Schlagwort: Quartierplan

  • Liestal gestaltet sein Stadtzentrum um

    Liestal gestaltet sein Stadtzentrum um

    Liestal erfindet sich quasi neu und gestaltet sein Stadtzentrum um: Im Zentrum stehen neben Neubauten auch die Aufwertung von Begegnungszonen für die Bevölkerung sowie verbesserte Wegverbindungen. Damit will Liestal nicht nur als Wohn- und Arbeitsort attraktiver werden, sondern sich auch als Wirtschaftsstandort weiterentwickeln.

    Für die Entwicklung der drei Konzepte «Lüdin», Neubau des Gerichtsgebäudes sowie «am Orisbach» spielt der Quartierplan des Letztgenannten eine tragende Rolle und fungiert als Bindeglied. Dazu gehört der Neubau des Postgebäudes, welcher vom Architekturbüro Christ & Gantenbein umgesetzt wird. Gemeinsam mit dem Palazzo, dem Kantonsgericht und dem pavillonartigen ehemaligen Café Post definiert dieser das zukünftige Liestal. Der Neubau wird maximal 25 Meter hoch und reiht sich stimmig in das Stadtbild ein. Eine grosszügige Terrasse gibt den Blick über den geplanten Park bis zur Altstadt frei. Die Obergeschosse sind für Wohnungen und/oder Geschäftsräumlichkeiten reserviert, während zur Terrasse hin öffentliche Nutzungen vorgesehen sind. Der Schalterbetrieb der Post, Geschäfte, Gastronomie und Büros werden im Erdgeschoss eingegliedert. Der Bau des Postgebäudes ermöglicht die Freilegung des Orisbachs und die Gestaltung eines neuen Stadtparks.

    Bis 2025 soll auch das neue Bahnhofsgebäude fertiggestellt und die Inbetriebnahme des Vierspurausbaus der SBB abgeschlossen sein. Der Postneubau und die Erweiterung des Gerichtsgebäudes vervollständigen die Modernisierungen des Bahnhofbereichs. Der Zuschlag für den Anbau an das bestehende Gerichtsgebäude ging an das Churer Architekturbüro ARGE Notaton AG. Die Architekten überzeugten die Jury des Projektwettbewerbs mit einem kleinen Volumen und der Anordnung der Gerichtssäle auf drei Geschossen – inklusive dem Reservegerichtssaal im Sockelgeschoss.

    Die Umgestaltung der Allee zum Stadtpark.

    Der neue Stadtpark – Baustart soll 2025 sein – wird von Fontana Landschaftsarchitektur auf einer Fläche von 7710 Quadratmetern gestaltet und verbindet das Gebiet rund um den Bahnhof mit der Altstadt. Geplant sind Sitzstufen, die direkt ans Wasser des Orisbachs reichen, sowie drei neue Wege, die vom «Stedtli» zum Bahnhof führen. Ein Lift ermöglicht zudem den barrierefreien Zugang zur Allee und in die Altstadt. Die bestehenden Bäume werden entlang der Seestrasse bestmöglich erhalten und mit Neupflanzungen ergänzt. Gemeinsam mit dem Stadtpark entstehen so neue Aufenthalts- und Begegnungsorte.

    Das Lüdin-Areal wird zu einem Vorstadt-Quartier ausgebaut und fungiert als zweites Tor zum Stedtli. Dank des unterirdischen Parkhauses ist das Stedtli vom Lüdin-Areal her via kurzem Fussmarsch erreichbar. Die bisherigen öffentlichen Parkplätze an der Allee werden ins Parkhaus verschoben. Diese Massnahme schafft dem schlankeren und neupositionierten Postgebäude Platz für den Park.

    Die einzelnen Projekte werden sorgfältig aufeinander abgestimmt und sehen auch Verbesserungen bei der Führung des öffentlichen Verkehrs vor. Zudem wird so für eine zeitlich begrenzte und damit weniger belastende Baustelle gesorgt. Für die Umsetzung und Finanzierung der Vorhaben zeichnen die Stadt, die Post Immobilien AG, die Credit Suisse mit Unterstützung in Form von Beiträgen des Bundes und des Agglomerationsprogramms verantwortlich.

    Das Ensemble am Postplatz mit Blick Richtung Stedtli.
    Die öffentliche Stadtterrasse zwischen Bahnhof und Stedtli.
  • Litterna: Endlich Einigung erzielt

    Litterna: Endlich Einigung erzielt

    Mit der Litterna-Halle, erbaut 1978, verbinden die Visper zahlreiche Erinnerungen, war die Halle doch von 1979 bis 2019 Heimspielstätte des EHC Visp. Vor dem Abriss der Halle wurde der Abschied im Herbst 2019 denn auch gebührend mit einer Party gefeiert – und gleichzeitig wurde die neue Eissport- und Eventhalle, die Lonza Arena, eingeweiht. Für das Litterna-Areal besteht bereits seit 2018 ein rechtskräftiger Quartierplan, der mehrere gemischt genutzte Wohn- und Gewerbebauten vorsieht. Entsprechend plante die Bauherrschaft Swiss Prime Anlagestiftung, nach dem Abriss der Halle im Herbst 2020 mit den Bauarbeiten für die insgesamt vier Gebäude zu beginnen. Die Einsprache eines Bewohners gegen das Baugesuch verzögerte jedoch den Bewilligungsprozess. Dennoch wurde das Baugesuch vom Visper Gemeinderat im Dezember 2020 bewilligt, die Einsprache abgewiesen: Die Bauten und Anlagen würden dem Zweck und dem Quartierplan entsprechen, argumentierte die Gemeinde. Der Einsprecher zog seine Beschwerde weiter und gelangte im Frühjahr 2021 an den Staatsrat. Die Walliser Regierung lehnte die Beschwerde gegen den Entscheid der Gemeinde ebenfalls ab, worauf der Einsprecher an das Kantonsgericht als nächste Instanz gelangte. Bevor jedoch die Walliser Justiz nun einen weiteren Entscheid fällen konnte, haben Einsprecher und Bauherrin eine Einigung erzielt.

    Somit steht den Bauarbeiten auf dem rund 15’700 m2 grossen Areal, das durch seine Lage entlang der Bahnlinie und der Nähe zu den Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs einen wichtigen Baustein in
    der übergeordneten Siedlungsentwicklung von Visp darstellt, nichts mehr im Weg. In den vier Gebäuden entstehen 138 Mietwohnungen, Gewerberäumlichkeiten in den Erdgeschossen, eine Kindertagesstätte sowie ein Detailhandelsgeschäft. Die ersten Wohnungen dürften frühestens im Herbst 2023 bezugsbereit sein. Die Bauherrin Swiss Prime Anlagestiftung investiert am Visper Standort rund 70 Millionen Franken. Totalunternehmerin ist die Eiffage Suisse, die Bauarbeiten werden von der Volken Group ausgeführt.