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  • Solarenergie auf Schienen: neues Konzept

    Solarenergie auf Schienen: neues Konzept

    Sun-Ways will Gleisanlagen in Solarkraftwerke verwandeln. Dabei sollen Solarmodule so zwischen Gleisen verlegt werden, dass sie leicht wieder entfernt werden können, etwa für Gleisreparaturen. Nun hat das Bundesamt für Verkehr grünes Licht für das erste Pilotprojekt gegeben, wie das 2023 gegründete Start-up aus Ecublens mitteilt.

    Sun-Ways kann nun ab Frühjahr 2025 seine Anlagen auf einem Gleisstück von 100 Metern Länge in der Nähe des Bahnhofes von Buttes testen. Die 48 Solarmodule werden von Scheuchzer verlegt, einem Gleisbauer und Hersteller von Gleisbauanlagen mit Sitz in Bussigny VD.

    Die Installation und der Anschluss ans Netz werden von Viteos, einem Anbieter erneuerbarer Energien mit Sitz in Neuenburg, und DG Rail übernommen, einem Spezialisten für die Stromversorgung der Bahn. Die Anlage soll auf einer Fläche von 100 Quadratmetern bis zu 16‘000 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen können. Die Partner des Pilotprojekts tragen die Kosten von 585‘000 Franken.

    Die Solaranlagen von Sun-Ways können dank einer Spezialentwicklung von Scheuchzer sowohl manuell als auch automatisiert auf dem Gleisbett zwischen den Gleisen verlegt und leicht wieder entfernt werden. Die Maschine von Scheuchzer kann inzwischen bis zu 1000 Quadratmeter Solarmodule am Tag verlegen. Sun-Ways rechnet allein in der Schweiz mit ihren 5000 Kilometern Gleisanlagen mit einem Potential von 1 Terawattstunde Strom im Jahr, genug für die Versorgung von 300‘000 Haushalten.

    Die Stadt Aigle VD hat bereits eine weitere Anlage genehmigt, die auf Privatgleisen auf einer Länge von 1500 Kilometern errichtet werden soll. Sun-Ways ist zudem bereits in Gesprächen mit den französischen Staatsbahnen SNCF, mit Partnern in Spanien, Rumänien und Südkorea über weitere Pilotprojekte.

  • Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Neue Entwicklung soll Bahnlärm senken

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Hochschule für Wirtschaft und Ingenieurwissenschaften des Kantons Waadt und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben gemeinsam neue Rail Pads entwickelt. Diese Bauteile bestehen zumeist aus elastischem Kunststoff und stecken zwischen Schienen und Betonschwellen, wie die Empa in einer Mitteilung erklärt. Sie werden zur Schonung von Schienen eingesetzt.

    Bestehende Rail Pads haben allerdings Grenzen. Insbesondere wenn der Schutz der Schienen stark erhöht wird, führt dies gleichzeitig zu mehr Lärmbelastung. Diese Herausforderung wollen die Forschenden nun lösen. Nach mehreren Tests im Labor erwies sich ein Bauteil mit einem Polyisobutylen (PIB)-Anteil von über 50 Prozent, eingelegt in eine Schale aus einem härteren Ethylenvinylacetat (EVA)-Kunststoff, als die wirkungsvollste Option. Es kann gleichzeitig den Bahnlärm senken und die Schienen schonen.

    In einem nächsten Schritt sollen die neuen Rail Pads im März auf einer Bahnstrecke in Nottwil getestet werden. „Diese Rail Pads lassen sich leicht herstellen. Auf der 100 Meter langen Strecke werden wir fast 400 Stück brauchen“, erklärt Bart van Damme von der Empa-Abteilung Akustik und Lärmminderung. Deshalb sei bereits ein Unternehmen an Bord, das die Herstellung der bereits patentierten Bauteile übernimmt.