Schlagwort: ressourcen

  • Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    ETH-Professorinnen Catherine De Wolf und Maria Conen setzen sich für eine radikale Umkehr in der Bauwirtschaft ein. Anstatt alte, energetisch ineffiziente Gebäude zu opfern, plädieren sie für deren Erhalt, Sanierung und Erweiterung. Neben ökologischen Aspekten stehen dabei soziale und kulturelle Faktoren im Fokus. Gebäude beherbergen Identitäten und Geschichten, deren Erhalt wesentlich für das Stadtleben ist. Nachhaltigkeit wird so zur Verbindung von Umwelt, Gesellschaft und Architektur.

    Wiederverwendung von Baumaterialien
    Ein gutes Beispiel ist die Wiederverwendung von Glaselementen der Aussenrolltreppen des Centre Pompidou in Paris als Bürotrennwände. Die aufwändige Demontage, Sortierung und Reintegration ist kostenintensiv, bietet aber enorme ökologische Vorteile durch deutliche CO₂-Einsparungen und die Vermeidung von Abfall.

    Baumaterialien wie Holz und Beton bergen grosses, bislang ungenutztes Potenzial für die Wiederverwendung. Während Holz oft schlicht verbrannt wird, könnten Betonplatten ausgeschnitten und als Wandelemente dienen. Stahlträger werden zwar recycelt, aber meist energieintensiv eingeschmolzen, statt formstabil wiederverwendet zu werden. Die Herausforderungen liegen in der technischen Machbarkeit, Kosten und komplexen Planung.

    Digitalisierung und Materialpässe zur Optimierung
    Digitale Instrumente wie Materialpässe sollen künftig den Überblick über die Herkunft, Zusammensetzung und Nutzungsdauer von Bauteilen erleichtern. So werden Re-Use und Rückbau effizienter und transparenter. Die Harmonisierung solcher Standards ist Forschungsgegenstand, um in der Branche verbindliche Lösungen zu schaffen.

    Rechtliche und normtechnische Barrieren
    Ein weiterer Hemmschuh sind die heute vorherrschenden Normen, die primär auf Neubauten ausgelegt sind und Umbauten sowie den Kontext bestehender Gebäude unzureichend berücksichtigen. Dies erschwert Sanierungen und Arbeiten am Bestand aus energetischer Sicht. Gesetze und Vorschriften müssen künftig flexibler gestaltet werden, um zirkuläre Bauweisen zu fördern.

    Kreislaufwirtschaft als Wegbereiter für CO₂-Reduktion
    Die Baubranche ist verantwortlich für rund 50 Prozent der Ressourcenerschöpfung und erhebliche Mengen CO₂-Emissionen. Kreislaufwirtschaft mindert diese erheblich, indem sie Materialkosten, Abfälle und Energieverbrauch durch Wiederverwendung und modulares Bauen reduziert. Die Rückbaubarkeit durch verschraubte oder gesteckte statt verklebte Verbindungen ist dabei ein Schlüssel.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
    Die grösste Herausforderung liegt im Aufwand der Demontage und Wiederverwendung sowie der Suche nach Abnehmern für wiederverwendete Materialien. Das Fehlen umfassender Marktstrukturen erschwert eine flächendeckende Umsetzung. Hier setzen Initiativen wie digitale Marktplätze und die Einbindung von spezialisierter Ingenieurskompetenz an.

    Modulares Bauen und flexible Nutzungskonzepte wie z.B. museale Nutzung von weniger gut isolierten Gebäuden, zeigen praktikable Zukunftsperspektiven. Vor allem die junge Generation von Studierenden und Forschenden an ETH und anderen Instituten treibt Innovationen voran, was Hoffnung auf eine nachhaltigere Bauwirtschaft macht.

  • Kooperationsprogramm Metropolitanraum Zürich 2025–2028

    Kooperationsprogramm Metropolitanraum Zürich 2025–2028

    Die Kooperationsprogramme des Vereins Metropolitanraum Zürich dienen der gezielten Entwicklung von Projekten mit regionalem Mehrwert. Seit der Gründung 2009 wurden drei Programme erfolgreich umgesetzt. Schwerpunktesind der Wachstum, die Digitalisierung und der demografischer Wandel. Die aktuelle vierte Ausschreibung läuft unter den Leitmotiven «Positives Innovationsklima» und «Intelligente Nutzung knapper Ressourcen» und greift damit die neue Vision 2040/50 und die Nutzungsstrategie 2027 auf.

    Das Programm ist offen für Projekte zu einem Themenschwerpunkt oder solchen, die beide Aspekte verbinden. Über das selektive, zweistufige Verfahren wird sichergestellt, dass die eingereichten Konzepte praxisnah, skalierbar und partnerschaftlich in den Mitgliedskantonen, Städten und Gemeinden umsetzbar sind. Die Eingabeschwelle ist bewusst niedrig gehalten. In Stufe 1 genügt eine knappe Skizze der Idee und Organisation, in Stufe 2 wird das Projekt weiter ausgeführt und vertieft.

    Vorteile und Besonderheiten
    Das Programm schafft ein innovatives Forum für den überregionalen Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die fachliche Vernetzung fördert nachhaltige Lösungen und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Metropolitanraums als führenden Standort für Forschung und Entwicklung. Kantone, Städte und Gemeinden profitieren auch dann, wenn einzelne Projekte nicht alle gleichermassen tangieren. Vielfalt und innovative Ansätze bleiben Massstab für den strukturellen und funktionalen Raum.

    Praxisnahe Umsetzung und strategische Wirkung
    Die Metropolitankonferenz Zürich setzt mit jedem Programm neue Impulse für den Wandel in Arbeit, Mobilität und Ressourcennutzung. Mit dem aktuellen Fokus werden Projekte unterstützt, die zu mehr Innovationskraft, digitaler Transformation und nachhaltiger Entwicklung beitragen. Regionale und sektorübergreifende Lösungen sollen den Metropolitanraum Zürich als attraktiven Lebens- und Wirtschaftsraum weiter stärken.

  • Upcycling-Projekt verwandelt Restmaterial in Büroeinrichtung

    Upcycling-Projekt verwandelt Restmaterial in Büroeinrichtung

    Restemöbel hat bei der Photovoltaikfirma Planeco mit Hauptsitz in Münchenstein BL in der Alten Papieri Arlesheim ein grosses Innenausbauprojekt abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Basler Baubüro in situ hat restemöbel laut seiner Mitteilung erstmals Restmaterial im grossen Massstab zu hochwertigem Mobiliar verarbeitet.

    Unter anderem hat restemöbel Schliessfächer geplant und hergestellt, die bis auf die Beschläge zu 100 Prozent aus Restmaterial bestehen. Die Firma verwertet Ausschuss, der bei der Produktion in Schreinereien und verschiedenen Nebengewerken im Raum Lörrach anfällt und der für gewöhnlich weggeworfen oder verbrannt wird.

    „Um das zu ändern, haben wir im Sommer 2019 restemöbel erfunden: kleine, feine Möbel, für deren Herstellung fast ausschliesslich Materialreste verwendet werden“, so die Firma in ihrer Selbstdarstellung. „Auf diese Weise versuchen wir, etwas gegen Ressourcen- und Energieverschwendung zu tun und machen zugleich die Welt ein bisschen schöner.“

    Aktuell ist restemöbel noch ein Projekt des Baslers Florian Oeschger und von Markus Schier, der auf der deutschen Rheinseite in Rheinweiler zuhause ist. Es wird sowohl von der Oe Moebel GmbH mit Sitz in Basel als auch von der Möbelwerkstatt Florian Oeschger und Holzwerkstatt Markus Schier im deutschen Rheinfelden getragen. Wie die beiden, die seit 2022 Partner sind, ankündigen, ist in nächster Zeit die Firmierung von restemöbel in Basel geplant.

  • Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Schweizer Kulturbotschaft 2025–28 für Baukultur

    Der Entwurf der Kulturbotschaft 2025–28 rückt die Baukultur in den Mittelpunkt einer nachhaltigen Raumentwicklung. Angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und dem Verlust an Biodiversität gewinnt die Gestaltung des Lebensraums an strategischer Bedeutung. Die Baukultur liefert mit ihrem ganzheitlichen Ansatz Antworten auf zentrale Herausforderungen und ermöglicht eine nachhaltige Zukunft.

    Gestaltung als gesellschaftlicher Auftrag
    Baukultur umfasst alle raumwirksamen Tätigkeiten von der Denkmalpflege über die Stadtplanung bis zur Gestaltung zeitgenössischer Bauwerke. Gut gestaltete Gebäude, Siedlungen und Infrastrukturen fördern das Wohlbefinden der Bevölkerung, stärken das Kulturerbe und vereinen ökologische, soziale, ökonomische und kulturelle Werte. Diese integrative Qualität macht Baukultur zu einem entscheidenden Instrument für die Transformation von Städten und Regionen.

    Zukunftsweisende Impulse aus Davos
    Der internationale Davos Baukultur Prozess und die jüngsten Erklärungen europäischer Kulturministerinnen und -minister bekräftigen die Notwendigkeit eines holistischen Bauverständnisses. Die Schweiz nimmt diese Impulse auf und plant, Baukultur im Natur- und Heimatschutzgesetz zu verankern, ein wichtiger Schritt, um die Vorbildfunktion des Bundes zu stärken und bestehende Förderinstrumente gezielt zu nutzen.

    Kreislaufwirtschaft und Innovation als Leitlinien
    Die künftige Baukultur muss konsequent auf Kreislaufwirtschaft und Suffizienz ausgerichtet werden. Neue Standards wie Lebenszyklus-Grenzwerte für Emissionen, der bewusste Umgang mit Ressourcen und eine Kultur des Umbauens bilden das Fundament. Ergänzend braucht es eine Innovationskultur, die neue Materialien, Technologien und Prozesse fördert.

    Empfehlungen für eine kohärente Umsetzung
    Die unterzeichnenden Organisationen stellen konkrete Forderungen. Der Bereich Umwelt soll stärker integriert, Gemeinden und Städte in Beratungs- und Weiterbildungsangebote einbezogen und die effektive Bauteuerung bei der Fördermittelanpassung berücksichtigt werden. Zudem sei eine konsequente Anwendung des Baukulturbegriffs erforderlich, etwa bei den Schweizer Kulturpreisen oder in der Arbeit von Pro Helvetia. Der Runde Tisch Baukultur Schweiz bietet sich als nationale Plattform für die Koordination mit internationalen Initiativen an.

  • Leitfaden für nachhaltiges Bauen veröffentlicht

    Leitfaden für nachhaltiges Bauen veröffentlicht

    Die Charta Kreislauforientiertes Bauen mit Sitz in Rotkreuz hat einen Leitfaden für nachhaltiges und an Kreislaufwirtschaft orientiertes Bauen herausgegeben. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der Leitfaden eine praxisorientierte Grundlage für die Reduktion nicht erneuerbarer Primärrohstoffe, die Senkung grauer Treibhausgasemissionen und zur Verbesserung der Kreislauffähigkeit von Bauprojekten geben. Die Richtlinie wendet sich an alle Partnerorganisationen der Charta und darüber hinaus an interessierte Bauherren und Investoren. Im Leitfaden werden neben konkreten Materialhinweisen auch nationale und internationale Umweltziele berücksichtigt.

    Um Transparenz und nachvollziehbare Erfolgsmessungen zu gewährleisten, werden klare Schlüsselindikatoren wie der Zirkulationsindex Bau (Circularity Index Construction, CIC) verwandt. Diese ermöglichen ein Erfassen der Materialherkunft und das Messen der grauen Treibhausgasemissionen.

    «Der Leitfaden ist mehr als eine blosse Orientierungshilfe – er ist ein praxisnahes Werkzeug, das die Charta Partnerorganisationen befähigt, Kreislaufstrategien gezielt und messbar in Bauprojekten umzusetzen», wird Philipp Cescato, Charta-Manager der Charta Kreislauforientiertes Bauen, in der Mitteilung zitiert. «Mit klar definierten Indikatoren schaffen wir Transparenz und Vergleichbarkeit.»

    Die Charta Kreislauforientiertes Bauen wird vom Switzerland Innovation Park Central betrieben.

  • Nachhaltigkeit und Lebensqualität im Einklang

    Nachhaltigkeit und Lebensqualität im Einklang

    In einer neuen Studie, veröffentlicht im «Journal of Cleaner Production», zeigen Forscher der Empa, dass ein gutes Leben für mehr als zehn Milliarden Menschen innerhalb der planetaren Grenzen möglich ist. Mit einem technischen Ansatz und dem sogenannten Donut-Modell haben sie errechnet, dass die Menschheit nachhaltig leben kann, ohne dabei auf einen angemessenen Lebensstandard zu verzichten. Hauke Schlesier und Harald Desing vom Empa-Labor «Technologie und Gesellschaft» sowie Malte Schäfer von der Technischen Universität Braunschweig haben dieses Potenzial aufgezeigt.

    Der Donut als Modell für Nachhaltigkeit
    Das Donut-Modell, bestehend aus zwei konzentrischen Kreisen, dient als Grundlage der Studie. Der äussere Kreis repräsentiert die planetaren Grenzen wie Biodiversität, Klima und Landnutzung. Der innere Kreis symbolisiert die menschlichen Grundbedürfnisse. Der Raum zwischen den Kreisen, der Donut, stellt die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen dar, um einen angemessenen Lebensstandard zu erreichen. Diese theoretische Basis wurde nun empirisch bestätigt.

    Ressourcen effizient nutzen
    Die Studie zeigt, dass ein ökologisches Leben für über zehn Milliarden Menschen möglich ist, allerdings sind tiefgreifende Veränderungen notwendig. Besonders im Energiesystem und in der Landwirtschaft besteht dringender Handlungsbedarf. Der vollständige Verzicht auf fossile Brennstoffe und eine Umstellung auf pflanzenbasierte Ernährung sind entscheidend. Ein nachhaltiger Umgang mit Phosphor und Stickstoff sowie der Verzicht auf Landnutzungsänderungen sind weitere zentrale Massnahmen.

    Ein ausgewogener Lebensstandard
    Ein wesentlicher Bestandteil der Transformation ist die Angleichung des Lebensstandards. Während der globale Süden von einer erheblichen Anhebung des Lebensstandards profitieren würde, müsste der Ressourcenverbrauch im globalen Norden reduziert werden. Dies betrifft insbesondere Wohnfläche und individuelle Mobilität, ohne dabei das Wohlbefinden zu mindern. Öffentlicher Verkehr und Gesundheitsversorgung könnten ausgebaut werden, ohne die Umwelt signifikant zu belasten.

    Enger Spielraum für Nachhaltigkeit
    Die Forscher betonen, dass der Donut des nachhaltigen Lebens zwar existiert, aber sehr schmal ist. Der technische Fortschritt und der Wandel hin zur Kreislaufwirtschaft bieten jedoch Potenzial für zusätzlichen ökologischen Spielraum. «Unser Modell basiert auf dem heutigen Technologiestand. Zukünftige Innovationen könnten den Donut erweitern», erklärt Schlesier.

    Die Studie der Empa liefert einen kraftvollen Beweis dafür, dass Nachhaltigkeit und Lebensqualität miteinander vereinbar sind. Sie zeigt den Weg zu einem ökologischen und sozial gerechten Leben für alle Menschen auf unserem Planeten.

  • Waadt plant Stromautonomie bis 2035

    Waadt plant Stromautonomie bis 2035

    Die von Isabelle Moret, Vorsteherin des Departements für Wirtschaft, Innovation, Beschäftigung und Kulturerbe (DEIEP), vorgestellte Studie, zeigt ermutigende Ergebnisse über das Photovoltaik-Potenzial der Dächer und Fassaden der Waadtländer Kantonsgebäude. In Anwesenheit von Pierre de Almeida, Generaldirektor für Immobilien und Kulturerbe, und Camille Orthlieb, Verantwortlicher für nachhaltiges Bauen bei der DGIP, wurde deutlich, dass die Kantonsverwaltung bis 2035 eine elektrische Autonomie erreichen kann, indem jährlich das Äquivalent von 23 GWh Strom produziert wird.

    Umfassende Photovoltaik-Installation
    Seit den frühen 2000er Jahren wurden fast 19.800 m² Solarpaneele auf den Dächern der Gebäude der Kantonsverwaltung installiert. Bis 2035 soll diese Fläche auf rund 100.000 m² erweitert werden. Alle neuen Gebäude werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet, sodass sie genauso viel oder sogar mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen. Parallel dazu sieht ein Gebäudesanierungsprogramm vor, den Stromverbrauch durch Energieoptimierung um etwa 30 % zu senken.

    Verantwortung und Vorbildfunktion
    Isabelle Moret betont die Bedeutung dieser Massnahmen: „Dank der Anstrengungen unserer Teams für den massiven Ausbau der Photovoltaikanlagen sollten wir bis 2035 eine elektrische Autonomie erreichen. Damit zeigt der Waadtländer Staat seine Verantwortung gegenüber den Herausforderungen der Nachhaltigkeit und dient als Vorbild für den Energieverbrauch im Immobiliensektor.“

    Finanzierung und Projektkoordination
    Für die Umsetzung dieses Projekts werden über 18 Millionen Franken bereitgestellt, um sowohl den Ausbau der Solaranlagen als auch die Reduktion des Stromverbrauchs zu finanzieren. Die Umsetzung erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen der Generaldirektion für Immobilien und Kulturerbe (DGIP), der Abteilung Denkmalpflege, der Energiedirektion (DGE-DIREN) und der Direktion für Ressourcen und Naturerbe (DGE-DIRNA).

    Zukünftige Perspektiven
    Zusätzlich zur Kantonsverwaltung evaluieren auch die Universität Lausanne (UNIL) und das Universitätsspital Lausanne (CHUV) ihr Photovoltaik-Potenzial, um ihre Energieunabhängigkeit zu erhöhen. Diese Massnahmen unterstreichen das Engagement des Kantons Waadt, die Energiewende voranzutreiben und langfristige Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

  • Neuer Investor für nachhaltige Baustartups

    Neuer Investor für nachhaltige Baustartups

    Buildify.earth wurde mit der Vision ins Leben gerufen, nachhaltige Innovationen in der Baubranche zu unterstützen. Die Investmentgesellschaft engagiert sich besonders in den frühen Entwicklungsphasen von Startups und bietet neben Kapital auch Zugang zu einem umfassenden Netzwerk. Dieses Netzwerk wurde über Jahre im Rahmen des Aufbaus des Switzerland Innovation Park Central, NEST und anderen Organisationen etabliert und ist ein wertvolles Asset für die geförderten Unternehmen.

    Strategische Partnerschaften und langfristige Ziele
    Vor acht Jahren begann die Planung für den Standort des Innovation Parks in der Zentralschweiz, der 2019 in Rotkreuz seine Türen öffnete und seit 2021 offiziell Teil von Switzerland Innovation ist. Der Park zählt heute über 100 Mitglieder, darunter namhafte Akteure der Schweizer Baubranche sowie Forschungseinrichtungen. Diese Vernetzung bietet direkten Zugang zu Entscheidungsträgern und eine Plattform für Startups, um in einer traditionell risikoaversen Branche wichtige Kooperationen zu schmieden.

    Bereitstellung finanzieller Mittel und Ressourcen
    Die von privaten Investoren, der Zuger Kantonalbank und dem Park selbst bereitgestellten Mittel, die sich auf einen einstelligen Millionenbetrag belaufen, ermöglichen es buildify.earth, signifikante erste Investitionen zu tätigen, die bald angekündigt werden sollen. Die Investmentpipeline ist reich gefüllt, einschliesslich 40 Startups, die bereits Mitglieder des Parks sind. Die buildify.earth AG nimmt dabei eine flexible Rolle als Co-Investor ein, der schnell agieren und als Katalysator für weitere Investitionen dienen kann.

    Langfristige Planung und offene Türen für weitere Investoren
    Reto Largo und Sem Mattli, die Leiter von buildify.earth, suchen nicht nur nach vielversprechenden Startups, sondern auch nach weiteren Investoren, um das Kapital der Evergreen-Struktur der Gesellschaft zu stärken. Diese Struktur passt gut zu den langen Innovationszyklen im Baubereich und ermöglicht es, einen Teil der Erträge wieder zu investieren, während gleichzeitig attraktive Renditen für die Investoren angestrebt werden. Dies ist nur der Beginn einer langfristigen Strategie, die darauf abzielt, substanzielle Investitionen in aussichtsreiche Startups zu tätigen und die Zukunft der nachhaltigen Bauindustrie aktiv mitzugestalten.

  • Entsorgungssicherheit dank langfristiger Deponieplanung

    Entsorgungssicherheit dank langfristiger Deponieplanung

    Die nachhaltige Gestaltung der Abfallwirtschaft und der sorgsame Umgang mit Ressourcen spielen eine immer wichtigere Rolle in der heutigen Gesellschaft. Im Kanton Zürich wird dies durch gezielte Anstrengungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft deutlich, wodurch eine erhebliche Reduktion der Abfallmengen, die in Deponien landen, erreicht werden konnte. Dennoch gibt es Abfälle, die sich nicht in den Stoffkreislauf integrieren lassen und daher einer sicheren Entsorgung bedürfen.

    Die Baudirektion des Kantons hat in einem umfangreichen und breit abgestützten Verfahren 23 neue, geeignete Standorte für Deponien identifiziert. Diese Standorte dienen als Basis für eine Teilrevision des kantonalen Richtplans und tragen wesentlich zur langfristigen Sicherung der Abfallentsorgung bei. Ziel ist es, den künftigen Bedarf an Deponievolumen genau zu ermitteln und gleichzeitig die Standorte so auszuwählen, dass die Transportwege für die Entsorgung optimiert und somit Umweltbelastungen minimiert werden.

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Reduktion von Abfällen aus der Bautätigkeit, die den grössten Anteil der Deponiemenge ausmachen. Durch Massnahmen wie die Sortierung von Bauabfällen und die Reinigung von verschmutztem Aushubmaterial lassen sich signifikante Mengenreduktionen erreichen. Ab 2030 wird mit einer deutlichen Reduktion der jährlichen Deponiemenge im Vergleich zu heute gerechnet. Über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg wird der Bedarf auf insgesamt rund 17 Deponien geschätzt, die strategisch über den Kanton verteilt sein sollen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit der Abfallentsorgung weiter zu verbessern.

    Diese langfristige Planung und der Einsatz für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zeigen, wie durch verantwortungsvolles Handeln und innovative Lösungsansätze eine sichere und umweltfreundliche Abfallentsorgung gewährleistet werden kann.

  • Lokales Holz als Schlüssel zur CO2-Reduktion

    Lokales Holz als Schlüssel zur CO2-Reduktion

    Die Schweiz, mit rund 30 Prozent bewaldeter Landfläche, verfügt über einen wertvollen natürlichen Ressourcenpool, den Wald. Neben seiner ökologischen Bedeutung für Flora und Fauna ist der Wald auch ein wichtiger Kohlenstoffspeicher. Während seines Wachstums nimmt ein Baum CO2 auf und bindet den Kohlenstoff im Holz. Durch die Verwendung von Holz in Gebäuden oder anderen Bauteilen kann der Kohlenstoff über lange Zeiträume gebunden werden, was zur Reduktion von Treibhausgasen beiträgt und die Erderwärmung mindert.

    Martin Ziegler, Leiter des Amtes für Wald und Wild im Kanton Zug, betont die Notwendigkeit einer Nachfrage nach regionalem Holz, um die verschiedenen Aufgaben des Waldes zu erfüllen. Die Pflege des Waldes ist aufwändig und kostspielig, daher ist es entscheidend, dass das produzierte Holz lokale Abnehmer findet.

    Eine Website, initiiert von den kantonalen Waldfachstellen der Zentralschweiz, Lignum Zentralschweiz und WaldSchweiz, soll die Zusammenhänge zwischen der Waldpflege und der Nutzung von Holz veranschaulichen. Die Website waldnutzen.ch präsentiert sechs Projekte aus der Region und zeigt, wie der lokale Holzkreislauf funktioniert.

    Ein Beispiel für die nachhaltige Nutzung von lokalem Holz ist das «Haus des Holzes» in Sursee, bei dem Bauherr Pirmin Jung bewusst auf heimisches Holz setzte. Auch der «Holzturm» in der Nähe des Tier- und Naturparks Goldau im Kanton Schwyz zeigt, wie Holz aus der Region für nachhaltige Bauprojekte genutzt wird.

    Der Kanton Uri hat das Potenzial seines Waldes früh erkannt und im Rahmen seines Regierungsprogramms Massnahmen zur Förderung der Wald- und Holzwirtschaft umgesetzt. Das Projekt «Holzkreislauf Uri» bringt alle Akteure der Wertschöpfungskette zusammen, um die nachhaltige Nutzung von Holz im Kanton zu fördern.

    Die enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen, wie der Hochschule Luzern, den kantonalen Waldfachstellen und der Holzindustrie, ist entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. Durch die gemeinsamen Bemühungen wird die nachhaltige Nutzung von Holz gefördert und die CO2-Reduktion in der Atmosphäre unterstützt.

  • AQUA4D bereitet seit 20 Jahren Wasser auf

    AQUA4D bereitet seit 20 Jahren Wasser auf

    Der Walliser Wasseraufbereitungsspezialist Planet Horizons Technologies stellt laut einer Medienmitteilung zum 20. Jahrestag der Einführung die siebte Produktgeneration seines Wassermanagements AQUA4D vor. AQUA4D wurde im September 2004 von dem Unternehmen mit Sitz im Ecoparc de Daval in Siders im Kanton Wallis erstmals vorgestellt. Die neueste Produktgeneration verkörpere das Ergebnis umfangreicher Forschung und Innovation, die auf die Optimierung des Wassermanagements in verschiedenen Sektoren abzielt, heisst es in der Mitteilung.

    «Vom Daval Ecopark aus entwickeln, testen und montieren wir weiterhin unsere Produkte, die sich dem Schutz von Wasserleitungen in der Schweiz und der Optimierung der Bewässerung auf der ganzen Welt widmen», heisst es in der Mitteilung weiter. «Dank der hauseigenen Fertigung an unserem Schweizer Hauptsitz können wir unsere Produktionsprozesse vollständig kontrollieren und so optimale Qualität und Effizienz gewährleisten», wird Nicolas Masserey zitiert, Produktionsleiter bei AQUA4D.

    Planet Horizons Technologies hat in der Schweiz mehr als 100 öffentliche Gebäude mit seiner nachhaltigen Wasseraufbereitung AQUA4D ausgerüstet. Mit der innovativen Technologie kann auch die Wasserqualität von Krankenhäusern und Schulen verbessert werden. Die Technologie nutzt Elektromagnetismus nach einer patentierten Methode, um Kalkablagerungen zu entfernen sowie vor Korrosion und Bakterien zu schützen. Das System kann vor allem in alten Gebäuden mit lang bestehenden Rohrleitungen und in Gebieten mit hohem Kalkanteil im Wasser eingesetzt werden. Dabei konnten nicht nur die Trinkwasserqualität verbessert, sondern auch Kosten für Unterhalt und Wartung gesenkt werden.

    Mit der Erfahrung aus mehr als 5000 installierten Anlagen in 45 Ländern findet das Unternehmen eigenen Angaben zufolge auch in der Schweiz zunehmende Resonanz.

  • Das neuste Innovationszentrum im Alpenraum ab 2024

    Das neuste Innovationszentrum im Alpenraum ab 2024

    DnnoQube Switzerland nutzt die besondere Lage und Ressourcen von Graubünden, um Innovationen zu fördern, die sowohl lokal als auch global relevant sind. Der Hub wird voraussichtlich im April 2024 seine Türen öffnen. Alex Fries, CEO des Zentrums, betont die Bedeutung der lokalen Vorteile: «Es ist mehr als ein Innovations-Hub; es ist ein Beitrag, die Stärken von Graubünden global sichtbar zu machen.»

    Intensives Förderprogramm
    Das Zentrum bietet ein dreimonatiges, intensives Förderprogramm für Start-ups in der Frühphase. Die Teilnehmer erhalten Zugang zu einem weitreichenden Netzwerk und können ihre Produkte in Inkubatoren weltweit, von Dubai bis Silicon Valley, testen und verbessern.

    Kollaboratives Ökosystem
    Ein Hauptfokus liegt auf der Schaffung eines kollaborativen Umfelds. Partnerunternehmen haben die Möglichkeit, Innovationen voranzutreiben und von einem diversen Netzwerk von Experten und Innovatoren zu profitieren. Zudem werden Optionen für die Gründung von Spin-offs erörtert, um Innovationen intern zu fördern.

    Die Macher des Projekts
    Hinter InnoQube stehen bekannte Namen wie Alex Fries, Maren Lesche und Franco Quinter. Sie verbinden starke regionale Wurzeln mit globaler Erfahrung und Expertise. Franco Quinter, Verwaltungsratspräsident von InnoQube Switzerland: «Im Herzen der Alpen werden wir mit InnoQube Switzerland einen Ort schaffen, der Innovatoren aus der ganzen Welt zusammenbringt. Hier nutzen wir das einzigartige Potenzial von Graubünden, um die Zukunft der Innovation zu gestalten.»

    InnoQube Switzerland verspricht, die Innovationslandschaft der Alpen zu revolutionieren und bietet eine einzigartige Plattform für die nächste Generation von Unternehmern und Innovatoren.

  • Solarbranche will gebrauchte Photovoltaik wiederverwenden

    Solarbranche will gebrauchte Photovoltaik wiederverwenden

    SENS eRecycling, der Branchenverband Swissolar und das in Biel ansässige Departement Technik & Informatik der Berner Fachhochschule wollen gemeinsam mit weiteren Partnern die Kreislaufwirtschaft in der Solarbranche voranbringen. Im Rahmen des Projekts Swiss PV Circle wollen sie  laut einer Mitteilung die Lebensdauer von Photovoltaik verlängern, indem sie Geschäftsmodelle für die Wiederverwendung gebrauchter Module schaffen.

    Das Projekt beruht auf der Beobachtung, dass Photovoltaikmodule auch nach 20 Jahren noch 90 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung besitzen. Dennoch werden sie oft ausgemustert, weil sie entweder beschädigt sind oder die Betreiber auf leistungsfähigere Modelle umrüsten wollen.

    Die Partner wollen Daten über die in der Schweiz eingesetzten Module sammeln und diese zum einen allen Beteiligten über eine digitale Plattform zur Verfügung stellen. Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen geht es zum anderen um die Sicherstellung einer Infrastruktur für den Abbau, die Lagerung und die Prüfung der gebrauchten Module einschliesslich ihrer Kennzeichnung. Zudem sollen die Module während ihrer ganzen Lebensdauer verfolgt werden können.

    An Swiss PV Circle beteiligen sich auch die Modulhersteller Meyer Burger Technology und 3S Swiss Solar Solutions in Thun, Helion Energy in Cham ZG als Installateur und Betreiber von Anlagen, der Energieversorger CKW sowie die KWB Planreal in Widnau SG und die Reiling PV-Recyling GmbH & Co. KG aus Münster in Nordrhein-Westfalen, zwei Spezialisten der Wiederverwertung von Photovoltaikanlagen.

  • Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Die Liegenschaften des Kantons Basel-Stadt am Hirtenweg 16 bis 28 in Riehen haben den diesjährigen internationalen Preis für nachhaltige Architektur gewonnen, informiert das kantonale Finanzdepartement in einer Mitteilung. Mit dem Preis zeichnen die Fakultät für Architektur der Universität Ferrara und das Baustoffunternehmen Fassa Bortolo jedes Jahr Projekte aus, „die sich auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und eine Vorbildfunktion im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einnehmen“, heisst es dort weiter. Die kantonalen Liegenschaften haben sich im diesjährigen Wettbewerb gegen zahlreiche weitere Projekte aus aller Welt durchgesetzt.

    Die international zusammengesetzte Jury wurde dabei vor allem durch zwei Aspekte der Liegenschaften in Riehen überzeugt. Dies war zum einen die sozialverträgliche Verdichtung von Wohnraum. Von den fünf bereits auf der Parzelle befindlichen Gebäuden hat der Kanton drei saniert. Die übrigen beiden wurden abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt. Dadurch konnte die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 63 fast verdoppelt werden.

    Zum anderen gab die ressourcenschonende Massivholzbauweise im von Projektteam Harry Gugger Studio AG, Erne AG Holzbau und Fontana Landschaftsarchitektur realisierten Projekt den Ausschlag. Dabei wurden die Holzmodule in einer Produktionshalle vorgefertigt und dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Während der gesamten Bauarbeiten konnten die Bewohnenden der Liegenschaften zudem vor Ort bleiben. Bewohnende der rückgebauten Gebäude zogen vor dem Abriss ihres alten Hauses in einen bereits fertiggestellten Neubau um.

  • Bauabfälle verwerten statt deponieren

    Bauabfälle verwerten statt deponieren

    Im Kanton Zürich landen heute pro Jahr rund 1 Million Tonnen Abfälle in einer Deponie. Der grösste Teil davon stammt aus der Bautätigkeit – dies obwohl bereits heute ein grosser Teil aller Bauabfälle als Recyclingbaustoff verwertet wird, etwa im Strassen- und Erdbau oder zur Herstellung von Recyclingbeton. Die Deponiekapazitäten im Kanton Zürich sind knapp, und das Erstellen neuer Deponien wird immer aufwändiger und schwieriger. Die Baudirektion will deshalb die Vorgaben für die Behandlung und Verwertung von Bauabfällen anpassen mit dem Ziel, dass künftig noch mehr Abfälle in den Stoffkreislauf zurückgelangen und nicht in einer Deponie landen. Dies schont auch die natürlichen Rohstoffvorkommen.

    Bis zu 100’000 Tonnen pro Jahr zusätzlich verwerten

    Der weitaus grösste Teil der Abfälle, die beim Bau von Gebäuden, Strassen und Infrastrukturen entsteht, ist Aushub- und Ausbruchmaterial, also Erdreich und Fels. Ist dieses durch Schadstoffe verschmutzt, muss es zuerst in einer Bodenwaschanlage oder einer thermischen Anlage behandelt werden, bevor es wieder als Baumaterial verwertet werden kann. Bisher schreibt die Baudirektion vor, dass bei Aushubarbeiten mindestens 50 Prozent des schwach und wenig verschmutzten Aushub- und Ausbruchmaterials behandelt werden müssen. Diese Quote soll nun auf 75 Prozent steigen. Damit könnten im Vergleich zu heute jährlich zwischen 80’000 bis 100’000 Tonnen verschmutzter Bauabfälle zusätzlich behandelt werden und als Recyclingbaustoffe wieder in den Stoffkreislauf zurückgelangen.

    Rückbaumaterial nur noch in Ausnahmen direkt auf die Deponie

    Auch beim Rückbau oder Umbau bestehender Bauten entstehen im Kanton Zürich jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Bauabfälle. Davon werden rund 90’000 Tonnen direkt in einer Deponie abgelagert. Künftig sollen nur noch jene Rückbaumaterialien direkt von der Baustelle auf eine Deponie gelangen dürfen, die explizit auf einer Liste aufgeführt sind. Diese Liste umfasst Materialien, für die bis heute kein Verfahren zur Wiederaufbereitung existiert, beispielsweise Keramik, Porzellan oder Blähton. Alle anderen Rückbaumaterialien müssen zuerst in eine Sortier- oder Aufbereitungsanlage gebracht werden. Diese neue Regelung soll sicherstellen, dass Rückbaumaterialien wo immer möglich wieder zu neuen Baustoffen verarbeitet werden.

    Die Vorgaben zur Verwertung von Bauabfällen sind in einer Richtlinie («Behandlungsregel für verschmutzte Bauabfälle, Kugelfangmaterial und Rückbaumaterialien») festgelegt, die bei Bauvorhaben im Kanton Zürich angewendet werden muss. Die Baudirektion hat die Anpassung dieser Richtlinie den betroffenen Akteuren zur Stellungnahme bis Ende September vorgelegt.

  • Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft

    Tatsächlich sind die kantonalen und kommunalen Planungsinstrumente jedoch unvollständig, starr, rein quantitativ und verfolgen kein dreidimensional entwickeltes Zukunftsbild. Die Folgen sind bekannt: Unstimmige Stadtbilder, zu niedriges Verdichtungspotenzial, wachsendes Verkehrsaufkommen, unkoordinierte infrastrukturelle Anlagen und schliesslich eine unzufriedene Bevölkerung.

    Eine vorausschauende Raumplanung mit neuen Konzepten ist unumgänglich, denn die heutigen trägen Planungsinstrumente der Raumplanung stehen offensichtlich im Widerspruch zum dynamischen Prozess der Stadtplanung und verfehlen bis heute die im RPG definierten Ziele.

    Mit dem Einsatz der bereits vorhandenen GIS-Daten könnten schweizweit, anhand von qualitativen Zukunftsszenarien, vorausschauend die potenziellen Auswirkungen auf sämtliche relevante Themen wie Innenverdichtung, Flächennutzung, Verkehr, Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und viele weitere, visualisiert, bewertet und partizipativ kommuniziert werden – und zwar über die kantonalen Grenzen hinaus.

    Gebäude im Kontext der Raumplanung
    Die Raumplanung schafft denn auch die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Quartieren und letztlich des Gebäudebestands. Redet man von nachhaltigen Gebäuden, so greift die isolierte Betrachtung und reine Fokussierung auf deren Substanz zu kurz. Gebäude sind in ihrem Kontext und somit unter Berücksichtigung ihres Beitrags zur Reduktion des Verkehrsaufkommens, zur Verdichtung sowie zur sozialen Integration zu verstehen. Dieser Logik folgend sind in der Schweiz die beiden Standards SNBS Hochbau fürs Bauen und SSREI für den Bestand entwickelt worden. Beide sind in ihrer inhaltlichen Ausprägung im internationalen Vergleich stets einzigartig.

    Quelle www.ssrei.ch

  • Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Die Schweizer Pärke schätzen und achten Natur und Landschaft als Lebensgrundlage. Sie engagieren sich für eine reiche Biodiversität, eine hohe Landschaftsqualität und die Energiewende. Gleichzeitig setzen sie sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes ein und entwickeln touristische Angebote, welche die Wertschöpfung in den Regionen erhöhen. Die Stiftung Ferien im Baudenkmal setzt sich für den sinnvollen Fortbestand bestehender Bauten und Kulturlandschaften ein. Mit jedem geretteten Haus sensibilisiert sie ihre Feriengäste für Themen der nachhaltigen Baukultur.

    Die gemeinsamen Werte der Nachhaltigkeit sind der Grund, für die kommunikative Vernetzung der beiden Institutionen. Zurzeit befinden sich 22 Baudenkmäler der Stiftung in zwölf Schweizer Pärken. Dank der gegenseitigen Kommunikation finden sich Feriengäste vor Ort leichter zurecht und können ausgehend von den Baudenkmälern die regionale Baukultur und Natur hautnah erleben.

    Im Rahmen der Kooperation soll das Angebot der Stiftung Ferien im Baudenkmal in den Pärken aktiv erweitert werden. Sanfter Tourismus fördert das Bewusstsein und das Engagement für das kulturelle Erbe.

    Entdecken Sie alle Naturpärke, in denen Sie gleichzeitig auch Ferien im Baudenkmal verbringen können. Während dem Aufenthalt in den Baudenkmälern lassen sich Ausflüge zu allen Sehenswürdigkeiten der Pärke unternehmen. Erleben Sie die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz.

  • Kuratle Group und Raurica Wald bauen Holzfabrik im Aargau

    Kuratle Group und Raurica Wald bauen Holzfabrik im Aargau

    Auf dem ehemaligen Betriebsgelände der CPH-Gruppe in Full-Reuenthal soll eine nachhaltige Produktionsstätte für Holzverarbeitung entstehen, informiert die Luzerner Chemie- und Papier-Holding in einer Mitteilung. Sie hat ein entsprechendes Grundstück auf dem von ihr bis 2002 genutzten Areal an die Full Property AG verkauft. Das Unternehmen wird von der holzverarbeitenden Kuratle-Gruppe aus Leibstadt AG und der auf Investitionen in Wald- und Holzwirtschaft spezialisierten Baselbieter Raurica Wald AG gehalten.

    Im neuen Werk soll einheimisches Rundholz unter Einsatz von Energie aus erneuerbaren Quellen zu Bauholz verarbeitet werden. Bisher würden derartige Holzbauwerkstoffe importiert, heisst es in der Mitteilung. „Wir freuen uns, dass auf unserem ehemaligen Betriebsgelände innovative Unternehmen tätig werden, die mit einem nachhaltigen Geschäftskonzept zum Klimaschutz beitragen“, wird Peter Schildknecht, CEO der CPH-Gruppe, dort zitiert. Auf dem rund 30 Fussballfelder grossen ehemaligen Produktionsstandort von CPH haben sich bereits mehrere  Unternehmen, darunter zwei Recycling-Firmen, angesiedelt.

  • Swisspor und Madaster fördern zirkuläre Dämmstoffe

    Swisspor und Madaster fördern zirkuläre Dämmstoffe

    Der Dämmstoffspezialist Swisspor AG und die Madaster Services Schweiz AG arbeiten laut Medienmitteilung künftig zusammen. Ziel ist die Förderung der Verwendung von zirkulären Dämmstoffen beim Bauen. Swisspor mit Sitz in Steinhausen werde mit ihrer Produkt- und Recycling-Expertise im Bereich Dämmen und Dichten den Übergang zu einem ressourcenschonenden Bauwesen öffnen, heisst es in der Mitteilung.

    Madaster arbeitet an sogenannten Materialpässen für neue und bestehende Gebäude. Damit erhalten Bauabfälle eine Identität und können als Ressourcen katalogisiert und wiederverwendet werden, um Abfall zu vermeiden. Die Dienstleistung von Madaster wird in der Schweiz von der Madaster Services Switzerland AG in Zürich angeboten.

    Mit Swisspor werde das Madaster-Netzwerk um langjährige Expertise in der Entwicklung, Herstellung und Recycling von Bauprodukten im Bereich Dämmen und Dichten ergänzt, wird Marloes Fischer, Geschäftsführerin Madaster Services Schweiz AG, zitiert. „Gemeinsam können wir das mittel- bis langfristig steigende Volumen an Dämmmaterialien aus Rückbau und Sanierungen transparent machen. Ziel muss es sein, so viel Rezyklat für neue Produkte wie möglich zu nutzen.“

    „Die Swisspor setzt alles daran, die Verwertungsquote von Dämm- und Dichtmaterialien zu erhöhen“, wird Marco Dalla Bona zitiert, der Geschäftsführer von Swisspor AG. Mit dem Madaster-Material-Kataster „lassen sich verbaute Materialien rückverfolgen und später einem neuen Nutzungskreis zuführen. Wenn es dem Sektor gelingt, 100 Prozent wiederverwertbare Produkte im Kreislauf zu führen, reduzieren wir den Primärressourceneinsatz auf ein Minimum“, so Dalla Bona weiter.

  • Zürichholz stockt Aktienkapital auf

    Zürichholz stockt Aktienkapital auf

    Zürichholz gibt Aktien im Wert von 3 Millionen Franken aus. Wie der Holzvermarkter in einer Medienmitteilung schreibt, schafft die Kapitalerhöhung „eine renditestarke, nachhaltige Anlagemöglichkeit“ für qualifizierte Investoren aus der Schweizer Wald-, Holz- und CO2-Wirtschaft“. Das auf Rund- und Energieholz spezialisierte Unternehmen hat nach einer Konsolidierungsphase 2019 eine neue Wachstumsstufe erreicht. Mit dem zusätzlichen Aktienkapital will das Unternehmen in den zukunftsweisenden Geschäftsfeldern Laubholzverarbeitung und Pflanzenkohleproduktion weiter wachsen.

    So baut Zürichholz seit dem Spatenstich im November 2021 für rund 12 Millionen Franken ein neues Betriebszentrum in Illnau ZH, das Ende 2022 in Betrieb gehen soll. Darin vereint seien ein Pyrolysewerk zur Pflanzenkohleherstellung, eine Garage und Werkstatt für den Fuhrpark, eine Holzschnitzelhalle zur Kapazitätssteigerung des Holzkraftwerks Aubrugg, Büros für Zürichholz mit Mietkapazität für Dritte und eine Heizzentrale für den Wärmeverbund Illnau.

    Die steigende Nachfrage nach Holz schlage sich in einer „sehr erfreulichen“ Bilanz des Geschäftsjahrs 2021 nieder. Das Unternehmen geht von einem mittelfristigen Umsatzsprung von 15 Millionen Franken auf 20 Millionen aus.

    Unter den rund 300 Aktionären seien Kanton und Stadt Zürich als grosse Waldbesitzer, was der Aktie „zusätzlich Stabilität und Potential“ verleihe. Der Ausgabepreis beträgt 1400 Franken pro Aktie im Bezugsrecht 2 zu 1. Bezugsrechtshandel wird ausgeschlossen. Die langjährige Dividendenrendite von nominell 5 Prozent soll gehalten werden.

    Holz gewinnt unter Klimaaspekten zunehmend an Popularität. Das gilt für Bauwirtschaft und Industrie, bei der Energieerzeugung und als Pyrolyseholz bei der Bioenergie. Holzaktien seien nicht nur rein finanziell lohnenswert. Eine Investition in die Wald- und Holzwirschaft rentiere sich auch mit Blick auf „Klimawirtschaft und Netto-Null-Verpflichtungen von Unternehmen und öffentlicher Hand“, heisst es. Holz gelte aufgrund seiner hohen CO2-senkenden Wirkung als eine der führenden Negativemissionstechnologien (NET), weil es Treibhausgase aus der Atmosphäre absorbieren und damit minimieren könne.

  • Limeco muss Preis für Siedlungsabfall nicht sofort senken

    Limeco muss Preis für Siedlungsabfall nicht sofort senken

    Limeco hat im Streit mit dem Preisüberwacher einen Zwischenerfolg erzielt. Wie das Unternehmen mitteilt, hat das Bundesverwaltungsgericht der Beschwerde des Betreibers der Kehrichtverbrennungsanlage in Dietikon aufschiebende Wirkung erteilt. Damit stellen sich die St.Galler Richter gegen den Preisüberwacher, welcher der Beschwerde diese aufschiebende Wirkung versagen wollte.

    Zudem verlangen die Richter, wie von Limeco verlangt, auch die Fachbehörden für die Entscheidung heranzuziehen. Dabei handelt es sich um das Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich, das Bundesamt für Umwelt und die Eidgenössische Wettbewerbskommission.

    Der Preisüberwacher hatte in einer Verfügung im September festgestellt, „dass der Preis von Limeco für die Verbrennung von Siedlungsabfall missbräuchlich“ zu hoch sei. Er wollte Limeco bereits auf den 1. Januar 2021 verpflichten, den Preis, den die Gemeinden für die Einlieferung zu zahlen hätten, auf 102 Franken pro Tonne zu senken.

    Limeco reichte daraufhin im Oktober Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht ein. Limeco argumentierte dabei, dass die Verrechnungspreise den Vorgaben von Bund und Kanton Zürich entsprächen. Sie seien angemessen und wären für eine „nachhaltige, kostendeckende und verursachergerechte Entsorgung des Siedlungsabfalls notwendig“. Der Preisüberwacher sei teilweise von falschen Annahmen ausgegangen.

    Der Preisüberwacher kann bis Mitte Februar Stellung zur Beschwerde von Limeco nehmen.

  • Mehr Recycling von Baumaterial

    Mehr Recycling von Baumaterial

    Mehr als 17 Millionen Tonnen Abfälle entstehen in der Schweiz jährlich von Um- und Rückbauten. Zwei Drittel werden aber zu Recyclingbaustoffen aufgearbeitet, so können natürliche Ressourcen wie zum Beispiel Kies geschont werden. Jedoch geht auf diese Weise viel graue Energie verloren, die ursprünglich zur Herstellung der Baumaterialien benötigt wurde. Deshalb hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) die Unternehemen SALZA und Matériuum beauftragt, die Wiederverwendung von Baumaterialien im Schweizer Bausektor zu untersuchen. Es haben rund 150 Akteure aus den Bereichen Ausbau, Vermittlung, Verwendung und Promotion an der Umfrage teilgenommen.

    Ressourcenverbrauch und Umweltbewusstsein steigen
    Der Ressourcenbedarf ist im Baubereich in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen. Ein Grund dafür ist, dass vermehrt Gebäude aus den 1980er und 1990er Jahren abgerissen werden. Die Lebensdauer des Gebäudes und des darin verbauten Materials ist noch nicht erreicht und somit werden viele noch funktionstüchtige Bauteile entsorgt.

    Das Bewusstsein, um mit Rohstoffen sparsamer umzugehen, steigt jedoch, wie die Antworten der Umfrageteilnehmer zeigen. Das führt zum Aufleben der Wiederverwendung im Baubereich. Viele kleine Akteure arbeiten im bestehenden Recycling-Markt gewinnbringend. Allerdings ist die Vernetzung dieser Akteure praktisch inexistent und es gibt auch keine Organisation, die deren Interessen in der Öffentlichkeit vertritt.

    Wiederverwendung der Baumaterialen muss gestärkt werden
    Durch das Wiederverwenden der brauchbaren Bauteile werden nicht nur Abfälle vermieden, es vermindert zudem die klimaschädlichen CO2-Emissionen. So kann die Baubranche zur Erreichung des Klimaziels 2050 und der Energiestrategie 2020 beitragen.

    Fazit der Studie: Die Branche könnte mittels einer Information- und Austauschplattform zur Wiederverwendung und der Schaffung einer Dachorganisation vernetzt und strukturiert werden. Zudem sollen Leuchtturmprojekte kommunikativ unterstützt werden, um praktische Umsetzungsmöglichkeiten der Wiederverwendung zu demonstrieren. Ebenfalls wichtig: Bauplanerinnen und Bauplaner zum Thema Wiederverwendung ausbilden und Bauherrschaften und Bevölkerung für das Thema sensibilisieren.

    Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) möchte künftig die Wiederverwendung als Mittel zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in den entsprechenden SIA-Normen und Nachhaltigkeitslabels verankern, um damit den Umweltfussabdruck von Bauwerken weiter zu senken.