Schlagwort: Prozesswärme

  • Onlinetool für klimaneutrale Industrieprozesse

    Onlinetool für klimaneutrale Industrieprozesse

    Die Industrie steht vor der Herausforderung, ihre Prozesse von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzustellen. Besonders für Temperaturbereiche von 100 bis 200°C bieten Hochtemperatur-Wärmepumpen eine energieeffiziente Lösung. Sie können nicht nur Prozesswärme bereitstellen, sondern auch gleichzeitig Kälte erzeugen, was sie für viele Industriezweige besonders attraktiv macht.

    Interaktive Technologie-Landkarte für Unternehmen
    Im Forschungsprojekt «Identifikation von industriellen Wärmepumpen für die Prozesswärme» hat das Fraunhofer ISE ein Onlinetool entwickelt, das Unternehmen gezielt bei der Auswahl der richtigen Wärmepumpentechnologie unterstützt.

    Das Tool bietet:

    • Visualisierung der verfügbaren Wärmepumpentechnologien im Temperaturbereich und Leistung
    • Zuordnung von Wärmepumpen zu spezifischen Industrieprozessen (z. B. Reinigung, Trocknung, Kühlung)
    • Interaktive Abrufmöglichkeiten für Prozesstemperaturen in verschiedenen Branchen
    • Detaillierte Fact Sheets zu Kreislaufprozessen, Verdichtertechnologien und Kältemitteln

    Ein Beitrag zur klimaneutralen Industrie
    Das Onlinetool ist Teil des Fraunhofer-Forschungsleitthemas «Klimaneutrale Industrie», das Unternehmen auf dem Weg zu einer CO₂-neutralen Energieversorgung unterstützt.

    Dazu gehören:

    • Optimierung von Energieeinsparpotenzialen
    • Nutzung industrieller Abwärme
    • Integration erneuerbarer Energien (z. B. Photovoltaik zur Eigenstromversorgung)
    • Speicherlösungen für Wärme, Kälte und Strom

    Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Aufbereitung von Industrieabwässern, die nicht nur Abwärme, sondern oft wertvolle Reststoffe wie Metalle oder Säuren enthalten. Diese können mit modernen Rückgewinnungstechnologien effizient wiederverwertet werden.

    Mitwirken und Daten beitragen
    Der Datenpool des Onlinetools wird laufend erweitert. Hersteller von Wärmepumpen und Industrieunternehmen können mit dem Fraunhofer ISE in Kontakt treten, um ihre Daten in die Plattform zu integrieren und so die Entwicklung weiter voranzutreiben.

    Mit dieser neuen digitalen Lösung bietet das Fraunhofer ISE Unternehmen ein effektives Werkzeug zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse und zur Steigerung der Energieeffizienz – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion.

  • Synhelion und Cemex produzieren ersten Solarbeton

    Synhelion und Cemex produzieren ersten Solarbeton

    Synhelion und die mexikanische Cemex, im Jahr 2020 fünftgrösster Zementhersteller der Welt, haben den ersten Solarklinker der Welt produziert. Wie beide Unternehmen in einer gleichlautenden Medienmitteilung schreiben, sei diese „revolutionäre Innovation“ ein „erster Schritt zur Entwicklung vollständig solarbetriebener Zementwerke“. Dr. Gianluca Ambrosetti, CEO und Mitgründer von Synhelion, zeigt sich stolz, „gemeinsam mit Cemex eine konkrete, industriell relevante Anwendung unserer vollständig erneuerbaren Hochtemperatur-Solarwärme zu demonstrieren“.

    Synhelion ist 2016 aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich hervorgegangen. Die Technologie des Unternehmens will mit Solarkraftstoffen alle Arten von fossilen Brennstoffen ersetzen. Den Angaben zufolge wandelt sie konzentrierte Sonnenwärme in „die heisseste auf dem Markt erhältliche Prozesswärme“ um. Cemex will bis 2050 weltweit CO2-neutralen Beton liefern. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist CEMEX Ventures und sein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Brügg BE.

    Die Forschungsteams beider Unternehmen installierten auf dem Gelände des Imdea Energieforschungsinstituts der Madrider Regionalregierung eine Pilotanlage. Dort lieferte der Solar-Receiver von Synhelion mit konzentriertem Sonnenlicht „rekordverdächtige“ Temperaturen von über 1500 Grad. Damit wird ein gasförmiges Wärmeträgermedium erhitzt. So konnte die für das Zusammenschmelzen von Kalkstein, Ton und anderen Materialien erforderliche Hitze bereitgestellt werden.

    Der so gewonnene Klinker wurde zur Herstellung von Zement verwendet und anschliessend zu Beton weiterverarbeitet. In der nächsten Phase ihres gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsprojekts wollen Synhelion und Cemex auf eine Pilotanlage in industriellem Massstab hinarbeiten.