Schlagwort: Quartier Neumatt

  • Grünes Licht für Projekt Unterfeld in Baar

    Grünes Licht für Projekt Unterfeld in Baar

    Das Unterfeld ist eine der letzten grossen zusammenhängenden Baulandreserven und als kantonales Verdichtungsgebiet deklariert. Die Lage direkt auf der Gemeindegrenze zwischen Baar und Zug grenzt an die Erholungszone Lorze und bietet viel Entwicklungspotenzial. Doch manchmal brauchen solche umfassenden Konzepte mehr als einen Anlauf. So auch die Gebietsplanung Unterfeld: Nachdem sich die Bevölkerung von Baar im Frühjahr 2017 gegen eine grenzübergreifende Planung ausgesprochen hatte, wurde das Projekt «Unterfeld Süd» im September 2020 im zweiten Anlauf von den Stimmberechtigten mit 65 Prozent Ja-Stimmen durchgewinkt.

    Das Projekt wurde unter Führung der Gemeinde Baar und in einem 50-köpfigen Team neu entwickelt. Das Team bestand aus Experten der Bereiche Städtebau und Landschaftsarchitektur, Behördenvertretern und Grundeigentümern sowie Anwohnern, Befürwortern und Gegnern des früheren Projekts, aus Mitgliedern von Fachgremien und Verbänden sowie den Ortsparteien.

    Auf dem Quartiergestaltungsplan aufbauend sind der Zonenplan sowie die Bauordnung abgestimmt worden. Man hat sich auf den Bau eines nachhaltigen Quartiers geeinigt, welches neue Lebens-, Wohn- und Arbeitsformen ermöglicht. Vier Baufelder werden etappiert überbaut. Vorgesehen sind Mietwohnungen sowie Stockwerkeigentum. Auch die Schaffung von Büro- und Dienstleistungsflächen sowie publikumsorientierte Nutzungen in einigen der Erdgeschosse sind projektiert. Ein Quartierplatz, ein grosszügiger Boulevard für den Langsamverkehr und viel Grünfläche sorgen für ausreichend Freiräume. Entstehen sollen drei Hochhäuser mit 60, 50 und 40 Meter Höhe.

    Der Architekturwettbewerb für die erste Bauetappe ist bereits gestartet. Voraussichtlich im Jahr 2022 wird die Baarer Gemeindeversammlung über den ausgearbeiteten Bebauungsplan entscheiden. Der erste Spatenstich dürfte nicht vor Sommer 2023 erfolgen. Zunächst sollen das 60-Meter-Hochhaus bei der S-Bahn-Haltestelle Lindenpark sowie das benachbarte Bürogebäude realisiert werden. Die übrigen Baufelder werden parallel dazu weiterentwickelt.

    Eigentümer sind die Implenia Immobilien AG, die Ina Invest AG und die Erben Stocker. Für die Arealentwicklung zeichnet Implenia verantwortlich. Das Unternehmen entwickelt die Baufelder 1A und 4 als Eigentümer sowie die Baufelder 1B und 3 im Auftrag von Ina Invest. Weiterhin Interesse bekunden die beiden ortsansässigen Wohnbaugenossenschaften Familie Baar und Liberale Baugenossenschaft Baar. Auf dem Stadt Zuger Gebiet plant die Korporation Zug unabhängig von den anderen Grundeigentümern ein Projekt. Wie dieses aussehen wird, ist noch offen.

  • Neuer Lebensraum in Spreitenbach

    Neuer Lebensraum in Spreitenbach

    Das Quartier Neumatt soll das Einkaufszentrum Shoppi noch mehr nach aussen öffnen und zugleich die bestehenden Ortsteile von Spreitenbach besser miteinander verbinden, schreiben Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG und Losinger Marazzi in einer Mitteilung. In den neuen Gebäuden sollen rund 600 Wohnungen im mittleren bis höheren Preissegment sowie Eigentumswohnungen realisiert werden. Zudem sind in den Sockelgeschossen öffentliche Nutzungen in Verbindung mit dem Shoppingcenter geplant. Für Spreitenbach sei diese Entwicklung nicht nur ein Meilenstein, sondern ein «Hundertmeilenstein», sagt Gemeindepräsident Valentin Schmid.

    Um die Vorgaben aus dem Entwicklungsrichtplan (ERP) zu konkretisieren und Inputs für die Freiraumgestaltung und für die Architektur der Gebäude zu erhalten, führte die mit der Entwicklung und Realisierung der Neumatt beauftragte Losinger Marazzi AG zwischen Januar und Juni 2018 ein Studienauftragsverfahren mit sieben Teams durch. Daraus wählte das Beurteilungsgremium, in dem auch die Gemeinde Spreitenbach vertreten war, für jedes Baufeld den jeweils besten Ansatz aus.

    Schlanke Doppelhochhäuser
    Im Studienauftrag schlugen gleich zwei Teams vor, anstatt zwei breite Hochhausscheiben zwei schlanke Doppelhochhäuser zu realisieren. Dies erlaube mehr Wohnungen mit einer zweiseitigen Ausrichtung. Das Beurteilungsgremium nahm diesen Vorschlag auf und empfiehlt, sowohl das Hochhaus Süd als auch das Hochhaus West als Doppelhochhaus mit je einem verbundenen Sockel zu realisieren. In den Hochhäusern sollen Mietwohnungen in einem mittleren bis höheren Preissegment entstehen.

    Moderne Metallfassaden
    Das Hochhaus Süd (Baubereich I) realisiert das Atelier ww Architekten SIA AG, Zürich. Das Projekt zeichne sich unter anderem durch moderne Metallfassaden und eine zeitgenössische Architektursprache aus, betonen die Projektverantwortlichen. Ausserdem ist die Integration Photovoltaikanlagen in der Fassade möglich. Dies wird im weiteren Projektverlauf detailliert geprüft. Für das Hochhaus West (Baubereich B) wurde die Lösung des Teams bestehend aus Ruprecht Architekten und HILDEBRAND, Zürich, ausgewählt. Dort soll im Sockelgeschoss des Doppelhochhauses ein attraktiver Eingangsbereich zum Shoppi entstehen, der zugleich die Verbindung ins Quartier Langäcker aufwertet. Für das Baufeld C mit Eigentumswohnungen zeichnen die Architekten Morger Partner, Basel, verantwortlich.

    Auf den Dachflächen des Shoppi sind ökologische Ausgleichsflächen mit unterschiedlichen Nutzungen – etwa Spielplätze und Gartenflächen – für die Bewohner der Hochhäuser vorgesehen. Rund um die neuen Gebäude entstehen zahlreiche Grünflächen und Begegnungsorte. Eine Esplanade soll als Scharnier zwischen dem Shoppi und dem Stadtpark wirken. Das ebenfalls im Rahmen des Studienauftrags bestimmte Konzept für die Landschaftsarchitektur stammt vom Studio Vulkan, Zürich.

    Frühester Baubeginn: 2021/22
    Voraussichtlich Ende November 2019 stimmt die Gemeindeversammlung Spreitenbach über die für die Realisierung der Neumatt notwendige Teilrevision der Bau- und Nutzungsordnung ab. Parallel dazu wird der Gestaltungsplan erarbeitet. Danach folgt die Erarbeitung der Bauprojekte. Mit dem Bau kann demnach frühestens 2021/2022 begonnen werden. Die Realisierung wird den Angaben zufolge in Etappen erfolgen und sei abhängig von der künftigen Marktlage. ■