Schlagwort: recycling

  • Forschungsprojekt fördert Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschungsprojekt fördert Kreislaufwirtschaft im Bauwesen

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten laut einer Mitteilung an der Wiederverwendung von altem Baumaterial. In einer von Prof. Dr. Catherine De Wolf entwickelten projektbasierten interdisziplinären Lehrveranstaltung suchen angehende Ingenieurwissenschaftler etwa aus Architektur oder Informatik nach Wegen für sinnvolles Recycling im Bauwesen, um Ressourcen zu sparen und Materialien länger zu nutzen.

    Ihre Kenntnisse wenden sie bei Baustellenbesuchen, Workshops oder in der Werkstatt an. Rund 70 Prozent ihrer Zeit verbringen die ETH-Forschenden in der Praxis. „Sie lernen, wie man Materialien aus bestehenden Gebäuden sorgfältig ausbaut, digital dokumentiert, in neue Entwürfe integriert und schliesslich umsetzt“, heisst es. Die Erfahrung, ein Gebäude zu demontieren und dieses Abbruchmaterial, das sonst auf der Deponie landen würde, für neue Bauprozesse wiederzuverwenden, führe vor Augen, „wie sich nachhaltige Bauweisen praktisch umsetzen lassen“. Im Kurs Digital Creativity for Circular Construction wird in Teams an umsetzbaren Projekten für externe Auftraggebende und Nutzende gearbeitet. Zum Erfassen der Gebäudesubstanz kommen Laserscanning, Künstliche Intelligenz und Erweiterte Realität zum Einsatz.

    Die Arbeiten der Studierenden waren in der Kunsthalle Zürich, auf der Kunstmesse Art Genève und auf der Architekturbiennale in Venedig zu sehen und wurden von externen Auftraggebenden und Nutzenden weiterverwendet. 

  • Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Der Verband Schweizer Plastikrecycler (VSPR) mit Sitz in Batzenheid und der Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile (VKR) mit Sitz in Aarau haben das Projekt Swiss Plastic Pipe Recycling (SPPR) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kunststoffrohre erstmals flächendeckend zu recyclen und in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Akteure der Rohrwertschöpfungskette unterstützen das Projekt.

    Zentral ist laut einer Medienmitteilung der Aufbau eines schweizweiten Netzwerks an Sammelstellen. Aktuell gibt es bereits über 40 Rückgabestellen. Die zentrale Sammlung der Rohre führe zu einer besseren Qualität der Materialien und ermögliche eine effiziente und transparente Nachverfolgbarkeit entlang der Verwertungskette, so die Initianten.

    Jährlich werden in der Schweiz etwa 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut. 30 Prozent der Rohre bestehen bereits heute aus Recyclingkunststoffen, die hauptsächlich aus recycelten Kunststoffverpackungen stammen.  Diese werden zukünftig allerdings in die Produktion neuer Verpackungen zurückgeführt, was neue Rohstoffquellen notwendig macht.

    Kunststoffrohre eignen sich zwar für eine hochwertige stoffliche Verwertung, allerdings fehlte lange ein schweizweites Rücknahmesystem. Swiss Plastic Pipe Recycling soll somit durch die zentrale Rohrsammlung neues Materialpotenzial und dringend benötigte neue Rohstoffquellen für hochwertige Rezyklate erschliessen.

    Beteiligt am Projekt sind die Burkhalter Gruppe in Zürich Debrunner Acifer in St.Gallen, Eberhard in Kloten ZH, HakaGerodur in Gossau SG, InnoRecycling in Eschlikon TG, MCAM Symalit in Lenzburg, Meier Tobler in Schwerzenbach ZH, Geberit in Rapperswil-Jona und Georg Fischer in Schaffhausen. Der VSPR will mit dem Swiss Plastic Pipe Recycling-Projekt zudem Schweizer Kreislaufwirtschaftsziele unterstützen. Die Verwertung des Kunststoffes schone Primärressourcen und reduziere CO2-Emissionen.

  • Niederlande testen Recycling-Zug für nachhaltigen Strassenbau

    Niederlande testen Recycling-Zug für nachhaltigen Strassenbau

    Schotter, Sand, Kies und erdölbasiertes Bitumen in Asphaltstrassen sind die gleichen Stoffe, aus denen auch neue Strassen bestehen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass der Asphalt bereits erhitzt und verlegt wurde.

    Aus diesem Grund haben niederländische Beamte des Infrastrukturamtes Rijkswaterstaat in Utrecht, das zum Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft gehört, in den Asphalt-Recycling-Zug (ART oder Asphalt Recycling Train) investiert. Das ist eine fahrzeugähnliche Maschine, die alte Strassen vor Ort wiederverwendet, anstatt sie aufzureissen und zu entsorgen und dann neue Materialien zu verwenden und damit mehr Kohlenstoff zu emittieren. Damit wird an gleicher Stelle neuer Asphalt verlegt.

    „Mit dem ART können wir Strassen auf eine weitaus nachhaltigere Weise erneuern“, wird Fredy Sierra-Fernandez in einer Medienmitteilung zitiert, der den ART im Ministerium entwickelt. „Im Moment testen wir eine einzelne Maschine, um zu sehen, was sie in der Praxis leistet.“

    ART lockert die verschlissene Deckschicht von Strassen, erhitzt den alten Asphalt, nimmt das geschmolzene Material auf, rührt und mischt es und trägt dann den erneuerten Asphalt wieder auf die Strasse auf. Die Maschine verdichtet auch die Strasse, so dass eine glatte Oberfläche entsteht.

    Fernandez untersucht nun, wie sich die Strassen nach diesem Verfahren verhalten. Seit Juni und ab  Oktober letzten Jahres wird eine Provinzstrasse in Gelderland im Osten der Niederlande und ein Abschnitt der Autobahn A2 beobachtet, nachdem dort der ART eingesetzt wurde.

    Die Strasse in Gelderland ist in einem guten Zustand. Der Abschnitt der Autobahn A2 ist etwas stärker abgenutzt, aber immer noch ausreichend. „Wir werden so lange weitermachen, bis wir zu 100 Prozent zufrieden sind“, so Fernandez. Tests in anderen Regionen sind für April und Mai 2025 geplant.

    Die niederländische Regierung hofft, dass bis 2030 drei oder vier ARTs im ganzen Land in Betrieb sein werden, um eine Kreislaufwirtschaft für Asphalt zu schaffen.

    Der ART wurde mit dem InfraTech Innovatieprijs 2025 ausgezeichnet.

  • Forschende analysieren Holznutzung in der Schweiz

    Forschende analysieren Holznutzung in der Schweiz

    Die Nutzung von Holz als einem der wichtigsten Rohstoffe auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft haben Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und der in Birmensdorf ansässigen Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) untersucht. Die Analyse kommt laut einer Medienmitteilung zu dem Schluss, dass in der Schweiz noch erhebliches Potenzial bestehe, was die nachhaltige Holznutzung betrifft. So betrage die Recycling-Rate beim Holz gerade einmal knapp 8 Prozent, beim Papier sind es an die 70.  

    „Von den fünf bis sieben Millionen Kubikmetern Holz, die wir in der Schweiz jährlich ernten, werden rund 40 Prozent direkt energetisch genutzt – sprich verbrannt“, wird die Erstautorin der Studie, Nadia Malinverno aus dem Empa-Labor Technologie und Gesellschaft zitiert. Das sei keineswegs ideal, denn Holz werde vielseitig genutzt, als Rohholz, Schnittholz, Holzspäne, Holzfasern für die Papierindustrie und vieles mehr.

    Die Schweiz habe sich Netto-Null als Ziel bis 2050 gesetzt. Holz sei auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft einer der wichtigsten Rohstoffe. Es binde beim Wachstum CO2 aus der Atmosphäre und biete sowohl als Material als auch als Energieträger Alternativen zu fossilen Rohstoffen, heisst es in der Mitteilung, die gleichlautend von Empa und WSL veröffentlicht wurde. Viele Industriezweige wollen in Zukunft vermehrt auf Holz setzen, sei es im Bau, bei der Produktion von Textilien und sogar in Sektoren wie Elektronik oder Pharma und Chemie, heisst es weiter.

    Die Arbeiten wurden im Rahmen von SCENE(Swiss Center of Excellence on Net-Zero Emissions) durchgeführt, einer Initiative der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH).

  • Neue Anlage zur Mineralisierung von CO2 in Deutschland

    Neue Anlage zur Mineralisierung von CO2 in Deutschland

    Neustark hat gemeinsam mit Partner Heinrich Feess GmbH & Co. KG in Kirchheim unter Teck eine Anlage zur permanenten Speicherung von CO2 in Abbruchbeton in Betrieb genommen. Die Anlage beim baden-württembergischen Bauschuttrecycler ist bereits die zweite von neustark in Deutschland realisierte Anlage, informiert das ClimateTech aus Bern in einer Mitteilung. Jährlich können hier etwa 1000 Tonnen CO2 in Abbruchbeton gebunden werden.

    Die Technologie von neustark arbeitet mit bei lokaler Biomethanproduktion anfallendem CO2. Es wird direkt abgeschieden und für den Transport verflüssigt. In der Anlage nahe Stuttgart wird das CO2 dem Abbruchbeton in einem luftdicht verschlossenen Silo zugeführt. In kurzer Zeit verbinde es sich dort in Form von Kalkstein im Aggregat, schreibt neustark. Die Technologie verkürzt den in der Natur mehrere Jahrzehnte dauernden Mineralisierungsprozess auf wenige Stunden.

    «Wir haben uns für diese neuartige Technologie entschieden, weil sie sich hervorragend in unseren Ablauf zum Betonrecycling und -produktion vor Ort integriert», wird Walter Feess, Senior-Chef des Bauschuttrecyclers, in der Mitteilung zitiert. Für Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von neustark, ist die neue Anlage ein weiterer Schritt Richtung Ziel des ClimateTechs, 2030 jährlich rund 1 Million Tonnen CO2 dauerhaft binden zu können. «Jetzt braucht es dringend die Nachfrage der öffentlichen Hand nach karbonatisierten Baumaterialien im Hoch- und Strassenbau und entsprechende gesetzliche Regularien, um die Bestrebungen nach mehr Nachhaltigkeit zu unterstützen», meint Gutknecht.

  • Über 200 Projekte für mehr Nachhaltigkeit ausgewählt

    Über 200 Projekte für mehr Nachhaltigkeit ausgewählt

    Die Klimastiftung Schweiz hat in ihrer zweiten Förderrunde weitere sechs klima-innovative Projekte und Technologien für eine Förderung ausgewählt. Damit sind seit Gründung 2008 bereits mehr als 200 Förderungen vergeben worden, informiert die Stiftung in einer Mitteilung. «Es ist toll zu sehen, mit welchen ausgefeilten Projekten die einzelnen KMUs zusammen eine enorm positive Wirkung auf den Klimaschutz erzeugen», wird Stiftungspräsident Thomas Hügli dort zitiert.

    Die in der zweiten Förderrunde bedachten Projekte decken ein breite thematische Spanne ab. So wird Laborex aus Mendrisio TI für sein Mini-Biogaskraftwerk gefördert, mit dem Energie aus der Biomasse von Vieh gewonnen wird. Auch Digit Soil aus Adliswil ZH ist im Bereich Landwirtschaft aktiv. Die Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeitet an einem digitalen individuellen Düngeplaner.

    Zwei weitere geförderte Projekte sind in der Wiederverwertung angesiedelt. WasteFlow aus Lausanne setzt intelligente Sensoren zur Optimierung von Recyclingraten ein. Grensol aus Thalwil ZH wiederum arbeitet an einer Methode, mit der aus Kunststoffabfällen von Autos und Haushaltsgeräten wiederverwertbare Rohstoffe gewonnen werden können.

    Mycrobez wird für seine Alternative zu erdölbasierten Schaumstoffen gefördert. Das Unternehmen aus Basel stellt Naturschaumstoff aus dem Wurzelgeflecht von Pilzen und lokal bezogenen biologischen Nebenströmen her. Lumatics will die CO2-Emissionen in der Baubranche über die Optimierung der Zementproduktion verringern. Im Vier-Schritte-Programm des Jungunternehmens aus Brugg AG werden Brennstoffe und Rohmaterialien eingespart.

  • Gesetzesänderungen stärken Kreislaufwirtschaft in der Schweiz

    Gesetzesänderungen stärken Kreislaufwirtschaft in der Schweiz

    Mit den Änderungen im Umweltschutzgesetz, Energiegesetz und Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen werden wichtige Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gesetzlich verankert.

    Abfallhierarchie:
    Recycling erhält Vorrang vor der Verbrennung, um Materialkreisläufe zu schliessen.

    Graue Energie:
    Kantone sollen Grenzwerte für Neubauten und Renovationen definieren, um nachhaltige Bauweisen zu fördern.

    Vorbildfunktion:
    Der Bund setzt bei Bauprojekten und Beschaffungen auf ressourcenschonende Lösungen.

    Diese Massnahmen tragen nicht nur zur Ressourcenschonung bei, sondern schaffen auch Anreize für innovative Geschäftsfelder im Bereich nachhaltiger Produkte und Bauweisen.

    Engere Zusammenarbeit von Bund, Kantonen und Wirtschaft
    Die Gesetzesänderungen fordern eine stärkere Kooperation zwischen Bund, Kantonen und der Privatwirtschaft. Besonders im Bereich Verpackungen und Produkte erhält der Bundesrat Kompetenzen, Anforderungen zu definieren, die sich an den Entwicklungen der EU orientieren. Damit sollen Handelshemmnisse vermieden und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft gestärkt werden.

    Weitere Anpassungen in Planung
    Einige Regelungen, wie die nationale Littering-Busse und Ausnahmen vom Siedlungsabfallmonopol, benötigen zusätzliche Ausführungsbestimmungen. Die Vernehmlassung dazu ist für 2025 bzw. 2026 geplant. Bis dahin bleibt der Fokus auf der Umsetzung der Kernpunkte, um die Kreislaufwirtschaft in der Schweiz nachhaltig zu stärken.

    Stärkung der Nachhaltigkeit
    Die neuen Regelungen markieren einen wichtigen Schritt in Richtung einer ressourcenschonenden und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Die Schweiz positioniert sich damit als Vorreiterin in der Kreislaufwirtschaft und schafft eine solide Basis für die Herausforderungen der Zukunft.

  • Die feuerfeste Zukunft der Energiespeicherung

    Die feuerfeste Zukunft der Energiespeicherung

    Die Salzbatterie, ein fester Bestandteil der frühen Elektromobilität, ist ein sicheres und langlebiges Speichermedium, das bei verschiedenen Anwendungen überzeugt. Im Gegensatz zu Lithiumionen-Batterien nutzt die Salzbatterie einen festen, keramischen Elektrolyten, der weder brennbar noch explosionsgefährdet ist. In der Schweiz arbeiten Forscherinnen und Forscher der Empa in Kooperation mit Industriepartnern daran, die Leistung und Effizienz dieser Technologie weiter zu verbessern.

    Vorteile gegenüber herkömmlichen Batterien
    Die Feststoffarchitektur und hohe Betriebstemperatur von rund 300°C machen die Salzbatterie besonders geeignet für extreme Einsatzgebiete wie den Tunnelbau oder Offshore-Anlagen, wo die Sicherheit oberste Priorität hat. Aufgrund der Temperaturresistenz und des wartungsarmen Aufbaus wird sie auch für die Notstromversorgung von Mobilfunkantennen genutzt, die selbst unter harten Bedingungen Jahrzehnte lang zuverlässig arbeiten müssen.

    Wirtschaftlichkeit und Herausforderungen
    Ein Nachteil der Salzbatterie ist ihre hohe Betriebstemperatur, die einen Grundverbrauch an Energie erfordert. Forscher von Empa wie Meike Heinz und Enea Svaluto-Ferro arbeiten daher an Zellstrukturen, die es der Batterie ermöglichen, sich im Einsatz selbst zu erhitzen und somit effizienter zu arbeiten. Trotz des zusätzlichen Energiebedarfs gilt die Salzbatterie in bestimmten Anwendungen als wirtschaftlich und stabiler als viele Alternativen.

    Ressourcenschonende Rohstoffe und Recyclingsysteme
    Ein weiterer Vorteil ist die Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe: Natrium und Aluminium sind preiswert und reichlich vorhanden, was die Batterieproduktion kostengünstig und nachhaltig macht. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt bei Empa liegt auf der Reduktion des Nickelgehalts in den Zellen, um den ökologischen Fussabdruck weiter zu verringern. In zukünftigen Projekten könnte sogar Zink das Nickel ersetzen – eine Option, die den Zugang zu nachhaltigen Energiespeichern noch weiter verbessern könnte.

    Zukunftsperspektiven
    Mit fortschreitender Forschung könnte die Salzbatterie ihren Weg aus speziellen Einsatzfeldern hin zu breiten, stationären Anwendungen finden. Ihr Einsatz als langlebiger und sicherer Speicher für Wohngebiete oder Quartiere wird ernsthaft in Erwägung gezogen. Damit bietet sie eine innovative Alternative zu Lithiumionen-Batterien und zeigt, wie die Forschung an der Empa die Weichen für die Zukunft der Energiespeicherung stellen kann.

  • Ressourcenschonender Einsatz von Rückbaumaterialien im Strassenbau

    Ressourcenschonender Einsatz von Rückbaumaterialien im Strassenbau

    Strabag hat zur Aufbereitung von mineralischen Rückbaumaterialien seit Juli Brechtechnik des Herstellers Gipo im Einsatz. Die mobile Steinbrechanlage Gipo-P100 GIGA produziert im Kieswerk Bürglen hochwertige Gesteinskörnungen aus mineralischen Rückbaumaterialien für Strassenbau und Betonherstellung, schreibt das Bauunternehmen in einer Mitteilung.

    Das Kieswerk Bürglen verfüge über ein gemischtes Kiesvorkommen aus verarbeitetem Kies sowie Primär- und Sekundärkiesmaterial. Lagerung und Deponie benötigen Platz. Durch Recycling könnten Ausbaumaterialien hingegen ressourcenschonend für künftige Bauprojekte weiterverwendet werden.

    Ein Bagger befüllt den Trichter der 74 Tonnen schweren Brechanlage mit unsortiertem Abbruchmaterial. Per Förderband durchläuft das Material mehrere Zerkleinerungsstufen, wird gesiebt und von Bauabfällen getrennt, bis das Endprodukt die benötigte Körnung hat. Mit diesem werden die Betonwerke beliefert, die den rückgewonnenen Beton für den Strassenbau verwenden.

    Der in der Mitteilung zitierte technische Leiter des Kieswerks Bürglen, Franco Martinelli, schildert die Leistungskraft des neuen Brechers am Beispiel einer Baustelle in Flawil SG. Dort habe dringender und kurzfristiger Bedarf von 3000 Kubikmeter am gebrochenen, ungebundenen Gemisch 0/45 geherrscht. «Mit dem Brecher hatten wir innerhalb von drei Tagen das benötigte Material verarbeitet und direkt zur Baustelle transportiert. Ohne unseren Gipo-P100 GIGA hätten wir keine Chance gehabt unsere Operativen zu beliefern», heisst es.

    Strabag plant langfristig den Einsatz des Brechers auch direkt auf Baustellen für grössere Rückbau- und Abbrucharbeiten.

  • Akquisition erweitert Angebot in Bau und Recycling

    Akquisition erweitert Angebot in Bau und Recycling

    Holcim akquiriert die Westschweizer Cand-Landi Holding. Das Unternehmen, das seit 128 Jahren in Familienbesitz ist, ist mit seinem konsolidierten Nettoumsatz von 70 Millionen Franken in verschiedenen Bereichen tätig: vom Recycling und Abfallmanagement bis hin zu Zuschlagstoffen und Transportbeton.

    Wie es in einer Medienmitteilung von Holcim heisst, wird die Akquisition für Holcim neue Quellen für alternative Roh- und Brennstoffe erschliessen und auf diese Weise die Dekarbonisierung im Holcim-Werk Eclépens VD beschleunigen. Darüber hinaus werde Holcim durch die Übernahme die Transformation von Bauschutt zu neuen Baulösungen um 100’000 Tonnen pro Jahr steigern.

    Nach einer langjährigen Partnerschaft der beiden Unternehmen will Holcim durch diese Akquisition seiner Kundschaft noch umfassendere Angebote bei Bau, Logistik und Kreislaufwirtschaft machen. Zur Diversifizierung des Holcim-Geschäfts sollen die «wertschöpfungsstarken» Dienstleistungen in der Bahnlogistik und das Netzwerk der Cand-Landi Gruppe beitragen.

    «Die Übernahme der Cand-Landi Gruppe wird die Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft in der Schweiz vorantreiben, einem Leuchtturm-Markt für Innovationen bei Holcim», fasst Holcim-CEO Miljan Gutovic zusammen. «Ich freue mich darauf, alle 250 Mitarbeitenden der Cand-Landi Gruppe willkommen zu heissen und gemeinsam in unser nächstes Wachstumskapitel zu investieren.»

  • Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Holz, Mensch und Natur im Kreislauf
    Der natürliche Kreislauf kennt keine Verschwendung. Abgestorbene Bäume werden von Pilzen, Mikroorganismen und Insekten abgebaut. Wärme und eine Holzfeuchtigkeit über 20% beschleunigen diesen Prozess. Fehlen diese Faktoren, kann der Abbau Jahrhunderte dauern. Ägyptische Grabbeigaben aus Holz haben 3500 Jahre überstanden, ebenso wie viele Holzhäuser in der Schweiz, die Hunderte von Jahren alt sind. Ein Beispiel für ein altes Holzgebäude in Europa ist das 800-jährige Nideröst-Haus aus Schwyz, dessen Kernbau aus dem Jahr 1176 stammt.
    Präventiver Holzschutz
    Um Holz vor Schädlingen und Pilzen zu schützen, ist es entscheidend, die Holzfeuchtigkeit unter 20% zu halten und es trocken zu bewahren. Konstruktiver Holzschutz ermöglicht, dass Holz auch in feuchten Umgebungen verwendet wird, indem es schnell trocknet, nachdem es nass geworden ist. Der Schutz beginnt schon bei der Planung durch Maßnahmen gegen Feuchtigkeitseinflüsse. Vordächer und gut ausgeführte Sockelbereiche schützen effektiv vor Nässe, und präzise Details an Fenstern und Balkonen sind für langfristige Haltbarkeit wesentlich.

    Natürliche Resistenz vs. chemischer Schutz
    Bei einer erhöhten Belastung kann man sich für eine Holzart mit natürlicher Resistenz entscheiden. Das Kernholz, das mit natürlichen Substanzen konserviert wird, ist langlebiger als das Splintholz, das mit Zucker und Nährstoffen angereichert ist. Es gibt transparente bis deckende Schutzanstriche, die besonders bei Aussenbauteilen wie Fenstern erforderlich sind. In geschützten Bereichen und Innenräumen mit einer Holzfeuchte unter 20% ist kein chemischer Holzschutz notwendig. Wenn jedoch die Feuchtigkeitsbelastung die natürliche Resistenz übersteigt und keine konstruktiven Lösungen vorhanden sind, bleibt als letzte Möglichkeit die Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln. Heutzutage sind gefärbte Druckimprägnierungen ohne Chrom eine umweltverträgliche Lösung für den chemischen Holzschutz.

    Veränderung der molekularen Struktur
    Die Bearbeitung von Holz zielt darauf ab, die molekulare Struktur des Materials so zu verändern, dass es für Mikroorganismen und Insekten schwerer wird, das Holz abzubauen. Ebenso wird die Wasseraufnahme reduziert. Thermoholz entsteht durch intensives Erhitzen bei Temperaturen zwischen 170°C und 250°C über einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden. Acetyliertes Holz entsteht durch Druckimprägnierung mit Essigsäureanhydrid, während furfuryliertes Holz durch Furfurylalkohol entsteht. Thermoholz riecht nach der Herstellung rauchig, acetyliertes Holz hingegen nach Essigsäure. Modifiziertes Holz weist veränderte statische, optische und hygroskopische Eigenschaften auf.

    Fassaden als Schutzschild
    Die Aussenhülle eines Gebäudes, auch bekannt als Fassade, dient nicht nur zur Dekoration, sondern vor allem zum Schutz. Abhängig von der Lage und Ausrichtung des Gebäudes ist die Fassade verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Eine fachgerecht ausgeführte Fassade schützt die Gebäudestruktur vor Schäden durch mechanische Einwirkungen und Feuchtigkeit, leitet Wasser ab und sorgt somit für eine schnelle Trocknung der Holzteile. Hinterlüftete Fassaden fördern zudem das Trocknen der Fassadenverkleidung und der tragenden Konstruktion.

    Prozess der Vorvergrauung
    UV-Strahlung und freie Radikale zersetzen Lignin und Zellulose im Holz, was dazu führt, dass Lignin ausgewaschen wird und helle Zellulose sichtbar bleibt. Auf bewitterten Fassaden bildet sich ein mikroskopischer Film aus grauen Pilzen, die zu ungleichmäßiger Graufärbung führen. Daher werden Fassaden oft vorvergraut, um eine gleichmäßige Graufärbung zu sichern.

    Behandlungen für Holzfassaden
    Vorvergrauende Behandlungen haben sich als effektive Methode erwiesen, um direkt bewitterte Fassaden von Anfang an an die gealterte Farbe anzupassen. Dadurch werden die grossen Farbunterschiede während des Alterungsprozesses von unbehandelten Oberflächen überbrückt. Es gibt verschiedene Varianten von vorvergrauenden Behandlungen mit unterschiedlichen Eigenschaften. An besonders geschützten und stark besonnten Stellen neigen vorvergrauende Behandlungen im Laufe der Zeit dazu, wieder braun zu werden.

    Natürliche Holzfassadenalterung
    In der natürlichen Vorvergrauung werden die Fassadenteile waagerecht in der Sonne platziert und dem Regen ausgesetzt. Spezialisierte Hersteller beschleunigen diesen Vorgang mithilfe von zusätzlichen Enzymen. Dieser Prozess erstreckt sich über ungefähr sechs Monate.

    Von Lasuren bis zu Schwedenfarben
    Die Verwendung von Lasuren gehört zu den halbtransparenten Holzbehandlungen. Wenn sie keine geschlossene Schicht bilden, gelten sie als nicht filmbildend. Zu den deckenden Behandlungen gehören Farben. Lacke sind besonders diffusionsgeschlossen, während Schwedenfarben als besonders diffusionsoffen gelten. Um eine gute Verbindung zwischen der Oberflächenbehandlung und der Holzoberfläche zu gewährleisten, sollte die Applikation mechanisch im Werk erfolgen. Daher eignen sich insbesondere Fassadenschalungen mit sägerauer oder strukturierter Oberfläche. Die Druckimprägnierung mit Farbzusatz zählt ebenfalls zu den halbtransparenten Behandlungen und ist nicht filmbildend. Farblose technische Behandlungen wie zusätzliche Hydrophobierung als Finish, Imprägnierung oder UV-Schutzbehandlung können die Instandhaltungsperioden und die Gebrauchstauglichkeit zusätzlich verlängern.

    Langfristigen Schutz
    Es ist wichtig, gestrichene Holzfassaden regelmässig zu pflegen, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten. Eine Instandhaltungsanleitung vom Fachmann ist dabei äusserst hilfreich. Die Intervalle für die Instandhaltung hängen von verschiedenen Faktoren wie dem verwendeten Produkt, dem Holzschutz, der Lage und der Umgebung ab.

    Vielfalt der Holzhausfassaden
    Nicht jedes Holzhaus offenbart von aussen, ob es tatsächlich aus Holz besteht oder nicht. Im Bereich des Holzbaus sind sämtliche architektonische Gestaltungsformen denkbar. Die Fassaden von Holzbauten können neben Holz auch mit Glas, Metall, verputzten Zementplatten oder verputzten Wärmedämmverbundsystemen verkleidet werden. Materialkombinationen können im Holzbau besonders ästhetisch wirken.

  • Zürichs dynamischer Schritt in die Kreislaufwirtschaft

    Zürichs dynamischer Schritt in die Kreislaufwirtschaft

    Die Umsetzung von «Circular Zürich» begann Anfang Februar mit der Vorstellung einer detaillierten Agenda, die speziell auf die Bedürfnisse der städtischen Verwaltung zugeschnitten ist. Doch die Strategie bietet auch kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zahlreiche Anknüpfungspunkte. Durch die Adaption einzelner Massnahmen können KMU nicht nur umweltfreundlicher agieren, sondern langfristig auch finanziell profitieren.

    Schritte zur Implementierung in KMU
    Ein grundlegender Aspekt der Kreislaufwirtschaft ist das effiziente Recycling und die Trennung von Wertstoffen. Sara Graf, Projektleiterin bei Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), betont die Wichtigkeit und Einfachheit dieser Massnahme für Betriebe: Wertstoffe wie Papier, Karton, PET-Flaschen, Glas und Alu-Dosen können oft kostenfrei recycelt werden, was unmittelbar zu Einsparungen bei den Entsorgungskosten führt. Doch Recycling ist nur der Anfang.

    Materialverbrauch minimieren und Prozesse optimieren
    Sonja Gehrig, die die gesamtstädtische Koordination von «Circular Zürich» leitet, weist darauf hin, dass über die betrieblichen Grenzen hinaus gedacht werden muss. Die Analyse des eigenen Materialverbrauchs und die Optimierung der Produktionsprozesse sind entscheidende Schritte. Ökologisch nachhaltiges Produktdesign, das Reparierbarkeit und Langlebigkeit der Produkte fördert, kann Unternehmen nicht nur Kosten sparen, sondern auch zu neuen Geschäftsmodellen wie dem Vermieten von Produkten führen.

    Verlängerung von Konsum- und Nutzungsphasen
    Der letzte Schritt betrifft die Maximierung der Produktlebensdauer durch Strategien des Teilens, Wiederverwendens, Reparierens und Wiederaufbereitens. Hierdurch werden Produkte nicht nur länger genutzt, sondern tragen auch zur Ressourcenschonung bei. Secondhand-Plattformen und Firmeninitiativen, die den Kreislaufgedanken verinnerlichen, spielen eine zunehmend wichtige Rolle in der kreislauforientierten Wirtschaft.

    Die Stadt als Innovationslabor
    Zürich sieht sich selbst als Testfeld für neue, kreislauffähige Ideen und Produkte. Fachleute der Stadt sind bereit, Unternehmen zu unterstützen, die innovative Lösungen anstreben. Dieser proaktive Ansatz stärkt nicht nur die städtische Infrastruktur, sondern fördert auch eine breite Adaption kreislaufwirtschaftlicher Prinzipien.

    Mit «Circular Zürich» positioniert sich die Stadt Zürich als ein Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft, der zeigt, wie durch konkrete Massnahmen und kooperative Ansätze eine nachhaltige Transformation in urbanen Räumen realisiert werden kann.

  • Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Mit gutem Beispiel voran: Zirkuläres Bauen der Stadt Zürich

    Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Hebel, um die politischen Netto-Null-Zielsetzungen zu erreichen. Wie viele andere Städte weltweit bekennt sich auch Zürich zur Kreislaufwirtschaft: 2022 wurd mit «Circular Zürich» eine Strategie zur Kreislaufwirtschaft verabschiedet. 2023 unterzeichnete Zürich als erste Schweizer Stadt die «Circular Cities Declaration».

    Eine intelligente Ressourcennutzung ist besonders beim Bauen gefragt. Mit der «Charta für kreislauforientiertes Bauen» setzen Politik und Wirtschaft 2023 ein Zeichen und verpflichteten sich gemeinsam dazu, Primärressourcen und Deponierraum zu schonen und die CO2-Emissionen der eigenen Bautätigkeit zu senken.

    Erste Erkenntnisse aus zwei Pilotprojekten
    Doch wie wirken sich die politischen Bekenntnisse auf konkrete Bauvorhaben aus? Welche Herausforderungen stellen sich beim zirkulären Bauen? Und wie verändern sich die Planungs- und Bauprozesse? Antworten auf diese Fragen gewinnt das Amt für Hochbauten der Stadt Zürich durch zwei Pilotprojekte.

    Erste Erfahrungen mit der Beschaffung, Lagerung und Aufbereitung von wiederverwendeten Bauteilen sammelte die Stadt beim Umbau des Kindergartens Mööslistrasse 2023 (Bischof Föhn Architekten, Zürich). Lavabos und Toiletten wurden vor Ort abgebaut, gereinigt und aufbereitet. Pflanzentröge von den Balkonen konnten als Aussenraumbegrenzungen wiederverwendet werden. Wo möglich, stammte das eingebaute Mobiliar aus stadteigenen Beständen. Dank eines Bauteil-Screenings konnten Stahlträger, Holzpergola, Brandschutztüren und Küchenelemente bei anderen Bauten identifiziert, demontiert und wiedereingebaut werden. Auf alles, was nicht im städtischen Occasionslager gefunden wurde, wurden so genannte «BauteiljägerInnen» angesetzt.

    Das zweite Pilotprojekt, das neue Recyclingzentrum «Juch-Areal», ist deutlich umfassender. Für das Projekt hat das Amt für Hochbauten 2022 einen Architekturwettbewerb mit Re-Use-Anforderungen ausgeschrieben. Die Wettbewerbsteilnehmenden konnten einen digitalen Bauteil-Katalog nutzen oder andere verfügbare Bauteile aus nicht-städtischen Quellen für ihre Entwürfe verwenden. Die Gebäude mussten ausserdem so konzipiert sein, dass sie später einmal selbst als Bauteilmine genutzt werden können (Design for Disassembly).

    Die eingereichten Projekte zeigen: Ja, es geht. Vor allem die hohe Qualität der Wettbewerbsbeiträge, die trotz oder vielleicht auch dank der neuartigen Vorgaben entstanden sind, überzeugte die Jury. Das Baumaterial des Siegerprojektes von Graber Pulver Architekten AG (Zürich) baut die Halle des bisherigen Recyclinghofes ab und am neuen Ort mit geringen Anpassungen wieder auf. Entsorgte Bücher, Zeitschriften und Kleider werden als Dämmmaterial genutzt. Platten aus rezykliertem Glas und Aluminium, alte Küchenabdeckungen, Türen und Tischplatten schützen die Fassade vor der Witterung. Ausrangierte Baugerüste werden zu Lagerregalen.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass Pilotprojekte einer standardmässigen Einführung in der Breite vorausgehen. Das ist auch beim zirkulären Bauen der Fall. Die Realisierung der beiden Projekte in Zürich zeigt, dass noch viele Fragen geklärt werden müssen: Wie können Bauteile katalogisiert werden? Wie lässt sich die Verfügbarkeit prüfen? Wo werden sie gelagert? Wer übernimmt die juristische Haftung?

    Die Planungs- und Bauprozesse werden sich durch das kreislauforientierte Bauen verändern, denn die Bauteilminen müssen – so eine wichtige Erkenntnis – so früh als möglich, am besten zu Beginn der Planungsphase, bekannt sein. Building Information Modeling (BIM) erleichtert die Wiederverwendung von Bauteilen, die Planung ihrer Demontierbarkeit und das Erschliessen künftiger Bauteilminen.

    Deutliche Einsparung von indirekten Treibhausgasemissionen in den Pilotprojekten
    Dass sich dieser Einsatz lohnt, zeigen die Pilotprojekte. Durch die konsequente Wiederverwendung von Bauteilen konnten, gemäss einer nachträglichen Berechnung, bei der Instandsetzung des Kindergarten Mööslistrasse gut 30% Treibausgasemissionen eingespart werden. Die aktuellen Berechnungen prognostizieren für das Recyclingzentrum Juch-Areal sogar eine Einsparung von 40% Treibhausemissionen gegenüber einem konventionellen Neubau.

  • «Baustoff Kreislauf Schweiz» – Ein neuer Fachverband für die Bau- und Recyclingbranche

    «Baustoff Kreislauf Schweiz» – Ein neuer Fachverband für die Bau- und Recyclingbranche

    Mit der Gründung von «Baustoff Kreislauf Schweiz» entsteht durch die Fusion des arv Baustoffrecycling Schweiz und des FSKB Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie ein bedeutender neuer Fachverband. Ziel dieses Zusammenschlusses ist es, einen massgeblichen Beitrag zur Zukunft der Bau- und Recyclingbranche in der Schweiz zu leisten. Im Vordergrund stehen die Sicherstellung der Versorgung mit mineralischen Rohstoffen und die Förderung einer wertbewahrenden Kreislaufwirtschaft.

    Einigkeit und Stärke durch Mitgliederfusion
    Über 400 Mitglieder haben die Fusion formal beschlossen, nachdem die Entscheidung in den jeweiligen Mitgliederversammlungen getroffen wurde. Der neue Fachverband strebt danach, seine Fachkompetenzen auszubauen, bevorstehende Herausforderungen zu erkennen und aktiv die Schweizer Bauwirtschaft mitzugestalten. Der hohe Organisationsgrad und die breite Vertretung bei der Gründung zeigen das starke Fundament von «Baustoff Kreislauf Schweiz».

    Fokus auf nachhaltige Kreislaufwirtschaft
    Der Fachverband setzt sich besonders für eine nachhaltige Nutzung der mineralischen Rohstoffe ein, um auf die zunehmende Ressourcenknappheit zu reagieren. Der Fokus liegt auf der Erhaltung der Baustoffe im Wirtschaftskreislauf, der Entwicklung umweltschonender Technologien und Methoden und der intensiven Zusammenarbeit mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Ein neues Kompetenzzentrum soll dabei helfen, die ökologischen Auswirkungen der Branche zu reduzieren und die Qualität der Lebensräume nach dem Abbau von Kies wiederherzustellen.

    Strategische Sicherung der Rohstoffversorgung
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Versorgungs- und Entsorgungssicherheit mineralischer Baustoffe, die aufgrund von zunehmender Verknappung und strengen Schutzbestimmungen immer herausfordernder wird. Der Verband ist bestrebt, die Versorgung der Baustellen sicherzustellen und die Wiederverwendung der Baustoffe zu optimieren.

    Innovative Führung und umfangreiche Vernetzung
    Unter der Leitung von Lionel Lathion, ergänzt durch ein vielseitiges Vizepräsidium und einen breit abgestützten Vorstand, soll der Verband nicht nur Fachwissen bündeln, sondern auch die Zusammenarbeit auf kantonaler und regionaler Ebene intensivieren. Damit positioniert sich «Baustoff Kreislauf Schweiz» als zentrale Anlaufstelle für Politik und Behörden mit hoher Fach- und Lösungskompetenz.

  • Ecocycle-Technologie von Holcim erhält Auszeichnung

    Ecocycle-Technologie von Holcim erhält Auszeichnung

    Holcims Ecocycle-Technologie ist laut einer Medienmitteilung zum «Leuchtturm der Kreislaufwirtschaft in der gebauten Umgebung» ernannt worden. Das wurde im Rahmen einer gemeinsamen Initiative der Beratungsgesellschaft McKinsey & Company und dem Weltwirtschaftsform auf dessen Jahrestagung in Davos bekanntgegeben. Die Auszeichnung würdigt bahnbrechende Lösungen, die einen neuartigen, einzigartigen Ansatz für die Kreislaufwirtschaft, nachgewiesene und erhebliche Auswirkungen von hohem Wert sowie eine signifikante Grösse und Reife aufweisen.

    Holcim betreibt bereits über 100 seiner Ecocycle-Recyclingzentren. Nach eigenen Angaben haben sie im Jahr 2022 fast 7 Millionen Tonnen Bauschutt zu neuen Baulösungen rezykliert. Das entspreche über 1000 Lastwagenladungen pro Tag. Bis 2030 soll dieses Netz auf 150 Standorte ausgeweitet werden. Allein in Europa will der Konzern über 20 Millionen Tonnen Bauschutt wiederverwerten. Ecocycle ermögliche es, dass Beton, Zement und Zuschlagstoffe zwischen 10 und 100 Prozent rezyklierte Abbruchmaterialien enthalten, ohne Kompromisse bei der Leistung.

    «Mit unserem fortschrittlichen Recycling von Abbruchmaterialien können wir den CO2-Fussabdruck von Zement bereits um bis zu 40 Prozent reduzieren», wird Holcims Nachhaltigkeitschef Nollaig Forrest zitiert. «Das ist erst der Anfang. Mit unseren Innovationen und Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette zur Weiterentwicklung der Baustandards wollen wir den Übergang zum Kreislaufbau in allen Ballungszentren, in denen wir tätig sind, beschleunigen.»

  • Beton und seine Doppelrolle in der CO2-Bilanz

    Beton und seine Doppelrolle in der CO2-Bilanz

    Beton kann im Laufe der Jahre einen Teil des bei der Zementproduktion freigesetzten CO2 chemisch binden. Der Prozess, bekannt als Karbonatisierung, bei dem aus Calciumhydroxid im Beton Kalkstein entsteht, ist jedoch langsam und von vielen Faktoren abhängig. Experten der Empa und der ETH Zürich erforschen nun im Rahmen des Projekts «DemoUpCARMA», ob und wie dieser Prozess in einem Betonwerk beschleunigt werden kann.

    Einsatz von Recycling-Granulat
    Die Forschung konzentriert sich auf die Verwendung von Recycling-Granulat aus abgebauten Betonkonstruktionen. Dieses Granulat wird mit CO2, das aus einer Kläranlage gewonnen und verflüssigt geliefert wird, in einem speziellen Verfahren behandelt. Die Behandlung führt zu einer chemischen Reaktion, bei der das Granulat CO2 aufnimmt und die Druckfestigkeit des recycelten Betons erhöht.

    Ergebnisse der Empa-Forschung
    Die Forschung ergab, dass Recycling-Granulat unter bestimmten Bedingungen effizient CO2 aufnimmt. Analysen zeigten signifikante Veränderungen in der Zusammensetzung des Materials, einschliesslich der Bildung von Calciumcarbonat und Calcium-Silicat-Hydrat, einem wichtigen Bestandteil für die Festigkeit von Beton. Zudem wurde festgestellt, dass Feuchtigkeit eine wichtige Rolle bei der CO2-Aufnahme spielt.

    Potenziale der CO2-Behandlung und zukünftige Anwendungen
    Die CO2-Behandlung des Recycling-Granulats und des sogenannten Recyclingwassers weist ein beachtliches Potenzial zur Reduzierung der CO2-Emissionen auf. Die vorläufigen Ergebnisse deuten darauf hin, dass die CO2-Einsparung bei diesen neuartigen Baustoffen bis zu 15 Prozent betragen könnte. Die Behandlung zeigte auch bei der Festigkeit des recycelten Betons positive Auswirkungen.

    Lebenszyklusanalysen und langfristige Perspektiven
    Lebenszyklusanalysen von Experten des Paul Scherrer Instituts und der Empa zeigen, dass karbonatisiertes Material den Treibhausgas-Effekt um rund 13 Prozent im Vergleich zu herkömmlichem Beton reduzieren kann. Diese Ergebnisse unterstreichen das Potenzial der Technologie über die gesamte Lebensdauer von Betonprodukten hinweg.

    Dieses Pilotprojekt mit seinen vielversprechenden Ergebnissen markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren Zukunft der Bauindustrie. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Technologien in die Praxis umzusetzen und ihre langfristigen Auswirkungen auf verschiedene Betontypen zu untersuchen.

  • PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale) hat Solar Materials dabei unterstützt, ihren Aufbereitungsprozess durch automatisierte Datenerfassung zu optimieren. Mithilfe einer umfangreichen Datenbank mit Hunderten von Proben verschiedener PV-Module kann Solar Materials nicht nur den Schadstoff- und Silberertrag der Solarmodule abschätzen, sondern auch den Recyclingprozess anpassen.

    Die meisten PV-Anlagen in Deutschland wurden zwischen 2010 und 2012 installiert, und nach Ablauf der zwanzigjährigen Einspeisevergütung ab 2029 wird eine erste Welle der Entsorgung erwartet. Angesichts des anhaltenden Zubaus von PV-Anlagen wird der Bedarf an Entsorgungsdienstleistungen hoch bleiben und weiter steigen. Daher ist es entscheidend, kostengünstige Recyclingprozesse und -verfahren für die Rückgewinnung von Materialien aus ausgedienten Modulen zu entwickeln.

    Die Solar Materials GmbH aus Magdeburg plant genau das und hat bereits eine Pilotlinie für das Recycling von Solarmodulen eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer CSP hat das Unternehmen den Aufbereitungsprozess für seine Recycling-Linie weiter verbessert. Eine umfangreiche Datenbank mit Moduldaten ermöglicht eine automatische Erkennung der PV-Module zu Beginn des Recyclingprozesses und passt die Verfahren entsprechend an. Dies führt zu Energieeinsparungen und besseren Endresultaten.

    Die Datenbank ermöglicht auch eine genauere Analyse der eingehenden PV-Module, was zu einer besseren Abschätzung des Silber- und Schadstoffgehalts führt und die Preisgestaltung anpasst. Die Pilotlinie des Unternehmens läuft bereits erfolgreich und der Bau einer groß angelegten Recyclingstraße in Magdeburg hat im September begonnen. Dies markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen Zukunft im Bereich PV-Modul-Recycling.

  • Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    In der Schweiz stellt das wachsende Aufkommen von Alt-Asphalt auf Deponien ein Problem dar, das nun durch innovative Forschung angegangen wird. Das „HighRAP“-Projekt, angeführt von Martins Zaumanis und in Zusammenarbeit mit Behörden und Industriepartnern, zielt darauf ab, den Einsatz von Recycling-Asphalt im Straßenbau zu maximieren.

    Herausforderungen und Lösungen
    Alt-Asphalt ist eine anspruchsvolle Ressource. Sein Bindemittel, Bitumen, altert und versteift mit der Zeit, was die Verwendung erschwert. Darüber hinaus ist Alt-Asphalt oft ein Gemisch aus unterschiedlichen Straßenschichten und Zeitperioden, was seine Homogenität beeinträchtigt. Zaumanis‘ Forschungsprojekt bietet hier Lösungen an. Durch spezialisierte Testmethoden und ein neu entwickeltes Rechenmodell wird es einfacher, Alt-Asphalt wiederzuverwenden.

    Praxistests und Anwendungen
    Das Projekt hat bereits seine Praxistauglichkeit in zwei Pilotprojekten unter Beweis gestellt. In Uster gelang es, bis zu 50% Recycling-Asphalt in die Straßendecke einzubinden, ohne Leistungseinbußen zu erleiden. Selbst auf dem klimatisch anspruchsvollen Lukmanierpass wurde Asphalt mit hohen Recyclinganteilen erfolgreich eingesetzt. Diese Ergebnisse ermutigen zur erweiterten Nutzung von Recyclingmaterial.

    Zukunftsweisende Forschung
    Das Projekt bietet nicht nur praktische Lösungen für den Straßenbau, sondern wirft auch ein neues Licht auf die Möglichkeiten, Recyclingmaterial effizient und nachhaltig zu nutzen. Martins Zaumanis ist zuversichtlich, dass seine Forschung dazu beitragen wird, die Menge an Alt-Asphalt auf Deponien erheblich zu reduzieren.

    Mit dem Projekt „HighRAP“ nimmt der nachhaltige Straßenbau in der Schweiz Fahrt auf. Neue Methoden, politischer Wille und erfolgreiche Praxistests lassen eine Zukunft mit weniger Abfall und mehr Recycling im Straßenbau realistisch erscheinen.

  • Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat zusammen mit ViaTec Basel AG, Institut für Baustofftechnologie, im Rahmen eines Forschungsprojekts einen CO2-negativen Asphalt entwickelt. Er soll den CO2-Fussabdruck des Basler Strassenbaus deutlich reduzieren.

    Laut einer Medienmitteilung wurden verschiedene Asphaltmischungen mit unterschiedlichen Anteilen an Pflanzenkohle getestet. Zertifizierte Pflanzenkohle wird von IWB in einer eigenen Anlage aus Grüngut hergestellt. Sie besteht aus dem Kohlenstoffanteil des CO2, das die Pflanze während ihres Wachstums der Umwelt entzogen hat. Durch deren Weiterverwendung im Asphalt wird das CO2 der Atmosphäre dauerhaft entzogen.

    Schliesslich erprobte das Tiefbauamt Basel-Stadt auf einem Umschlagplatz für Recycling-Baustoffe seit 2022 eine tragende Asphaltschicht aus 50 Prozent Recyclingasphalt und 2 Prozent Pflanzenkohle. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge „äusserst positiv“: Eine Tonne der neuen Asphaltmischung bindet dauerhaft ein Äquivalent von 50 Kilogramm CO2. Nun werde es auch in Basel möglich sein, die Technologie grossflächig einzusetzen.

    Nun will das Tiefbauamt Basel-Stadt gemeinsam mit den regionalen Belagsmischwerken die Herstellung vereinfachen und den Pflanzenkohleasphalt bei notwendigen Strassensanierungen möglichst flächendeckend einsetzen. Die Stadt geht davon aus, dass sie auf diese Weise jährlich rund 1250 Tonnen CO2-Äquivalent dauerhaft in den Basler Strassen einlagern kann. Das seien rund 450 Tonnen mehr, als die Asphaltproduktion für den Strassenbau verursache.

  • Rücklaufquote von Solarmodulen liegt nahe bei 100 Prozent

    Rücklaufquote von Solarmodulen liegt nahe bei 100 Prozent

    In der Schweiz installierte Photovoltaikmodule werden nach Ablauf ihrer Lebensdauer fast alle der Wiederverwertung zugeführt, informiert SENS eRecycling in einer Mitteilung. Die privatwirtschaftlich organisierte Stiftung nimmt ihren Partnern bei Herstellern und Importeuren die damit verbundene Arbeit ab. Von diesem System profitieren nach Ansicht von SENS eRecycling Hersteller, Importeure, Hauseigentümer und Umwelt.

    Im Preis einer Solaranlage ist bereits eine vorgezogene Recyclinggebühr enthalten. Diese liegt derzeit bei 40 Franken pro Tonne, erläutert SENS eRecycling. Die Stiftung selbst wende jedoch aktuell rund 440 Franken pro Tonne für Rücknahme, Transport und Recycling auf. „Die Finanzierung des Systems geht nur deshalb auf, da die momentanen Mengen an installierten Photovoltaikanlagen die Menge an ausgedientem Material nach wie vor deutlich übersteigen und sich somit der Fonds von Jahr zu Jahr weiter anhäuft“, heisst es in der Mitteilung. Für 2035 rechnet SENS eRecycling damit, bereits 70’000 Tonnen Photovoltaikmodule entsorgen zu müssen.

    Die derzeit anfallenden Mengen sind nach Angaben der Stiftung zudem zu gering, als dass sich die Wiederverwertung für Entsorgungsbetriebe in der Schweiz selbst lohnt. Aktuell arbeitet SENS eRecycling daher mit der KWB Plan Real GmbH zusammen. Die deutsche Firma lässt die Module in einem Recyclingbetrieb nahe der Schweizer Grenze zerlegen. Metalle können vollständig wiederverwertet werden, das Glas wird zusammen mit dem Silizium zur Herstellung von Glaswolle genutzt. Auf diese Weise können aktuell rund drei Viertel der Rohstoffe wieder dem Kreislauf zugeführt werden, so SENS eRecycling.

  • Fernwärme zwischen Zürichs Norden und Westen fliesst

    Fernwärme zwischen Zürichs Norden und Westen fliesst

    ERZ Entsorgung + Recycling Zürich hat die Verbindung zwischen den Fernwärmenetzen Zürich-Nord und Zürich-West in Betrieb genommen. Am 31. Oktober wurden die Liegenschaften der Baugenossenschaft Oberstrass als erste daran angeschlossen. Insgesamt sollen durch die Versorgung zusätzlicher Quartiere laut einer Medienmitteilung der Stadt Zürich Tausende Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Dem Rahmenkredit für den Bau dieser 6,5 Kilometer langen Verbindungsleitung in Höhe von 330 Millionen Franken hatte die Zürcher Stimmbevölkerung im November 2018 mit 84,1 Prozent zugestimmt.

    Damit „setzen wir heute einen weiteren Meilenstein für Netto-Null“, wird Stadträtin Simone Brandner, die Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements, zitiert. Sie rief in Erinnerung, dass der Anteil an Öl- und Gasheizungen in der Stadt Zürich noch immer 80 Prozent betrage: „Um unsere Klimaschutzziele umzusetzen, muss dieser Anteil massiv reduziert werden.“ Dazu werde der Ausbau der Fernwärmeversorgung „wesentlich beitragen“.

    Produziert wird die ERZ-Fernwärme den Angaben zufolge derzeit zu 70 Prozent mit CO2-neutraler Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Hagenholz und dem Holzheizkraftwerk Aubrugg. Der Verwertungsprozess von Kehricht gilt zu 50 Prozent als klimaneutral, weil der verbrannte Kehricht rund zur Hälfte aus biogenem Material besteht. Das bei der Verbrennung in der KVA entstehende CO2, jährlich rund 300’000 Tonnen, soll künftig abgeschieden, genutzt und gelagert werden. ERZ befasse sich als Industriepartner in einer grossangelegten Studie von Bund und Eidgenössischer Technischer Hochschule Zürich „intensiv“ mit diesem Thema.

  • Umwelt Arena zeigt neue Ausstellung zu Dämmstoffen

    Umwelt Arena zeigt neue Ausstellung zu Dämmstoffen

    Die Umwelt Arena Schweiz eröffnet eine neue Sonderausstellung. Laut Mitteilung auf Facebook geht es darin um die Verwertung alter Dämmstoffe in der Bauindustrie. Statt dass alte Dämmstoffe bei Sanierungen und Abbrüchen in der Baumulde und dann in der Deponie landen, werden sie zurückgenommen und wieder aufbereitet, heisst es auf Facebook zum Thema. Die Firma Flumroc mit Sitz in Flums zeige in der neuen Ausstellung in der sogenannten Recycling City in der Umwelt Arena, wie das geht. Flumroc sei „Pionier im Bereich Dämmstoff-Recycling“, heisst es in der Mitteilung.

    Flumroc spricht sich auf seiner Internetseite für nachhaltige Verwendung von Dämmstoffen aus. „Aus Steinwolle wird Steinwolle“. heisst es dort. Flumroc-Steinwolle sei zu 100 Prozent wiederverwertbar. Diesen „geschlossenen Kreislauf“ wolle man weitestgehend aufrecht erhalten. Deshalb appelliert das Unternehmen, bei Abriss-, Renovierungs- oder Umbauarbeiten Baustellenzuschnitte und Baustellenabfälle aus Flumroc-Steinwolle nicht einfach wegzuwerfen. „Wir nehmen sie in den dafür vorgesehenen Säcken oder Gebinden gern zurück und rezyklieren sie“, so das Unternehmen.

    Über das Vorgehen bei der Wiederaufbereitung informiert die neue Ausstellung.

  • Holcim will Meeresabfälle verringern

    Holcim will Meeresabfälle verringern

    Holcim, die Tochtergesellschaft Geocycle und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) wollen gemeinsam die Kreislaufwirtschaft voranbringen, um die Verschmutzung der Meere zu verringern. Zu diesem Zweck haben sie eine Partnerschaft geschlossen.

    Laut einer Medienmitteilung von Holcim konzentriert sich diese strategische Allianz auf die Reduzierung von Plastik- und Meeresmüll in Indien, Mexiko, Marokko und auf den Philippinen. In dortigen Küstengemeinden soll die Abfallbewirtschaftung verbessert werden. Vorgesehen ist auch die Einrichtung von Anlagen zur Materialrückgewinnung. Zudem wollen die Partner Sensibilisierungskampagnen starten und die Tourismus- und Hotelbranche mit einbeziehen.

    Die teilnehmenden Gemeinden sollen in die Sammlung grosser Mengen von Kunststoffen für die Wiederverwertung oder Mitverwertung zur Energiegewinnung eingebunden werden. Das soll Mitarbeitenden Zugang zum legalen Arbeitsmarkt, bessere Löhne und Sozialschutzleistungen verschaffen.

    Holcim hat bereits im vergangenen Jahr mit der GIZ und der Fachhochschule Nordwestschweiz zusammengearbeitet. Damals überarbeiteten die Organisationen gemeinsam den Leitfaden zur Verwertung von Abfällen in der Zementproduktion. Sie gälten der Abfall- und Zementbranche als Referenzdokument für eine sichere und umweltgerechte Abfallbewirtschaftung.

  • Recycling von Baustoffen braucht mehr Akzeptanz

    Recycling von Baustoffen braucht mehr Akzeptanz

    Bei der Fachtagung Blickpunkt des Verbands arv Baustoffrecycling standen in diesem Jahr die Qualitätssicherung der Wiederverwertung und Aufbereitung von Baustoffen auch in kleineren Betrieben sowie die Anforderungen an die damit geschaffenen Bauprodukte im Fokus. Laut Medienmitteilung fand der Blickpunkt 2021 am Mittwoch digital statt.

    Nationalrätin Isabelle Chevalley sprach am französischsprachigen digitalen Blickpunkt, dem „Point de Mire“, in einem Referat über die Stärkung der Kreislaufwirtschaft in Bezug auf Baustoffe. Die Bedeutung der Wiederverwertung von Baustoffen zur Schonung der natürlichen Ressourcen und knappen Deponievolumen sei inzwischen auch politisch erkannt und in die Beratungen des Parlaments aufgenommen worden. In der Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie (UREK) würden Massnahmen zur Förderung von Baustoffrecycling erarbeitet, wird sie zitiert. Dennoch seien noch mehr Anstrengungen nötig, so Chevalley. Unternehmen sollten Bauherren solche Produkte gezielt anbieten. Auch im Beschaffungswesen seien Massnahmen nötig.

    Zentral ist dabei die Sicherung der Qualität. Die referierenden Fachleute informierten über die Umsetzung einer werksinternen Produktionskontrolle wie auch über die Wiederverwendung von Ausbauasphalt. Die Normen dazu werden derzeit überarbeitet. Hier engagiere sich der Verband arv Baustoffrecycling Schweiz für die Förderung der Wiederverwertung und für mehr Akzeptanz bei allen beteiligten Akteuren, heisst es in der Medienmitteilung.

  • K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    K118: Ein Gebäude aus Bauabfällen

    Ein Projekt, das kaum nachhaltiger sein könnte: Der Anbau der Halle 118 auf dem Lagerplatz in Winterthur ZH wurde um fünf Geschosse aufgestockt. Und zwar wo immer möglich mit wiederverwendbaren Baumaterialien. Ausschlaggebend für das heutige Aussehen war das Vorhandensein solcher Werkstoffe aus Rückbauten in der Region. Ganz fertig ist das Gebäude noch nicht: «Der Bau dürfte Anfang 2021 abgeschlossen sein», sagt Benjamin Poignon, Architekt und Bauingenieur beim «baubüro in situ».

    Die Stiftung Abendrot mit Sitz in Basel hat das Areal Lagerplatz im Jahr 2010 der Sulzer Immobilien AG abgekauft. Die Stossrichtung war für die Pensionskasse, die auf Nachhaltigkeit setzt, schnell klar: In Zusammenarbeit mit den Mietern sollte die bereits bestehende gemischte Nutzung weiterentwickelt werden. Für jedes der Obergeschosse sind mehrere neue, bis rund 60 Quadratmeter grosse Ateliers für Start-ups und Kleingewerbler geplant.

    Die Gebäude sollten zwar mit ihren Fussabdrücken erhalten bleiben, aber energetisch und den gesetzlichen Normen entsprechend weiterentwickelt werden. Für das Projekt zuständig ist das «baubüro in situ». Die Projektleiter Marc Angst und Pascal Hentschel bringen das Konzept auf den Punkt: «Reparieren, was noch gebraucht werden kann. Entfernen, was stört oder nicht mehr taugt – und ergänzen, was neu benötigt wird.»

    Suche nach Baumaterial kostet die Hälfte der Zeit
    Das tragende Grundgerüst besteht aus einer Occasion-Stahlstruktur. Daran werden vorgefertigte Fassadenelemente aus Holz, die mit einer Strohdämmung gefüllt sind, befestigt. Solche einfachen ökologischen Baustoffe wie Stroh, Aushublehm und Holz fallen in grossen Mengen an und können mit minimalem Einsatz von grauer Energie verarbeitet und eingesetzt werden. Sie sorgen ausserdem für ein angenehmes Raumklima.

    Die leicht überhängende Südfassade in leuchtendem Backsteinrot-Orange stammt aus der Blechfassade der ehemaligen Ziegler-Druckerei in Winterthur Grüze. Die Fenster im neuen Recycling-Bau sind uneinheitlich, in ihrer Gesamtheit aber stimmig. Damit die Isolation heutigen Standards entspricht, wurde die Verglasung bei neun Fenstern verdoppelt, die anderen wiesen eine ausreichende Isolierung auf. Die Treppe an der Ostfassade ist über 30 Jahre alt und zierte zuvor die Fassade des Bürogebäudes Orion in Zürich-West. Von diesem im 1989 errichteten Gebäude stammen ausserdem 80 Fenster sowie Fassadenplatten aus Granit, die für die Balkonböden wiederverwertet werden. Die jeweiligen Bauteile werden dabei nicht neu aufbereitet – dies unterscheidet das Projekt vom sogenannten Downcycling, bei dem Bausubstanzen zunächst energieaufwendig umgearbeitet werden.

    Die Architekten haben aus diesem einmaligen Pilotprojekt bereits einiges gelernt: «Es ist das erste Mal, dass wir eine Tragestruktur wiederverwendet haben. Wir haben aber auch gemerkt, dass es Bauteile gibt, die günstiger im Neukauf als in der Wiederverwendung sind. Wir haben beispielsweise probiert, Kalk-Sandstein wiederzuverwenden. Doch die Reinigungs- und Aufbereitungsarbeiten waren so hoch, dass wir hier auf einen Neukauf ausgewichen sind», erklärt Architekt Poignon. Das Projekt hat auch einen neuen Job kreiert: Bauteiljäger. Das «baubüro In situ» engagierte hierfür eigens Praktikantinnen, die nach geeigneten Abbruchobjekten und dabei anfallenden wiederverwendbare Materialen Ausschau halten. Aber auch die Architekten sind immer mit offenen Augen unterwegs. Nutzbare Materialen werden vom Architekturbüro mit Wurzeln in Basel selber abgebaut und abgeholt. Die Hälfte der Zeit wenden die Architekten für die Evaluation und Beschaffung möglicher Bauteile auf. Probleme, passendes Material zu finden, hatte « in situ » nicht: Von den ungefähr 7,5 Millionen Tonnen Bauabfall, die in der Schweiz jedes Jahr anfallen, werden nur 0,1 Prozent direkt wiederverwendet, wie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eruiert hat. «In situ» geht davon aus, dass sich zehn Mal mehr wiederverwenden liesse.

    Buchpublikation geplant
    Wer sich an dieser Stelle Gedanken über die Kosten macht: 4,8 Millionen Franken wurden für das Projekt bislang budgetiert. Ein erklärtes Ziel war es, so zu bauen, dass es nicht teurer als ein kompletter Neubau kommt. «Direkte Vergleiche zu ziehen, ist aber schwierig», sagt Benjamin Poignon.

    Allgemein setzt «in situ» beim Bau immer auf Wiederverwendung von Materialien – wenn auch selten in diesem grossen Rahmen. K118 hat mit seiner Einzigartigkeit aber auf jeden Fall Interessenten auf den Plan gerufen: Ein Forschungs- und Lehrprojekt der Fachhochschule ZHAW in Winterthur und eine Fallstudie der Umweltsystemwissenschaften der ETH Zürich begleiteten die Planung. Unter anderem werden die umweltrelevanten (Abfall, Ressourcen, Lebensdauer etc.) und rechtlichen sowie die den Bauprozess betreffenden Aspekte untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt ist eine gemeinsame Publikation geplant: Das Buch soll die Wiederverwendung von Bauteilen im Hochbau umfassend beleuchten und die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen öffentlich zugänglich machen. ■

    So soll das Gebäude K118 nach Abschluss der Bauarbeiten aussehen.
  • Eberhard gewinnt den Umweltpreis der Wirtschaft

    Eberhard gewinnt den Umweltpreis der Wirtschaft

    Der Umweltpreis der Wirtschaft wird jährlich vergeben und soll Unternehmen für Erfolg und nachhaltiges Handeln auszeichnen. Trägerin des Preises 2020 ist die Eberhard Bau AG mit Sitz in Kloten. Das Unternehmen hat eine Lösung für Wiederverwendung und Wiederverwertung der grossen Mengen von Bauschutt gefunden, die ständig anfallen. Unter dem Stichwort „Urban mining“ – die Stadt als Rohstoffquelle – ist das Familienunternehmen seit anderthalb Jahrzehnten einer der Pioniere der Wiederverwendung von bereits genutzten Baumaterialien. Heute werden laut Medienmitteilung in seinem Recycling-Zentrum jährlich bis zu 450’000 Tonnen mineralischer Schutt verarbeitet, welcher für Neubauten zur Verfügung steht.

    Nach Ansicht von Patrick Eberhard, Bereichsleiter Verkauf Baustoffe, fehlt in der Baubranche oft das Bewusstsein, dass Bauabfälle den grössten Abfallstrom der Schweiz darstellen. Die Firma Eberhard verwerte abgerissene Häuser, um aus diesen Rohstoffen komplett neue Bauten zu erstellen. So sei die neue Europaallee in Zürich zu 99 Prozent mit Qualitätsbaustoffen aus zweiter Hand gebaut worden.

    „Die Schweiz braucht den Umweltpreis der Wirtschaft, weil Veränderungen mit Leuchttürmen beginnen, an denen man sich orientieren kann“, zitiert die Medienmitteilung die Jurypräsidentin und Alt-Bundesrätin Doris Leuthard.

  • Porta Samedan entsteht mit rezykliertem Baumaterial

    Porta Samedan entsteht mit rezykliertem Baumaterial

    Das neue Einkaufszentrum Porta Samedan wird von der Migros Ostschweiz und der Pfister Immobilien AG realisiert. In diesen Tagen findet die Betonierung der Etagen des Neubaus statt, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Bei den Baumaterialien setzen die Partner auf die Kreislaufwirtschaft. Sowohl beim Beton als auch beim Zement kommen wiederverwertete Produkte zum Einsatz.

    Der eine Hauptbestandteil im Beton ist der Zement. Dieser kommt per Bahn aus dem Holcim-Werk in Untervaz GR ins Oberengadin, wo Montebello vor Ort den Recyclingbeton produziert. Eingesetzt wird das Holcim-Produkt Susteno. Dieses ist den Angaben zufolge europaweit der einzige ressourcenschonende Zement, bei dem als Zumahlstoff der feine Anteil von Mischgranulat aus rückgebauten Gebäuden eingesetzt wird, der in der Betonproduktion nicht verwertet werden kann. Holcim kann den Baustoffkreislauf mit Susteno vollständig schliessen, da dieses Material sonst deponiert werden müsste.

    Der andere Hauptbestandteil im Beton sind die Gesteinskörnungen. „Hier setzen wir auf Recycling: Statt natürlichem Kies verwenden wir Abbruchmaterial aus der Region“, erklärt Flurin Wieser vom Engadiner Bauunternehmen Montebello.

    „Die Überbauung Porta Samedan zeigt, dass die Baustoffbranche mit innovativen Produkten und Lösungen eine immer wichtigere Rolle beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft spielt und massgeblich zu einer nachhaltig gebauten Zukunft beiträgt“, so Philippe Rey, Leiter Zementverkauf Deutschschweiz bei Holcim Schweiz.

    Porta Samedan soll 2021 fertiggestellt werden. Es wird unter anderem den ersten Migros-Supermarkt im Engadin beherbergen.