Schlagwort: Quartierplanung

  • Thun Nord entwickelt sich zum neuen Stadtteil

    Thun Nord entwickelt sich zum neuen Stadtteil

    Der künftige neue Stadtteil Thun Nord ist einer der vier wichtigsten kantonalen Entwicklungsschwerpunkte und der wichtigste im Berner Oberland, so eine Mitteilung der Stadt Thun. Auf einem Gelände von 60 Hektaren soll hier ein zukunftsgerichtetes Stadtquartier und ein Wirtschaftsstandort von überregionaler Ausstrahlung entstehen. Das Areal soll durch eine neue S-Bahnhaltestelle erschlossen werden.

    Das Gelände gehört je zur Hälfte Armasuisse Immobilien und der RUAG Real Estate AG. Die Stadt Thun hat 2025 mit ihnen sowie der BLS ein sogenanntes Werkstattverfahren für das Kerngebiet rund um die geplante Bahnhaltestelle durchgeführt. Drei interdisziplinäre Teams entwickelten zusammen mit Expertinnen und Experten und den verschiedenen Anspruchsgruppen Vorschläge. Aus diesen hat ein Begleitgremium Eckwerte für die weitere Entwicklung abgeleitet.

    Das Grundgerüst des neuen Stadtteils soll durch die Freiräume gebildet werden. Dieser wird geprägt durch die Aare, die Strassen, den Bahnraum und das Ortsbild. So soll die bestehende Sheddachhalle das Rückgrat der Anlage bilden. Die beiden Grundeigentümerinnen wollen ihre geschlossenen Betriebsareale auf das Gebiet westlich der Alpenbrücke und auf die Flächen des Textilcenters konzentrieren. Ausserhalb von ihnen sind gemischte Nutzungen vorgesehen. Zu den prägenden Akteuren wird auch die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) mit ihrem neuen Campus gehören.

    Die Ergebnisse des Werkstattverfahrens werden bis zum 6. März im Rathaus Thun ausgestellt.

  • Umzug schafft Entwicklungschance mit Seeblick

    Umzug schafft Entwicklungschance mit Seeblick

    Weil es den aktuellen Anforderungen an ein modernes Gesundheitszentrum nicht mehr genügt, wird das Kantonsspital Luzern gemeinsam mit dem Pflegezentrum Seeblick nach Schenkon verlegt. Für das 47‘000 Quadratmeter grosse Areal wollen der Kanton als Eigentümer und die Stadt Sursee eine attraktive Zukunft planen, heisst es in einer Mitteilung.

    Bereits ersten Einschätzungen zufolge eignet sich das Areal für eine gemischte Bebauung mit Wohn- und Geschäftsräumen. So könnten Wohneinrichtungen sowohl für Familien, Paare, Singles oder auch für Senioren geschaffen werden, Dienstleistungs- und Gastronomieangebote könnten das Areal vervollständigen. Das oberhalb des Sempachersees gelegene Grundstück liegt in unmittelbarer Nähe zur Altstadt von Sursee und verfügt bereits heute über eine gute Erschliessung mit verschiedenen Verkehrsmitteln.

    „Mit dem Umzug eröffnet sich die einmalige Chance, den bisherigen Standort in Sursee neu zu nutzen“, wird Regierungsrat Reto Wyss in der Mitteilung zitiert. „Dieses attraktive Areal mit Seeblick an guter Lage soll dafür umgezont werden. Mit den nächsten Planungsschritten soll aufgezeigt werden, was wo realisierbar ist“. Ab Frühling 2026 soll mit dem beginnenden Umzug des Spitals eine Planungsphase für das neue Quartier beginnen. Dabei sind verschiedene Treffen mit der örtlichen Bevölkerung und Interessengruppen geplant. Ab 2034 ist das Areal voraussichtlich frei und könnte neu bebaut werden. Auch an ein Einbeziehen der bereits bestehenden Bausubstanz wird gedacht.

  • Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Zukunftsareal im Norden Basels schafft Wohn- und Arbeitsraum

    Das Klybeck-Areal im Dreiländereck von Basel soll ein moderner Stadtteil am Rheinufer werden. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, haben die Planungspartner Kanton Basel-Stadt, Swiss Life und Rhystadt hierzu das Richtprojekt klybeckplus initiiert, welches die Grundlage für die Nutzungsplanung bildet.

    Das etwa 30 Hektaren grosse Areal soll ein von Wohnanlagen, Wirtschaftsgebäuden und Parkanlagen durchmischter Stadtteil werden. Dabei soll Wohnraum für 8500 Menschen geschaffen werden. Gemäss der Planung soll ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig zur Kostenmiete zur Verfügung gestellt werden. Zudem sollen 7500 Arbeitsplätze geschaffen werden. Die beiden Eigentümer Swiss Life und Rhystadt werden für die Umbauten 3 Milliarden Franken investieren, heisst es in der Mitteilung.

    „Das konkretisierte Richtprojekt, wie es nun vorliegt, bietet eine gute Voraussetzung, um das enorme Potential des Areals zu realisieren und für die Bevölkerung und die ganze Region viel und vor allem langfristigen Mehrwert zu schaffen“, wird Christian Mutschler von Rhystadt in der Mitteilung zitiert. Jürgen Friedrichs von Swiss Life ergänzt: „Das Richtprojekt zeigt, wie die vielfältigen Ziele von Wohn- bis Freiraum vereint werden können und gleichzeitig die bauliche, raumplanerische und ökonomische Machbarkeit gesichert bleibt.“ Regierungspräsident Conradin Cramer zeigt sich überzeugt, mit dem Projekt ein „attraktives neues Stück Stadt zum Wohlergehen der Bevölkerung“ zu schaffen. 

  • Vom Werkhof zum klimaresilienten Stadtquartier

    Vom Werkhof zum klimaresilienten Stadtquartier

    Ausgangspunkt der Entwicklung ist der Rückzug des CKW-Werkhofs im Kontext der grossräumigen Transformation rund um den Seetalplatz. Auf Basis eines zweistufigen Studienauftrags der CKW und der Stadt Luzern setzte sich 2022 das Projekt «Habitat – Quartier im Hain» durch. Entscheidend waren der sorgfältige Umgang mit Bestandesbauten. Insbesondere der Shedhalle sowie die konsequente Integration von Freiräumen und Regenwasserbewirtschaftung.

    Die Ideen des Siegerprojekts wurden anschliessend auf den gesamten Perimeter des Bebauungsplans übertragen und planungsrechtlich verankert. Damit entsteht eine koordinierte Gesamtfigur, die private Grundstücke und das ehemalige Werkhofareal zu einem städtebaulichen Ganzen verbindet.

    Städtebau, Nutzungsmischung und Schwammstadt
    Der nordöstliche Teil des Gebiets wird aus lärm- und stadträumlichen Gründen von grösseren, gemischt genutzten Baukörpern in geschlossener Bauweise geprägt. Hier bündeln sich Wohnen, Arbeiten, Dienstleistungen und Erdgeschossnutzungen entlang von Strassen und Plätzen. Der westliche Teil setzt auf offene Wohnbauten, zusammenhängende Grünräume und Wege, welche die angrenzenden Quartiere anbinden.

    Zentrales Element ist eine topographische Mulde im Westen, eine frühere Aue. Sie dient als Retentionsraum für Regenwasser und bildet die Grundlage des «Stadthains», der mit Baumbestand, Versickerungsflächen und kühlendem Mikroklima das Quartier prägt. Regenwassermanagement, klimaangepasste Freiraumgestaltung und das Schwammstadt-Prinzip werden so zu tragenden Bausteinen der Quartiersidentität.

    Soziale Durchmischung und Vielfalt
    Im Endausbau sind in Reussbühl West rund 700 bis 800 zusätzliche Wohnungen vorgesehen, mindestens 20 Prozent davon gemeinnützig. Ergänzt werden sie durch Mehrzweckräume und rund 15’000 bis 18’000 Quadratmeter Arbeitsflächen für Gewerbe und Dienstleistungen. Kurzzeitvermietungen bleiben auf die bereits heute vorhandenen Flächen beschränkt und sind nur im Baufeld C9 zugelassen. Ein bewusstes Signal zugunsten langfristiger Wohn- und Quartiersstrukturen.

    Die Bestandes-Shedhalle wird für publikumsorientierte Nutzungen geöffnet und fungiert als Adresse für Kultur, Freizeit oder kleinteiliges Gewerbe. Zusammen mit den Erdgeschossnutzungen der Neubauten entsteht ein nutzungsgemischtes, ganztägig belebtes Umfeld, das Wohnen, Arbeiten und öffentliche Angebote eng verzahnt.

    Planungsrechtliche Grundlage und zeitliche Perspektive
    Der Bebauungsplan «Reussbühl West» legt die wesentlichen Hauptelemente der städtebaulichen Figur und der Nutzungsverteilung grundeigentümerverbindlich fest und ermöglicht eine etappierte Umsetzung. Vom 24. November bis 23. Dezember 2025 liegt er öffentlich auf. Einsprachen und Verhandlungen fliessen in die weitere Bearbeitung ein, bevor der Plan dem Grossen Stadtrat vorgelegt wird.

    Gemeinsam mit dem bereits rechtskräftigen Bebauungsplan «Reussbühl Ost» entsteht damit ein planungsrechtlicher Rahmen für ein aufgewertetes, gemischt genutztes Quartier mit insgesamt rund 1’000 zusätzlichen Wohnungen und 15 bis 20 Prozent Gewerbeflächen. Die Verdichtung erfolgt schrittweise. Bereits heute sind in Reussbühl Ost erste gemeinnützige Wohnungen und neue Gewerbeflächen im Bau und markieren den Übergang vom industriell geprägten Areal zum urbanen Stadtbaustein der nächsten Generation.

  • Ein visionäres Stadtentwicklungsprojekt

    Ein visionäres Stadtentwicklungsprojekt

    Das neue Stadtquartier umfasst eine Fläche von 125’600 Quadratmetern und bietet zukünftig Raum für rund 1’700 Bewohnerinnen und Bewohner sowie ebenso viele Arbeitsplätze. Die Entwicklung orientiert sich an einem nachhaltigen Stadtmodell, das sowohl verdichtetes Bauen als auch naturnahe Erholungszonen vereint. Das Projekt entlastet das Stadtzentrum und schafft zugleich moderne, gut erschlossene Gewerbeflächen, die Solothurns Attraktivität als Wirtschaftsstandort stärken.

    Lebensraum für alle Generationen
    Der neue Stadtteil setzt auf durchdachte Nutzungskonzepte, die auf die Bedürfnisse einer wachsenden Stadtgesellschaft abgestimmt sind. Es entstehen vielfältige Wohnangebote für Singles, Familien und Senioren, moderne Arbeitsflächen mit flexiblen Nutzungsmöglichkeiten sowie hochwertige Grün- und Erholungsräume, die zur Lebensqualität beitragen. Die urbane Lage zwischen Aare und Altstadt verbindet die Vorzüge des städtischen Lebens mit den Annehmlichkeiten von Sport und Erholung in schönster Natur. Grosszügige öffentliche Räume und verkehrsberuhigte Zonen fördern eine hohe Aufenthaltsqualität und unterstützen den gesellschaftlichen Austausch.

    Stadtentwicklung mit starkem Quartiergeist
    Solothurn Weitblick ist mehr als ein Bauprojekt, es ist ein Modell für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung. Die Mischung aus verschiedenen Wohnformen, genossenschaftlichem und privatem Wohneigentum sowie eine konsequente Ausrichtung auf Fussgängerinnen und Fussgänger fördern eine starke Quartiersidentität. Begegnungszonen, begrünte Promenaden und durchdachte Raumstrukturen laden zum Verweilen ein und schaffen einen lebendigen Stadtteil, der zur aktiven Teilhabe anregt.

    Vorreiter für nachhaltige Stadtplanung
    Das Projekt setzt auf innovative Konzepte zur Klimaanpassung. Durch das Prinzip der «Schwammstadt» wird Regenwasser gezielt gespeichert und verdunstet, um Hitzeinseln zu reduzieren und die Widerstandsfähigkeit gegen Starkregenereignisse zu erhöhen. Begrünte Dachflächen, Wasseranlagen und Rückhaltemulden tragen zu einem angenehmen Mikroklima bei und verbessern die Umweltbilanz des Quartiers nachhaltig.

    Erste Bauetappen erfolgreich abgeschlossen
    Die Erschliessung des Gebiets hat bereits begonnen. Im April 2023 starteten die Arbeiten an der Brühlhofpromenade, die seit Herbst 2023 für Fuss- und Veloverkehr geöffnet ist. Seit Frühjahr 2024 laufen die Arbeiten an der Oberhofstrasse sowie an wichtigen Verkehrsverbindungen. Bis Ende des Jahres sollen die ersten Infrastrukturmassnahmen abgeschlossen sein und damit die Basis für die weitere Quartiersentwicklung geschaffen werden.

    Ein Modellquartier für die Zukunft
    Mit dem neuen Stadtquartier wird ein lebendiges Zentrum für modernes Leben und Arbeiten geschaffen. Durch die gelungene Verbindung von Stadt und Natur und einer klaren Vision entsteht hier ein einzigartiger Raum für die kommenden Generationen. Dieses zukunftsweisende Projekt setzt Massstäbe für die Stadtentwicklung der Zukunft und bietet Solothurn die Möglichkeit, seine Identität als lebenswerte und innovative Stadt weiter zu stärken.

  • Start des Baues der Waldstadt Im Pantli

    Start des Baues der Waldstadt Im Pantli

    Die Halter AG hat mit dem Bau der Waldstadt im Pantli begonnen. Am 10. Januar ist der Spatenstich für das Wohnprojekt auf der Waldlichtung Im Pantli in Schaffhausen begangen worden, informiert die Schlieremer Immobilienentwicklerin in einer Mitteilung. Die in der Waldstadt geplanten 214 Eigentumswohnungen werden von Halter in Zusammenarbeit mit der DOST Architektur GmbH aus Schaffhausen realisiert.

    «Das Projekt Waldstadt im Pantli leistet einen wertvollen Beitrag zur Stadtentwicklung», wird Stadtpräsident Peter Neukomm in der Mitteilung aus seiner Ansprache am Spatenstich zitiert. «Die Siedlung soll als Vorbild für zukünftige Bauprojekte dienen und Schaffhausen als Standort für nachhaltiges und innovatives Wohnen stärken.» Die Waldstadt ist als Wohnraum für verschiedene Lebensmodelle angelegt.

    Konkret will das Wohnprojekt sowohl Familien und Paare als auch Singles und Pendler ansprechen. Dazu sind unter anderem ein Kindergarten und eine Kindertagesstätte geplant. Freiräume und gemeinschaftlich nutzbare Einrichtungen sollen «ideale Bedingungen für ein harmonisches Zusammenleben» schaffen, heisst es in der Mitteilung.

    Planung und Umsetzung richten sich an den Vorgaben des Schweizer Nachhaltigkeitsstandards aus. Als Bauzeit für die erste Etappe wurden rund zweieinhalb Jahre veranschlagt. Bereits im kommenden Jahr sollen die ersten der 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen bezugsbereit sein.

  • Mehr Klarheit bei Baulinien im Kanton Zürich

    Mehr Klarheit bei Baulinien im Kanton Zürich

    Im Kanton Zürich sichern Verkehrsbaulinien den Raum für Infrastrukturen. Bauten, die in diesen Bereich hineinragen, sind nur unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Aufgrund rechtlicher Anpassungen in der Vergangenheit sind jedoch Unklarheiten entstanden, insbesondere bei vorspringenden Gebäudeteilen wie Balkonen und Erkern.

    Mit der geplanten Revision des Planungs- und Baugesetzes will der Regierungsrat diese Unsicherheiten beseitigen. «Wir wollen Balkone und Erker nur so weit einschränken, wie es für die Landsicherung und ortsbauliche Gestaltung erforderlich ist», erklärt Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh.

    Zusätzlich soll der Bau leicht entfernbarer Kleinbauten wie Velounterstände, Solarpanels oder Containerboxen erleichtert werden. Während solche Bauten im Baulinienbereich bereits heute bewilligt werden können, soll dies künftig auch im Strassenabstandsbereich möglich sein.

    Vereinfachte Anpassung von Baulinien
    Ein weiteres zentrales Element der Gesetzesrevision betrifft die Anpassung von Baulinien, die im Rahmen eines Quartierplanverfahrens festgesetzt wurden. Künftig sollen diese Änderungen im ordentlichen Verfahren möglich sein, wodurch aufwendige Quartierplanrevisionen vermieden werden.

    Positive Vernehmlassung und nächster Schritt
    Die vorgeschlagenen Änderungen stiessen in der Vernehmlassung auf breite Zustimmung. Die Mehrheit der rund 70 Teilnehmenden unterstützte die Anpassungen, wobei einige Eingaben zur Präzisierung der Vorlage führten.

    Die überarbeitete Gesetzesvorlage wurde nun an den Kantonsrat zur weiteren Beratung und an die zuständige Kommission zur Prüfung übergeben. Ziel ist es, durch klare gesetzliche Regelungen eine höhere Planungs- und Rechtssicherheit zu schaffen.

  • Vorbereitungen für Hafenbahn-Verlegung in Basel starten

    Vorbereitungen für Hafenbahn-Verlegung in Basel starten

    Die Stadt Basel plant eine gross angelegte Transformation der Gebiete Klybeck und Westquai. Dort sollen Wohn- und Arbeitsflächen für rund 8’000 Menschen entstehen, ergänzt durch Grün- und Freiräume. Damit die Quartiere besser an den Rhein und die Wiese angebunden werden, muss die bestehende Hafenbahn weichen.

    Der Grosse Rat hat hierfür im Juni 2024 einen Kredit von 36 Millionen Franken bewilligt. Diese Mittel dienen der Verlagerung der Hafenbahn sowie weiterer Infrastruktureinrichtungen, darunter die Zollmessstation des Gasverbunds Mittelland AG (GVM).

    Ersatzbau der Zollmessstation als erster Schritt
    Als erstes wird die Zollmessstation, die das regionale Gasnetz speist, an einen neuen Standort in den Langen Erlen bei der Freiburgerstrasse verlegt. Die Bauarbeiten beginnen im März 2025 und sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Da der Bau einer Gashochdruckleitung im Siedlungsgebiet nicht zulässig ist, wurde dieser Standort als einzig bewilligungsfähige Lösung gewählt.

    Besondere Schutzmassnahmen gelten für den bestehenden Baumbestand sowie die Gewässerschutzzonen. Notwendige Baumfällungen werden durch Aufforstungen und Ersatzflächen kompensiert.

    Baustellenkoordination für minimale Beeinträchtigungen
    Parallel zum Bau der neuen Zollmessstation erfolgen weitere Grossprojekte in der Umgebung. Die Deutsche Bahn errichtet eine neue Wiesenbrücke, während das Tiefbauamt Basel-Stadt gemeinsam mit IWB die Freiburgerstrasse erneuert. Alle Arbeiten werden eng koordiniert, um Umleitungen für den Verkehr klar zu signalisieren und Beeinträchtigungen zu minimieren.

    Mit diesen Massnahmen setzt Basel-Stadt einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung und schafft die Grundlage für neue, lebenswerte Quartiere am Wasser.

  • Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Die Klimaveränderungen machen insbesondere im Sommer den Städten zu schaffen. «Hitzeinsel» ist zum allgegenwärtigen Thema geworden. Wer grössere Quartiere plant, kann einen Hitzestau jedoch vermeiden. Entscheidend dafür sind eine auf die Umgebung abgestimmte Setzung der Gebäude, die Wahl der Materialien von Fassaden und Aussenflächen, Grünflächen sowie eine geschickte Beschattung. Die Auswirkungen dieser Faktoren sollten eigentlich schon in einer frühen Planungsphase berücksichtigt werden. Dafür allerdings müssten Architektinnen und Architekten Computermodelle beiziehen, die die Auswirkung der entscheidenden Faktoren für einen bestimmten Ort berechnen können. Das Problem der bestehenden Modelle: Die Berechnung ist zeit- und kostenintensiv. Deshalb wird auf ihren frühzeitigen Einsatz meist verzichtet. Die Hochschule Luzern (HSLU) hat nun eine neue interaktive Quartierklima-Modellierung (QKM) entwickelt, die sich auf die phasengerechten Informationen beschränkt und in Sekundenschnelle Resultate liefert. Finanziert wurde das Projekt durch die Stiftung Infinite Elements sowie die HSLU.

    In der Planungsphase muss es schnell gehen
    Für bauliche Grossprojekte bewerben sich Architekturbüros normalerweise in einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren unter hohem Zeitdruck. «Sie müssen eine Vielzahl von Anforderungen in ihrem Entwurf berücksichtigen, eine ist davon das Mikroklima», erklärt Simulations-Experte Prof. Markus Koschenz von der Hochschule Luzern. Hohe Kosten und zweitägige Wartezeiten lägen in dieser kreativen Arbeitsphase für die Architektinnen und Architekten gar nicht drin. Genau dies hätten sie aber bisher in Kauf nehmen müssen, wenn sie die komplexen Berechnungen einbeziehen wollten. Was also, wenn man ein Wettbewerbsprojekt gewinnt und erst dann feststellt, dass die Gebäudesetzung unglücklich gewählt wurde? Die Jury hat sich ja für die vorgeschlagene Lösung entschieden; fundamentale Anpassungen sind in der Phase nach der Juryentscheidung nicht mehr vorgesehen – auch wenn die nachträgliche Berechnung des Mikroklimas dies nahelegen würde. Kurz, das Dilemma ist auf diesem Weg nicht lösbar. Nun machen die wärmeren Sommertemperaturen den Menschen heute schon zu schaffen. Die Erwärmung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird zunehmen, was gerade für ältere Menschen lebensgefährlich sein kann. Und Überbauungen, die jetzt in Planung sind, werden auch in fünfzig Jahren noch stehen. Dies alles bei der Planung zu ignorieren, scheint fahrlässig.

    Resultate in Sekundenschnelle
    «Gefragt ist ein Instrument zur Berechnung des Mikroklimas, das kostengünstiger ist und vor allem sehr schnell Resultate liefern kann», sagt Koschenz. Sein Kernteam mit Andrii Zakovorotnyi, Reto Marek und einem externen Revit-Spezialisten hat dieses Instrument an der Hochschule Luzern entwickelt. Er erklärt: «Bestehende Verfahren benutzen allgemeingültige Instrumente der Computational Fluid Dynamics (CFD). Mit diesen Instrumenten lassen sich von Spezialisten Maschinen entwickeln, Strömungen an Flugzeugen untersuchen oder das Mikroklima in Quartieren bestimmen. Sie sind mächtig aber auch entsprechend aufwändig. Unser Modell konzentriert sich auf den Aspekt des Quartierklimas und wir arbeiten mit schnell rechnenden Algorithmen», begründet Koschenz den frappanten Unterschied in der Berechnungsgeschwindigkeit. So dauert es Sekunden oder höchstens wenige Minuten, bis die Auswirkungen einer Änderung berechnet sind. Das Tool könne ab dem ersten Schritt im Planungsprozess durch die Planenden selbst eingesetzt werden. Man kann damit zum Beispiel mit wenig Aufwand zwei Varianten der Fassadengestaltung oder der Bepflanzung mit Bäumen in einem Innenhof vergleichen. Und dies nicht nur für einen Sommertag, sondern für eine ganze Sommerperiode.

    Überprüfung des Modells mit Messungen
    Die Informationen zu den geplanten Gebäuden, ihrer Position, den verwendeten Materialien oder die Art und Position von Grünflächen und Bäumen bezieht die interaktive Quartierklima-Modellierung aus dem Planungstool Revit, das bereits in Architektur- und Landschaftsplanungsbüros eingesetzt wird. Daraus berechnet das physikalische Modell die Auswirkung von Strahlung, Schatten, Wärmespeicher-Eigenschaften der Materialien, Luftströmung, Vegetation und Tageszeit auf das Quartierklima. Bilder mit Farbskalen zeigen intuitiv verständlich die Resultate an.  

    Den Beweis, dass das Modell richtig funktioniert, hat Koschenz’ Team mit Messungen im Suurstoffi-Quartier in Rotkreuz erbracht und die Resultate auch mit denen bestehender kommerzieller Software verglichen. Koschenz ist mir den Resultaten überaus zufrieden: «Wir können sagen: Die Übereinstimmung sowohl mit den Messungen als auch mit den Ergebnissen anderer Software war hoch. Damit ist unser Tool bei gleicher Genauigkeit viel schneller».