Schlagwort: Robotik

  • Alte Technik neu gedacht

    Alte Technik neu gedacht

    Wer heute an modernes Bauen denkt, sieht Glas, Beton und Stahl. Doch ein Baustoff, der schon seit Jahrtausenden existiert, kehrt mit Macht zurück, Stampflehm. Bereits früher entstanden daraus ganze Städte, Burgen und Tempel und viele dieser Bauwerke stehen noch immer.

    Stampflehm kombiniert regionale Rohstoffe, zirkuläre Nutzung und ein gesundes Raumklima. Er speichert Wärme, gleicht Feuchtigkeit aus und benötigt kaum Energie zur Herstellung. Der Baustoff reagiert damit auf zentrale Anforderungen der Bauwende, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wohngesundheit.

    Joschua Gosslar vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Braunschweig spricht von einer „Renaissance des Lehms“, die traditionelle Handwerkskunst mit technischer Präzision verbindet.

    Wie Stampflehm funktioniert
    Stampflehm entsteht aus Lehm, Sand, Kies und Wasser. Diese Mischung wird in Schichten in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Früher per Hand, heute häufig maschinell. Das Ergebnis sind massive, schichtweise strukturierte Wände mit hoher Wärmespeicherkapazität.

    Durch sein diffusionsoffenes Verhalten trägt der Baustoff zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Ohne baulichen Witterungsschutz jedoch verliert der Lehm an Festigkeit. Grosse Dachüberstände, wasserabweisende Putze oder konstruktive Trennungen sind daher unverzichtbar.

    Forschungsprojekte wie HyRaEarth arbeiten an dauerhaften Lösungen gegen die Feuchtigkeitsanfälligkeit, etwa durch umweltverträgliche hydrophobe Beschichtungen.

    Robotik auf der Baustelle
    Die Verarbeitung von Stampflehm ist mit vielen Arbeitsschritten, hohe Handwerksintensität und lange Bauzeiten aufwendig. Forschende der TU Braunschweig entwickeln deshalb eine robotische Fertigungseinheit, die Lehmwände additiv aufbringt. Schicht für Schicht, präzise und ohne herkömmliche Schalung.

    Das System kombiniert eine mitlaufende Schalung mit einer Verdichtungseinheit, die automatisch nach oben fährt. Ziel ist eine mobile Produktionseinheit, die vor Ort mit Aushubmaterial arbeitet. „Lehm ist vollständig reversibel“, erklärt Gosslar. „Er kann nach hundert Jahren wiederverwendet werden,  als Baustoff für ein neues Haus.“

    Damit überträgt die Forschung Prinzipien des 3D-Drucks auf den Lehm- und Erdbau und schafft so die Grundlage für industrielle und dennoch handwerklich geprägte Bauweisen.

    Internationale Pionierprojekte
    Weltweit zeigen Architekturbüros, was aus Erde entstehen kann. Casa Franca in Paris wurde mit 550 Tonnen Aushuberde zu tragenden Wänden verdichtet, die Klimaanlagen überflüssig machen. Das Bayalpata Hospital in Nepal verwendete lokalen Lehm und senkte so die Baukosten um 40 Prozent und stärkte die regionale Baukultur. Das Ricola-Kräuterzentrum in Laufen von Herzog & de Meuron nutzten vorgefertigte Stampflehmplatten, kombiniert mit Photovoltaik und moderner Haustechnik. Ein Wohnhaus in Desert Wash Home, USA, integriert sich topografisch in den natürlichen Wasserlauf.
    Diese Projekte belegen, dass Lehm längst kein Nischenmaterial mehr ist, sondern weltweit im zeitgenössischen Hochbau angekommen ist.

    Technische Werte und Normen
    Die Materialleistung von Stampflehm ist inzwischen gut dokumentiert. Seine Rohdichte liegt zwischen 1’700 und 2’400 kg/m³, die Druckfestigkeit bei 1,5 bis 2,5 N/mm² – einzelne Versuche erreichen bis zu 10 N/mm². Diese Werte machen ihn statisch tragfähig, erfordern jedoch neue Berechnungsmethoden, da der Elastizitätsmodul deutlich niedriger ist als bei Beton.

    Gesetzlich geregelt sind Lehmbauten durch die Normenreihe DIN 18940 bis 18948 sowie die Lehmbau-Regeln des Dachverbandes Lehm. Sie sichern die Produktqualität, engen die Anwendung aber auch ein.

  • Serienproduktion intelligenter Sicherheitsroboter

    Serienproduktion intelligenter Sicherheitsroboter

    Das Startup 2021 gegründet, nimmt die Serienfertigung seiner hochentwickelten Sicherheitsroboter auf. Entwickelt in der Schweiz, produziert in Deutschland, diese Kombination aus Innovationskraft und Fertigungsexzellenz soll den europaweiten Sicherheitsmarkt verändern. Die ersten 50 Systeme sollen noch 2025 in Betrieb genommen werden.

    CEO Marcus Köhnlein sieht das Projekt als Infrastrukturmaßnahme für eine smartere Zukunft. „Das ist mehr als Robotik, wir liefern skalierbare Systeme, die Sicherheit autonom und zuverlässig neu denken.“ Die Roboter sind für komplexe Umgebungen wie Flughäfen, Logistikzentren oder Smart Cities konzipiert und arbeiten autonom, unterstützt durch Echtzeitanalyse und prädiktive Diagnostik.

    Automatisierte Sicherheit
    Mit steigenden urbanen Risiken und zunehmendem Personalmangel in der Sicherheitsbranche wächst die Nachfrage nach automatisierten Lösungen. Die Roboter liefern eine Antwort, skalierbar, flexibel und wartungsarm. Ihr modularer Aufbau erlaubt Anpassungen an unterschiedliche Einsatzorte, von Industriegeländen bis Universitätscampus.

    Das Geschäftsmodell basiert auf „Robot-as-a-Service“ und bietet Kunden leistungsfähige Sicherheitslösungen mit geringer Einstiegshürde. Echtzeitdaten, kontinuierliches Lernen und hohe Betriebszeit sind integrale Bestandteile des Systems.

    Wachstumsstrategie und Finanzierungsrunde gestartet
    Für die nächste Phase, Skalierung, Marktausbau und internationale Einführung, wurde eine neue Investitionsrunde eröffnet. Ziel ist die Ausweitung der Produktion auf 300 Systeme bis 2027. Derzeit konzentriert sich das Unternehmen auf Europa, plant jedoch langfristig globale Expansion.

    Geführt wird das Start-up von einem erfahrenen Team. CEO Marcus Köhnlein bringt Führungserfahrung aus Digitalisierungs- und Innovationsprojekten mit. CTO Christoph Uhrhan ist Professor für Robotik an der Hochschule Furtwangen und leitet dort das Robotiklabor. Verwaltungsratspräsident ist Andreas R. Sarasin, ehemaliger Partner einer renommierten Schweizer Privatbank und Verwaltungsrat bei uniqueFeed.

  • Shanghai verlegt Shikumen-Komplex mit Robotern

    Shanghai verlegt Shikumen-Komplex mit Robotern

    Die Stadt Shanghai stellt mit diesem Projekt ihre Fähigkeit unter Beweis, Denkmalschutz und Stadtentwicklung zu vereinen. Der Huayanli-Komplex, errichtet zwischen 1920 und 1930, ist Teil des Zhangyuan-Viertels, das auf eine über 140-jährige Geschichte zurückblickt. Mit einer Gesamtfläche von 4’030 Quadratmetern und drei Backstein-Holz-Bauten ist er nicht nur architektonisch bedeutsam, sondern auch ein bedeutendes Zeugnis städtischer Identität.

    Die vorübergehende Umsiedlung ist notwendig, um darunter eine dreistöckige unterirdische Anlage von über 53’000 Quadratmetern zu errichten. Diese wird kulturelle und kommerzielle Räume, mehr als 100 Parkplätze und Verbindungen zu drei U-Bahn-Linien schaffen . Ein ehrgeiziges Vorhaben in einem dicht bebauten historischen Umfeld.

    Robotergestützte Präzisionsarbeit im historischen Kern
    Angesichts der engen Gassen und geringen Platzverhältnisse setzte das Bauteam auf eine Kombination aus fortschrittlichen Technologien und massgeschneiderter Robotik. Insgesamt 432 selbstfahrende Roboter bewegen das Ensemble mit einer Geschwindigkeit von rund 10 Metern pro Tag. Eine logistische Meisterleistung, die minimale Störungen bei maximaler Präzision ermöglicht.

    Darüber hinaus kamen miniaturisierte Roboter für Gründungsarbeiten zum Einsatz, die sich dank Fernsteuerung durch schmale Türen und Flure bewegen. Unterstützt von BIM und Punktwolken-Scans, wurden präzise 3D-Modelle des Bestands erstellt, um potenzielle Kollisionen und statische Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren.

    Smarte Erdbewegung und minimalinvasive Eingriffe
    Eine weitere technische Innovation stellen die eigens entwickelten Erdbewegungsroboter mit faltbaren Greifarmen dar. Diese können sich in Räumen mit weniger als 1,2 Metern Breite bewegen und nutzen Deep-Learning-Algorithmen, um zwischen Ton und Hindernissen zu unterscheiden. Dadurch wird das Bauprojekt trotz der beengten Verhältnisse mit hoher Effizienz und minimaler Gefährdung des historischen Bestands vorangetrieben.

    Zhang Yi, Generaldirektor der für die Stadterneuerung verantwortlichen Tochtergesellschaft von Shanghai Construction No 2, erläutert das Vorgehen: „Wir haben mehrere kurvige Transportwege für den Erdaushub entworfen und ein Förderbandsystem wie in einer Fabrik implementiert. So lassen sich Störungen reduzieren und gleichzeitig hohe Arbeitsgeschwindigkeiten erzielen.“

    Verknüpfung von Alt und Neu
    Das Vorhaben ist mehr als eine technische Meisterleistung. Es steht exemplarisch für eine städtische Vision, die historisches Erbe nicht als Hemmnis, sondern als Ressource begreift. Nach Abschluss der Arbeiten wird der Huayanli-Komplex an seinen ursprünglichen Standort zurückkehren. Allerdings über einer modernen Infrastruktur, die ihn mit den umliegenden Hochhäusern, Einkaufszentren und Wohnquartieren verbindet. Die Integration oberirdischer Erhaltungsmassnahmen mit modernen unterirdischen Einrichtungen bietet ein Modell für die nachhaltige Revitalisierung historischer Quartiere in wachsenden Metropolen. Für Shanghai und für internationale Stadtplaner und Ingenieure, ist dieses Projekt ein Meilenstein. Es zeigt, wie sich kulturelle Identität und urbane Modernisierung zu einem harmonischen Ganzen verbinden lassen.

  • Hightech Holzbau trifft Handwerk

    Hightech Holzbau trifft Handwerk

    Holz galt über Jahrhunderte als klassisches Handwerksmaterial. Heute jedoch ist es Träger einer ökologischen und technologischen Revolution im Bausektor. Automatisierung, künstliche Intelligenz und digitale Planung transformieren die Holzbaubranche. Der Mix aus bewährter Zimmermannskunst und moderner Technik ermöglicht es, Projekte schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umzusetzen.

    Hybride Systeme
    Die Holzhybridbauweise nutzt gezielt die jeweiligen Vorteile von Holz und Beton. Dabei werden Tragkonstruktionen aus Brettschichtholz mit bewehrten Betonschichten kombiniert. Solche Verbunddecken ermöglichen grosse Spannweiten, reduzieren das Gewicht und verbessern die bauphysikalischen Eigenschaften. Die Vorfertigung erhöht die Effizienz auf der Baustelle. Beispiele wie der Timber Peak in Mainz zeigen das wirtschaftliche und städtebauliche Potenzial dieser Technik.

    Das Potenzial von durchsichtigem Holz
    Forschende arbeiten an einem Material, das Glas ersetzt, transparentes Holz. Durch Entfernung des Lignins und das Auffüllen der Zellstruktur mit Polymerharz entsteht ein Material, das Licht durchlässt, robust ist und hervorragende Wärmedämmung bietet. Anwendungen reichen von Fenstern über lichtdurchflutete Fassaden bis hin zu gebäudeintegrierten Solarpaneelen. Ideal für energieeffiziente Architektur mit hoher gestalterischer Qualität.

    3D-Druck mit Holz
    Holzfilamente ermöglichen die additive Fertigung kleinerer Objekte mit der Haptik und Optik von Echtholz. Zwar ist diese Technologie für den konstruktiven Holzbau noch nicht geeignet, doch im Bereich des Interior Designs, Modellbaus oder bei individuellen Bauteilen eröffnen sich neue Geschäftsfelder. Der Großformatdruck mit Holzkompositen in Kombination mit Robotik und generativem Design ist bereits in der Entwicklung.

    Holzschaum der Dämmstoff der nächsten Generation
    Mit Holzschaum entsteht ein vollständig biobasierter Dämmstoff, der aus Restholz gewonnen wird. Ohne synthetische Bindemittel gefertigt, bietet er gute Dämmwerte, ist formstabil und lässt sich recyceln. Erste industrielle Anwendungen stehen kurz vor dem Markteintritt. Gerade für Projekte mit Nachhaltigkeitsfokus ist Holzschaum eine zukunftsträchtige Alternative zu klassischen Schäumen.

    Augmented Reality auf der Baustelle
    AR-Technologien bringen digitale Baupläne direkt auf die Baustelle. Mit Tablets oder AR-Brillen können Monteure Bauteilpositionen und Leitungssysteme millimetergenau einsehen. Dies beschleunigt Montageprozesse, vermeidet Fehler und verbessert die Kommunikation zwischen Planungsbüro und Ausführungsteam. Erste Pilotprojekte zeigen klare Zeit- und Kostenvorteile.

    Künstliche Intelligenz als Planungsassistent
    Von der automatisierten Grundrissentwicklung bis zur Qualitätssicherung auf Holzoberfläche. KI findet zunehmend Anwendung im gesamten Bauprozess. Besonders spannend sind Systeme zur Materialoptimierung, die den Verschnitt minimieren und die Nutzung von Reststoffen maximieren. Auch Alterungssimulationen und lernfähige Maschinensteuerungen werden Realität.

    Robotik revolutioniert die Fertigung
    Roboterarme, die fräsen, schrauben und montieren, längst ist das keine Zukunftsmusik mehr. Kollaborative Roboter arbeiten heute Seite an Seite mit Fachkräften. Sie übernehmen schwere oder monotone Aufgaben und steigern die Präzision. Forschungsprojekte in Zürich, Biberach oder Österreich zeigen, dass Roboter im Holzbau wirtschaftlich einsetzbar sind. Die Kombination aus KI, Sensortechnik und Robotik ermöglicht perspektivisch eine nahezu autonome Fertigung.

    Der Holzbau wird zur Investition in die Zukunft
    Der Holzbau von morgen steht für Effizienz, Nachhaltigkeit und gestalterische Vielfalt. Für Investoren und Projektentwickler bietet er Chancen, Immobilien wirtschaftlich und zukunftssicher zu realisieren. Besonders dort, wo ESG-Kriterien, Bauzeit und Standortqualität über den Markterfolg entscheiden. Der intelligente Holzbau ist mehr als ein Trend, er ist ein strategischer Vorteil für den Standort Schweiz.

  • Flugroboter als Baumaschinen der Zukunft

    Flugroboter als Baumaschinen der Zukunft

    Während schwere, bodengebundene Robotersysteme längst auf Baustellen Einzug gehalten haben, stossen sie in unwegsamem Gelände oder in grossen Höhen schnell an ihre Grenzen. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Empa und der EPFL untersucht nun, wie Flugroboter diese Lücken schliessen können. Ihre Vision sind die mobile, flexible und autonome Baudrohnen, die Materialien transportieren, Strukturen errichten und dabei klassische Maschinen gezielt ergänzen. Wie etwa bei Reparaturen an Hochhausfassaden oder im Einsatz nach Naturkatastrophen.

    Flexibilität und Präzision aus der Luft
    Im Zentrum der aktuellen Forschung steht die Entwicklung sogenannter «Aerial Additive Manufacturing»-Technologien. Drei Konzepte werden verfolgt, die Konstruktion mit modularen Bauelementen, das Spannen von Zugstrukturen und das schichtweise Auftragen von Baumaterialien. Erste Versuche im Empa-«DroneHub» zeigen, wie Schwärme von Drohnen gemeinsam Bauaufgaben übernehmen könnten. Es gibt etliche Vorteile wie, kein fester Bauplatz, kürzere Transportwege, reduzierte Materialverluste und gesteigerte Sicherheit auf der Baustelle.

    Zusammenspiel von Robotik, Material und Design
    Damit der Einsatz von Baudrohnen Realität wird, müssen mehrere Disziplinen zusammenwirken. Robuste und leichte Baumaterialien sind ebenso entscheidend wie intelligente Bauentwürfe, die auf die begrenzte Präzision der Drohnen abgestimmt sind. Gleichzeitig erfordert die Technologie Fortschritte in der Flugautonomie. Vom programmierten Routenflug bis hin zur eigenständigen Analyse und Anpassung während des Bauprozesses reicht das Spektrum der künftigen Fähigkeiten.

    Ergänzung statt Ersatz
    Trotz aller Fortschritte bleiben Drohnen eine Ergänzung zu bestehenden Robotersystemen. Ihre begrenzte Flugzeit und Nutzlast schränken den Einsatz derzeit noch ein. Die Forschenden sehen deshalb hybride Konzepte als Schlüssel. Konventionelle Systeme errichten die unteren Bereiche eines Bauwerks, während Drohnen ab bestimmten Höhen übernehmen. So könnten künftig flexibel und effizient Strukturen entstehen. Selbst dort, wo heute kein klassischer Bau möglich ist.

  • Microsoft fördert Schweizer KI-Innovation

    Microsoft fördert Schweizer KI-Innovation

    Die Technologie von inait basiert auf zwei Jahrzehnten neurowissenschaftlicher Forschung und stellt einen radikalen Bruch mit herkömmlichen KI-Ansätzen dar. Das Herzstück ist eine kognitive Plattform namens Digital Brain, die Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge versteht, aus Erfahrungen lernt und sich flexibel an neue Situationen anpasst. Damit rückt das Ziel einer allgemeinen, menschenähnlichen Intelligenz näher. Jenseits der engen Grenzen heutiger Systeme.

    Strategische Allianz mit globaler Reichweite
    Mit Microsoft an Bord will inait seine Technologie nun global skalieren. Die Partnerschaft fokussiert auf gemeinsame Produktentwicklungen, Markteinführungsstrategien und Co-Selling-Initiativen. Die Azure-Cloud dient dabei als technologische Basis, während Microsofts internationales Netzwerk den Weg in neue Märkte ebnet. Im ersten Schritt stehen die Finanz- und Robotikbranche im Fokus.

    Revolution in Fintech und Robotik
    Im Finanzsektor soll die KI von inait neue Massstäbe setzen, etwa durch intelligente Handelsalgorithmen, präzisere Risikobewertungen und personalisierte Beratungslösungen. In der Industrie entstehen durch die KI neue Möglichkeiten für lernfähige Roboter, die in dynamischen Umgebungen agieren können. Das anzustrebende Ziel ist es, dass Maschinen komplexe Aufgaben selbstständig meistern und sich kontinuierlich weiterentwickeln.

    Wirtschaftsstandort Schweiz als Innovationsquelle
    Die Zusammenarbeit unterstreicht die Rolle der Schweiz als Hotspot für zukunftsweisende KI-Entwicklung. Für Microsoft Schweiz ist die Partnerschaft ein strategischer Schritt. «Die von den Neurowissenschaften inspirierte Technologie von inait ist bahnbrechend», so Catrin Hinkel, CEO von Microsoft Schweiz. «Gerade in Fintech und Robotik sehen wir unmittelbare Transformationschancen.»

    Ein Meilenstein für kognitive KI
    Die Partnerschaft markiert nicht nur einen bedeutenden Schritt für inait, sondern auch einen Innovationsimpuls für den globalen KI-Markt. Mit dem Digital Brain entsteht ein neuer Ansatz, der die Kluft zwischen Mensch und Maschine ein Stück weiter schliesst und das Potenzial hat, ganze Branchen zu verändern.

  • KI entschlüsselt Gehirnaktivität

    KI entschlüsselt Gehirnaktivität

    Wissenschaftler der EPFL haben eine bahnbrechende KI-Technik entwickelt, die auf geometrischen Prinzipien basiert und neuronale Aktivitätsmuster sichtbar macht. Das System mit dem Namen MARBLE (Manifold Representation Basis Learning) zerlegt elektrische Signale des Gehirns in dynamische Muster, die durch ein neuronales Netzwerk entschlüsselt werden können. Damit gelingt es, universelle Strategien der Gehirnaktivität über verschiedene Individuen und experimentelle Bedingungen hinweg zu erkennen.

    Verborgene Muster im Gehirn sichtbar machen
    Die Neurowissenschaft steht vor einer grundlegenden Herausforderung. Gehirnaktivität wird meist durch die Analyse weniger Neuronen erfasst, wodurch ein vollständiges Bild der neuronalen Prozesse fehlt. Pierre Vandergheynst, Leiter des LTS2-Signalverarbeitungslabors der EPFL, vergleicht dieses Problem mit der Geschichte von Blinden, die verschiedene Teile eines Elefanten ertasten und daraus widersprüchliche Schlussfolgerungen ziehen. Ähnlich verhält es sich mit der Erfassung neuronaler Signale, ein begrenzter Datenausschnitt erschwert das Gesamtverständnis.

    Mit dem System konnte nun gezeigt werden, dass verschiedene Tiere, die gleiche mentale Strategien zur Problemlösung nutzten, übereinstimmende neuronale Muster aufwiesen. Die Technik ermöglicht damit eine präzisere Interpretation von Gehirnaktivitäten und könnte einen neuen Standard für die Analyse dynamischer neuronaler Prozesse setzen.

    Ein Durchbruch für Neurowissenschaften und Robotik
    Der innovative Ansatz des geometrischen Deep Learnings erlaubt es, neuronale Daten nicht nur statistisch, sondern auch in ihrem natürlichen mathematischen Kontext zu analysieren. Dabei zeigt sich, dass Gehirnaktivitäten sich als komplexe geometrische Strukturen darstellen lassen. Beispielsweise in Form eines Torus, ähnlich einem Donut.

    Die EPFL-Forscher testeten MARBLE mit Aufnahmen aus dem Makaken-Vormotorsrindenbereich bei Greifbewegungen sowie im Hippocampus von Ratten während räumlicher Orientierungsaufgaben. Die Ergebnisse waren beeindruckend. Das System entschlüsselte die neuronale Aktivität weitaus präziser als herkömmliche Methoden und ermöglichte eine intuitivere Interpretation der neuronalen Prozesse.

    Breites Anwendungspotenzial über Neurowissenschaften hinaus
    Neben dem Einsatz in der Hirnforschung könnte MARBLE auch für andere wissenschaftliche Disziplinen von grossem Wert sein. Die Technologie bietet die Möglichkeit, neuronale Aktivitätsmuster in dekodierbare Signale umzuwandeln. Dies zur Steuerung von robotischen Assistenzsystemen, die auf Gehirnaktivitäten reagieren.

    Pierre Vandergheynst betont das Potenzial über die Neurowissenschaften hinaus: «Unsere Methode basiert auf der mathematischen Theorie hochdimensionaler Strukturen und kann auch in anderen naturwissenschaftlichen Disziplinen genutzt werden, um dynamische Prozesse zu analysieren und universelle Muster zu identifizieren.»

    Mit MARBLE könnte ein fundamentaler Schritt in der Erforschung komplexer biologischer und physikalischer Systeme gelingen und damit nicht nur unser Verständnis des Gehirns revolutioniert, sondern auch neue Impulse für Künstliche Intelligenz und Robotik gegeben werden.

  • Baudenkmal der ETH ist fertig saniert

    Baudenkmal der ETH ist fertig saniert

    Ein ETH-Baudenkmal, das Maschinenlaboratorium, steht der Hochschule nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder vollständig zur Verfügung. Die Halle und das anschliessende Fernheizkraftwerk wurden laut einer Mitteilung der Hochschule von Altlasten sowie nicht-originalen und überflüssigen Bauelementen befreit und bautechnisch modernisiert.

    In das bereits 2021 fertig sanierte Fernheizkraftwerk wurde auf 1200 Quadratmetern das Student Project House eröffnet, wo Studierende Ideen entwickeln und Prototypen bauen können. Die zentral gelegene grosse Halle mit ihrem Glasprismendach werden Forschende der RobotX-Initiative künftig für die Weiterentwicklung der Robotik nutzen. Wo früher schwere Maschinen und Dampfturbinen standen, sollen ab 2024 Drohnen, Lauf- und andere intelligente Roboter sowie autonome Fahrzeugen Raum finden. Grosse Schaufenster in den unteren Geschossen des Lehrgebäudes geben den Blick in die Maschinenhalle frei.

    „Diese Sanierung war aus verschiedenen Gründen äusserst anspruchsvoll“, wird Ulrich Weidmann, Vizepräsident Infrastruktur der ETH Zürich, in einer Medienmitteilung zitiert. „Jetzt nach zehn Jahren das fertige Resultat zu sehen und die Räume endlich wieder vollumfänglich für die ETH nutzen zu können, ist eine grosse Freude.“

    Der ursprüngliche Bau stammte vom Architekten und Semper-Schüler Benjamin Recordon. In den 1930er-Jahren wurde er von ETH-Architekturprofessor Otto Rudolf Salvisberg erweitert. Er verlieh Maschinenhalle und Fernheizkraftwerk die funktionale und klare Formensprache, die nun vom Berner Architekturbüro Itten+Brechbühl wiederhergestellt wurde. Die Firma war 1922 von Otto Rudolf Salvisberg mitgegründet worden.

  • Schweiz und Japan eröffnen Architekturprojekt

    Schweiz und Japan eröffnen Architekturprojekt

    Die Gramazio Kohler Forschungsgruppe der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und das Obuchi Lab – T_ADS der Universität Tokio stellen beim Architekturprojekt Collaborative Constructions eine Installation aus. Das Projekt in der städtischen Töpferei der japanischen Stadt Tokoname geht auf eine Initiative der beiden Hochschulen und der Schweizerischen Botschaft in Japan zurück.

    Es ist das erste Projekt von Vitality.Swiss, dem Schweizer Programm für öffentliche Diplomatie auf dem Weg zur Expo 2025 in Osaka. Die Ausstellung findet im Rahmen des Kunstfestivals Aichi Triennale in mehreren Städten der Präfektur Aichi statt. Feierlich eröffnet wurde sie laut einer Botschaftsmitteilung anlässlich des Bundesfeiertages am 1. August und ist bis zum 10. Oktober zu besichtigen.

    Gramazio Kohler Research unter der Leitung von Matthias Kohler und Fabio Gramazio präsentiert eine dreigeschossige Holzrahmenkonstruktion, die die lange Geschichte des fachmännischen Holzbaus in Japan durch Schweizer Design und Technologie wiederbelebt. Sie interpretiert das Zimmerhandwerk im Zeitalter der Robotik neu, ohne Metallteile, Nägel, Schrauben oder Befestigungselemente. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Centre Pompidou, auf der Biennale in Venedig und im Guggenheim-Museum Bilbao ausgestellt.

    Das Obuchi Lab – T_ADS um Yusuke Obuchi stellt eine torähnliche Struktur mit zahlreichen Töpferketten aus, durch die eigentlich Töpferwaren bedampft werden, was auch die Luft abkühlt. Sie wurden durch Interaktionen zwischen Mensch und Maschine hergestellt. Obuchi-Projekte erforschen innovative, integrative und kollaborative Baumethoden. Sie sind weltweit für ihren kreativen Umgang mit Technologie bekannt.

  • Haushoch überlegen mit Drohnen

    Haushoch überlegen mit Drohnen

    Mittels Drohnenaufnahmen lassen sich Neubauprojekte digital modellieren. Das geplante Objekt wird mit Hilfe einer Software in die von der Drohne erhaltenen Grundstücks- und Umgebungsaufnahmen sozusagen «hineingesetzt». Mit diesem Building Information Modeling (BIM) entstehen so realitätsgetreue Visualisierungen eines Neubauprojekts in zwei- oder dreidimensionaler Ansicht. Objektstrategische Aussagen können so zuverlässig, schnell und günstig getroffen werden.

    Drohnen werden aber auch für baubezogene Arbeiten selbst eingesetzt. Zu den jüngsten Anwendungen zählt der computergesteuerte Einsatz von Drohnen für Fassadenanstriche. Die fliegenden Robotik-Helfer lassen sich sehr präzise steuern und können ganz nahe an eine Wand fliegen. So ist es möglich, Fassaden ohne Arbeitsvorbereitung und Aufstellung von Gerüsten zu streichen. Neben der Zeitersparnis ist dies auch ein Fortschritt in puncto Sicherheit auf dem Bau.

    Ein weiterer Anwendungsbereich ist jener für Inspektionen und Schadensprüfungen von Gebäuden und Bauwerken – beispielsweise der Einsatz von Drohnen für die Dachinspektion. Aufgrund der hohen Flughöhen und guten Stabilisierung im Flug können Drohnen auch bei historischen Gebäuden – beispielsweise Kirchen – eingesetzt werden. Aber auch zur Prüfung von Gebäuderissen, Glasschäden oder schwer zugänglichen Stellen lassen sich Drohnen komfortabel und sicher einsetzen. Dank der hohen Auflösung der Bilder können auch feinste Schäden erkannt werden und diese Aufnahmen für spätere Dokumentationszwecke gespeichert werden.

    Impulse rund um Innovationen in der Immobilien- und Bauwirtschaft finden Sie hier: https://hubs.li/H0RQl480

  • Sevensense-Mitgründer lobt Robotikstandort Schweiz

    Sevensense-Mitgründer lobt Robotikstandort Schweiz

    Roland Siegwart ist Professor für autonome Systeme an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Ausserdem ist er als Co-Direktor des Förderprogramms Wyss Zurich tätig. 2018 hat Siegwart die ETH-Ausgliederung Sevensense Robotics mitgegründet. Die Firma mit Sitz in Zürich entwickelt Technologien für Roboter, welche ihnen beispielsweise bei der selbstständigen Orientierung helfen. Sevensense arbeitet auch mit der Deutschen Bahn zusammen, um Technologien für die Zukunft des Zugverkehrs zu entwickeln.

    In einem Interview, das auf der Blog-Seite von Sevensense veröffentlicht wurde, lobt Siegwart den Robotikstandort Schweiz. Es seien alle wichtigen Fachkenntnisse für Robotik im Land vorhanden. Besonders bedeutend sei einerseits die Präzisionsmechanik, welche eine „lange Tradition in der Schweiz“ habe. Andererseits spiele die Sensortechnologie eine wichtige Rolle in der Branche. Diese sei weltweit weniger bekannt, die Schweiz sei hier dagegen bereits sehr fortgeschritten.

    Siegwart hebt weiter die ETH Zürich sowie die ETH Lausanne (EPFL) positiv hervor. Die beiden Hochschulen würden die nötige Steuerung und Intelligenz liefern, um das vorhandene Fachwissen gut nutzen zu können, betont er. Sie brächten auch eine Vielzahl von erfolgreichen Ausgliederungen hervor – besonders im Bereich Robotik. Die Schweiz habe ausserdem einen grossen Pool an ausländischen Talenten anziehen können, welche die Robotikszene weiter stärken.

    Aufholbedarf habe die Schweiz noch bei grossen Investitionen. Investoren in Europa seien generell eher risikoscheu im Vergleich zu jenen in den USA. Allerdings trage dies auch dazu bei, dass europäische Jungunternehmen eine nachhaltige kundenorientierte Herangehensweise entwickeln. Entsprechend sei die Überlebensrate von Start-ups – etwa in der Schweiz – viel höher ist als von jenen in USA. Bei den ETH-Ausgründungen liege die langjährigen Überlebensrate bei 80 bis 90 Prozent.