Schlagwort: SBV

  • Auftragsrückgang setzt sich fort

    Auftragsrückgang setzt sich fort

    Im ersten Halbjahr 2023 erwirtschaftete das Bauhauptgewerbe 11 Milliarden Franken Umsatz, dies entspricht praktisch einer Stagnation gegenüber dem Vorjahressemester. Hochbau und Tiefbau entwickelten sich ähnlich. Dementsprechend ist die Auslastung der Kapazitäten noch hoch, die Beschäftigungslage gut.

    Geringere Bautätigkeit auf mittlere Sicht

    Mittelfristig trüben sich die Aussichten jedoch ein. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres sind die Aufträge im Hochbau um 0.6 Milliarden Franken geringer ausgefallen als noch in der Vorjahresperiode, im Tiefbau um 0.5 Milliarden Franken. Gesamthaft entspricht dies einem Rückgang von 8.3 Prozent. Mehrere Unternehmen meldeten gar insgesamt einen negativen Auftragseingang. Dies bedeutet, dass schon geplante Bauprojekte vorübergehend pausiert, redimensioniert oder gänzlich auf Eis gelegt wurden.

    Dementsprechend hat sich der Arbeitsvorrat in den vergangenen Quartalen ebenfalls reduziert, er lag Ende Juni 2023 bei 15.9 Milliarden Franken, also 2.6 Prozent tiefer als vor einem Jahr.

    Von Wohnungsüberschuss zum Wohnungsmangel

    Der Vorrat an Aufträgen im Wohnungsbau ist ebenfalls zurückgegangen. Der Trend ist eindeutig, dieses und nächstes Jahr werden zu wenige Wohnungen gebaut. In den letzten 12 Monaten ist das Franken-​Volumen der bewilligten Wohnbaugesuche um 9 Prozent gegenüber den vorangehenden 12 Monaten gesunken. Der Wohnungsmangel könnte mit weniger Regulierung schneller behoben werden. Zudem werden Einsprachen häufig genutzt, um Partikularinteressen durchzusetzen zu Lasten der Erschaffung neuen Wohnraums. Der SBV wird sich am nächsten Runden Tisch des Bundesrats zum Wohnungsmangel entsprechend dafür einsetzen, dass die Bautätigkeit wieder beschleunigt werden kann.

    SBV dankt Credit Suisse für sehr gute Zusammenarbeit – Bauindex wird weitergeführt

    Der Bauindex sagt für das nächste Quartal ein Umsatzplus von 2 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode voraus. Mit dieser Ausgabe endet die 14-​jährige Partnerschaft des SBV mit der Credit Suisse im Rahmen des Bauindex. Der SBV bedankt sich bei der Credit Suisse für die stets sehr gute Zusammenarbeit, sie wurde sehr geschätzt. Der SBV führt das etablierte Prognoseninstrument weiter, ab dem 4. Quartal 2023 in angepasster Form und mit neuem Erscheinungsbild.

  • SBV erwartet das Zinserhöhung ein Prozent Umsatz jährlich kostet

    SBV erwartet das Zinserhöhung ein Prozent Umsatz jährlich kostet

    Am 22. Juni 2023 hat die Schweizerische Nationalbank (SNB) den Leitzins auf 1.75 Prozent erhöht. Damit nicht genug, die SNB dürfte den Zins im Laufe des Jahres weiter erhöhen, weil sich die Inflation hartnäckiger hält als bisher angenommen. Die Inflation wird in der nächsten Zeit etwa von den steigenden Wohnungsmietpreisen und höheren Stromkosten getrieben. Sowohl im 2023, aber auch in den nächsten beiden Jahren dürfte die Inflation gemäss der SNB-​eigenen Prognose bei etwas über 2 Prozent liegen, was über dem Zielkorridor der SNB liegt.

    Mittels fünf Schritten sind die Zinsen von -0.75 auf nun 1.75 Prozent gestiegen. Weitere Erhöhungen bis Jahresende sind absehbar. Da sich die Schweizer Konjunktur dieses Jahr abkühlt und die Wirtschaft nur noch schwach wächst, darf die SNB jedoch nicht über das eigentliche Ziel hinausschiessen. Daher sei an dieser Stelle davon ausgegangen, dass der Zins bis zum Jahresende noch zwei Mal um jeweils 0.25 Prozentpunkte angehoben wird. Es wird ausserdem angenommen, dass ab 2024 keine weiteren Schritte folgen, der Zins also mittelfristig bei 2.25 Prozent stabil bleibt.

    Bis zu 1.4% tieferes Umsatzwachstum im Jahr
    Ein Rechenmodell des Schweizerischen Baumeisterverbands SBV zeigt, wie stark ein Zinsanstieg die Bautätigkeit negativ beeinflusst. Die Beeinträchtigung dehnt sich langsam und über die Zeit aus. In den ersten beiden Jahren wird das Umsatzwachstum am stärksten beeinträchtigt, aber selbst im fünften Jahr nach den Zinserhöhungen sind noch leichte, negative Auswirkungen spürbar. Die Aussagen beschreiben, wie sich der Umsatz entwickelt im Vergleich zu einer Welt, wenn die Zinsen nicht gestiegen wären.

    In den nächsten fünf Jahren dürfte der Umsatz im Bauhauptgewerbe deswegen kumuliert um 4.65% langsamer wachsen als wenn die Zinsen nicht gestiegen wären. Die grössten realen Umsatzeinbussen sind in den Jahren 2024 (-1.39%) und 2025 (-1.22%) zu erwarten.

    Positive Gegenkräfte könnten Umsatz wachsen lassen
    Die anhaltend starke Zuwanderung, der Nachholbedarf im Tiefbau sowie die Unterstützungsgelder für klimafreundliche Umbauten sind Faktoren, welche den Einbussen durch die Zinsen entgegenstehen und zumindest mittelfristig den Umsatz doch noch positiv wachsen lassen könnten.

    Insgesamt lässt sich also festhalten, dass sich die Leitzinserhöhungen auf den Geschäftsgang der Baufirmen auswirken, auch wenn die Auswirkungen insgesamt begrenzt sind. Das Bauhauptgewerbe bleibt unabhängig vom Zinsniveau eine wichtige Stütze der Schweizer Wirtschaft.

  • Baumeister wollen auf  Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    Baumeister wollen auf Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    «Unserer Branche geht es nach drei Jahren Dauerkrise gut», begrüsste Zentralpräsident Gian-​Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft im Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura die über 550 Gäste. «Die Baumeister haben gelernt, mit den Auswirkungen des Ukraine-​Krieges umzugehen, ebenso wie sie es zuvor mit den Preissteigerungen und Lieferengpässen in Folge der Corona-​Pandemie getan haben.» Und die Zukunftsaussichten sind gemäss Lardi mittel-​ bis langfristig ebenfalls recht positiv. Die Bautätigkeit dürfte weiter wachsen, «wenn auch etwas langsamer». Während für den Wohnungsbau bis 2040 ein starkes Wachstum prognostiziert wird, sind im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau sowie im öffentlichen Tiefbau ein mildes Wachstum bis hin zu einer Stagnation zu erwarten. Gleichzeitig dürfen sich die Baumeister darauf freuen, dass die Preise für Baumaterial allmählich wieder sinken.

    SBV-​Studie zeigt: Fachkräftemangel gefährdet Arbeitsplätze
    Der Fokus des diesjährigen Netzwerk-​Events lag auf dem Fachkräftemangel und mit welchem Massnahmenmix dieser bekämpft werden kann. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden auf allen Ebenen stellt heute viele Gewerbetreibende vor grosse Herausforderungen, auch die Baumeister. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Mit weitreichenden Konsequenzen. «Ohne genügend qualifizierte Handwerker können wichtige Bauprojekte in unserem Land nicht mehr realisiert werden», erklärte Lardi. Um ein solches Szenario zu verhindern, erteilte der Schweizerische Baumeisterverband dem Kompetenzzentrum Demografik den Auftrag für eine «Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe». Nun sind die Studienergebnisse öffentlich: Während der Bedarf an Fachleuten im Bauhauptgewerbe weiter ansteigt, sinkt das Angebot. Bis 2040 dürfte der Fachkräftemangel in den wichtigsten Berufen im Bauhauptgewerbe – gemessen am Bauvolumen – 16 Prozent erreichen. Ohne Gegenmassnahmen würden allein bei den Maurern und Maurerinnen rund 30 Prozent der benötigten Mitarbeitenden, also etwa 2500 Fachkräfte, fehlen. Das wirkt sich auf den Umsatz aus: Sollten keine Massnahmen ergriffen werden, würden dem Bauhauptgewerbe durch die fehlenden Fachkräfte jährlich bis zu 800 Millionen Franken entgehen, über die nächsten 20 Jahre. gesamthaft und preisbereinigt 13 Milliarden Franken.

    Digitalisierung und Personalrekrutierung als Hoffnungsträger
    Die Studie zeigt mehrere Lösungen gegen den Fachkräftemangel auf. «Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0.5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen», beruhigte Gian-​Luca Lardi aber. Diese Produktivitätssteigerung soll hauptsächlich mit Hilfe der Digitalisierung und durch Innovationen erfolgen. Zugleich müsse die Branche alles daran setzen, «mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren». Auf diese Weise könnte die andere Hälfte der Fachkräftelücke geschlossen werden. Die Studie zeigt hier mehrere Stellschrauben auf. Bei Bauführern und Bauführerinnen, bei denen sich der Mangel weniger prekär entwickeln wird als in anderen Bauberufen, spielen Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen schon heute eine wichtige Rolle. Mit gezielter Karriere-​ und Nachwuchsplanung und -​begleitung kann der Bestand auf den Kaderfunktionen gesteigert werden. Bei der Lehrlingsausbildung ist es sehr wichtig, die jungen Leute zu motivieren, ihre Maurerlehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen und auch langfristig im Bauhauptgewerbe zu bleiben. Entscheidend sei nicht nur die Führung und Betriebskultur, sondern vor allem auch die vielen tollen, «coolen» Bauprojekte, welche die jungen Menschen aktiv mitgestalten können. Dann sehen sie, dass ihre Arbeit Sinn bietet und nachhaltige Werte schafft.

    Lardi beendete sein Votum mit einem Appell an alle Projektbeteiligten, also Bauherren, Planer, Spezialisten, Bauunternehmen und politische Entscheidungsträger gleichermassen: «Wir werden unseren zukünftigen Gebäudepark und unsere Infrastrukturen nur dann realisieren können, wenn wir in echter Partnerschaft und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.»

    Quelle: https://baumeister.swiss/

  • Baumeisterverband fordert Erhöhung des Schwellenwertes auf acht Prozent

    Baumeisterverband fordert Erhöhung des Schwellenwertes auf acht Prozent

    Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO spricht in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zur Stellenmeldepflicht Klartext: «Die Entwicklung der Arbeitslosenquote wirkt sich mit einer zeitlichen Verzögerung auf die Anzahl der meldepflichtigen Berufsarten aus.(…) Damit unterstanden zu Zeiten historisch tiefer Arbeitslosigkeit insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2022 relativ viele Berufsarten der Stellenmeldepflicht.» Mit Folgen für verschiedene Branchen wie das Bauhauptgewerbe. «Durch die gleichzeitig erhöhte Nachfrage an Arbeitskräften kamen verschiedene Bereiche des Arbeitsmarktes in eine Phase des Fach- und Arbeitskräftemangels», heisst es im SECO-​Bericht «Vollzugsmonitoring Stellenmeldepflicht» weiter. Eine Situation, die sich erst wieder beruhigt hat, seit per 1. Januar 2023 die Liste der meldepflichtigen Berufsarten auf ein praxistaugliches Mass zusammengekürzt worden ist und sich damit die Reichweite der Stellenmeldepflicht mehr als halbiert hat. 

    Der Schweizerische Baumeisterverband SBV nimmt des Weiteren zur Kenntnis, dass die Stellenmeldepflicht technisch grundsätzlich funktioniert und der ihr zugrunde liegende Informationsvorsprung von Stellensuchenden auch für die Wirtschaft Vorteile bietet – vorausgesetzt, die Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) können für offene Stellen auch wirklich Dossiers geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten an die Unternehmen weiterleiten. Denn wiederholt hat die Vergangenheitsperspektive dazu geführt, dass etliche Berufsarten mit klar ersichtlichem Fachkräftemangel meldepflichtig waren. Mit Folgen gerade im Bauhauptgewerbe: Für Stellen als Betonbauer, Zementierer oder jene Sammelkategorie die «Sonstige Berufe des Bauhauptgewerbes» umfasst. hat die Wahrscheinlichkeit auf eine erfolgreiche Vermittlung bloss 1,5 bis 2 Prozent betragen, dies gemäss Schätzungen des Instituts für Wirtschaftsstudien Basel. Angesichts dieser verschwindend geringen Erfolgsaussichten beklagen die Baufirmen zu Recht den hohen Aufwand, den die Meldung einer Stelle an das RAV mit sich bringt. 

    Korrekturen am System Stellenmeldepflicht nötig 
    Umso wichtiger ist es, dass die Motion «Stellenmeldepflicht. Wiedereinführung eines praxistauglichen Schwellenwertes» des Städterats Erich Ettlin, die im SECO-​Bericht als einer von mehreren politischen Vorstössen zur Stellenmeldepflicht erwähnt wird, nun im Parlament rasch behandelt und verabschiedet wird. Liegt der Schwellenwert wie von der Motion gefordert künftig bei acht statt fünf Prozent, ist die Gefahr verzerrender zeitlicher Effekte viel geringer. Der SBV unterstützt ebenfalls Ansätze, welche die Erhebungsmethodik für den massgebenden Prozentsatz qualitativ verbessern und verstärkt digitale Hilfsmittel einsetzen.

  • Ja zur Teilrevision des Umweltschutzgesetz verleiht Kreislaufwirtschaft zusätzlichen Schub

    Ja zur Teilrevision des Umweltschutzgesetz verleiht Kreislaufwirtschaft zusätzlichen Schub

    Über die Bautätigkeit in der Schweiz fallen pro Jahr rund 57 Millionen Tonnen Aushubmaterial und 17 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial an. Der Begriff «Abfall» sollte in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden, verleitet er doch dazu, die Statistiken mit dem Kehrichtvolumen zu verwechseln, das entsorgt wird. Diese insgesamt 74 Millionen Tonnen Material sind vielmehr ein Indiz dafür, wie viele Tonnen Aushub-​ und Ausbruchmaterial als wertvolle Ressource anfällt, die in weiten Teilen verwertet werden können. Um diese bestmöglich zu nutzen, braucht es ideale gesetzliche Rahmenbedingungen. Solche Verbesserungen beinhaltet die Teilrevision des Umweltschutzgesetzes, mit dem sich der Nationalrat am 3. Mai 2023 während der Sondersession befasst. 

    Der SBV hat bereits im Rahmen der Vernehmlassung vom Februar 2022 das Ziel unterstützt, einen entsprechenden Rahmen im Umweltschutzgesetz für eine moderne und umweltschonende Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Der gewählte regulatorische Ansatz aus einer Mischung von Anreizen, Kompetenzen zur Regulierung und Förderinstrumenten scheint zielführend. Es ist jedoch wichtig zu untermauern, dass die Unternehmen der Bauwirtschaft viele Hauptanliegen der Revision längst auf freiwilliger Basis umgesetzt haben. Zudem wurden bereits wichtige rechtliche Grundlage geschaffen wie zum Beispiel die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA). Diese räumt der Vermeidung, Verminderung und der gezielten Verwertung von Abfällen einen hohen Stellenwert ein. 

    Enge Koordination mit Baubranche wichtig  
    Mit lebenszyklusoptimierten Bauten können Ressourcen und Materialien über mehrere Objekt-​Lebenszyklen generell ohne Einbussen an Qualität oder Funktionalität im Kreislauf gehalten oder wiederverwertet werden. Die Bauwirtschaft hat diesbezüglich schon viele innovative Lösungsansätze erarbeitet und wird diese weiterentwickeln. Die Materialwahl bei Bauprojekten treffen jedoch die Bauherren, Architekten und Planer und nicht die Bauunternehmer. Diese gilt es davon zu überzeugen, die Kreislaufwirtschaft ganz früh in der Projektentwicklung einzubinden. Der SBV appelliert deshalb an diese Anspruchsgruppen und die Politik, bei der Umsetzung des Umweltschutzgesetzes eine enge Koordination mit den Baumeistern einzugehen, um das Knowhow der gesamten Baubranche zu nutzen und hemmende Rahmenbedingungen oder Fehlanreize zu verhindern. Ebenfalls zentral sind für den SBV die Kompatibilität des Schweizer Umweltschutzgesetzes mit internationalen Standards und regulatorischen Vorgaben. Explizit gilt es, die Entwicklungen in der EU mitzuberücksichtigen, um einen Swiss Finish und daraus resultierende Handelshemmnisse zu verhindern. 

    Verzicht auf nationale Grenzwerte für die graue Energie  
    Der SBV regt an, auf nationale Grenzwerte für die graue Energie zu verzichten. Eine korrekte Erfassung der grauen Energie bei Neubauten und Erneuerungen kommt in der Praxis einer Herkulesaufgabe gleich, die scheitern dürfte – oder schlimmer noch – verzerrende Resultate liefern könnte. Damit droht im Endeffekt ein faktisches Verbot für gewisse Bauweisen beziehungsweise Baumaterialien, was wiederum zu einer immensen Verteuerung der Bauwerke führt. Statt an solchen praxisuntauglichen Grenzwerten sollte sich die Ausschreibung von Bauwerken stets an der benötigten beziehungsweise gewünschten Funktion orientieren und nicht an spezifischen Baumaterialien. Diese ergibt sich durch die Ansprüche an das Bauwerk. Es gilt nicht nur die Ressourcenschonung, sondern die gesamte Nachhaltigkeit für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu berücksichtigen.

  • Baumeisterverband plädiert für Ersatzneubauten

    Baumeisterverband plädiert für Ersatzneubauten

    Der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) hat auf seiner Jahresmedienkonferenz seinen Aktionsplan Offensive Modernisierung Gebäudepark vorgestellt. Um die Klimaziele zu erreichen, müsse das Tempo bei der Gebäudesanierung verdreifacht werden, erklärt der SBV in einer Mitteilung zur Medienkonferenz. In seinem Aktionsplan plädiert der Verband dabei vor allem auf Ersatzneubauten. Sie seien „ein integraler Teil der Kreislaufwirtschaft und sparen viel mehr Energie und Schadstoffe ein als alte Gebäude“, heisst es in der Mitteilung.

    Im Aktionsplan fordert der SBV unter anderem die Einrichtung eines Ausnützungsbonus von 30 Prozent für Ersatzneubauten ein. Sie sollten zudem bei der Förderung energetischen Sanierungen gleichgestellt werden. Darüber hinaus plädiert der SBV für eine Grenze bei der Anzahl unter Schutz gestellter Gebäude und für die Gleichstellung der Bedeutung von Verdichtung mit dem Ortsbildschutz. Die noch in Erprobung befindliche Wiederverwertung von Baustoffen sollte zudem „nicht durch Überregulierung ausgebremst werden“, heisst es im Aktionsplan.

    An der Jahresmedienkonferenz ging der SBV auch auf die Lage der Bauwirtschaft ein. Sie habe sich „in den beiden Jahren der Corona-Pandemie als wichtige und stabile Stütze der Schweizer Wirtschaft erwiesen“, heisst es in der Mitteilung. Im vergangenen Jahr sei dabei mit mehr als 91’500 Vollzeitstellen wieder das Niveau von vor Ausbruch der Pandemie erreicht worden.

    Als Risiko für die Branche sieht ihr Verband Lieferschwierigkeiten und gestiegene Preise für viele Baumaterialien an. Von ihnen waren in den vergangenen Monaten sechs von zehn Bauunternehmen betroffen, erläutert der SBV. Die Branche geht auch für das laufende Jahr von hohen Preisen für Baumaterialien aus. Mittelfristig wird zudem ein Zinsanstieg erwartet, der die Attraktivität von Immobilien als Anlageobjekte senken könnte.

  • Löhne im Baugewerbe bleiben stabil

    Löhne im Baugewerbe bleiben stabil

    Trotz der die Bautätigkeit belastenden Pandemie sind die Löhne im Baugewerbe in diesem Jahr gegenüber 2020 stabil geblieben, informiert der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in einer Mitteilung. Ihr zufolge zahlt das Bauhauptgewerbe weiterhin „die besten Handwerkerlöhne“. Dabei sei die Bezahlung von Baukadern mit der von Akademikern in der Industrie vergleichbar.

    Die aktuelle Entlohnung für Werkmeister und Poliere beträgt den Erhebungen des SBV zufolge derzeit monatlich rund 7800 Franken. Das übrige Baupersonal bringt es im Jahr im Schnitt auf 13 Monatsgehälter von je 5901 Franken. Dabei reicht die Spanne von 4921 Franken Monatslohn für einen Hilfsarbeiter ohne Abschluss und Berufserfahrung bis zu 6743 Franken im Monat für einen Vorarbeiter.

    Als zentral für die Steigerung des Einkommens am Bau macht der SBV die Bildung aus. Der Sprung von einer Lohnklasse in die nächste sei mit einem Plus von rund 500 Franken verbunden, erläutert der Verband. Wer vom Vorarbeiter zum Polier aufsteigt, verdient monatlich sogar rund 1000 Franken mehr. Lohnsteigerungen aufgrund von Arbeitsjahren fielen aufgrund der „hohen Mindestlöhne“ hingegen vergleichsweise gering aus.

    Rund ein Drittel des Baustellenpersonals werde in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand treten, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Dem dadurch verschärften Fachkräftemangel will der SBV durch „individuelle Lohnperspektiven auf der Basis von gezielten Aus- und Weiterbildungen“ begegnen. Dazu müsse jedoch das Lohnsystem von generellen Lohnerhöhungen auf leistungsbezogene, individuelle Anpassungen umgestellt werden, meint der Verband.

  • Baumeisterverband untersucht Schweiz der Zukunft

    Baumeisterverband untersucht Schweiz der Zukunft

    Im vergangenen Jahr hat der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) ein repräsentative Umfrage zu den Erwartungen der Schweizer bis 2040 durchgeführt. Den Ergebnissen zufolge sprechen sich die Bewohner des Landes mehrheitlich für eine Verdichtung des städtischen Raums aus, informiert der SBV in einer Mitteilung zur Umfrage. Gleichzeitig wird Bedarf an grosszügigerem und nachhaltigerem Wohnraum angemeldet.

    Für den SBV kann die Bauwirtschaft einen entscheidenden Beitrag zur Umsetzung dieser Vorstellungen leisten. Bereits heute werde jede zurückgebaute Wohnung durch zwei neue mit insgesamt der dreifachen Baufläche ersetzt, schreibt der Verband. Gleichzeitig fordert der SBV aber die Beseitigung von regulatorischen Hindernissen bei der Erneuerung des Gebäudeparks ein. Konkret werden in der Mitteilung die Vereinfachung von Baubewilligungsprozessen und die Beschleunigung von Beschwerdeverfahren genannt. Auch beim Lärmschutz und beim Heimatschutz sieht der SBV Handlungsbedarf.

    Das CO2-Gesetz mit seinem Gebäudeprogramm wird vom SBV unterstützt. Bei seiner Umsetzung sollten neue Ersatzbauten verstärkt gefördert werden, da diese energietechnisch die effizienteste Lösung bildeten, schreibt der Verband. Für Randregionen und Berggebiete schlägt der SBV vor, Rahmenbedingungen, Technologie- und Transportinfrastruktur zu schaffen, die berufstätige Einwohner anziehen oder in der Region halten können.