.

    Einen Überblick über neue Technologien und PropTech-Lösungen finden Sie hier: https://hubs.li/H0RQjYL0