Schlagwort: Schalung

  • Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Unfold Form heisst die leichte und mehrfach verwendbare Schalung für Gewölbebauten aus Beton. Sie wurde von der Architektur-Doktorandin Lotte Scheder-Bieschin in der ETH-Forschungsgruppe von Philippe Block entwickelt. Gegenüber herkömmlichen Decken spart sie laut einem Bericht der ETH bis zu 60 Prozent Beton und bis zu 90 Prozent Stahl.

    Unfold Form besteht aus dünnen, flexiblen Sperrholzstreifen. Sie sind durch Textilscharniere miteinander verbunden und lassen sich wie Fächer entfalten. In einem Holzrahmen werden vier solcher Formen einfach und schnell zu einer tragfähigen Schalung mit Zacken zusammengefügt. Darauf wird der Beton gegossen. «Der Beton nimmt diese Riffelung auf als Rippen», so die Erfinderin. «Diese Rippen helfen dabei, Lasten abzutragen.»

    Ist der Beton ausgehärtet, lässt sich die Schalung von unten entfernen, wieder zusammenfalten und erneut gebrauchen. Den Angaben zufolge wiegt das ganze System für den Prototyp nur 24 Kilogramm, kann aber bis zu 1 Tonne Beton tragen.

    «Man braucht neben dem Material nur eine Schablone für die Form und ein Heftgerät.» Das Material für den Prototyp kostete 650 Franken. Wie die Forscherin betont, lässt sich die Schalung ohne Fachwissen oder Hightech produzieren und aufstellen. So sei sie weltweit und auch mit beschränkten Mitteln einsetzbar, etwa in Entwicklungsländern. Denn gerade dort sei die Nachfrage nach Neubauten sehr hoch.

    Von der südafrikanischen Partnerfirma nonCrete, die sich für nachhaltige Bauten und erschwinglichen Wohnraum einsetzt, wurde vor Ort der zweite Prototyp gegossen. «Mit dem neuartigen Schalungssystem», so Scheder-Bieschin, «sollen in südafrikanischen Townships dereinst Wohnhäuser entstehen, die qualitativ gut, würdig und nachhaltig sind».

  • Massgeschneiderte Verfahren unterstützen Brückensanierung in Chur

    Massgeschneiderte Verfahren unterstützen Brückensanierung in Chur

    Die ARGE AS Chur Süd, bestehend aus METTLER PRADER AG und Cellere Bau AG, hat STRABAG im Rahmen der Sanierung der Unterführung Sommerau in Chur mit dem Austausch der Brückenrandträger beauftragt. Die Abteilung Holzbau des Schlieremer Bauunternehmens sollte ein massgeschneidertes Verfahren für die Schalung entwickeln, erläutert STRABAG in einer entsprechenden Mitteilung. „Mit unserer Erfahrung fanden wir die passende Lösung“, wird Dominic Graf, Bauführer Holzbau bei der STRABAG AG, dort zitiert.

    Konkret wurden die Arbeiten durch die knappen Platzverhältnisse erschwert, die unter anderem keine herkömmliche Unterkonstruktion für die Schalung erlaubte. Das Holzbau-Team von STRABAG löste dieses Probleme durch eine Verstärkung der Schalhautplatten mit Flachstahl. In die Zwischenräume wurden Feuerwehrschläuche eingebracht. Die mit Druckluft gefüllten Schläuche halten die Platten während des Betonierens stabil in Position.

    Erste Brückenränder seien inzwischen zur vollen Zufriedenheit der Baumeister vor Ort fertiggestellt worden, heisst es in der Mitteilung. Die weiteren Bauabschnitte werden mit Hilfe der laut STRABAG technisch anspruchsvollen, aber für die Gelegenheit optimal geeigneten Lösung derzeit planmässig umgesetzt.

  • Sika und PERI investieren in Zürcher Bauroboter

    Sika und PERI investieren in Zürcher Bauroboter

    Der Zuger Baustoffhersteller Sika und die auf Schalungs- und Gerüsttechnik spezialisierte deutsche Firma PERI investieren in die Mesh AG. Das Start-up steht hinter einer neuen robotergestützten Technologie für die Baubranche. Mit dieser lassen sich basierend auf einem Computermodell Stahlgitter für verschiedene Betonformen herstellen. Dadurch wird der Bau von Gebäuden mit unüblichen Formen effizient und kostengünstig möglich. Bisher mussten solche speziellen Gitterstrukturen nämlich in Handarbeit hergestellt werden. Laut einer Mitteilung von PERI ist die Technologie von Mesh die weltweit erste ihrer Art.

    Die Methode basiert auf langjähriger Forschung an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), aus der Mesh ausgegliedert wurde. Die Zürcher Forschenden haben 2018 auch schon erfolgreich eine geschwungene Betonwand im NEST, dem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude der Eidgenössischen Materialforschungs- und Prüfungsanstalt (Empa) in Dübendorf ZH, realisiert. In Zusammenarbeit mit PERI und Sika ist die Technologie seit 2019 in einen industriellen Bauprozess überführt worden. Die Gründung der Mesh AG ist erst kürzlich erfolgt.

    „Durch unsere Zusammenarbeit mit der Mesh AG und PERI wird ein neuartiges Bauverfahren am Markt etabliert, das die Herstellung von komplexen Geometrien ermöglicht und dabei kostengünstiger als konventionelle Methoden ist“, wird Philippe Jost, Head Construction Sika, in der Mitteilung zitiert. Davon profitiere die gesamte Bauindustrie.