Schlagwort: Salzbatterie

  • Die feuerfeste Zukunft der Energiespeicherung

    Die feuerfeste Zukunft der Energiespeicherung

    Die Salzbatterie, ein fester Bestandteil der frühen Elektromobilität, ist ein sicheres und langlebiges Speichermedium, das bei verschiedenen Anwendungen überzeugt. Im Gegensatz zu Lithiumionen-Batterien nutzt die Salzbatterie einen festen, keramischen Elektrolyten, der weder brennbar noch explosionsgefährdet ist. In der Schweiz arbeiten Forscherinnen und Forscher der Empa in Kooperation mit Industriepartnern daran, die Leistung und Effizienz dieser Technologie weiter zu verbessern.

    Vorteile gegenüber herkömmlichen Batterien
    Die Feststoffarchitektur und hohe Betriebstemperatur von rund 300°C machen die Salzbatterie besonders geeignet für extreme Einsatzgebiete wie den Tunnelbau oder Offshore-Anlagen, wo die Sicherheit oberste Priorität hat. Aufgrund der Temperaturresistenz und des wartungsarmen Aufbaus wird sie auch für die Notstromversorgung von Mobilfunkantennen genutzt, die selbst unter harten Bedingungen Jahrzehnte lang zuverlässig arbeiten müssen.

    Wirtschaftlichkeit und Herausforderungen
    Ein Nachteil der Salzbatterie ist ihre hohe Betriebstemperatur, die einen Grundverbrauch an Energie erfordert. Forscher von Empa wie Meike Heinz und Enea Svaluto-Ferro arbeiten daher an Zellstrukturen, die es der Batterie ermöglichen, sich im Einsatz selbst zu erhitzen und somit effizienter zu arbeiten. Trotz des zusätzlichen Energiebedarfs gilt die Salzbatterie in bestimmten Anwendungen als wirtschaftlich und stabiler als viele Alternativen.

    Ressourcenschonende Rohstoffe und Recyclingsysteme
    Ein weiterer Vorteil ist die Verfügbarkeit der benötigten Rohstoffe: Natrium und Aluminium sind preiswert und reichlich vorhanden, was die Batterieproduktion kostengünstig und nachhaltig macht. Der aktuelle Forschungsschwerpunkt bei Empa liegt auf der Reduktion des Nickelgehalts in den Zellen, um den ökologischen Fussabdruck weiter zu verringern. In zukünftigen Projekten könnte sogar Zink das Nickel ersetzen – eine Option, die den Zugang zu nachhaltigen Energiespeichern noch weiter verbessern könnte.

    Zukunftsperspektiven
    Mit fortschreitender Forschung könnte die Salzbatterie ihren Weg aus speziellen Einsatzfeldern hin zu breiten, stationären Anwendungen finden. Ihr Einsatz als langlebiger und sicherer Speicher für Wohngebiete oder Quartiere wird ernsthaft in Erwägung gezogen. Damit bietet sie eine innovative Alternative zu Lithiumionen-Batterien und zeigt, wie die Forschung an der Empa die Weichen für die Zukunft der Energiespeicherung stellen kann.

  • AEW Energie AG nimmt Salzbatterie in Betrieb

    AEW Energie AG nimmt Salzbatterie in Betrieb

    Die AEW stellt ihren AEW myHome-Kunden zukünftig eine umweltschonende Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien zur Verfügung. Dafür hat der Energieversorger im Raum Aarau ein Salzbatteriespeichersystem von der Innovenergy GmbH ins Programm genommen, heisst es in einer Medienmitteilung. Der Anbieter aus Meiringen BE montiert und vertreibt das Batteriesystem.

    Die Salzbatterie lasse sich in das AEW myHome-Gesamtsystem integrieren, heisst es in der Mitteilung weiter. Dieses besteht aus Wärmepumpe, Photovoltaikanlage mit Speicher, Elektroladestation und einer smarten Steuerung. Damit eigne sich die neuartige Batterie für Ein- und Mehrfamilienhausbesitzer, die ihre eigene Energie erzeugen, speichern und nutzen möchten. Sie eigneten sich überall dort, wo viel Energie produziert und mittlere Leistung abgefragt wird.

    Der Batteriespeicher auf Kochsalzbasis verfüge über eine ähnliche Energiedichte wie eine Lithium-Ionen-Batterie und habe eine Lebensdauer von mindestens 15 Jahren. Ausserdem sei die Salzbatterie wartungsfrei und zu 100 Prozent recycelbar. Das robuste Salzbatteriespeichersystem könne weder brennen noch explodieren und laufe auch bei extremen Temperaturen zwischen -20 Grad und 60 Grad Celsius.

    Weiterhin besteht die Batterie auf Kochsalzbasis laut Medienmitteilung zu 32 Prozent aus gewöhnlichem Kochsalz, welches aus Schweizer Salinen stamme. Damit seien kurze Transportwege sichergestellt. Darüber hinaus enthalte sie Eisen, Nickel und Keramik.

    All diese Vorteile haben ihren Preis: Eine Salzbatterie kostet etwa ein Drittel mehr als eine herkömmliche Batterie. „Nichtsdestotrotz spüren wir das grösser werdende Bedürfnis nach Ökologie und Nachhaltigkeit. Wir sind uns sicher, dass mehr und mehr Kunden diese Speicherlösung in Betracht ziehen werden“, wird Patrick Seiger vom AEW myHome-Team in der Medienmitteilung zitiert.